11.04.16
Regentessekvartier in Den Haag

Ich bin viel im Den Haager Stadtviertel Regentesse herumgelaufen. Dort gibt es eine enorme Vielfalt von Geschäften und Restaurants sowie tollen Häuser deren Stil Neorenaissance genannt wird.Viele Straßen sind nach Forschern und Wissenschaftlern benannt.

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Frühling in Den Haag

Im Aril machten wir uns auf in Tochters Wahlheimat, um die Tulpen blühen zu sehen. Neben dem obligatorischen Besuch am Scheveninger Strand besuchten wir zunächst M.C. Escher Museum (Escher in het Palais), welches im ehemaligen Winterpalast der Königin Emma unterbracht ist.

Um die Tulpen zu sehen fuhren wir nach Voorhout und von dort mit dem Fahrrad zunächst nach Nordwijk ans Meer und dann über Nordwijkerhout und Lisse zurück nach Voorhout.

Die Tulpen waren leider noch nicht so weit, dafür blühten Osterglocken und Hyazinthen . Je nach Windrichtung fuhren wir durch betörenden Duft.

Ein anderer Ausflug führte uns mit der Bahn in die Universitätsstadt Leiden. Ein geschichtsträchtiges Pflaster: der in Leiden Verlag Elsevier veröffentlichte die Thesen von Galileo Gallilei, im Botanischen Garten der Universität züchtete Carolus Clusius die ersten Tulpen und die Leidender Flasche ist manchem Schüler im Physikuntericht begegnet. Etwas jünger sind die Eindrücke die der amtierende Holländische König Willem-Alexander als Student in Leiden hinterließ: als ‚Prinz Pilsje‘ landete er mit seinem Auto in einer Leidener Gracht.

28.06.16
Strandsegeln

Meine Kollegen haben sich gefreut, dass ich in den Ruhestand gehe, da haben sie mir einen Schnupperkurs im Strandsegeln geschenkt ?. Ein Klick auf untenstehende Bild startet eine Scrollgeschichte bei Adobe Spark.


10.07.16
Zum Fernsehen in die Bretagne?

Am 4. Juli starten wir nach Frankreich. Frisch verrentet nutzen wir die neue Freiheit und reisen vor der großen Urlaubswelle in die Bretagne. Nach Familienfeierlichkeiten in Nordhessen geht es bei dichtem Verkehr durchs belgisch-französische Industriegebiet Richtung Westen.

Die erste Etappe endet in Boiry-Notre-Dame, einem Dorf in der französischen Region Nord-Pas-de-Calais-Picardie, die diesen Namen erst seit 2016 trägt. Ruhm erntete diese Region durch den Film Bienvenue chez les Ch’tis , der mit  20 Millionen Kinobesuchern der erfolgreichste französische Film in Frankreich ist und der versucht, negativen Vorurteilen gegenüber dem Norden Frankreichs entgegenzuwirken, möglicherweise aber das Gegenteil bewirkt.

Damit ist auch schon das Wichtigste gesagt. Für uns ist entscheidend: der Campingplatz La Paille Haute ist für die Durchreise prima geeignet und bietet sogar ein Restaurant.

In die Bretagne

Bei Nieselregen geht es weiter in Richtung Bretagne. Entspanntes Fahren bei wenig Verkehr, aber die Strecke zieht sich. Als Ziel haben wir uns die Côte Granit Rosé vorgenommen, ein Küstenabschnitt mit gewaltigen Felsen (rosa!) im Norden der Bretagne.

Nach langer Fahrt erreichen wir Saint-Quay-Portrieux und richten uns auf dem Campingplatz Belle Vue ein. Der Platz liegt auf der Felsküste über dem Meer, die Sonne scheint und es geht ein kühler Wind. Es ist wenig los hier und so ist ein windgeschützer Platz mit Blick aufs Meer bald gefunden. Ein überall empfangbares, kostenloses WLAN komplettiert das Glück.

Campingplatz Belle Vue

Saint Quay Portrieux

Eigentlich wollten wir zu dieser Zeit in Amsterdam sein und die Europameisterschaften der Leichtathleten besuchen. Aber die unsichere Wetterlage, ein Stadion mit wenig Überdachung und hohe Eintrittspreise hielten uns davon ab.

Um dennoch nicht auf unseren Sport zu verzichten, hatten wir eine Satellitenantenne und einen Fernsehempfänger für den Laptop eingepackt. Unser Plan war, einen schönen Platz zu finden und dort in aller Ruhe 5 Tage lang Leichtathletik zu gucken, bevor dann die Erkundung der Côte Granit Rosé starten sollte.

Den Platz hatten wir jetzt, nur mit dem Fernsehempfang wollte es nicht so richtig klappen. Nach ein paar Stunden Fluchen, Justieren und Einstellen war es endlich soweit. WIr machten es uns bequem und schauten abwechselnd auf den Bildschirm und auf das Meer vor unserer Nase.

So verbringen wir die ersten fünf Tage. Wenn die Leichtathletik Pause hat, wandern wir auf dem Zöllnerpfad in nach Saint-Quay-Portrieux, gehen spazieren oder machen Besorgungen. Es herscht tolles Sonnenwetter, aber immer geht auch ein kühler Wind.

Den etwas weiteren Weg zum Hafen von Saint-Quay-Portrieux brechen wir ab. Es ist sehr heiß, der Weg geht auf und ab und zwischen den hohen Hecken regt sich kein Lüftchen. Wir verzichten auf den Hafen und kehren zu unserem schattigen Plätzchen zurück.

Ein anderes Mal gehen wir den Zöllnerpfad in nördlicher Richtung und kommen in eine kleine Bucht. Dort, direkt am Wasser liegt Les Viviers de Saint Marc ein Handels und Zuchtbetrieb für Fische und Meeresfrüchte mit angeschlossenem urigen Restaurant.

Eine Besonderheit lernen wir auf dem Platz Belle Vue noch kennen: Essenversogung per Lieferwagen (man könnte auch ‚Foodtruck‘ sagen). Abends kommt ein Wagen auf den Platz und bietet etwas zu Essen an. Jeden Tag ein anderer: einmal Pizza, einmal Crêpes und Gallettes, ein anders Mal Dinge, die wir nicht kannten (und auch nicht trauten zu probieren) . Es sind die selben Wagen die sonst auch auf den Märkten stehen. Wir finden, das ist eine feine Alternative, wenn der Platz nicht ein eigenes Restaurant betreiben will.

Aber wir kochen ja auch selber sehr gerne und auf dem Markt von Saint-Quay-Portrieux  finden wir leckeres Gemüse, Fisch, Fleisch und bretonischen Kuchen

Direkt vor unserer Nase liegt die  Îsle Harbour, deren Anblick sich durch Licht, Schatten, Sonnenstand, Ebbe, Flut ständig ändert. Fünf Tage lang konnten wir das beobachten. Einige der Fotos hier:

Am Abend unseres letzten Tages verliert Frankreich das EM Finale im Fußball gegen Portugal. Die überwiegend französischen Campinggäste nehmen das gelassen zur Kenntnis. Vieleicht weil es Bretonen sind und keine Franzosen.

11.07.16
Côte Granit Rose

Wir wollen die Île de Bréhat besuchen, die für ihre Schönheit und den Blumenreichtum ihrer Gärten gerühmt wird. Insbesondere Rhododendren sollen dort üppig vorkommen.  Wir fahren nach Ploubezlanec und finden den Campingplatz Panorama de Rohou. Damit der schönen Blick auf das Inselarchipel nicht versperrt wird, dirigiert die Cheffin große Wohnmobile an den Rand, damit sie die Aussicht nicht versperren, die erste Reihe bleibt Zelten vorbehalten.

Unser berühmter „erster kleiner Gang“ führt uns zunächst zum einem Aussichtspunkt, von dem man die ganze Inselwelt überblicken kann. Es sind unzählige Eilande und Felsen, dazwischen Sand und Wasser in allen Schattierungen zwischen grün und blau. Wir steigen ab zum Fähranleger und erkundigen uns über die Abfahrtzeiten. Dann wandern wir etwas am Ufer entlang. Immense Abstellmöglichkeiten für Wohnmobile und PKWs deuten an, was hier in der Hochsaison für ein Betrieb ist.

Am nächsten Tag brechen wir früh auf, um die Fähre zu erreichen. Der Anleger ist eine lange Mauer die im Zickzack ins Wasser führt. So findet das Boot bei jedem Wasserstand einen Anlegeplatz. Zahlreiche Fahrgäste mit Urlaubsgepäck besteigen das Schiff. Darunter auch ein Gruppe von Gendarmen, die offenbar die lokale Polizeistation in der bevorstehenden Hauptsaison verstärken soll.

Es gibt eine Südinsel und eine Nordinsel. Sie sind mit einer Brücke verbunden, die aber nur bei Hochwasser  wirklich über Wasser führt. Es gibt keine Autos, wer will kann ein Fahrrad leihen oder auf dem Schiff sein eigenes Rad mitnehmen. Wir es nicht gemacht, eine gute Entscheidung wie sich zeigen sollte: die Inselwege sind schmal und nur wenige können überhaupt befahren werden.

Schnell verteilen sich die Neuankömmlinge im Ort, wir wählen einen Weg  am Westrand der Südinsel. Es gibt tolle Buchten und Ausblicke, auch reichlich Gärten und Blumen. Aber wir haben nicht den Eindruck, dass sich das wesentlich vom Festland unterscheidet. Insbesondere die angepriesenen Rhododendronhecken, haben wir am Festland üppiger erlebt. Hier hat das Tourismusmarketing wohl etwas übertrieben. Dennoch ist Bréhat auf jeden Fall ein lohnenswertes Ausflugsziel.

Wir kommen zur Nordinsel gehen an der westlichen Küste in Richtung Leuchtturm. Der Weg ist nicht immer einfach: mal führt er direkt am Stand über große Steine, mal über Flächen, die dicht mit mannshohem Farn bewachsen sind. Wir feiern erneut, dass wir die Räder nicht mitgenommen haben.

Am Leuchtturm treffen dann alle Wegen zusammen und es ist entsprechend voll. Hier sehen wir nun auch erstmalig den rosa Granit, der der ganzen Region hier den Namen gibt: Cote Granit Rose.

Wir picknicken bei toller Aussicht auf die Inselwelt etwas abseits des Leuchtturms, beäugt von hungrigen Möwen, die auf eine Gelegenheit warten, uns etwas Nahrung zu stibizen.

Auf dem Weg zur Südinsel sehen wir das Cafe ‚Le paradis rose‘. Da es direkt am bevölkerten Hauptweg liegt, machen wir uns keine große Hoffnung, werden aber positiv überrascht: das ‚Paradis Rose‘ ist ein idyllischer Garten mit üppiger Vegetation. In einer Gartenlaube holt man sich zu fairen Preisen Getränke, Kuchen oder Galettes und sucht sich einen Platz auf einer der überall verstreuten  kleinen Sitzgruppen.  Keine Spur von Massenbetrieb, Nepp oder Hektik.

Wir fahren weiter nach Plougrescant. Der Camping ‚Le Varlen‘ ist schattig, unruhig, bietet keine Aussicht und hat rustikale Sanitäranlagen. Kein Höhepunkt also aber alternativlos und zweckmäßig, da er unmittelbar in der Nähe der spektakulären Felsküste liegt.

Wir besuchen die beeindruckenden Küstenabschnitte bei ‚La Point Château‘ und ‚Le Gouffre‘. Strammer Wind sorgt für wildes Meer, die Sonne scheint.  Das ‚Maison-Entre-Roches‘ ist ein zwischen zwei Felsen eingeklemmtes Haus. Es soll eines der am häufigsten fotografierten Motive der Bretagne sein, da wollen wir nicht nachstehen und reihen uns in die zahlreichen Besucher und Fotografen ein.

Am nächsten Tag ist Nationalfeiertag. In der Morgensonne geht es noch einmal mit dem Rad zu den Felsen, um weitere Fotos zu machen. Anschließend ist faulenzen angesagt. Jedenfalls für uns: die Tour de France fährt auf den Mt. Ventoux.

Dann fahren wir weiter nach Trélevern. Der Camping ECM Port l_Epine ist unter holländischer Regie, also alles pikobello: schön gelegen, Blick aufs Meer, große Stellplätze, teuer, WLAN kostenpflichtig. Wir haben  Croquilles St.Jaques gekauft doch für das Rezept fehlen Champignons. Die bekommen wir in  Louannec, aber die Radtour dorthin ist schweißtreibend: immer am Meer entlang, Klippe rauf, Klippe runter…. Das Wetter ist wie immer: prächtige Sonne, Wind eher kühl. Am nächsten Tag wandern wir durchs Watt und gucken den Fischen beim schwimmen zu.

Unser nächstes Ziel ist Perros-Guirec, ein Hauptort der Cote Granit Rose. Der Campingplatz Domaine de Trestraou ist erstaunlich leer und liegt in unmittelbarer Nähe zum Hauptstrand. Dort ist es recht lebhaft, zum EInkaufen müssen wir wieder steile Berge hinauf fahren.

Auf dem Zöllnerpfad wandern nach Ploumanac’h und zurück. Hier häufen sich nun die bizarren Felsformationen. Der Weg ist stark frequentiert, kein Wunder, wir die Wanderung doch als Highlight herausgestellt. Der Weg ist anstrengend, denn es ist sehr heiß. In Ploumanac’h picknicken wir mit Blick auf das Schloss Costaérès, welches Dieter Hallervorden gehören soll. Abends fahre ich noch einmal mit dem Rad nach  Ploumanac’h um Bilder im Abendlicht zu machen.

Am nächsten wandern wir über die 
Presqu’île Renote bei Trégastel. Auch hier spektakuläre Felsformationen sowie tolle Ausblicke aufs Archipel des Sept-Isles und Diddis Schloß (Palüm, Palüm). Uns gefällt es hier noch besser als bei tagszuvor bei Plougrescant.

Wir suchen einen Platz und werden in Trébeurden beim Camping Armor Loisir fündig. Es ist sehr heiß, der Platz nicht besonders toll, aber irgendwo muss man ja bleiben.

20.07.16
In Binic

Wir ändern die Fahrtrichtung unserer Reise und fahren nach Osten. Unser Ziel ist die Stadt Binic.

Wir sind jetzt mitten in der Hauptsaison. Doch wir bekommen für drei Tage einen Platz auf dem Camping Municipal Les Fauvettes. Die terrassierte Anlage bietet kaum Sichtschutz und ist ziemlich voll. Diese Nachteile werden aufgewogen durch die tolle Lage und die Nähe zu Ort und Meer.

Der Platz liegt hoch über Binic und bietet fantastische Ausblicke auf die weite Bucht, die bei Ebbe komplett trocken fällt. Ein Fußweg führt steil in den Ort hinab.

Bei unserer Ankunft ist es unerhört heiß, dennoch erkunden wir Binic und den Hafen. Der Hafen wird durch eine lange sieben Meter hohe Hafenmauer geschützt, an deren Ende ein kleines Leuchtfeuer steht. Bei Ebbe kann man die Mauer trockenen Fußes umrunden, den Badestrand erreicht man über einen Felstunnel.

Anderntags bestimmt der Wochenmarkt das Bild von Binic. Es gibt enorm viele Klamotten aber auch fantastische ‚Gallettes complet‘.

Auf dem Campingplatz gibt es recht interessantes Publikum: direkt neben uns ein extrem luxuriöses Wohnmobil mit zwei hochnäsigen Franzosen, daneben Großzelte mit einer betreuten Feriengruppe von ca. 30 Kindern. Gegenüber von uns zwei ältere Briten mit Zelt und Petroleumkocher.

Am dritten Tag schaffen wir es endlich, das Watt zu erkunden. Die weit trockenfallende Bucht ist jeden Tag ein Hingucker. Der Weg von der Küste ist ewig weit, im Wasser jeder Menge Leben.

Am Abend ist ‚Saturday Night Fever‘ in Binic. Wir treffen die Briten und gehen mit ihnen dorthin. Sie erzählen, dass sie in England ein Stück Wald haben, wo sie oft in einer Holzhütte leben. Ohne fließendes Wasser mit einer selbst gebauten Biotoilette.

27.07.16
Über Saint Malo in die Normandie

Von Binic nach Saint Malo.

Eigentlich wollten wir nach Dinan. Die Engländer in Binic hatten uns von der Stadt vorgeschwärmt. Doch der Zeitpunkt war denkbar schlecht gewählt,denn das alle zwei Jahre stattfindende Ritterfest Fête des Remparts de Dinan stand an. Keine Chance einen Platz zu bekommen. Nichts wie weg! Dummerweise müssen wir mitten durch die Stadt. Aus allen Ecken strömen mittelalterlich kostümierte Menschen ins Zentrum, aber irgenwie kommen wir durch.

Unser Plan B heisst St.Malo. Wir peilen den Campingplatz ‚de la Cité d’Alet‘ an, den wir schon bei unserem letzten Aufenhalt in der Korsarenstadt aufgefallen war. Er liegt auf einer Halbinsel in der Rancemündung bei der Cité d’Aleth, einer deutschen Festung aus dem Zweiten Weltkrieg und bietet tolle Auslicke nach Dinard und nach St Malo.

Die Ruhe wird gestört, als sich zwei große Wohnmobile mit lärmenden Menschen neben uns stellen. Ein Köter springt aus dem Wagen und pisst unter den Augen seines ‚Herrchens‘  auf unseren Platz. Meine Reaktion war so beeindruckend, dass die neuen Nachbarn umgehend packen und sich samt Fiffi einen anderen Stellplatz suchen.

Wir fahren mit den Rädern nach St. Malo. Es ist sehr voll und nicht sehr angenehmen. Menschenmassen in den engen Gassen, Souvenirläden, Gedränge. Ausserhalb der Altstadt werden im Hafen Yachten einer Transatlantikregatta für Mehrrumpfboote empfangen.

Über Cancale und die Bucht von Mont-Saint-Michel nach Jullouville

Von St.Malo geht es an der Bucht von Mont-Saint Michel entlag in die Normandie. Aber zuvor machen wir noch Stop in Cancale, weil Heiner dort Urlaub machen will. Am Pointe du Grouin gibt es einen tollen Ausblick der vom Cap Ferret im Westen bis zum Mont-Saint-Michel im Osten reicht.

Panoramablick vom Pointe Drouin bei Cancale.

An der Bucht ist dann schlagartig Schluß mit Felsenküste. Ebenes Land, jede Menge Austernbänke mit entsprechenden Verkaufsstellen und Restaurants. In Le Vivier-Sur-Mer dann Standsegler. Im Gegensatz zu unseren Versuchen vor wenigen Wochen, haben die Schüler hier guten Wind und kurven mit Blick auf den Mont-Saint-Michel über den Strand.

Jullouville

Unser Etappenziel heißt Jullouville und liegt bereits in der Normandie. Der Camping municipal Lemonnier bietet alles, was man braucht: unmittelbar im Ort gelegen, findet man Geschäfte und Restaurants, zum Strand ist es ein Katzensprung und von der nahen Hauptstraße ist nichts zu hören.

Die Attraktion von Jullouville ist der Strand und die zugehörige Promenade. Endlos, soweit das Auge reicht, erstreckt sich der Sand. Es wird gesegelt, gestrandsegelt, sonnengebadet und im Sulki gefahren. Ungewöhnlich: es gibt keinerlei Kommerz. Keine Geschäfte, keine Restaurants. Nur eine Segelschule. Abends pilgert man zum Freiluftkino an den Strand.

An der Promenade stehen Villen und einfache Häuser unterschiedlichen Baustils und in unterschiedlichem Zustand. Die wenigsten sind so chick und stylish, wie man es bei einer derartigen Lage erwartet. Im Gegenteil: die meisten sind etwas vernachlässigt: ungepflegte Gärten, abblätternde Farbe, verwitterte Fassaden.

Markt in Jullouville

Direkt vor dem Campingplatz is zweimal die Woche Markt. Er ist sehr gut besucht und bietet alles was man sich vorstellen kann. Besonders lange Schlangen bilden sich bei einem Stand, wo es Quark und Yoghurt aus steinernen Bottichen gibt. Wir erstehen Paella fürs Abendessen und einer Tasche als Mitbringsel.

Radtour nach Granville

Von Jullouville aus machen wir ein Radausflug nach Granville. Die Stadt liegt etwas weite nördlich, teilweise auf Felsen. Sie ist grau und vollständig mit Möven bevölkert. Am Leuchtturm toller Meerblick. Aber so weite wir uns auch herauslehenen: ist Mont St. Michel nicht zu sehen.

Vor wenigen Wochen war Granville Startort einer Tour de France Etappe. Die entsprechenden Plakate und Dekorationen sind noch zu sehen. In der Altstadt essen wir ‚Galete Complete‘. Einen Ausflug ins Dior Museum sparen wir uns.

In Granville: Graue Mauern – Optis – Galette complete.Von Jullouville fahren wir zurück in den Norden. Die Reise führt erneut zu den Scht’is. Der uns schon von der Anreise bekannte Campingplatz La Paille Haute  in Boiry Notre-Dame ist nun gut gefüllt. Nahezu ausschließlich mit durchreisenden Holländern.

Über Seeland nach Den Haag

Wir fahren nach Holland! Auf dem Weg nach Den Haag wollen wir noch eine Zwischenstation in Seeland machen. Alle Campings, die wir uns im Vorfeld ausgesucht haben, erweisen sich als sog. Minicampings: kleine, einfache Bauerhofplätze. Weil wir dazu keine Lust haben,  landen wir schließlich am Veersemer bei de Schootsmann. Das ist nun das genaue Gegenteil von einem Minicamping: riesig groß und teuer (z.B. eine Stunde WLAN : 3,50€ ). Aber die Lage ist traumhaft, speziell für Wassersportler wie Windsurfer: direkt am Platz die Wiese und dann das geschützte Segelrevier mit kräftigem Wind.
Wir fahren zum Nordseedeich und dann zum Örtchen Veere. Die Fähre zurück nach Kamperland verpassen wir, also müssen wir den Weg mit dem Rad wieder zurückfahren.

Am nächsten Tag geht es weiter, mitten durch den Rotterdamer Hafen nach Kijkduin zum Roompott Vakantie Park. Über die Anlage ist wenig Gutes zu berichten. Doch wir hatten keine Wahl, unser bevorzugter Platz ‚Duinhorst‚ war ausgebucht. Ferienzeit halt. Mit dem Rad fahren wir in die Innenstadt.

Anderntags radeln wir auf dem Dünenradweg nach Monster. Dort gibt es im Bondi Beach Club Kaffee, Apfelkuchen und Aussicht aufs Meer. Zurück in Kijkduin Frietjeswettessen mit den Möven, dann zum Fischhafen in Scheveningen. Bei Simonis kaufen wir Rotzungen und Garnelen und kochen uns Rotzungenröllchen mit Krabben und Sauce Mornay. Ok: das ging jetzt nur über Essen. 

Auf dem tollen Radwegenetz am Stadtrand von Den Haag entlang radeln wir nach Delft. Wir sehen tolle Neubaugebiete mit viel Wasser. Delft ist sehr hübsch aber auch ein Touristenmagnet. Wir bummeln durch das Städtchen. Bei herrlichem Sonnenschein können wir bei ‚Jans‚ draußen sitzen und Quiche essen.

Das Wetter an Lindas Geburtstag besser als befürchtet. Wir besuchen das Gemeendemuseum mit der Mondriansammlung.

Abschließend gehen wir an den Strand von Scheveningen. Dort wird uns bei starkem Wind und Wellen ein wahres Spektakel geboten: Windsurfer, Wellenreiten und Kitesurfen zeigen ihr Können. Und das ist erheblich

Ebenfalls am Strand: Quadsk8, eine Rollschuhtanzgruppe (auf deutsch: Funky Rythm Rollerskating)  die zu mitgebrachter Musik ihre Kunststücke zeigte.

17.10.16
Strandsegeln II

Heute hat es endlich geklappt: Wir haben unseren Strandsegelkurs absolviert! Nachdem der erste Versuch im Juni mangels Wind abgebrochen wurde und der zweite Versuch im September mangels Wind gar nicht erst statt fand, hatte wir heute gute Bedingungen. Stetige vier Windstärken aus Süd-Ost, kein Regen, nicht kalt, leider keine Sonne.

Wir mussten früh los in Kiel, da der Kurs um 10:00 begann und ca. eineinhalb Stunden Autofahrt zwischen uns und Sankt Peter-Ording liegen. Das bescherte uns eine Rentner-unfreundliche Uhrzeit, um das Bett zu verlassen! In Sankt Peter staunten wir nicht schlecht über die große Teilnehmerzahl: es waren ca. doppelt so viele wie im Juni. Auch der Strand war deutlich stärker bevölkert als im Sommer.

Der erste Teil des Kurses war uns ja bekannt, nur liefen die Übungen heute deutlich flotter ab. In den folgenden Solofahrten ging es recht zügig um den Trainingsparcours, ein kleiner Crash, ein umgekippter Segelwagen: alles war dabei. „Is des nur was für Laischdgewischdische oder auch für jemand wie Sie“ babbelt mich jemand auf (süd!)-hessisch an.

Eine besondere Note bekam der Kurs dieses Mal durch ein Fernsehteam des WDR. Sie machten Aufnahmen für die Reisesendung ‚Wunderschön‘.

Mit der Zeit merkten wir die Anstrengung und so hatten wir nach ca 4 Stunden dann auch des Gefühl genug erlebt zu haben.

Nachtrag

Die Fernsehsendung heißt „Sankt Peter-Ording fasten am Meer“. Sie wurde am 5. März 2017 gesendet und ist in der WDR Mediathek zu sehen.  Um unseren Strandsegelkurs geht es in dem 90 minütigen Film aber nur fünf Minuten. Es beginnt bei Minute 45:30.

Es war nicht zum ersten Mal, daß der WDR Aufnahmen in der Strandsegelschule machte. Auch „Die Sendung mit der Maus“ war schon hier. Der WDR zeigte im Juli 2016 eine Miniserie „Sommerreise Nordsee“. Die Szenen mit dem Strandsegeln beginnen in Folge 2, ab Minute 3:50. Übrigens: Armin bekam vom Instruktor einen ähnlichen Anschiss wie ich ?. Da pflegt offenbar jemand sein Image…

Quelle Mausbild und Videos: WDR

22.10.16
Gartenbilder 2016

Die Gartensaison geht zu Enden. Hier die besten Bilder des Jahres:

24.10.16
Mal nach Schilksee

Heute machten wir voll auf  ‚rüstige Rentner‘: wir fuhren mit dem Auto nach Schilksee – machten einen 10 km Fußmarsch zum Bülker Leuchtturm und zurück. In der Strander Bucht sahen wir vier Jollen beim Training zu. Zurück in Schilksee gab es die Belohnung: beim ‚Hafenkiosk Goldfisch‘ bekamen wir das beste Fischbrötchen aller Zeiten. Es hieß ‚Backfisch‘ hatte aber nichts mit dem zu tun, was z.B. zur Kieler Woche riesige Bratpfannen runterrutscht.