Zürich 2014

Auf dem Weg nach Zürich begrüßt uns Im Rheintal die Schweiz mit einem sinnflutartigen Regenguss. Etwas höher, in Wildhaus, sieht es freundlicher aus. In Wattwill macht die Schweizer Polizei ein Foto von uns und in Zürich hat man uns auf dem überfüllten Campingplatz tatsächlich einen Stellplatz frei gehalten.

Züricher Säcke

Am nächsten Morgen überzeugt mich ein Spaziergang, daß für Zürich-Säcke in jeder Hinsicht gut gesorgt ist: exklusive Müllentsorgung und exklusiver Seeblick aus dem Pool sind gewährleistet.

Die ohnehin hohen Preise in der Schweiz werden im Lädchen auf dem Campingplatz noch getoppt: 20 € für eine Flasche einfachen Weins oder 1,10 € für ein winziges Brötchen sind einfach frech. Das es auch für die Hälfte geht, zeigt ein kleiner Laden in ca. 1 km Entfernung. Für uns bedeutet es, angesichts der Preise kleinere Brötchen zu backen. Nur: kleiner als die Brötchen auf dem Campingplatz geht es kaum und teurer als die verlangten 1,10 € auch nicht.

Das berühmte Züricher Letzigrundstadion, in dem man bis zur EM 25 Weltrekorde feierte, war Austragungsort der Leichtathletik-Europameisterschaften 2014. Das Stadion wurde komplett neu gebaut, voll überdacht und tief in den Boden eingelassen. Dabei ging wohl Einiges verloren. So sagte die Europameisterin im Speerwurf Barbora Spotakowa nach ihrem Sieg, dass die die Stimmung vermisse und den Ort nicht wiedererkennnen würde, an dem sie schon so oft war.

Gleich zu Beginn läuft uns David Storl über den Weg, später noch weitere Weltklasseathelten wie Colin Jackson oder Heide Rosendal. Aber leider war das Stadion nie ausverkauft, die hohen Preise hatten viele Besucher von einem Besuch abgehalten. Auch im Stadion hatten die Preise Nachtclubniveau: 7€ für die Stadionwurst, 6€ für Pommes.

Das Schweizer Publikum interessierte sich vorrangig für die Schweizer Athleten. So fand das 110m Hürdenfinale vor nahezu leeren Rängen statt. Vorteil der vielen freien Plätze: wir mussten nicht auf unseren gebuchtetn Sitzen bleiben sondern konnten jeweils dorhin gehen, wo es gerade interessant war. Die überaus netten Ordner und Helfer  unterstützten sogar dabei.

Ärgerlich waren die vielen Pannen in der Organisation und bei den Kampfrichtern. Regen, Wind und Kälte sorgte zusätzlich dafür, das die Stimmung bei dieser EM weit hinter den Erwartungen zurückblieb.