29.03.20
Sommerzeit 🦠

Heute beginnt die Sommerzeit, die ganze Nacht hat es gestürmt und als ich aus dem Fenster schaue, ist trotz der Dunkelheit zu erkennen, dass es geschneit hat. Damit ist das schöne Wetter, welches bislang die Coronakrise begleitete wohl erst einmal vorbei.

Ich gehe wieder sehr früh zum Bäcker, denn bei diesem Wetter möchte ich nun überhaupt nicht in der Corona-Schlange vor der Tür warten müssen. Es klappt, ich bin der Erste, aber als ich den Laden verlasse stehen schon fünf Leute im Schneesturm und warten.

Der Oststurm lässt die Wellen an der Kiellinie auf die Straße schwappen, in Strande sind sogar Wellenreiter unterwegs. Wir sehen das ganze nur auf Fotos im Internet und im Fernsehen. In Stande machen Wohnmobilisten Ärger, die alles zuparken und es unmöglich machen, Abstand zu halten, in Schwedeneck wiederum beschimpfen Anwohner die zahlreich angereisten Besucher. Die vielbeschworen Solidarität ist nicht überall anzutreffen, wie schon bei Politikern und Managern deckt Corona auch beim Mitbürger Defizite auf. ‚In de Krise zeigt sich der Charakter‘ soll Helmut Schmidt gesagt haben.

27.03.20
America First 🦠

Mr. Trump hat es geschafft: America is first. Als erstes Land überflügeln die USA China bei der Zahl der mit Sars-Cov-2 infizierten Personen. Dabei ist ein Ländervergleich auf Basis der Zahlen der Johns Hopkins Universität mit Vorsicht zu geniessen, denn die Zahl der infizierten Personen ist ja in Wirklichkeit die Zahl der positiv getesteten Personen und die Testabdeckung ist in den Ländern viel zu unterschiedlich um aussagekräftige Vergleiche zu erlauben. Dennoch war dieser traurige Rekord angesichts der Verharmlosung durch die US-Regierung zu erwarten und es fällt schwer, Häme zu unterdrücken angesichts der Äusserungen des Großmauls im Weißen Haus.

Ich frage mich, warum Trump, Bolsonaro und Konsorten die Krise eigentlich so verharmlosen. Ich hätte eher erwartet, sie würden die Angst der Leute nutzten um sich dann als Krisenmanager zu inszenieren.

Credits: Bild Bolsonaro: Palácio do Planalto  CC BY 2.0. – Bild Trump: Shealah Craighead – White House Gemeinfrei – Bild Rutte : https://www.rijksoverheid.nl/copyright   CC0 

Ähnlich peinlich verlief der Versuch unserer Bildungsministerin, ihren nicht abgestimmten Vorstoß bezüglich der Abiturprüfungen damit zur rechtfertigen, dass sie die KMK damit endlich zu einem einheitlichen Beschluss gezwungen habe: die Unruhe, die ihr Hin und Her bei Schülern, Lehrern und Eltern auslöste, wurde heute auf breiter Front gerügt. Es zeigt sich immer wieder: diese Krise offenbart, wer sein Handwerk versteht und wer nicht. Karin Prien gehört zu ihren Opfern.

Ich merke, wie dieser Blog, der ursprünglich nur zur Aufzeichnung von privaten Reiseerinnerungen diente, sich zunehmend mit öffentlichen Themen befasst. Auch das ist sicher ein Zeichen für die ungewöhnliche Situation.

Unser Wohnmobilbauer hatte vor, bis heute herauszufinden, ob es einen Weg gibt unser neues Auto mit einer Sondernummer zuzulassen, er hat sich aber nicht gemeldet. Nach meinen Informationen könnte das mit einer „Kurzzeitnummer“ klappen. Warten wir es mal ab.

Neben dem Hausputz stand heute Fitness auf dem Programm. Ich habe es tatsächlich geschafft, zu rudern und den Waterrower dafür sogar auf die Terrasse verfrachtet. Motivierend waren die vielen Beiträge im Internet, in denen Spitzensportler zeigen, mit welchen Mitteln sie sich zu Hause fit halten.

Friedel ergattert eine Großpackung Klopapier. Das Gymnastikvideo wurde 46 mal geklickt.

17.03.20
Bevor das Ausgangsverbot kommt…🦠

…schnell noch mal ans Meer. Die Einschränkungen wegen der Coronakrise werden täglich verschärft. Da die Appelle nicht fruchten, Abstand voneinander zu halten und vorsichtig zu sein, geht es nicht anders. Gestern waren die Spielplätze überfüllt, weil Schulen und Kitas geschlossen waren. Konsequenz: ab heute sind die Spielplätze gesperrt. Am Wochenende erlebte Sylt einen Ansturm wie Ostern: Konsequenz: erst die Inseln, dann ganz Schleswig-Holstein wird für Touristen gesperrt. Geschäfte sollen bis auf Ausnahmen geschlossen bleiben. Für Restaurants, werden die Öffnungszeiten eingeschränkt und strenge Hygienevorschriften erlassen. Die nächste Steigerung wäre: Ausgehverbot.

Wir fahren noch einmal schnell ans Meer, wer weiß, wie lange das nicht geht. Zwar haben wir keinen Sonnenschein, aber es ist trotz kräftigem Wind recht milde. Auf den Straßen fahren ungewöhnlich viele Autos. Klopapierhamster sichern ihre Beute.

In Strande ist die Promenade gut besucht, aber nicht so voll wie an Wochenenden. Viele sind mit Kindern unterwegs. Wie man Gesprächsfetzen entnehmen kann, legen einige Passanten den Begriff „Home Office“ recht großzügig aus. Erste Segler sind dabei, ihre Schiffe für das Slippen vorzubereiten.

Wir gehen bis zum Bülker Leuchtturm und zurück. Im österreichischen Strandcafé gibt es leckeren Germknödel. Wir müssen unsere Kontaktdaten hinterlassen, Tische und Stühle werden nach dem Besuch desinfiziert. Die Bedienung hat gerade einen Kurzarbeitsvertrag unterschrieben.

Die für dieses Jahr geplante Fußball EM wurde auf das nächste Jahr verschoben. Das IOS hingegen, sieht weiterhin keinen Grund, gleiches für die Olympischen Spiele in Tokio zu tun. Dabei werden nicht nur die Gesundheitsgefahren ignoriert, sondern auch der Umstand, dass viele Sportler derzeit weder trainieren, noch sich qualifizieren können, da Sportstätten geschlossen und Wettbewerbe abgesagt sind.

😬 – Gehässiger Vorschlag von der Seitenlinie: eSports wären die Alternative: kein Gegnerkontakt, keine Zuschauer, virenfrei und viel Geld – 😬

Corona deckt Schwachstellen in Verfahren, Abläufen, Organisationen und in Charakteren auf. Das macht es so spannend.

13.02.20
Freude vom Amt

Seit langem habe ich mal wieder den Wecker gestellt. Wir haben heute strahlenden Sonnenschein und Kälte, der Radweg ist abgestreut.

Ich radle zur Zulassungsstelle, um mich zu informieren, was ich tun muss, um fünf Sitzplätze eingetragen zu bekommen.

Kurz vor acht bin ich da und komme sofort dran. Ich schildere mein Anliegen und habe kurze Zeit später einen nagelneuen Kraftfahrzeugschein der heute „Zulassungsbescheinigung I“ heißt. So machen Behördengänge Freude.

Noch mehr Freude dann am Nachmittag. Wiebke meldet sich und fragt, ob wir sie Sonntag/Montag nach Eiderstedt begleiten möchten. Sie soll das Haus ihres Bruders hüten und mag dort nicht alleine sein. Wir haben große Lust dazu mit Wiebke ihre Heimat zu besuchen. Leider hat Friedel hat am Montag einen Zahnarzttermin, aber ich werde die Chance nutzen das angekündigte Sturmwochenende mit einer Einheimischen an der Nordsee zu erleben.

11.02.20
Fehler vom Amt

Bei Studium der Unterlagen des Busses entdecke ich eine blöde Sache: Unser Bus war uns als 5-Sitzer verkauft worden und wir haben ihn auch so genutzt. Aber in den Papieren sind nur drei Sitze eingetragen. Auch das Gutachten spricht von fünf Sitzen… Da hat wohl die Zulassungsstelle einen Fehler gemacht…. und wir haben es nicht gemerkt.

08.02.20
Expressionistische Zicken

Ich lese endlich mal wieder in der Münter/Kandinski Biographie. Beim Blauen Reiter gab es Zickenkrieg: Insbesonders Maria Marc und August Macke aber auch Franz Marc stichelten gegen Münter. Else Lasker-Schüler beschimpfte Münter öffentlich. Man hielt sich für etwas Besseres, Münter hingegen für eine Null. Kandinsky aber hielt bedingungslos zu seiner „Ella“.

06.02.20
Teurer Tag, auch für den DHB

An diesem trüben Tag bastele ich wieder viel am Raspberry Pi. Endlich klappt es: ich habe auf dem Raspi einen Streamingserver, über den ich per WLAN bewegte Bilder einer Kamera abrufen kann. Wozu ich das brauche? Äh, naja….

Teuer wird es für den Deutschen Handballbund: Christian Prokop wird entlassen und Alfred Gislasson wird neuer Bundestrainer. Uwehatsbezahlt Schwenker steckt dahinter. Heiner Brand wird zufrieden sein, denn er hat doch immer gefordert, dass der THW Kiel mehr für die Nationalmannschaft tut.

05.02.20
Sonne!

Zum ersten Mal seit einer Ewigkeit haben wir schönes Wetter: die Sonne scheint, es gibt kaum Wind und es ist recht kalt, wie es sich für Winter gehört.

Ich erfahre, dass unser Fahrradträger am neuen Bus nicht passen wird. Also können wir den Träger mit dem alten Bus verkaufen und müssen uns einen neuen besorgen. Das wird dann wohl ein rentnertauglicher Träger für die Anhängerkupplung werden.

Ich kaufe ein und umrunde den Russee, Friedel geht auf den Wochenmarkt. Anschließend backen wir zwei Brote und gehen am Abend zum Handball. Der THW schlägt den Titelverteidiger Vadar Skopje in der Championsleague mit 32:22. Nicola Bylek wirft nicht, wie einst Kim Anderson.

Ein FDP Mann lässt sich in Thüringen von Nazis zum Ministerpräsidenten wählen und Trump wird vom Senat von der Anklage des Amtsmissbrauchs freigesprochen: Der Zerfall der westlichen Welt schreitet fort.🤦‍♂️

01.02.20
Heisse Luft

Die Briten sind raus aus der EU und hinterlassen heiße Luft: am heutigen 1. Februar hatten wir in Kiel ein Nachttemperatur von 10 Grad Celsius 🥵.

31.01.20
Lady Marmelade

Friedel hat sich daran gemacht, einen Teil unserer Orangenlieferung zu Marmelade zu verarbeiten. Dabei zeigte sich, daß die ganz dicken Dinger problematisch sind. Sie sind schwanger mit einer Miniorange und die wiederum schmeckt bitter.

29.01.20
Blogwerker

Im Kochblog cookin’ finde ich in einem Text über ‚Microgreens’ folgende Bemerkung, die mir aber aus dem Herzen gesprochen ist:

Ein zentraler Pfeiler des kapitalistischen Systems unserer Zeit ist der tief sitzende Zwang, in immer kürzeren Abständen eine immer fettere Sau durchs Dorf treiben zu müssen. Dieses Diktat basiert auf der tief sitzenden und – vermutlich begründeten – Angst, dass der Verbraucher seine völlig überforderte Aufmerksamkeit nur dann einem Thema zuwendet, wenn man es ihm mindestens als mittlere Revolution verkauft.

Ansonsten beschäftige ich mich an diesem trüben Tag mit meinem Blog. Ich bin immer noch dabei, das Design umzustellen und möchte, daß die Überschriften der nicht öffentlichen Beiträge so gestaltet sind, dass man sie leicht erkennt. Die Standardmethode von WordPress, einfach das Wort ‚Privat‘ voranzustellen gefällt mir aber nicht. Schlußendlich gelingt es mir durch Modifikation des PHP Codes des Themes und Beigabe von einem Hauch CSS.

😱Achtung unbezahlte Werbung wegen Verlinkung und Namensnennung:😱.
Am Nachmittag kommt eine Lieferung Orangen 🍊 aus Portugal, darunter ein Riesenexemplar, welches fast ein Kilo auf die Waage bringt.

Abends macht der THW in Hamburg ein Testspiel gegen HSV Handball. So etwas hätte man sich auf dem Höhepunkt der ‚Uwe hat’s bezahlt‘-Affäre auch nicht vorstellen können. Dule, der mit einen Kroaten noch in Zagreb seine EM-Silbermedaille gefeiert hatte, kam vom Flughafen direkt zum Spiel in die Alsterdorfer Sporthalle.

21.12.19
Spaß mit GIF

Friedel fährt mit Linda zum Markt und spiesst sich eine gewaltige Schraube in ihren Fahrradreifen.

Ich beschäftige ich mich mit dem Video, welches von Lindas Promotionszeremonie gemacht wurde. Mit zwei Kameras wurde die Veranstaltung in Bild und Ton festgehalten. Im Anschluss bekam Linda einen schicken USB Strick mit dem Film.

Ich schaue mir das Video an und prüfe, ob es interessante Bilder gibt, die man als Standbild herausziehen kann. Dabei komme ich auf die Idee, einige Sequenzen herauszulösen und als animierte GIFs zu speichern. Ein Riesenspaß!

Dann fangen wir an, das vegane Weihnachsmenü für Sonntag vorzubereiten. Besonders spannend ist der Seitanrollbraten, den wir im Dampfbad garen. Morgen wird er dann mit einer veganen ‚Baconkruste‘ im Backofen fertig gegart.

10.12.19
Baum steht

Etwas später, als in den vergangenen Jahren, aber immer noch früh: unser Tannenbaum steht. Wir haben ihn auf dem Supermarktparkplatz für wenig Geld erstanden. Nicht ökologisch, vermutlich auch nicht vegan, aber günstig. Das Verkaufspersonal, … äh … ’schillernd‘.

Zur meiner Ehrenrettung sei gesagt, dass ich mir sehr viel Mühe gegeben haben das fiese Plastiknetz, mit dem der Baum zum Transport in die Form gezapft wird, rückstandslos und politisch korrekt zu entsorgen.

07.12.19
Wasserstand

An morgen stelle ich fest, dass die Gartenbeleuchtung nicht mehr vom HomeKit gefunden wird. War meine Bastelei nicht gut genug? Es hat die ganze Nacht stark geregnet.

Ich stelle fest, dass die Sicherung für die Außenstromversorgung rausgeflogen ist. Ich baue alles ab und überprüfe meine Basteleien. Es ist keinerlei Besonderheit zu bemerken. Ich denke, dass ein Outdoor-Kabel mit drei Steckdosen der Übertäter ist: in einer Steckdosen steht Wasser, obwohl sie einen Deckel mit Gummidichtung hat und das ganze laut Aufdruck IP 44 zertifiziert ist. Meine nicht zertifizierte Indoor Steckdose in meinem ebenfalls nicht zertifizierten Outdoor Gehäuse funktioniert hingegen tadellos.

27.11.19
Museumstag

Der morgendliche Besuch bei einem etwas kleineren AH bringt Erfolg bei der Suche nach ‚Oaties’, so heißen die glutenfreien Kekse, die wir Stephan mitbringen sollen. Größe ist eben nicht alles.

Es ist scheußliches Wetter angekündigt, aber so schlimm sieht es gar nicht aus. Wir wollen ins Museum ‚Belden an Zee‘ in Scheveningen, dort gibt es eine Ausstellung mit Nanas von Niki de Saint Phalle. Dann wollen wir noch ins Gemeentemuseum, welches jetzt ‚Kunstmuseum Den Haag‘ heisst. Hier gibt es die große Monet Ausstellung ‚Gartenbilder‘.

Aber zuerst müssen wir unsere ‚Museumkart‘ erneuern, sie ermöglicht uns für eine Jahresgebühr von knapp 70€ (fast) kostenlosen Eintritt in viele holländische Museen. Die Investition lohnt sich, wenn man bedenkt, dass ein Museumsbesuch in Holland schnell mal mit 15€ bis 19€ zu Buche schlägt.

Bei diesen Preisen ist es umso erstaunlicher, wie gut die Museen hier besucht sind. Wir haben einen Mittwoch Ende November und beide Ausstellungen, die wir heute besuchen sind richtig gut gefüllt.

‘Belden an Zee’ (=Skulpturen am Meer) ist ein kleines Skulpturenmuseum direkt am Strand von Scheveningen. Es ist so geschickt in die Dünen hineingebaut, daß man es von Außen garnicht sieht. Vom Dach des Museums, das auch Skulpturen beherbergt, kann man auf die Nordsee blicken.

Viele Nanas sind in einem Raum versammelt, der fast zu klein ist für die vielen Figuren. Einige hat man auf drehenden Platformen installiert. Besonders interessant fanden wir ein Plakat der Lysistrata-Aufführung 1966 am Staatstheater Kassel. Niki de Saint Phalle hatte das Bühnenbild für diese Inszenierung gebaut: eine riesige begebare Nana. Ich ging damals in Kassel zur Schule und habe die Aufführung gesehen.

Die Räume des Museums sind nicht sonderlich schön. Grauer, in die Jahre gekommener Beton und eigenartige Vorhänge als Raumteiler sorgen für ein tristes Bild. Auch die bunten prallen Nanas von Niki können das Gesamtbild nur schwer retten, Am schönsten ist die Dachterrasse, sie beherbergt Skulpturen der ständigen Sammlung.

Das Wetter hält sich erstaunlich gut und wir kommen trocken mit dem Fahrrad zum Kunstmuseum Den Haag. Bis vor wenigen Wochen hieß das Museum noch ‚Gemeentemuseum‘, dann ist den Verantwortlichen wohl klar geworden, daß dieser Name etwas zu provinziell ist, zumal es sich um ein Museum von internationaler Bedeutung handelt.

In der aktuellen Monet-Ausstellung, lernen wir, dass es das Gemeentemuseum war, welches gemeinsam mit der Kunsthalle Zürich 1952 erstmals die Seerosenbilder von Monet als große Kunst herausstellte. Bis dahin war das Alterswerk des Meisters nur geringschätzig beurteilt worden.

In der Ausstellung werden ausschließlich großformatige Bilder gezeigt, die Monet in seinen späten Jahren in seinem Garten in Giverny gemalt hat.

26.11.19
Nach Den Haag

Wir fahren nach Den Haag, am Donnerstag muß Linda in Leiden ihre Doktorarbeit verteidigen und dazu sind wir eingeladen. Erstmals seit langer Zeit kommen wir ohne Behinderung von Kiel nach Hamburg. Die Arbeit am Tunnelbau der A7 in Hamburg ist weit fortgeschritten. Leider zwingt uns ein brennender LKW bei Stuckenborstel doch zu einem Umweg und so kommen wir spät nach Amsterdam und landen im Berufsverkehr mit den zugehörigen Stau. Zwischen Schipol und Wassenaar schleppt es sich dahin. Die letzten Meter in Den Haag sind fürchterlich, dunkel, Regen, Einbahnstraßen und jede Menge unbeleuchteter Radfahrer. Doch wie immer in Den Haag, findet wir für unser großes Auto einen nahegelegenen Parkplatz.

Wir wohnen in der selben AirBnB Wohnung wie beim letzten Besuch. Sie ist schön, groß und dicht bei Lindas Wohnung gelegen. Der Besitzer hat sie extra für uns geräumt.

Wir essen gemeinsam beim Italiener, anschließend mache ich einen Besuch im Supermarkt um Bier, Pepernoten und glutenfreie Spezialkekse für Stephan zu kaufen.

24.11.19
Zahnfleischgänger

Außer Handball passiert wenig in dieser trüben Zeit. Der THW hetzt von Spiel zu Spiel. Der mühsame Sieg des THW in Porto, daß Unentschieden gegen Zaporosje und der knappe Sieg heute gegen Leipzig zeigen, daß die Mannschaft ganz schön unter der hohen Belastung leidet. Mit der Verletzung von fünf Spielern ist die Leichtigkeit und der Spielwitz verloren gegangen. Bleibt zu hoffen, dass das Team sich bis zum Jahreswechsel durchgewurschtelt und die EM heil übersteht, dann könnte es klappen mit dem Titel.

Das nächste Spiel schaut sich Stephan an. Er kommt aus Kassel und nutzt unsere Karte. Wir werden anlässlich der Verteidigung von Lindas Doktorarbeit in Holland sein.

12.11.19
Falaffelballen

Heute habe ich Falaffelballen erfunden: sie sehen aus wie Bitterballen, es sind aber Falaffel. 😱Die Islamisierung der Borrelhapjes!🇳🇱

10.11.19
Oh Porto

Nach der knappen Niederlage in der Bundesliga, nun das Gleiche in der Championsleague: in letzter Sekunde verliert der THW gegen Aussenseiter FC Porto. Dabei hatten die Kieler – wie auch gegen die Krösties – schon klar geführt. Aber Porto ließ sich nicht abschütteln, war flink auf den Beinen und siegte nicht unverdient. Ich glaube, das THW-Team ist etwas müde im Kopf. Am Mittwochs geht es zum Rückspiel nach Portugal.

07.11.19
Siegserie gerissen

Heute war es eher ereignislos. Ich habe am Blog gebastelt, private Blöcke werden jetzt mit grauer Schrift dargestellt.

Der THW verliert bei den Rhein-Neckar-Löwen, nachdem sie schon mit sieben Toren führten.

Ich schlafe mal im Gästezimmer und will herausfinden, ob mir die Matratze im Gästebett besser gefällt. Die andere finde ich zu weich.

30.10.19
Schwedenhappen

Nach der Physiotherapie gehen wir in die Manufactur, dieses originelle Restaurant, welches an einem Platz errichtet wurde, von dem kaum einer geglaubt hätte, daß man dort ein Restaurant eröffnen und mit Erfolg betreiben kann. Mit uns kommt ein prominenten Gast: THW Rückraummann Lukas Nielsson und seine Frau.

28.10.19
Zeichnen wie Ella

Ich habe versucht, nach einem Foto von Gabriele Münter zu zeichnen. Die Augen sind ganz gut gelungen aber an dem Mund habe ich ewig herumgewerkelt und bekomme den Gesichtsausdruck nicht hin. Leute wie Münter schaffen es, in einem Rutsch und mit wenigen Strichen das Wesentliche zu erfassen. Das will ich auch können.

Mit der Post kommt das Zeichenbuch von Linné Chapman. Mal sehen , ob ich damit weiter komme…

25.10.19
Hosen-Challenge

Wenn man als Shopping Muffel nach gefühlt 10 Jahren erstmals wieder mit Kaufabsicht ein Bekleidungsgeschäft betritt, merkt man, dass man zu den Abgehängten gehört.  Hoseneigenschaften wie ‚Straigth Fit‘, ‚Normal Waist‘ und ‚Modern Leg‘ müssen erst einmal verdaut werden. Richtig erleichtert entdecke ich eine totgeglaubte Ikone meiner Jugend: die Cordjeans. ‚Maschinenwaschbar‘ sei sie und  ‚Made for Urban&Outdoor Challenge‘ entnehme ich dem Beipackzettel. Erleichtert stelle ich zudem fest, dass man immer noch oben in die Hose reinsteigt und sie vorne zumacht.

23.10.19
Schaden behoben

Die Versicherung hat unseren Spiegelschaden bezahlt. Das ist schön, damit ist dieses doofe Kapitel beendet.

Wir essen wir in der Manufactur. Am Nachmittag wintern die Gartenmöbel ein.

22.10.19
Im Netz nichts Neues

Anderen – z.B. durch das Posten von Fotos – mitteilen, was man gerade verspeist ist keineswegs eine neuzeitliche Marotte. Von der Malerin Gabriele Münter wird berichtet, dass sie während ihrer Kunstausbildung 1887 in Düsseldorf einen regen Briefwechsel mit ihrer Mutter pflegte, in dem sich die beiden ausführlich schilderten, was es jeweils zu essen gab.

aus Gisela Kleine: Gabriele Münter und Wassily Kandinsky – Biographie eines Paares, Insel, pp59

20.10.19
Biografien 4.0

Gestern ist das Buch „Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, Biografie eines Paares“ gekommen. Ich habe es für kleines Geld gebraucht gekauft. Heute habe ich angefangen, darin zu lesen. Es lässt sich ganz gut an. Das Buch ist über 20 Jahre alt, aber basiert im Gegensatz zu noch älteren Biografien auf dem privaten Schriftwechsel der Beiden. Da dieser Schriftwechsel sehr umfangreich ist, ist der Biographie sehtür detailliert.

Ich stelle mir vor, wie es sein wird, Biografien von Menschen der heutigen Zeit zu erstellen. Wer unterhält noch „privaten Schriftwechsel“, werten zukünftige Biographen Mailverkehr und Chatprotokolle aus?

Auf der anderen Seite steht die heute verbreitetet Selbstdarstellung im Internet. Und dann die Bilderflut. Sind das überhaupt zuverlässige Quellen?

Abends kopiere ich alte Super 8 Filme mit der Digitalkamera. Ich habe nämlich doch noch zwei Filmrollen gefunden, aber darüber schreibe ich morgen

18.10.19
Super 8

Das Wetter ist einigermaßen freundlich aber ich bleibe trotzdem im Haus. Ich sichte 5 Spulen alte Super-8 Filme, aber der gesuchte Film von der Reise mit Barney ist nicht dabei. Aber es gibt/gab ihn. Im Fotoalbum habe ich extra darauf hingewiesen….

Die anderen Filme zeigen bewegte Bäume in schwarz-weiß🤔, meine Wohnung im Knooper Weg, einen Hundespaziergang mit Gerald und Ela, Irgendwas aus England oder Irland sowie Aufnahmen von einem Donovankonzert im CCH. Das muß 1976 oder so ähnlich gewesen sein.

16.10.19
Mal wieder Kino

Am späten Nachmittag treffen wir uns mit Wiebke und essen etwas. Danach sehen wir uns in der Pumpe den Film „M.C. Escher auf der Suche nach der Unendlichkeit“ an. Eine toll gemachte Dokumentation. Auch das Kino ist Klasse.

Im Kino treffen wir Stefan und Barbara. Stefan begrüßt mich mit „Hätte ich mit denken können, dass du hier auch bist.“ Komisch, ich selber hatte bis gestern keine Ahnung davon, dass ich in den Film gehe.

Zum wiederholten Male unterstellt man mir eine besondere Vorliebe für M.C.Escher, so auch Dimiter Toshkov, Lindas Betreuer and der Uni.

10.10.19
Herbstmarkt und Handball

Die Versicherung des Unfallgegner ruft an und möchte Details zum Unfall und zum Schaden wissen. Ausserdem soll ich ein Foto des beschädigten Spiegels schicken. Es ist garnicht einfach, einen Spiegel so zu fotografieren, daß man die Sprünge auf dem Spiegel sieht und nicht den Himmel oder andere Dinge.

Friedel ist endlich erfolgreich mit ihrem Provider. Ein einfaches Rücksetzen des Passworts reicht plötzlich. Die Anforderung eines schriftlichen Antrag auf Stammdatenänderung war natürlich Blödsinn. Was auch immer das gelaufen ist: es lag mit Sicherheit nicht daran, dass Friedel es mit einem falschen Passwort versucht hat.

Wir gehen auf den Herbstmarkt nach Molfsee. Es gibt einige Neuerungen. Besonders schön finden wir, dass die Kieler Streetfoodszene eingeladen wurde. So können sich lille, moby, John’s Burgers, Törtchenmobil usw. einem neue Publikum präsentieren und der Herbstmarkt ist um ein paar Attraktionen reicher.

Abends gehe ich mit Herrmann zum Handball. Friedel hat einen Theatertermin. Der THW versucht im Spiel gegen Aufsteiger Nordhorn Kräfte zu sparen, denn schon zwei Tage später müssen sie in Skopje beim aktuellen Championsleaguesieger HC Vadar antreten. 

09.10.19
Bürotag

Heut ist ein reiner Bürotag. Alle Bürokraten scheinen aus der Sommerträgheit erwacht zu sein und fordern nur Aufmerksamkeit:

Unsere SolarAnlage muß in das neu geschaffenen „Marktstammdatenregister“ registriert werden. Da hilft es nichts, dass die Anlage schon bei der Bundesnetzagentur registriert ist, auch die Daten können nicht übernommen werden (obwohl man die Registierungsnummern der Netzagentur) beim neuen Vorgang angeben muss. Der Vorgang dauert 20 Minuten, wird angedroht und das ist nicht übertrieben.

Dann verlangt die Krankenkasse zum wiederholten Male die Angaben zur Ehefrau und ihrer geringfügigen Tätigkeit wegen der Familienversicherung

Friedel kämpft mit dem Provider der ihrer Webseiten, sie kann sich plötzlich nicht mehr einloggen. Es gipfelt darin, dass sie einen schriftlichen Antrag auf Stammdaten Änderung (aka Passwort) unterschreiben und einsenden muss. Dabei ist das Passwort sicher nicht das Problem, denn falsche Zugangsdaten erzeugen andere Fehlermeldungen als sie Friedel sie bekommet. Bis zum Abend gibt es keine neuen Nachrichten vom Provider. Morgen geht’s weiter…

Dann kontaktiere meine KFZ Versicherung, weil dies angeblich bei Unfallflucht erforderlich ist. Davon weiß meine Versicherung aber nichts und gibt mir den Tipp, die Zentralstelle des Versicherungswesen zu kontaktieren, um die Versicherungsdaten des Unfallgegner herauszufinden. Das tue ich per OnlineFormular. Morgen geht’s weiter…

Beim Versuch Unterlagen zu drucken, streikt der Drucker. Der Toner ist endgültig alle, ich bestelle neuen im Internet. Übermorgen geht’s weiter

Unsere Internetbank informiert uns, dass es neue Informationen im Posteingang gibt. Das Login scheitert aber, da mittlerweile auf Secure-ID umgestellt wurde. Friedels Loginversuch mit dem alten TAN Generator scheitert, die neue App kann man angeblich nur mit einer TAN freischalten. Da dreht sich was im Kreis. Wir hätten die App schon längst installiert, aber vor dem Urlaub war sie noch nicht verfügbar…. Letztlich geling es mir mich einzuloggen und die App zu aktivieren und die Post zum lesen.

Am Nachmittag backe ich dann noch ein Pane Pugliese mit 50% Zugabe für die große Kastenform. Es gelingt super. Immerhin!

05.10.19
Von Murnau nach Hofgeismar

Wir fahren nach Hofgeismar. Es herrscht recht viel Verkehr auf dem Weg nach München und auch dahinter. Erst, als wir auf die A7 kommen wird es deutlich besser, weniger Verkehr und auch weniger LKWs.

Nach 6:30 Stunden sind wir in Hofgeismar. Die Reise war unproblematisch, aber dennoch war es uns zu lang. In Hofgeismar decken wir uns mit Bier ein, bringen die Eltern auf den neusten (Foto) Stand und sehen etwas von der Leichtathletik WM.

04.10.19
Oberammergau

Obwohl die Wettervorhersagen mies sind und wir überlegen abzureisen, entscheiden wir uns noch einen Tag zu bleiben und fahren mit der Bahn nach Oberammergau.

Es ist eine richtige Bimmelbahn, wie aus einer Modelanlage. Kleine Haltepunkte, an jedem Überweg ‚Läuten&Pfeifen‘ und im Hintergrund die Berge. Nur ein Tunnel fehlt. Teilweise fährt die Bahn an unserer gestrigen Strecke am Murnauer Moos vorbei.

Wir verwerfen den Gedanken, mit dem Bus noch weiter zum Schloß Linderhof zu fahren und machen uns auf dem Weg zum Gasthof ‚Romanshöhe‘. Das Wetter ist gar nicht so schlecht, wie angedroht.

Vor 58 Jahren habe ich hier mit meinen Eltern meinen erstern Urlaub in den Bergen verbracht. Wir sind mit Touropa oder Scharnow im Liegewagen gereist. Um Mitternacht ging es in Kassel los, mittags waren wir da. An einige Dinge erinnere ich mich sofort: an den Hausberg ‚Kofel‘, an die Norkarspitze, an das Alpenbad und an die Romanshöhe.

Oberammergau ist gut besucht, viele Touristen kommen aus Asien und Übersee, aber es ist nicht so voll, dass es uns stört.

Die Innenstadt ist neu hergerichtet. Toll die vielen bemalten Häuser. Ich entdecke einen Laden mit Trachten und erwäge, meinen Wunsch nach einer Lederhose zu erfüllen.

Wir gehen hinauf zum Alpenbad, in dem ich bei meinem ersten Besuch in Oberammergau oft gewesen bin. Es heißt heute ‚Wellenberg‘ und hat ausser dem Standort nichts mit der damaligen Badeanstalt gemeinsam.

Der ‚Altherrensteig‘ hat einen Vertrauen erweckenden Namen und er enttäuscht uns nicht. Als Hangweg führt er mit schönen Blicken auf Oberammergau zum Berggasthof ‚Romanshöhe‘.

Oberammergau mit Notkarspitze und Kofel

Die Terrasse der Romanshöhe ist gut gefüllt und wir setzten uns in die Gaststube. Es gibt unglaublich gute Bratkartoffeln mit Leberkäse und Spiegelei, sowie eine Maultaschensuppe und Festbier.

Dann beginnt es doch zu regnen, dennoch war es gut, noch einen Tag auszuharren. Allein schon wegen der Bratkartoffeln. Und wegen der Lederhose. Die Auswahl ist zwar klein, die Verkäuferin doof und die Hose teuer, aber ich bin nicht mehr zu stoppen: ich bekomme meine Krachlederne.

03.10.19
Murnauer Moos

Unser Campingplatz ist wirklich schön. Er liegt toll und vor allem ruhig auf der Halbinsel, hat eine gute Ausstattung, Kiesuntergrund, der nach Regen schnell trocknet, einen lange geöffneten Einkaufsladen und ein (allerdings mäßiges) Restaurant.

Heute wollen wir ins Murnauer Moos, die Moorlandschaft, die die Maler der Münter WG so inspirierte. Es gibt eine „Moosrunde“, die wir mit dem Rad absolvieren können. Gleich der erste Blick, den wir bekommen ist toll: von einer erhöhten Position aus sieht man über das gelbe Gras der Moorfläche bis zu den Zweitausendern des Wettersteingebirges.

Zunächst verfahren wir uns ein paarmal und das wird hier immer mit zusätzlichen Bergeinheiten bestraft. So kommen wieder einige Höhenmeter zusammen, obwohl wir uns doch eine flache Tour gewünscht hatten.

Der Weg ins Moor führt zunächst über einen recht schmalen Holzsteg und ist für Radfahrer gesperrt. Das ist verständlich, denn der Weg ist schmal und rutschig. Es gibt einen alternativen Radweg, aber wir entscheiden uns für den Steg und schieben unsere Räder.

Weil der Steg schmal ist und unsere Fahrräder ein Hindernis darstellen, halten wir bei jeder Begegnung an und stellen unser Rad neben den Steg um die entgegenkommenden Wanderer passieren zu lassen. Die Reaktionen könnten nicht unterschiedlicher sein. Die meisten bedanken sich, teilweise sogar überschwänglich, wenige gucken stumm ins Leere, eine Frau wiederum regt sich auf und lamentiert herum, Fahrräder seien verboten usw. Unser Hinweis, wir würden doch nicht radeln sondern schieben lässt sie nicht gelten. Je weiter wir weg sind, desto größer das Lamento. Der arme Mann.

Das Murnauer Moos ist ein beliebtes Ausflugsziel und heute am Feiertag ist es besonders gut besucht, es bietet aber auch wirklich schöne Anblicke. Gegen Mittag erreichen wir Murnau und machen zunächst einen Abstecher zum Münterhaus.

Im Russenhaus, wie es auch genannt wurde, lebte die Malerin Gabriele Münter zusammen mit Wassily Kandinsky, auch Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky waren zeitweilig zu Gast. Das Haus ist wegen des Feiertags geschlossen. Es gibt keine Bilder zu sehen und wir hatten auch garnicht vor, es zu besichtigen. Ärgerlicher war schon, daß die Murnauer Kaffeerösterei ebenfalls nicht geöffnet war. So gingen wir dann ins Stadtzentrum und fanden in der Konditorei Krönner hervorragenden Ersatz.

Des Rest des Tages faulenzen wir auf dem Campingplatz. Es wird empfindlich kalt und so verkriechen wir uns bald in den Bus.

02.10.19
Murnau

Die ganze Nacht regnet es stark und ununterbrochen. Wir hatten vorsorglich den Bus umgestellt, weil es direkt am See nach starkem Regen problematisch werden könnte. Am Morgen brechen wir nach Murnau auf. Es ist eine kurze Fahrt und siehe da: der Regen hört auf. Bei der Anfahrt nach Murnau über die Olympiastraße haben wir eine tolle Aussicht auf das Wettersteingebirge.

Unser Campingplatz ist auf einer Halbinsel des Staffelsees gelegen. Wir finden einen tollen Platz direkt am Wasser. Der Campingplatz ist noch gut besucht, wir rechnen mit weiterem Andrang, da morgen ja der Tag der Deutschen Einheit ist und ein verlängertes Wochenende lockt.

Nachdem wir uns eingerichtet haben, fahren wir nach Murnau. Wir suchen eine Werkstatt auf, um endlich unseren defekten Außenspiegel zu ersetzen. Das klappt wunderbar: nach nur 30 Minuten haben wir einen neue Spiegel. Dann erledigen wir Einkäufe im Supermarkt und machen einen Stadtbummel. Murnau ist viel hübscher als erwartet. Es gibt eine Fußgängerzone mit vielen netten Geschäften. Das Wetter wird immer besser, von Regen keine Spur

Wir steigen zum Schloss hinauf und besichtigen das Schlossmuseum. Uns interessieren insbesondere die Bilder von Gabriele Münter und anderer Maler des Blauen Reiters. Die Museumsräume sind etwas verwirrend und brauchen eine Weile, bis wir die Bilder finden, die uns interessieren. Es ist fürchterlich warm in den Räumen, aber die Sammlung gefällt uns sehr gut.

Anschließend fahren wir zum Campingplatz und trinken gemütlich Kaffee mit Blick auf den See. Sowie die Sonne weg ist, wird es plötzlich sehr kalt. In der Nacht wird es in den Bergen schneien. Wir essen im Platzrestaurant. Leider ist das Essen höchstens durchschnittlich, da sind wir von den letzte Tagen etwas verwöhnt.

Der THW Kiel gewinnt mit Ach und Krach in letzter Sekunde gegen Pokalspiel gegen Wetzlar.

01.10.19
Kochel am See und Franz Marc enttäuschen

Heute wollen wir unsere angeschlagenen Beine schonen und machen einen Spaziergang, den man uns am Campingplatz empfiehlt: am See entlang nach Schlehdorf, dort evtl. einkehren, dann mit dem Boot nach Kochel, dort ins Franz Marc Museum und dann zu Fuß am See entlang zum Campingplatz zurück.

Wir wandeln den Vorschlag um, indem wir uns vornehmen in Kochel dringend notwendige Einkäufe zu erledigen und evtl. in Kochel oder gar wieder im geliebten Grauen Bären zu essen.

Der Weg ist bietet bald eine steinige Kraxelei, da die Felswand am Südwestufer der Kochelsee direkt ins Wasser stürzt und eigentlich kein Platz für einen Weg ist. Als wir diese Passage hinter uns haben sind wir in einer komplett anderen Landschaft. Flaches Farmland. Die Seegrundstücke hier gehören wohl mit zum Feinsten. Die Häuser lassen den Schluß zu, dass es am Geld nicht mangelt.

Wir gehen durch sonnige Felder nach Schlehdorf und es ist richtig, richtig warm. Der Ort Schlehdorf bietet wenig, die Klosterkirche wird renoviert, die Restaurants liegen an der Hauptstraße.

Wir gehen zum Bootsanleger, bzw. zu der Stelle, die als solche markiert ist, denn einen Steg gibt es nicht. Wir rätseln, wie das Anlanden wohl funktionieren wird und staunen nicht schlecht, als das Schiff bis zwei Meter an den Strand heranfährt und sich dann am Bug eine Klappe absenkt über die wir an Bord gehen können.

In netter Fahrt geht es quer über den See nach Kochel, die Ausblicke zum Südufer erinnern ehe an Schweden oder Kanada als an die Alpen.

In Kochel wartet wieder ein Berg auf uns, denn der Ort liegt deutlich höher als der See. Unsere Beine erinnern und schmerzvoll an den gestrigen Abstieg. Das Ortszentrum enttäuscht uns völlig. Man nimmt es kaum als solches wahr, zwar gibt es zwei gewaltige, bunt bemalte Gasthäuser, aber keine Geschäft, keine netten Sträßchen oder dergleichen. Mit Mühe finden wir einen Bioladen und einen Schlachter und machen uns auf den Weg zum Franz Marc Museum.

Natürlich wartet erneut ein Aufstieg auf uns. Das Franz Marc Museum ist in einem tollen Gebäude untergebracht umgeben von einem Skupturengarten. Für den Garten fehlt uns aber die Energie, wir sind genug gelatscht.

Vielleicht fällt auch daher unser Urteil über das Museum eher zurückhaltend aus. Wir sind jedenfalls etwas enttäuscht von der gezeigten Auswahl der Gemälde. Wir haben uns mehr versprochen.

Vom Museum geht es zum Campingplatz, dann folgt der schon bekannte Ablauf: Dusche, Grauer Bär, Leichtathletik WM

29.09.19
Ins Blaue Land

Heute geht es also in Blaue Land. Wir wollen in Kochel und Murnau Museen besuchen, radeln, wandern und gut essen. Obwohl recht viel Verkehr herrscht und es fürchterlich viele Baustellen gibt, kommen wir ganz gut voran. Es ist gut, dass die Laster fehlen. Je weiter wir nach Süden kommen, desto besser wird das Wetter. Im Norden regnet es.

Wir überlegen lange hin und her, ob wir durch München oder um München herum fahren sollen und entscheiden und für den Weg durch die Stadt. Das wäre auch gut gewesen, wenn es nicht in einem Tunnel einen Unfall gegeben hätte. Irgendwann geht es weiter und gegen 17:00 kommen wir in Kochel auf dem Camping Renken an. 

Durch Kochel hindurch staut sich der Rückreiseverkehr aus den Alpen. Wir haben Sonntag Abend und das Wetter hat viele Leute in die Berge gelockt.

Auf dem Campingplatz werden wir sehr nett begrüßt und es wird uns ein Platz dicht am See zugewiesen. Wir sind überrascht, wie viele Leute noch auf dem Platz sind, der in vier Tagen schliessen wird. Leider ist die Straße sehr nah, aber in der Nacht schläft zum Glück der Verkehr komplett ein.

Wir befolgen den Restauranttip des Campingchefs und gehen in den nahegelegene „Grauen Bären“. Die Terrasse ist wunderschön am See gelegen aber randvoll. Vor der Tür viel teures Blech. Wir essen im Gastraum und sind begeistert (Spoiler: wir werden jeden Abend wieder kommen).

Zurück auf dem Platz versuchen wir etwas von der Leichtathletik WM zu erhaschen, direkt an der Rezeption empfangen wir sogar einen Liverstream. Gina Lückenkämper und Tatjana Pinto scheiden im Halbfinale über 100m genauso aus, wie Liza Ryzikh im Vorkampf des Stabhochsprungs. So richtig begeistert und die WM in der Wüste ohnehin nicht.

Auf der Bundesstraße steht immer noch die Autoschlange.

28.09.19
Kein Ersatzspiegel

Ich fahre um 9:00 zum VW Händler, den es mittlerweile in HOG gibt und versuche einen Spiegel zu bekommen, aber man weist ab. Der Spiegel muß bestellt werden ist dann Montag nachmittag da.

Also fahren wir mit kaputtem Spiegel weiter. Wegen des Ferienbeginns in Hessen, verschieben wir aber die Weiterfahrt auf den morgigen Sonntag.

Wir räumen etwas im Garten auf, spazieren zum Westberg und schauen Bilder an.

27.09.19
Fahrerflucht

Wir machen ein paar Einkäufe in Hofgeismar und fahren nachmittags nach Kassel zu Karin zu Vorabgeburtstagskaffe und Kuchen. Am eigentlichen Geburtstag werden wir unterwegs sein. Es ist das erste Mal überhaupt dass wir ihre neue Wohnung sehen. Es ist wirklich sehr schön.

Als wir wieder los wollen, stellen wir fest, das bei unserem Auto der Spiegel abgefahren ist. Vom Täter keine Spur, an der Windschutzscheibe ein kleiner Zettel mit einer Telefonnummer eines Zeugen.

Wir können die Spiegelscheibe wieder in das Gehäuse setzen, der Spiegel Mist zwar gesprungen, aber er hält. Wir suchen eine Polizeidienststelle, was in Kassel am Samstagnachmittag nicht einfach ist. Die einzige Wache, die wir finden hat geschlossen.

Wir fahren nach Hofgeismar, auf der B283 ereignet sich knapp vor uns ein schwerer Unfall, der Vorher steht. Wir können wenden und die Sperrung umfahren.

In Hofgeismar fahren wir auf die Polizeiwache und erstatten Anzeige wegen Fahrerflucht, es dauert ewig, auch wegen des genannten Unfalls. Danach essen wir was im alten Casino. Als Vorgriff auf den Urlaub gibt es Schnitzel und bayrisches Festbier.

19.09.19
Korinthenkacker

Das stürmische Wetter ist vorbei, wir machen einen großen Spaziergang an der Eider, an der wir ja bereits gestern waren, jedoch an der anderen Küste.

😡Ein blauer asiatischer Kleinwagen kommt schwungvoll aus dem Buckowweg und nimmt mir (Radfahrer) vorsätzlich die Vorfahrt: Obwohl die Straße wegen eines parkenden Autos eng ist, fährt er auf mich zu, anstatt zu warten. Von mir zur Rede gestellt, sagt der Fahrer, mein Hinweis auf mein Vorfahrtsrecht sei angesichts der Tatsache das Kindersterbens in der Welt Korinthenkackerei🤮. Bei soviel bornierter Selbstherrlichkeit tippt mein Vorurteilsteufelchen mal auf Lehrer.

Renaissance Yoga

In einem Kunstbuch finde ich das Fresco ‚Die Beweinung Christi‘ des Renaissancemalers Giotto. Die Posen der trauernden Engel erinnern mich mehr an Yogaposen der Neuzeit, als an das 14. Jahrhundert.

Wir verlassen Rømø und fahren auf der schmalen Küstenstraße nach Süden. Bei der winzigen Grenzstation Rosenkranz mit Gasthofauf beiden Seiten geht es über die Grenze. Keine Kontrolle und kein Schweinezaun hier.

Wir kommen an Seebüll vorbei, verzichten aber auf einen Besuch der Noldestiftung und fahren weiter durch die Köge zum Amsinckhaus, wo der Damm zur Hamburger Hallig beginnt. Man kann die 4 km zu Fuß, mit dem Rad oder (gegen Gebühr) mit dem Auto zurücklegen. Auf der Hallig gibt es einen Krug mit guter Küche. Für uns käme nur die Radpassage in Frage, aber wir verkneifen sie uns da es immer noch heftig stürmt. Wir nehmen uns fest vor die Hamburger Hallig zu einem späteren Zeitpunkt zu besuchen.

Wir fahren weiter durch Nordfriesland bis nach Friedrichstadt. Auf dem Weg dahin bewundern wir die Landschaft in der Treeneniederung. Im Holländerstädtchen Friedrichstadt wird die Treene durch die ‚Treeneabdämmung“ zu einer 90 Grad Kurve gezwungen und mündet in die Eider. Über diese Abdämmung kann man einiges lesen, aber warum es sie überhaupt gibt, hat sich mir nicht erschlossen. Auf jeden Fall gibt es hier ein komplexes Geflecht aus Sielen, Dämmen, Deichen, Grachten und Flüssen. Der Einfluss der Holländer in Friedrichstadt ist unübersehbar und auch echt (im 17.Jh. wurden niederländische Bürger mit dem Ziel eine Handelsmetropole zu errichten nach Friedrichstadt gelockt), aber heutzutage erinnert alles etwas zu sehr an ein Freilichtmuseum. Wenig überrascht ist man dann auch, wenn man erfährt, dass der Tourismus, die einzige verbliebene „Industrie“ in Friedrichsstadt ist.

Beim Bäcker am Markt trinken wir Kaffee, dann fahren wir weiter nach Kiel. Auf der Fahrt rätseln wir, ob denn der Kanaltunnel gerade frei oder gesperrt ist. Bei dem Baustellenchaos im Lande haben wir Gelegenheitsautofahrer mittlerweile den Überblick verloren.

17.09.19
Rømø rundt

Es waren Sturm und Regenschauer angesagt und es gibt Sturm und Regenschauer. Mit bis zu 9 Bft. fegen die Böen schon in der Nacht über die Insel. Wir beschliessen, noch einen Tag zu bleiben und wollen trotz des Wetters einen Spaziergang am Watt in Richtung Havneby und zur Südspitze machen, denn es gibt auch immer wieder sonnige Abschnitte.

Der schönste Platz auf dem Campingareal ist ein Strandkorb mit Windschutz und Blick auf das Wattenmeer.

Die Inselponnies sind wetterfest. In stoischer Ruhe kehren sie dem Wind ihr Hinterteil entgegen und lassen die Regenböen über sich ergehen.

Kaum zu glauben, dass hier ein Sturm tobt. Aber in den Pausen ist es auch hin und wieder völlig ruhig.

Am Watt führt nur eine schmaler Pfad entlang. Machmal weiß man nicht oben es wirklich weitergeht. In Havneby angekommen, schaffen wir es gerade noch Unterschlupf in einer Wellblechhalle zu finden, bevor ein gewaltiger Regenschauer niedergeht. Zum Glück sieht man diese Schauer kommen und kann sich rechtzeitig einen Unterschlupf suchen.

Havneby ist der reizlose Hauptort der Insel. Am interessantesten ist der Hafen, dort gibt es ein paar Lokale. Darunter zwei interessante Fischrestaurants, die allerdings abends geschlossen haben. Ansonsten sieht man viele Fereienwohnungen, einige extravagant wie auf dem Bild zu sehen, die meisten eintönig und nicht sehr attraktiv.

Wir umrunden die Südspitze und bekommen die volle Wucht des Sturms zu spüren. Manchmal fällt es schwer, vorwärts zu kommen. Der Weg ist sehr schön und abwechslungsreich. Am Deich finde ich einige rosa Wiesenchampignons. Wir lesen, dass wegen Schießübungen der dänischen Armee der komplette Strand gesperrt ist. Zum Glück behindert das unser Vorhaben nicht. Wir verlassen die Küste und gehen auf dem Rimmevej bis zur Vraby Plantage und dort in Richtung Inselzentrum. Der 19m (!) hohe Stagebjerg Berg soll eine schöne Aussicht bieten, aber wir lassen ihn weg. Wir sind nun schon 12 km unterwegs, die meiste Zeit mit Wind von vorn.

Im Café der Inselbäckerei gönnen wir und Kaffee und ‚Gulerød Torte‘. Wir kaufen uns beim Købmand Tortellini. In der Küche des Campingplatzes bereiten wir unser Abendessen. Die Champignons brate ich zusammen mit einer ebenfalls gefundenen Birne. Es ist saukalt.

16.09.19
Rømø

Nach gemeinsamen Besuch beim Physiotherapeuten machen wir uns auf den Weg nach Rømø. Es gibt wenig Verkehr und je weiter wir nach Westen kommen, desto weniger wird es. Wir rechnen schon damit mehr oder weniger alleine auf Rømø zu sein, denn obwohl wir erst September haben, ist das Wetter recht ungemütlich. Dann sind wir aber doch überrascht, in Lakolk, einem der Hotspots des Insel soviel Leute vorzufinden. Auch der Campingplatz dort ist gut gefüllt. Mit dem Auto am Strand fahren zu können ist die Hauptattraktion von Lakolk.  Für viele ist das wohl das Grösste.

Wir machen eine lange Wanderung am Strand. Es ist schon toll, wie weitläufig es hier ist. Die Zahl der Autofahrer hält sich zum Glück in Grenzen.

Der Unterschied zwischen Wasser und Land ist schwer auszumachen. Am Horizont sieht man die Syltfähre, aber wo Rømø endet und wo Sylt beginnt ist nicht zu erkennen. 

Vom Meer selbst ist auch nichts zu sehen, kein Wasser, keine Wellen. Auch sonst ist der Strand leer: keine Muscheln, keine Algen, keine Vögel.

Weiter südlich fahren wir zum Campingplatz Kommandœrsgârd. Zuerst glauben wir, der Platz sei geschlossen, weil wir nur einige wenige Wohnmobile ausmachen. Aber der Eindruck täuscht. Wir beschliessen zu bleiben, denn für die nächsten Tage sind heftige Stürme angekündigt. Da müssen wir nicht unbedingt direkt an der Küste stehen. Wir finden einen Platz, von dem aus wir das Wattenmeer sehen können.

Wir radeln nach Havneby, der Ort von auf dem aus die Syltfähre nach List fährt. Beim Italiener essen wir Pizza und Dorsch.

06.08.19
Übers Wasser fahren

War fahren von Amsterdam nach Almere. Am geringen Verkehr merkt man deutlich, daß Urlaubszeit ist. Die Leute sind in den Ferien. Von Almere, der Schlafstadt fahren wir direkt am Markermeer entlang nach Lelystadt. Es wirkt wie eine Einöde, nur halt feucht: links das Wasser, rechts auch Wasser oder sumpfige Wiesen. Keine Häuser, keine Leute. Auf der Straße kaum Autos. In Lelystadt beginnt dann der Markerwarddijk: eine Straße mitten durch das Ijselmeer. Genauer: zwischen Ijselmeer und Markermeer. Wir fahren über den Damm und kommen nach Enkhuisen und dann nach Medemblik, unserem heutigen Ziel.

Medemblik liegt am Ijselmeer und ist bekannt als Austragungsort von Segelregatten. Zur Zeit finden die H-Boat Worlds statt. Wir checken auf einem Bauernhofcamping ein und genießen eine Weile das ländliche Idyll mit prächtigem Wolkenhimmel. Später radeln wir in das hübsche Örtchen, schauen uns am Hafen um, kehren auf Bitterballen und Appeltart im Regattahafen ein und schauen den H-Booten zu, die von einer Wettfahrt zurückkehren.

05.08.19
Mit dem Rad nach Amsterdam

Wir wollen in Amsterdam das Stedelijkmuseum besuchen und endlich auch einmal einen Blick ins Rijksmuseum werfen. Mitten in der Hochsaison ist mit großem Andrang zu rechnen, aber mit unserer Museumskaart können wir ja ohne Kosten und Warteschlangen in die Museen, wenn es zu schlimm ist kommen wir halt ein anderes Mal wieder.

Zwecks Unterkunft hatte ich per Mail bei einem Campingplatz in Süden Amsterdams angefragt, bekommen wir folgende Antwort:

Yes, we have place for you but please come late afternoon, we have had a
festival and we have to clean a lot..

Das schreckt uns nicht ab, wir wollen ja ohnehin nur das Auto abstellen und dann per Rad in die Stadt fahren. Ohne Probleme kommen wir durch Amsterdam, die Urlaubszeit hat auch Vorteile.

Das ‚Dekmantel Festival‘ war offenbar eine größere Veranstaltung. Überall sehen wir Gruppen von Leuten, die mit Campingutesilien bepackt sind. Der Platz ist noch gesperrt. Kurz vor dem Ziel stoppt uns ein Wächter. „Hello, how are you“ begrüßt er uns, „Fine, and you?“ -„Not fine, I have to work“… Er erklärt, dass der Platz noch bis 15:00 geschlossen ist, wir das Auto aber auf einen Parkplatz abstellen können

Der Abmarsch der Festivalgäste zieht sich den ganzen Tag hin.

Wir tun das und fahren mit den Rädern durch den Amsterdamse Bosch, ein großes Waldgebiet. Später dann geht es dann entspannt auf Radwegen am Olympiastadion vorbei bis direkt zum Museumsplein.

Das Stedelijk Museum in Amsterdam ist das bedeutendste Museum für moderne und zeitgenössische Kunst und Design in den Niederlanden. Die ständige Ausstellung ‚Stedlijk Base‘ ist eine chronologisch sortierte Auswahl von Gemälden, Photos und Designobjekten von 1800 bis heute. Wir konzentrieren uns auf diesen Teil des Museums und haben anschliessend noch genug Energie für einen kurzen Abstecher ins Rijksmuseum.

Im Rijksmuseum ist es deutlich voller. Die Bilder in der Ehrengalerie sind praktisch nicht zu sehen, überall drängen sich Menschen. Rembrandts berühmte Nachwache wird derzeit mit hochmodernen Verfahren analysiert. Dazu wurde sie in einen Glascontainer befördert und die Kunstfreunde staunen, wie ein Scanner das Bild automatisch abtastet,

Andrang in der Ehrenhalle des Rijksmuseums
Lieblingsbild in drei Metern Höhe

Nach der Ehrengalerie gehe ich noch kurz in die Galerie der holländischen Impressionisten. Dort finde ich auch das Bild, „Kinder am Strand“ von Isaac Israëls, mein aktueller Bildschirmschoner. Leider hängen die Werke in zwei Reihen übereinander, zudem blenden Scheinwerfer. Das ist keine gute Präsentation, auf meinem Bildschirm kann das Bild deutlich besser betrachten…

Durch die Digitalisierung von Kunstsammlungen und durch das Internet ist es heute vielen Menschen möglich, Kunstwerke aus allen Teilen der Welt in Topqualität auf dem heimischen Computer zu betrachten. Das erscheint mir in einigen Fällen der bessere Weg zu sein als ein Ausstellungsbesuch, denn die Wirkung der Bilder, der Hängung und des Ausstellungsraums verfliegt, wenn man als Teil einer mit Handy und Audioguides bewaffneten Masse durch die Räume drängt.

Warteschlange am Van Gogh Museum

Neben dem Stedelijkmuseeum und dem Rijksmuseum gibt es am Museumsplein auch noch das Van Gogh Museum. Hier ist ist der Andrang am größten, die Warteschlange reicht um das gesamte Eingangsgebäude herum. Aber das Museum steht heute zum Glück nicht auf unserer Liste.

Wir radeln zurück. Auf dem Campingplatz sind die Aufräumarbeiten immer noch im Gange, aber wir können jetzt auf den Platz und stellen uns mitten auf die Wiese. Abends essen wir im nahegelegenen Dorfgasthaus. Der Campingplatz ist nicht super, das Restaurant auch nicht, aber die Möglichkeit, mitten in der Hauptsaison entspannt mit dem Rad bis ins Zentrum zu fahren, ist natürlich toll. Das gleicht einiges aus, auch den Fluglärm vom nahegelegenen Flughafen Schipol.

04.08.19
Strandtag

Nach dem Frühstück radeln wir nach Scheveningen. Auf dem Weg dorthin verheddere ich mich mit dem Rad an einer der dämlichen Kanten, mit denen hier die Radwege eingefasst sind. Ich fabriziere eien derben Sturz, mein Knie blutet etwas aber der Rest bleibt wohl unversehr.

In Scheveningen ist es ungeheuer voll. Autos, Gestank, Gewühl. Es ist halt Hochsaison, aber warum man sich derartiges im Urlaub antut, erschließt sich mir nicht. Andere, viele andere haben damit offenbar kein Problem. So auch Hürdensprinterin Pamela Dutkiewicz, die auf Instagram von ihren Urlaub in Scheveningen berichtet. Die Leichtathletiksaison hat sie verletzungsbedingt bereits beendet. Treffen tun wir sie aber nicht.

Wir schaffen es, zum Nordstrand durchzudringen, finden Platz für unsere Räder und wandern am Strand nach Norden. Zunächst noch durch zahllose Beachclubs, ich wusste gar nicht, daß er an diesem Ende von Scheveningen auch so viele davon gibt. Langsam wird es leerer und wir gehen an langes Stück am Strand entlang.

Auf dem Rückweg kehren wir in einem der Beachclubs ein. Während ich Bitterballen bestelle, freut sich der Rest der Gesellschaft auf Apfelkuchen. Offenbar wurde der Kuchen stark gekühlt aufbewahrt und offenbar wurde vergessen, ihn zu erwärmen, denn kaum waren die ersten Bissen vertilgt, da kam die Bedienung wieder, sammelte die Kuchen ein, um sie einige Zeitbspäter erwärmtg und verführerisch duftend wiederzubringen.

03.08.19
30.

Zu Lindas Geburtstag besuchen wir mal wieder das Gemeentemuseum in Den Haag. Die Ausstellung ‚Frisse Wind‘ zeigt Bilder Der Haager Schule.

Abends gehen wir fein essen und verspeisen Dinge wie Burrata salade met basilicum, tomaat, balsamico, watermeloen en pistache, Indiase salademetmasala, aubergine, papadum, cashewnootenmanchego, Coquilles met mango, miso, yuzu. macadamia en lotuswortel, Kung pao bloemkoolmetgember, pinda, bosui, en knoflook, Zeebaars met soba noedels, wafu, edamame, sansho peper en ponzu und Citroenrisotto met doperwt, Rotterdamsche oude geitenkaas en hazelnoot.

Auf dem Heimweg streifen wir noch durch uns bislang unbekannte Viertel von Den Haag.

02.08.19
Nach Den Haag

Zum ersten Mal im Leben habe vergessen Socken einzupacken. Vollständig. Bislang war es mir nicht aufgefallen, weil es so warm ist und ich den ganzen Tag barfuß herumlaufe. Also muss ich einen Notkauf tätigen und erstehe bei einem Discounter ein Dreierpack Sportsocken. Stilistisch nicht so ganz meins, aber es ist wie gesagt ein Notfall.

Wir fahren nach Den Haag. Die Fahrt ist unproblematisch. Erst am frühen Nachmittag wird es etwas voller. Bei Lemmer entdecken wir einen lustigen Rastplatz, der an drei Seiten von Wasser umgeben ist.

Unser Navi zeigt den originellen Rastplatz bei Lemmer

Auch in Amsterdam gibt es nur wenig Verkehr, um 15:00 kommen wir bei Linda an. Kurz vor Fahrtende erlebe ich noch eine Schrecksekunde: obwohl ich nach Radfahrern geschaut hatte, übersehe ich einen beim Abbiegen. Er weicht geschickt aus, nur deshalb passiert nichts.

Linda hat uns eine AirBnB Wohnung organisiert. Für den Besitzer ist es das erste Mal, dass er seinem Wohnung vermietet, ein Experiment, wie er Linda erzählte.

Die Wohnung ist, wie so oft in Holland, lang und schmal, aber erstaunlich groß. Es ist ein Altbau mit vielen Originaldetails wie Parkettfußboden, Fliesen, Bleiglas. Es gibt zwei hintereinandergereihte Wohnzimmer, daneben, ebenfalls hintereinander Küche, Arbeitszimmer Schlafzimmer. Dazu noch ein Außenbereich mit Terrasse. Wenig Möbel, etliche Musikinstrumente

Den Abend verbringen wir bei Linda und Leif mit ausgedehntem ‚Borreln‘, der holländischen Feierabendschnabulierbeschäftigung.

01.08.19
Containern

Wir wollen mit dem Rad am Weserdeich entlang fahren. Es ist deutlich kühler als an den vergangenen Tagen, aber trotzdem sonnig.

Bei Weddewarden, am Stadtrand von Bremerhaven, hören wir Explosionsgeräusche, nicht gewaltig, eher so wie Sylvesterfeuerwerk. Bei Näherkommen erkennen wir, das eine Feuerwerksfabrik dort ihr Gelände hat. Auf einer großen Wiese steht ein Mann und schießt  Raketen in die Luft. Wir haben keine Ahnung, warum er das tut, aber möglicherweise hat da einer seinen Traumjob gefunden. Leider sieht man bei Tageslicht kaum etwas vom Feuerwerk.

Vom Weserdeich aus schauen wir fasziniert beim be- und entladen der Schiffe am schier endlosen Containertermjnal zu. Offenbar lassen die Schiffe ihre Motoren laufen, der Gestank ist erheblich. Wieso wird in Sachen Landstrom eigentlich immer nur von den paar Kreuzfahrern gesprochen?

Zum Glück können wir am Deich weiter fahren, im letzten Jahr war die Strecke wegen Bauarbeiten gesperrt und wir mussten auf der Straße durchs Hinterland fahren. Dieses Jahr ist es viel besser und es macht Spaß mit Blick auf die Weser zu radeln.

Der Campingplatz in Wremen ist sicherlich nicht sehr komfortabel, aber er liegt direkt am Wasser mit freiem Blick auf die Schiffe. Trotzdem ist er nicht sonderlich gut gefüllt und das zur Hocksaison. 

Im Hafen essen wir Fischbrötchen und schauen aus dem Liegestuhl dem Schiffsverkehr zu. Wir entdecken etwas abseits einen weiteren, eher unscheinbaren Imbis, der offenbar besonders viele Gäste anzieht. Wir bekommen Kaffee und Apfelkuchen und staunen über die leckeren Speisen auf der Karte. Sogar Champagner wird angeboten, allerdings nur flaschenweise…

31.07.19
(Kein) Donnerwetter

Heute nacht hat es wohl gewittert, Ich habe nichts davon gehört, mein Schnarchen wird den Lärm übertönt haben. Es war wohl nicht das Grollen der fernen Karin wegen der zerbrochenen Figur, denn den Schaden, den ich gestern anrichtete, trägt sie mit Fassung. Sie vertraut auf das Bastelgeschick ihres Gatten. Auch ist der Schaden möglicherweise auch geringer als befürchtet, es sieht so aus, als sei die Figur sogar heil geblieben. Erleichtert wende ich mich dem Brötchenerwerb zu.

Wenn das Problem des Bäckers im letzten Jahr noch sein automatisches Wechselgeldsystem war (er wieder abgeschafft), ist es nun sein Kaffeetisch. Diese Einrichtung ist offenbar so beliebt, dass morgens kaum ein Tisch frei bleibt. Um die Gäste kümmert sich dieselbe Person, die auch für den Verkauf zuständig ist. Mehr Personal scheint trotz des Erfolgs der Kaffeetafel nicht drin zu sein. Doch während die Dame mit der angemessenen Engelsgeduld Wurst und Käse drapiert, wächst die Brötchenschlange zu Tür hinaus…

Nicht zuletzt aus Sorge, von der Bremerhavener Bürgerwehr wegen Behinderung des Fußverkehrs belangt zu werden, gehen ich in den Supermarkt. Vielleicht wartet der Bäcker im nächsten Jahr ja wieder mit einer Neuerung auf: ein Brötchenautomat.

Das Wetter ist belastend und so verspüren wir wenig Lust auf Unternehmungen. Am Nachmittag gehen wir dann zu Thieles Garten.

Wir hatten das schon bei unserem letzten Besuch vor, damals war der Park aber wegen einer Veranstaltung gesperrt. Thieles Garten ist etwas Besonderes. Es ist ein Künstlergarten, der mitten in einem langweiligen Wohngebiet liegt. Georg und Gustav Thiel waren autodidaktische Künstler, die einer Schifferfamilie entstammen und die in den 1920er Jahren zusammen mit Georgs Frau Grete damit begonnen  einen Kartoffelacker in einen verwunschenen Garten zu verwandeln. Sie legten Teiche und Wege an, stellten Plastiken auf und bauten ein Haus im maurischen Stil. Sie errichteten den Garten nun für sich privat. Heute kümmert sich ein Förderverein um die 19000 m2 große Anlage, die für jedermann frei zugänglich ist. „Ob Kunst oder Kitsch – das  mag jeder für sich selbst entscheiden“, sagt der Förderverein. Ein besonderer Ort ist es auf jeden Fall.

In Bremerhaven muss lange Zeit kein Regen gefallen sein, es ist viel trockener als in Kiel. Die Straßen sind voll mit vorzeitig abgeworfenem Laub und Früchten von Linden und Eichen. Auch Thieles Garten bekommt die Dürre zu spüren. er weist viele Wasserflächen auf, doch die meisten von ihnen sin komplett ausgetrocknet.

Das Abendprogramm übernimmt die Nachbarschaft, die den Bürgersteig vom wegen Dürre frühzeitig gefallenen Laub befreit… mit dem Laubbläser! Vorbei sind die Zeiten in denen man dererlei klimaneutral und geräuscharm mit dem Besen erledigen musste.

30.07.19
„Polnische Notation“

Wir radeln in die Stadt. Vom Dach des Atlantic Hotels (es war Vorbild für einen ähnlichen Bau in Dubai) haben wir einen fantastischen Rundblick auf die Weser, die Stadt und die Häfen. Mit dem langen Teleobjektiv erkenne ich im Wasser einen Leuchtturm. Aber es ist nicht der legendäre ‚Rote Sand‘ sondern der Leuchtturm ‚Hohe Weg‘.

Da es auch nach Auskunft des Touristenbüros in der Innenstadt kein Fischgeschäft gibt („Nee, da gibt es nur Mac Donalds und sowas“), fahren wir noch in den Fischereihafen. Für das Bremerhavener Stadtgebiet ist man mit einem Mountainbike gut beraten. Die Straßen erinnern an die in Deutschlands östlichen Anschlussgebieten kurz nach der Wende.

Im Fischereihafen angekommen, lassen wir unsere Kochpläne fallen und essen in einem die vielen Lokale leckeren Limandes mit Orangen-Pfeffersauce. Im Gegensatz zum Zentrum haben um diese Zeit nur wenige Touristen den Weg hierher gefunden.

Beim Bezahlen lernen wir, dass die Polnische Nation, die wir aus dem Studium kennen, offenbar auch im polnischen Alltagsleben angewendet wird. „Vierundsechzig Euro Fünfzig“ sagte die Bedienung, als sie die Rechnung überreichte. Dort waren aber lediglich 46,50€ ausgewiesen. „Oh, das passiert mir immer wieder“ entschuldigte sie, „ich komme aus Polen und da spricht man die Zahlen in der anderen Reihenfolge“. Ich würde bei ihr gerne mal für 91 € essen …

Im Hillerhouse gibt es restlichen Erdbeerkuchen und natürlich Butterkuchen, dieses Mal mit Apfel. Nicht schlecht, aber der Apfel lenkt ab. Den ersten Teil der Abendgestaltung nimmt die Firma „Geoservice Nord, Baugrunduntersuchung und Begutachtung, Altlastenerkundung“, die auf dem Grundstück gegenüber bis weit nach 19:00 lautstark Probebohrungen durchführt.

Im zweiten Teil der Abendunterhaltung geht es um Fernwartung zum Komplex: wir nehmen Jochens BlueRayPlayer in Betrieb.

Den negativen Höhepunkt („Tiefpunkt“ wäre zu einfach) setze ich selbst: mit der Schulter stoße. ich an einen etwas wackelig stehenden Schrank, worauf im Schrank eine Platte auf eine Porzelanfigur kippt und Scherben erzeugt.

29.07.19
Im Hillerhouse

Nach einer ungewöhnlich warmen Nacht, in der keiner gut schlafen konnte, frühstücken wir gemeinsam. Karin und Wolfgang packen ihr Klamotten und machen sich auf den Weg nach Kiel. Aus ihrer Fährfahrt über die Elbe wird aber nichts, denn 2 1/2 Stunden Wartenzeit an der Fähre wollten sie sich nicht antun, also wählen sie den Weg über Hamburg.

Linda teil freudig mit, daß ihre Promotion zur Verteidigung zugelassen ist.

In Bremerhaven ist es immer noch recht warm und wir haben keine rechte Lust zu Unternehmungen. Also entscheiden wir und für einen Spaziergang durch den nahen Speckenbüttler Park.

In der Nachbarschaft entdecke ich an einem Haus den Namen ‚Schendel‘. Ich weiß, daß meine Mutter und ihre Schwester eine Bekannte dieses Namens in Bremerhaven hatten. Sie wohnte damals in einem Hochhaus im Zentrum. Ich war einmal dort und es war das erste Mal dass ich in einem derartig hohen Haus war.

Im Park entdecken wir einige Dinge, die neu für uns sind: einen ‚Motorikpark‚, wo man über gespannte Gummileinen steigen, unterschiedlich Untergründe laufen und andere Übungen machen kann, diverse Spielmöglichkeiten, ein kleines Baumhaus mit Rutsche (Rutschen funktioniert bei mit nicht mehr), eine Kneippanlage, die „Allee der heilenden Bäume“ und das Weidenschloss.

Letzteres ist ein aus Weiden geformter Raum, in dem auch Veranstaltungen stattfinden. ‚Rundsingen um die Feuerschale‘ hätte mich interessiert, aber leider passt der Termin nicht. Ihm Nachhinein (sprich ‚im Netz‘) lernen wir, dass es sich beim Speckenbütteler Park um eine ‚Gesundheitspark‘ handelt. Hätte das meine Mutter noch erlebt, die vor ca. 100 Jahren hier beim ATSB Sport getrieben hat.

Im Haus am See war in den letzten Jahren nicht viel los, „nur gelegentlich gab es Kaffe und Kuchen“, erzählt man uns beim neu eröffneten Biergarten. Jetzt gibt es einen anderen Besitzer und der betreibt dort einen Biergarten, ein Café und ein Restaurant gleichzeitig. Es gibt Liegestühle, riesige Sitzkissen, reichlich Platz und einen schönen Blick auf den See. Wir besorgen uns Getränke und machen es uns gemütlich. Auf dem See rudert ein Pärchen, es weht eine frische Brise und nach und nach füllt sich der Biergarten. Seit Mai ist er wieder eröffnet, anfänglich lief es noch etwas zäh, die Leute hatten Probleme mit dem Konzept. Aber mittlerweile läuft es gut, erfuhr ich.

Auf dem Heimweg gehen wir beim Bäcker vorbei und prüfen, ob der Butterkuchen noch die gewohnte Qualität hat. Wir sind zufrieden und gehen ’nach Hause‘. Immer schön auf der richtigen Seite, die Rüge der Bremerhavener Bürgerwehr wegen Radelns auf dem falschen Radweg habe ich nicht vergessen.

Dieser Text enthält Spuren von unbeauftragter und unbezahlter Werbung für ‚Haus am See‘ Bremerhaven und ‚Kraßmanns Backstube‘ Bremerhaven.

28.07.19
Nach Bremerhaven

Wir fahren nach Bremerhaven und tauschen erneut unser Haus mit dem von Karin und Wolfgang. Heute ist Hauptreisetag, alle Bundesländer haben Ferien. Wir wählen die Route über Glückstadt und die Elbfähre und hoffen, dass es nicht zu voll wird.

In Glückstadt müssen wir ca 40 Minuten warten, es hat sich doch schon eine Schlange gebildet. Auf der Elbe fährt ein großer Containerfrachter in Richtung Hamburg, leider hat er die Stelle schon passiert, als wir endlich übersetzen.

In der Gegenrichtig fährt eine Reihe alter VW Busse und VW Käfer nach Norden. Da wir es wohl irgendwo ein Veteranentreffen geben. Auf der anderen Elbseite wird unsere Weiterfahrt durch zahlreiche Trecker gebremst, wegen der Trockenheit haben die Bauern schon jetzt mit der Ernte begonnen.

Irgendwann sind wir in Bremerhaven. Es ist sehr warm und kein Lüftchen regt sich. Das ist ein Wetter, wie wir es im Norden nicht kennen. Wir machen einen Rundgang durch das nur schon recht vertraute Haus, Wolfgang präsentiert die neusten Veränderungen der 106 Jahre alten Dauerbaustelle.

22.07.19
Alle Gesundheitswesen im Urlaub

Unser Hausarzt Dr.D bietet den Service, Rezepte per eMail zu bestellen. Insbesondere die Praxis profitiert davon, denn auf diese Weise bleibt dem Personal viele Anrufe erspart. Leider wird eine derartige Bestellung nicht beantwortet. Man muss also hoffen, dass sie bearbeitet wurde. Eine Antwort zu senden sei zu aufwändig wurde mir auf Nachfrage beschieden.

Da wir ein paar Tage wegfahren werden, wollte ich meinen Arzeneivorrat aufstocken und bestellte am Freitag die entsprechenden Rezepte. Als ich sie heute abholen wollte, stand ich vor verschlossener Tür: Urlaub, seit heute.

Wieso ist es zu viel Aufwand, selbst in derartigen Fällen eine Mail zurückzuschicken und auf den Urlaub und die Vertretungregelung hinzuweisen?

Es ging weiter: Die erste Vertretung auf der Liste hatte auch Urlaub, die zweite – in der Hofholzalle, also etwas weiter weg, ebenfalls. Bei dritten, am Königsweg, also ganz weit weg, klappte es dann. Lessons learned: vor den großen Ferien auf jeden Fall mit Rezepten eindecken, egal was kommt.

Rezepte bestellen, ausfüllen, abholen, an anderer Stelle wieder abgeben… das erscheint mir angesichts heutiger Möglichkeiten, wo man mit der Armbanduhr, bargeldlos an der Supermarktkasse zahlen kann, etwas überholt. Im Gesundheiswesen gibt es noch viel zu tun. Man könnte ja mal damit anfangen, Patienten per Newsletter auf Urlaube und anderes hinzuweisen, oder wenigstens einen Autoresponder einrichten, der auf eMails reagiert und ggfs. auf geänderte Öffnungszeiten hinweist.

01.07.19
Von Sainte Mennehould nach Hofgeismar

Beim Bäckerbesuch schaue ich mich noch etwas in Sainte Menehould um. Vieles ist heruntergekommen, der Bahnhof geschlossen, viele Häuser zu verkaufen, ein verfallenes Schwimmbad… dann wieder Blumenschmuck und am Abend zuvor, gestern gut besuchte Restaurants. Kein einheitliches Bild.

Wenn es klappt, feiern wir heute noch Geburtstag in Hofgeismar. Aber vorher sind noch 190 km französische und 380 km km deutsche Autobahn zu bewältigen. Wir kaufen Geburtstagskuchen und fahren los. Die Fahrt verläuft ohne Störung oder Staus, die aberwitzigen Vorschläge unseres Navis für die Bewältigung der Strecke Frankfurt/ Kassel sorgen für Heiterkeit

Gegen 16:00 sind wir in Hofgeismar, wo sich überraschend auch der Rest der Familie eingefunden hat.

30.06.19
Am Sonntag nach Giverny

Wir wollen nun doch auf dem Rückweg nach Deutschland in Giverny vorbeischauen. Claude Monet hat hier gelebt und nicht nur gemalt, sondern auch einen Garten angelegt und gestaltet. Der Gatten lieferte dann die Motive für Monets Blumen und Seerosenbilder. Auf Bildern und Youtubevideos haben wir gesehen, wie sich Menschenmassen durch den Garten wälzen. Mit Bussen kommen sie aus dem nur 100km entfernten Paris, Kreuzfahrtouristen aus Le Havre und Honfleur haben Giverny ebenfalls auf der ToDo-Liste. Daher sind wir sehr skeptisch, ob es eine gute Idee ist dorthin zu fahren. Aber neugierig sind wir auch.

Vielleicht stürzen sich die Massen ja hauptsächlich auf den Garten und wir können uns wenigstens auf das Musée Giverny Impressionismes ansehen… Wir nehmen uns vor auf dem Campingplatz ins benachbarte Vernon zu gehen und dann am Montag, möglichst früh nach Giverny zu fahren.

Als wir beim Campingplatz in Vernon ankommen, ist ‚natürlich‘ wieder Mittagspause in der Rezeption. Der Platz ist etwas abseits gelegen, der Weg in den Ort beschwerlich, aber für eine Nacht wird es gehen….

Wir sind gespannt, was in Giverny los ist, und weil wir ohnehin auf den Campingplatz warten müssen, fahren wir kurzerhand mal hin. Auf dem Weg deutet nichts auf eine Völkerwanderung, aber dann zeigen gut gefüllte Parkplätze, daß wir an einem Tourismusmagneten angekommen sind.

Eingereiht in eine frisch angekommene Reisegruppe trotten wir in Richtung Garten und Museum. Das erste Gebäude mit Menschenschlange kommt in Sicht… es ist nur das Toilettengebäude. Am Museum angekommen, bestätigt sich unsere Hoffnung, daß die Mehrzahl der Besucher sich nicht für die Bilder interessiert, sondern für den Garten. Wir entscheiden uns dafür, nun doch sofort ins Museum zu gehen.

Das Musée Giverny Impressionismes zeigt wechselnde Ausstellungen zum Thema Monet und Impressionismus, über eine große Sammlung verfügt es gar nicht. Die meisten Bilder von Monet hängen in Paris und anderen Teilen der Welt, die größte Sammlung haben wir uns im Musée Marmotan ja vor zwei Wochen angesehen.

Aktuell wird die Ausstellung ‚Monet-Aubertin‘ gezeigt, eine vergleichende Gegenüberstellung von Landschaftsbildern der beiden Maler Claude Monet und Jean Franzis Aubertin. So interessant diese kunsthistorische Fragestellung sein mag, uns interessieren in erster Linie die Monetbilder und die dargestellten Landschaften. Dem Meister ging es aber nicht so sehr um die dargestellten Motive, sondern um den Eindruck (‚Impression‘), den sie in einer bestimmten Situation hinterlassen und den Lichteffekt, den dies Situation (morgens, mittags, Sonnenauf/-untergang…) bewirken. Die Ausstellung zeigt Landschaftsbilder aus Porquerolles, der Belle Îsle und der normannischen Küste, wir sind zufrieden mit dem Besuch, er hat sich gelohnt. Hier ein paar Bilder und Texte die das Museum auf seinem Instagram-Profil veröffentlicht hat.

Wir finden ein nett gemachtes Gartenlokal mit hohen Preisen und gehen weiter zum Haus des Künstlers. Hier zeigt sich nun, daß unsere Befürchtungen gerechtfertigt sind: eine lange Menschenschlage weist darauf hin, daß es wirklich keine gute Idee ist, den Garten zu besuchen. An der Rückseite versuchen wir, einen Blick zu erhaschen, und sehen, wie durch einen Hintereingang die nächste Ladung Kreuzfahrer eingeschleust wird.

Wir haben genug gesehen und erwägen kurz, es am morgigen Montag erneut zu versuchen. Wir verwerfen das aber nicht zuletzt wegen des wenig attraktiven Campingplatzes. Da es noch früh am Tag ist, könnten wir auch weiterfahren und auf diese Weise Paris am vergleichsweise verkehrsarmen Sonntagnachmittag zu umfahren.

Wir entscheiden uns für Paris und fahren los. Doch unser Navi und das Fehlen einer guten Karte (eigentlich wollten wir ja nach Bayern) erweist sich erneut als Problem: Wir fahren im Kreis, werden über abenteuerliche Wege gelotst und verplempern Zeit bei endlosen Stadtdurchquerungen. Wir hatten gehofft, bis nach Metz zu kommen, doch daraus wird nichts. Gegen 20:00 Uhr sind wir froh, in Sainte Menehould in der Champagne einen Campingplatz zu finden, dessen Rezeption noch geöffnet hat, checken ein und radeln schnurstracks in den Ort, um etwas zum Essen zu bekommen.

Der Restaurantbesuch steigerte unsere Laune: es gibt Champagner zum Aperitif und „Salate“, die sich als gewaltige Mischung aus gebratenen Kartoffeln, pochierten Eiern, Rohkost und Enten bzw. Hühnerfleisch erwiesen.

Im Auto ist es sehr warm, wir schlafen schlecht.

29.06.19
Ohama Beach

Vierville-sur-Mer. Heute soll es auch hier richtig heiss werden. Während Europa unter der Hitze leidet, hatten wir es bislang mit maximal 23°C doch recht angenehm. Heute soll es nun also auch hier 30° heiß werden, also nehmen wir und wenig vor. Wir radeln auf der Straße hinunter, zum Strand. Im Ort Vierville-sur-Mer kaufen wir in einem kleinen Laden ein. Der Ort wirkt wie ausgestorben. Ein für immer geschlossenes Geschäft, ein fast zerfallenes Hotel… vom Weltkriegstourismus bekommt Viervielle-Sur-Mer nicht viel ab.

Auf dem Weg zum Strand liegt der Abschnitt einer der Landungsbrücken, über die bei der Invasion die Unmengen von Fahrzeugen und Material an Land gebracht wurden. Zu der Zeit war Omaha Beach der größte Hafen Europas.

Als wir am Strand ankommen ist die Flut da, der Strand ist wesentlich stärker bevölkert als gestern Abend bei Ebbe. Aber richtig viel los ist trotzdem nicht. Wir radeln auf der Strandstraße nach Osten, der Strand ist riesig. Die Straße führt strikt geradeaus und ein Ende ist nicht nicht in Sicht.

Wenn wir geglaubt hatten, hier sei alles tischeben, so sehen wir uns getäuscht. Auf der rechten Seite der Strandstraße erhebt sich hinter einer Reihe teilweise prächtiger Villen ein beachtliches Kliff.

Der nächste Ort ist St-Laurent-Sur-Mer, auch hier gibt es große Mahnmale, Gedenkplaketten etc. Busladungen von Menschen werden ausgekippt und fotografieren alles, was ihnen vors Handy kommt.

Neben dem Kriegserinnerungstourismus findet aber an diesem tollen Strand wenig statt. Es gibt einige stattliche Villen mit riesigen Grundstücken. Jeder Villenbesitzer scheint einen Trecker und ein Boot zu besitzen. Den Trecker braucht er, um das Boot über den Strand zum Wasser zu bringen. Dann sehen wir noch zwei Pferdegespanne mit Sulki und eine Gruppe ‚Wasserwanderer‘. Es sieht nicht nur so aus als würden sie ein einer Schnur gezogen. Es ist auch so. Offenbar Sicherheitsvorkehrungen.

Die Straße führt noch eine Weile am Meer entlang und biegt dann ins Hinterland ab. Wir kehren um und verbringen den Rest des Tages damit, auf dem baumlosen Campingplatz Schatten und Kühle zu finden.

28.06.19
Nach Viervielle-sur-Mer

Wir machen uns langsam auf den Rückweg. Wie wollen nun doch mal sehen, ob es In Giverny so schlimm ist, oder den einen oder anderen Garten an der Seine besuchen. Das soll aber nicht am bevorstehenden Wochenende sein, daher suchen wir noch einen Zwischenstopp am Meer. Die Wahl fällt auf Grandcamp-Maissy, doch der auserkorene Campingplatz ist keiner, denn man vermietet nur Mobilhomes. Fündig werden wir ein Stück weiter in Viervielle-sur-Mer, besser bekannt durch den nahegelegenen Omaha Beach.

Natürlich ist hier die Invasion der Alliierten das große Thema. Überall sieht man Fahnen, hauptsächlich amerikanische und französische, aber auch britische, norwegische, spanische. An jedem Laternenmast ist ein Plakat mit dem Foto eines gefallenem Soldaten oder Widerstandskämpfers befestigt. Verständlicherweise sieht man keine deutschen Fahnen, verständlich, denn Deutschland war der Feind. Aber die Invasion leitete auch die Befreiung Deutschlands vom Naziregime ein, Grund zu feiern gäbe es also genug. Zwar werden wird Frieden und Befreiung gefeiert, aber die auch die Begeisterung fürs militärische lässt sich nicht immer verbergen.

Neben dem Campingplatz steht eine Zeltstadt, die an einen Zirkus erinnert. Es ist die Ausstellung D-Day75, die allerlei Kriegsgerät zeigt. ‚Natürlich‘ hat die Rezeption des Campingplatzes wg. Mittagspause geschlossen, wir schauen uns um, direkt vom Platz führt ein steiler Weg hinunter zum Strand.

Der Anblick von der Klipper herunter ist gewaltig, wir haben Niedrigwasser und sehen riesige Sandflächen. Dahinter das Meer mit einer kräftigen Welle. Auch ohne D-Day wäre Ohama Beach eine sehenswerter Ort.

27.06.19
Meerblick mit Sandsturm

Carteret. Ich fahre früh zum Bäcker und zum ersten Mal gibt es Croissants Armandes. Am ehemaligen Bahnhof werden Marktstände aufgebaut, ich wittere die Chance, um den Supermarktbesuch herumzukommen.

Der Wind bläst mit unvermittelter Stärke, sechs Windstärken sollen es sein, in Böen bis zu 9 Bft. Nach dem Frühstück gehen wir zunächst über den Markt und kaufen beim Vietnamesen Boef Onion und Porc Caramel sowie bunte Tomaten.

Dann beginnen wir eine Wanderung um das Cap Cateret. Zunächst geht es steil nach oben, vorbei an immer tolleren Grundstücken mit entsprechenden Anwesen. An einem Aussichtspunkt blicken wir weit über das Meer die breiten Strände in tollen Farben. Die Strände goldgelb, das Meer in allen Schattierungen zwischen hellgrün und dunkelblau. Obenauf weiße Schaumkronen.

Abwirft erklimmen den Aussichtsfelsen Roche Biard und der Anblick wird noch spektakulärer. Winzig klein sehen die Fischerboote aus, für die es jetzt aber keinen Weg in den Hafen gibt, denn die Einfahrt liegt nahezu trocken. Der Wind ist so stark, dass man sich kaum auf den Beinen halten kann, fast wird mir die Kamera aus der Hand gerissen.

Am Cap Carteret dann das Gleiche: ein gigantisches Panorama mit breiten, menschenleeren Stränden und grün-blauem Meer. An der Ruine der Kirche Saint Germain vorbei gehen wir zum Strand. Unsere Hoffnung die Klippen würden Schutz vor dem ablandiges Wind bieten erweist sich als trügerisch. Zu den heftigen Sturmböen kommt jetzt noch der Sand hinzu, der mit dem Wind durch die Luft fliegt.

Wir finden eine geschützte Stelle und verzehren unser Lunchpaket, dann machen wir und auf den Weg durch die Dünen von Hattainville. Der Weg ist beschwerlich und schlecht zu finden. Es geht steil bergab, die Dünen sind bis zu 80 Meter hoch und das Unterholz ist stachelig. Am Ende werden wir erneut mit einer tollen Aussicht belohnt.

Der Rest des Weges ist unspektakulär, es geht auf einer wenig befahrenen Straße zurück zum Platz. Das vietnamesisch-französische Essen schmeckt deutlich nach Glutamat, das ist weniger schön, aber selber kochen hätten wir nach der Wanderung auch nicht gewollt.

26.06.19
Pannentag

Cateret. Es regnet, wie angekündigt. Trotzdem wollen wir noch einen Tag bleiben und das günstige Zeitfenster nutzen, um bei Ebbe zu Fuß nach Tahitou zu wandern. Doch daraus wird nichts. Im Touristenbüro erzählt man uns, dass die Wanderung die ganze Woche nicht möglich sei, da der starke Wind das Wasser nicht abfließen lassen würde.

Wir beschließen abzureisen. Wir wollen zur Nordspitze bei Cap La Hague und einen Garten besichtigen. Anschließend soll es an die Westküste der normannischen Halbinsel gehen.

Der Garten beim Maison Jaques Prevert erweist sich als hübsch aber recht klein, die Besichtigung des Wohnhauses schenken wir uns. Aber die gesamte Gegend hier gefällt uns sehr gut, es erinnert an England, Irland, Schottland. Enge Sträßchen, Hecken, Mauer und überall blüht es. Ausgerechnet in diese Gegen habe die Franzosen ihre Wiederaufbereitungsanlage für Atommüll gebaut.

Es war die ganze Zeit schon recht diesig, doch je näher wir Cap La Hague kommen,  desto dichter wird der Nebel. Wir verfahren uns kurz uns stehen unvermittelt direkt vor der Wiederaufbereitungsanlage. Plötzlich überall Menschen, Straßen, Autos, Zäune… das ganze nur schemenhaft zu erkennen. Es ist gruselig und erinnert mich an Szenen aus Spielbergs Begegnung der dritten Art. Camp La Hague selbst hat wenig zu bieten, keine hohen Felsen, kein Leuchtturm zu sehen nur dicker Nebel.

Unser neuer Navi ist eine einzige Katastrofe. Die Bedienung ist unglaublich kompliziert, außerdem findet er unsere Reiseziele zu selten. Dann ist er auch noch kaputt gegangen, sodaß er nicht mehr am Armaturenbrett hält.

Mit derartigem Ärger beladen, fahren wir nach Barneville-Cateret. Der Wind, der nun von hinten kommt, nimmt ständig zu. Bevor wir auf einen Campingplatz gehen, wollen wir Einkäufe erledigen. Da kommt das nächste Mißgeschick: der einzige Supermarkt der Gegend ist von einer Strompanne betroffen und es geht gar nichts mehr. Also geht es doch zuerst zum Campingplatz. Doch die Lage und die Anmutung der ausgesuchten Plätze sind so negativ, dass wir nicht bleiben wollen.

Zum Glück entdecken wir noch einen Platz in einem Wohngebiet von Carteret. Dieser Platz gefällt uns gut, er ist nur 800m vom Ortzentrum entfernt, dort gibt es Geschäfte, Restaurants und einen Hafen.

In einem ersten Spaziergang gehen wir bis zum Fähranleger. Hier fährt üblicherweise die Föhre zur britischen Kanalinsel Jersey. Doch zur Zeit sind keine Abfahrten geplant, warum auch immer.

Mittlerweile ist der ohnehin schon starke Wind zu einem heftigen Sturm angewachsen. Trotz Sonnenschein und blauem Himmel bläst es enorm.

Wir essen im Restaurant zu Abend. Passend zum Tag ist die Bedienung wenig herzlich.

25.06.19
Banfleur und Gatteville

Saint-Vaast-La-Hougue. In der Nacht gab es Gewitter, aber nicht direkt bei uns. Überall die Hitze: von Kiel bis Mittenwald sind es über 30°C. Hier, im äußersten Winkel der Normandie scheint der kältester Ort Europas zu sein: wir haben angenehme 18°-20°.

Mit dem Rad fahren wir nach Banfleur. Auf abgelegene Straßen geht es an hübschen Häusern mit schönen Gärten vorbei. Banfleur soll der hübscheste Ort Frankreichs sein, … naja wer das entschieden hat, hat nicht viel von Frankreich gesehen.

Weiter geht es zum Leuchtturm Gatteville. Der sieht in Natur besser aus, als auf Fotos, wo er mehr an einen Fabrikschornstein erinnert. In Natura betrachtet, ist er schon sehr imposant. Den Aufstieg über die 365 Stufen sparen wir uns, da die Sicht nicht vielversprechend ist.

Wir kehren um und genehmigen uns beim Bäcker im Ort Gatteville-Phare Kaffee und Kuchen. Auf dem Platz neben der Kirche spielen ältere Leute Boule. Neu für mich sind Strippen mit Magneten, mit denen die Leute die Kugeln aufnehmen können, ohne sich bücken zu müssen.

Zurück nach Saint-Vaast-La-Hougue essen in einem Restaurant am Hafen. Ich entdecke eine weitere Austernkiste, sie kommt ebenfalls mit nach Kiel.

24.06.19
Regentag

Saint-Vaast-La-Hougue. Heute war ein Regentag. Wir sind im Grunde den ganzen Tag am Auto geblieben und haben gelesen. Dank gutem (kostenpflichtigem) WLAN auch im Internet.

Zum Einkauf gingen wir am Wasser entlang zum Supermarkt. Wir holten uns Paella von der Theke. Im Ort fanden wir eine leere dekorative Austernkiste, die wir mit nach Kiel nehmen werden.

23.06.19
Schmaler Pfad

Saint-Vaast-La-Hougue. Der Ort Saint-Vaast-La-Hougue liegt auf einer kleinen Halbinsel, ihm gegenüber gibt es zwei Inseln. Bei Ebbe kann man die eine Insel – Tatihou – zu Fuß erreichen ansonsten nutzt man das originelle Amphibienfahrzeug. Die andere Insel – La Hougue – ist durch einen Damm mit dem Festland verbunden. Es gibt also viele Möglichkeiten, am Wasser zu spazieren.

Auf der Insel La Hougue befindet ein von einem Schüler des berühmten französischen Türmebauers Vauban erbautes Fort. Man kann Insel und Fort auf einem schmalen Weg umrunden. In den Mauern des Fort gedeiht eine erstaunliche Pflanzenvielfalt.

Die Umrundung gerät zur Mutprobe, denn stellenweise verläuft der Weg auf der schmalen Mauerkrone, zum Glück haben wir Niedrigwasser,ansonsten würde die Geschichte kompliziert werden.

Zurück auf sicherem Grund gehen wir in den Ort und umrunden den recht großen Yacht- und Fischhafen. Es ist der erste Hafen, den die Alliierten 1944 befreiten. Bei Niedrigwasser wird er durch ein Tor verschlossen, dadurch wird vermieden, dass die Schiffe trocken fallen, anders als in anderen Häfen der Region. Die Öffnungszeiten des Tores sind genau festgelegt.

Ausserhalb des geschützten Hafens befindet sich die Haltestelle des Amphibienfahrzeugs, welches Personen zwischen dem Hafen und der Insel Tahitou befördert. Bei Hochwasser fährt es ins Wasser und schwimmt zur Insel, bei Niedrigwasser fährt es den Weg durchs Watt, den auch Fußgänger nutzten könne, um auf die Insel zu gelangen.

22.06.19
Nach Saint-Vaast-La-Hougue

Saint-Vaast-La-Hougue. Wir verlassen unseren tollen Platz in Deauville, wohlwissend, dass wir diesem tollen Blick noch nachtrauern werden. Zunächst erledigen wir Einkäufe und Tanken und dann geht es auf die Autobahn in Richtung Westen. Da wir nun mal hier sind, wollen wir auch mal den äußersten Westen der Normandie, die Halbinsel Cotentin im Departement La Manche mal etwas näher kennen lernen.

Im Gegensatz zu den anderen Tagen ist die Autobahn heute ganz schön voll, aber das gibt sich im Verlauf. Je weiter wir kommen desto ausgestorbner wirkt die Gegend. Immer wieder weisen Schilder auf die Invasionsstrände hin. Das Jubiläum des D-Days ist noch nicht lange her. Die Invasion der Amerikaner und Kanadier, die zur Befreiung Europas und zum Sturz des Naziregimes führte, ist natürlich ein großes Thema hier.

Als wir am Campingplatz Le Gallouette in Saint-Vaast-La-Hogue ankommen, hat man in der Rezeption gerade die Mittagspause beendet und bald stehen wir auf unserem Platz. Der Platz ist schön, alles ist gut, aber eine Sicht oder ein direkter Zugang zum Meer gibt es nicht. Dafür ist der Rest gut (auch das WLAN für 5€/3Tage).

Der Ort selbst ist sehr interessant. Er ist von drei Seiten mit Wasser umgeben und hat einen schönen Hafen, offenbar kann man hier täglich Fisch direkt vom Kutter kaufen. Es gibt tolle, stilvolle Geschäfte. Am auffälligsten ist das Maison Gosselin: Blechspielzeug, eigene Marmeladen, Kräutermischungen, Hirschschinken für 180€/kg, Stoffe, Teemischungen, Gemüse und, und, und. Alles sehr stilvoll in wahrlich nicht alles so teuer, wie der Hirschschinken. Gegenüber gibt es einer Schlachterladen, der sein verlockendes Angebot ebenfalls ungewöhnlich aufwändig präsentiert. Wir fragen uns, wie sich dieser Aufwand rechnet. Zwar laufen viele Leute im Ort herum, aber ein Tourismuszentrum scheint es auch nicht zu sein. Aber vielleicht täuschen wir uns ja auch.


Nach dem Stadtrundgang bereiten wir unser Essen zu (‚Corolle de Sole farci avec sa sauce au epices douces‘ von der Theke im Supermarkt) und genießen leckere Erdbeeren🍓.

21.06.19
Nichts tun

Trouville. Heute wollen wir mal nichts tun – soweit es möglich ist, denn etwas zu Essen müssen wir ja besorgen. Also machen wir und bald nach dem Frühstück auf den Weg nach Trouville, dieses Mal mit dem Rad. Der Hinweg ist angenehm: einfach rollen lassen…

In der Fischhalle kaufen wir fünf kleine Seezungen im Supermarkt Zitrone und Salat, das wars. Wenn denn der Rückweg nicht wäre. Es ist schon eine echte Bergprüfung, die wir mit dem Rad absolvieren müssen. Aber irgendwann ist es geschafft und der Rest des Tages vergeht mit nichts tun und Schiffe gucken.

Trockenen Fußes…

Trouville. Wir gehen den steilen Weg hinunter zum Strand und schauen, ob der Wasserstand es zulässt, am Strand entlang in den Ort zu gehen. Auf diese Weise könnten wir es vermeiden, an der Straße entlang nach Trouville zu gehen.

Zwar haben wir auflaufendes Wasser, aber der trockene Streifen erscheint uns breit genug und der Weg ist auch nicht so lang. Beim Segelclub erreichen wir ohne Probleme ‚festen Boden‘ und gehen auf der Promenade vorbei an alten, teilweise etwas heruntergekommenen Strandvillen bis in das Zentrum von Trouville.

Hier ziehen dass das gewaltige Casino und des Palace Hotel die Aufmerksamkeit auf sich. Bei der Fischhalle wird schon wieder lecker gegessen, natürlich Meeresfrüchte.

Wir überqueren den Fluss, um in den Nachbarort Deauville zu kommen, brechen des Gang aber ab, weil es uns doch zu weit ist. Auf dem Rückweg bummeln wir etwas durch die Geschäftsstraßen von Trouville, kaufen ein Baguette und eine Tarte Fromage und machen uns auf den Heimweg.

Unsere Sorge, der Wasserstand würde eine erneute Strandpassage unmöglich machen, erweist sich als unnötig. Trockenen Fußes erreichen wir die Treppe die uns wieder hinauf zum Campingplatz bringt.

Wir wärmen das Essen, auf welches wir uns schlauerweise tags zuvor an der Frischtheke besorgt haben und beobachten bei Sonnenuntergang den Schiffsverkehr.

19.06.19
Mittwoch, 19.6. Nach Trouville

Heute soll,es nach Honfleur gehen, der Ort war uns schon bei unserer letzten Normandiereise aufgefallen. Sehr hübsches Künstlerstädtchen, viele der bekannten Impressionisten habe dort wohl zeitweilig gelebt.

Der Ort liegt bei Le Havre am südlichen Seineufer, auf dem Weg dorthin überqueren wir die Seine auf der wie immer beeindruckenden Pont de Normandie. In Honfleur herrscht wildes Treiben. Viele Touristen bevölkern die Straßen. Der mitten im Ort gelegene Campingplatz empfängt uns mit geschlossenem Tor. Erst ab 14:00 Uhr sei die Rezeption geöffnet, eine Platzbesichtigung ist nicht möglich. Zum Glück bekommen wir den letzten Parkplatz vor der Tür und es Richten uns auf 1,5 Stunden Wartezeit ein. Diese Art Empfang ärgert uns mächtig. Wir gehen in den Ort, der randvoll mit Touristen ist. Überall Souvenirläden und Kunstgalerien. Einige bieten recht interessante Sachen an, viele jedoch Mist. Sehr schön ist der alte Hafen, der mitten im Ort liegt und von Restaurants umsäumt ist. Alles ganz hübsch aber auch nichts was wir nicht schon häufig gesehen haben.

Wir fragen uns, oben wir wirklich warten wollen, bis man beim Campingplatz geneigt ist, uns zu empfangen und was wir in Honfleur eigentlich wollen. Wir beschließen, weiterzufahren und machen uns auf der Küstenstraße auf den Weg nach Trouville. Der Campingplatz Le Chant des Oiseaux liegt etwas außerhalb auf einer Klippe über dem Meer. Von überall aus hat man einen sagenhaften Blick auf die Seinemündung und den Ärmelkanal. Nach einiger Suche finden wir jemand, der uns eincheckt. Außer zwei belgischen Jungs und ein paar Dauercampern ist niemand auf dem Platz zu sehen. Uns wir ein super Platz zugewiesen, auf dem wir wirklich 180 Grad unverstellbaren Meerblick haben. Wie immer gibt es natürlich auch Nachteile: der Weg zum Sanitärgebäude ist weit und beschwerlich, WLAN gibt es nur an der Rezeption, der Laden und das Restaurant haben geschlossen und der Weg in den Ort ist ebenfalls lang und beschwerlich. Und teuer ist der Platz auch. Aber dieser Blick…..

Wir lösen das Versorgungsproblem, indem wir mit dem Auto zum Supermarkt fahren und umfangreich einkaufen. Als wir wieder kommen, hat such der Platz merklich gefüllt. Unserem Sahneplatz tut das aber keinen Abbruch, das war wirklich mal Glück bei der Platzsuche. Gut, daß wir Honfleur den Rücken gekehrt haben.

Abends sehen wir, wir der Kreuzfahrer ‚Balmoral‘, den wir Mittags in Honfleur gesehen haben, in See sticht.

Nach Trouville

Trouville. Heute soll,es nach Honfleur gehen, der Ort war uns schon bei unserer letzten Normandiereise aufgefallen. Sehr hübsches Künstlerstädtchen, viele der bekannten Impressionisten habe dort wohl zeitweilig gelebt.

Der Ort liegt bei Le Havre am südlichen Seineufer, auf dem Weg dorthin überqueren wir die Seine auf der wie immer beeindruckenden Pont de Normandie. In Honfleur herrscht wildes Treiben. Viele Touristen bevölkern die Straßen. Der mitten im Ort gelegene Campingplatz empfängt uns mit geschlossenem Tor. Erst ab 14:00 Uhr sei die Rezeption geöffnet, eine Platzbesichtigung ist nicht möglich. Zum Glück bekommen wir den letzten Parkplatz vor der Tür und richten uns auf 1,5 Stunden Wartezeit ein. Diese Art Empfang ärgert uns mächtig. Wir gehen in den Ort, der randvoll mit Touristen ist. Überall Souvenirläden und Kunstgalerien. Einige bieten recht interessante Sachen an, viele jedoch Mist. Sehr schön ist der alte Hafen, der mitten im Ort liegt und von Restaurants umsäumt ist. Alles ganz hübsch aber auch nichts was wir nicht schon häufig gesehen haben.

Wir fragen uns, oben wir wirklich warten wollen, bis man beim Campingplatz geneigt ist, uns zu empfangen und was wir in Honfleur eigentlich wollen. Wir beschließen, weiterzufahren und machen uns auf der Küstenstraße auf den Weg nach Trouville. Der Campingplatz ‚Le Chant des Oiseaux‘ liegt etwas außerhalb auf einer Klippe über dem Meer. Von überall aus hat man einen sagenhaften Blick auf die Seinemündung und den Ärmelkanal. Nach einiger Suche finden wir jemand, der uns eincheckt. Außer zwei belgischen Jungs und ein paar Dauercampern ist niemand auf dem Platz zu sehen. Uns wir ein super Platz zugewiesen, auf dem wir 180 Grad unverstellbaren Meerblick haben. Wie immer, gibt es natürlich auch Nachteile: der Weg zum Sanitärgebäude ist weit und beschwerlich, WLAN gibt es nur an der Rezeption, es gibt auf dem Platz nicht eine einzige Lampe, der Laden und das Restaurant haben geschlossen und der Weg in den Ort ist ebenfalls lang und beschwerlich. Und teuer ist der Platz auch. Immerhin hat die Bar auf und bietet WLAN. Und dann dieser Blick…..

Wir lösen das Versorgungsproblem, indem wir mit dem Auto zum Supermarkt fahren und umfangreich einkaufen. Als wir wieder kommen, hat such der Platz merklich gefüllt. Unserem Sahneplatz tut das aber keinen Abbruch, das war wirklich mal Glück bei der Platzsuche. Gut, daß wir Honfleur den Rücken gekehrt haben.

Abends sehen wir, wir der schottische Kreuzfahrer ‚Balmoral‘, den wir Mittags in Honfleur gesehen haben, in See sticht.

18.06.19
Lecker Seezunge

Le Tréport. Mit den Rad rolle ich in die Unterstadt und kaufe beim Bäcker Baguette 🥖 und Croissant 🥐. Dann fahre ich weiter zum Hafen. Dort sind einige Stände mit frischen Fisch und Meeresfrüchten aufgebaut. Spontan stelle ich mich an einem Stand an und kaufe vier Seezungen für 5,30€. Die Fische wurden direkt gehäutet und ausgenommen Der Abfall wurde auf den Kai geworfen, wo sie von sofort den Möwen entsorgt wurden.

Mit den Schrägaufzug geht es samt Fahrrad zurück in die Oberstadt

Wir entscheiden uns, noch einen Tag länger zu bleiben und nehmen uns vor eine Klippenwanderung in südlicher Richtung zu machen. Leider gibt es keinen gescheiten Weg und wir müssen die meiste Zeit an der Straße laufen. In Mesnil-Val setzten wir uns eine Weile an den Kiesstrand. Auch hier gibt es ein Hotel mit angeschlossenem Campingplatz. Der Ort ist wie ausgestorben, nur im Restaurant am Strand herrscht reger Betrieb. Bei Bäcker kaufen wir uns Obstküchlein und gehen durch die Felder zurück. Es ist drücken heiß und recht anstrengend. Der Rest des Tages verbringen wir auf dem Campingplatz. Wir bereiten unsere leckeren Seezungen zu und radeln nach dem Essen nochmal zur Klippe. Noch einmal fahren wir mit dem Schrägaufzug zur Strandpromenade und bummelt etwas.

Bergauf, bergab

Le Tréport. Ich fahre mit dem Rad zur Bergstation des Schrägaufzugs und mit dem Aufzug in die Unterstadt. Nach einigem Suchen find ich einen Bäcker der auch geöffnet hat und kaufe Baguette 🥖 und Croissants 🥐 . Mit dem Schägaufzug geht es zurück.

Wir wollen eine Klippenwanderung nach Norden machen, dazu müssen wir zunächst runter in die Unterstadt und dann auf der anderen Seite wieder hoch. Wir gehen zur Bergstation des Schrägaufzugs und erreichen ihn noch kurz bevor er wegen Wartungsarbeiten geschlossen wird. Auf dem Weg dahin passieren wir einen großen Wohnmobilstellplatz mit toller Aussicht. Wie schön, daß diese ‚Wurstbuden‘ alle hier stehen, da habe wir den Parc du Golf für uns.

Unten in Le Treport gehen wir durch den Hafen über einige Schleusen in den Nachbarort Mers-le-Bains. Hier gibt es viele Häuser mit aufwändigen Schnitzereien.

Am Ende der Promenade geht der Weg an der Kirche vorbei auf die Klippe. Hier oben befindet sich der erste Campingplatz den wir gestern angesehen und abgelehnt haben. Im weiteren Verlauf führt der Weg immer höhen und wir ahnen, dass wir nicht weit kommen werden, denn die Sonne brennt und es ist sehr sehr warm. Zwar zeigt das Thermometer nur 20 Grad, aber in der Sonne müssen es sehr viel mehr sein. An der Christusstatue drehen wir um und gehen zurück nach Le Treport.

Da der Schrägaufzug wegen Wartungsarbeiten nicht fährt, lernen wir die Treppe kennen, die ebenfalls in die Oberstadt führt. Oben angekommen wissen wir, welche Erleichterung der Schrägaufzug für die Bevölkerung bedeutet, zumal es in der Oberstadt kaum Geschäfte gibt.

‚Geschäfte‘ ist das Stichwort für meine nächste Exkursion dieses Tages. Mit dem Rad fahre sich zum Supermarkt. Natürlich geht es wieder bergab und voll gepackt wieder bergauf. Die Normandie ist nur bei ungenauem Blick Flachland.

17.06.19
Le Tréport

Ich fahre mit dem Rad zur Bergstation des Schrägaufzugs und mit dem Aufzug in die Unterstadt. Nach einigem Suchen find ich einen Bäcker der auch geöffnet hat und kaufe Baguette 🥖 und Croissants 🥐 . Mit dem Schägaufzug geht es zurück.

Wir wollen eine Kliipenwanderung nach Norden machen, dazu müssen wir zunächst runter in die Unterstadt und dann auf der anderen Seite wieder hoch. Wir gehen zur Bergstation des Schrägaufzugs und erreichen ihn noch kurz bevor er wegen Wartungsarbeiten geschlossen wird. Auf dem Weg dahin passieren wir einen großen Wohnmobilstellplatz mit toller Aussicht. Wie schön, daß diese ‚Wurstbuden‘ alle hier stehen, da habe wir den Parc du Golf für uns.

Unten in Le Treport gehen wir durch den Hafen über einige Schleusen in den Nachbarort Mers-le-Bains. Hier gibt es viele Häuser mit aufwändigen Schnitzereien.

Am Ende der Promenade geht der Weg an der Kirche vorbei auf die Klippe. Hier oben befindet sich der erste Campingplatz den wir gestern angesehen und abgelehnt haben. Im weiteren Verlauf führt der Weg immer höhen und wir ahnen, dass wir nicht weit kommen werden, denn die Sonne brennt und es ist sehr sehr warm. Zwar zeigt das Thermometer nur 20 Grad, aber in der Sonne müssen es sehr viel mehr sein. An der Christusstatue drehen wir um und gehen zurück nach Le Treport.

Da der Schrägaufzug wegen Wartungsarbeiten nicht fährt, lernen wir die Treppe kennen, die ebenfalls in die Oberstadt führt. Oben angekommen wissen wir, welche Erleichterung der Schrägaufzug für die Bevölkerung bedeutet, zumal es in der Oberstadt kaum Geschäfte gibt.

‚Geschäfte‘ ist das Stichwort für meine nächste Exkursion dieses Tages. Mit dem Rad fahre sich zum Supermarkt. Natürlich geht es wieder bergab und voll gepackt wieder bergauf. Die Normandie ist nur bei ungenauem Blick Flachland.

16.06.19
Nach Le Tréport

Le Tréport. Nach entspannte Fahrt auf leerer Autobahn landen wir nach ca 200km am Atlantik nach Le Tréport. Der Campingplatz, den wir anfahren liegt hoch über dem Nachbarort Mers-le-Bains und bietet einen tollen Blick auf das grüne Meer. Die Rezeption ist nicht besetzt, der Platz gefällt uns auch nicht so sehr. Also suchen wir einen anderen Platz. Er trägt den viel versprechenden Namen ‚Parc du Golf‘ und gehört zu einem Hotel.

Das Hotel ist ein schönes Fachwerkhaus im normannischen Stil und liegt in einem Park. Auf dem Parkgelände gibt es Stellpätze und Ferienhütten. Auch Hütten und das winzigen Sanitärgebäude sind Fachwerkhäuser. Auf dem Campingplatz und im Hotel gibt es nur wenige Gäste, wir können im Park beim Hotel stehen. Alles hier hat schon bessere Zeiten erlebt und versprüht einen etwas bröckeligen Charme. Obwohl man das Meer nicht sehen kann und das WLAN sehr dürftig ist, gefällt es uns gut.

Nachdem wir uns eingerichtet haben gehen wir in den Ort. Es geht sehr lange, seht steil abwärts und wir denken schon sorgenvoll an den Aufstieg. Unten im Hafen herrscht Halligalli. Menschenmassen drängen sich an der Promenade und immer wieder lärmen blubbernd Harley-Davidsons vorbei. Es gibt Verkaufsstände und Livemusik. Motorräder und amerikanische Strßenkreuzer werden präsentiert. Offenbar hängen die Festivitäten mit dem Jubiläum des D-Days zusammen und man preist die französisch-amerikanische Freundschaft.

Obwohl wir Sonntag Nachmittag haben, ist die Fischhalle geöffnet und bietet ein üppiges Angebot an Fisch und Meeresfrüchten. Wir bummelnd ein wenig über die Mole und entdecken dann den modernen Schrägaufzug, der die Unterstadt mit der Oberstadt verbindet, die auf der hohen Klippe über dem Meer liegt. Es herrscht ein ziemlicher Andrang, vier Kabinen können nebeneinander fahren und bis zu 10 Personen aufnehmen. In einem der Kabinen dürfen auch Kinderwagen, Fahräder etc.. mitgenommen werden. Der Betrieb ist vollautomatisch und die Benutzung kostenlos. Das ganze ist keine Touristenattraktion, sondern ein Nahverkehrsmittel, welches die beiden Stadtteile verbindet.

15.06.19
Mit dem Rad zu Monet

Paris. Die Idee unseres Parisaufenthalts ist, mit dem Fahrrad zwei bedeutende Museen zu besuchen, die direkt am Bois de Boulogne liegen, wo sich ja auch unser Campingplatz befindet.

Also fahren wir auf einem Sandweg entlang eines riesigen Sportfeldes zur ‚Fondation Louis Vuitton‘. Hier ist allein schon das Gebäude sehenswert: es wurde vom amerikanischen Stararchitekten Frank Gehry entworfen und erst vor fünf Jahren fertiggestellt. Es erinnert an eine riesige, gläserne Blüte deren übereinander geschichteten Blätter von massiven Stahl- und Holzträgern gehalten werden.

Auf dem Dach gibt es Terrasen auf unterschiedlichen Niveaus, die Blicke auf Paris (inkl Eifelturm) ermöglichen. Das Museum beherbergt teilweise sehr moderne Kunst, zu der uns der Zugang fehlt, aber aktuell endete gerade eine große Sonderausstellung der englischen Courtauld-Sammlung, zu der zahlreiche weltberühmte Bilder gehören. Monet, Manet, Renoir, Gauguin, van Gogh sind reichlich vertreten. Ich habe noch nie so viele Bilder auf einem Haufen gesehen, von denen ich vorher schon einmal gehört hatte.

Die Courtauld Sammlung in der Fondation Louis Vuitton | ARTinWORDS

So viel Prominenz hat ihren Nachteile: am Eingang staut sich eine beträchtliche Schlange von Kunstfreunden. Bei Näherkommen sehen wir, dass es die Schlange deren ist, die Karten im Internet gekauft hatten und uns schwant übles. Wir erkundigen uns, ob es überhaupt Ticket gibt und stellen uns in der deutlich kürzeren Schlage derer an, die noch kein Ticket haben. Es stellt sich heraus, dass die Ursache der Schlange nicht die Einlaßkontrolle ist, sondern der Sicherheitscheck, dem auch mein Taschenmesser im Rucksack nicht verborgen bleibt: Messer rausholen, Formular ausfüllen, Messer abgeben… Der Ticketerwerb und der Einlass verläuft zügig.

Doch das dicke Ende kommt dann in der Ausstellung: man kann man es nicht wirklich genießen, denn es ist rammelvoll. Dreier und Vierrereihen vor den Bildern…. es ist der vorletzte Tag der spektakulären Ausstellung.

In der ständigen Sammlung des Museums ist es deutlich entspannter und wie gesagt, das Gebäude selbst ist schon toll. Besonders gut gefällt uns eine Installation von Olafur Eliasson, der auch den Regenbogengang auf dem Aros Museum in Aarhus entworfen hat: eine Reihe von dreieckigen Stehlen aus gelb leuchtendem Glas und Spiegelelementen.

Das Museeumsticket ermöglicht auch den Besuch des angrenzenden Parc d‘Acclimation. Eine Park mit Restaurants, Kinderattraktionen etc. Da sind richtig viele Leute und vergnügen sich. Es gibt einen Stand mit Greifvögeln darunter ein Weißkopfseeadler. Dummerweise haben wir das Museum durch den falschen Ausgang verlassen und kommen nun nicht mehr in den Park. Wir gehen zurück zum Hauteingang und dürfen erneut ins Museum, allerdings nicht ohne erneute Sicherheitsüberprüfung und erneuter Abgabe meines Taschenmessers.

Das zweite Museum auf unserer Liste (Musée Marmottan) ist im Kontext der vielen Topmuseen in Paris garnicht so bekannt. Dabei besitzt es die größte Sammlung von Bildern Claude Monets.

Mit den Rädern durchqueren wir den Bois de Boulogne und verpassen leider kurz vor dem Ziel eine Abzweigung, wir irren herum und landen fast am Arc de Triomphe.

Endlich finden wir das Museum in einer Seitenstraße. Es befindet sich in einer Stadvilla und beherbergt auch komplett Zimmereinrichtungen seiner Vorbesitzter, sowie einige schöne Bilder von Berthe Morissot, der bedeutensten Malerin ihrer Zeit.

Die Monets hätten wir die fast nicht gefunden, weil sie in einem extra angelegten Kellergeschoß untergebracht sind und es keinen Hinweis darauf gibt. In einem runden Raum hängen allein über 10 der berühmten Seerosenbilder.
Leider war das berühmteste Bild, „L’Impression, Soleil levant [Impression, Sonnenaufgang] gerade an eine Ausstellung in Australien ausgeliehen. Es zeigt einen Sonnenuntergang in Le Havre, und gab der Stilrichtung ‚Impressionismus’ den Namen.

Eine Pilgerstätte für Monetfeeunde ist das Dorf Giverny in der Normandie. Dort lebte Monet und legte seinen Garten mit dem Seerosenteich an. Es soll eine Touristehhölle sein und wir denken Nacht dem heutigen Museumsbesuch, daß wir sie uns ersparen können.

Abends essen wir erneut im Platzrestaurant.

15.6. Paris

Die Idee unseres Parisaufenthalts ist, mit dem Fahrrad zwei bedeutende Museen zu besuchen, die direkt am Bois de Boulogne liegen, wo sich ja auch unser Campingplatz befindet.

Also fahren wir auf einem Sandweg entlang eines riesigen Sportfeldes zur ‚Fondation Louis Vuitton‘. Hier ist allein schon das Gebäude sehenswert: es wurde vom amerikanischen Stararchitekten Frank Guehry entworfen und erst vor 5 Jahren fertiggestellt. Es erinnert an eine riesige, gläserne Blüte deren übereinander geschichteten Blätter von massiven Stahl und Holzträgern gehalten werden. Auf dem Dach gibt es Terrasen auf unterschiedlichen Niveaus, die Blicke auf Paris (inkl Eifelturm) ermöglichen. Das Museum beherbergt teilweise sehr moderne Kunst, zu der uns der Zugang fehlt, aber aktuell endete gerade eine große Sonderausstellunge der englischen Courtauld-Sammlung, zu der zahlreiche weltberühmte Bilder gehören. Monet, Manet, Renoir, Gauguin, van Gogh sind reichlich vertreten. Ich habe noch nie so viele Bilder auf einem Haufen gesehen, von denen ich vorher schon einmal gehört hatte.

Die Courtauld Sammlung in der Fondation Louis Vuitton | ARTinWORDS

So viel Prominenz hat ihren Preis: am Eingang staut sich eine beträchtliche Schlange von Kunstfreunden. Bei Näherkommen sehen wir, dass es die Schlange deren ist, die Karten im Internet gekauft hatten und uns schwant übles. Wir erkundigen uns, ob es überhaupt Ticket gibt und stellen uns in der deutlich kürzeren Schlage derer an, die noch kein Ticket haben. Es stellt sich heraus, dass die Ursache der Schlange nicht die Einlaßkontrolle ist, sondern der Sicherheitscheck, dem auch mein Taschenmesser im Rucksack nicht verborgen bleibt: Messer rausholen, Formular ausfüllen, Messer abgeben… Der Ticketerwerb und der Einlass verläuft zügig.

Doch das dicke Ende kommt dann in der Ausstellung: man kann man es nicht wirklich genießen, denn es ist rammelvoll. Dreier und Vierrereihen vor den Bildern…. er ist halt der vorletzte Tag. In der ständigen Sammlung ist es deutlich entspannter und wie gesagt, das Gebäude selbst ist schon toll. Besonders gut gefällt uns eine Installation von Olafur Eliasson, der auch den Regenbogengang auf dem Aros Museum in Aarhus entworfen hat: eine Reihe von dreieckigen Stehlen aus gelb leuchtendem Glas und Spiegelelementen.

Das Museeumsticket ermöglicht auch den Besuch des angrenzenden Park Parc d‘Acclimation. Eine Park mit Restaurants, Kinderattraktionen etc. Da sind richtig viele Leute und vergnügen sich. Es gibt auch einen Stand mit Greifvögeln darunter ein Weißkopfseeadler. Dummerweise haben wir das Museum durch den falschen Ausgang verlassen und kommen nun nicht mehr in den Park. Wir gehen zurück zum Hauteingang und dürfen erneut ins Museum, allerdings nicht ohne erneute Sicherheitsüberprüfung und erneuter Abgabe meines Taschenmessers.

Das zweite Museum auf unserer Liste (Musée Marmottan) ist im Kontext der vielen Topmuseen in Paris garnicht so bekannt. Dabei besitzt es die größte Sammlung von Bildern Claude Monets.

Mit den Rädern durchqueren wir den Bois de Boulogne und verpassen leider kurz vor dem Ziel eine Abzweigung, wir irren herum und landen fast am Arc de Triomphe.

Endlich finden wir das Museum in einer Seitenstraße. Es befindet sich in einer Stadville und beherbergt auch komplett Zimmereinrichtungen seines Vorbesitzter, sowie einige schöne Bilder von Berthe Morissot, der bedeutensten Malerin ihrer Zeit.

Die Monets hätten wir die fast nicht gefunden, weil sie in einem extra angelegten Kellergeschoß untergebracht sind und es keinen Hinweis darauf gibt. In einem runden Raum hängen allein über 10 der berühmten Seerosenbilder. Ein Top-Reiseziel in der Normandie ist ja Giverny wo Monet lebte und einen Garten mit Seerosenteich angelegt hat. Aber das soll eine Touristehhölle sein, die wir uns nach diesem Museumsbesuch gerne ersparen

14.06.19
Nach Paris

Heute ist unser HOCHZEITSTAG, da passt es doch, nach Paris zu fahren. Ob wegen uns geflaggt ist? Die Autobahn ist jedenfalls total leer, das angenehme fahren hat seinen Preis:  über 40€ kostet uns die Maut.

Gegen 16:00 sind wir beim Camping de Paris im Bois de Boulogne, die letzte halbe Stunde war schrecklich, der Verkehr hier ist einfach der Wahnsinn.

Der Campingplatz ist gut. Die Plätze sind unterschiedlich groß und unterschiedlich laut. Lärm kommt von der Straße durch den Bois de Boulogne. Man gibt uns einen winzigen Platz direkt an der Straße. Auf Nachfrage dürfen wir uns einen besseren Platz aussuchen. Das Restaurant hat hauptsächlich Pizza, ist aber günstig. Das Personal ist  superfreundlich. Es gibt überall kostenloses WLAN, dessen Qualität aber stark von der Lage und der Uhrzeit abhängig ist. Den Luftraum über dem Platz teilen sich Tauben, Elstern. Papageien 🦜 und Flugzeuge

Wir überqueren die Seine zu Fuß und finden im Kaufhaus ‚Monoprix‘  alles was man braucht. Auch eine neue Glaskanne für die Kaffezubereitung und Lebensmittel gibt es reichlich.

13.06.19
Nach Metz

Nach angenehm entspannter Fahrt über Frankfurt, Mannheim, Kaiserslautern erreichen wir Metz gegen 15:30 Uhr. Der uns schon bekannte Camping Municipal an der Mosel ist ganz schön voll.

Wir bekommen einen blöden Stellplatz auf Asphalt zwischen Wohnmobilen/Wurstwagen zugewiesen (Tipp: man darf auf die Frage >Asphalt< nicht mit >Oui< antworten). Es gibt auffällig viele Engländer/Briten, die eigene Waschmaschinen mitgebracht haben und grußlos durch unseren ‚Vorgarten‘ trampeln. Boris Johnson lässt grüßen.

Wir erkunden die Stadt und essen am Place de Saint Jaques leckeres Risotto. Nachts geht zunächst eine Alarmanlage bei den Engländern los, dann pumpt sich unser Blutdruckmesser geräuschvoll und ungefragt auf. Ansonsten ist es ruhig…

21.05.19
aRoS Art

Barney meldet sich per Mail und fragt nach, ob wir in Berlin sind. Auch Stefan meldet sich und kündigt einen Kielbesuch im August an.
Mit dem Auto geht es  nach Aarhus und parken problemlos in der Nähe des aRoS. Es droht Regen, daher fahren wir gleich auf das Dach und bewundern das Regenbogenpanorama.

Im Museum gibt es immer gibt mehrere Ausstellungen. Wir sehen uns „The Human Nature“ (Kunst aus unterschiedlichen Epochen zu zentralen Menschheitsthemen) und „The Dream about Denmark“ (Bestandsbilder aus dem 19. Jh. mit typisch dänischen Motiven) an.

Ein besonderes Highlight ist Ron Muecks „Boy“, eine Riesenskulptur eines Jungen mit 4,5m Höhe und 500 kg, die in einem Raum mit Spiegelwänden steht. Ziemlich abgefahrene Installationen, zu denen wir keinen Zugang finden wir in den Ausstellungen „Far from home“ und „Tomorrow is the Question“.

Mittlerweile regnet es Bindfäden, wir essen im nahegelegenen Konzerthaus und fahren nach Hause. Die dänische Autobahn ist rappelvoll, obwohl es noch früh am Nachmittag ist.

20.05.19
Aarhus

Wegen des angekündigten schlechten Wetters (Gewitter, Regen,…) blasen wir unsere geplante Berlinreise ab und fahren statt dessen nach Aalborg. Vor sieben Jahren haben wir das aRoS Art Museum entdeckt, nun wollen wir auch mal rein.

An der Grenze werden wir an den Populismus im einst liberalen Nachbarland erinnert: es gibt nicht nur Wildschweinzäune sondern auch Grenzkontrollen, allerdings dürfen wir ohne Belästigung passieren.

Für die Übernachtung haben wir uns den Campingplatz Blommehaven ausgewählt. Er liegt 5 km südlich von Aarhus im Wald und direkt am Meer. Leider hat der Campingladen geschlossen, auch in der Nähe gibt es weder Geschäfte noch Restaurants.  Auch die Auskunft im Campingbüro ist wenig hilfreich. Nicht einmal auf den schönen Radweg werden wir trotz Nachfrage hingewiesen.

Da auch meine Handykarten nicht funktionieren, müssen wir improvisieren. Zum Glück finden wir besagten Radweg, der auf eigener Trasse, durch den schönen Wald zum Moesgård Strand und in der anderen Richtung nach Aarhus führt.

Beim Naturcenter Ørnereden gönnen wir uns bei tollem Ostseeblick einen Risted Hotdog, dann fahren wir weiter Moesgård Strand. Danach geht es zum Museum Moesgård, einem auffälligen in das Gelände eingelassenen Gebäude welches Ausstellungen zur Frühgeschichte beherbergt. Wir belassen es bei einem Gang durch Foyer, weil wir keine Lust auf Frühgeschichte haben. Auf dem Gelände des Museums – einem weitläufigen Wiesenhang laufen Vorbereitungen für eine Open Air Aufführung von „König Arthus“.

Da die Versorgungslage am Campingplatz so mies ist, fahren wir noch nach Aarhus, um etwas zum Essen zu bekommen. Wir kommen wir an der ‚endlosen Brücke‘ vorbei. Sie wurde 2015 für die Ausstellung „Skulpture by the Sea“ errichtet und man hat beschlossen, sie zu erhalten. Allerdings wird sie im Winter abgebaut und  jedes Frühjahr neu errichtet. Auf dem 180 Meter langen kreisförmigen Steg kann man spazieren, sitzen, baden etc.

Im Außenbezirk von Aarhus werden die Reste eines großen Autorennens beseitigt – da haben wir wohl Glück gehabt. Im Hafen wurde in den vergangenen Jahren viel gebaut. Wie auch in Hamburg, Bremerhaven und (leider nur zögerlich) in Kiel, wurden alte Hafen- und Industrieflächen mit architektonisch auffälligen Gebäuden neu gestaltet.

In der Innenstadt finden wir am Aarhus-Åa-Kanal die Pizzeria ‚Grappa‘, wo wir zu Abend essen

19.05.19
Ostsee Hall

So laut habe ich die Ostseehalle noch nie erlebt. Schon garnicht, seit sie Sparkassenarena heisst. Nach dem Verpassen der Championsleague war klar: der THW Kiel will das Final 4 des EHF Cup erreichen, ausrichten und gewinnen. Mannschaft und Zuschauer haben das gestern eindrucksvoll umgesetzt. Schön, daß auch Andy Wolf die Chance bekam, einen wichtigen Beitrag zu leisten und daß es Max Wieslander übertragen wurde, den Pokal in die Halle zu tragen. Bei der Gestaltung von zukünftigen Pokalen sollte die EHF im Auge behalten, dass man solche Trophäen auch vernünftig in die Höhe recken und aus ihnen trinken kann. Das gibt einfach bessere Bilder. Ich hoffe, in den kommenden Jahren dürfen sich wieder andere Teams mit diesem Monstrum herumplagen.

Und dann war da noch Norbert Ohl, den Friedel entdeckte als er -von einem anderen Mann geküsst – in der KissCam gezeigt wurde, kurz darauf auch als Instastory für die ganze Welt.

15.05.19
Pech mit Berlin

Ich informiere mich im Internet über unsere Reiseziele in Potsdam und Berlin und erfahre, daß es in der Liebermanvilla Umbaumaßnahmen gibt und die Ausstellung nicht im vollen Umfang besichtigt werden kann.

Die Barberini-App erweist sich als wenig hilfreich, offenbar funktioniert sie nur vor Ort so richtig gut. Immerhin finde ich heraus, daß das Barberini Museum offenbar keinen Bestand zeigt, sondern nur wechselnde Ausstellungen. Die Wettervorhersage für Berlin ist weiterhin schlecht. Unsere Berlinreise steht unter keinem guten Stern.

13.05.19
Westensee

Mit dem Rad fahren wir zur Hohburg am Westensee und machen eine kleine Wanderung um den Kleinen Schierensee. Es sind erstaunlich viele Leute im Wald unterwegs.

Wir wollen Mittag essen und stellen erstaunt fest, daß das Restaurant zum Fischmeister dauerhaft geschlossen ist. Das Café Zeit ist nur am Wochenende geöffnet, aber das Gasthaus am Westensee hat geöffnet. Es ist offenbar unter der Woche die einzige Essgelegenheit, weit und breit. Etwas wenig für ein Urlaubsgebiet.

03.04.19
Von Den Haag nach Kiel

Wir parken unseren Mietwagen direkt vor Lindas Wohnung und laden unsere Klamotten ein. Darunter auch das selbstgebraute Bier, welches  wir für Linda nach Kiel transportieren. Es soll ein Hochzeitsgeschenk für Lina werden.

Die Rückfahrt in unserem Opel Astra ist angenehm. Modernen Dinge wie Tempomat, Navi und Automatik sind schon was tTolles. Ich erwäge einiges davon auch bei einem neuen Bus zu bestellen, falls es noch einmal dazu kommen sollte.

In Zeven holen wir unseren Bus ab, geben den Mietwagen zurück und fahren über Glückstadt-Wischhafen nach Kiel. Der Hofladen bei Bauer Holm hat geschlossen.

02.04.19
Van Gogh und Hockney

Linda will uns ihre CP-Chipcard  geben, mit der wir die Straßenbahn nutzen können. Leider ist sie leer. Der Automat zum aufladen ist  kaputt, ein weiterer Automat wurde abgebaut. Aufladen per Internet funktioniert nur mitWir gehen zu Fuß zum Bahnhof.

Mit dem Zug nach fahren wir nach Adam Zuid. Bei Lisse sind allererste Anzeichen von blühenden Tulpen zu sehen. Mit der Metro fahren weiter zum und gehen zum Museumplein. Die Anreise war schon mal entspannter als letztes Jahr, als wir von Edam aus mit dem Zug nach Amsterdam Zentral fuhren.

Wegen nicht vorhandener museumkaard musste ein neues Ticket kaufen, das hatte ich bereits online erledigt. Trotzdem darf im gleichen Timeslot wie Friedel ins Museum.

Die Ausstellung ist sehr toll. Es wir das Video mit Hockney gezeigt, in welchem er einige Van Gogh Zitate kommentiert. Besonders beeindruckend  sind die großformatigen Bilder, die aus mehreren Leinwänden zusammengesetzt sind, aber auch die Skizzenbücher und die Kohlezeichnungen in welchen Hockney es schafft trotz Limitierung auf Schwarz und Weiß eine Vielzahl von Grüntönen abzubilden gefallen mit sehr gut.

Den Rest des Van Gogh Museums sehen wir uns nicht an. Im Shop kaufen wir den Katalog und ein Austellungsplakat.

Autohaus Spreckelsen ruft an und teilt uns mit, daß wegen des Marderschadens die Kosten für den Mietwagen nicht übernommen werden. Komische Logik. ich könnte ja verstehen, wenn es  ablehnen überhaupt für Marderschäden zu zahlen, aber ein bisschen zahlen und ein bisschen nicht finde ich eigenartig.

Auf mehr Amsterdam haben wir keine Lust, mit der Straßenbahn und dem Zug geht es zügig zurück nach DenHaag.  Zu Fuß  gehen wir vom Bahnhof nach Hause, auf dem Wegen kehren wir noch zu Kaffee und Kuchen bei Lollapallooza in der van Bylandtstraat ein.

01.04.19
Am Strand von Den Haag

Ich bekommen einen Anruf vom Autohaus Spreckelsen: es handelt sich um einen Marderschaden. Am Dienstag ist das Auto fertig. ‚Marderschaden‘ bedeutet leider, dass wir den Mietwagen selber bezahlen müssen, da gilt die Mobilitätsgarantie nur eingeschränkt.

Nach dem Frühstück gehen wir durch die westlichen Wohngebierte von Den Haag  zum Westduinpark und dort an den Strand. Das Wetter ist herrlich und obwohl Montag ist sind etliche Leute am Stand unterwegs sind.

In einer Strandbar gönnen wir uns Bitterkalten und Chouffje, dann gehen wir weiter zum Hafen. Hier wurde viel gebaut. Es sind tolle Wohnungen direkt am Hafen entstanden. Bei Simonis kaufen wir Fisch. Ein paar Fischreiher sind so dreist, daß sie sogar in die Fischhalle gehüpft sind um etwas zum Essen zu finden.

31.03.19
Im Friedenspalast

Linda hat Karten für eine Führung durch den Friedensplalast besorgt.Nur so kann man das Gebäude besichtigen. Das Gebäude ist Sitz des Internationalen Gerichtshofs, des Ständigen Schiedshofes. Es ist sehr prunkvoll und gefüllt mit Geschenken aus allen möglichen Ländern der Welt. Wir dürfen in den Sitzungssälen Platz nehmen und erfahren viel über Organisation und Arbeit der Gerichte. Fotografieren ist nicht erlaubt, daher hier ein paar Bilder aus WikiMedia Commons.

Im Park fallen uns auffällige, rotblühende Sträucher auf. Leider kann uns keiner sagen um welche Pflanzen es sich handelt, im Internet finden wir dann heraus, daß es sich um Kamelien handelt.

Bei schönem Wetter gehen wir zu Fuß zum Gemeentemuseum. Ein Museumsbesuch ist wegen meiner verlorenen museumkaart nicht geplant aber im Museumsrestaurant Gember gibt es einen Imbiss.

Über die Frederik Hendriklaan (Fred) geht es zurück zu Linda, abends essen wir dann im Joris en de Draak.

30.03.19
Mit Panne nach den Haag

Heute geht es für ein paar Tage nach Holland. Wir fahren gegen zehn Uhr los und kommen gut durch, bis bei Zeven die Motorkontrolleuchte (Glühwendel) aufleuchtet. Wir verlassen die Autobahn und rufen den VW Notdienst an. Nach ca 40 Minuten kommt ein Abschleppwagen, der uns zur VW Werkstatt nach Zeven bringt.

Wir stellen das Auto bei VW Spreckelsen auf den Hof, die Werkstatt ist leider schon geschlossen. In den benachbarten Shell Tankstelle steht ein Opel Astra für uns bereit und so setzen wir mit ca 2 Stunden Verspätung die Reise nach Den Haag fort.

Das gelingt ohne weitere Zwischenfälle. Wir übernachten bei Linda, Leif ist für eine Woche in den USA.

27.09.18
Gabriele Münter in Köln


München war uns zu weit, Kopenhagen zu aufwändig, also nutzen wir die Heimreise von unserem Bretagne-Urlaub zu einem Abstecher nach Köln und besuchten die Ausstellung von Gabriele Münter im Museum Ludwig.

Auf der Heimreise nach Kiel wurden wir Opfer der Verkehrschaos im Ruhrgebiet: 3 Stunden allein von Köln nach Dortmund!

26.09.18
Fecamp -> Düren

Wir wollen nach Köln, um die Gabriele Münter Ausstellung zu besuchen. Unsere ursprünglichen Plan, am Rhein zu campen geben wir wegen der angekündigten Temperaturen auf, Wir buchen über das Internet ein Ibis Hotel in Düren. Von dort aus kommen wir am folgenden Tag schnell nach Köln.

Das Hotel liegt in einem Gewerbegebiet, das Einchecken erfolgt wie schon die Buchung und Reservierung menschenfrei. Eine angenehme Überraschung bereitet das nahegelegene italienische Restaurant l‘Osteria: nettes Ambiente, interessante Karte und gutes Essen. Es stört wirklich kaum, das man auf der Terrasse zwischen Schnellstraße und Autobahn sitzt.

Erst später lerne ich, das l‘Osteria eine Kette mit über 30 Restaurants ist, eines sogar in Kiel.

25.09.18
Etretat -> Fecamp

Wir wollen weiter nach Fecamp. Vorher haben wir noch in Etretat einen Künstlergarten auf den anderen Klippe besuchen wollen. Nach irreführenden Angaben ob man zum zugehörigen Parkplatz auch mit dem Auto fahren darf (!!) haben wir es getan und standen vor einer Höhenbegrenzung.😦 Man wollte und auch nicht rauflassen, obwohl wir den Garten besuchen wollten , also sind wir unverrichteter Dinge wieder runter und nach Fecamp. Hier jetzt schön chillig….aber ein viel größerer Ort als Etretat. Wir laufen durch dies Stadt, sehen die Destille von Benedictine, die lange Mole und gehen an den Strand, der wie in Etretat aus großen Kieselsteinen besteht.

23.09.18
Guérande –> Etretat

Moin, Planänderung: wir nutzen das schlechte Wetter und fahren an die Alabasterküste. Ca. 450km nach Norden. Etretat oder Yport oder Fecamp. Wenn wir da sind wird das Wetter besser….sagt WetterOnline.🙏🏻

Wir landen in Etretat. Hmmm, wollten was essen gehen: Fehlanzeige. Die Restaurants sind zwar offen, aber es gibt erst ab 19:00 was zu essen . Das wiederum sagt einem keiner. Man wird einfach ignoriert. Ärgerlich weil es erst 18:00 war. Also zum Bus Nudeln kochen. Außerdem ist es stürmisch und saukalt. Aber auch sehr schön. WIFi nur an der Rezeption

Das Szenario in Etretat ist schon grandios. Morgen wollen wir oben auf der Klippe ein Stück den GR 24 gehen. Das mit dem Wetter hat ja schonmal geklappt.

Wie schon auwährend der Anfahrt,  deutet wenig darauf hin, dass man hier am Meer ist. Das ändert sich abrupt, wenn man die letzten Meter im durch die engen Gassen des Ort zurück gelegt hat hat und unvermittelt am Strand steht

In Etretat ist man auf einiges eingerichtet: vor dem Ort weist ein Schild auf einer großen Wiese darauf hin, das dies der letzte kostenlose Parkplatz vor Ertretat sei“. Das man mit den Touristen auch das eine oder andere Problem hat, sieht an an Schildern in Ort wie : „Picknickkörber am Stand verboten“, „ Keine Kieselsteine von Strand mitnehmen“ oder „Zufahrt für Wohnmobile verboten“.

Der Ort ist dann auch entsprechend touristisch ausgestattet: etliche Restaurants auf denen Fotos der angebotenen Gerichte dem sprachunkundigen die Auswahl erleichtern und eine zum Andenkenmarkt umfunktionierte schöne alte Markthalle seien als Beispiel genannt. Aber auch schöne alte Häuser mit geschnitzten Holzfassaden.

22.09.18
Quiberon –> Guérande

Wir sind weitergefahren, weil wir was anderes sehen wollten. Das Wetter ist überall bescheiden. Eigentlich wollen wir nach Norden, aber der Wetterbericht verheißt Regen, Sturm und Gewitter, also bleiben wir in der Südbretagne und fahren zur Halbinsel Guérande .

Die Wettervorhersage sah vielversprechend aus, hat aber nicht gehalten. Wenigstens nur Nieselregen. Unser Wunschplatz in Turballe ist zu unserem Erstaunen ausgebucht, also fahren wir weiter zum Parc de St‘e Brigitte, einem Campingplatz, der in einem alten Schloßpark gelegen ist. Schloß, Platz und Sanitäranlagen sind alle schon etwas älter, aber irgendwie ist das ganze mit höhen Bäumen und alten Gemäuern recht reizvoll.

An der Frischetheke im Supermarkt kaufen wir uns Paella und verbringen den Rest des Tages mit Nichttun uns spazieren im Park.

21.09.18
Nichtstun auf Quiberon

Wenig tun: mit dem Rad ins Dorf, essen kaufen, am Strand langdackeln, mit dem Rad mit dem Rad nach St. Pierre zum Einkaufen, danach nach Qiberon für die restlichen Dinge (alkfreies Bier), am Strand langdackeln, zeichnen….

20.09.18
Radtour rund Quiberon

Heute haben wir eine schöne Fahrradtour um die Insel gemacht. Gleich zu Beginn war in dem Örtchen St. Pierre Markt. Da haben wir erstmal unser Essen für heute Abend ein eingekauft und die Einkäufe zum ⛺️ zurück gebracht: fertiges Schweinefleisch a la Provence.

Dann starteten wir erneut, querten die Halbinsel und kamen zur Côte sauvage.  Dort war es sehr toll, es war Flut und es gab wieder tolle Wellen🌊 die an den Felsen hochspritzten und schönes Wetter hatten wir auch.

Im Ort Quiberon waren sehr viele Urlauber unterwegs. Der Yachthafen war leider eine große Baustelle, sodaß wir dort nich gerne sitzen wollten.

Nachts erstmals seit Langem Regen und unangenehm kühl.

19.09.18
Lesconil –> Quiberon

• Camping Beausejour, Meerblick, Internet zeitbasiert 20h 8€
• Wir sind erstmal nicht so happy, aber woanders ist das Wetter schlechter
• Ort Quiberon recht schön, tolle Promenade, Fähre nach Belle Isle

18.09.18
Lesconil

Wegen des schlechten Wetters in Holland canceln wir den Plan, die Rückreise über Den Haag zu machen. Neuer Plan: wir fahren über die Normandie nach Köln (Münter Ausstellung) und dann nach Kiel.

Wir hängen etwas ab und gehen dann am Strand ins Örtchen, Wellen 🌊 gucken, auf dem Weg sind viele Felsen

Dann wieder zurück, ausruhen, Lunch, dann essen kaufen, dann wieder ausruhen, Käffchen, lesen, rumdödeln.

Wenn die Sonne es schafft, aus dem Dunst zu kommen, dann ist es richtig schön warm, aber das schafft sie leider nicht mehr so oft, ein paar Grad wärmer könnte es tagsüber gerne sein

17.09.18
Radtour Guilvinec, Phare Eckmühl

Eckmühl bestiegen, anschließend Kaffee

tolle Ecke, toller Blick

Guilvinec, Besuchergalerie, nicht so schlimm wie befürchtet

Wenig zu sehen, trotzdem interessant

Im Fischladen 2x Limandes filetiert plus ein Pfund Langustinos

Heimfahrt, kochen

15.09.18
Lesconil

• Chillen, Strand

• Der Campingplatz les Dunes ist toll gelegen, hat Brötchenservice und gutes Internet, (ticketbasiert, aber unbegrenzt nur 1×6€)