16.06.19
Nach Le Tréport

Le Tréport. Nach entspannte Fahrt auf leerer Autobahn landen wir nach ca 200km am Atlantik nach Le Tréport. Der Campingplatz, den wir anfahren liegt hoch über dem Nachbarort Mers-le-Bains und bietet einen tollen Blick auf das grüne Meer. Die Rezeption ist nicht besetzt, der Platz gefällt uns auch nicht so sehr. Also suchen wir einen anderen Platz. Er trägt den viel versprechenden Namen ‚Parc du Golf‘ und gehört zu einem Hotel.

Das Hotel ist ein schönes Fachwerkhaus im normannischen Stil und liegt in einem Park. Auf dem Parkgelände gibt es Stellpätze und Ferienhütten. Auch Hütten und das winzigen Sanitärgebäude sind Fachwerkhäuser. Auf dem Campingplatz und im Hotel gibt es nur wenige Gäste, wir können im Park beim Hotel stehen. Alles hier hat schon bessere Zeiten erlebt und versprüht einen etwas bröckeligen Charme. Obwohl man das Meer nicht sehen kann und das WLAN sehr dürftig ist, gefällt es uns gut.

Nachdem wir uns eingerichtet haben gehen wir in den Ort. Es geht sehr lange, seht steil abwärts und wir denken schon sorgenvoll an den Aufstieg. Unten im Hafen herrscht Halligalli. Menschenmassen drängen sich an der Promenade und immer wieder lärmen blubbernd Harley-Davidsons vorbei. Es gibt Verkaufsstände und Livemusik. Motorräder und amerikanische Strßenkreuzer werden präsentiert. Offenbar hängen die Festivitäten mit dem Jubiläum des D-Days zusammen und man preist die französisch-amerikanische Freundschaft.

Obwohl wir Sonntag Nachmittag haben, ist die Fischhalle geöffnet und bietet ein üppiges Angebot an Fisch und Meeresfrüchten. Wir bummelnd ein wenig über die Mole und entdecken dann den modernen Schrägaufzug, der die Unterstadt mit der Oberstadt verbindet, die auf der hohen Klippe über dem Meer liegt. Es herrscht ein ziemlicher Andrang, vier Kabinen können nebeneinander fahren und bis zu 10 Personen aufnehmen. In einem der Kabinen dürfen auch Kinderwagen, Fahräder etc.. mitgenommen werden. Der Betrieb ist vollautomatisch und die Benutzung kostenlos. Das ganze ist keine Touristenattraktion, sondern ein Nahverkehrsmittel, welches die beiden Stadtteile verbindet.

Harry Hirsch
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