Vom sonnigen Norden in den grauen Süden

Leider verheisst der Wetterbericht für die Alpen wenig Gutes, doch es kam dann nicht so schlimm. Immerhin Sicht und etwas Sonne veranlassten uns, die Anreise nach Italien in Tirol zu unterbrechen. In Nassereith gab es Tiroler Rostbraten.

Folgenden Schnappschuss werde ich Bastian Sick senden.

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Levanto

Nebel auf dem Brenner … Regen in der Poebene … Nebel auf dem Apennin.
Nach 6 Stunden Fahrt dann endlich Sonne. In Levanto ist der einzige geöffnete Campingplatz (Aquadolce) fest in deutscher Hand. Wir finden einen schönen Platz oberhalb des Trubels.
Im Ort tobt das Leben: viele Urlauber – auch italienische – noch mehr Kinder, Schwimmer, Wellenreiter. Corso!

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Torre

Der Uhrenturm von Levanto tut was er soll: er zeigt die Zeit an und viertelstündlich tut er dies auch akustisch durch Stunden- und Viertelstundenschläge seiner Glocke20131001-204931.jpg

Dummerweise tut es das auch nachts: 2:00 Uhr, 2:15 Uhr, q2:30 Uhr usw… Dummerweise steht der Torre d’Orologio neben dem Campingplatz.

Übertroffen wird das Gebimmel durch das Geläut aller Kirchen Levantos mit dem sie um 7:00 Uhr morgens die Gläubigen zum Gebet rufen. Zeit genug, ihre Sünden zu überdenken werden sie bei dieser nächtlichen Ruhestörung haben.

Der übernächtigte Urlauber dreht sich indes auf die andere Seite und denkt tapfer, dass man anderer Länder Sitten respektieren muss. Auch als Wirtschaftsfaktor.

Tunnelfahrt

Zum nervigen Glockenturm gesellt sich verschlechternde Gesundheit. Es kann nur besser werden.

Gut ist hingegen das Wetter und der Ort Levanto. Überhaupt kein reiner Urlaubsort, sondern ganz normales Leben. Abends ist die Promenade voll mit Einheimischen. Auf den zentralen Kinderspielplatz herrscht Hochbetrieb.

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Wir machten heute einen eigenartigen Radausflug: auf dem Radweg von Levanto in die nördlich gelegenen Küstenorte Bonnasola und Framura. Die Strecke führte total flach an der Küste entlang, allerdings zu 90% im Tunnel!

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Bonnasola liegt sehr hübsch und hat einen schönen Strand. Von Fermura sieht man nur den Bahnhof. Der Ort selbst liegt hoch über der Küste und ist nur mühsam zu erreichen. wir haben es unterlassen den Ort zu erkunden und sind im Tunnel zurück geradelt. Fazit: überflüssig.

Non Solo Pane

Morgens irren Männer mit Rucksäcken durch Levanto. Unverkennbar Deutsche oder Schweizer auf der Suche nach Brötchen.

Ich kaufe bei „Non solo Pane“. Die Chiabattas schmecken besser, als die meisten Brötchen bei uns zu Hause, da daneben gibt es weitere Leckereien wie Focaccia, Gemüsekuchen, Pizza oder Mandorlinis.

Um uns deutschsprachigen Kunden Einkauf zu erleichtern, informiert eine zweisprachige Tafel am Eingang. Und siehe da, es gibt auch „Torta della nonna“ und „Torta del nonno“: Omakuchen und Opakuchen.
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Wandern

Deshalb sind wir hier: weil es fünf unzugängliche Dörfer gibt, die am Felsen über dem Meer kleben, weil man von Dorf zu Dorf wandern oder auch mit der Bahn fahren kann oder auch Bahn und Wanderung kombinieren kann.
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Genau das habe wir heute gemacht: wir sind drei Stationen mit der Bahn nach Corniglia gefahren und dann auf dem Wanderweg nach Vernaza gelaufen. Dann mit der Bahn zurück von Vernaza nach Levanto.

Es war ein schöner Weg, das Wetter war prima, die Dörfer pittoresk, wie es sich gehört. Leider wollten ein paar andere Urlauber auch daran teilhaben, leider waren es ein paar (Hundert) zu viel.
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Auf den Bahnstationen ging es zu, wie in der Londoner U-Bahn. Auf den Wanderwegen gab es Staus, so auch in den Gassen der pittoresken Dörfer.

Kurzum: wir waren da, wir haben es gesehen, damit ist es aber auch gut. Das schönste hier ist der Ort Levanto, hier bleiben wir auch noch den morgigen Tag. Dann geht es weiter nach Florenz.

Keine Sorge: auch wenn das alles etwas negativ klingt. Uns geht es gut, das Wetter ist toll, und wir fühlen uns recht wohl. Selbst der Torre d’Orologio konnte unserer Nachtruhe heute nur wenig anhaben.