Friesland

Mo 18.6. Reise nach Sneek

Nach ruhiger Anreise (Ausnahme Bremen) kommen wir in Sneek an. Unser Campingplatz liegt direkt im Yachthafen. Alle Einrichtungen wie Sanitäranlagen, Restaurant, WIFI etc. stehen für Segler und Camper gleichermaßen zur Verfügung. Wir wundern uns, wie gut der Platz besucht ist, dennoch bekommen wir einen Platz direkt am Steg.Der Ort ist leicht per Rad zu erreichen, im Restaurant bekommen wir hervorragendes Essen.

Nur der Ort Sneek selbst enttäuscht uns etwas. Da haben wir schon hübschere friesische Städtchen gesehen.

Di 19.6.: Sneek

Mit dem Rad geht es in die frischen Örtchen Ijlst und Heeg. Es ist herrlich, überall Wasser, Kanäle, Boote. In Ijlst Essen wir direkt an der Schleuse und beobachten das Treiben

Mi 20.6.: Delft

Wir haben uns mit Linda in Delft verabredet und fahren 200 km nach Süden. Direkt neben Ikea finden wir einen Campingplatz der nur 5 Fahrradminuten von der Innenstadt entfernt ist. Obwohl noch keine Ferien sind und obwohl der Platz nicht sonderlich attraktiv ist, ist es proppenvoll. Wir bekommen den angeblich letzten freien Platz. 

Wir machen einen Stadtbummel. Auf dem großen Marktplatz wird für die Erstsemester der TU Delft eine Konstruktionswettbewerb durchgeführt. Es muss das funktionierende Model eines Containerkrans gebaut werden. Die Zeit wird gestoppt. Dazu Musik Moderation, Videoleinwand.

Abends dann gemütliches Familientreffen. Beim Bier schauen wir dem Treiben auf dem Markt zu: die Studenten haben längst abgebaut, nun werden in Windeseile die Stände für den morgigen Wochenmarkt errichtet.

Do, 21.6.:  Edam

Spontan entscheiden wir nicht sofort nach Friesland zurückzufahren, sondern machen einen Stopp in Edam. Über Amsterdam erreichen wir Edam, in entspannter Autofahrt. Dort gehen wir auf den Strandcamping im Yachthafen. Der Platz ist wunderbar gelegen, an drei Seiten ist er von Wasser umgeben. Mit Glück finden wir windgeschützten Platz. Es ist stürmisch und ungemütlich. Zu Fuß gehen wir nach Edam und in Edam herum.

Fr 22.6.: Volendam und Monnikendam

Am nächsten Tag immer noch Sturm und Regenschauer. Erst nach Mittag trauen wir uns raus und radeln nach Volendamm. Unterwegs sehen wir viele Reiher. In Volendamm trifft uns der Tourismus mit voller Breiseite: massenhaft Busse haben Touristen der übelsten Sorte ausgekippt, die sich auf der Promenade breitmachen. Deutsche, Asiaten, Spanier. Handy vorm Gesicht, Fastfood in der Hand. „Du guckma, dahinten sind noch mehr Buden… „ So krass haben wir das noch nie erlebt!

Hinter der Partyzone ist es wieder ruhig. Wir radeln nach Monnikendam. Dort gönnen wir uns  im Coffee & Cacao Lunchkaffé einen leckeren Ziegenkäsesandwich mit Schinken, Rucola, Nüssen und Honig. Zum Nachtisch Erdbeeren mit Poffertjes und Schlagsahne. Super.

Dann geht es mit dem Rad gegen den Wind zurück. Wir haben Glück: es bleibt trocken.

Sa 23.6.: Nach Franeker und Leeuwarden

Nun wollen wir in die Kulturhauptstadt Europas Leeuwarden. Dazu fahren wir wieder nach Franeker, wo es uns vor zwei Jahren schon gut gefallen hat. Nach den vollen Plätzen in Delft und Edam sind wir nun wieder über die Leere erstaunt. Irgendwas haben wir noch nicht verstanden. 20180624-223348_Friesland Einer der "11 Fountains" steht in Franeker.

Mit dem Zug fahren wir nach Leeuwarden und treffen gleich am Bahnhof auf einen der 11 Brunnen, die internationale Künstler in den 11 friesischen Städten erbaut haben. Dahinter gleich das Besucherzentrum mit dem Wattpanorama einer Holzplattform mit einer Soundinstallation. Witzig finden wir die Escher-Streetart die mit Pflastermalereien auf die M.C.Escher Ausstellung hinweist. Enttäuschung dann beim Friesenmuseum, wo wir besagte Ausstellung ansehen wollen: trotz Museumkaart kommt man nur mit Warteliste hinein. Wir bummeln durch die Stadt, gehen zur Holzltribüne am schiefen Turm ‚Oldehove‘. Nicht zur Kulturhauptstadt gehört die stylistische Albert Hein Filiale in der alten Kornbörse, die ist immer hier. Unseren Imbiss nehmen wir in einem netten Straßenkaffee und können dabei die Boote der Grachtenfahrten beobachten.

So richtig begeistert sind wir nicht von Leeuwarden als Kulturhauptstadt, wir fanden nicht so den rechten Zugang. Man konnte das schon befürchten, denn auch die Webseite der Kulturhauptstadt vermittelte mehr Verwirrung statt Klarheit. Besonders ärgerlich fanden wir, dass vieles nur in niederländischer Sprache beschrieben ist und ohne Erklärung ist vieles nicht zu verstehen. Eigenartig, bei einem europäischen Ereignis..

So 24.6: Franeker und Mo 25.6 Nach Lauwersoog

Nach einem Tag Nixtun in Franeker fahren wir nach Dokkum, um wir eine weitere der „11 fountains“ zu sehen, den Eisbrunnen. Doch statt eines Brunnens finden wir nur eine Baustelle. Auf der Webseite 11fountains.nl finden wir dann – mal wieder nur auf niederländisch – den Hinweis, dass es Probleme mit der Technik gibt und der Brunnen hoffentlich erst im vierten Quartal des Jahres fertig wird. Das Foto der Baustelle zeigt, das die „technischen Probleme“ wahrhaft gewaltig sein müssen

Später finden wir im Internet eine Pressemeldung ( http://www.lc.nl/friesland/IJsfontein-Dokkum-haalt-deadline-niet-22941617.html), die erwähnt, daß der Brunnens pure Energieverschwendung sei. Der Energieverbrauch entspräche dem von 100 Haushalten. Die Energie wird benötigt, weil der Brunnen während des Betriebes ständig frisches Eis produzieren soll. Nun wird an einer günstigeren Lösung gearbeitet, bei der Solarenergie genutzt wird, die auf dem Dach des Rathauses gewonnen werden soll.

Weiter gehts  nach Lauwersoog. Dort gibt es einen großer Campingplatz mit viel Wasser, aber weniger maritimen Flair als wir gehofft hatten. Wir radeln hinterm deich weil es anders nicht geht, am schluß bekommen wir doch noch einen schönen Blick auf Terschelling und einen fischenden Kutter. Die Radtour um den großen Binnensee und das Vorgelschutzgebiet sparen wir uns. Im Hafen gibt es keine Läden oder netten Restaurants. In einem schmucklosen Imbiss gibt es frittierte Seezunge. Sie ist trocken. 

Dienstag, 26.6.: Groningen

Wir fahren nach nach Groningen zum Campingplatz Stadpark. Der Navi dirigiert uns sicher bis 50 m vor den Platz, wo eine für Autos gesperrte Straße eine Weiterfahrt unmöglich macht. Nach einer 360 Grad Umrundung kommen wir endlich rein. Der Platz liegt im Stadtpark, der wiederum ist ein großer, schöner Park mit großen Bäumen. Leider sind die Stellmöglichkeiten für Bullies und größere Autos rar, denn der Wiesengrund ist zu weich, um ihn mit Autos befahren zu können. In den hohen Baumen nisten Fischreiher, man kann sehen und hören (!!) wenn gefüttert wird.

Per Rad fahren wir ins Groninger Museum. Hier ist das Gebäude selbst schon ein Kunstwerk. Vom Alessi Designer entworfen, soll es einem Kaffeeservice nachempfunden sein. In der aktuellen Ausstellung „De Ploeg“ geht es um eine Groninger Künstlervereinigung, die stark durch Van Gogh und die Deutschen Expressionisten beeinflusst wurde. Die Ausstellung gefällt uns sehr gut, nicht nur die Bilder (z.B. von Jan Wiegers) sondern auch die Räume, die erläuternden Texte etc.

Zu Fuß wandern wir durch die Stadt. Sie ist zwar autofrei, dafür sind es rasende Radfahrer, die einem den Bummeln etwas verleiden. Wir essen in der alten Waage, ich überfresse mich an einem Uitsmijter.