Côte Granit Rose

Wir wollen die Île de Bréhat besuchen, die für ihre Schönheit und den Blumenreichtum ihrer Gärten gerühmt wird. Insbesondere Rhododendren sollen dort üppig vorkommen.  Wir fahren nach Ploubezlanec und finden den Campingplatz Panorama de Rohou. Damit der schönen Blick auf das Inselarchipel nicht versperrt wird, dirigiert die Cheffin große Wohnmobile an den Rand, damit sie die Aussicht nicht versperren, die erste Reihe bleibt Zelten vorbehalten.

Unser berühmter „erster kleiner Gang“ führt uns zunächst zum einem Aussichtspunkt, von dem man die ganze Inselwelt überblicken kann. Es sind unzählige Eilande und Felsen, dazwischen Sand und Wasser in allen Schattierungen zwischen grün und blau. Wir steigen ab zum Fähranleger und erkundigen uns über die Abfahrtzeiten. Dann wandern wir etwas am Ufer entlang. Immense Abstellmöglichkeiten für Wohnmobile und PKWs deuten an, was hier in der Hochsaison für ein Betrieb ist.

Am nächsten Tag brechen wir früh auf, um die Fähre zu erreichen. Der Anleger ist eine lange Mauer die im Zickzack ins Wasser führt. So findet das Boot bei jedem Wasserstand einen Anlegeplatz. Zahlreiche Fahrgäste mit Urlaubsgepäck besteigen das Schiff. Darunter auch ein Gruppe von Gendarmen, die offenbar die lokale Polizeistation in der bevorstehenden Hauptsaison verstärken soll.

Es gibt eine Südinsel und eine Nordinsel. Sie sind mit einer Brücke verbunden, die aber nur bei Hochwasser  wirklich über Wasser führt. Es gibt keine Autos, wer will kann ein Fahrrad leihen oder auf dem Schiff sein eigenes Rad mitnehmen. Wir es nicht gemacht, eine gute Entscheidung wie sich zeigen sollte: die Inselwege sind schmal und nur wenige können überhaupt befahren werden.

Schnell verteilen sich die Neuankömmlinge im Ort, wir wählen einen Weg  am Westrand der Südinsel. Es gibt tolle Buchten und Ausblicke, auch reichlich Gärten und Blumen. Aber wir haben nicht den Eindruck, dass sich das wesentlich vom Festland unterscheidet. Insbesondere die angepriesenen Rhododendronhecken, haben wir am Festland üppiger erlebt. Hier hat das Tourismusmarketing wohl etwas übertrieben. Dennoch ist Bréhat auf jeden Fall ein lohnenswertes Ausflugsziel.

Wir kommen zur Nordinsel gehen an der westlichen Küste in Richtung Leuchtturm. Der Weg ist nicht immer einfach: mal führt er direkt am Stand über große Steine, mal über Flächen, die dicht mit mannshohem Farn bewachsen sind. Wir feiern erneut, dass wir die Räder nicht mitgenommen haben.

Am Leuchtturm treffen dann alle Wegen zusammen und es ist entsprechend voll. Hier sehen wir nun auch erstmalig den rosa Granit, der der ganzen Region hier den Namen gibt: Cote Granit Rose.

Wir picknicken bei toller Aussicht auf die Inselwelt etwas abseits des Leuchtturms, beäugt von hungrigen Möwen, die auf eine Gelegenheit warten, uns etwas Nahrung zu stibizen.

Auf dem Weg zur Südinsel sehen wir das Cafe ‚Le paradis rose‘. Da es direkt am bevölkerten Hauptweg liegt, machen wir uns keine große Hoffnung, werden aber positiv überrascht: das ‚Paradis Rose‘ ist ein idyllischer Garten mit üppiger Vegetation. In einer Gartenlaube holt man sich zu fairen Preisen Getränke, Kuchen oder Galettes und sucht sich einen Platz auf einer der überall verstreuten  kleinen Sitzgruppen.  Keine Spur von Massenbetrieb, Nepp oder Hektik.

Wir fahren weiter nach Plougrescant. Der Camping ‚Le Varlen‘ ist schattig, unruhig, bietet keine Aussicht und hat rustikale Sanitäranlagen. Kein Höhepunkt also aber alternativlos und zweckmäßig, da er unmittelbar in der Nähe der spektakulären Felsküste liegt.

Bildergalerie (Klicken zum blättern):

Wir besuchen die beeindruckenden Küstenabschnitte bei ‚La Point Château‘ und ‚Le Gouffre‘. Strammer Wind sorgt für wildes Meer, die Sonne scheint.  Das ‚Maison-Entre-Roches‘ ist ein zwischen zwei Felsen eingeklemmtes Haus. Es soll eines der am häufigsten fotografierten Motive der Bretagne sein, da wollen wir nicht nachstehen und reihen uns in die zahlreichen Besucher und Fotografen ein.

Am nächsten Tag ist Nationalfeiertag. In der Morgensonne geht es noch einmal mit dem Rad zu den Felsen, um weitere Fotos zu machen. Anschließend ist faulenzen angesagt. Jedenfalls für uns: die Tour de France fährt auf den Mt. Ventoux.

Dann fahren wir weiter nach Trélevern. Der Camping ECM Port l_Epine ist unter holländischer Regie, also alles pikobello: schön gelegen, Blick aufs Meer, große Stellplätze, teuer, WLAN kostenpflichtig. Wir haben  Croquilles St.Jaques gekauft doch für das Rezept fehlen Champignons. Die bekommen wir in  Louannec, aber die Radtour dorthin ist schweißtreibend: immer am Meer entlang, Klippe rauf, Klippe runter…. Das Wetter ist wie immer: prächtige Sonne, Wind eher kühl. Am nächsten Tag wandern wir durchs Watt und gucken den Fischen beim schwimmen zu.

Unser nächstes Ziel ist Perros-Guirec, ein Hauptort der Cote Granit Rose. Der Campingplatz Domaine de Trestraou ist erstaunlich leer und liegt in unmittelbarer Nähe zum Hauptstrand. Dort ist es recht lebhaft, zum EInkaufen müssen wir wieder steile Berge hinauf fahren.

Auf dem Zöllnerpfad wandern nach Ploumanac’h und zurück. Hier häufen sich nun die bizarren Felsformationen. Der Weg ist stark frequentiert, kein Wunder, wir die Wanderung doch als Highlight herausgestellt. Der Weg ist anstrengend, denn es ist sehr heiß. In Ploumanac’h picknicken wir mit Blick auf das Schloss Costaérès, welches Dieter Hallervorden gehören soll. Abends fahre ich noch einmal mit dem Rad nach  Ploumanac’h um Bilder im Abendlicht zu machen.

Am nächsten wandern wir über die 
Presqu’île Renote bei Trégastel. Auch hier spektakuläre Felsformationen sowie tolle Ausblicke aufs Archipel des Sept-Isles und Diddis Schloß (Palüm, Palüm). Uns gefällt es hier noch besser als bei tagszuvor bei Plougrescant.

Wie suchen einen Platz und werden in Trébeurden beim Camping Armor Loisir fündig. Es ist sehr heiß, der Platz nicht besonders toll, aber irgendwo muss man ja bleiben.

Bildergalerie (Klicken zum blättern):