03.10.19
Murnauer Moos

Unser Campingplatz ist wirklich schön. Er liegt toll und vor allem ruhig auf der Halbinsel, hat eine gute Ausstattung, Kiesuntergrund, der nach Regen schnell trocknet, einen lange geöffneten Einkaufsladen und ein (allerdings mäßiges) Restaurant.

Heute wollen wir ins Murnauer Moos, die Moorlandschaft, die die Maler der Münter WG so inspirierte. Es gibt eine „Moosrunde“, die wir mit dem Rad absolvieren können. Gleich der erste Blick, den wir bekommen ist toll: von einer erhöhten Position aus sieht man über das gelbe Gras der Moorfläche bis zu den Zweitausendern des Wettersteingebirges.

Zunächst verfahren wir uns ein paarmal und das wird hier immer mit zusätzlichen Bergeinheiten bestraft. So kommen wieder einige Höhenmeter zusammen, obwohl wir uns doch eine flache Tour gewünscht hatten.

Der Weg ins Moor führt zunächst über einen recht schmalen Holzsteg und ist für Radfahrer gesperrt. Das ist verständlich, denn der Weg ist schmal und rutschig. Es gibt einen alternativen Radweg, aber wir entscheiden uns für den Steg und schieben unsere Räder.

Weil der Steg schmal ist und unsere Fahrräder ein Hindernis darstellen, halten wir bei jeder Begegnung an und stellen unser Rad neben den Steg um die entgegenkommenden Wanderer passieren zu lassen. Die Reaktionen könnten nicht unterschiedlicher sein. Die meisten bedanken sich, teilweise sogar überschwänglich, wenige gucken stumm ins Leere, eine Frau wiederum regt sich auf und lamentiert herum, Fahrräder seien verboten usw. Unser Hinweis, wir würden doch nicht radeln sondern schieben lässt sie nicht gelten. Je weiter wir weg sind, desto größer das Lamento. Der arme Mann.

Das Murnauer Moos ist ein beliebtes Ausflugsziel und heute am Feiertag ist es besonders gut besucht, es bietet aber auch wirklich schöne Anblicke. Gegen Mittag erreichen wir Murnau und machen zunächst einen Abstecher zum Münterhaus.

Im Russenhaus, wie es auch genannt wurde, lebte die Malerin Gabriele Münter zusammen mit Wassily Kandinsky, auch Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky waren zeitweilig zu Gast. Das Haus ist wegen des Feiertags geschlossen. Es gibt keine Bilder zu sehen und wir hatten auch garnicht vor, es zu besichtigen. Ärgerlicher war schon, daß die Murnauer Kaffeerösterei ebenfalls nicht geöffnet war. So gingen wir dann ins Stadtzentrum und fanden in der Konditorei Krönner hervorragenden Ersatz.

Des Rest des Tages faulenzen wir auf dem Campingplatz. Es wird empfindlich kalt und so verkriechen wir uns bald in den Bus.

Harry Hirsch
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