Leer in Leer

Zum Auftakt unserer Reise nach Friesland und Holland haben wir uns den Campingplatz & Yachthafen Ems Marina Bingum als Ziel gewählt. Er liegt in Ostfriesland an der Ems, gegenüber von Leer.

Als wir ankommen ist die Rezeption nicht besetzt, aber das Tor ist geöffnet. Das weitläufige Gelände wirkt verlassen, aber gepflegt. Eigenartig: es ist Hochsommer, trotzdem ist kein Mensch, kein Wohnwagen, kein Zelt zu sehen. Auch der angeschlossene Yachthafen ist verwaist. Erst am hinteren Ende der Anlage sehen wir ein paar Dauercamper.

Als die Rezeption öffnet, finden sich tatsächlich noch zwei, drei weitere Gäste ein. Nach dem Check-In fahren wir mit dem Rad über die Emsbrücke nach Leer.

Es ist voll in Leer. Viele Menschen tummeln sich in der langgezogenen Einkaufsstraße. Die Stadt ist gerade Gastgeber eines Motorboottreffens. Zahlreiche Motorboote, sind in mehreren Konvois aus ganz Niedersachsen gekommen, um das Jubiläum ihres Verbandes zu feiern.

Ausgerechnet im schöneren, „Altstadt“ genannten Teil der Stadt ist deutlich weniger Betrieb. Mit Mühe finden wir ein Restaurant, welches zu dieser Zeit warmes Essen serviert. Es gibt Fisch satt.

Der Verdauungsspaziergang führt uns über die Halbinsel Nessum, auf der luxuriöse Wohn und Geschäftshäuser gebaut wurden, von denen aus Dachterassen und verglasten Fronten schöne Blicke auf den Hafen und die Stadt bieten. Die Stadt hatte die brache Halbinsel vor einiger Zeit gekauft und durch diese Ansiedlung sicher an Attraktivität gewonnen.

Am nächsten Morgen hat die Platzcheffin Interessantes zu berichten: als sie den Platz vor 15 Jahren übernahm war er voll mit Dauercampern. Diese übertrieben ihr Dauercampertum indem sie immer mehr Zeug abschleppten, aufbauten usw. Sie hielten sich nicht an die Regeln, stellten dafür eigene auf, zahlen nicht für Müll und Abwasser.

Der Cheffin und auch etlichen „Normalocampern“ mißfiel das. Weil das nicht die Art von Campingplatz war, die sie wollte, ging sie dagegen vor. Sie vor kündigte Verträge und zog sich den Unmut der Dauercamper zu. Auch heute wird noch anonym gegen sie m Netz polemisiert. Aber sie ist mit der Situation zufrieden, die Besucherzahlen seien OK, der Platz sei riesig groß daher würden Teile eben so vereinsamt aussehen.

Wegen aufkommendem Regen und Wind verschieben wir eine Radtour nach Papenburg oder zum Dollart auf ein anderes Mal und fahren weiter nach Holland.