09.03.14
Ein Tag in Kolding

Besuch bei Leif in seinem Studienort Holding (DK). Zu Komisch: beim Italiener in Kolding gibt es etweder keinen Platz oder keine Pizza. Dafür aber Hamburger.

27.04.14
Gartenreich Wörlitz und Elbauen

Mal wieder durchkreuzt das Wetter unsere Urlaubspläne: für den ganzen Süden – beginnend mit dem Allgäu und nicht endend mit der Mittelmeerküste – hat der Wetterbericht Regen, Schnee und andere ungemütliche Dinge im Angebot. Das beste Frühlingswetter wird für den Nord-Osten angesagt. Aus dem Norden kommen wir grade, also ab in den Osten!

Gartenreich Wörlitz

Das Gartenreich Wörlitz sollte es sein. Es steht schon länger auf unserer Liste, ein weitläufiges Gebiet in der Nähe der Elbe. Parks, Gärten, Schlösser, alles als UNECO Weltkulturerbe geadelt. Am besten erfahrbar mit dem Rad.

Da wir keine geeigneten Campingplätze inmitten dieses Gebiets kennen, wählen wir eine Ferienwohnung in Wörlitz, mitten im Zentrum des Geschehens. In drei Stunden erreichen wir sie von Hofgeismar aus. Madam ist nicht zu Hause, das Wetter ist bestens, also erkunden wir den Wörlitzer Park.

Der Wörlitzer Park ist eine tolle Mischung aus freier Natur (Elbauen), Parklandschaft, Schlössern, Tempeln und Fantasiebauten, ähnlich wie der Park Wilhelmshöhe in Kassel nur ganz anders. Keine Berge, dafür fünf Inseln, die mit handbetriebenen Fähren erreichbar sind.

Im Küchenhaus finden wir einen schönen Platz wo wir im Freien deftige Landesküche (Krautwickel) angereichert mit ausländischen Spezialitäten (Marillenknödel) genießen.

Die Ferienwohnung entpuppt sich als aufgemotzte Datsche im Garten eines Einfamilienhauses. Überkomplett ausgestattet, nicht ganz unser Geschmack aber OK. Der größte Teil des Gartens wird durch den Stolz der Hausherrin beherrscht: ein überdachter Pool in Gewächshausoptik. Für die Geräuschkulisse sorgen Hühner bzw. Hähne zur hahnentypischen Uhrzeit. Am Ende des zweiten Rundgangs durch den Park der uns auch zum künstlichen Vulkan auf der Insel Stein führt, versuchen wir in einer der zahlreichen Gasthäuser ein Abendbrot zu bekommen. Das ist zu dieser Zeit schwierig: ab 18:00 Uhr ist Feierabend. Im ‚Wörlitzer Hof’ klappt es dann, wenn auch mit unangemessen steifer Bedienung.

Kraftwerk und Biber

Wir nehmen die Räder und fahren auf guten Wegen nach Vockerode. Dort steht ein stillgelegtes Kraftwerk, ein riesiges Backsteingebäude. Von Vockerode geht es durch den Wald in Richtung Oranienbaum vorbei an Deutschlands einziger Biberfreianlage.

Also die Biber sind nicht frei sondern großräumig eingezäunt, aber es ist eben ein Freigehege und die Nager leben in ihrer natürlichen Umgebung. Leider war die Anlage geschlossen (Vorsaison), aber auch vom frei zugänglichen Beobachtungspunkt aus konnte man keine Biber sehen. Dafür allerdings reichlich Spurern ihrer Artgenossen, die wirklich frei sind: Biberdämme, kegelförmig abgenagte Baumstämme. Auch ohne Biber, war dies eine tolle Radstrecke.

Oranienbaum

Die Stadt Oranienbaum wird wegen ihrer barocken, rechtwickligen Stadtanlage gerühmt. Im Zentrum ein riesiger Marktplatz mit Orangenbaumbrunnen (die Gründer stammen tatsächlich von den Oranjern ab, denen auch der holländische Fußballer ihre orangenen Trikots verdanken). Der Sanierungsbedarf ist noch sehr hoch, das Schloss erhält gerade die dringend notwendige Generalüberholung und auch andere in den Werbeunterlagen hervorgehobenen historischen Bauten sind teilweise mit Brettern vernagelt und warten auf den neuen Anstrich.

Auffällig viele Projekte (auch der Europaradweg R1, den wir teilweise nutzen) werden von der EU gefördert. Merkwürdig, dass auchgerechnet in dieser Gegend, die seit Jahrzehnten vom Geld anderer Leute lebt, Parolen wie ‚Wir sind nicht das Sozialamt Euopas‘ oder ‚Geld für Oma, nicht für Sinti und Roma‘ als Parolen auf Plakaten zur Europawahl prangen.

Also Oranienbaum braucht noch etwas Zeit, wir fahren noch 7 Kilometer weiter auf dem bereits erwähnten R1 nach Ferropolis.

Ferropolis

Ferropolis (Stadt aus Eisen) ist ein Industriemuseum und eine Veranstaltungsarena für 25 000 Leute. In einer stillgelegten Braunkohlenzeche bei Gräfen-Hainichen hat man einige Großgeräte vor dem Schrottplatz bewahrt und zur Besichtigung freigegeben. Gigantische Schaufelradbagger und Absetzer sind um ein Y_förmiges Areal herum platziert. Sie bilden bei Konzerten und anderen Großveranstaltungen eine gigantische Kulisse und können in den übrigen Zeiten von Besuchern bewundert und teilweise sogar bestiegen werden.

Nach dem Rundgang durch Ferropolis fahren wir zurück nach Oranienbaum und dann nach Wörlitz. Dort werden wir von den Hühnern begrüßt, die nicht nur morgens rumlärmen. Wenn man es positiv sehen will/muss: ein gutes Zeichen, denn „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist…..“. Naja und das tolle Wetter soll ja auf jeden Fall bleiben.

Wittenberg

Die Lutherstadt Wittenberg verbirgt bei unserem Besuch sich bzw. ihre Sehenwürdigkeiten hinter Baugerüsten und Abdeckplanen. Alles wird hübsch gemacht für das 500-jährige Jubiläum der Reformation im Jahr 2017.

Wir kamen mit dem Rad von Wörltitz nach Wittenberg. Es ging durch weite Elbauen, riesige Wiesenflächen ohne Haus, Strommast oder ähnlichem. Nur der Radweg, kein Autoverkehr, einfach herrlich.

In der Stadt finden wir viele alte Häuser und auch alte Geschäfte. Bei einigen scheint die Zeit seit 50 Jahren stehen geblieben zu sein. Endlich finde ich Filzpantoffeln mit Filzsohle.
Wir verlassen Wittenberg und folgen dem Elberadweg nach Coswig, teilweise geht es an der befahrenen Strasse entlang, teilweise wieder durch weite Elbwiesen.

Coswig

In Coswig, wo das prächtige Schloss so langsam verfällt, gibt es eine Gierfähre: nur durch die Strömung angetrieben, bringt sie uns auf das andere Elbufer, wo das Hotel ‚Elbterassen Wörtlitze Winkel‚ Zimmer mit prächtigem Blick auf Coswig, den Fluss und das Geschehn an der Fähre bietet. Leider ist kein Zimmer frei, andernfalls wären wir dort gerne am nächsten Tag eingezogen.

Auf der Coswiger Alle geht es durch die Elbwiesen zurück nach Wörlitz. Über sechs Kilomenter sind es vom Elbufer bis zu dem Deich, der Wörtlitz und die Parkanlagen vor Hochwasser schützen soll. Unvorstellbar, dass diese riesige Fläche komplett unter Wasser stehen kann.

Waren/Müritz

Zum Schluss unserer Frühjahrsreise sollte es nach Wismar an die Ostsee gehen, doch wir ändern unsere Pläne kurzfristig, da es zu viele Staus in Richtung Norden gibt. So landen wir dann man wieder in Waren an der Müritz. Der Campingplatz Ecktannen ist eine gute Ausgangspunkt für Touren in den Müritz-Nationalpark.

Mit dem Wetter haben wir immer noch Glück: während große Teile von Europa kalt und regnerisch ist, haben wir strahlendes Sonnenwetter, allerdings bei deutlich kühleren Temperaturen, als bisher.

Mit dem Rad fahren wir den ganzen Tag durch den Nationalpark, sehen Kraniche, keine Adler und sehr viel schöne Landschaft. Zum Schluss bummeln wir noch in Waren/Müritz, das nach unserem letzten Besuch vor ca. 20 Jahren nicht wieder erkennen.

08.08.14
Lühnersee/Brandtnertal

Seit langem, endlich mal wieder Bergluft!

Wetter, Motordefekte usw. hatten uns in letzter Zeit häufig daran gehindert, die Alpen zu besuchen, nun klappt es.

Auf dem Weg zu den Europameisterschaften der Leichtathleten besuchen wir das Brandtnertal in Vorarlberg. Heidis Camping in Büsenberg ist klein und voll wie Holland. Kein Wunder: das Management und 80% der Besucher stammen aus dem Land unter dem Meer.

Zum warm werden spazieren wir in die Büserschlucht. Es geht tief runter zum Fluß und tief runter ins Tal. Und dann wieder rauf.

Am nächsten Tag fahren mit dem Auto ans Ende des Brandtnertals und dort mit der Gondel hoch zum Lühnersee (ca. 2000m).

Von der Bergsation der Gondebahn steigen wir zunächst zur Lühnerkrinne auf und umrunden dann den See, nicht ohne eine Pause an der Lühnerseealpe einzulegen.

Trotz der Aufstiegshilfe und den regen Betriebs ist die Bewirtung ursprünglich, es gibt Käsebrot und Speckbrot und (Bananen-) Milch … wo wachsen hier bloß die Bananen?

09.08.14
AU!

Es geht ins Große Walsertal. Weil der gleichnamige Campingplatz in Ragall voll ist (80% Holländer), fahren wir weiter durch das sehr schöne Tal in den Bregenzer Wald. In Au finden wir einen Platz und richten uns für ein paar Tage ein.

Der Ort heisst zwar „Au“, aber so schlimm ist es nicht. Im Gegenteil, es gibt hier schöne Holzhäuser und Ziegenböcke, aber auch Restaurants mit langweiligen Speisekarten. Brötchen Sonntags von 7:30 bis 9:00 Uhr!

Der Nachbarort von Au heisst Schoppenau und ist Ausgangspunkt für eine Seilbahnfahrt auf den Diedamskopf. Es ist Sonntag, etliche Menschen haben die gleiche Idee, aber es ist nicht überfüllt, obwohl in vielen Ländern gerade Sommerferien sind.

Wir haben Glück mit dem Wetter und sind beeindruckt vom gigantischen 360 Grad Panorama. Wir sehen die Berge um Oberstdorf und das Kleine Walsertal, die Gipfel des Lech/Zürser Schigebiets, die Schesaplana und den Bodensee.

Den Rückweg machen wir zu Fuß. Aber das ist im unteren Teil kein Vergnügen, da es endlos auf einer Waldstraße entlanggeht. Besser währe es gewesen, zur Mittelstation abzusteigen und den Rest mit der Bahn zu fahren.

15.08.14
Zürich 2014

Auf dem Weg nach Zürich begrüßt uns Im Rheintal die Schweiz mit einem sinnflutartigen Regenguss. Etwas höher, in Wildhaus, sieht es freundlicher aus. In Wattwill macht die Schweizer Polizei ein Foto von uns und in Zürich hat man uns auf dem überfüllten Campingplatz tatsächlich einen Stellplatz frei gehalten.

Züricher Säcke

Am nächsten Morgen überzeugt mich ein Spaziergang, daß für Zürich-Säcke in jeder Hinsicht gut gesorgt ist: exklusive Müllentsorgung und exklusiver Seeblick aus dem Pool sind gewährleistet.

Die ohnehin hohen Preise in der Schweiz werden im Lädchen auf dem Campingplatz noch getoppt: 20 € für eine Flasche einfachen Weins oder 1,10 € für ein winziges Brötchen sind einfach frech. Das es auch für die Hälfte geht, zeigt ein kleiner Laden in ca. 1 km Entfernung. Für uns bedeutet es, angesichts der Preise kleinere Brötchen zu backen. Nur: kleiner als die Brötchen auf dem Campingplatz geht es kaum und teurer als die verlangten 1,10 € auch nicht.

Das berühmte Züricher Letzigrundstadion, in dem man bis zur EM 25 Weltrekorde feierte, war Austragungsort der Leichtathletik-Europameisterschaften 2014. Das Stadion wurde komplett neu gebaut, voll überdacht und tief in den Boden eingelassen. Dabei ging wohl Einiges verloren. So sagte die Europameisterin im Speerwurf Barbora Spotakowa nach ihrem Sieg, dass die die Stimmung vermisse und den Ort nicht wiedererkennnen würde, an dem sie schon so oft war.

Gleich zu Beginn läuft uns David Storl über den Weg, später noch weitere Weltklasseathelten wie Colin Jackson oder Heide Rosendal. Aber leider war das Stadion nie ausverkauft, die hohen Preise hatten viele Besucher von einem Besuch abgehalten. Auch im Stadion hatten die Preise Nachtclubniveau: 7€ für die Stadionwurst, 6€ für Pommes.

Das Schweizer Publikum interessierte sich vorrangig für die Schweizer Athleten. So fand das 110m Hürdenfinale vor nahezu leeren Rängen statt. Vorteil der vielen freien Plätze: wir mussten nicht auf unseren gebuchtetn Sitzen bleiben sondern konnten jeweils dorhin gehen, wo es gerade interessant war. Die überaus netten Ordner und Helfer  unterstützten sogar dabei.

Ärgerlich waren die vielen Pannen in der Organisation und bei den Kampfrichtern. Regen, Wind und Kälte sorgte zusätzlich dafür, das die Stimmung bei dieser EM weit hinter den Erwartungen zurückblieb.

18.08.14
Mal wieder im Tannheimer Tal

Drei Tagen sind wir nun früh aufgestanden, mit Bus und Straßenbahn in Stadion gefahren, Sportler angefeuert, lange Mittagspausen überbrückt und spät zurückgekehrt: jetzt reichte es. Wir machten uns auf den Weg nach Tirol, ins Tannheimer Tal.

Wir waren schon oft hier, aber immer nur im Winter. Als Unterkunft dient der Campingplatz ‚Alpenwelt‘ in Kienzerle. Drei junge Leute aus dem Vintschgau (Südtirol) betreiben den Platz samt Restaurant, welches an den folgenden Tagen unser „Wohnzimmer“ ist.

Am nächsten Tag spazieren wir auf einem der vielen ebenen Wege durchs Tal bis nach Grän. Wir haben wieder Glück mit dem Wetter!

Nachmittags schauen wir uns der Rest der Leichtathletik-EM im Fernsehen an.

Am zweiten Tag fahren wir mir den Rädern nach Schattwald zur Wannenjochbahn. Die bringt aus aufs Wannenjoch, von dem aus wir die Kühgrundspitze erklimmen.

Die Gratwanderung  über den Schmugglerstieg trauen wir uns nicht zu und nehmen den Weg zurück, den wir auch gekommen sind. Im  Jochstadl belohnen wir unsere Vernunft mit einem Topfenstrudel.

Abends erzählt uns die redselige Platzcheffin von den Eigenarten des Tourismus im Tannheimer Tal (Ausflugstourismus) und dem Leben als südtiroler Gastronomin in Österreich.

 

29.08.14
Maastricht und Kanne

Nach unserer Ankunft in Maastricht probieren wir bei lauen Abendtemperaturen einige der zahlreichen belgischen Biersorten in t’Pothuiske.

Wir übernachten im belgischen Örtchen Kanne. Hier leben mehr Holländer als Belgier. Am nächsten Tag beginnen wir nach den Geburtstagsritualen eine ausgiebige Wanderung auf dem Gebiet des Pietersberg. Aber zunächst erklimmen wir in Kanne einen kleinen Hügel und blicken auf den Albrechtkanal auf dem zahlreiche Frachtschiffe unterwegs sind. Dieser Kanal ist für Belgien wichtig, denn er ermöglicht Schiffsverkehr mit Antwerpen ohne Nutzung von niederländischem Staatsgebiet.

Die Wanderung führt uns weiter auf den ‚Observanten‘, der mit 170 m höchste Erhebung hier. Der Berg ist künstlich erschaffen, er besteht aus der Deckschicht, die beiseite geräumt werden musste, bevor im ENCI-Zementwerk Kalk und Mergel abgebaut werden konnte.  2018 soll der Betrieb des Werkes eingestellt werden und aus der Kalkgrube ein Naherholungsgebiet entstehen. Wir stärken uns im Landhaus Slavante und steigen dann zur Ruine Lichtenberg auf.

Wir umrunden die riesige Kalkgrube des ENCI Zementswerks und kehren auf einem Höhenrücken oberhalb des Jekertals zurück nach Kanne.

 

12.10.14
Ardennen

12.10.

Auf dem Weg in die belgischen Ardennen unterbrechen wir die Fahrt in Köln und besuchen in der Lanxess-Arena den ‚Bergischen Handballgipfel‘. Das Bundesligaspiel zwischen dem Bergischen HC (Wuppertal) und dem Vfl Gummersbach wurde wegen seines Derbycharakters aus der Wuppertaler Unissporthalle in die Riesenarena verlegt. 7000 Leuten folgen. Sie füllen die Halle zur Hälfte und machen ordentlich Rabatz. Etwas überraschend gewinnt der Bergische HC sein ‚Heimspiel‘.

Um ca. 19:00 kommen wir dann in der Ferienanlage „Azur en Ardenne“ in Barveaux (BEL) an, wo wir für eine Woche ein modernes kleines Reihenhaus gemietet haben.

Uns wurde gesagt, dass man in Belgien sehr gut essen kann. Eine erste Bestätigung bekommen wir einer gemütlichen Kneipe bei lecker Pasta und einem Trapistenbier aus Orval.

In unserem Häuschen müssten wie zunächst Bestandsaufnahme machen: es gilt ein umfangreiche Inventarliste zu überprüfen. Jeder Teelöffel ist festgehalten, alles auf Französisch und Flämisch. Das Internet hilft bei der Übersetzung.

13.Oktober

Zunächst orientieren wir uns in Barveaux, erkunden Geschäfte und das Tourismusbüro.

Dann radeln wir über den Berg nach Durbuy . Das ist ein kleiner, zwischen hohen Felsen an der Ourthe gelegener Ort, mit vielen Restaurants und kleinen Geschäften. Man sagt hier, es sei die kleinste Stadt der Welt. Doch auch Arnis an der Schlei und Hum in Kroatien reklamieren diese zweifelhafte Ehre für sich. Komisch, dass Orte damit werben, das kaum einer dort leben will.

Im Café gibt es auf einem sonnigen Platz Bier und Sandwich. Einige Restaurants fallen mit aufwändiger Halloween-Deko auf, Plakate kündigen zum 31. Oktober etwas Besonderes an.

Wir fahren zurück und nehmen einen alten gepflasterten Treidelpfad, der uns der Ourthe folgend, zurück nach Barveaux bringt. Dort decken wir uns mit mehreren Biersorten und passenden Gläsern ein und planen die nächsten Tage.

14.10

Wir machen eine Wanderung um den Ort Weire, wo es einige Menhire gibt. Der Weg ist hübsch aber ohne Höhepunkte. Die Menhire sehen wir nur aus der Ferne.

Anschließen fahren wir zur Schokoladenmanufaktur Defroidement. Der Weg lohnt sich nicht, denn weder der Laden noch die Gegend haben viel zu bieten. Die leckere Schokolade kann man auch anderswo kaufen.

LaRoche-en-Ardenne ist eine nette Stadt an der Ourthe, mit recht viel Betrieb. Am Place du Bronce gönnen wir uns ein Orval und einen Kaffee. Bei vermutlich zweitbesten Schlachter (‚Josse‘) kaufen wir lecker Ardenner Schinken.Der (angeblich) beste Schlachter (‚Boulion et Fils‚) war geschlossen.

Abends, zu Hause dann eine böse Überraschung: die frischen Pasta, die wir zuvor gekauft haben, sind verschimmelt. Nun hat der Laden bereits geschlossen und uns bleibt nur ein Restaurantbesuch im Dorf.
Es gibt Kroketten als Vorspeise (mit Käse gefüllt, eine Spezialität der Belgier) und eine Riesenportion Vol-au-Vent als Hauptgericht. Zu Trinken gibt es ‚Chouffe‘ und mit jedem Glas ein Puzzlespiel als Geschenk der Brauerei.

15.10.

Am nächsten Tag fahren wir wieder nach La Roche-en-Ardenne, wir wollen eine Wanderung machen, die auf den Höhen um den Ort herumführt und schöne Ausblicke auf Stadt und Ourthe bietet. Doch nach dem steilen Aufstieg ist am Waldrand bereits Schluss: heute wird hier wird gejagt! Zunächst gehen wir weiter, doch als wir direkt am Weg tatsächlich einen Jäger im Anschlag sehen, kehren wir um.

Wir besorgen uns beim angeblich besten  Schlachter ‚Bouillon et Fils‘ Schinken und Quiche und suchen uns an der Infotafel im Ort einen Rundweg aus. Mit Mühe finden wir den Einstieg. Die Beschilderung ist mal üppig, mal miserabel. Oft fehlt an den entscheidenden Stellen das Schild. Letzlich stiefeln wir ca. 10 km durch den Wald, ohne das wir etwas anderes sehen als Bäume. Das spektakulärste ist ein Friedhof, vor dem ein Arbeiter mit einem Laubbläser die staubige Straße säubert.

Im Tourismusbüro von La Roche ist man weder bemüht noch kompetent. Unwillig und in schlechtem Englisch wird uns bestätigt, das der Weg gesperrt sei. Auskünfte über die Begehbarkeit von Wegen im benachbarten Achouffe (‚Feenweg‘) erhalten wir nicht.

16.10.

Wir fahren nach Lüttich und holen unser Kind am hochmodernen Bahnhof Guillemins ab. Am bevorstehenden Wochenende wollen wir gemeinsam in den Ardennnen wandern.

Mit dem Bahnhof hat sich die erwas heruntergekommene ehemalige Stahlmetrolpole eine wirklich sehenswerte Attraktion gegönnt.

17.10.

Wir besuchen erneut Durbuy. Dieses Mal gehen wir zu Fuß an der Ourthe entlang in das kleine Städtchen.

Auf dem Rückweg bekommen wir die Gelegenheit den hohen Felsen, dessen Verwerfungen wir bereits von Durbuy aus bestaunten, zu besteigen und aus der Vogelperpektive auf den Ort zu blicken.

18.10.

Die ‚Wilde Ourthe‘ ist nicht etwa eine enthemmte Belgierin, sondern der Name einer Rundwanderung, die von Nardin aus am Fluss ‚Ourthe‘ entlag führt und uns Einiges abverlangte.

Es geht ständig auf und ab. Zwischendurch tolle Blicke auf die tief in den Fels gegrabene Ourthe. Wir rutschen über nasse Felsen und Baumwurzeln. Zwischendurch ebene Passagen am Fluss, der sich in unglaublichen Windungen durch die Berge schlängelt.

Es geht ständig auf und ab. Zwischendurch tolle Blicke auf die tief in den Fels gegrabene Ourthe. Wir rutschen über nasse Felsen und Baumwurzeln. Zwischendurch ebene Passagen am Fluss, der sich in unglaublichen Windungen durch die Berge schlängelt.

Viele Tiere sehen wir nicht. Eine gelbe Raupe, die an eine Flaschenbürste erinnert, sieht so fremdartig aus, daß man sie eher in einem exotischen Gegend verorten würde. Vielleicht ist sie ja die wilde Ourthe.

Am Ende der tollen Wanderung sind wir rechtschaffend müde, sodass wir zum geplanten Besuch der Brauerei in Achouffe keine große Lust mehr verspüren. Da zudem alle Plätze in der Brasserie belegt sind, belassen wir es bei einem Besuch des Brauereilandens.

Wir erstehen ein Original Achouffe-Glas und eine große Flasche dieses tollen Bieres und machten und auf den Weg nach Hause.

19.10.

Die Fahrt nach Maastricht unterbrechen wir für eine Wanderung im Hochmoor bei Spa. Es ist Sonntag und es sind unglaublich viele Leute unterwegs. Sie wandern und sammeln Pilze. Viele lärmen leider auch mit Motorrädern durch die Gegend. Es ist wunderbar sonning und sehr warm. Obwohl es wenig geregnet hat, sind die Wege matschig und rutschig.

20.10.

Das schöne Wetter der vergangenen Tage ändert sich schlagartig, aber es war angekündigt, somit waren wir vorbereitet.

Es wird kalt, stürmisch und regnerisch. Da die Aussichten so schlecht sind, verkürzen wir unseren geplanten Reise in den Norden Hollands drastisch. Wir fahren ans Ijsselmeer und landen nach einigen Fehlversuchen auf einem Campingplatz in Workum. Der Ort hat einige hübsche frisische Häuser, viele liegen an Kanälen und sind somit direkt mit dem Ijsselmeer verbunden. Wir nutzten die Zeit vor dem angekündigten Regenwetter mit einem Rundgang.

Vor dem Supermarkt treffen wir DAS Klischee schlechthin: Ein Holländer, der mit Holzpantoffeln Fahrrad fährt. Wer so etwas kann, sollte doch eigentlich auch Fußball spielen können…

Ansonsten: hyggelig in Friesland.

21.10.

Beim dem Wetter, welches wir hier vorfinden macht das Reisen nur noch wenig Freude. Wir brechen unseren Aufenthalt ab und nutzen die gewonnene Zeit für einen Besuch in Bremerhaven.

22.12.14
Venedig? Kiel!

Zwei Tage vor Weihnachten: Land unter in Kiel. Sieht schlecht aus mit „Weissen Weihnachten“.