27.01.18
Besslerrad

Der deutsche Erfinder Johann Ernst Elias Bessler (1680-1745) machte unter dem Pseudonym Orffyreus Karriere und stellte im Jahr 1715 der Öffentlichkeit ein anscheinend gut funktionierendes Perpetuum Mobile vor.

Landgraf Karl von Hessen-Kassel bot Bessler an, ihn in seinem Schloss aufzunehmen und für sämtliche Lebenshaltungskosten aufzukommen. Im Gegenzug sollte der Erfinder den technikinteressierten Landgrafen in die Geheimnisses seines „Besslerrades“ einweihen.

In einem Zimmer des Jagdschlosses Weißenstein (jetzt Schloß Wilhelmshöhe) wurde ein mit Leinenstoff bespanntes Rad aufgebaut und in Gang gesetzt. Das Zimmer wurde versiegelt und nach 40 Tagen wieder geöffnet: das Rad drehte sich unvermindert mit 25 Umdrehungen pro Minute.

Das erregte Aufsehen: Zar Peter der Große und auch die Londoner Royal Academy wollten das Besslerrad zu kaufen. Warum der Verkauf scheiterte,  wie der Schwindel aufflog und weitere Details findet man in den Quellen:

RegioWiki 

Wikipedia

Funfact: Der holländische Mathematiker, Physiker und Astronom Willem Jacob ’s Gravesande, der das Besslerrad wissenschaftlich begutachte, war Zeit seines Lebens Professor in Leiden.

01.03.18
Winterwetter

Im Januar tobte mal wieder ein kräftiger Sturm für Kleinholz. Dieses Mal allerdings bleib der Norden verschont. Schlimmer war es im Westen und wie hier am Westberg bei Hofgeismar.

05.03.18
Spielereien mit Paul Klee

11.04.18
Klee in Stickenhörn

Von Holtenau aus machten wir einen Spaziergang auf dem ehemaligen Gelände des Marinefligergeschwaders 5. Es wird wohl noch lange dauern, bis über die zukünftige Nutzung entschieden ist und entsprechende Baumaßnahmen abgeschlossen sind. Hier die Ideen…

Möglicherweise ist der derzeitige Zustand der beste für die nächsten Jahre: immerhin kann das Gelände von der Öffentlichkeit genutzt werden, man kann am Wasser entlang spazieren und die Aussicht auf die Förde genießen. Die Jugend hat eine überdachte Skateboardanlage und das Kieler Schauspielhaus plant für den Sommer eine Freiluftaufführung. Ein asphaltierter Radweg verbindet die Stadtteile Holtenau und Friedrichsort. Weitere Möglichkeiten für eine Zwischennutzung fallen einem sofort ein…

Schon oft fragten wir uns, ob die lange Mole auf der gegenüberliegenden Seite des Beckens am nördlichen Ende des Geländes öffentlich zugänglich ist. Dieses Mal entdeckten wir den Zugang und ja, die Mole ist zugänglich.

Für viele ist es natürlich kein Geheimnis, denn die Mole gehört zum Sportboothafen Stickenhörn. Aber wir waren in der Tat noch nie dort. Das Ende der Mole bildet eine kleine Grünanlage mit Spielplatz, von hier aus beobachteten wir das Treiben auf dem Wasser. Wunderschön, wenn’s jetzt noch einem Imbiss gäbe……

Das Gerüst des Spielplatzes erinnert mich etwas an die Linien in einigen Bildern von Paul Klee. Ich nahm die App ‚ConstructKlee‘ und machte aus einem Foto das Bild ‚Klee in Stickenhörn‘.

14.04.18
Klaus Fussmann

Gerade diese späten Bilder gefielen uns in der Ausstellung besonders gut: Sehr viel Farbe, auch von der Menge her, denn der Meister trägt besonders dick auf.

Man kann Fussmann auch gut zuhören und sich am bisweilen trockenen Humor des 80-jährigen freuen. So zum Beispiel in der schönen NDR Filmdokumentation „Es ist Zeit“. Mein Lielingszitat: „Der Nicht-Maler denkt über ein Bild nach und malt es dann nicht“. Mehr und auch tiefgründigeres hört man in diesem Interview bei NDR Info

In der Ausstellung war das fotografieren erlaubt. Ich hoffe mal, dass ich die selbst gemachten Fotos hier auch zeigen darf:

01.05.18
Frühjahrsfahrt nach Holland

Die erste Reise 2018 führt uns nach Holland. Wir haben einige Museen auf dem Zettel, darunter endlich auch das Van Gogh Museum in Amsterdam und natürlich soll es auch nach Den Haag zur Tochter gehen.

Montag, 23.4.

Über Nordhessen geht es zum Nationalpark Hoge Veluwe. Obwohl die Fahrt mitten durchs Ruhrgebiet führt, geht es gut voran, kaum Verkehr, keine Staus, ganz im Gegensatz zum Norden.

Der Nationalpark Hoge Veluwe  ist ein großes Areal mit Wäldern, Heidelandschaften und Sandflächen. Mittendrin das Kröller-Müller Museum mit der größten Privatsammlung von Van Gogh Gemälden und einem großen Skulpturengarten. Ebenfalls im Park gelegen: der Naturcamping  Hoge Veluwe bei Hoenderloo. ‚Naturcamping‘ klingt zuerst abschreckend, ist es aber nicht: kein Donnerbalken, dafür tadellose Sanitäranlagen und superschneller WLAN.

Im nahegelegenen Ort finden wir einen Supermarkt und nehmen einen Kaffee beim Bäcker. Dann erkunden wir den Park. Dafür nutzen wir die ‚Witte Fietsen‘: kostenlose nutzbare Fahrräder, die an allen Punkten des Parks stehen. Kein Licht, keine Schaltung, Rücktrittbremse, Kindersitz. Man kann die Räder einfach nehmen, nutzen und danach überall stehen lassen.#

Erfreulicherweise eigenen sich ‚Witte Fietsen‘ auch gut für frisch operierte Karpaltunnelsyndromhände. Die dem holländischen Omafiets nachempfundene Rahmengeometrie sorgt für einen aufrechten, leicht nach hinten gelehnten Sitz mit minimaler Last auf den Händen.

So steht dem Genußradeln auf den asphaltierten Wegen durch Wald und Heide nichts im Wege. Durch frisches Buchengrün geht es zunächst zum Jagdschloß Hubertus, welches sich die Eheleute Kröller-Müller vom Großmeister Hendrik Petrus Berlage errichten liessen. Wie alle Berlagebauten wirkt es etwas streng, fast wie eine Festung. Der unproportional hohe Turm wurde gegen den Willen des Architekten auf Wunsch der Bauherren realisiert. Die Aussicht sei toll, kann man lesen. Ausprobieren können wir es  nicht: montags geschlossen.

Weiter geht es durch eine steppenartiges Gebiet. Sogar der hier mit einem Denkmal geehrte Südafrikageneral de Wet fühlt sich bei einem Besuch an Afrika erinnert. Dann werfen wir einen ersten Blick aufs Kröller-Müller Museum: auch dieser Bau sieht eher aus, wie eine Kaserne. Entworfen wurde er aber nicht von Berlage, sondern vom nicht weniger renommierten Belgier Henry van der Velde.

Im Auto gibt es Fertignudeln aus dem Supermarkt. Die Nacht ist kalt , es regnet.

Dienstag, 24.4.

Am zweiten Tag in Hoge Veluwe widmen wir uns der Kunst. Das Wetter ist kalt, aber trocken. Mit dem ‚Witte Fiets‘ radeln wir zum Museum. Das Kröller-Müller Museum ist eine bedeutende private Kunstsammlung und die zweitgrößte van Gogh-Sammlung der Welt. Angegliedert ist ein großer Skulpturengarten – einer der größten Europas. Mit derartigen Superlativen muss man in den Niederlanden allerdings vorsichtig sein: die Niederlande sind die vermutlich größte Superlativsammlung der Welt.

Der Kunstgenuss wird etwas getrübt durch die zahlreichen Schulklassen, die mit mehr oder weniger Interesse und umso größerer Lautstärke durch die Säle schwirren. Nachdem wir die schöne Sammlung gesehen haben, wollen wir eine Mittagspause machen, doch das Restaurant ist überfüllt. Scharen asiatischer Besucher stehen in der Schlange an der Essensausgabe. Nun bewährt sich schon wieder unsere Museumkaart, die und freien und beliebig häufigen Eintritt ermöglicht: wir verlassen das Museum und kehren im Restaurant des nahegelegenen Besucherzentrums von Hoge Veluwe ein.

Gestärkt gehen wir den zweiten Teil an und wandern durch den Skulpturengarten. Der Garten ist wirklich groß, manche Exponate muß man regelrecht suchen. ‚Kiek Uit Attention‘ hingegen ist kaum zu übersehen: es ist eine Treppe, die schnurgerade auf einen kleinen Berg hinaufführt und eine schöne Aussicht verspricht. Leider ist der Zugang aus Sicherheitsgründen gesperrt: der Künstler hat keine Geländer vorgesehen.

Auf dem Weg zum Campingplatz kommen wir an einem Wildbeobachtungspunkt vorbei, wo wir tatsächlich eine grössere Rotte Wildschweine zu Gesicht bekommen. Am Abend nach der Dämmerung kehren wir noch einmal zurück und fangen uns sofort den Anschiss eines Rangers ein: nach acht Uhr sei der Park geschlossen. Das bedeutet für uns, die wir ja im Park übernachten, daß wir den Campingplatz nicht verlassen dürfen.

Nach Anschissen wegen Rucksacktragens und Kunstanfassens ist dies der dritte Verweis, den wir uns an diesem Tag einfangen.

Mittwoch, 25.4.

Heute geht es an die Nordsee: wir wollen Tulpenfelder sehen. Es ist jetzt genau die richtige Zeit dafür. Wir parken in Nordwijkerhout direkt hinter den Dünen und nehmen unsere Fahrräder. Es dauert nicht lange bis wir die ersten Felder sehen. Auf Radwegen geht es in Richtung Lisse, überall Tulpenfelder: rote, gelbe, rosafarbige, rot-gelbe. Wir können uns nicht sattsehen. Im Golfclub gibt es Kaffee und Apfelkuchen. In Lisse schauen wir uns den Trubel am Eingang zum Keukenhof an und machen uns auf den Rückweg.

Mit dem Auto geht es weiter nach Haarlem, nicht ohne weitere Stopps, um Tulpenfelder zu fotografieren. Wir landen auf dem Campingplatz de Liede am Stadtrand. Das stellt sich als gute Wahl heraus, denn in der Nähe gibt es einen Bahnhof, von dem aus man mit dem Zug nach Amsterdam fahren kann.

Es ist kalt und windig.

Donnerstag, 26.4.

Von unserem Übernachtungsplatz in Haarlem gehen wir zum Bahnhof und fahren mit der Bahn nach Amsterdam. Die Fahrt dauert 15 Minuten, der Zug ist proppenvoll und wir sind froh, einen Stehplatz zu bekommen.

Beim Aussteigen herrscht schon auf dem Bahnsteig ein tierisches Gedränge, welches sich auf dem Bahnhofsvorplatz und in der Innenstadt fortsetzt. Touristen, Geschäftsleute, Schulklassen, Radfahrer: ein riesiges Gewühl. Zu Fuß gehen wir zum Museumsplein. Wir hatten gehofft, durch diesen Gang etwas von der Stadt zu sehen, aber durch die Fülle und den heftige Gegenwind bleibt das Vergnügen aus. Als wir am Museumsplein ankommen, ist schon ein erheblicher Teil unsere Energie verbraucht. Der Platz präsentiert sich dann aber als Oase der Ruhe. Die riesige Rasenfläche und die drei großen Museen bilden ein großartiges Arrangement.

Wir haben uns ausschließlich das Van Gogh Museum vorgenommen, auch hier ist es sehr voll. Viele Reisegruppen, allesamt mit Audioguides ausgestattet, bevölkern die Säle. Man muss sich regelrecht anstellen, um die Bilder zu betrachten, aber es ist ok. Wenigstens herrscht hier nicht so ein Geschnatter, wie bei unserem Besuch im Kr öller-Müller Museum. Einige der prominenten Gemälde suchen wir zunächst vergeblich. Später finden wir sie dann in der Ausstellung ‚Van Gogh und Japan‘, in der dem Einfluß japanischer Kunst auf van Gogh nachgegangen wird.

Ursprünglich wollten wir zumindest auch einen Blick in die Bibliothek und die Ehrengalerie des Rijksmuseums werfen, aber nun fehlt uns die Energie und wir belassen es bei einem kurzen Blick ins Foyer. Der Rückweg zum Bahnhof gestaltet sich ähnlich, wie der Hinweg, lediglich der störende Gegenwind fehlt. Aber die Straßen sind immer noch proppenvoll. Immerhin ergattern wie für die Rückfahrt einen Sitzplatz im Zug.

Nachdem wir uns auf dem Campingplatz etwas von den Strapazen der Großstadt erholt haben, fahren wir mit den Rädern in die Innenstadt von Haarlem. Vom vermutlich hübschen Marktplatz ist wenig zu sehen, weil Jahrmarktsbuden und ein Riesenrad den Blick versperren. Ganz Holland rüstet sich für den morgigen Koningsdag (Königsgeburtstag) und den in der kommenden Woche folgenden Freiheitstag.

Nach etwas Shopping finden wir in einer Pizzabar einen Platz an der Theke und lassen den Tag ausklingen.

Freitag, 27.4.

Von Haarlem geht es nach Den Haag. In Hillegom sorgen erneut Tulpenfelder für einen Stop, wir können einfach nicht genug bekommen.

In Den Haag wollen wir auf dem Weg zum  Campingplatz de Roompot in Kijkduin unsere Ortkenntnis nutzen und das Stadtzentrum meiden, doch eine kleine Baustelle und die deswegen eingerichtet, gigantische Umleitung führt uns in großem Bogen mitten durch die Innenstadt.

Es ist kalt und sonnig. Nachdem wir unseren Platz eingerichtet haben, gehen wir an den Strand. Wir besuchen ‚Hemels Gewelf‘, ein Landschaftskunstwerk von James Terrell und gehen dann in eine Strandbar. Danach radeln wir in die Stadt und probieren den Italiener La Famiglia aus.

Samstag, 28.4.

Mit dem Auto fahren wir von Kijkduin zu unserer Tochter. Dort laden wir diverse Überlebensgüter aus – u.A. 25 kg Malz?. Dann geht es zu Fuß zum Gemeentemuseum, wo wir die Max Lieberman Ausstellung „Een Zomers Impressionist“ besuchen. Der Deutsche Maler hat viel Zeit an der holländischen Nordseeküste verbracht.

Nach dem Ausstellungsbesuch gehen wir nach Scheveningen in den Fischhafen und kaufen unser Abendbrot ein. Danach geht es mit der Tram nach Hause. Wir haben kaltes Schauerwetter.

Sonntag, 29.4.

Wir fahren direkt vom Campingplatz aus zur Autobahn. In der Provinz Flevoland nördlich von Amsterdam reichen riesige Tulpenfelder bis an die Straße. Die Fahrt verläuft problemlos. Rechtzeitig zum Campionsleague-Viertelfinale zwischen dem THW Kiel und V. adar Skopje sind wir zu Hause.

10.05.18
Mal schnell nach Föhr…

Das anhaltend gute Wetter animiert uns, einen lange geplante Ausflug zu unternehmen: der Besuch des Museums ‚Kunst der Westküste‘ in Alkersum auf Föhr.

Wir brechen am Montag morgen auf, und fahren nach Husum, genauer: nach Schobüll auf den Campingplatz Seeblick. Der Platz liegt toll und bietet ohne sichtversperrenden Deich einen schönen Blick über das Wattenmeer zur Insel Nordstand. Nachdem wir uns mit den Gegebenheiten vertraut gemacht haben, fahren wir mit den Rädern am Meer entlang nach Husum. Viele Schafe bevölkern mit ihren Lämmern den Deich. Der Himmel ist wolkenlos und blau. Die Temperaturen liegen bei 24 Grad.

Vorbei an der Ruine des Strandhotels Husum geht es zum Binnenhafen, wo wir die Räder abstellen. Husum ist eine prima Einkaufsstadt mit vielen und auch kleinen künstlerisch angehauchten Läden. Der alles dominierende Herrscher der Husumer Geschäftswelt scheint C.J.Schmidt zu sein. Diesen Schriftzug sieht man an zahllosen Geschäften.

Nach erfolgreichem Shopping, kehren wir in der Neustadt (Achtung Straßenname) im ‚Husumer Künstlercafé‘ ein. Es gibt bombastischen Torten mit leckerem Kaffee  zu gehobenen Preisen. Zurück in Schobüll inspizieren wir zunächst das Restaurantangebot (alles geschlossen oder ungeeignet) und nehmen uns vor, später zum Abendessen erneut nach Husum zurückzufahren. Im Fischlokal ‚La Mer’ direkt an der Kaikante genehmigen wir uns leckere Krabbengerichte.

Abends gibt es Sonnenuntergang in der zweiten Reihe. Wenn nur der blöde Wohnwagen nicht wäre.

Wohnwagen vor Sonnenuntergang

Dienstag, 8. Mai

Am nächsten Morgen packen unsere Sachen und fahren nach Dagebüll. Die Straßen sind so schlecht, daß man sich in einem anderen Teil Europas wähnt. Die Enegiergewinnung hingegen ist topmodern: Windräder, so weit das Auge reicht. Wir parken auf dem Inselparkplatz und schippern bei erneut prächtigem Wetter nach Föhr.

Das Wasser steht relativ hoch, trotzdem sind einige Sandbänke schon trocken und mit dem Fernglas und dem Teleobjektiv lassen sich einige Seehunde ausfindig machen. In Wyk angekommen, machen wir uns direkt auf den Weg nach Alkersum.

Das Museum ‚Kunst der Westküste‘ besteht aus einem modernen Neubau, der mit dem ehemaligen Dorfkrug und dem Garten zur einem schönen Arrangement zusammengefügt wurde. Das Museum zeigt – ähnlich wie das Noldemuseum in Seebüll – keine ständige Ausstellung, sondern wählt immer zu einem bestimmten Thema einen Teil aus seiner umfangreichen Sammlung aus. Das aktuelle Thema ist ‚Norwegen‘. Neben der Hauptaustellung ‚Faszination Norwegen – Landschaftmalerei von der Romantik zur Moderne‘, gibt es Bilder des norwegischen Fotografen Kare Kivijärvi sowie zeitgenössische Kunst unter dem Titel ‚Norway Contemporay‘ zu sehen.

Neben den dramatischen Bildern norwegischer Berglandschaften gefallen uns besonders die Fotos des Zeitgenossen Rune Guneriussen. Der Künstler sucht sich spezielle Orte in der Natur, in die er dann Alltagsgegenstände wie Lampen, Stühle oder Telefone arrangiert. Von dem Ergebnis fertig er großformatige Fotos an. Anschließend versetzt er den Ort wieder in den ursprünglichen Zustand. Einige Beispiele kann man auf der Webseite von Rune Guneriussen sehen.

Nach der Kunst soll es Kuchen geben: der Apfelgarten in Oldsum wird oft empfohlen. Vom kräftigen Südost-Wind geschoben, bewältigen wir die 5 Kilometer im Fluge, leise ahnend, was dies für die Rückfahrt bedeutet. Leider ist der Apfelgarten überfüllt und auch das nächste Café scheint vom Besucheransturm überfordert zu sein. Also radeln wir über Nieblum zurück nach Wyk, wobei nicht nur der kräftige Wind, sondern auch der Zustand der Radwege, sowie das Verhalten anderer Radfahrer das Vergnügen trüben.

Als wir endlich in Wyk sind, reicht uns Kuchen nicht mehr, es soll herzhafter sein. Nachmittags ist das hier gerade nicht so einfach. In einer Nebenstraße werden wir fündig und bekommen lecker Back- und Panfisch. Auf der Promenade herrscht bei strahlender Sonne und kräftigem auflandigem Wind eine herrlich maritime, sommerliches Atmosphäre.

15.05.18
Ein Nachtrag: Olympische  Stilblüten

Beim Verfolgen der Olympischen Winterspiele…. ja, ja, es ist etwas her…. hatte ich einige Stilblüten der stets eifrigen TV-Kommentatoren gesammelt. Diese Sammlung hatte ich aus den Augen verloren und nun wieder gefunden. Da diese Perlen nur wenig mit Winter zu tun haben, kann ich sie auch im Mai präsentieren:

„Volatil, wie eine Risiko-Aktie“ Skispringen, ZDF 10.2. 14:20

„Jetzt haben sie ihm einen Bettvorleger oder sowas umgehängt“ , Skispringen, ZDF 10.2., 14:30.

„Shawn White hat inzwischen eine Frisur wie ein BWLer“, Snowboard ARD 13.2., 9:10.

„Wenn ich nicht hingucken müsste, würde ich weggucken“, Rodeln Frauen ARD 13.2., 13:50.

„Da läuft einem die Gänsehaut den Rücken runter…“, Biathlon Frauen, ARD, 15.2., 10:20

„Ganz flüssig der Auslauf…“ Eiskunstlauf, ARD 9.2. 9:45

Mein Favorit ist die laufende Gänsehaut!

18.06.18
Friesland

Mo 18.6. Reise nach Sneek

Nach ruhiger Anreise (Ausnahme Bremen) kommen wir in Sneek an. Unser Campingplatz liegt direkt im Yachthafen. Alle Einrichtungen wie Sanitäranlagen, Restaurant, WIFI etc. stehen für Segler und Camper gleichermaßen zur Verfügung. Wir wundern uns, wie gut der Platz besucht ist, dennoch bekommen wir einen Platz direkt am Steg.Der Ort ist leicht per Rad zu erreichen, im Restaurant bekommen wir hervorragendes Essen.

Nur der Ort Sneek selbst enttäuscht uns etwas. Da haben wir schon hübschere friesische Städtchen gesehen.

Di 19.6.: Sneek

Mit dem Rad geht es in die frischen Örtchen Ijlst und Heeg. Es ist herrlich, überall Wasser, Kanäle, Boote. In Ijlst Essen wir direkt an der Schleuse und beobachten das Treiben

Mi 20.6.: Delft

Wir haben uns mit Linda in Delft verabredet und fahren 200 km nach Süden. Direkt neben Ikea finden wir einen Campingplatz der nur 5 Fahrradminuten von der Innenstadt entfernt ist. Obwohl noch keine Ferien sind und obwohl der Platz nicht sonderlich attraktiv ist, ist es proppenvoll. Wir bekommen den angeblich letzten freien Platz. Wir machen einen Stadtbummel. Auf dem großen Marktplatz wird für die Erstsemester der TU Delft eine Konstruktionswettbewerb durchgeführt. Es muss das funktionierende Model eines Containerkrans gebaut werden. Die Zeit wird gestoppt. Dazu Musik Moderation, Videoleinwand.

Abends dann gemütliches Familientreffen. Beim Bier schauen wir dem Treiben auf dem Markt zu: die Studenten haben längst abgebaut, nun werden in Windeseile die Stände für den morgigen Wochenmarkt errichtet.

Do, 21.6.:  Edam

Spontan entscheiden wir nicht sofort nach Friesland zurückzufahren, sondern machen einen Stopp in Edam. Über Amsterdam erreichen wir Edam, in entspannter Autofahrt. Dort gehen wir auf den Strandcamping im Yachthafen. Der Platz ist wunderbar gelegen, an drei Seiten ist er von Wasser umgeben. Mit Glück finden wir windgeschützten Platz. Es ist stürmisch und ungemütlich. Zu Fuß gehen wir nach Edam und in Edam herum.

Fr 22.6.: Volendam und Monnikendam

Am nächsten Tag immer noch Sturm und Regenschauer. Erst nach Mittag trauen wir uns raus und radeln nach Volendamm. Unterwegs sehen wir viele Reiher. In Volendamm trifft uns der Tourismus mit voller Breiseite: massenhaft Busse haben Touristen der übelsten Sorte ausgekippt, die sich auf der Promenade breitmachen. Deutsche, Asiaten, Spanier. Handy vorm Gesicht, Fastfood in der Hand. „Du guckma, dahinten sind noch mehr Buden… „ So krass haben wir das noch nie erlebt!

Hinter der Partyzone ist es wieder ruhig. Wir radeln nach Monnikendam. Dort gönnen wir uns  im Coffee & Cacao Lunchkaffé einen leckeren Ziegenkäsesandwich mit Schinken, Rucola, Nüssen und Honig. Zum Nachtisch Erdbeeren mit Poffertjes und Schlagsahne. Super.

Dann geht es mit dem Rad gegen den Wind zurück. Wir haben Glück: es bleibt trocken.

Sa 23.6.: Nach Franeker und Leeuwarden

Nun wollen wir in die Kulturhauptstadt Europas Leeuwarden. Dazu fahren wir wieder nach Franeker, wo es uns vor zwei Jahren schon gut gefallen hat. Nach den vollen Plätzen in Delft und Edam sind wir nun wieder über die Leere erstaunt. Irgendwas haben wir noch nicht verstanden.

Einer der elf Brunnen:
Die Oort‘sche Wolke (Jean-Michel Otinhoniel) in Franeker

Mit dem Zug fahren wir nach Leeuwarden und treffen gleich am Bahnhof auf einen der 11 Brunnen, die internationale Künstler in den 11 friesischen Städten erbaut haben. Dahinter gleich das Besucherzentrum mit dem Wattpanorama einer Holzplattform mit einer Soundinstallation. Witzig finden wir die Escher-Streetart die mit Pflastermalereien auf die M.C.Escher Ausstellung hinweist. Enttäuschung dann beim Friesenmuseum, wo wir besagte Ausstellung ansehen wollen: trotz Museumkaart kommt man nur mit Warteliste hinein. Wir bummeln durch die Stadt, gehen zur Holzltribüne am schiefen Turm ‚Oldehove‘. Nicht zur Kulturhauptstadt gehört die stylistische Albert Hein Filial in der alten Kornbörse, die ist immer hier. Unseren Imbiss nehmen wir in einem netten Straßenkaffee und können dabei die Boote der Grachtenfahrten beobachten.

So richtig begeistert sind wir nicht von Leeuwarden als Kulturhauptstadt, wir fanden nicht so den rechten Zugang. Man konnte das schon befürchten, denn auch die Webseite der Kulturhauptstadt vermittelte mehr Verwirrung statt Klarheit. Besonders ärgerlich fanden wir, dass vieles nur in niederländischer Sprache beschrieben ist und ohne Erklärung ist vieles nicht zu verstehen. Eigenartig, bei einem europäischen Ereignis..

So 24.6: Franeker und Mo 25.6 Nach Lauwersoog

Nach einem Tag Nixtun in Franeker fahren wir nach Dokkum, um wir eine weitere der „11 fountains“ zu sehen, den Eisbrunnen. Doch statt eines Brunnens finden wir nur eine Baustelle. Auf der Webseite 11fountains.nl finden wir dann – mal wieder nur auf niederländisch – den Hinweis, dass es Probleme mit der Technik gibt und der Brunnen hoffentlich erst im vierten Quartal des Jahres fertig wird. Das Foto der Baustelle zeigt, das die „technischen Probleme“ wahrhaft gewaltig sein müssen.

Später finden wir im Internet eine Pressemeldung ( https://www.lc.nl/friesland/IJsfontein-Dokkum-haalt-deadline-niet-22941617.html), die erwähnt, daß der Brunnens pure Energieverschwendung sei. Der Energieverbrauch entspräche dem von 100 Haushalten. Die Energie wird benötigt, weil der Brunnen während des Betriebes ständig frisches Eis produzieren soll. Nun wird an einer günstigeren Lösung gearbeitet, bei der Solarenergie genutzt wird, die auf dem Dach des Rathauses gewonnen werden soll.Weiter gehts  nach Lauwersoog. Dort gibt es einen großer Campingplatz mit viel Wasser, aber weniger maritimen Flair als wir gehofft hatten. Wir radeln hinterm deich weil es anders nicht geht, am schluß bekommen wir doch noch einen schönen Blick auf Terschelling und einen fischenden Kutter. Die Radtour um den großen Binnensee und das Vorgelschutzgebiet sparen wir uns. Im Hafen gibt es keine Läden oder netten Restaurants. In einem schmucklosen Imbiss gibt es frittierte Seezunge. Sie ist trocken. 

Dienstag, 26.6.: Groningen

Wir fahren nach nach Groningen zum Campingplatz Stadpark. Der Navi dirigiert uns sicher bis 50 m vor den Platz, wo eine für Autos gesperrte Straße eine Weiterfahrt unmöglich macht. Nach einer 360 Grad Umrundung kommen wir endlich rein. Der Platz liegt im Stadtpark, der wiederum ist ein großer, schöner Park mit großen Bäumen. Leider sind die Stellmöglichkeiten für Bullies und größere Autos rar, denn der Wiesengrund ist zu weich, um ihn mit Autos befahren zu können. In den hohen Baumen nisten Fischreiher, man kann sehen und hören (!!) wenn gefüttert wird.

Per Rad fahren wir ins Groninger Museum. Hier ist das Gebäude selbst schon ein Kunstwerk. Vom Alessi Designer entworfen, soll es einem Kaffeeservice nachempfunden sein. In der aktuellen Ausstellung „De Ploeg“ geht es um eine Groninger Künstlervereinigung, die stark durch Van Gogh und die Deutschen Expressionisten beeinflusst wurde. Die Ausstellung gefällt uns sehr gut, nicht nur die Bilder (z.B. von Jan Wiegers) sondern auch die Räume, die erläuternden Texte etc.

Zu Fuß wandern wir durch die Stadt. Sie ist zwar autofrei, dafür sind es rasende Radfahrer, die einem den Bummeln etwas verleiden. Wir essen in der alten Waage, ich überfresse mich an einem Uitsmijter

14.07.18
Zum Wohnungstausch nach Bremerhaven

Mittwoch, 27.6.: Nach Bremerhaven

Direkt aus Friesland fahren wir nach Bremerhaven. Mit unseren Freunden haben wir vereinbart, für ein paar Tage die Häuser zu tauschen. Gegen Mittag kommen wir an, tauschen die Schlüssel und richten uns häuslich in der fremden Umgebung ein. Zu großen Unternehmungen fehlt uns die Lust. Wir erledigen Einkäufe, nehmen in dem technisch anspruchsvollen Haushalt erfolgreich den Fernseher in Betrieb und widmen uns der Fußball WM.

Donnerstag, 28.6.: Wedderwarden, Wremen

Seit meiner Kindheit, in der ich mehrmals meine Tante in Bremerhaven besuchte, höre ich von Weddewarden, ein kleiner Ort nördlich von Bremerhaven direkt an der Weser gelegen. Allerdings war ich niemals dort. Das soll sich ändern. Mit dem Rad geht es durch Speckenbüttel und über die Felder nach Norden.

Das Ausflugslokal früherer Tage ‚Schloß Morgenstern‘ ist Geschichte, auch der Ausblick vom Weserdeich hat sich seit damals massiv verändert, denn das Containerterminal mit seiner über 4 Kilometer langen Stromkaje hat sich bis nach Weddewarden ausgedehnt.

Am Deich geht es weiter in Richtung Wremen. Dort hoffen wir, frische Krabben kaufen zu können. Doch der Weg über den Deich ist ab dem Ochsenturm gesperrt und wir müssen die weniger attraktive Strecke ‚über die Dörfer‘ nehmen.

In Wremen gibt es zunächst erst einmal Fischbrötchen im kleinen Hafen. Ein Fischhändler der Krabben verkauft, ist aber nicht auszumachen. Dafür ein Campingplatz direkt am Deich, dessen einziger Vorteil seine Lage ist, der Rest wirkt wenig einladend. Schön, daß wir ja grade keine Camper sind.

Ein Fisch-LKW fährt auf die Hafenmole und wird am Kai platziert. Schiffe sind nicht auszumachen. Doch dann entdecken wir einen Krabbenkutter, der sich seinen Weg entlang der  vielen Äste und Jungbäume bahnt, die das schmale Fahrwasser markieren. Der Kutter macht im Hafen fest und sofort beginnt der Verkauf: 10€ auf die Hand, der Fischer verschwindet unter Deck und taucht mit einer Plastiktüte voll Krabben wieder auf.

Mit unserem Fang machen wir uns auf den Rückweg. Nach stundenlangem Krabbenpuhlen gibt es Krabben mit Rührei und Schwarzbrot, wie es sich gehört. Anschließend Fußball im TV.

Freitag, 29.6: Containerhafen, Columbuskaje, Hochschule

Beim Brötchenholen ruft mich ein wichtig-tuender Mensch zur Ordnung, weil ich den Radweg für 20m in falscher Richtung befahren haben. Der Mensch, der sich als Mitarbeiter des Ordnungsamts verkleidet hat, notiert meine Personalien. Da sage mal einer, im Land Bremen herrsche keine Ordnung.

Wir wollen mit den Rädern der Hafen erkunden. Doch der Versuch von Norden kommend ohne große Schleife zur Columbuskaje zu gelangen scheitert nach mehreren Anläufen an zugeschütteten Wegen, Zäunen und der Großbaustelle „Hafenanbindung A27“.

Irgendwann sind wir dann mittendrin und stehen auf dem Containerturm, der extra für Touristen wie uns errichtet wurde. Mit dabei auch ein mächtig beeindruckter Wohnmobilist aus Schwaben, der ebenfalls mit dem Fahrrad hier heraus gefahrern ist.

Die Columbuskaje ist gerade leer, aber im Autohafen (dem größten in Europa) herrscht reger Betrieb. Wir haben Glück und können das Ausschleusen eines gigantischen Autofrachters aus nächster Nähe beobachten. Über 8000 Autos passen auf die größten dieser Schiffe und jedes einzelne muß zum Be- und Entladen bewegt werden. Über das Ausschleusen habe ich eine Scrollgeschichte gemacht:

Ein Klick auf unten stehendes Bild öffnet eine Scrollgeschichte über den Autohafen bei Adobe Spark

In der Innenstadt nehmen wir einen Imbiss im ‚Caspar David und Co‘ und sehen den Absolventen der Hochschule Bremerhaven zu, die mit feinen Roben ihren Abschluss zelebrieren.

Abends gibt es die zweite Hälfte unserer Krabben: Pasta mit Krabben, Fenchel und Zitronen.

Samstag, 30.6.: Fischereihafen

Bei strahlendem Wetter geht es mit den Rädern zur Blexenfähre und dann in den Fischereihafen. Leider ist auch hier ein großes Stück des Deichs wegen Bauarbeiten gesperrt, daher fahren wir zunächst auf der Binnenseite und bestaunen die gigantischen Versorgungsschiffe, die beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen eingesetzt werden. Erst später können wir auf dem Deich fahren und gelangen bis zur Lüner Platte. Wir werden mit einem tollen Blick über die Weser auf den Containerhafen belohnt.

Bei einem Kanuclub sprechen uns zwei Damen an, die offenbar damit überfordert sind, ihr fertig montiertes Klepper-Faltboot auf ihr Auto zu laden. Mit unserer Hilfe gelingt es und die Damen machen sich auf den Weg.

Vorbei an Betrieben für Offshore Windanlagen gelangen wir dann in den Fischereihafen. Das ‚Schaufenster Fischhafen‘ ist ein für Touristen aufbereitetes Areal mit Kulturbetrieben, Cafes und Restaurants. Bei Fiedler bekommen wir lecker Limandes mit Orangensauce.

Abends Fußball.

Sonntag, 1.7.: Bremerhaven

Nach zwei aktiven Tagen haben wir am Sonntag wenig Lust zu weiteren Unternehmungen. Bei prächtigem Wetter lungern wir im Garten herum. Irgendwann raffen wir uns auf, zu ‚Thiels Garten‘ zu gehen, einem Künstlergarten mit Skulpturen im Mecklenburger Weg 100. Doch leider ist der sonst frei zugängliche Park wegen einer Musikveranstaltung geschlossen.

Montag, 2.7.: Rückfahrt

Bei unserer Rückfahrt nach Kiel begegnen wir zahlreichen Radfahrern mit gelben Trikots. Wir finden heraus, dass sie zum Team Rinkeby gehören, einer Wohltätigkleitstour von Skandinavien nach Paris. Bei Itzehoe entdecken wir auf der Gegenfahrbahn unserer Freunde, die ebenfalls auf der Heimreise sind.

23.07.18
Bad Karlshafen und Johann Bessler

Foto von Gabor R. – Own work, CC BY-SA 3.0, Link

Am 21.07.2018 erschien in der Online Ausgabe der FAZ der Artikel ‚Die Zeit der Schwäne ist vorbei‘. Es geht dabei um die Rekonstruktion des Weserhafens von Bad Karlshafen. Mit dem Bau einer Brücke und einer Schleuse soll die Verbindung des stillgelegten historischen Hafens mit der Weser wieder herstellt werden. Ein umstrittenes Bauprojekt, welches ein wenig an das Kieler Projekt ‚Holstenfleet‘ erinnert.  

Besonders interessierte mich der Hinweis, dass Johann Bessler, der sich auch Orffyreus nannte, in Karlshafen lebte und in der Nähe verstarb. Bessler behauptete, ewig drehende Räder, also Perpetuum Mobiles konstruiert zu haben. Aus diesem Grund hatte ihn der technikbegeisterte Landgraf Carl nach Kassel geholt.Obwohl ich in Kassel aufgewachsen bin, hatte ich bis zum Anfang dieses Jahres nie von Bessler gehört. Als sich das vor einigen Monaten änderte hatte einen kurzen Text dazu in diesem Blog verfasst. Nun lernte ich, dass Bessler nach seiner Kassler Zeit nach Karlshafen zog und den Rest seines Lebens in einem Haus verbrachte, welches ihm Landgraf Carl ihm zur Verfügung stellte. Die Stadt wiederum nutzt Bessler nun originell für ihr Stadtmarketing.

Im März 2018 berichtete das Mitteilungsblatt Bad Karlshafen, dass bei den Bauarbeiten im Hafenbecken eine  Kiste zutage gefördert wurde, die Papierrollen mit einer Bauanleitung für das Perpetuum mobile des Johannes Bessler enthielt. Gleichzeitig taucht im Internet ein Video auf (https://youtu.be/f2zZ7WOnA0o), welches im Stile eines ARD-Brennpunkts von dem Fund berichtet. Auch Bürgermeister Marcus Dittrich kommt zu Wort und spricht von einer „Wende bei der Energieversorgung“. Sollten die Zeichnungen einen funktionsfähigen Nachbau des „ewigen Rades“ erlauben, könne dieser „eine unendliche Energieerzeugung sicherstellen“.

Das Ganze ist natürlich ein Schwindel. Die Medienkampagne sollte auf das Theaterstückes „Perpetuum mobile – Eine Stadt im Rausch“ des Berliner Theaters Anu hinweisen, welches von der Stadt in Auftrag gegeben wurde und am 24. Mai Premiere feierte. Begleitend gibt es im Rathaus eine Ausstellung „Perpetuum mobile – Und es dreht sich doch“, in der auch ein hölzernes Modell des Besselerrades gezeigt wird.

Das Theaterstück gehört mit anderen Veranstaltungen zu den ‚Baustellenevents‘, mit denen die Stadtväter von Bad Karlshafen die bis 2019 andauernden Baumaßnahmen zur Hafenöffnung erträglicher gestalten wollen.  Da passen die Geschichten um Johann Bessler gut ins Konzept.

Johann Bessler lebte von 1721 bis 1745 in einem Haus am Hafen. Dieser Hafen (Carls Hafen) war der Beginn einer künstlichen Wasserstraße, die Carl über Kassel nach Marburg bauen wollte, um eine Verbindung von der Weser über die Lahn bis zum Rhein zu schaffen. Auf diese Weise sollt Hann. Münden umgangen werden, das durch Steuern den Gütertransport über Weser und Fulda nach Kassel verzögerte und verteuerte. Als Startpunkt für den Kanal nutzte man den unteren Flusslauf der Diemel, die bei Karlshafen in die Weser mündet. Doch das 1710 begonnene Projekt blieb unvollendet, man kam lediglich bis ins 20 Kilometer entfernte Hümme. Mit dem Tod des Landgrafen starb 1730 auch das Projekt. Ungefähr 200 Jahre später wurde die Verbindung des Hafens mit der Weser im Zuge des Ausbaus der Bundesstraße zugeschüttet. 2016 fiel in einem Bürgerentscheid der endgültige Beschluss, den Hafen wieder zu öffnen und dadurch die Attraktivität Karlshafen für den Tourismus zu erhöhen. Das mit den Baumaßnahmen verbundene Hickhack erinnert ein wenig an das Kieler Projekt „Holstenfleet“.

Ein Bezug zwischen Johann Bessler und Bad Karlshafen besteht auch über die holländische Partnergemeinde ’sGravesande, deren Namensgeber, der niederländische Physikprofessor Willem Jacob ’sGravesande, das Besselerrad im Auftrag englischer Interessenten untersuchen sollte. Bessler starb 1747 bei einem Unfall in der Nähe von Karlshafen. Er hatte geplant, die Aufwinde am nahegelegenen Fürstenberg durch ein sich horizontal drehendes Flügelrad zu nutzen. Das Mühlrad setzte sich unkontrolliert in Bewegung und Besseler stürzte von der Mühle.  

Weitere Details über Johann Besseres Aufenthalt in Bad Karlshafen findet man auf der offiziellen Webseite der Stadt. Weiterhin möchte ich auf die umfangreiche Internetseite ‚besslerrad.de‘  hinweise, wo enorm viele Details über Johann Bessler und sein Umfeld zusammengetragen wurden. Wem das immer noch nicht reicht, der findet dort weitere Links. Das hochinteressante Impressum enthält u.A. den Hinweis, das die Seite  zum Ende des Jahres 2018 geschlossen werden soll.

07.09.18
Metz –>Amboise

• Autobahnen wunderbar leer

• Camping wir immer

• viel platz, internet kostenlos und ok

08.09.18
Amboise

  • Wetter sonnig, nicht zu warm
  • Le Clos Lucé
  • le Viaduc de Garabit
  • Vebjørn Sand The Leonardo Bridge Projekt
  • danach Abhängen am Bus
  • Mountainbike Nachttour (la-nuit-des-roys) startet mit Feuerwerk
  • Nachts kotzt Friedel
  • Clos Lucé
  • Abhängen am Bus
  • Abends städtchen mit Auftieg und hinterm Schloss herum

09.09.18
Amboise –> Concarneau

• In den Ort geradelt um Tee für F zu. Es ist Sonntag

• Am Loireufer Markt

• Ballone landen

• Schafgarbentee und Roisbos

• Friedel gehts besser

• Einkaufen Tanken es dauert bis 12:00 das wir loskommen

• langweilige Fahrt, aber entspannt. Es zieht sich enorm

• Autobahngebühr super teuer Metz-Amboise 80€, Amboise Nantes 40€

• Ab Nantes Autobahn kostenlos aber voll und 110 km/h, nervig. Ab Lorient gehts dann.

• Letzten Platz auf Camping Sables Blanc in Concarneau. WoMo ohne Ende.

• internet kostenlos aber schwankend

• Unser Platz ist lustig: etwas erhöht, komplett mit Hecken umschlossen, schmaler Zugang für WoMos unerreichbar. Unterhalb ein Weg von wo aus die anderen Camper gaffen und staunen, wie man dort hinkommt.

• gang in den Ort, der erste Eindruck ist enttäuschend

10.09.18
In Concarneau

• Wetter sonnig, nicht zu warm

• Ville Close, Föhre kaputt

• Markt

• Strand Ebbe schön

• Stadt reizlos

• Touristen aber nicht übervol

• l‘Amiral

• Alles nicht so doll

11.09.18
Mit dem Rad nach Pont Aven

• 50 km Rad

• Wenig Verkehr gut zu fahren

• Voie Verte

• Wetter sonnig, nicht zu warm

• PontAven voll mit Touristen, MoMoPlage

• Schiffe trocken

• Galerien

• MUSEUM schön, Schule von PontAven, Paul Serusier, keine eigenen

• Tassen mit Ikone gekauft

• Abends Pizza im schönen Platzreseaurent

• Lustige Engländer

12.09.18
Auf dem GR34 bei Concarneau

• Wandertag

• Anses tief eingeschnitten ins Land

• Schweißausbruch

• Leerer Camping mit Traumhafter, Blick über die. Bucht

• Peche a pied

• Trübes Wetter, später leichter Regen

• Danach Einkäufe im Supermarkt, per Rad bergauf ging’s e

13.09.18
Concarneau –> Loctudy

• camping sehr einfach aber schön gelegen

• internet kostenlos und ok

15.09.18
Lesconil

• Chillen, Strand

• Der Campingplatz les Dunes ist toll gelegen, hat Brötchenservice und gutes Internet, (ticketbasiert, aber unbegrenzt nur 1×6€)

17.09.18
Radtour Guilvinec, Phare Eckmühl

Eckmühl bestiegen, anschließend Kaffee

tolle Ecke, toller Blick

Guilvinec, Besuchergalerie, nicht so schlimm wie befürchtet

Wenig zu sehen, trotzdem interessant

Im Fischladen 2x Limandes filetiert plus ein Pfund Langustinos

Heimfahrt, kochen

18.09.18
Lesconil

Wegen des schlechten Wetters in Holland canceln wir den Plan, die Rückreise über Den Haag zu machen. Neuer Plan: wir fahren über die Normandie nach Köln (Münter Ausstellung) und dann nach Kiel.

Wir hängen etwas ab und gehen dann am Strand ins Örtchen, Wellen 🌊 gucken, auf dem Weg sind viele Felsen

Dann wieder zurück, ausruhen, Lunch, dann essen kaufen, dann wieder ausruhen, Käffchen, lesen, rumdödeln.

Wenn die Sonne es schafft, aus dem Dunst zu kommen, dann ist es richtig schön warm, aber das schafft sie leider nicht mehr so oft, ein paar Grad wärmer könnte es tagsüber gerne sein

19.09.18
Lesconil –> Quiberon

• Camping Beausejour, Meerblick, Internet zeitbasiert 20h 8€
• Wir sind erstmal nicht so happy, aber woanders ist das Wetter schlechter
• Ort Quiberon recht schön, tolle Promenade, Fähre nach Belle Isle

20.09.18
Radtour rund Quiberon

Heute haben wir eine schöne Fahrradtour um die Insel gemacht. Gleich zu Beginn war in dem Örtchen St. Pierre Markt. Da haben wir erstmal unser Essen für heute Abend ein eingekauft und die Einkäufe zum ⛺️ zurück gebracht: fertiges Schweinefleisch a la Provence.

Dann starteten wir erneut, querten die Halbinsel und kamen zur Côte sauvage.  Dort war es sehr toll, es war Flut und es gab wieder tolle Wellen🌊 die an den Felsen hochspritzten und schönes Wetter hatten wir auch.

Im Ort Quiberon waren sehr viele Urlauber unterwegs. Der Yachthafen war leider eine große Baustelle, sodaß wir dort nich gerne sitzen wollten.

Nachts erstmals seit Langem Regen und unangenehm kühl.

21.09.18
Nichtstun auf Quiberon

Wenig tun: mit dem Rad ins Dorf, essen kaufen, am Strand langdackeln, mit dem Rad mit dem Rad nach St. Pierre zum Einkaufen, danach nach Qiberon für die restlichen Dinge (alkfreies Bier), am Strand langdackeln, zeichnen….

22.09.18
Quiberon –> Guérande

Wir sind weitergefahren, weil wir was anderes sehen wollten. Das Wetter ist überall bescheiden. Eigentlich wollen wir nach Norden, aber der Wetterbericht verheißt Regen, Sturm und Gewitter, also bleiben wir in der Südbretagne und fahren zur Halbinsel Guérande .

Die Wettervorhersage sah vielversprechend aus, hat aber nicht gehalten. Wenigstens nur Nieselregen. Unser Wunschplatz in Turballe ist zu unserem Erstaunen ausgebucht, also fahren wir weiter zum Parc de St‘e Brigitte, einem Campingplatz, der in einem alten Schloßpark gelegen ist. Schloß, Platz und Sanitäranlagen sind alle schon etwas älter, aber irgendwie ist das ganze mit höhen Bäumen und alten Gemäuern recht reizvoll.

An der Frischetheke im Supermarkt kaufen wir uns Paella und verbringen den Rest des Tages mit Nichttun uns spazieren im Park.

23.09.18
Guérande –> Etretat

Moin, Planänderung: wir nutzen das schlechte Wetter und fahren an die Alabasterküste. Ca. 450km nach Norden. Etretat oder Yport oder Fecamp. Wenn wir da sind wird das Wetter besser….sagt WetterOnline.🙏🏻

Wir landen in Etretat. Hmmm, wollten was essen gehen: Fehlanzeige. Die Restaurants sind zwar offen, aber es gibt erst ab 19:00 was zu essen . Das wiederum sagt einem keiner. Man wird einfach ignoriert. Ärgerlich weil es erst 18:00 war. Also zum Bus Nudeln kochen. Außerdem ist es stürmisch und saukalt. Aber auch sehr schön. WIFi nur an der Rezeption

Das Szenario in Etretat ist schon grandios. Morgen wollen wir oben auf der Klippe ein Stück den GR 24 gehen. Das mit dem Wetter hat ja schonmal geklappt.

Wie schon auwährend der Anfahrt,  deutet wenig darauf hin, dass man hier am Meer ist. Das ändert sich abrupt, wenn man die letzten Meter im durch die engen Gassen des Ort zurück gelegt hat hat und unvermittelt am Strand steht

In Etretat ist man auf einiges eingerichtet: vor dem Ort weist ein Schild auf einer großen Wiese darauf hin, das dies der letzte kostenlose Parkplatz vor Ertretat sei“. Das man mit den Touristen auch das eine oder andere Problem hat, sieht an an Schildern in Ort wie : „Picknickkörber am Stand verboten“, „ Keine Kieselsteine von Strand mitnehmen“ oder „Zufahrt für Wohnmobile verboten“.

Der Ort ist dann auch entsprechend touristisch ausgestattet: etliche Restaurants auf denen Fotos der angebotenen Gerichte dem sprachunkundigen die Auswahl erleichtern und eine zum Andenkenmarkt umfunktionierte schöne alte Markthalle seien als Beispiel genannt. Aber auch schöne alte Häuser mit geschnitzten Holzfassaden.

25.09.18
Etretat -> Fecamp

Wir wollen weiter nach Fecamp. Vorher haben wir noch in Etretat einen Künstlergarten auf den anderen Klippe besuchen wollen. Nach irreführenden Angaben ob man zum zugehörigen Parkplatz auch mit dem Auto fahren darf (!!) haben wir es getan und standen vor einer Höhenbegrenzung.😦 Man wollte und auch nicht rauflassen, obwohl wir den Garten besuchen wollten , also sind wir unverrichteter Dinge wieder runter und nach Fecamp. Hier jetzt schön chillig….aber ein viel größerer Ort als Etretat. Wir laufen durch dies Stadt, sehen die Destille von Benedictine, die lange Mole und gehen an den Strand, der wie in Etretat aus großen Kieselsteinen besteht.

26.09.18
Fecamp -> Düren

Wir wollen nach Köln, um die Gabriele Münter Ausstellung zu besuchen. Unsere ursprünglichen Plan, am Rhein zu campen geben wir wegen der angekündigten Temperaturen auf, Wir buchen über das Internet ein Ibis Hotel in Düren. Von dort aus kommen wir am folgenden Tag schnell nach Köln.

Das Hotel liegt in einem Gewerbegebiet, das Einchecken erfolgt wie schon die Buchung und Reservierung menschenfrei. Eine angenehme Überraschung bereitet das nahegelegene italienische Restaurant l‘Osteria: nettes Ambiente, interessante Karte und gutes Essen. Es stört wirklich kaum, das man auf der Terrasse zwischen Schnellstraße und Autobahn sitzt.

Erst später lerne ich, das l‘Osteria eine Kette mit über 30 Restaurants ist, eines sogar in Kiel.

27.09.18
Gabriele Münter in Köln


München war uns zu weit, Kopenhagen zu aufwändig, also nutzen wir die Heimreise von unserem Bretagne-Urlaub zu einem Abstecher nach Köln und besuchten die Ausstellung von Gabriele Münter im Museum Ludwig.

Auf der Heimreise nach Kiel wurden wir Opfer der Verkehrschaos im Ruhrgebiet: 3 Stunden allein von Köln nach Dortmund!