Mal schnell nach Föhr…

Das anhaltend gute Wetter animiert uns, einen lange geplante Ausflug zu unternehmen: der Besuch des Museums ‚Kunst der Westküste‘ in Alkersum auf Föhr.

Wir brechen am Montag morgen auf, und fahren nach Husum, genauer: nach Schobüll auf den Campingplatz Seeblick. Der Platz liegt toll und bietet ohne sichtversperrenden Deich einen schönen Blick über das Wattenmeer zur Insel Nordstand. Nachdem wir uns mit den Gegebenheiten vertraut gemacht haben, fahren wir mit den Rädern am Meer entlang nach Husum. Viele Schafe bevölkern mit ihren Lämmern den Deich. Der Himmel ist wolkenlos und blau. Die Temperaturen liegen bei 24 Grad.

Vorbei an der Ruine des Strandhotels Husum geht es zum Binnenhafen, wo wir die Räder abstellen. Husum ist eine prima Einkaufsstadt mit vielen und auch kleinen künstlerisch angehauchten Läden. Der alles dominierende Herrscher der Husumer Geschäftswelt scheint C.J.Schmidt zu sein. Diesen Schriftzug sieht man an zahllosen Geschäften.

Nach erfolgreichem Shopping, kehren wir in der Neustadt (Achtung Straßenname) im ‚Husumer Künstlercafé‘ ein. Es gibt bombastischen Torten mit leckerem Kaffee  zu gehobenen Preisen. Zurück in Schobüll inspizieren wir zunächst das Restaurantangebot (alles geschlossen oder ungeeignet) und nehmen uns vor, später zum Abendessen erneut nach Husum zurückzufahren. Im Fischlokal ‚La Mer’ direkt an der Kaikante genehmigen wir uns leckere Krabbengerichte.

Abends gibt es Sonnenuntergang in der zweiten Reihe. Wenn nur der blöde Wohnwagen nicht wäre.

 

Wohnwagen vor Sonnenuntergang

Dienstag, 8. Mai

Am nächsten Morgen packen unsere Sachen und fahren nach Dagebüll. Die Straßen sind so schlecht, daß man sich in einem anderen Teil Europas wähnt. Die Enegiergewinnung hingegen ist topmodern: Windräder, so weit das Auge reicht. Wir parken auf dem Inselparkplatz und schippern bei erneut prächtigem Wetter nach Föhr.

Das Wasser steht relativ hoch, trotzdem sind einige Sandbänke schon trocken und mit dem Fernglas und dem Teleobjektiv lassen sich einige Seehunde ausfindig machen. In Wyk angekommen, machen wir uns direkt auf den Weg nach Alkersum.

Das Museum ‚Kunst der Westküste‘ besteht aus einem modernen Neubau, der mit dem ehemaligen Dorfkrug und dem Garten zur einem schönen Arrangement zusammengefügt wurde. Das Museum zeigt – ähnlich wie das Noldemuseum in Seebüll – keine ständige Ausstellung, sondern wählt immer zu einem bestimmten Thema einen Teil aus seiner umfangreichen Sammlung aus. Das aktuelle Thema ist ‚Norwegen‘. Neben der Hauptaustellung ‚Faszination Norwegen – Landschaftmalerei von der Romantik zur Moderne‘, gibt es Bilder des norwegischen Fotografen Kare Kivijärvi sowie zeitgenössische Kunst unter dem Titel ‚Norway Contemporay‘ zu sehen.

Neben den dramatischen Bildern norwegischer Berglandschaften gefallen uns besonders die Fotos des Zeitgenossen Rune Guneriussen. Der Künstler sucht sich spezielle Orte in der Natur, in die er dann Alltagsgegenstände wie Lampen, Stühle oder Telefone arrangiert. Von dem Ergebnis fertig er großformatige Fotos an. Anschließend versetzt er den Ort wieder in den ursprünglichen Zustand. Einige Beispiele kann man auf der Webseite von Rune Guneriussen sehen.

Nach der Kunst soll es Kuchen geben: der Apfelgarten in Oldsum wird oft empfohlen. Vom kräftigen Südost-Wind geschoben, bewältigen wir die 5 Kilometer im Fluge, leise ahnend, was dies für die Rückfahrt bedeutet. Leider ist der Apfelgarten überfüllt und auch das nächste Café scheint vom Besucheransturm überfordert zu sein. Also radeln wir über Nieblum zurück nach Wyk, wobei nicht nur der kräftige Wind, sondern auch der Zustand der Radwege, sowie das Verhalten anderer Radfahrer das Vergnügen trüben.

Als wir endlich in Wyk sind, reicht uns Kuchen nicht mehr, es soll herzhafter sein. Nachmittags ist das hier gerade nicht so einfach. In einer Nebenstraße werden wir fündig und bekommen lecker Back- und Panfisch. Auf der Promenade herrscht bei strahlender Sonne und kräftigem auflandigem Wind eine herrlich maritime, sommerliches Atmosphäre.