05.08.19
Mit dem Rad nach Amsterdam

Wir wollen in Amsterdam das Stedelijkmuseum besuchen und endlich auch einmal einen Blick ins Rijksmuseum werfen. Mitten in der Hochsaison ist mit großem Andrang zu rechnen, aber mit unserer Museumskaart können wir ja ohne Kosten und Warteschlangen in die Museen, wenn es zu schlimm ist kommen wir halt ein anderes Mal wieder.

Zwecks Unterkunft hatte ich per Mail bei einem Campingplatz in Süden Amsterdams angefragt, bekommen wir folgende Antwort:

Yes, we have place for you but please come late afternoon, we have had a
festival and we have to clean a lot..

Das schreckt uns nicht ab, wir wollen ja ohnehin nur das Auto abstellen und dann per Rad in die Stadt fahren. Ohne Probleme kommen wir durch Amsterdam, die Urlaubszeit hat auch Vorteile.

Das ‚Dekmantel Festival‘ war offenbar eine größere Veranstaltung. Überall sehen wir Gruppen von Leuten, die mit Campingutesilien bepackt sind. Der Platz ist noch gesperrt. Kurz vor dem Ziel stoppt uns ein Wächter. „Hello, how are you“ begrüßt er uns, „Fine, and you?“ -„Not fine, I have to work“… Er erklärt, dass der Platz noch bis 15:00 geschlossen ist, wir das Auto aber auf einen Parkplatz abstellen können

Der Abmarsch der Festivalgäste zieht sich den ganzen Tag hin.

Wir tun das und fahren mit den Rädern durch den Amsterdamse Bosch, ein großes Waldgebiet. Später dann geht es dann entspannt auf Radwegen am Olympiastadion vorbei bis direkt zum Museumsplein.

Das Stedelijk Museum in Amsterdam ist das bedeutendste Museum für moderne und zeitgenössische Kunst und Design in den Niederlanden. Die ständige Ausstellung ‚Stedlijk Base‘ ist eine chronologisch sortierte Auswahl von Gemälden, Photos und Designobjekten von 1800 bis heute. Wir konzentrieren uns auf diesen Teil des Museums und haben anschliessend noch genug Energie für einen kurzen Abstecher ins Rijksmuseum.

Im Rijksmuseum ist es deutlich voller. Die Bilder in der Ehrengalerie sind praktisch nicht zu sehen, überall drängen sich Menschen. Rembrandts berühmte Nachwache wird derzeit mit hochmodernen Verfahren analysiert. Dazu wurde sie in einen Glascontainer befördert und die Kunstfreunde staunen, wie ein Scanner das Bild automatisch abtastet,

Andrang in der Ehrenhalle des Rijksmuseums
Lieblingsbild in drei Metern Höhe

Nach der Ehrengalerie gehe ich noch kurz in die Galerie der holländischen Impressionisten. Dort finde ich auch das Bild, „Kinder am Strand“ von Isaac Israëls, mein aktueller Bildschirmschoner. Leider hängen die Werke in zwei Reihen übereinander, zudem blenden Scheinwerfer. Das ist keine gute Präsentation, auf meinem Bildschirm kann das Bild deutlich besser betrachten…

Durch die Digitalisierung von Kunstsammlungen und durch das Internet ist es heute vielen Menschen möglich, Kunstwerke aus allen Teilen der Welt in Topqualität auf dem heimischen Computer zu betrachten. Das erscheint mir in einigen Fällen der bessere Weg zu sein als ein Ausstellungsbesuch, denn die Wirkung der Bilder, der Hängung und des Ausstellungsraums verfliegt, wenn man als Teil einer mit Handy und Audioguides bewaffneten Masse durch die Räume drängt.

Warteschlange am Van Gogh Museum

Neben dem Stedelijkmuseeum und dem Rijksmuseum gibt es am Museumsplein auch noch das Van Gogh Museum. Hier ist ist der Andrang am größten, die Warteschlange reicht um das gesamte Eingangsgebäude herum. Aber das Museum steht heute zum Glück nicht auf unserer Liste.

Wir radeln zurück. Auf dem Campingplatz sind die Aufräumarbeiten immer noch im Gange, aber wir können jetzt auf den Platz und stellen uns mitten auf die Wiese. Abends essen wir im nahegelegenen Dorfgasthaus. Der Campingplatz ist nicht super, das Restaurant auch nicht, aber die Möglichkeit, mitten in der Hauptsaison entspannt mit dem Rad bis ins Zentrum zu fahren, ist natürlich toll. Das gleicht einiges aus, auch den Fluglärm vom nahegelegenen Flughafen Schipol.

04.08.19
Strandtag

Nach dem Frühstück radeln wir nach Scheveningen. Auf dem Weg dorthin verheddere ich mich mit dem Rad an einer der dämlichen Kanten, mit denen hier die Radwege eingefasst sind. Ich fabriziere eien derben Sturz, mein Knie blutet etwas aber der Rest bleibt wohl unversehr.

In Scheveningen ist es ungeheuer voll. Autos, Gestank, Gewühl. Es ist halt Hochsaison, aber warum man sich derartiges im Urlaub antut, erschließt sich mir nicht. Andere, viele andere haben damit offenbar kein Problem. So auch Hürdensprinterin Pamela Dutkiewicz, die auf Instagram von ihren Urlaub in Scheveningen berichtet. Die Leichtathletiksaison hat sie verletzungsbedingt bereits beendet. Treffen tun wir sie aber nicht.

Wir schaffen es, zum Nordstrand durchzudringen, finden Platz für unsere Räder und wandern am Strand nach Norden. Zunächst noch durch zahllose Beachclubs, ich wusste gar nicht, daß er an diesem Ende von Scheveningen auch so viele davon gibt. Langsam wird es leerer und wir gehen an langes Stück am Strand entlang.

Auf dem Rückweg kehren wir in einem der Beachclubs ein. Während ich Bitterballen bestelle, freut sich der Rest der Gesellschaft auf Apfelkuchen. Offenbar wurde der Kuchen stark gekühlt aufbewahrt und offenbar wurde vergessen, ihn zu erwärmen, denn kaum waren die ersten Bissen vertilgt, da kam die Bedienung wieder, sammelte die Kuchen ein, um sie einige Zeitbspäter erwärmtg und verführerisch duftend wiederzubringen.

03.08.19
30.

Zu Lindas Geburtstag besuchen wir mal wieder das Gemeentemuseum in Den Haag. Die Ausstellung ‚Frisse Wind‘ zeigt Bilder Der Haager Schule.

Abends gehen wir fein essen und verspeisen Dinge wie Burrata salade met basilicum, tomaat, balsamico, watermeloen en pistache, Indiase salademetmasala, aubergine, papadum, cashewnootenmanchego, Coquilles met mango, miso, yuzu. macadamia en lotuswortel, Kung pao bloemkoolmetgember, pinda, bosui, en knoflook, Zeebaars met soba noedels, wafu, edamame, sansho peper en ponzu und Citroenrisotto met doperwt, Rotterdamsche oude geitenkaas en hazelnoot.

Auf dem Heimweg streifen wir noch durch uns bislang unbekannte Viertel von Den Haag.

02.08.19
Nach Den Haag

Zum ersten Mal im Leben habe vergessen Socken einzupacken. Vollständig. Bislang war es mir nicht aufgefallen, weil es so warm ist und ich den ganzen Tag barfuß herumlaufe. Also muss ich einen Notkauf tätigen und erstehe bei einem Discounter ein Dreierpack Sportsocken. Stilistisch nicht so ganz meins, aber es ist wie gesagt ein Notfall.

Wir fahren nach Den Haag. Die Fahrt ist unproblematisch. Erst am frühen Nachmittag wird es etwas voller. Bei Lemmer entdecken wir einen lustigen Rastplatz, der an drei Seiten von Wasser umgeben ist.

Unser Navi zeigt den originellen Rastplatz bei Lemmer

Auch in Amsterdam gibt es nur wenig Verkehr, um 15:00 kommen wir bei Linda an. Kurz vor Fahrtende erlebe ich noch eine Schrecksekunde: obwohl ich nach Radfahrern geschaut hatte, übersehe ich einen beim Abbiegen. Er weicht geschickt aus, nur deshalb passiert nichts.

Linda hat uns eine AirBnB Wohnung organisiert. Für den Besitzer ist es das erste Mal, dass er seinem Wohnung vermietet, ein Experiment, wie er Linda erzählte.

Die Wohnung ist, wie so oft in Holland, lang und schmal, aber erstaunlich groß. Es ist ein Altbau mit vielen Originaldetails wie Parkettfußboden, Fliesen, Bleiglas. Es gibt zwei hintereinandergereihte Wohnzimmer, daneben, ebenfalls hintereinander Küche, Arbeitszimmer Schlafzimmer. Dazu noch ein Außenbereich mit Terrasse. Wenig Möbel, etliche Musikinstrumente

Den Abend verbringen wir bei Linda und Leif mit ausgedehntem ‚Borreln‘, der holländischen Feierabendschnabulierbeschäftigung.

01.08.19
Containern

Wir wollen mit dem Rad am Weserdeich entlang fahren. Es ist deutlich kühler als an den vergangenen Tagen, aber trotzdem sonnig.

Bei Weddewarden, am Stadtrand von Bremerhaven, hören wir Explosionsgeräusche, nicht gewaltig, eher so wie Sylvesterfeuerwerk. Bei Näherkommen erkennen wir, das eine Feuerwerksfabrik dort ihr Gelände hat. Auf einer großen Wiese steht ein Mann und schießt  Raketen in die Luft. Wir haben keine Ahnung, warum er das tut, aber möglicherweise hat da einer seinen Traumjob gefunden. Leider sieht man bei Tageslicht kaum etwas vom Feuerwerk.

Vom Weserdeich aus schauen wir fasziniert beim be- und entladen der Schiffe am schier endlosen Containertermjnal zu. Offenbar lassen die Schiffe ihre Motoren laufen, der Gestank ist erheblich. Wieso wird in Sachen Landstrom eigentlich immer nur von den paar Kreuzfahrern gesprochen?

Zum Glück können wir am Deich weiter fahren, im letzten Jahr war die Strecke wegen Bauarbeiten gesperrt und wir mussten auf der Straße durchs Hinterland fahren. Dieses Jahr ist es viel besser und es macht Spaß mit Blick auf die Weser zu radeln.

Der Campingplatz in Wremen ist sicherlich nicht sehr komfortabel, aber er liegt direkt am Wasser mit freiem Blick auf die Schiffe. Trotzdem ist er nicht sonderlich gut gefüllt und das zur Hocksaison. 

Im Hafen essen wir Fischbrötchen und schauen aus dem Liegestuhl dem Schiffsverkehr zu. Wir entdecken etwas abseits einen weiteren, eher unscheinbaren Imbis, der offenbar besonders viele Gäste anzieht. Wir bekommen Kaffee und Apfelkuchen und staunen über die leckeren Speisen auf der Karte. Sogar Champagner wird angeboten, allerdings nur flaschenweise…

31.07.19
(Kein) Donnerwetter

Heute nacht hat es wohl gewittert, Ich habe nichts davon gehört, mein Schnarchen wird den Lärm übertönt haben. Es war wohl nicht das Grollen der fernen Karin wegen der zerbrochenen Figur, denn den Schaden, den ich gestern anrichtete, trägt sie mit Fassung. Sie vertraut auf das Bastelgeschick ihres Gatten. Auch ist der Schaden möglicherweise auch geringer als befürchtet, es sieht so aus, als sei die Figur sogar heil geblieben. Erleichtert wende ich mich dem Brötchenerwerb zu.

Wenn das Problem des Bäckers im letzten Jahr noch sein automatisches Wechselgeldsystem war (er wieder abgeschafft), ist es nun sein Kaffeetisch. Diese Einrichtung ist offenbar so beliebt, dass morgens kaum ein Tisch frei bleibt. Um die Gäste kümmert sich dieselbe Person, die auch für den Verkauf zuständig ist. Mehr Personal scheint trotz des Erfolgs der Kaffeetafel nicht drin zu sein. Doch während die Dame mit der angemessenen Engelsgeduld Wurst und Käse drapiert, wächst die Brötchenschlange zu Tür hinaus…

Nicht zuletzt aus Sorge, von der Bremerhavener Bürgerwehr wegen Behinderung des Fußverkehrs belangt zu werden, gehen ich in den Supermarkt. Vielleicht wartet der Bäcker im nächsten Jahr ja wieder mit einer Neuerung auf: ein Brötchenautomat.

Das Wetter ist belastend und so verspüren wir wenig Lust auf Unternehmungen. Am Nachmittag gehen wir dann zu Thieles Garten.

Wir hatten das schon bei unserem letzten Besuch vor, damals war der Park aber wegen einer Veranstaltung gesperrt. Thieles Garten ist etwas Besonderes. Es ist ein Künstlergarten, der mitten in einem langweiligen Wohngebiet liegt. Georg und Gustav Thiel waren autodidaktische Künstler, die einer Schifferfamilie entstammen und die in den 1920er Jahren zusammen mit Georgs Frau Grete damit begonnen  einen Kartoffelacker in einen verwunschenen Garten zu verwandeln. Sie legten Teiche und Wege an, stellten Plastiken auf und bauten ein Haus im maurischen Stil. Sie errichteten den Garten nun für sich privat. Heute kümmert sich ein Förderverein um die 19000 m2 große Anlage, die für jedermann frei zugänglich ist. „Ob Kunst oder Kitsch – das  mag jeder für sich selbst entscheiden“, sagt der Förderverein. Ein besonderer Ort ist es auf jeden Fall.

In Bremerhaven muss lange Zeit kein Regen gefallen sein, es ist viel trockener als in Kiel. Die Straßen sind voll mit vorzeitig abgeworfenem Laub und Früchten von Linden und Eichen. Auch Thieles Garten bekommt die Dürre zu spüren. er weist viele Wasserflächen auf, doch die meisten von ihnen sin komplett ausgetrocknet.

Das Abendprogramm übernimmt die Nachbarschaft, die den Bürgersteig vom wegen Dürre frühzeitig gefallenen Laub befreit… mit dem Laubbläser! Vorbei sind die Zeiten in denen man dererlei klimaneutral und geräuscharm mit dem Besen erledigen musste.

30.07.19
„Polnische Notation“

Wir radeln in die Stadt. Vom Dach des Atlantic Hotels (es war Vorbild für einen ähnlichen Bau in Dubai) haben wir einen fantastischen Rundblick auf die Weser, die Stadt und die Häfen. Mit dem langen Teleobjektiv erkenne ich im Wasser einen Leuchtturm. Aber es ist nicht der legendäre ‚Rote Sand‘ sondern der Leuchtturm ‚Hohe Weg‘.

Da es auch nach Auskunft des Touristenbüros in der Innenstadt kein Fischgeschäft gibt („Nee, da gibt es nur Mac Donalds und sowas“), fahren wir noch in den Fischereihafen. Für das Bremerhavener Stadtgebiet ist man mit einem Mountainbike gut beraten. Die Straßen erinnern an die in Deutschlands östlichen Anschlussgebieten kurz nach der Wende.

Im Fischereihafen angekommen, lassen wir unsere Kochpläne fallen und essen in einem die vielen Lokale leckeren Limandes mit Orangen-Pfeffersauce. Im Gegensatz zum Zentrum haben um diese Zeit nur wenige Touristen den Weg hierher gefunden.

Beim Bezahlen lernen wir, dass die Polnische Nation, die wir aus dem Studium kennen, offenbar auch im polnischen Alltagsleben angewendet wird. „Vierundsechzig Euro Fünfzig“ sagte die Bedienung, als sie die Rechnung überreichte. Dort waren aber lediglich 46,50€ ausgewiesen. „Oh, das passiert mir immer wieder“ entschuldigte sie, „ich komme aus Polen und da spricht man die Zahlen in der anderen Reihenfolge“. Ich würde bei ihr gerne mal für 91 € essen …

Im Hillerhouse gibt es restlichen Erdbeerkuchen und natürlich Butterkuchen, dieses Mal mit Apfel. Nicht schlecht, aber der Apfel lenkt ab. Den ersten Teil der Abendgestaltung nimmt die Firma „Geoservice Nord, Baugrunduntersuchung und Begutachtung, Altlastenerkundung“, die auf dem Grundstück gegenüber bis weit nach 19:00 lautstark Probebohrungen durchführt.

Im zweiten Teil der Abendunterhaltung geht es um Fernwartung zum Komplex: wir nehmen Jochens BlueRayPlayer in Betrieb.

Den negativen Höhepunkt („Tiefpunkt“ wäre zu einfach) setze ich selbst: mit der Schulter stoße. ich an einen etwas wackelig stehenden Schrank, worauf im Schrank eine Platte auf eine Porzelanfigur kippt und Scherben erzeugt.

29.07.19
Im Hillerhouse

Nach einer ungewöhnlich warmen Nacht, in der keiner gut schlafen konnte, frühstücken wir gemeinsam. Karin und Wolfgang packen ihr Klamotten und machen sich auf den Weg nach Kiel. Aus ihrer Fährfahrt über die Elbe wird aber nichts, denn 2 1/2 Stunden Wartenzeit an der Fähre wollten sie sich nicht antun, also wählen sie den Weg über Hamburg.

Linda teil freudig mit, daß ihre Promotion zur Verteidigung zugelassen ist.

In Bremerhaven ist es immer noch recht warm und wir haben keine rechte Lust zu Unternehmungen. Also entscheiden wir und für einen Spaziergang durch den nahen Speckenbüttler Park.

In der Nachbarschaft entdecke ich an einem Haus den Namen ‚Schendel‘. Ich weiß, daß meine Mutter und ihre Schwester eine Bekannte dieses Namens in Bremerhaven hatten. Sie wohnte damals in einem Hochhaus im Zentrum. Ich war einmal dort und es war das erste Mal dass ich in einem derartig hohen Haus war.

Im Park entdecken wir einige Dinge, die neu für uns sind: einen ‚Motorikpark‚, wo man über gespannte Gummileinen steigen, unterschiedlich Untergründe laufen und andere Übungen machen kann, diverse Spielmöglichkeiten, ein kleines Baumhaus mit Rutsche (Rutschen funktioniert bei mit nicht mehr), eine Kneippanlage, die „Allee der heilenden Bäume“ und das Weidenschloss.

Letzteres ist ein aus Weiden geformter Raum, in dem auch Veranstaltungen stattfinden. ‚Rundsingen um die Feuerschale‘ hätte mich interessiert, aber leider passt der Termin nicht. Ihm Nachhinein (sprich ‚im Netz‘) lernen wir, dass es sich beim Speckenbütteler Park um eine ‚Gesundheitspark‘ handelt. Hätte das meine Mutter noch erlebt, die vor ca. 100 Jahren hier beim ATSB Sport getrieben hat.

Im Haus am See war in den letzten Jahren nicht viel los, „nur gelegentlich gab es Kaffe und Kuchen“, erzählt man uns beim neu eröffneten Biergarten. Jetzt gibt es einen anderen Besitzer und der betreibt dort einen Biergarten, ein Café und ein Restaurant gleichzeitig. Es gibt Liegestühle, riesige Sitzkissen, reichlich Platz und einen schönen Blick auf den See. Wir besorgen uns Getränke und machen es uns gemütlich. Auf dem See rudert ein Pärchen, es weht eine frische Brise und nach und nach füllt sich der Biergarten. Seit Mai ist er wieder eröffnet, anfänglich lief es noch etwas zäh, die Leute hatten Probleme mit dem Konzept. Aber mittlerweile läuft es gut, erfuhr ich.

Auf dem Heimweg gehen wir beim Bäcker vorbei und prüfen, ob der Butterkuchen noch die gewohnte Qualität hat. Wir sind zufrieden und gehen ’nach Hause‘. Immer schön auf der richtigen Seite, die Rüge der Bremerhavener Bürgerwehr wegen Radelns auf dem falschen Radweg habe ich nicht vergessen.

Dieser Text enthält Spuren von unbeauftragter und unbezahlter Werbung für ‚Haus am See‘ Bremerhaven und ‚Kraßmanns Backstube‘ Bremerhaven.

28.07.19
Nach Bremerhaven

Wir fahren nach Bremerhaven und tauschen erneut unser Haus mit dem von Karin und Wolfgang. Heute ist Hauptreisetag, alle Bundesländer haben Ferien. Wir wählen die Route über Glückstadt und die Elbfähre und hoffen, dass es nicht zu voll wird.

In Glückstadt müssen wir ca 40 Minuten warten, es hat sich doch schon eine Schlange gebildet. Auf der Elbe fährt ein großer Containerfrachter in Richtung Hamburg, leider hat er die Stelle schon passiert, als wir endlich übersetzen.

In der Gegenrichtig fährt eine Reihe alter VW Busse und VW Käfer nach Norden. Da wir es wohl irgendwo ein Veteranentreffen geben. Auf der anderen Elbseite wird unsere Weiterfahrt durch zahlreiche Trecker gebremst, wegen der Trockenheit haben die Bauern schon jetzt mit der Ernte begonnen.

Irgendwann sind wir in Bremerhaven. Es ist sehr warm und kein Lüftchen regt sich. Das ist ein Wetter, wie wir es im Norden nicht kennen. Wir machen einen Rundgang durch das nur schon recht vertraute Haus, Wolfgang präsentiert die neusten Veränderungen der 106 Jahre alten Dauerbaustelle.

22.07.19
Alle Gesundheitswesen im Urlaub

Unser Hausarzt Dr.D bietet den Service, Rezepte per eMail zu bestellen. Insbesondere die Praxis profitiert davon, denn auf diese Weise bleibt dem Personal viele Anrufe erspart. Leider wird eine derartige Bestellung nicht beantwortet. Man muss also hoffen, dass sie bearbeitet wurde. Eine Antwort zu senden sei zu aufwändig wurde mir auf Nachfrage beschieden.

Da wir ein paar Tage wegfahren werden, wollte ich meinen Arzeneivorrat aufstocken und bestellte am Freitag die entsprechenden Rezepte. Als ich sie heute abholen wollte, stand ich vor verschlossener Tür: Urlaub, seit heute.

Wieso ist es zu viel Aufwand, selbst in derartigen Fällen eine Mail zurückzuschicken und auf den Urlaub und die Vertretungregelung hinzuweisen?

Es ging weiter: Die erste Vertretung auf der Liste hatte auch Urlaub, die zweite – in der Hofholzalle, also etwas weiter weg, ebenfalls. Bei dritten, am Königsweg, also ganz weit weg, klappte es dann. Lessons learned: vor den großen Ferien auf jeden Fall mit Rezepten eindecken, egal was kommt.

Rezepte bestellen, ausfüllen, abholen, an anderer Stelle wieder abgeben… das erscheint mir angesichts heutiger Möglichkeiten, wo man mit der Armbanduhr, bargeldlos an der Supermarktkasse zahlen kann, etwas überholt. Im Gesundheiswesen gibt es noch viel zu tun. Man könnte ja mal damit anfangen, Patienten per Newsletter auf Urlaube und anderes hinzuweisen, oder wenigstens einen Autoresponder einrichten, der auf eMails reagiert und ggfs. auf geänderte Öffnungszeiten hinweist.

01.07.19
Von Sainte Mennehould nach Hofgeismar

Beim Bäckerbesuch schaue ich mich noch etwas in Sainte Menehould um. Vieles ist heruntergekommen, der Bahnhof geschlossen, viele Häuser zu verkaufen, ein verfallenes Schwimmbad… dann wieder Blumenschmuck und am Abend zuvor, gestern gut besuchte Restaurants. Kein einheitliches Bild.

Wenn es klappt, feiern wir heute noch Geburtstag in Hofgeismar. Aber vorher sind noch 190 km französische und 380 km km deutsche Autobahn zu bewältigen. Wir kaufen Geburtstagskuchen und fahren los. Die Fahrt verläuft ohne Störung oder Staus, die aberwitzigen Vorschläge unseres Navis für die Bewältigung der Strecke Frankfurt/ Kassel sorgen für Heiterkeit

Gegen 16:00 sind wir in Hofgeismar, wo sich überraschend auch der Rest der Familie eingefunden hat.

30.06.19
Am Sonntag nach Giverny

Wir wollen nun doch auf dem Rückweg nach Deutschland in Giverny vorbeischauen. Claude Monet hat hier gelebt und nicht nur gemalt, sondern auch einen Garten angelegt und gestaltet. Der Gatten lieferte dann die Motive für Monets Blumen und Seerosenbilder. Auf Bildern und Youtubevideos haben wir gesehen, wie sich Menschenmassen durch den Garten wälzen. Mit Bussen kommen sie aus dem nur 100km entfernten Paris, Kreuzfahrtouristen aus Le Havre und Honfleur haben Giverny ebenfalls auf der ToDo-Liste. Daher sind wir sehr skeptisch, ob es eine gute Idee ist dorthin zu fahren. Aber neugierig sind wir auch.

Vielleicht stürzen sich die Massen ja hauptsächlich auf den Garten und wir können uns wenigstens auf das Musée Giverny Impressionismes ansehen… Wir nehmen uns vor auf dem Campingplatz ins benachbarte Vernon zu gehen und dann am Montag, möglichst früh nach Giverny zu fahren.

Als wir beim Campingplatz in Vernon ankommen, ist ‚natürlich‘ wieder Mittagspause in der Rezeption. Der Platz ist etwas abseits gelegen, der Weg in den Ort beschwerlich, aber für eine Nacht wird es gehen….

Wir sind gespannt, was in Giverny los ist, und weil wir ohnehin auf den Campingplatz warten müssen, fahren wir kurzerhand mal hin. Auf dem Weg deutet nichts auf eine Völkerwanderung, aber dann zeigen gut gefüllte Parkplätze, daß wir an einem Tourismusmagneten angekommen sind.

Eingereiht in eine frisch angekommene Reisegruppe trotten wir in Richtung Garten und Museum. Das erste Gebäude mit Menschenschlange kommt in Sicht… es ist nur das Toilettengebäude. Am Museum angekommen, bestätigt sich unsere Hoffnung, daß die Mehrzahl der Besucher sich nicht für die Bilder interessiert, sondern für den Garten. Wir entscheiden uns dafür, nun doch sofort ins Museum zu gehen.

Das Musée Giverny Impressionismes zeigt wechselnde Ausstellungen zum Thema Monet und Impressionismus, über eine große Sammlung verfügt es gar nicht. Die meisten Bilder von Monet hängen in Paris und anderen Teilen der Welt, die größte Sammlung haben wir uns im Musée Marmotan ja vor zwei Wochen angesehen.

Aktuell wird die Ausstellung ‚Monet-Aubertin‘ gezeigt, eine vergleichende Gegenüberstellung von Landschaftsbildern der beiden Maler Claude Monet und Jean Franzis Aubertin. So interessant diese kunsthistorische Fragestellung sein mag, uns interessieren in erster Linie die Monetbilder und die dargestellten Landschaften. Dem Meister ging es aber nicht so sehr um die dargestellten Motive, sondern um den Eindruck (‚Impression‘), den sie in einer bestimmten Situation hinterlassen und den Lichteffekt, den dies Situation (morgens, mittags, Sonnenauf/-untergang…) bewirken. Die Ausstellung zeigt Landschaftsbilder aus Porquerolles, der Belle Îsle und der normannischen Küste, wir sind zufrieden mit dem Besuch, er hat sich gelohnt. Hier ein paar Bilder und Texte die das Museum auf seinem Instagram-Profil veröffentlicht hat.

Wir finden ein nett gemachtes Gartenlokal mit hohen Preisen und gehen weiter zum Haus des Künstlers. Hier zeigt sich nun, daß unsere Befürchtungen gerechtfertigt sind: eine lange Menschenschlage weist darauf hin, daß es wirklich keine gute Idee ist, den Garten zu besuchen. An der Rückseite versuchen wir, einen Blick zu erhaschen, und sehen, wie durch einen Hintereingang die nächste Ladung Kreuzfahrer eingeschleust wird.

Wir haben genug gesehen und erwägen kurz, es am morgigen Montag erneut zu versuchen. Wir verwerfen das aber nicht zuletzt wegen des wenig attraktiven Campingplatzes. Da es noch früh am Tag ist, könnten wir auch weiterfahren und auf diese Weise Paris am vergleichsweise verkehrsarmen Sonntagnachmittag zu umfahren.

Wir entscheiden uns für Paris und fahren los. Doch unser Navi und das Fehlen einer guten Karte (eigentlich wollten wir ja nach Bayern) erweist sich erneut als Problem: Wir fahren im Kreis, werden über abenteuerliche Wege gelotst und verplempern Zeit bei endlosen Stadtdurchquerungen. Wir hatten gehofft, bis nach Metz zu kommen, doch daraus wird nichts. Gegen 20:00 Uhr sind wir froh, in Sainte Menehould in der Champagne einen Campingplatz zu finden, dessen Rezeption noch geöffnet hat, checken ein und radeln schnurstracks in den Ort, um etwas zum Essen zu bekommen.

Der Restaurantbesuch steigerte unsere Laune: es gibt Champagner zum Aperitif und „Salate“, die sich als gewaltige Mischung aus gebratenen Kartoffeln, pochierten Eiern, Rohkost und Enten bzw. Hühnerfleisch erwiesen.

Im Auto ist es sehr warm, wir schlafen schlecht.

29.06.19
Ohama Beach

Vierville-sur-Mer. Heute soll es auch hier richtig heiss werden. Während Europa unter der Hitze leidet, hatten wir es bislang mit maximal 23°C doch recht angenehm. Heute soll es nun also auch hier 30° heiß werden, also nehmen wir und wenig vor. Wir radeln auf der Straße hinunter, zum Strand. Im Ort Vierville-sur-Mer kaufen wir in einem kleinen Laden ein. Der Ort wirkt wie ausgestorben. Ein für immer geschlossenes Geschäft, ein fast zerfallenes Hotel… vom Weltkriegstourismus bekommt Viervielle-Sur-Mer nicht viel ab.

Auf dem Weg zum Strand liegt der Abschnitt einer der Landungsbrücken, über die bei der Invasion die Unmengen von Fahrzeugen und Material an Land gebracht wurden. Zu der Zeit war Omaha Beach der größte Hafen Europas.

Als wir am Strand ankommen ist die Flut da, der Strand ist wesentlich stärker bevölkert als gestern Abend bei Ebbe. Aber richtig viel los ist trotzdem nicht. Wir radeln auf der Strandstraße nach Osten, der Strand ist riesig. Die Straße führt strikt geradeaus und ein Ende ist nicht nicht in Sicht.

Wenn wir geglaubt hatten, hier sei alles tischeben, so sehen wir uns getäuscht. Auf der rechten Seite der Strandstraße erhebt sich hinter einer Reihe teilweise prächtiger Villen ein beachtliches Kliff.

Der nächste Ort ist St-Laurent-Sur-Mer, auch hier gibt es große Mahnmale, Gedenkplaketten etc. Busladungen von Menschen werden ausgekippt und fotografieren alles, was ihnen vors Handy kommt.

Neben dem Kriegserinnerungstourismus findet aber an diesem tollen Strand wenig statt. Es gibt einige stattliche Villen mit riesigen Grundstücken. Jeder Villenbesitzer scheint einen Trecker und ein Boot zu besitzen. Den Trecker braucht er, um das Boot über den Strand zum Wasser zu bringen. Dann sehen wir noch zwei Pferdegespanne mit Sulki und eine Gruppe ‚Wasserwanderer‘. Es sieht nicht nur so aus als würden sie ein einer Schnur gezogen. Es ist auch so. Offenbar Sicherheitsvorkehrungen.

Die Straße führt noch eine Weile am Meer entlang und biegt dann ins Hinterland ab. Wir kehren um und verbringen den Rest des Tages damit, auf dem baumlosen Campingplatz Schatten und Kühle zu finden.

28.06.19
Nach Viervielle-sur-Mer

Wir machen uns langsam auf den Rückweg. Wie wollen nun doch mal sehen, ob es In Giverny so schlimm ist, oder den einen oder anderen Garten an der Seine besuchen. Das soll aber nicht am bevorstehenden Wochenende sein, daher suchen wir noch einen Zwischenstopp am Meer. Die Wahl fällt auf Grandcamp-Maissy, doch der auserkorene Campingplatz ist keiner, denn man vermietet nur Mobilhomes. Fündig werden wir ein Stück weiter in Viervielle-sur-Mer, besser bekannt durch den nahegelegenen Omaha Beach.

Natürlich ist hier die Invasion der Alliierten das große Thema. Überall sieht man Fahnen, hauptsächlich amerikanische und französische, aber auch britische, norwegische, spanische. An jedem Laternenmast ist ein Plakat mit dem Foto eines gefallenem Soldaten oder Widerstandskämpfers befestigt. Verständlicherweise sieht man keine deutschen Fahnen, verständlich, denn Deutschland war der Feind. Aber die Invasion leitete auch die Befreiung Deutschlands vom Naziregime ein, Grund zu feiern gäbe es also genug. Zwar werden wird Frieden und Befreiung gefeiert, aber die auch die Begeisterung fürs militärische lässt sich nicht immer verbergen.

Neben dem Campingplatz steht eine Zeltstadt, die an einen Zirkus erinnert. Es ist die Ausstellung D-Day75, die allerlei Kriegsgerät zeigt. ‚Natürlich‘ hat die Rezeption des Campingplatzes wg. Mittagspause geschlossen, wir schauen uns um, direkt vom Platz führt ein steiler Weg hinunter zum Strand.

Der Anblick von der Klipper herunter ist gewaltig, wir haben Niedrigwasser und sehen riesige Sandflächen. Dahinter das Meer mit einer kräftigen Welle. Auch ohne D-Day wäre Ohama Beach eine sehenswerter Ort.

27.06.19
Meerblick mit Sandsturm

Carteret. Ich fahre früh zum Bäcker und zum ersten Mal gibt es Croissants Armandes. Am ehemaligen Bahnhof werden Marktstände aufgebaut, ich wittere die Chance, um den Supermarktbesuch herumzukommen.

Der Wind bläst mit unvermittelter Stärke, sechs Windstärken sollen es sein, in Böen bis zu 9 Bft. Nach dem Frühstück gehen wir zunächst über den Markt und kaufen beim Vietnamesen Boef Onion und Porc Caramel sowie bunte Tomaten.

Dann beginnen wir eine Wanderung um das Cap Cateret. Zunächst geht es steil nach oben, vorbei an immer tolleren Grundstücken mit entsprechenden Anwesen. An einem Aussichtspunkt blicken wir weit über das Meer die breiten Strände in tollen Farben. Die Strände goldgelb, das Meer in allen Schattierungen zwischen hellgrün und dunkelblau. Obenauf weiße Schaumkronen.

Abwirft erklimmen den Aussichtsfelsen Roche Biard und der Anblick wird noch spektakulärer. Winzig klein sehen die Fischerboote aus, für die es jetzt aber keinen Weg in den Hafen gibt, denn die Einfahrt liegt nahezu trocken. Der Wind ist so stark, dass man sich kaum auf den Beinen halten kann, fast wird mir die Kamera aus der Hand gerissen.

Am Cap Carteret dann das Gleiche: ein gigantisches Panorama mit breiten, menschenleeren Stränden und grün-blauem Meer. An der Ruine der Kirche Saint Germain vorbei gehen wir zum Strand. Unsere Hoffnung die Klippen würden Schutz vor dem ablandiges Wind bieten erweist sich als trügerisch. Zu den heftigen Sturmböen kommt jetzt noch der Sand hinzu, der mit dem Wind durch die Luft fliegt.

Wir finden eine geschützte Stelle und verzehren unser Lunchpaket, dann machen wir und auf den Weg durch die Dünen von Hattainville. Der Weg ist beschwerlich und schlecht zu finden. Es geht steil bergab, die Dünen sind bis zu 80 Meter hoch und das Unterholz ist stachelig. Am Ende werden wir erneut mit einer tollen Aussicht belohnt.

Der Rest des Weges ist unspektakulär, es geht auf einer wenig befahrenen Straße zurück zum Platz. Das vietnamesisch-französische Essen schmeckt deutlich nach Glutamat, das ist weniger schön, aber selber kochen hätten wir nach der Wanderung auch nicht gewollt.

26.06.19
Pannentag

Cateret. Es regnet, wie angekündigt. Trotzdem wollen wir noch einen Tag bleiben und das günstige Zeitfenster nutzen, um bei Ebbe zu Fuß nach Tahitou zu wandern. Doch daraus wird nichts. Im Touristenbüro erzählt man uns, dass die Wanderung die ganze Woche nicht möglich sei, da der starke Wind das Wasser nicht abfließen lassen würde.

Wir beschließen abzureisen. Wir wollen zur Nordspitze bei Cap La Hague und einen Garten besichtigen. Anschließend soll es an die Westküste der normannischen Halbinsel gehen.

Der Garten beim Maison Jaques Prevert erweist sich als hübsch aber recht klein, die Besichtigung des Wohnhauses schenken wir uns. Aber die gesamte Gegend hier gefällt uns sehr gut, es erinnert an England, Irland, Schottland. Enge Sträßchen, Hecken, Mauer und überall blüht es. Ausgerechnet in diese Gegen habe die Franzosen ihre Wiederaufbereitungsanlage für Atommüll gebaut.

Es war die ganze Zeit schon recht diesig, doch je näher wir Cap La Hague kommen,  desto dichter wird der Nebel. Wir verfahren uns kurz uns stehen unvermittelt direkt vor der Wiederaufbereitungsanlage. Plötzlich überall Menschen, Straßen, Autos, Zäune… das ganze nur schemenhaft zu erkennen. Es ist gruselig und erinnert mich an Szenen aus Spielbergs Begegnung der dritten Art. Camp La Hague selbst hat wenig zu bieten, keine hohen Felsen, kein Leuchtturm zu sehen nur dicker Nebel.

Unser neuer Navi ist eine einzige Katastrofe. Die Bedienung ist unglaublich kompliziert, außerdem findet er unsere Reiseziele zu selten. Dann ist er auch noch kaputt gegangen, sodaß er nicht mehr am Armaturenbrett hält.

Mit derartigem Ärger beladen, fahren wir nach Barneville-Cateret. Der Wind, der nun von hinten kommt, nimmt ständig zu. Bevor wir auf einen Campingplatz gehen, wollen wir Einkäufe erledigen. Da kommt das nächste Mißgeschick: der einzige Supermarkt der Gegend ist von einer Strompanne betroffen und es geht gar nichts mehr. Also geht es doch zuerst zum Campingplatz. Doch die Lage und die Anmutung der ausgesuchten Plätze sind so negativ, dass wir nicht bleiben wollen.

Zum Glück entdecken wir noch einen Platz in einem Wohngebiet von Carteret. Dieser Platz gefällt uns gut, er ist nur 800m vom Ortzentrum entfernt, dort gibt es Geschäfte, Restaurants und einen Hafen.

In einem ersten Spaziergang gehen wir bis zum Fähranleger. Hier fährt üblicherweise die Föhre zur britischen Kanalinsel Jersey. Doch zur Zeit sind keine Abfahrten geplant, warum auch immer.

Mittlerweile ist der ohnehin schon starke Wind zu einem heftigen Sturm angewachsen. Trotz Sonnenschein und blauem Himmel bläst es enorm.

Wir essen im Restaurant zu Abend. Passend zum Tag ist die Bedienung wenig herzlich.

25.06.19
Banfleur und Gatteville

Saint-Vaast-La-Hougue. In der Nacht gab es Gewitter, aber nicht direkt bei uns. Überall die Hitze: von Kiel bis Mittenwald sind es über 30°C. Hier, im äußersten Winkel der Normandie scheint der kältester Ort Europas zu sein: wir haben angenehme 18°-20°.

Mit dem Rad fahren wir nach Banfleur. Auf abgelegene Straßen geht es an hübschen Häusern mit schönen Gärten vorbei. Banfleur soll der hübscheste Ort Frankreichs sein, … naja wer das entschieden hat, hat nicht viel von Frankreich gesehen.

Weiter geht es zum Leuchtturm Gatteville. Der sieht in Natur besser aus, als auf Fotos, wo er mehr an einen Fabrikschornstein erinnert. In Natura betrachtet, ist er schon sehr imposant. Den Aufstieg über die 365 Stufen sparen wir uns, da die Sicht nicht vielversprechend ist.

Wir kehren um und genehmigen uns beim Bäcker im Ort Gatteville-Phare Kaffee und Kuchen. Auf dem Platz neben der Kirche spielen ältere Leute Boule. Neu für mich sind Strippen mit Magneten, mit denen die Leute die Kugeln aufnehmen können, ohne sich bücken zu müssen.

Zurück nach Saint-Vaast-La-Hougue essen in einem Restaurant am Hafen. Ich entdecke eine weitere Austernkiste, sie kommt ebenfalls mit nach Kiel.

24.06.19
Regentag

Saint-Vaast-La-Hougue. Heute war ein Regentag. Wir sind im Grunde den ganzen Tag am Auto geblieben und haben gelesen. Dank gutem (kostenpflichtigem) WLAN auch im Internet.

Zum Einkauf gingen wir am Wasser entlang zum Supermarkt. Wir holten uns Paella von der Theke. Im Ort fanden wir eine leere dekorative Austernkiste, die wir mit nach Kiel nehmen werden.

23.06.19
Schmaler Pfad

Saint-Vaast-La-Hougue. Der Ort Saint-Vaast-La-Hougue liegt auf einer kleinen Halbinsel, ihm gegenüber gibt es zwei Inseln. Bei Ebbe kann man die eine Insel – Tatihou – zu Fuß erreichen ansonsten nutzt man das originelle Amphibienfahrzeug. Die andere Insel – La Hougue – ist durch einen Damm mit dem Festland verbunden. Es gibt also viele Möglichkeiten, am Wasser zu spazieren.

Auf der Insel La Hougue befindet ein von einem Schüler des berühmten französischen Türmebauers Vauban erbautes Fort. Man kann Insel und Fort auf einem schmalen Weg umrunden. In den Mauern des Fort gedeiht eine erstaunliche Pflanzenvielfalt.

Die Umrundung gerät zur Mutprobe, denn stellenweise verläuft der Weg auf der schmalen Mauerkrone, zum Glück haben wir Niedrigwasser,ansonsten würde die Geschichte kompliziert werden.

Zurück auf sicherem Grund gehen wir in den Ort und umrunden den recht großen Yacht- und Fischhafen. Es ist der erste Hafen, den die Alliierten 1944 befreiten. Bei Niedrigwasser wird er durch ein Tor verschlossen, dadurch wird vermieden, dass die Schiffe trocken fallen, anders als in anderen Häfen der Region. Die Öffnungszeiten des Tores sind genau festgelegt.

Ausserhalb des geschützten Hafens befindet sich die Haltestelle des Amphibienfahrzeugs, welches Personen zwischen dem Hafen und der Insel Tahitou befördert. Bei Hochwasser fährt es ins Wasser und schwimmt zur Insel, bei Niedrigwasser fährt es den Weg durchs Watt, den auch Fußgänger nutzten könne, um auf die Insel zu gelangen.

22.06.19
Nach Saint-Vaast-La-Hougue

Saint-Vaast-La-Hougue. Wir verlassen unseren tollen Platz in Deauville, wohlwissend, dass wir diesem tollen Blick noch nachtrauern werden. Zunächst erledigen wir Einkäufe und Tanken und dann geht es auf die Autobahn in Richtung Westen. Da wir nun mal hier sind, wollen wir auch mal den äußersten Westen der Normandie, die Halbinsel Cotentin im Departement La Manche mal etwas näher kennen lernen.

Im Gegensatz zu den anderen Tagen ist die Autobahn heute ganz schön voll, aber das gibt sich im Verlauf. Je weiter wir kommen desto ausgestorbner wirkt die Gegend. Immer wieder weisen Schilder auf die Invasionsstrände hin. Das Jubiläum des D-Days ist noch nicht lange her. Die Invasion der Amerikaner und Kanadier, die zur Befreiung Europas und zum Sturz des Naziregimes führte, ist natürlich ein großes Thema hier.

Als wir am Campingplatz Le Gallouette in Saint-Vaast-La-Hogue ankommen, hat man in der Rezeption gerade die Mittagspause beendet und bald stehen wir auf unserem Platz. Der Platz ist schön, alles ist gut, aber eine Sicht oder ein direkter Zugang zum Meer gibt es nicht. Dafür ist der Rest gut (auch das WLAN für 5€/3Tage).

Der Ort selbst ist sehr interessant. Er ist von drei Seiten mit Wasser umgeben und hat einen schönen Hafen, offenbar kann man hier täglich Fisch direkt vom Kutter kaufen. Es gibt tolle, stilvolle Geschäfte. Am auffälligsten ist das Maison Gosselin: Blechspielzeug, eigene Marmeladen, Kräutermischungen, Hirschschinken für 180€/kg, Stoffe, Teemischungen, Gemüse und, und, und. Alles sehr stilvoll in wahrlich nicht alles so teuer, wie der Hirschschinken. Gegenüber gibt es einer Schlachterladen, der sein verlockendes Angebot ebenfalls ungewöhnlich aufwändig präsentiert. Wir fragen uns, wie sich dieser Aufwand rechnet. Zwar laufen viele Leute im Ort herum, aber ein Tourismuszentrum scheint es auch nicht zu sein. Aber vielleicht täuschen wir uns ja auch.


Nach dem Stadtrundgang bereiten wir unser Essen zu (‚Corolle de Sole farci avec sa sauce au epices douces‘ von der Theke im Supermarkt) und genießen leckere Erdbeeren🍓.

21.06.19
Nichts tun

Trouville. Heute wollen wir mal nichts tun – soweit es möglich ist, denn etwas zu Essen müssen wir ja besorgen. Also machen wir und bald nach dem Frühstück auf den Weg nach Trouville, dieses Mal mit dem Rad. Der Hinweg ist angenehm: einfach rollen lassen…

In der Fischhalle kaufen wir fünf kleine Seezungen im Supermarkt Zitrone und Salat, das wars. Wenn denn der Rückweg nicht wäre. Es ist schon eine echte Bergprüfung, die wir mit dem Rad absolvieren müssen. Aber irgendwann ist es geschafft und der Rest des Tages vergeht mit nichts tun und Schiffe gucken.

Trockenen Fußes…

Trouville. Wir gehen den steilen Weg hinunter zum Strand und schauen, ob der Wasserstand es zulässt, am Strand entlang in den Ort zu gehen. Auf diese Weise könnten wir es vermeiden, an der Straße entlang nach Trouville zu gehen.

Zwar haben wir auflaufendes Wasser, aber der trockene Streifen erscheint uns breit genug und der Weg ist auch nicht so lang. Beim Segelclub erreichen wir ohne Probleme ‚festen Boden‘ und gehen auf der Promenade vorbei an alten, teilweise etwas heruntergekommenen Strandvillen bis in das Zentrum von Trouville.

Hier ziehen dass das gewaltige Casino und des Palace Hotel die Aufmerksamkeit auf sich. Bei der Fischhalle wird schon wieder lecker gegessen, natürlich Meeresfrüchte.

Wir überqueren den Fluss, um in den Nachbarort Deauville zu kommen, brechen des Gang aber ab, weil es uns doch zu weit ist. Auf dem Rückweg bummeln wir etwas durch die Geschäftsstraßen von Trouville, kaufen ein Baguette und eine Tarte Fromage und machen uns auf den Heimweg.

Unsere Sorge, der Wasserstand würde eine erneute Strandpassage unmöglich machen, erweist sich als unnötig. Trockenen Fußes erreichen wir die Treppe die uns wieder hinauf zum Campingplatz bringt.

Wir wärmen das Essen, auf welches wir uns schlauerweise tags zuvor an der Frischtheke besorgt haben und beobachten bei Sonnenuntergang den Schiffsverkehr.

19.06.19
Mittwoch, 19.6. Nach Trouville

Heute soll,es nach Honfleur gehen, der Ort war uns schon bei unserer letzten Normandiereise aufgefallen. Sehr hübsches Künstlerstädtchen, viele der bekannten Impressionisten habe dort wohl zeitweilig gelebt.

Der Ort liegt bei Le Havre am südlichen Seineufer, auf dem Weg dorthin überqueren wir die Seine auf der wie immer beeindruckenden Pont de Normandie. In Honfleur herrscht wildes Treiben. Viele Touristen bevölkern die Straßen. Der mitten im Ort gelegene Campingplatz empfängt uns mit geschlossenem Tor. Erst ab 14:00 Uhr sei die Rezeption geöffnet, eine Platzbesichtigung ist nicht möglich. Zum Glück bekommen wir den letzten Parkplatz vor der Tür und es Richten uns auf 1,5 Stunden Wartezeit ein. Diese Art Empfang ärgert uns mächtig. Wir gehen in den Ort, der randvoll mit Touristen ist. Überall Souvenirläden und Kunstgalerien. Einige bieten recht interessante Sachen an, viele jedoch Mist. Sehr schön ist der alte Hafen, der mitten im Ort liegt und von Restaurants umsäumt ist. Alles ganz hübsch aber auch nichts was wir nicht schon häufig gesehen haben.

Wir fragen uns, oben wir wirklich warten wollen, bis man beim Campingplatz geneigt ist, uns zu empfangen und was wir in Honfleur eigentlich wollen. Wir beschließen, weiterzufahren und machen uns auf der Küstenstraße auf den Weg nach Trouville. Der Campingplatz Le Chant des Oiseaux liegt etwas außerhalb auf einer Klippe über dem Meer. Von überall aus hat man einen sagenhaften Blick auf die Seinemündung und den Ärmelkanal. Nach einiger Suche finden wir jemand, der uns eincheckt. Außer zwei belgischen Jungs und ein paar Dauercampern ist niemand auf dem Platz zu sehen. Uns wir ein super Platz zugewiesen, auf dem wir wirklich 180 Grad unverstellbaren Meerblick haben. Wie immer gibt es natürlich auch Nachteile: der Weg zum Sanitärgebäude ist weit und beschwerlich, WLAN gibt es nur an der Rezeption, der Laden und das Restaurant haben geschlossen und der Weg in den Ort ist ebenfalls lang und beschwerlich. Und teuer ist der Platz auch. Aber dieser Blick…..

Wir lösen das Versorgungsproblem, indem wir mit dem Auto zum Supermarkt fahren und umfangreich einkaufen. Als wir wieder kommen, hat such der Platz merklich gefüllt. Unserem Sahneplatz tut das aber keinen Abbruch, das war wirklich mal Glück bei der Platzsuche. Gut, daß wir Honfleur den Rücken gekehrt haben.

Abends sehen wir, wir der Kreuzfahrer ‚Balmoral‘, den wir Mittags in Honfleur gesehen haben, in See sticht.

Nach Trouville

Trouville. Heute soll,es nach Honfleur gehen, der Ort war uns schon bei unserer letzten Normandiereise aufgefallen. Sehr hübsches Künstlerstädtchen, viele der bekannten Impressionisten habe dort wohl zeitweilig gelebt.

Der Ort liegt bei Le Havre am südlichen Seineufer, auf dem Weg dorthin überqueren wir die Seine auf der wie immer beeindruckenden Pont de Normandie. In Honfleur herrscht wildes Treiben. Viele Touristen bevölkern die Straßen. Der mitten im Ort gelegene Campingplatz empfängt uns mit geschlossenem Tor. Erst ab 14:00 Uhr sei die Rezeption geöffnet, eine Platzbesichtigung ist nicht möglich. Zum Glück bekommen wir den letzten Parkplatz vor der Tür und richten uns auf 1,5 Stunden Wartezeit ein. Diese Art Empfang ärgert uns mächtig. Wir gehen in den Ort, der randvoll mit Touristen ist. Überall Souvenirläden und Kunstgalerien. Einige bieten recht interessante Sachen an, viele jedoch Mist. Sehr schön ist der alte Hafen, der mitten im Ort liegt und von Restaurants umsäumt ist. Alles ganz hübsch aber auch nichts was wir nicht schon häufig gesehen haben.

Wir fragen uns, oben wir wirklich warten wollen, bis man beim Campingplatz geneigt ist, uns zu empfangen und was wir in Honfleur eigentlich wollen. Wir beschließen, weiterzufahren und machen uns auf der Küstenstraße auf den Weg nach Trouville. Der Campingplatz ‚Le Chant des Oiseaux‘ liegt etwas außerhalb auf einer Klippe über dem Meer. Von überall aus hat man einen sagenhaften Blick auf die Seinemündung und den Ärmelkanal. Nach einiger Suche finden wir jemand, der uns eincheckt. Außer zwei belgischen Jungs und ein paar Dauercampern ist niemand auf dem Platz zu sehen. Uns wir ein super Platz zugewiesen, auf dem wir 180 Grad unverstellbaren Meerblick haben. Wie immer, gibt es natürlich auch Nachteile: der Weg zum Sanitärgebäude ist weit und beschwerlich, WLAN gibt es nur an der Rezeption, es gibt auf dem Platz nicht eine einzige Lampe, der Laden und das Restaurant haben geschlossen und der Weg in den Ort ist ebenfalls lang und beschwerlich. Und teuer ist der Platz auch. Immerhin hat die Bar auf und bietet WLAN. Und dann dieser Blick…..

Wir lösen das Versorgungsproblem, indem wir mit dem Auto zum Supermarkt fahren und umfangreich einkaufen. Als wir wieder kommen, hat such der Platz merklich gefüllt. Unserem Sahneplatz tut das aber keinen Abbruch, das war wirklich mal Glück bei der Platzsuche. Gut, daß wir Honfleur den Rücken gekehrt haben.

Abends sehen wir, wir der schottische Kreuzfahrer ‚Balmoral‘, den wir Mittags in Honfleur gesehen haben, in See sticht.

18.06.19
Lecker Seezunge

Le Tréport. Mit den Rad rolle ich in die Unterstadt und kaufe beim Bäcker Baguette 🥖 und Croissant 🥐. Dann fahre ich weiter zum Hafen. Dort sind einige Stände mit frischen Fisch und Meeresfrüchten aufgebaut. Spontan stelle ich mich an einem Stand an und kaufe vier Seezungen für 5,30€. Die Fische wurden direkt gehäutet und ausgenommen Der Abfall wurde auf den Kai geworfen, wo sie von sofort den Möwen entsorgt wurden.

Mit den Schrägaufzug geht es samt Fahrrad zurück in die Oberstadt

Wir entscheiden uns, noch einen Tag länger zu bleiben und nehmen uns vor eine Klippenwanderung in südlicher Richtung zu machen. Leider gibt es keinen gescheiten Weg und wir müssen die meiste Zeit an der Straße laufen. In Mesnil-Val setzten wir uns eine Weile an den Kiesstrand. Auch hier gibt es ein Hotel mit angeschlossenem Campingplatz. Der Ort ist wie ausgestorben, nur im Restaurant am Strand herrscht reger Betrieb. Bei Bäcker kaufen wir uns Obstküchlein und gehen durch die Felder zurück. Es ist drücken heiß und recht anstrengend. Der Rest des Tages verbringen wir auf dem Campingplatz. Wir bereiten unsere leckeren Seezungen zu und radeln nach dem Essen nochmal zur Klippe. Noch einmal fahren wir mit dem Schrägaufzug zur Strandpromenade und bummelt etwas.

Bergauf, bergab

Le Tréport. Ich fahre mit dem Rad zur Bergstation des Schrägaufzugs und mit dem Aufzug in die Unterstadt. Nach einigem Suchen find ich einen Bäcker der auch geöffnet hat und kaufe Baguette 🥖 und Croissants 🥐 . Mit dem Schägaufzug geht es zurück.

Wir wollen eine Klippenwanderung nach Norden machen, dazu müssen wir zunächst runter in die Unterstadt und dann auf der anderen Seite wieder hoch. Wir gehen zur Bergstation des Schrägaufzugs und erreichen ihn noch kurz bevor er wegen Wartungsarbeiten geschlossen wird. Auf dem Weg dahin passieren wir einen großen Wohnmobilstellplatz mit toller Aussicht. Wie schön, daß diese ‚Wurstbuden‘ alle hier stehen, da habe wir den Parc du Golf für uns.

Unten in Le Treport gehen wir durch den Hafen über einige Schleusen in den Nachbarort Mers-le-Bains. Hier gibt es viele Häuser mit aufwändigen Schnitzereien.

Am Ende der Promenade geht der Weg an der Kirche vorbei auf die Klippe. Hier oben befindet sich der erste Campingplatz den wir gestern angesehen und abgelehnt haben. Im weiteren Verlauf führt der Weg immer höhen und wir ahnen, dass wir nicht weit kommen werden, denn die Sonne brennt und es ist sehr sehr warm. Zwar zeigt das Thermometer nur 20 Grad, aber in der Sonne müssen es sehr viel mehr sein. An der Christusstatue drehen wir um und gehen zurück nach Le Treport.

Da der Schrägaufzug wegen Wartungsarbeiten nicht fährt, lernen wir die Treppe kennen, die ebenfalls in die Oberstadt führt. Oben angekommen wissen wir, welche Erleichterung der Schrägaufzug für die Bevölkerung bedeutet, zumal es in der Oberstadt kaum Geschäfte gibt.

‚Geschäfte‘ ist das Stichwort für meine nächste Exkursion dieses Tages. Mit dem Rad fahre sich zum Supermarkt. Natürlich geht es wieder bergab und voll gepackt wieder bergauf. Die Normandie ist nur bei ungenauem Blick Flachland.

17.06.19
Le Tréport

Ich fahre mit dem Rad zur Bergstation des Schrägaufzugs und mit dem Aufzug in die Unterstadt. Nach einigem Suchen find ich einen Bäcker der auch geöffnet hat und kaufe Baguette 🥖 und Croissants 🥐 . Mit dem Schägaufzug geht es zurück.

Wir wollen eine Kliipenwanderung nach Norden machen, dazu müssen wir zunächst runter in die Unterstadt und dann auf der anderen Seite wieder hoch. Wir gehen zur Bergstation des Schrägaufzugs und erreichen ihn noch kurz bevor er wegen Wartungsarbeiten geschlossen wird. Auf dem Weg dahin passieren wir einen großen Wohnmobilstellplatz mit toller Aussicht. Wie schön, daß diese ‚Wurstbuden‘ alle hier stehen, da habe wir den Parc du Golf für uns.

Unten in Le Treport gehen wir durch den Hafen über einige Schleusen in den Nachbarort Mers-le-Bains. Hier gibt es viele Häuser mit aufwändigen Schnitzereien.

Am Ende der Promenade geht der Weg an der Kirche vorbei auf die Klippe. Hier oben befindet sich der erste Campingplatz den wir gestern angesehen und abgelehnt haben. Im weiteren Verlauf führt der Weg immer höhen und wir ahnen, dass wir nicht weit kommen werden, denn die Sonne brennt und es ist sehr sehr warm. Zwar zeigt das Thermometer nur 20 Grad, aber in der Sonne müssen es sehr viel mehr sein. An der Christusstatue drehen wir um und gehen zurück nach Le Treport.

Da der Schrägaufzug wegen Wartungsarbeiten nicht fährt, lernen wir die Treppe kennen, die ebenfalls in die Oberstadt führt. Oben angekommen wissen wir, welche Erleichterung der Schrägaufzug für die Bevölkerung bedeutet, zumal es in der Oberstadt kaum Geschäfte gibt.

‚Geschäfte‘ ist das Stichwort für meine nächste Exkursion dieses Tages. Mit dem Rad fahre sich zum Supermarkt. Natürlich geht es wieder bergab und voll gepackt wieder bergauf. Die Normandie ist nur bei ungenauem Blick Flachland.

16.06.19
Nach Le Tréport

Le Tréport. Nach entspannte Fahrt auf leerer Autobahn landen wir nach ca 200km am Atlantik nach Le Tréport. Der Campingplatz, den wir anfahren liegt hoch über dem Nachbarort Mers-le-Bains und bietet einen tollen Blick auf das grüne Meer. Die Rezeption ist nicht besetzt, der Platz gefällt uns auch nicht so sehr. Also suchen wir einen anderen Platz. Er trägt den viel versprechenden Namen ‚Parc du Golf‘ und gehört zu einem Hotel.

Das Hotel ist ein schönes Fachwerkhaus im normannischen Stil und liegt in einem Park. Auf dem Parkgelände gibt es Stellpätze und Ferienhütten. Auch Hütten und das winzigen Sanitärgebäude sind Fachwerkhäuser. Auf dem Campingplatz und im Hotel gibt es nur wenige Gäste, wir können im Park beim Hotel stehen. Alles hier hat schon bessere Zeiten erlebt und versprüht einen etwas bröckeligen Charme. Obwohl man das Meer nicht sehen kann und das WLAN sehr dürftig ist, gefällt es uns gut.

Nachdem wir uns eingerichtet haben gehen wir in den Ort. Es geht sehr lange, seht steil abwärts und wir denken schon sorgenvoll an den Aufstieg. Unten im Hafen herrscht Halligalli. Menschenmassen drängen sich an der Promenade und immer wieder lärmen blubbernd Harley-Davidsons vorbei. Es gibt Verkaufsstände und Livemusik. Motorräder und amerikanische Strßenkreuzer werden präsentiert. Offenbar hängen die Festivitäten mit dem Jubiläum des D-Days zusammen und man preist die französisch-amerikanische Freundschaft.

Obwohl wir Sonntag Nachmittag haben, ist die Fischhalle geöffnet und bietet ein üppiges Angebot an Fisch und Meeresfrüchten. Wir bummelnd ein wenig über die Mole und entdecken dann den modernen Schrägaufzug, der die Unterstadt mit der Oberstadt verbindet, die auf der hohen Klippe über dem Meer liegt. Es herrscht ein ziemlicher Andrang, vier Kabinen können nebeneinander fahren und bis zu 10 Personen aufnehmen. In einem der Kabinen dürfen auch Kinderwagen, Fahräder etc.. mitgenommen werden. Der Betrieb ist vollautomatisch und die Benutzung kostenlos. Das ganze ist keine Touristenattraktion, sondern ein Nahverkehrsmittel, welches die beiden Stadtteile verbindet.

15.06.19
Mit dem Rad zu Monet

Paris. Die Idee unseres Parisaufenthalts ist, mit dem Fahrrad zwei bedeutende Museen zu besuchen, die direkt am Bois de Boulogne liegen, wo sich ja auch unser Campingplatz befindet.

Also fahren wir auf einem Sandweg entlang eines riesigen Sportfeldes zur ‚Fondation Louis Vuitton‘. Hier ist allein schon das Gebäude sehenswert: es wurde vom amerikanischen Stararchitekten Frank Gehry entworfen und erst vor fünf Jahren fertiggestellt. Es erinnert an eine riesige, gläserne Blüte deren übereinander geschichteten Blätter von massiven Stahl- und Holzträgern gehalten werden.

Auf dem Dach gibt es Terrasen auf unterschiedlichen Niveaus, die Blicke auf Paris (inkl Eifelturm) ermöglichen. Das Museum beherbergt teilweise sehr moderne Kunst, zu der uns der Zugang fehlt, aber aktuell endete gerade eine große Sonderausstellung der englischen Courtauld-Sammlung, zu der zahlreiche weltberühmte Bilder gehören. Monet, Manet, Renoir, Gauguin, van Gogh sind reichlich vertreten. Ich habe noch nie so viele Bilder auf einem Haufen gesehen, von denen ich vorher schon einmal gehört hatte.

Die Courtauld Sammlung in der Fondation Louis Vuitton | ARTinWORDS

So viel Prominenz hat ihren Nachteile: am Eingang staut sich eine beträchtliche Schlange von Kunstfreunden. Bei Näherkommen sehen wir, dass es die Schlange deren ist, die Karten im Internet gekauft hatten und uns schwant übles. Wir erkundigen uns, ob es überhaupt Ticket gibt und stellen uns in der deutlich kürzeren Schlage derer an, die noch kein Ticket haben. Es stellt sich heraus, dass die Ursache der Schlange nicht die Einlaßkontrolle ist, sondern der Sicherheitscheck, dem auch mein Taschenmesser im Rucksack nicht verborgen bleibt: Messer rausholen, Formular ausfüllen, Messer abgeben… Der Ticketerwerb und der Einlass verläuft zügig.

Doch das dicke Ende kommt dann in der Ausstellung: man kann man es nicht wirklich genießen, denn es ist rammelvoll. Dreier und Vierrereihen vor den Bildern…. es ist der vorletzte Tag der spektakulären Ausstellung.

In der ständigen Sammlung des Museums ist es deutlich entspannter und wie gesagt, das Gebäude selbst ist schon toll. Besonders gut gefällt uns eine Installation von Olafur Eliasson, der auch den Regenbogengang auf dem Aros Museum in Aarhus entworfen hat: eine Reihe von dreieckigen Stehlen aus gelb leuchtendem Glas und Spiegelelementen.

Das Museeumsticket ermöglicht auch den Besuch des angrenzenden Parc d‘Acclimation. Eine Park mit Restaurants, Kinderattraktionen etc. Da sind richtig viele Leute und vergnügen sich. Es gibt einen Stand mit Greifvögeln darunter ein Weißkopfseeadler. Dummerweise haben wir das Museum durch den falschen Ausgang verlassen und kommen nun nicht mehr in den Park. Wir gehen zurück zum Hauteingang und dürfen erneut ins Museum, allerdings nicht ohne erneute Sicherheitsüberprüfung und erneuter Abgabe meines Taschenmessers.

Das zweite Museum auf unserer Liste (Musée Marmottan) ist im Kontext der vielen Topmuseen in Paris garnicht so bekannt. Dabei besitzt es die größte Sammlung von Bildern Claude Monets.

Mit den Rädern durchqueren wir den Bois de Boulogne und verpassen leider kurz vor dem Ziel eine Abzweigung, wir irren herum und landen fast am Arc de Triomphe.

Endlich finden wir das Museum in einer Seitenstraße. Es befindet sich in einer Stadvilla und beherbergt auch komplett Zimmereinrichtungen seiner Vorbesitzter, sowie einige schöne Bilder von Berthe Morissot, der bedeutensten Malerin ihrer Zeit.

Die Monets hätten wir die fast nicht gefunden, weil sie in einem extra angelegten Kellergeschoß untergebracht sind und es keinen Hinweis darauf gibt. In einem runden Raum hängen allein über 10 der berühmten Seerosenbilder.
Leider war das berühmteste Bild, „L’Impression, Soleil levant [Impression, Sonnenaufgang] gerade an eine Ausstellung in Australien ausgeliehen. Es zeigt einen Sonnenuntergang in Le Havre, und gab der Stilrichtung ‚Impressionismus’ den Namen.

Eine Pilgerstätte für Monetfeeunde ist das Dorf Giverny in der Normandie. Dort lebte Monet und legte seinen Garten mit dem Seerosenteich an. Es soll eine Touristehhölle sein und wir denken Nacht dem heutigen Museumsbesuch, daß wir sie uns ersparen können.

Abends essen wir erneut im Platzrestaurant.

15.6. Paris

Die Idee unseres Parisaufenthalts ist, mit dem Fahrrad zwei bedeutende Museen zu besuchen, die direkt am Bois de Boulogne liegen, wo sich ja auch unser Campingplatz befindet.

Also fahren wir auf einem Sandweg entlang eines riesigen Sportfeldes zur ‚Fondation Louis Vuitton‘. Hier ist allein schon das Gebäude sehenswert: es wurde vom amerikanischen Stararchitekten Frank Guehry entworfen und erst vor 5 Jahren fertiggestellt. Es erinnert an eine riesige, gläserne Blüte deren übereinander geschichteten Blätter von massiven Stahl und Holzträgern gehalten werden. Auf dem Dach gibt es Terrasen auf unterschiedlichen Niveaus, die Blicke auf Paris (inkl Eifelturm) ermöglichen. Das Museum beherbergt teilweise sehr moderne Kunst, zu der uns der Zugang fehlt, aber aktuell endete gerade eine große Sonderausstellunge der englischen Courtauld-Sammlung, zu der zahlreiche weltberühmte Bilder gehören. Monet, Manet, Renoir, Gauguin, van Gogh sind reichlich vertreten. Ich habe noch nie so viele Bilder auf einem Haufen gesehen, von denen ich vorher schon einmal gehört hatte.

Die Courtauld Sammlung in der Fondation Louis Vuitton | ARTinWORDS

So viel Prominenz hat ihren Preis: am Eingang staut sich eine beträchtliche Schlange von Kunstfreunden. Bei Näherkommen sehen wir, dass es die Schlange deren ist, die Karten im Internet gekauft hatten und uns schwant übles. Wir erkundigen uns, ob es überhaupt Ticket gibt und stellen uns in der deutlich kürzeren Schlage derer an, die noch kein Ticket haben. Es stellt sich heraus, dass die Ursache der Schlange nicht die Einlaßkontrolle ist, sondern der Sicherheitscheck, dem auch mein Taschenmesser im Rucksack nicht verborgen bleibt: Messer rausholen, Formular ausfüllen, Messer abgeben… Der Ticketerwerb und der Einlass verläuft zügig.

Doch das dicke Ende kommt dann in der Ausstellung: man kann man es nicht wirklich genießen, denn es ist rammelvoll. Dreier und Vierrereihen vor den Bildern…. er ist halt der vorletzte Tag. In der ständigen Sammlung ist es deutlich entspannter und wie gesagt, das Gebäude selbst ist schon toll. Besonders gut gefällt uns eine Installation von Olafur Eliasson, der auch den Regenbogengang auf dem Aros Museum in Aarhus entworfen hat: eine Reihe von dreieckigen Stehlen aus gelb leuchtendem Glas und Spiegelelementen.

Das Museeumsticket ermöglicht auch den Besuch des angrenzenden Park Parc d‘Acclimation. Eine Park mit Restaurants, Kinderattraktionen etc. Da sind richtig viele Leute und vergnügen sich. Es gibt auch einen Stand mit Greifvögeln darunter ein Weißkopfseeadler. Dummerweise haben wir das Museum durch den falschen Ausgang verlassen und kommen nun nicht mehr in den Park. Wir gehen zurück zum Hauteingang und dürfen erneut ins Museum, allerdings nicht ohne erneute Sicherheitsüberprüfung und erneuter Abgabe meines Taschenmessers.

Das zweite Museum auf unserer Liste (Musée Marmottan) ist im Kontext der vielen Topmuseen in Paris garnicht so bekannt. Dabei besitzt es die größte Sammlung von Bildern Claude Monets.

Mit den Rädern durchqueren wir den Bois de Boulogne und verpassen leider kurz vor dem Ziel eine Abzweigung, wir irren herum und landen fast am Arc de Triomphe.

Endlich finden wir das Museum in einer Seitenstraße. Es befindet sich in einer Stadville und beherbergt auch komplett Zimmereinrichtungen seines Vorbesitzter, sowie einige schöne Bilder von Berthe Morissot, der bedeutensten Malerin ihrer Zeit.

Die Monets hätten wir die fast nicht gefunden, weil sie in einem extra angelegten Kellergeschoß untergebracht sind und es keinen Hinweis darauf gibt. In einem runden Raum hängen allein über 10 der berühmten Seerosenbilder. Ein Top-Reiseziel in der Normandie ist ja Giverny wo Monet lebte und einen Garten mit Seerosenteich angelegt hat. Aber das soll eine Touristehhölle sein, die wir uns nach diesem Museumsbesuch gerne ersparen

14.06.19
Nach Paris

Heute ist unser HOCHZEITSTAG, da passt es doch, nach Paris zu fahren. Ob wegen uns geflaggt ist? Die Autobahn ist jedenfalls total leer, das angenehme fahren hat seinen Preis:  über 40€ kostet uns die Maut.

Gegen 16:00 sind wir beim Camping de Paris im Bois de Boulogne, die letzte halbe Stunde war schrecklich, der Verkehr hier ist einfach der Wahnsinn.

Der Campingplatz ist gut. Die Plätze sind unterschiedlich groß und unterschiedlich laut. Lärm kommt von der Straße durch den Bois de Boulogne. Man gibt uns einen winzigen Platz direkt an der Straße. Auf Nachfrage dürfen wir uns einen besseren Platz aussuchen. Das Restaurant hat hauptsächlich Pizza, ist aber günstig. Das Personal ist  superfreundlich. Es gibt überall kostenloses WLAN, dessen Qualität aber stark von der Lage und der Uhrzeit abhängig ist. Den Luftraum über dem Platz teilen sich Tauben, Elstern. Papageien 🦜 und Flugzeuge

Wir überqueren die Seine zu Fuß und finden im Kaufhaus ‚Monoprix‘  alles was man braucht. Auch eine neue Glaskanne für die Kaffezubereitung und Lebensmittel gibt es reichlich.

13.06.19
Nach Metz

Nach angenehm entspannter Fahrt über Frankfurt, Mannheim, Kaiserslautern erreichen wir Metz gegen 15:30 Uhr. Der uns schon bekannte Camping Municipal an der Mosel ist ganz schön voll.

Wir bekommen einen blöden Stellplatz auf Asphalt zwischen Wohnmobilen/Wurstwagen zugewiesen (Tipp: man darf auf die Frage >Asphalt< nicht mit >Oui< antworten). Es gibt auffällig viele Engländer/Briten, die eigene Waschmaschinen mitgebracht haben und grußlos durch unseren ‚Vorgarten‘ trampeln. Boris Johnson lässt grüßen.

Wir erkunden die Stadt und essen am Place de Saint Jaques leckeres Risotto. Nachts geht zunächst eine Alarmanlage bei den Engländern los, dann pumpt sich unser Blutdruckmesser geräuschvoll und ungefragt auf. Ansonsten ist es ruhig…

12.06.19
Bayern? Frankreich!

Hofgeismar. Wir erledigen Einkäufe, richten ein iPad ein und erledigen Gartenarbeit.

Weil aktuelle Wettervorhersagen anhaltende Gewitter und Hitze für den Alpenrand prophezeien, ändern wir unsere Reisepläne: wir fahren in die Normandie.

11.06.19
Nach Hofgeismar

Heute geht es in den Urlaub. Wir wollen den Paffenwinkel um Murnau und Kochel erkunden und später noch nach Wien. Aber zunächst heißt das Ziel >Hofgeismar<.

Schon in Kiel verfahren wir uns, weil uns die aktuellen Sperrungen der Autobahnauffahrten nicht präsent sind. Weiter geht es mit einem zähen Stau vor Hamburg, einem Stau bei Fallingbostel mit Umfahrung durch das Militärgelände, und einem weiteren Stau bei Northeim. Wir verfahren uns, die Straße nach Harste ist gesperrt….

Nach über sechs Stunden feiern wir unsere Ankunft im Nordhessischen mit einer trocknen und fast verkohlten Bratwurst beim Lieblingsschlachter in Hofgeismar.

21.05.19
aRoS Art

Barney meldet sich per Mail und fragt nach, ob wir in Berlin sind. Auch Stefan meldet sich und kündigt einen Kielbesuch im August an.
Mit dem Auto geht es  nach Aarhus und parken problemlos in der Nähe des aRoS. Es droht Regen, daher fahren wir gleich auf das Dach und bewundern das Regenbogenpanorama.

Im Museum gibt es immer gibt mehrere Ausstellungen. Wir sehen uns „The Human Nature“ (Kunst aus unterschiedlichen Epochen zu zentralen Menschheitsthemen) und „The Dream about Denmark“ (Bestandsbilder aus dem 19. Jh. mit typisch dänischen Motiven) an.

Ein besonderes Highlight ist Ron Muecks „Boy“, eine Riesenskulptur eines Jungen mit 4,5m Höhe und 500 kg, die in einem Raum mit Spiegelwänden steht. Ziemlich abgefahrene Installationen, zu denen wir keinen Zugang finden wir in den Ausstellungen „Far from home“ und „Tomorrow is the Question“.

Mittlerweile regnet es Bindfäden, wir essen im nahegelegenen Konzerthaus und fahren nach Hause. Die dänische Autobahn ist rappelvoll, obwohl es noch früh am Nachmittag ist.

20.05.19
Aarhus

Wegen des angekündigten schlechten Wetters (Gewitter, Regen,…) blasen wir unsere geplante Berlinreise ab und fahren statt dessen nach Aalborg. Vor sieben Jahren haben wir das aRoS Art Museum entdeckt, nun wollen wir auch mal rein.

An der Grenze werden wir an den Populismus im einst liberalen Nachbarland erinnert: es gibt nicht nur Wildschweinzäune sondern auch Grenzkontrollen, allerdings dürfen wir ohne Belästigung passieren.

Für die Übernachtung haben wir uns den Campingplatz Blommehaven ausgewählt. Er liegt 5 km südlich von Aarhus im Wald und direkt am Meer. Leider hat der Campingladen geschlossen, auch in der Nähe gibt es weder Geschäfte noch Restaurants.  Auch die Auskunft im Campingbüro ist wenig hilfreich. Nicht einmal auf den schönen Radweg werden wir trotz Nachfrage hingewiesen.

Da auch meine Handykarten nicht funktionieren, müssen wir improvisieren. Zum Glück finden wir besagten Radweg, der auf eigener Trasse, durch den schönen Wald zum Moesgård Strand und in der anderen Richtung nach Aarhus führt.

Beim Naturcenter Ørnereden gönnen wir uns bei tollem Ostseeblick einen Risted Hotdog, dann fahren wir weiter Moesgård Strand. Danach geht es zum Museum Moesgård, einem auffälligen in das Gelände eingelassenen Gebäude welches Ausstellungen zur Frühgeschichte beherbergt. Wir belassen es bei einem Gang durch Foyer, weil wir keine Lust auf Frühgeschichte haben. Auf dem Gelände des Museums – einem weitläufigen Wiesenhang laufen Vorbereitungen für eine Open Air Aufführung von „König Arthus“.

Da die Versorgungslage am Campingplatz so mies ist, fahren wir noch nach Aarhus, um etwas zum Essen zu bekommen. Wir kommen wir an der ‚endlosen Brücke‘ vorbei. Sie wurde 2015 für die Ausstellung „Skulpture by the Sea“ errichtet und man hat beschlossen, sie zu erhalten. Allerdings wird sie im Winter abgebaut und  jedes Frühjahr neu errichtet. Auf dem 180 Meter langen kreisförmigen Steg kann man spazieren, sitzen, baden etc.

Im Außenbezirk von Aarhus werden die Reste eines großen Autorennens beseitigt – da haben wir wohl Glück gehabt. Im Hafen wurde in den vergangenen Jahren viel gebaut. Wie auch in Hamburg, Bremerhaven und (leider nur zögerlich) in Kiel, wurden alte Hafen- und Industrieflächen mit architektonisch auffälligen Gebäuden neu gestaltet.

In der Innenstadt finden wir am Aarhus-Åa-Kanal die Pizzeria ‚Grappa‘, wo wir zu Abend essen

19.05.19
Ostsee Hall

So laut habe ich die Ostseehalle noch nie erlebt. Schon garnicht, seit sie Sparkassenarena heisst. Nach dem Verpassen der Championsleague war klar: der THW Kiel will das Final 4 des EHF Cup erreichen, ausrichten und gewinnen. Mannschaft und Zuschauer haben das gestern eindrucksvoll umgesetzt. Schön, daß auch Andy Wolf die Chance bekam, einen wichtigen Beitrag zu leisten und daß es Max Wieslander übertragen wurde, den Pokal in die Halle zu tragen. Bei der Gestaltung von zukünftigen Pokalen sollte die EHF im Auge behalten, dass man solche Trophäen auch vernünftig in die Höhe recken und aus ihnen trinken kann. Das gibt einfach bessere Bilder. Ich hoffe, in den kommenden Jahren dürfen sich wieder andere Teams mit diesem Monstrum herumplagen.

Und dann war da noch Norbert Ohl, den Friedel entdeckte als er -von einem anderen Mann geküsst – in der KissCam gezeigt wurde, kurz darauf auch als Instastory für die ganze Welt.

15.05.19
Pech mit Berlin

Ich informiere mich im Internet über unsere Reiseziele in Potsdam und Berlin und erfahre, daß es in der Liebermanvilla Umbaumaßnahmen gibt und die Ausstellung nicht im vollen Umfang besichtigt werden kann.

Die Barberini-App erweist sich als wenig hilfreich, offenbar funktioniert sie nur vor Ort so richtig gut. Immerhin finde ich heraus, daß das Barberini Museum offenbar keinen Bestand zeigt, sondern nur wechselnde Ausstellungen. Die Wettervorhersage für Berlin ist weiterhin schlecht. Unsere Berlinreise steht unter keinem guten Stern.

13.05.19
Westensee

Mit dem Rad fahren wir zur Hohburg am Westensee und machen eine kleine Wanderung um den Kleinen Schierensee. Es sind erstaunlich viele Leute im Wald unterwegs.

Wir wollen Mittag essen und stellen erstaunt fest, daß das Restaurant zum Fischmeister dauerhaft geschlossen ist. Das Café Zeit ist nur am Wochenende geöffnet, aber das Gasthaus am Westensee hat geöffnet. Es ist offenbar unter der Woche die einzige Essgelegenheit, weit und breit. Etwas wenig für ein Urlaubsgebiet.

03.04.19
Von Den Haag nach Kiel

Wir parken unseren Mietwagen direkt vor Lindas Wohnung und laden unsere Klamotten ein. Darunter auch das selbstgebraute Bier, welches  wir für Linda nach Kiel transportieren. Es soll ein Hochzeitsgeschenk für Lina werden.

Die Rückfahrt in unserem Opel Astra ist angenehm. Modernen Dinge wie Tempomat, Navi und Automatik sind schon was tTolles. Ich erwäge einiges davon auch bei einem neuen Bus zu bestellen, falls es noch einmal dazu kommen sollte.

In Zeven holen wir unseren Bus ab, geben den Mietwagen zurück und fahren über Glückstadt-Wischhafen nach Kiel. Der Hofladen bei Bauer Holm hat geschlossen.

02.04.19
Van Gogh und Hockney

Linda will uns ihre CP-Chipcard  geben, mit der wir die Straßenbahn nutzen können. Leider ist sie leer. Der Automat zum aufladen ist  kaputt, ein weiterer Automat wurde abgebaut. Aufladen per Internet funktioniert nur mitWir gehen zu Fuß zum Bahnhof.

Mit dem Zug nach fahren wir nach Adam Zuid. Bei Lisse sind allererste Anzeichen von blühenden Tulpen zu sehen. Mit der Metro fahren weiter zum und gehen zum Museumplein. Die Anreise war schon mal entspannter als letztes Jahr, als wir von Edam aus mit dem Zug nach Amsterdam Zentral fuhren.

Wegen nicht vorhandener museumkaard musste ein neues Ticket kaufen, das hatte ich bereits online erledigt. Trotzdem darf im gleichen Timeslot wie Friedel ins Museum.

Die Ausstellung ist sehr toll. Es wir das Video mit Hockney gezeigt, in welchem er einige Van Gogh Zitate kommentiert. Besonders beeindruckend  sind die großformatigen Bilder, die aus mehreren Leinwänden zusammengesetzt sind, aber auch die Skizzenbücher und die Kohlezeichnungen in welchen Hockney es schafft trotz Limitierung auf Schwarz und Weiß eine Vielzahl von Grüntönen abzubilden gefallen mit sehr gut.

Den Rest des Van Gogh Museums sehen wir uns nicht an. Im Shop kaufen wir den Katalog und ein Austellungsplakat.

Autohaus Spreckelsen ruft an und teilt uns mit, daß wegen des Marderschadens die Kosten für den Mietwagen nicht übernommen werden. Komische Logik. ich könnte ja verstehen, wenn es  ablehnen überhaupt für Marderschäden zu zahlen, aber ein bisschen zahlen und ein bisschen nicht finde ich eigenartig.

Auf mehr Amsterdam haben wir keine Lust, mit der Straßenbahn und dem Zug geht es zügig zurück nach DenHaag.  Zu Fuß  gehen wir vom Bahnhof nach Hause, auf dem Wegen kehren wir noch zu Kaffee und Kuchen bei Lollapallooza in der van Bylandtstraat ein.

01.04.19
Am Strand von Den Haag

Ich bekommen einen Anruf vom Autohaus Spreckelsen: es handelt sich um einen Marderschaden. Am Dienstag ist das Auto fertig. ‚Marderschaden‘ bedeutet leider, dass wir den Mietwagen selber bezahlen müssen, da gilt die Mobilitätsgarantie nur eingeschränkt.

Nach dem Frühstück gehen wir durch die westlichen Wohngebierte von Den Haag  zum Westduinpark und dort an den Strand. Das Wetter ist herrlich und obwohl Montag ist sind etliche Leute am Stand unterwegs sind.

In einer Strandbar gönnen wir uns Bitterkalten und Chouffje, dann gehen wir weiter zum Hafen. Hier wurde viel gebaut. Es sind tolle Wohnungen direkt am Hafen entstanden. Bei Simonis kaufen wir Fisch. Ein paar Fischreiher sind so dreist, daß sie sogar in die Fischhalle gehüpft sind um etwas zum Essen zu finden.

31.03.19
Im Friedenspalast

Linda hat Karten für eine Führung durch den Friedensplalast besorgt.Nur so kann man das Gebäude besichtigen. Das Gebäude ist Sitz des Internationalen Gerichtshofs, des Ständigen Schiedshofes. Es ist sehr prunkvoll und gefüllt mit Geschenken aus allen möglichen Ländern der Welt. Wir dürfen in den Sitzungssälen Platz nehmen und erfahren viel über Organisation und Arbeit der Gerichte. Fotografieren ist nicht erlaubt, daher hier ein paar Bilder aus WikiMedia Commons.

Im Park fallen uns auffällige, rotblühende Sträucher auf. Leider kann uns keiner sagen um welche Pflanzen es sich handelt, im Internet finden wir dann heraus, daß es sich um Kamelien handelt.

Bei schönem Wetter gehen wir zu Fuß zum Gemeentemuseum. Ein Museumsbesuch ist wegen meiner verlorenen museumkaart nicht geplant aber im Museumsrestaurant Gember gibt es einen Imbiss.

Über die Frederik Hendriklaan (Fred) geht es zurück zu Linda, abends essen wir dann im Joris en de Draak.

30.03.19
Mit Panne nach den Haag

Heute geht es für ein paar Tage nach Holland. Wir fahren gegen zehn Uhr los und kommen gut durch, bis bei Zeven die Motorkontrolleuchte (Glühwendel) aufleuchtet. Wir verlassen die Autobahn und rufen den VW Notdienst an. Nach ca 40 Minuten kommt ein Abschleppwagen, der uns zur VW Werkstatt nach Zeven bringt.

Wir stellen das Auto bei VW Spreckelsen auf den Hof, die Werkstatt ist leider schon geschlossen. In den benachbarten Shell Tankstelle steht ein Opel Astra für uns bereit und so setzen wir mit ca 2 Stunden Verspätung die Reise nach Den Haag fort.

Das gelingt ohne weitere Zwischenfälle. Wir übernachten bei Linda, Leif ist für eine Woche in den USA.

27.09.18
Gabriele Münter in Köln


München war uns zu weit, Kopenhagen zu aufwändig, also nutzen wir die Heimreise von unserem Bretagne-Urlaub zu einem Abstecher nach Köln und besuchten die Ausstellung von Gabriele Münter im Museum Ludwig.

Auf der Heimreise nach Kiel wurden wir Opfer der Verkehrschaos im Ruhrgebiet: 3 Stunden allein von Köln nach Dortmund!

26.09.18
Fecamp -> Düren

Wir wollen nach Köln, um die Gabriele Münter Ausstellung zu besuchen. Unsere ursprünglichen Plan, am Rhein zu campen geben wir wegen der angekündigten Temperaturen auf, Wir buchen über das Internet ein Ibis Hotel in Düren. Von dort aus kommen wir am folgenden Tag schnell nach Köln.

Das Hotel liegt in einem Gewerbegebiet, das Einchecken erfolgt wie schon die Buchung und Reservierung menschenfrei. Eine angenehme Überraschung bereitet das nahegelegene italienische Restaurant l‘Osteria: nettes Ambiente, interessante Karte und gutes Essen. Es stört wirklich kaum, das man auf der Terrasse zwischen Schnellstraße und Autobahn sitzt.

Erst später lerne ich, das l‘Osteria eine Kette mit über 30 Restaurants ist, eines sogar in Kiel.

25.09.18
Etretat -> Fecamp

Wir wollen weiter nach Fecamp. Vorher haben wir noch in Etretat einen Künstlergarten auf den anderen Klippe besuchen wollen. Nach irreführenden Angaben ob man zum zugehörigen Parkplatz auch mit dem Auto fahren darf (!!) haben wir es getan und standen vor einer Höhenbegrenzung.😦 Man wollte und auch nicht rauflassen, obwohl wir den Garten besuchen wollten , also sind wir unverrichteter Dinge wieder runter und nach Fecamp. Hier jetzt schön chillig….aber ein viel größerer Ort als Etretat. Wir laufen durch dies Stadt, sehen die Destille von Benedictine, die lange Mole und gehen an den Strand, der wie in Etretat aus großen Kieselsteinen besteht.

23.09.18
Guérande –> Etretat

Moin, Planänderung: wir nutzen das schlechte Wetter und fahren an die Alabasterküste. Ca. 450km nach Norden. Etretat oder Yport oder Fecamp. Wenn wir da sind wird das Wetter besser….sagt WetterOnline.🙏🏻

Wir landen in Etretat. Hmmm, wollten was essen gehen: Fehlanzeige. Die Restaurants sind zwar offen, aber es gibt erst ab 19:00 was zu essen . Das wiederum sagt einem keiner. Man wird einfach ignoriert. Ärgerlich weil es erst 18:00 war. Also zum Bus Nudeln kochen. Außerdem ist es stürmisch und saukalt. Aber auch sehr schön. WIFi nur an der Rezeption

Das Szenario in Etretat ist schon grandios. Morgen wollen wir oben auf der Klippe ein Stück den GR 24 gehen. Das mit dem Wetter hat ja schonmal geklappt.

Wie schon auwährend der Anfahrt,  deutet wenig darauf hin, dass man hier am Meer ist. Das ändert sich abrupt, wenn man die letzten Meter im durch die engen Gassen des Ort zurück gelegt hat hat und unvermittelt am Strand steht

In Etretat ist man auf einiges eingerichtet: vor dem Ort weist ein Schild auf einer großen Wiese darauf hin, das dies der letzte kostenlose Parkplatz vor Ertretat sei“. Das man mit den Touristen auch das eine oder andere Problem hat, sieht an an Schildern in Ort wie : „Picknickkörber am Stand verboten“, „ Keine Kieselsteine von Strand mitnehmen“ oder „Zufahrt für Wohnmobile verboten“.

Der Ort ist dann auch entsprechend touristisch ausgestattet: etliche Restaurants auf denen Fotos der angebotenen Gerichte dem sprachunkundigen die Auswahl erleichtern und eine zum Andenkenmarkt umfunktionierte schöne alte Markthalle seien als Beispiel genannt. Aber auch schöne alte Häuser mit geschnitzten Holzfassaden.

22.09.18
Quiberon –> Guérande

Wir sind weitergefahren, weil wir was anderes sehen wollten. Das Wetter ist überall bescheiden. Eigentlich wollen wir nach Norden, aber der Wetterbericht verheißt Regen, Sturm und Gewitter, also bleiben wir in der Südbretagne und fahren zur Halbinsel Guérande .

Die Wettervorhersage sah vielversprechend aus, hat aber nicht gehalten. Wenigstens nur Nieselregen. Unser Wunschplatz in Turballe ist zu unserem Erstaunen ausgebucht, also fahren wir weiter zum Parc de St‘e Brigitte, einem Campingplatz, der in einem alten Schloßpark gelegen ist. Schloß, Platz und Sanitäranlagen sind alle schon etwas älter, aber irgendwie ist das ganze mit höhen Bäumen und alten Gemäuern recht reizvoll.

An der Frischetheke im Supermarkt kaufen wir uns Paella und verbringen den Rest des Tages mit Nichttun uns spazieren im Park.

21.09.18
Nichtstun auf Quiberon

Wenig tun: mit dem Rad ins Dorf, essen kaufen, am Strand langdackeln, mit dem Rad mit dem Rad nach St. Pierre zum Einkaufen, danach nach Qiberon für die restlichen Dinge (alkfreies Bier), am Strand langdackeln, zeichnen….

20.09.18
Radtour rund Quiberon

Heute haben wir eine schöne Fahrradtour um die Insel gemacht. Gleich zu Beginn war in dem Örtchen St. Pierre Markt. Da haben wir erstmal unser Essen für heute Abend ein eingekauft und die Einkäufe zum ⛺️ zurück gebracht: fertiges Schweinefleisch a la Provence.

Dann starteten wir erneut, querten die Halbinsel und kamen zur Côte sauvage.  Dort war es sehr toll, es war Flut und es gab wieder tolle Wellen🌊 die an den Felsen hochspritzten und schönes Wetter hatten wir auch.

Im Ort Quiberon waren sehr viele Urlauber unterwegs. Der Yachthafen war leider eine große Baustelle, sodaß wir dort nich gerne sitzen wollten.

Nachts erstmals seit Langem Regen und unangenehm kühl.

19.09.18
Lesconil –> Quiberon

• Camping Beausejour, Meerblick, Internet zeitbasiert 20h 8€
• Wir sind erstmal nicht so happy, aber woanders ist das Wetter schlechter
• Ort Quiberon recht schön, tolle Promenade, Fähre nach Belle Isle

18.09.18
Lesconil

Wegen des schlechten Wetters in Holland canceln wir den Plan, die Rückreise über Den Haag zu machen. Neuer Plan: wir fahren über die Normandie nach Köln (Münter Ausstellung) und dann nach Kiel.

Wir hängen etwas ab und gehen dann am Strand ins Örtchen, Wellen 🌊 gucken, auf dem Weg sind viele Felsen

Dann wieder zurück, ausruhen, Lunch, dann essen kaufen, dann wieder ausruhen, Käffchen, lesen, rumdödeln.

Wenn die Sonne es schafft, aus dem Dunst zu kommen, dann ist es richtig schön warm, aber das schafft sie leider nicht mehr so oft, ein paar Grad wärmer könnte es tagsüber gerne sein

17.09.18
Radtour Guilvinec, Phare Eckmühl

Eckmühl bestiegen, anschließend Kaffee

tolle Ecke, toller Blick

Guilvinec, Besuchergalerie, nicht so schlimm wie befürchtet

Wenig zu sehen, trotzdem interessant

Im Fischladen 2x Limandes filetiert plus ein Pfund Langustinos

Heimfahrt, kochen

15.09.18
Lesconil

• Chillen, Strand

• Der Campingplatz les Dunes ist toll gelegen, hat Brötchenservice und gutes Internet, (ticketbasiert, aber unbegrenzt nur 1×6€)

13.09.18
Concarneau –> Loctudy

• camping sehr einfach aber schön gelegen

• internet kostenlos und ok

12.09.18
Auf dem GR34 bei Concarneau

• Wandertag

• Anses tief eingeschnitten ins Land

• Schweißausbruch

• Leerer Camping mit Traumhafter, Blick über die. Bucht

• Peche a pied

• Trübes Wetter, später leichter Regen

• Danach Einkäufe im Supermarkt, per Rad bergauf ging’s e

11.09.18
Mit dem Rad nach Pont Aven

• 50 km Rad

• Wenig Verkehr gut zu fahren

• Voie Verte

• Wetter sonnig, nicht zu warm

• PontAven voll mit Touristen, MoMoPlage

• Schiffe trocken

• Galerien

• MUSEUM schön, Schule von PontAven, Paul Serusier, keine eigenen

• Tassen mit Ikone gekauft

• Abends Pizza im schönen Platzreseaurent

• Lustige Engländer

10.09.18
In Concarneau

• Wetter sonnig, nicht zu warm

• Ville Close, Föhre kaputt

• Markt

• Strand Ebbe schön

• Stadt reizlos

• Touristen aber nicht übervol

• l‘Amiral

• Alles nicht so doll

09.09.18
Amboise –> Concarneau

• In den Ort geradelt um Tee für F zu. Es ist Sonntag

• Am Loireufer Markt

• Ballone landen

• Schafgarbentee und Roisbos

• Friedel gehts besser

• Einkaufen Tanken es dauert bis 12:00 das wir loskommen

• langweilige Fahrt, aber entspannt. Es zieht sich enorm

• Autobahngebühr super teuer Metz-Amboise 80€, Amboise Nantes 40€

• Ab Nantes Autobahn kostenlos aber voll und 110 km/h, nervig. Ab Lorient gehts dann.

• Letzten Platz auf Camping Sables Blanc in Concarneau. WoMo ohne Ende.

• internet kostenlos aber schwankend

• Unser Platz ist lustig: etwas erhöht, komplett mit Hecken umschlossen, schmaler Zugang für WoMos unerreichbar. Unterhalb ein Weg von wo aus die anderen Camper gaffen und staunen, wie man dort hinkommt.

• gang in den Ort, der erste Eindruck ist enttäuschend

08.09.18
Amboise

  • Wetter sonnig, nicht zu warm
  • Le Clos Lucé
  • le Viaduc de Garabit
  • Vebjørn Sand The Leonardo Bridge Projekt
  • danach Abhängen am Bus
  • Mountainbike Nachttour (la-nuit-des-roys) startet mit Feuerwerk
  • Nachts kotzt Friedel
  • Clos Lucé
  • Abhängen am Bus
  • Abends städtchen mit Auftieg und hinterm Schloss herum

07.09.18
Metz –>Amboise

• Autobahnen wunderbar leer

• Camping wir immer

• viel platz, internet kostenlos und ok

23.07.18
Bad Karlshafen und Johann Bessler

Foto von Gabor R. – Own work, CC BY-SA 3.0, Link

Am 21.07.2018 erschien in der Online Ausgabe der FAZ der Artikel ‚Die Zeit der Schwäne ist vorbei‘. Es geht dabei um die Rekonstruktion des Weserhafens von Bad Karlshafen. Mit dem Bau einer Brücke und einer Schleuse soll die Verbindung des stillgelegten historischen Hafens mit der Weser wieder herstellt werden. Ein umstrittenes Bauprojekt, welches ein wenig an das Kieler Projekt ‚Holstenfleet‘ erinnert.  

Besonders interessierte mich der Hinweis, dass Johann Bessler, der sich auch Orffyreus nannte, in Karlshafen lebte und in der Nähe verstarb. Bessler behauptete, ewig drehende Räder, also Perpetuum Mobiles konstruiert zu haben. Aus diesem Grund hatte ihn der technikbegeisterte Landgraf Carl nach Kassel geholt.Obwohl ich in Kassel aufgewachsen bin, hatte ich bis zum Anfang dieses Jahres nie von Bessler gehört. Als sich das vor einigen Monaten änderte hatte einen kurzen Text dazu in diesem Blog verfasst. Nun lernte ich, dass Bessler nach seiner Kassler Zeit nach Karlshafen zog und den Rest seines Lebens in einem Haus verbrachte, welches ihm Landgraf Carl ihm zur Verfügung stellte. Die Stadt wiederum nutzt Bessler nun originell für ihr Stadtmarketing.

Im März 2018 berichtete das Mitteilungsblatt Bad Karlshafen, dass bei den Bauarbeiten im Hafenbecken eine  Kiste zutage gefördert wurde, die Papierrollen mit einer Bauanleitung für das Perpetuum mobile des Johannes Bessler enthielt. Gleichzeitig taucht im Internet ein Video auf (https://youtu.be/f2zZ7WOnA0o), welches im Stile eines ARD-Brennpunkts von dem Fund berichtet. Auch Bürgermeister Marcus Dittrich kommt zu Wort und spricht von einer „Wende bei der Energieversorgung“. Sollten die Zeichnungen einen funktionsfähigen Nachbau des „ewigen Rades“ erlauben, könne dieser „eine unendliche Energieerzeugung sicherstellen“.

Das Ganze ist natürlich ein Schwindel. Die Medienkampagne sollte auf das Theaterstückes „Perpetuum mobile – Eine Stadt im Rausch“ des Berliner Theaters Anu hinweisen, welches von der Stadt in Auftrag gegeben wurde und am 24. Mai Premiere feierte. Begleitend gibt es im Rathaus eine Ausstellung „Perpetuum mobile – Und es dreht sich doch“, in der auch ein hölzernes Modell des Besselerrades gezeigt wird.

Das Theaterstück gehört mit anderen Veranstaltungen zu den ‚Baustellenevents‘, mit denen die Stadtväter von Bad Karlshafen die bis 2019 andauernden Baumaßnahmen zur Hafenöffnung erträglicher gestalten wollen.  Da passen die Geschichten um Johann Bessler gut ins Konzept.

Johann Bessler lebte von 1721 bis 1745 in einem Haus am Hafen. Dieser Hafen (Carls Hafen) war der Beginn einer künstlichen Wasserstraße, die Carl über Kassel nach Marburg bauen wollte, um eine Verbindung von der Weser über die Lahn bis zum Rhein zu schaffen. Auf diese Weise sollt Hann. Münden umgangen werden, das durch Steuern den Gütertransport über Weser und Fulda nach Kassel verzögerte und verteuerte. Als Startpunkt für den Kanal nutzte man den unteren Flusslauf der Diemel, die bei Karlshafen in die Weser mündet. Doch das 1710 begonnene Projekt blieb unvollendet, man kam lediglich bis ins 20 Kilometer entfernte Hümme. Mit dem Tod des Landgrafen starb 1730 auch das Projekt. Ungefähr 200 Jahre später wurde die Verbindung des Hafens mit der Weser im Zuge des Ausbaus der Bundesstraße zugeschüttet. 2016 fiel in einem Bürgerentscheid der endgültige Beschluss, den Hafen wieder zu öffnen und dadurch die Attraktivität Karlshafen für den Tourismus zu erhöhen. Das mit den Baumaßnahmen verbundene Hickhack erinnert ein wenig an das Kieler Projekt „Holstenfleet“.

Ein Bezug zwischen Johann Bessler und Bad Karlshafen besteht auch über die holländische Partnergemeinde ’sGravesande, deren Namensgeber, der niederländische Physikprofessor Willem Jacob ’sGravesande, das Besselerrad im Auftrag englischer Interessenten untersuchen sollte. Bessler starb 1747 bei einem Unfall in der Nähe von Karlshafen. Er hatte geplant, die Aufwinde am nahegelegenen Fürstenberg durch ein sich horizontal drehendes Flügelrad zu nutzen. Das Mühlrad setzte sich unkontrolliert in Bewegung und Besseler stürzte von der Mühle.  

Weitere Details über Johann Besseres Aufenthalt in Bad Karlshafen findet man auf der offiziellen Webseite der Stadt. Weiterhin möchte ich auf die umfangreiche Internetseite ‚besslerrad.de‘  hinweise, wo enorm viele Details über Johann Bessler und sein Umfeld zusammengetragen wurden. Wem das immer noch nicht reicht, der findet dort weitere Links. Das hochinteressante Impressum enthält u.A. den Hinweis, das die Seite  zum Ende des Jahres 2018 geschlossen werden soll.

14.07.18
Zum Wohnungstausch nach Bremerhaven

Mittwoch, 27.6.: Nach Bremerhaven

Direkt aus Friesland fahren wir nach Bremerhaven. Mit unseren Freunden haben wir vereinbart, für ein paar Tage die Häuser zu tauschen. Gegen Mittag kommen wir an, tauschen die Schlüssel und richten uns häuslich in der fremden Umgebung ein. Zu großen Unternehmungen fehlt uns die Lust. Wir erledigen Einkäufe, nehmen in dem technisch anspruchsvollen Haushalt erfolgreich den Fernseher in Betrieb und widmen uns der Fußball WM.

Donnerstag, 28.6.: Wedderwarden, Wremen

Seit meiner Kindheit, in der ich mehrmals meine Tante in Bremerhaven besuchte, höre ich von Weddewarden, ein kleiner Ort nördlich von Bremerhaven direkt an der Weser gelegen. Allerdings war ich niemals dort. Das soll sich ändern. Mit dem Rad geht es durch Speckenbüttel und über die Felder nach Norden.

Das Ausflugslokal früherer Tage ‚Schloß Morgenstern‘ ist Geschichte, auch der Ausblick vom Weserdeich hat sich seit damals massiv verändert, denn das Containerterminal mit seiner über 4 Kilometer langen Stromkaje hat sich bis nach Weddewarden ausgedehnt.

Am Deich geht es weiter in Richtung Wremen. Dort hoffen wir, frische Krabben kaufen zu können. Doch der Weg über den Deich ist ab dem Ochsenturm gesperrt und wir müssen die weniger attraktive Strecke ‚über die Dörfer‘ nehmen.

In Wremen gibt es zunächst erst einmal Fischbrötchen im kleinen Hafen. Ein Fischhändler der Krabben verkauft, ist aber nicht auszumachen. Dafür ein Campingplatz direkt am Deich, dessen einziger Vorteil seine Lage ist, der Rest wirkt wenig einladend. Schön, daß wir ja grade keine Camper sind.

Ein Fisch-LKW fährt auf die Hafenmole und wird am Kai platziert. Schiffe sind nicht auszumachen. Doch dann entdecken wir einen Krabbenkutter, der sich seinen Weg entlang der  vielen Äste und Jungbäume bahnt, die das schmale Fahrwasser markieren. Der Kutter macht im Hafen fest und sofort beginnt der Verkauf: 10€ auf die Hand, der Fischer verschwindet unter Deck und taucht mit einer Plastiktüte voll Krabben wieder auf.

Mit unserem Fang machen wir uns auf den Rückweg. Nach stundenlangem Krabbenpuhlen gibt es Krabben mit Rührei und Schwarzbrot, wie es sich gehört. Anschließend Fußball im TV.

Freitag, 29.6: Containerhafen, Columbuskaje, Hochschule

Beim Brötchenholen ruft mich ein wichtig-tuender Mensch zur Ordnung, weil ich den Radweg für 20m in falscher Richtung befahren haben. Der Mensch, der sich als Mitarbeiter des Ordnungsamts verkleidet hat, notiert meine Personalien. Da sage mal einer, im Land Bremen herrsche keine Ordnung.

Wir wollen mit den Rädern der Hafen erkunden. Doch der Versuch von Norden kommend ohne große Schleife zur Columbuskaje zu gelangen scheitert nach mehreren Anläufen an zugeschütteten Wegen, Zäunen und der Großbaustelle „Hafenanbindung A27“.

Irgendwann sind wir dann mittendrin und stehen auf dem Containerturm, der extra für Touristen wie uns errichtet wurde. Mit dabei auch ein mächtig beeindruckter Wohnmobilist aus Schwaben, der ebenfalls mit dem Fahrrad hier heraus gefahrern ist.

Die Columbuskaje ist gerade leer, aber im Autohafen (dem größten in Europa) herrscht reger Betrieb. Wir haben Glück und können das Ausschleusen eines gigantischen Autofrachters aus nächster Nähe beobachten. Über 8000 Autos passen auf die größten dieser Schiffe und jedes einzelne muß zum Be- und Entladen bewegt werden. Über das Ausschleusen habe ich eine Scrollgeschichte gemacht:

Ein Klick auf unten stehendes Bild öffnet eine Scrollgeschichte über den Autohafen bei Adobe Spark

In der Innenstadt nehmen wir einen Imbiss im ‚Caspar David und Co‘ und sehen den Absolventen der Hochschule Bremerhaven zu, die mit feinen Roben ihren Abschluss zelebrieren.

Abends gibt es die zweite Hälfte unserer Krabben: Pasta mit Krabben, Fenchel und Zitronen.

Samstag, 30.6.: Fischereihafen

Bei strahlendem Wetter geht es mit den Rädern zur Blexenfähre und dann in den Fischereihafen. Leider ist auch hier ein großes Stück des Deichs wegen Bauarbeiten gesperrt, daher fahren wir zunächst auf der Binnenseite und bestaunen die gigantischen Versorgungsschiffe, die beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen eingesetzt werden. Erst später können wir auf dem Deich fahren und gelangen bis zur Lüner Platte. Wir werden mit einem tollen Blick über die Weser auf den Containerhafen belohnt.

Bei einem Kanuclub sprechen uns zwei Damen an, die offenbar damit überfordert sind, ihr fertig montiertes Klepper-Faltboot auf ihr Auto zu laden. Mit unserer Hilfe gelingt es und die Damen machen sich auf den Weg.

Vorbei an Betrieben für Offshore Windanlagen gelangen wir dann in den Fischereihafen. Das ‚Schaufenster Fischhafen‘ ist ein für Touristen aufbereitetes Areal mit Kulturbetrieben, Cafes und Restaurants. Bei Fiedler bekommen wir lecker Limandes mit Orangensauce.

Abends Fußball.

Sonntag, 1.7.: Bremerhaven

Nach zwei aktiven Tagen haben wir am Sonntag wenig Lust zu weiteren Unternehmungen. Bei prächtigem Wetter lungern wir im Garten herum. Irgendwann raffen wir uns auf, zu ‚Thiels Garten‘ zu gehen, einem Künstlergarten mit Skulpturen im Mecklenburger Weg 100. Doch leider ist der sonst frei zugängliche Park wegen einer Musikveranstaltung geschlossen.

Montag, 2.7.: Rückfahrt

Bei unserer Rückfahrt nach Kiel begegnen wir zahlreichen Radfahrern mit gelben Trikots. Wir finden heraus, dass sie zum Team Rinkeby gehören, einer Wohltätigkleitstour von Skandinavien nach Paris. Bei Itzehoe entdecken wir auf der Gegenfahrbahn unserer Freunde, die ebenfalls auf der Heimreise sind.

18.06.18
Friesland

Mo 18.6. Reise nach Sneek

Nach ruhiger Anreise (Ausnahme Bremen) kommen wir in Sneek an. Unser Campingplatz liegt direkt im Yachthafen. Alle Einrichtungen wie Sanitäranlagen, Restaurant, WIFI etc. stehen für Segler und Camper gleichermaßen zur Verfügung. Wir wundern uns, wie gut der Platz besucht ist, dennoch bekommen wir einen Platz direkt am Steg.Der Ort ist leicht per Rad zu erreichen, im Restaurant bekommen wir hervorragendes Essen.

Nur der Ort Sneek selbst enttäuscht uns etwas. Da haben wir schon hübschere friesische Städtchen gesehen.

Di 19.6.: Sneek

Mit dem Rad geht es in die frischen Örtchen Ijlst und Heeg. Es ist herrlich, überall Wasser, Kanäle, Boote. In Ijlst Essen wir direkt an der Schleuse und beobachten das Treiben

Mi 20.6.: Delft

Wir haben uns mit Linda in Delft verabredet und fahren 200 km nach Süden. Direkt neben Ikea finden wir einen Campingplatz der nur 5 Fahrradminuten von der Innenstadt entfernt ist. Obwohl noch keine Ferien sind und obwohl der Platz nicht sonderlich attraktiv ist, ist es proppenvoll. Wir bekommen den angeblich letzten freien Platz. Wir machen einen Stadtbummel. Auf dem großen Marktplatz wird für die Erstsemester der TU Delft eine Konstruktionswettbewerb durchgeführt. Es muss das funktionierende Model eines Containerkrans gebaut werden. Die Zeit wird gestoppt. Dazu Musik Moderation, Videoleinwand.

Abends dann gemütliches Familientreffen. Beim Bier schauen wir dem Treiben auf dem Markt zu: die Studenten haben längst abgebaut, nun werden in Windeseile die Stände für den morgigen Wochenmarkt errichtet.

Do, 21.6.:  Edam

Spontan entscheiden wir nicht sofort nach Friesland zurückzufahren, sondern machen einen Stopp in Edam. Über Amsterdam erreichen wir Edam, in entspannter Autofahrt. Dort gehen wir auf den Strandcamping im Yachthafen. Der Platz ist wunderbar gelegen, an drei Seiten ist er von Wasser umgeben. Mit Glück finden wir windgeschützten Platz. Es ist stürmisch und ungemütlich. Zu Fuß gehen wir nach Edam und in Edam herum.

Fr 22.6.: Volendam und Monnikendam

Am nächsten Tag immer noch Sturm und Regenschauer. Erst nach Mittag trauen wir uns raus und radeln nach Volendamm. Unterwegs sehen wir viele Reiher. In Volendamm trifft uns der Tourismus mit voller Breiseite: massenhaft Busse haben Touristen der übelsten Sorte ausgekippt, die sich auf der Promenade breitmachen. Deutsche, Asiaten, Spanier. Handy vorm Gesicht, Fastfood in der Hand. „Du guckma, dahinten sind noch mehr Buden… „ So krass haben wir das noch nie erlebt!

Hinter der Partyzone ist es wieder ruhig. Wir radeln nach Monnikendam. Dort gönnen wir uns  im Coffee & Cacao Lunchkaffé einen leckeren Ziegenkäsesandwich mit Schinken, Rucola, Nüssen und Honig. Zum Nachtisch Erdbeeren mit Poffertjes und Schlagsahne. Super.

Dann geht es mit dem Rad gegen den Wind zurück. Wir haben Glück: es bleibt trocken.

Sa 23.6.: Nach Franeker und Leeuwarden

Nun wollen wir in die Kulturhauptstadt Europas Leeuwarden. Dazu fahren wir wieder nach Franeker, wo es uns vor zwei Jahren schon gut gefallen hat. Nach den vollen Plätzen in Delft und Edam sind wir nun wieder über die Leere erstaunt. Irgendwas haben wir noch nicht verstanden.

Einer der elf Brunnen:
Die Oort‘sche Wolke (Jean-Michel Otinhoniel) in Franeker

Mit dem Zug fahren wir nach Leeuwarden und treffen gleich am Bahnhof auf einen der 11 Brunnen, die internationale Künstler in den 11 friesischen Städten erbaut haben. Dahinter gleich das Besucherzentrum mit dem Wattpanorama einer Holzplattform mit einer Soundinstallation. Witzig finden wir die Escher-Streetart die mit Pflastermalereien auf die M.C.Escher Ausstellung hinweist. Enttäuschung dann beim Friesenmuseum, wo wir besagte Ausstellung ansehen wollen: trotz Museumkaart kommt man nur mit Warteliste hinein. Wir bummeln durch die Stadt, gehen zur Holzltribüne am schiefen Turm ‚Oldehove‘. Nicht zur Kulturhauptstadt gehört die stylistische Albert Hein Filial in der alten Kornbörse, die ist immer hier. Unseren Imbiss nehmen wir in einem netten Straßenkaffee und können dabei die Boote der Grachtenfahrten beobachten.

So richtig begeistert sind wir nicht von Leeuwarden als Kulturhauptstadt, wir fanden nicht so den rechten Zugang. Man konnte das schon befürchten, denn auch die Webseite der Kulturhauptstadt vermittelte mehr Verwirrung statt Klarheit. Besonders ärgerlich fanden wir, dass vieles nur in niederländischer Sprache beschrieben ist und ohne Erklärung ist vieles nicht zu verstehen. Eigenartig, bei einem europäischen Ereignis..

So 24.6: Franeker und Mo 25.6 Nach Lauwersoog

Nach einem Tag Nixtun in Franeker fahren wir nach Dokkum, um wir eine weitere der „11 fountains“ zu sehen, den Eisbrunnen. Doch statt eines Brunnens finden wir nur eine Baustelle. Auf der Webseite 11fountains.nl finden wir dann – mal wieder nur auf niederländisch – den Hinweis, dass es Probleme mit der Technik gibt und der Brunnen hoffentlich erst im vierten Quartal des Jahres fertig wird. Das Foto der Baustelle zeigt, das die „technischen Probleme“ wahrhaft gewaltig sein müssen.

Später finden wir im Internet eine Pressemeldung ( https://www.lc.nl/friesland/IJsfontein-Dokkum-haalt-deadline-niet-22941617.html), die erwähnt, daß der Brunnens pure Energieverschwendung sei. Der Energieverbrauch entspräche dem von 100 Haushalten. Die Energie wird benötigt, weil der Brunnen während des Betriebes ständig frisches Eis produzieren soll. Nun wird an einer günstigeren Lösung gearbeitet, bei der Solarenergie genutzt wird, die auf dem Dach des Rathauses gewonnen werden soll.Weiter gehts  nach Lauwersoog. Dort gibt es einen großer Campingplatz mit viel Wasser, aber weniger maritimen Flair als wir gehofft hatten. Wir radeln hinterm deich weil es anders nicht geht, am schluß bekommen wir doch noch einen schönen Blick auf Terschelling und einen fischenden Kutter. Die Radtour um den großen Binnensee und das Vorgelschutzgebiet sparen wir uns. Im Hafen gibt es keine Läden oder netten Restaurants. In einem schmucklosen Imbiss gibt es frittierte Seezunge. Sie ist trocken. 

Dienstag, 26.6.: Groningen

Wir fahren nach nach Groningen zum Campingplatz Stadpark. Der Navi dirigiert uns sicher bis 50 m vor den Platz, wo eine für Autos gesperrte Straße eine Weiterfahrt unmöglich macht. Nach einer 360 Grad Umrundung kommen wir endlich rein. Der Platz liegt im Stadtpark, der wiederum ist ein großer, schöner Park mit großen Bäumen. Leider sind die Stellmöglichkeiten für Bullies und größere Autos rar, denn der Wiesengrund ist zu weich, um ihn mit Autos befahren zu können. In den hohen Baumen nisten Fischreiher, man kann sehen und hören (!!) wenn gefüttert wird.

Per Rad fahren wir ins Groninger Museum. Hier ist das Gebäude selbst schon ein Kunstwerk. Vom Alessi Designer entworfen, soll es einem Kaffeeservice nachempfunden sein. In der aktuellen Ausstellung „De Ploeg“ geht es um eine Groninger Künstlervereinigung, die stark durch Van Gogh und die Deutschen Expressionisten beeinflusst wurde. Die Ausstellung gefällt uns sehr gut, nicht nur die Bilder (z.B. von Jan Wiegers) sondern auch die Räume, die erläuternden Texte etc.

Zu Fuß wandern wir durch die Stadt. Sie ist zwar autofrei, dafür sind es rasende Radfahrer, die einem den Bummeln etwas verleiden. Wir essen in der alten Waage, ich überfresse mich an einem Uitsmijter

15.05.18
Ein Nachtrag: Olympische  Stilblüten

Beim Verfolgen der Olympischen Winterspiele…. ja, ja, es ist etwas her…. hatte ich einige Stilblüten der stets eifrigen TV-Kommentatoren gesammelt. Diese Sammlung hatte ich aus den Augen verloren und nun wieder gefunden. Da diese Perlen nur wenig mit Winter zu tun haben, kann ich sie auch im Mai präsentieren:

„Volatil, wie eine Risiko-Aktie“ Skispringen, ZDF 10.2. 14:20

„Jetzt haben sie ihm einen Bettvorleger oder sowas umgehängt“ , Skispringen, ZDF 10.2., 14:30.

„Shawn White hat inzwischen eine Frisur wie ein BWLer“, Snowboard ARD 13.2., 9:10.

„Wenn ich nicht hingucken müsste, würde ich weggucken“, Rodeln Frauen ARD 13.2., 13:50.

„Da läuft einem die Gänsehaut den Rücken runter…“, Biathlon Frauen, ARD, 15.2., 10:20

„Ganz flüssig der Auslauf…“ Eiskunstlauf, ARD 9.2. 9:45

Mein Favorit ist die laufende Gänsehaut!

10.05.18
Mal schnell nach Föhr…

Das anhaltend gute Wetter animiert uns, einen lange geplante Ausflug zu unternehmen: der Besuch des Museums ‚Kunst der Westküste‘ in Alkersum auf Föhr.

Wir brechen am Montag morgen auf, und fahren nach Husum, genauer: nach Schobüll auf den Campingplatz Seeblick. Der Platz liegt toll und bietet ohne sichtversperrenden Deich einen schönen Blick über das Wattenmeer zur Insel Nordstand. Nachdem wir uns mit den Gegebenheiten vertraut gemacht haben, fahren wir mit den Rädern am Meer entlang nach Husum. Viele Schafe bevölkern mit ihren Lämmern den Deich. Der Himmel ist wolkenlos und blau. Die Temperaturen liegen bei 24 Grad.

Vorbei an der Ruine des Strandhotels Husum geht es zum Binnenhafen, wo wir die Räder abstellen. Husum ist eine prima Einkaufsstadt mit vielen und auch kleinen künstlerisch angehauchten Läden. Der alles dominierende Herrscher der Husumer Geschäftswelt scheint C.J.Schmidt zu sein. Diesen Schriftzug sieht man an zahllosen Geschäften.

Nach erfolgreichem Shopping, kehren wir in der Neustadt (Achtung Straßenname) im ‚Husumer Künstlercafé‘ ein. Es gibt bombastischen Torten mit leckerem Kaffee  zu gehobenen Preisen. Zurück in Schobüll inspizieren wir zunächst das Restaurantangebot (alles geschlossen oder ungeeignet) und nehmen uns vor, später zum Abendessen erneut nach Husum zurückzufahren. Im Fischlokal ‚La Mer’ direkt an der Kaikante genehmigen wir uns leckere Krabbengerichte.

Abends gibt es Sonnenuntergang in der zweiten Reihe. Wenn nur der blöde Wohnwagen nicht wäre.

Wohnwagen vor Sonnenuntergang

Dienstag, 8. Mai

Am nächsten Morgen packen unsere Sachen und fahren nach Dagebüll. Die Straßen sind so schlecht, daß man sich in einem anderen Teil Europas wähnt. Die Enegiergewinnung hingegen ist topmodern: Windräder, so weit das Auge reicht. Wir parken auf dem Inselparkplatz und schippern bei erneut prächtigem Wetter nach Föhr.

Das Wasser steht relativ hoch, trotzdem sind einige Sandbänke schon trocken und mit dem Fernglas und dem Teleobjektiv lassen sich einige Seehunde ausfindig machen. In Wyk angekommen, machen wir uns direkt auf den Weg nach Alkersum.

Das Museum ‚Kunst der Westküste‘ besteht aus einem modernen Neubau, der mit dem ehemaligen Dorfkrug und dem Garten zur einem schönen Arrangement zusammengefügt wurde. Das Museum zeigt – ähnlich wie das Noldemuseum in Seebüll – keine ständige Ausstellung, sondern wählt immer zu einem bestimmten Thema einen Teil aus seiner umfangreichen Sammlung aus. Das aktuelle Thema ist ‚Norwegen‘. Neben der Hauptaustellung ‚Faszination Norwegen – Landschaftmalerei von der Romantik zur Moderne‘, gibt es Bilder des norwegischen Fotografen Kare Kivijärvi sowie zeitgenössische Kunst unter dem Titel ‚Norway Contemporay‘ zu sehen.

Neben den dramatischen Bildern norwegischer Berglandschaften gefallen uns besonders die Fotos des Zeitgenossen Rune Guneriussen. Der Künstler sucht sich spezielle Orte in der Natur, in die er dann Alltagsgegenstände wie Lampen, Stühle oder Telefone arrangiert. Von dem Ergebnis fertig er großformatige Fotos an. Anschließend versetzt er den Ort wieder in den ursprünglichen Zustand. Einige Beispiele kann man auf der Webseite von Rune Guneriussen sehen.

Nach der Kunst soll es Kuchen geben: der Apfelgarten in Oldsum wird oft empfohlen. Vom kräftigen Südost-Wind geschoben, bewältigen wir die 5 Kilometer im Fluge, leise ahnend, was dies für die Rückfahrt bedeutet. Leider ist der Apfelgarten überfüllt und auch das nächste Café scheint vom Besucheransturm überfordert zu sein. Also radeln wir über Nieblum zurück nach Wyk, wobei nicht nur der kräftige Wind, sondern auch der Zustand der Radwege, sowie das Verhalten anderer Radfahrer das Vergnügen trüben.

Als wir endlich in Wyk sind, reicht uns Kuchen nicht mehr, es soll herzhafter sein. Nachmittags ist das hier gerade nicht so einfach. In einer Nebenstraße werden wir fündig und bekommen lecker Back- und Panfisch. Auf der Promenade herrscht bei strahlender Sonne und kräftigem auflandigem Wind eine herrlich maritime, sommerliches Atmosphäre.

01.05.18
Frühjahrsfahrt nach Holland

Die erste Reise 2018 führt uns nach Holland. Wir haben einige Museen auf dem Zettel, darunter endlich auch das Van Gogh Museum in Amsterdam und natürlich soll es auch nach Den Haag zur Tochter gehen.

Montag, 23.4.

Über Nordhessen geht es zum Nationalpark Hoge Veluwe. Obwohl die Fahrt mitten durchs Ruhrgebiet führt, geht es gut voran, kaum Verkehr, keine Staus, ganz im Gegensatz zum Norden.

Der Nationalpark Hoge Veluwe  ist ein großes Areal mit Wäldern, Heidelandschaften und Sandflächen. Mittendrin das Kröller-Müller Museum mit der größten Privatsammlung von Van Gogh Gemälden und einem großen Skulpturengarten. Ebenfalls im Park gelegen: der Naturcamping  Hoge Veluwe bei Hoenderloo. ‚Naturcamping‘ klingt zuerst abschreckend, ist es aber nicht: kein Donnerbalken, dafür tadellose Sanitäranlagen und superschneller WLAN.

Im nahegelegenen Ort finden wir einen Supermarkt und nehmen einen Kaffee beim Bäcker. Dann erkunden wir den Park. Dafür nutzen wir die ‚Witte Fietsen‘: kostenlose nutzbare Fahrräder, die an allen Punkten des Parks stehen. Kein Licht, keine Schaltung, Rücktrittbremse, Kindersitz. Man kann die Räder einfach nehmen, nutzen und danach überall stehen lassen.#

Erfreulicherweise eigenen sich ‚Witte Fietsen‘ auch gut für frisch operierte Karpaltunnelsyndromhände. Die dem holländischen Omafiets nachempfundene Rahmengeometrie sorgt für einen aufrechten, leicht nach hinten gelehnten Sitz mit minimaler Last auf den Händen.

So steht dem Genußradeln auf den asphaltierten Wegen durch Wald und Heide nichts im Wege. Durch frisches Buchengrün geht es zunächst zum Jagdschloß Hubertus, welches sich die Eheleute Kröller-Müller vom Großmeister Hendrik Petrus Berlage errichten liessen. Wie alle Berlagebauten wirkt es etwas streng, fast wie eine Festung. Der unproportional hohe Turm wurde gegen den Willen des Architekten auf Wunsch der Bauherren realisiert. Die Aussicht sei toll, kann man lesen. Ausprobieren können wir es  nicht: montags geschlossen.

Weiter geht es durch eine steppenartiges Gebiet. Sogar der hier mit einem Denkmal geehrte Südafrikageneral de Wet fühlt sich bei einem Besuch an Afrika erinnert. Dann werfen wir einen ersten Blick aufs Kröller-Müller Museum: auch dieser Bau sieht eher aus, wie eine Kaserne. Entworfen wurde er aber nicht von Berlage, sondern vom nicht weniger renommierten Belgier Henry van der Velde.

Im Auto gibt es Fertignudeln aus dem Supermarkt. Die Nacht ist kalt , es regnet.

Dienstag, 24.4.

Am zweiten Tag in Hoge Veluwe widmen wir uns der Kunst. Das Wetter ist kalt, aber trocken. Mit dem ‚Witte Fiets‘ radeln wir zum Museum. Das Kröller-Müller Museum ist eine bedeutende private Kunstsammlung und die zweitgrößte van Gogh-Sammlung der Welt. Angegliedert ist ein großer Skulpturengarten – einer der größten Europas. Mit derartigen Superlativen muss man in den Niederlanden allerdings vorsichtig sein: die Niederlande sind die vermutlich größte Superlativsammlung der Welt.

Der Kunstgenuss wird etwas getrübt durch die zahlreichen Schulklassen, die mit mehr oder weniger Interesse und umso größerer Lautstärke durch die Säle schwirren. Nachdem wir die schöne Sammlung gesehen haben, wollen wir eine Mittagspause machen, doch das Restaurant ist überfüllt. Scharen asiatischer Besucher stehen in der Schlange an der Essensausgabe. Nun bewährt sich schon wieder unsere Museumkaart, die und freien und beliebig häufigen Eintritt ermöglicht: wir verlassen das Museum und kehren im Restaurant des nahegelegenen Besucherzentrums von Hoge Veluwe ein.

Gestärkt gehen wir den zweiten Teil an und wandern durch den Skulpturengarten. Der Garten ist wirklich groß, manche Exponate muß man regelrecht suchen. ‚Kiek Uit Attention‘ hingegen ist kaum zu übersehen: es ist eine Treppe, die schnurgerade auf einen kleinen Berg hinaufführt und eine schöne Aussicht verspricht. Leider ist der Zugang aus Sicherheitsgründen gesperrt: der Künstler hat keine Geländer vorgesehen.

Auf dem Weg zum Campingplatz kommen wir an einem Wildbeobachtungspunkt vorbei, wo wir tatsächlich eine grössere Rotte Wildschweine zu Gesicht bekommen. Am Abend nach der Dämmerung kehren wir noch einmal zurück und fangen uns sofort den Anschiss eines Rangers ein: nach acht Uhr sei der Park geschlossen. Das bedeutet für uns, die wir ja im Park übernachten, daß wir den Campingplatz nicht verlassen dürfen.

Nach Anschissen wegen Rucksacktragens und Kunstanfassens ist dies der dritte Verweis, den wir uns an diesem Tag einfangen.

Mittwoch, 25.4.

Heute geht es an die Nordsee: wir wollen Tulpenfelder sehen. Es ist jetzt genau die richtige Zeit dafür. Wir parken in Nordwijkerhout direkt hinter den Dünen und nehmen unsere Fahrräder. Es dauert nicht lange bis wir die ersten Felder sehen. Auf Radwegen geht es in Richtung Lisse, überall Tulpenfelder: rote, gelbe, rosafarbige, rot-gelbe. Wir können uns nicht sattsehen. Im Golfclub gibt es Kaffee und Apfelkuchen. In Lisse schauen wir uns den Trubel am Eingang zum Keukenhof an und machen uns auf den Rückweg.

Mit dem Auto geht es weiter nach Haarlem, nicht ohne weitere Stopps, um Tulpenfelder zu fotografieren. Wir landen auf dem Campingplatz de Liede am Stadtrand. Das stellt sich als gute Wahl heraus, denn in der Nähe gibt es einen Bahnhof, von dem aus man mit dem Zug nach Amsterdam fahren kann.

Es ist kalt und windig.

Donnerstag, 26.4.

Von unserem Übernachtungsplatz in Haarlem gehen wir zum Bahnhof und fahren mit der Bahn nach Amsterdam. Die Fahrt dauert 15 Minuten, der Zug ist proppenvoll und wir sind froh, einen Stehplatz zu bekommen.

Beim Aussteigen herrscht schon auf dem Bahnsteig ein tierisches Gedränge, welches sich auf dem Bahnhofsvorplatz und in der Innenstadt fortsetzt. Touristen, Geschäftsleute, Schulklassen, Radfahrer: ein riesiges Gewühl. Zu Fuß gehen wir zum Museumsplein. Wir hatten gehofft, durch diesen Gang etwas von der Stadt zu sehen, aber durch die Fülle und den heftige Gegenwind bleibt das Vergnügen aus. Als wir am Museumsplein ankommen, ist schon ein erheblicher Teil unsere Energie verbraucht. Der Platz präsentiert sich dann aber als Oase der Ruhe. Die riesige Rasenfläche und die drei großen Museen bilden ein großartiges Arrangement.

Wir haben uns ausschließlich das Van Gogh Museum vorgenommen, auch hier ist es sehr voll. Viele Reisegruppen, allesamt mit Audioguides ausgestattet, bevölkern die Säle. Man muss sich regelrecht anstellen, um die Bilder zu betrachten, aber es ist ok. Wenigstens herrscht hier nicht so ein Geschnatter, wie bei unserem Besuch im Kr öller-Müller Museum. Einige der prominenten Gemälde suchen wir zunächst vergeblich. Später finden wir sie dann in der Ausstellung ‚Van Gogh und Japan‘, in der dem Einfluß japanischer Kunst auf van Gogh nachgegangen wird.

Ursprünglich wollten wir zumindest auch einen Blick in die Bibliothek und die Ehrengalerie des Rijksmuseums werfen, aber nun fehlt uns die Energie und wir belassen es bei einem kurzen Blick ins Foyer. Der Rückweg zum Bahnhof gestaltet sich ähnlich, wie der Hinweg, lediglich der störende Gegenwind fehlt. Aber die Straßen sind immer noch proppenvoll. Immerhin ergattern wie für die Rückfahrt einen Sitzplatz im Zug.

Nachdem wir uns auf dem Campingplatz etwas von den Strapazen der Großstadt erholt haben, fahren wir mit den Rädern in die Innenstadt von Haarlem. Vom vermutlich hübschen Marktplatz ist wenig zu sehen, weil Jahrmarktsbuden und ein Riesenrad den Blick versperren. Ganz Holland rüstet sich für den morgigen Koningsdag (Königsgeburtstag) und den in der kommenden Woche folgenden Freiheitstag.

Nach etwas Shopping finden wir in einer Pizzabar einen Platz an der Theke und lassen den Tag ausklingen.

Freitag, 27.4.

Von Haarlem geht es nach Den Haag. In Hillegom sorgen erneut Tulpenfelder für einen Stop, wir können einfach nicht genug bekommen.

In Den Haag wollen wir auf dem Weg zum  Campingplatz de Roompot in Kijkduin unsere Ortkenntnis nutzen und das Stadtzentrum meiden, doch eine kleine Baustelle und die deswegen eingerichtet, gigantische Umleitung führt uns in großem Bogen mitten durch die Innenstadt.

Es ist kalt und sonnig. Nachdem wir unseren Platz eingerichtet haben, gehen wir an den Strand. Wir besuchen ‚Hemels Gewelf‘, ein Landschaftskunstwerk von James Terrell und gehen dann in eine Strandbar. Danach radeln wir in die Stadt und probieren den Italiener La Famiglia aus.

Samstag, 28.4.

Mit dem Auto fahren wir von Kijkduin zu unserer Tochter. Dort laden wir diverse Überlebensgüter aus – u.A. 25 kg Malz?. Dann geht es zu Fuß zum Gemeentemuseum, wo wir die Max Lieberman Ausstellung „Een Zomers Impressionist“ besuchen. Der Deutsche Maler hat viel Zeit an der holländischen Nordseeküste verbracht.

Nach dem Ausstellungsbesuch gehen wir nach Scheveningen in den Fischhafen und kaufen unser Abendbrot ein. Danach geht es mit der Tram nach Hause. Wir haben kaltes Schauerwetter.

Sonntag, 29.4.

Wir fahren direkt vom Campingplatz aus zur Autobahn. In der Provinz Flevoland nördlich von Amsterdam reichen riesige Tulpenfelder bis an die Straße. Die Fahrt verläuft problemlos. Rechtzeitig zum Campionsleague-Viertelfinale zwischen dem THW Kiel und V. adar Skopje sind wir zu Hause.

14.04.18
Klaus Fussmann

Gerade diese späten Bilder gefielen uns in der Ausstellung besonders gut: Sehr viel Farbe, auch von der Menge her, denn der Meister trägt besonders dick auf.

Man kann Fussmann auch gut zuhören und sich am bisweilen trockenen Humor des 80-jährigen freuen. So zum Beispiel in der schönen NDR Filmdokumentation „Es ist Zeit“. Mein Lielingszitat: „Der Nicht-Maler denkt über ein Bild nach und malt es dann nicht“. Mehr und auch tiefgründigeres hört man in diesem Interview bei NDR Info

In der Ausstellung war das fotografieren erlaubt. Ich hoffe mal, dass ich die selbst gemachten Fotos hier auch zeigen darf:

11.04.18
Klee in Stickenhörn

Von Holtenau aus machten wir einen Spaziergang auf dem ehemaligen Gelände des Marinefligergeschwaders 5. Es wird wohl noch lange dauern, bis über die zukünftige Nutzung entschieden ist und entsprechende Baumaßnahmen abgeschlossen sind. Hier die Ideen…

Möglicherweise ist der derzeitige Zustand der beste für die nächsten Jahre: immerhin kann das Gelände von der Öffentlichkeit genutzt werden, man kann am Wasser entlang spazieren und die Aussicht auf die Förde genießen. Die Jugend hat eine überdachte Skateboardanlage und das Kieler Schauspielhaus plant für den Sommer eine Freiluftaufführung. Ein asphaltierter Radweg verbindet die Stadtteile Holtenau und Friedrichsort. Weitere Möglichkeiten für eine Zwischennutzung fallen einem sofort ein…

Schon oft fragten wir uns, ob die lange Mole auf der gegenüberliegenden Seite des Beckens am nördlichen Ende des Geländes öffentlich zugänglich ist. Dieses Mal entdeckten wir den Zugang und ja, die Mole ist zugänglich.

Für viele ist es natürlich kein Geheimnis, denn die Mole gehört zum Sportboothafen Stickenhörn. Aber wir waren in der Tat noch nie dort. Das Ende der Mole bildet eine kleine Grünanlage mit Spielplatz, von hier aus beobachteten wir das Treiben auf dem Wasser. Wunderschön, wenn’s jetzt noch einem Imbiss gäbe……

Das Gerüst des Spielplatzes erinnert mich etwas an die Linien in einigen Bildern von Paul Klee. Ich nahm die App ‚ConstructKlee‘ und machte aus einem Foto das Bild ‚Klee in Stickenhörn‘.

05.03.18
Spielereien mit Paul Klee

01.03.18
Winterwetter

Im Januar tobte mal wieder ein kräftiger Sturm für Kleinholz. Dieses Mal allerdings bleib der Norden verschont. Schlimmer war es im Westen und wie hier am Westberg bei Hofgeismar.

27.01.18
Besslerrad

Der deutsche Erfinder Johann Ernst Elias Bessler (1680-1745) machte unter dem Pseudonym Orffyreus Karriere und stellte im Jahr 1715 der Öffentlichkeit ein anscheinend gut funktionierendes Perpetuum Mobile vor.

Landgraf Karl von Hessen-Kassel bot Bessler an, ihn in seinem Schloss aufzunehmen und für sämtliche Lebenshaltungskosten aufzukommen. Im Gegenzug sollte der Erfinder den technikinteressierten Landgrafen in die Geheimnisses seines „Besslerrades“ einweihen.

In einem Zimmer des Jagdschlosses Weißenstein (jetzt Schloß Wilhelmshöhe) wurde ein mit Leinenstoff bespanntes Rad aufgebaut und in Gang gesetzt. Das Zimmer wurde versiegelt und nach 40 Tagen wieder geöffnet: das Rad drehte sich unvermindert mit 25 Umdrehungen pro Minute.

Das erregte Aufsehen: Zar Peter der Große und auch die Londoner Royal Academy wollten das Besslerrad zu kaufen. Warum der Verkauf scheiterte,  wie der Schwindel aufflog und weitere Details findet man in den Quellen:

RegioWiki 

Wikipedia

Funfact: Der holländische Mathematiker, Physiker und Astronom Willem Jacob ’s Gravesande, der das Besslerrad wissenschaftlich begutachte, war Zeit seines Lebens Professor in Leiden.

20.12.17
Adventsbesuch in Den Haag

Donnerstag, 30.11.2017

Seit Sommer habe wir die ‚museumkaart‘. Damit kommt man ein Jahr lang ohne weitere Kosten in die meisten holländischen (friesischen, limburgischen, gelderländischen….) Museen, so oft man will.  Bei der Zahl und Qualität an Museen, die es dort unter dem Meeresspiegel gibt, lohnt sich die Karte – selbst, wenn man in Kiel wohnt.

Nachdem wir nun schon ein paar Mal in Den Haag waren, wollen wir nun endlich mal ins Mauritshaus. Linda besorgte uns eine AirBnB-Wohnung in ihrer Nähe und wir juckelten für ein langes Wochenende nach Den Haag.

Nach wie immer zu langer Anreise, kommen wir in Den Haag an. Unsere Vermieter sind in der Karibik, die Schlüssel können wir in einer Sushi-Bar abholen. Wir finden eine ganz tolle, kleine Wohnung vor. Schön eingerichtet, Fernsehen, WLAN, Parkplatz vor der Tür, alles pikobello. Ein Merkzettel begrüßt uns und weist auf eine regionale Spezialität hin, die als Begrüßungsgeschenk im Kühlschrank sei. Der Kühlschrank ist nicht etwa leer, sondern gut gefüllt: Milch, Obst, Säfte,… eine lange Reise haben unsere Gastgeber wohl nicht geplant. Und die regionale Spezialität? Wir entscheiden, dass die einsame Flasche Bier der Den Haager Compaan Brauerei gemeint ist.

Leider klappt es wieder mal nicht mit dem Entrichten der Parkgebühr: es geht nur per Kreditkarte, aber  die Kreditkarte funktioniert nicht. Die zweite auch nicht, keine Chance. Gut wenn man eine Tochter hat, die Anwohnerin ist: Anwohner können über das Internet die Autonummer eingegeben und damit ist alles erledigt. Schlecht, wenn man keinen Anwohner kennt.

Freitag, 1.12.2017

Die Fahrräder haben wir in Kiel gelassen, bei den kurzen Wegen hier kann man auch mal aufs Rad verzichten: Lindas Wohnung, diverse Kneipen und auch die Innenstadt sind gut zu Fuß zu erreichen.

Gemäß unserer Absicht gehen wir schnurstracks zum Mauritshaus. Das Museum ist in einem prächtigen Stadtpalais untergebracht und wurde erst 2014 nach einer Renovierung neu eröffnet. Für besonderen Zulauf sorgt der Hype um ‚Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge‘ von Jan Vermeer. Viele kommen wohl nur, um vor diesem Bild ein Selfie zu machen.

Wie schon beim Museum ‚Escher in het Paleis‚ ist allein das Gebäude einen Besuch wert. Das Mauritshuis liegt am Hofvijver, dem Wasserbecken an den auch der Binnenhof angrenzt. Direkt neben dem Museum befindet sich – gut einsehbar – ‚Het Torentje‚ (Das Türmchen), das sechseckige Büro des niederländischen Premierministers.

Wir sind nicht die großen Kunstkenner, aber lernwillig. Dabei ist die Audioführung, die man im Mauritshuis per WLAN aufs Handy bekommt, eine gute Hilfe. Fast jedes Bild hat eine Geschichte und eine Besonderheit. Beeindruckend ist zum Beispiel die Detailtreue, mit winzige Insekten in gigantische Blumensträuße gemalt wurden.

Gar nicht winzig ist einer unserer Favoriten: Der Stier von Paulus Potter. Das Bild ist sagenhafte 3,40 Meter breit und 2,20 Meter hoch und zeigt eine Weide. Im Vordergrund steht ein junger Stier – lebensgroß! Wenn man dicht an das Bild tritt, sieht man jedes einzelne Haar und jede Fliege die auf dem Fell sitzt. Hier sind unsere Favoriten:

Auf einem Bild entdecke ich den Physiker Christiaan Huygens – jedenfalls glaube ich das. Irgendwo hatte ich das Gesicht schon einmal gesehen. Doch wie sich herausstellt, ist es nicht Christiaan Huygens, sondern sein Vater Constantijn. Um ihn herum sind Porträts seiner fünf Kinder angeordnet, darunter auch besagter Christiaan. Ich informiere mich weiter und finde eine Menge interessanter Details über die Familie Huygens, die ich zu folgender Bildergeschichte zusammengefügt habe. 

Ein Klick öffnet ein neues Tab mit der Bildergeschichte bei Adobe Spark.

Das Mauritshuis ist kein großes Museum, dennoch haben wir es unterschätzt. Unsere Energie reicht nicht für alle Exponate. Gut, dass wir die Museumkaart haben 😉

Wir bummeln noch ein wenig durchs weihnachtliche Den Haag, aber so weihnachtlich ist es gar nicht. Grundsätzlich gibt es in den Niederlanden wohl weniger Weihnachtsrummel als bei uns. Es ist sehr unterschiedlich: die einen zelebrieren es wie bei uns, andere wiederum ignorieren das Thema komplett. Und richtig los geht es auch erst, wenn Sinterklaas wieder nach Spanien abgereist ist, also am 6.Dezember.

Auf dem Weg nach Hause, kommen wir am Mesdag Panorama vorbei. Museumkaart? Ja! Das Mesdag Panorama ist ein riesiges Panoramagemälde, es zeigt den Strand von Scheveningen. Auf effektvolle Weise wird man in das Bild geführt: zunächst durch einen dunklen Gang, dann eine Wendeltreppe nach oben und plötzlich steht man mitten im Zentrum des Rundgemäldes. Der Vordergrund besteht aus echtem Sand und der Übergang in das Gemälde ist zur schwer zu erkennen. Eine perfeke Illusion.

Panorama Mesdag

Samstag, 2.12.2017

Als wir nach dem Frühstück Lindas Wohnung verlassen, laufen wir sofort Sinterklaas und seinem Zwarte Piet in die Hände. Ich hatte die beiden beim Schlachter gegenüber entdeckt und versucht Fotos zu machen. Das hatte Sinterklaas entdeckt. Er kam über die Straße zu uns herüber. Auha, kommt jetzt die Rute? Zum Glück nicht. Ganz Profi stellte sich der gute Mann hin und posierte für ein Bild.

Zwarte Pieten auch im Fred, der Frederik Hendriklaan. Die schöne Einkaufsstraße ist wie an jedem Wochenende gut besucht. Etwas Weihnachtsschmuck, die ersten Tannenbaumverkäufer, Olijebollen.

Eine Kombo geschwärzter Blasmusiker zieht durch die Straße. Zwarte Pieten verteilten Pepernoten und machten Quatsch. Einer versuchte einer älteren Dame DAB-Dance beizubringen. Viele Passanten singen die Lieder mit. Alle textsicher.

Seit einiger Zeit sehen sich die Zwarten Pieten Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Es kam sogar zu gewalttätige Übergriffen auf Sinterklaas-Umzüge. Die in Deutschland lebende Holländerin Alexandra Kleijn hat auf ihrem buurtalblog einen guten Text dazu geschrieben.

Wir gehen weiter zum Hafen und kehren im Rootz ein, eine Kneipe mit einer beeindruckenden Bierkarte. Leider funktioniert der Service nicht optimal. So müssen wir lange auf unsere Borrelhapjes  warten, speziell ich auf meinen ersten Bitterballen. War ok.

Simonis hat den Fischhandel in Den Haag fest im Griff, überall gibt es Simonis Fischbuden. Simonis im Hafen von Scheveningen ist sogar das Ziel von Touristenbussen. Und er ist auch wirklich sehenswert. Wir kaufen Fisch für das Abendessen. Als zusätzliche Leckerei gibt es hauchdünne Tunfischscheiben.

Sonntag, 3.12.2017

Der holländische Dichter und Politiker Jacob Cats begann um 1640 herum, einen Bauernhof zu seinem Wohnhaus umzubauen und die umgebende Dünenlandschaft in einen englischen Park zu verwandeln. Haus und Park gibt es heute noch: der Park ‚Sorghvliet‘ ist von einer hohen Mauer umgeben und das ‚Catshuis‘ ist eine Residenz des niederländischen Ministerpräsidenten. Auch für Empfänge und Konferenzen wird das Catshuis genutzt. Mächtige Staatsoberhäupter wie Obama, Merkel, Hollande, Cameron und Mandela waren hier zu Gast. Besonders unangenehme Gäste gab es während des Zweiten Weltkriegs: deutsche Besatzer nutzten das Gelände für den Abschuss von V2-Raketen mit dem Ziel London.

Unser sonntäglicher Spaziergang führt uns in den Park. Es ist ein ruhiges Stück Natur mitten in der Stadt, welches sicher im Frühjahr noch schöner wirkt, aber auch an einem trüben Wintersonntag seinen Reiz hat.

Nach einer ausgiebigen Runde durch den Park gehen wir weiter zum Gemeentemuseum. Zunächst stärken wir uns im museumseigenen Café Gember, dann besuchen wir die aktuelle Austellung über die Stilrichtung ‚Art Deco‘. Es geht hauptsächlich um den französischen Modedesigner Paul Poiret der auf diesen Designstil starken Einfluß gehabt hat.


Odde, eine hauptsächlich in unserer Familie geläufige Form des Ausdruckstanzes.

Eine Parallelausstellung handelt von Picasso und seinem Freund Julió Gonzales. Dieser half Picasso, einige seiner zweidimensionalen Werke in Metallskulpturen zu übertragen. Wir entdecken sogar eine ‚Odde‘, eine Skulptur mit der diese bisher nur in unserer Familie praktizierten Form des Ausdruckstanzes dargestellt wird.

Im Anschluß schauen wir uns noch ein paar Bilder von Piet Mondrian an, die bei unserem letzten Besuch zu kurz gekommen waren. Das Mondrianjahr neigt sich dem Ende zu, aber die meisten Bilder gehören ohnehin zum Bestand des Museums.

Unabhängig von dem was dargeboten wird, ist immer wieder auch das Gebäude selbst eine Attraktion. Das Museum wurde von H.P. Berlage ebenfalls im Art Deco Stil entworfen und zählt zu den schönsten Museumsbauten Europas.

Montag, 4.12.2017

Unseren Plan nach Amsterdam zu fahren um in der touristenarmen Zeit das Rijksmuseum und das Von Gogh Musum zu besuchen haben wir schon am Vorabend fallen gelassen. Uns reichen die zwei Museumstage erst einmal.

Mit der Straßenbahn fahren wir ans Meer, nach Scheveningen. Wo gibt es das schon? Mit der Straßenbahn zum Strand! Über die häßliche Bebauung der Promenade habe wir uns schon mehrfach echauffiert, gewöhnen werden wir uns nie daran. Am Besten man macht es wie die ‚Spookjesbelden‘ : Man dreht den Bauten den Rücken zu und blickt aufs Meer.

Spokjesbelden Scheveningen

Winter in Scheveningen

Das ist an diesem Tag aber auch besonders sehenswert. Ein käftiger Wind hat eine beachtliche Welle aufgebaut, wir machen bei herrlichem Sonnenwetter einen schönen Strandspaziergang.

Anschließend bummeln wir die Kaizerstraat hinunter. Einige Geschäfte sind weihnachtlich hergerichtet. Die Schaufenster eines sonst schmucklosen Heizungsgeschäfts wurden mit allem dekoriert, was ich aus Kindheitstagen kenne: Eisenbahn, Eisläufer, die mit Magneten über einen See aus Glas bewegt werden, Puppen und Figuren, alles in Bewegung.

Weil wir noch eine Postkarte vom ‚Puttertje‘ (‚Der Distelfink‘ von Carel Fabritius) kaufen möchten, fahren wir mit der Straßenbahn ins Stadtzentrum und gehen erneut ins Mauritshaus.

Pepernoten

Kruidnoten der Geschmacksrichtung Trüffel und Karamell.

Beim anschließenden Stadtbummel entdecken wir einen Laden der ausschließlich ‚Pepernoten‘ bzw. ‚Kruidnoten‘ verkauft. Mit Peffernüssen wie wir sie kennen haben diese kleinen Leckereien wenig gemeinsam. Sie sind etwas größer als ein Cent-Stück und bestehen aus einem knusprigen, leckeren Teig mit typisch weihnachtlichem Geschmack. Neben den einfachen Pepernoten gibt es noch Kruidnoten, das sind Pepernoten mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen: Trüffel, Karamel/Meersalz, Weiße Schokolade…

Am Plein, dem großen Platz im Regierungsviertel besuchen wir ein Kaffe, wo es Koffie Verkeerd mit Appeltaart gibt. Auf dem Weg zurück zu unserer Wohnung läuft uns Staatschef Mark Rutte über den Weg: zu Fuß, keine Bodyguards, Handy am Ohr. Wir können es kaum glauben, aber wenn er es nicht war, war es ein 100% Doppelgänger.

Der Plein mit den wenigen aber auffälligen Wolkenkratzern Den Haags

Dienstag, 5.12.207

Heute ist Reisetag und ‚pakjesavond (=Päckchenabend)! In Holland spielt dieser Tag vor Nikolaus ungefährt die Rolle, wie bei uns Heilig Abend – zumindest bezüglich der Geschenke, zumindest für die Kinder. Ein Feiertag ist es nicht: die Geschäfte haben geöffnet, die Kinder gehen zur Schule.

Früh geht es zum nahe gelegene Supermarkt, um Brötchen fürs Frühstück zu besorgen. Gestern gab es für den Laden eine Lieferung Tannenbäume, heute sind sie ausverkauft. Auch die Berge von Pepernoten, die ich gestern noch bestaunte sind deutlich geschrumpft.

An einem Platz stehen vier große Reisebusse, dazu lautes Kindergeschnatter. Der Platz ist voll mit Kindern. Ein Moderator animiert sie zu Weihnachtsliedern. „Sinterklaas, Sinterklaaas, Sinterklaas“ tönt es wie im Fußballstadion. Und dann kommt ER: Begeisterung!

Nach dem Frühstück ziehen wir weisungsgemäß die Tür unserer Wohnung zu, schließen ab und werfen den Schlüssel durch den Briefkastenschlitz. Leider zu früh, wie sich zeigt, denn mein Rucksack, steht noch in der Wohnung.  Im Rucksack sind Computer, Kamera, Ausweise, Kreditkarten, Geld,  etc.

Schnell wird uns klar, dass es keine Chance gibt, wieder in die Wohnung zu kommen: der Schlüssel liegt unerreichbar im Flur, die Besitzer sind in der Karibik. Wir verabreden mit Linda, dass sie den Rucksack abholt, wenn die Wohnungsbesitzer zurück sind und ihn beim Weihnachtsbesuch mitbringt.

Die Heimfahrt verläuft ohne Zwischenfälle.

19.10.17
Herbst am Gardasee

Montag 2.10.2017

Bei regnerischem Wetter fahren wir durch Deutschland und landen auf dem Miemiger Plateau. Wir finden ein Privatzimmer mit Frühstück bei einer älteren Dame. Alles ist so wie früher. Zugestelltes Zimmer, uralter Fernseher und eine sehr nette Wirtin. Ein Spaziergang überzeugt uns, dass das Mieminger Plateau durchaus für einen längeren Aufenthalt taugt. Wir essen in der Moosalm und erfahren, das „Der Stiegl“ in Untermieming der Gasthof ist, ‚wo alle hingehen‘. Nagut.

Bei Obermieming

Dienstag, 3.10.2017

Das Wetter bleibt trübe und diesig, wir überqueren den Brenner, verlassen die Autobahn bei Rovereto und sehen den Gardasee.  Nicht ahnend wie voll es hier ist, haben wir die Straße am Seeufer gewählt. Das erhoffte Vergnügen war arg getrübt, denn es ist sehr voll.

Langsam machen wir uns Gedanken ob es evtl. schwer werden könnte, einen Platz auf dem Camping du Parc in Lazise zu bekommen. Wir waren schon ein paarmal hier und hatten zu dieser Zeit nicht mit so vielen Urlaubern gerechnet.

In Lazise angekommen scheinen sich unsere Sorgen zu bewahrheiten: unzählige Wohnmobile und Wohnanhänger verstopfen den Parkplatz für Neuankömmlinge. Doch wir haben Glück: zwar war der Platz wirklich sehr voll, aber wir können ein schönes Plätzchen ergattern wo wir nicht von hässlichen, monströsen Wohnmobilen („Wurstbuden“) eingekeilt sind und sogar ein Stück vom See sehen.

Mittwoch, 4.20.2017

Uns gefällt es in Lazise. Zwar ist es wie alle anderen Orte am Gardasee ein reiner Touristenort, aber es ist ein hübsches Städtchen mit großen und kleinen Plätzen, vielen Geschäften und Restaurants. Und das gute am Camping du Parc ist, dass man direkt am See ist (keineswegs selbstverständlich) und wenige Minuten Fußweg uns in den Ort bringen.

Nach einigem Suchen finden wir auch den Bäcker wieder, der uns wegen seiner guten Brötchen in Erinnerung geblieben ist. Unser Favorit: Brötchen aus Hartweizengrieß (Grano Duro).

Auch wenn das Bild oben einen anderen Eindruck vermittelt: es ist sehr voll in Lazise, zu voll! Viele Urlauber verstopfen die Gassen, der wöchentliche Markt hat den Ort komplett in Beschlag genommen. Auf dem Promenadenweg, der am Seeufer nach Bardolino führt, fahren unzählige Fahrräder: das Elektrobike ist auch am Gardasee angekommen. Die Managerin auf dem Campingplatz erklärt uns, dass seit einigen Jahren der Andrang bis Ende Oktober anhält.

Aber irgendwie macht uns der Rummel nicht allzuviel aus und wir genießen das warme Wetter. Bei unserem Lieblingsbäcker (äh der einzige in Lazise) erstehen wir frische Gnocchi. Zusammen mit Asiago-Käse ergibt das unser Abendessen. Eine Reminiszenz an die Sommerreise nach Asiago früher im Jahr.

Donnerstag, 5.10.2017

Beim Durchblättern des Reiseführers entdecken wir einen Botanischen Garten der am gegenüberliegenden Seeufer im Ort Gardone liegen soll. André Heller hat diesen Garten erworben und einige Stücke aus seiner Skulpturensammlung dort platziert.

Das klingt nach einem spannenden Ausflugsziel, zumal man von Lazise aus mit dem Boot nach Gardone fahren kann. Die Fahrt geht zunächst nach Bardolino und auf diesem ersten Abschnitt ist das Boot sehr voll. Das bessert sich auf dem zweiten Abschnitt von Bardolino nach Gardone. Überhaupt scheint es – zumindest zu dieser Zeit – am Westufer des Sees wesentlich ruhiger zuzugehen als am Ostufer.

Gardone Riviera ist ein alter Badeort mit Vergangenheit. Er war Sitz der ‚Regierung‘ der von Hitler eingesetzten ‚Sozial Republik Italien‘. Man residierte im immer noch prachtvollen Grandhotel. Im günstigen Mikroklima  hat der tschechische  Naturwissenschaftler Arthur Hruska einen Botanische Garten mit über 2000 Pflanzen aus der ganzen Welt angelegt. André Heller hat diesen Garten gekauft und zu einem seiner Wohnsitze gemacht. Heller hat Skulpturen aus seiner Sammlung aufgestellt und den Garten zu „Einer Florasammlung von Weltgegenden“ gemacht. Auf verschlungenen Pfaden geht es den Hang hinauf, ständig gibt es neue Eindrücke. Teiche, Felsen, Skulpturen, spuckende Monster, Seerosenteiche à la Monet, Buddastatuen, Bambus….großartig! Ich habe dazu folgende Bildergeschichte gemacht.

Ein Klick auf unterstehendes Bild öffnet die Bildergeschichte bei Adobe Spark.

Wochenende und Rückreise

Der Besuch im Botanischen Garten von Gardone war zweifelsohne der Höhepunkt unserer Reise. Die nächsten Tage verbringen wir mit Nichtstun, Eisessen, kleinen Bummeln und Einkäufen. Im Platzrestaurant tobt zur Touristenbespaßung ein ‚Tiroler Abend‘: wer es nicht gesehen hat, glaubt es nicht.

Die Rückreise macht wenig Spaß. Viel Verkehr am Brenner, dann Stau mit Stillstand am Fernpass. Wir übernachten mal wieder auf dem Campingplatz Brunnen bei Füssen. Dort gibt es leckeren Himbeer- und Blaubeer-Cheesekake, später endlich wieder ein Essen im Gasthof am See in Waltenhofen ( https://www.hotel-schwangau.de/ ),  sensationeller Rostbraten! Am nächsten Tag

19.08.17
German Classics

Freunde und Eigner alter Segelyachten treffen sich jährlich in Laboe. ‚German Classics‘ heißt die Veranstaltung, ‚Deutsche Klassiker‘ wollte man das Treffen wohl nicht nennen, aus Sorge unkundige Landratten würden Schiller und Goethe erwarten, statt Mahagoni und Segeltuch.

Für den Freitag waren Kurzwettfahrten und kräftiger Nachmittagsregen angekündigt, also entschieden wir früh nach Laboe zu fahren, in der Hoffnung die Schönheiten nach der Kurzwettfahrt und vor dem Regen im Hafen bewundern zu können. Daraus wurde nichts, denn die Wettfahrten waren zwar kurz, aber es waren derer viele und die Yachten tummelten sich bis zum späten Nachmittag weit entfernt am der gegenüberliegenden Ufer in der Strander Bucht. Der Regen fiel auch aus. So blieb uns ein Essen in der Fischküche und ein schöner Strandspaziergang mit Fernblick auf das Regattageschehen.

Für den Samstag stand eine Langstreckenregatta zum Stollergrund auf dem Programm. Der Start sollte in der Strander Bucht erfolgen. Dieses Mal fällten wir die richtigen Entscheidungen: eine Stunde vor dem Start standen wir in Schilksee auf der Steilküste und beobachteten, wie die Boote aus Laboe herüberkamen. Bei kräftigem, ablandigen Wind aus Südwest verlief die Startkreuz direkt auf uns zu. In Ufernähe war das Wasser spiegelglatt, die Leetonne wurde in respektvollem Abstand zur Steilküste gelegt, um die Segler nicht in die Flaute zu zwingen. Dadurch kamen die Yachten uns zwar nicht so nah, wie wir es uns gewünscht hätten, aber dennoch konnten wir das Geschehen sehr gut beobachten.

01.08.17
Leiden, Scheveningen, Den Haag

Wir fahren nach Wassenaar. Obwohl es mitten durch das Ballungsgebiet geht, haben es eine angenehme Fahrt. Auf dem voll belegten Campingplatz Duinhorst bekommen wir mit Glück einen Platz. Zwar hatten wir reserviert, sind aber einen Tag zu früh. Hier merkt man doch, daß wir in der Hauptsaison unterwegs sind.

Es ist noch früh, wir nehmen uns eine Radtour vor. Zunächst geht es durch das Villenviertel von Wassenaar mit einem kurzen Abstecher zum Freizeitpark Duinrell, dann auf einem toller Radweg durch ein Gebiet mit Pferdezucht zum Valkenburger Meer und weiter in die Universitätsstadt Leiden (Knotenpunkte 34-46-47-48-49-79-53-02-86).

Wir bummeln durch Leiden. Es sind viele Urlauber unterwegs, die Straßenkaffees sind gut gefüllt. Bei VIP auf dem Schwimmdock gibt es Pizza, lecker und preiswert. Das Schwimmdock erweist sich als tückisch: einer Frau rutscht die Tüte mit Einkäufen ins Wasser, beim Rettungsversuch schmeisst der Kellner fast einen Stuhl hinterher: gute Unterhaltung in Leiden.

Die Weiterfahrt ans Meer ist durch Baustellen und Umleitungen kompliziert und nicht angenehm. Schließlich erreichen wir Katwijk an Zee. Von hier aus geht es durch die Dünen nach Süden. Der Dünencamping von Katwijk ist vom Radweg aus einsehbar: enorm voll, dicht belegt und keinerlei Sichtschutz. 

Auf dem schönen Dünenradweg geht es in Richtung Duindell. Es herrscht mächtig viel Betreib, vor allem Radsportler mit Rennrädern bevölkern die Strecke. Das letzte Stück von Duo kennen wir bereits. Als wir am Campingplatz ankommen haben wir 45 km auf dem Tacho.

Beelden aan Zee

Mit dem Rad fahren wir nach Scheveningen. Zur Hochsaison ist es im Bereich des Piers noch häßlicher als sonst. Alles ist zugestellt und voll. Von der Promenade aus ist das Meer nicht zu sehen.

Das Museum ‚Beelden aan Zee‘ (=Skulpturen am Meer) ist fast nicht zu sehen. Einzig die witzigen Figuren (‚Sprookjes‘) auf der Promenade weisen auf das Kunstmuseum hin, welches komplett in den Dünen versteckt ist. Wenn man im Museum ist, wundert man sich dann wie geräumig es ist. Wir kaufen Museumskaarts, die uns für ein Jahr kostenlosen Eintritt in viele niederländische Museen ermöglichen werden.

Neben der interessanten Architektur gefallen uns vor allem die Skulpturen der ständigen Ausstellung. Dazu  gibt es Ausstellungen eines chinesischen und eines italienischen Künstlers. Für die Picasso-Ausstellung, von der wir gehört hatten, kommen wir leider zu spät.

Wir fahren auf der Promenade weiter nach Süden bis in den Bereich des Hafens. Im Surfclub nehmen wir einem Imbiss und beobachten das Strandleben. Anschließend kaufen wir Fisch bei Simons, fahren nach Den Haag zu unserer Tochter und kochen zusammen ein leckeres Abendessen.

Geburtstag im Gemeentemuseum

Am nächsten Tag hat Linda Geburtstag. Wir treffen uns im Gemeentemuseum und huldigen Piet Mondrian, der in diesem Jahr das Thema in Den Haag ist. Vor 100 Jahren wurde die Kunstrichtung „De Stijl“ begründet, wobei Mondrian maßgeblichen Anteil hatte. Als spezielles Thema wurde das Thema ‚Mode‘ behandelt: das Museum zeigte den Einfluss Mondirans auf Modekollektionen.Neben den Exponaten ist das aber auch das Museum selbst ein Hingucker.

Zum Geburtstagsessen gingen wir ins Restaurant Nomad. Ein brasilianisch-österreichischen Paar bereitet ausgesprochen leckeres Fleisch aus Südbrasilien zu, zum Nachtisch gab es Kaiserschmarren. 

31.07.17
Kinderdijk und Rotterdam

Schon lange schon haben wir vor, einen der touristischen Höhepunkte Hollands aufzusuchen: die historischen Mühlen von Kinderdijk. Unsere Idee war, in die nette Stadt Dordrecht zu fahren, dort zu übernachten und von dort aus mit dem ‚Waterbus‘ nach Kinderdijk und auch nach Rotterdam zu fahren.

Leider war der kleine Campingplatz ‚Het Loze Vissertje‘ voll und so mussten wir umdisponieren. Wir fahren zum Campingplatz Landhoeve am Lek. Der Lek ist ein Mündungsarm des Rheins, mit Frachtverkehr und hohen Deichen. Das Land südlich des Lek ist Polderland: tischeben, nass und grün. Überall stehen Windmühlen. 

Der Campingplatz liegt direkt hinter dem Deich. Es ist ein einfacher Baurenhofcamping. Eine Wiese, hervorragende Sanitäranlagen und ein lustiger Vogel als Chef. Da alle Geschäfte in der Umgebung geschlossen haben (Sonntag) fahren wir zunächst zurück nach Dordrecht und füllen unseren Kühlschrank.

Zu den großen Vorzüge vom Campingplatz Landhoeve zählt seine Lage: Zu den Mühlen von Kinderdijk sind es nur sechs Kilometer, die man mit dem Fahrrad auf dem Deich zurücklegen kann. Wir nutzen das aus und machen uns in der Abenddämmerung auf den Weg.

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang tauchen die ersten Mühlen auf. Vom Deich reicht der Blick über das Polderland bis nach Dordrecht. Nur noch wenige Touristen sind zu dieser Zeit unterwegs. Es gibt getrennte Wege für Radler und Fußgänger. Man ahnt, was hier zur Spitzenzeiten los ist.
Einige Mühlen drehen sich, durch die untergehende Sonne und den Abendhimmel eine besonders schöne Szenerie. Etliche Fotografen sind mit Stativen unterwegs und lauern auf den Schuß des Lebens.

Das Gebiet von Kinderdijk ist kein umschlossene Gebiet, der Radweg gehören zum normalen Wegenetz und so beschließen wir, auf dem Mühlendamm weiterzuradeln und im weiten Bogen durch das Polderland zum Campingplatz zurückzukehren. Das Vergnügen wird getrübt, weil Millionen von Insekten in der Luft sind.Zum Glück stechen sie nicht aber das Radeln macht nicht wirklich Spaß. Eine weitere Herausforderung ist das Wassergeflügel, welches um diese Zeit besonders aktiv ist. Man muß im schwachen Licht höllisch aufpassen um keine Enten oder andere Vögel zu überfahren, die unvermittelt aus dem Gebüsch geschossen kommen. 

Im Wasserbus nach Rotterdam

Am nächsten Tag wollen wir Rotterdam erkunden. Zunächst radeln wir über Niew-Lekkerland nach nach Kinderdijk. Der Name Lekkerland hat nichts mit Süßigkeiten zu tun, sondern leitet sich vom Flußnamen ‚Lek‘ ab. Der Radweg führt hinter netten Grundstücken entlang und gewährt Einblick in hübsche Gärten.In Kinderdijk ist jetzt richtig was los. Am Lekufer liegt ein Hotelschiff aus der Schweiz, die überwiegend japanischen Gäste erobern die Mühlen. Unser Interesse gilt dem bereits erwähnten Wassebus. Ähnlich den Kieler Fördedampfern fahren die blau-weißen Boote planmäßig in Rotterdam und in angrenzenden Gebieten. Wie schliessen die Räder an und fahren nach Rotterdam.

Vom Wasser aus kann man sehr schön einige der spektakulären Bauten sehen. Rotterdam wurde von der deutschen Luftwaffe komplett zerstört, daher gibt es wenig alte Bausubstanz. Die typischen beim Wiederaufbau gemachten Bausünden versucht man zur Zeit wieder gut zu machen. Unsere Fahrt endet an der Erasmusbrücke. Etwas orientierungslos gehen wir durch Straßenschluchten. Mitten zwischen den Hochhäusern gibt es einen großen Museumshafen mit vielen zur Besichtigung freigegeben Schiffen und Geräten. Es sieht etwas chaotisch aus.

Auch die berühmte, erst kürzlich eröffnete Markthalle und das umgebende Gelände begeistert uns nicht. Natürlich ist die Markthalle ein spektakulärer sehenswerter Bau, aber im Inneren gibt es keinen Markt, sondern hauptsächlich Freßstände.Vieles, was wir sehen wirkt eigenartig kühl, breite Wege, wenig Grün, viele heruntergekommene Läden. Wir durchqueren das Museumsviertel, es wird dominiert von einer gigantischen Baustelle, die uns den Weg zur Kunsthalle versperrt. Danach steht uns das riesige Medisch Centrum im Weg. Zunächst wundern wir uns, dass ein Medienzentrum über so viele große Gebäuden verfügt. Dann erst erkennen wir, dass die Bedeutung von ‚Medischcentrum‘ nicht ‚Medienzentrum‘ ist ‚Medizinisches Zentrum‘.

Schöner wird es dann, als wir das Maasufer erreichen. Von der Promenade aus hat man einen tollen Blick auf die Wilhelminapier und das Hotel NewYork. Für eine Erkundung dieses Gebiets sind wir aber zu schlapp. Mit dem Wasserbus fahren wir zurück über Ritterkerk nach Kinderdijk.
Wir sollten Rotterdam eine zweite Chance geben und dann etwas besser vorbereitet sein. 

28.07.17
Auch leer in Franeker

Gegen Mittag kommen wir nach entspannter Fahrt durch Friesland in Franeker an. Es ist Ferienzeit – auch in Nordrhein Westfalen. Wir haben uns für den kleinen Ort abseits der Küste entschieden, weil wir befürchteten, direkt am Meer würde es überfüllt sein (ein Irrtum, wie sich zeigen sollte).

Der Vakantiepark Bloemketerp ist eine ruhige, kleine Anlage mit Hallenbad, Restaurant und Kinderspielparadies. Aber von diesen Attraktionen bekommt man nur wenig mit, wenn man auf einem der geräumigen Plätzen mit Golfrasen steht. Von Hochsaison keine Spur, nur wenige Plätze sind belegt. Das WLAN ist mäßig, die Versorgungslage super: zwei Supermärkte liegen direkt neben dem Platz.

Mit dem Rad fahren wir in den Ort, ein hübsches friesisches Städtchen mit einem imposanten Rathaus. Wikiwissen: Die Schokladenfabrik Van Routen fertigte 1893 für die Weltausstellung in Chicago eine Kopie dieses Hauses an, sie steht jetzt als ‚Dutch House‘ in Brookline/Massachussets.

Am Ende der Hauptstraße werden Tribünen um eine Grasfläche errichtet. Wir erfahren dass hier in wenigen Tagen der jährliche Abschluss der Kaats Saison stattfinden wird. Wir kernen, dass Katzen eine friesische Ballsportart mit großer Tradition ist: seit 1853 wird hier jährlich das beste Team ermittelt. Das ganze ist nicht etwa Folklore, sondern ein ernsthafter Sport. Das Spiel sieht für mich aus, wie mit bloßer Hand gespieltes Tennis. Die englische Bezeichnung „friesian handball“ ist irreführend. Mehr Auskunft gibt die Webseite der Veranstaltung und Wikipedia. Bewegte Bilder findet man auch bei Youtube.

Wir umrunden den Ort auf der vom Tourismusbüro vorgeschlagenen Route und landen im niedlichen Gartencafe des Planetariums, wo wir uns lekker Appeltaart, lekker Pankoken und lokales Planetenbier gönnen.

Eise Eisinga Planetarium

Am folgenden Tag wollen wir nun doch mal wissen, wo sich die Tourismusmassen verstecken und nehmen uns vor nach Harlingen ans Meer zu radeln. Vorher jedoch statten wir dem Planetarium einen Besuch ab, der Cafébesuch am Vortag hatte unsere Neugier geweckt.

Das Eise Eisinga Planetarium ist das älteste funktionierende Planetarium der Welt. Eise Eisinga war ein Wollkämmer und ein Hobbyastronom, der im 18. Jh seine unwissenden Mitfriesen davon überzeugen wollte, dass ihnen der Himmel nicht auf den Kopf fallen würde. Dazu baute er zwischen 1744 und 1781 unter die Decke seines Wohnzimmers ein durch ein Uhrwerk angetriebenes Abbild des Planetensystems – ein Planetarium. Der König war begeistert und kaufte Eisinga das Planetarium für viel Geld ab. Als Gegenleistung musste der Autodidakt den Bürgern das Planetensystem erklären und brauchte keine Schafe mehr zu kämmen.

Funfact: damit das für den Antrieb benötigte Pendel genau 60 Schläge pro Minute vollführt musste es so lang sein, daß es durch die Zimmerdecke über dem Ehebett schwingen würde. Dies mißfiel Frau Eisinga, der Gatte musste das Pende kürzen und die komplette Antriebsmechanik neu berechnen.

Das Planetarium funktioniert noch heute. Von der Webseite des Planetariums funktioniert leider nur die niederländischen Variante. Einen guten (englischen) Text gut es bei Nature.

Harlingen

Nach dem Museumsbesuch fahren wir nach Harlingen. Der Weg ist nich so toll, es geht weite Strecken an der Hauptstraße entlang und dem strammen Wind entgegen. Harlingen ist ein lebhafter Ort mit einer schönen baumbestandenen Hauptstraße. Am Hafen dann endlich Touristenmassen: großer Trubel am Fähranleger der Urlauber von und zu den Inseln Vlieland und Terschelling bringt.

Auf dem Deich fahren wir nach Süden und inspizieren den Campingplatz de Zeehove, er liegt direkt hinter dem Deich und ist gut besucht aber auch nicht überfüllt.

Wir verlassen den Deich und fahren durch das Land zurück nach Franeker. Unterwegs haben wir in Arum. Es ist Dorffest, für uns gibt es Frietjes.

27.07.17
Leer in Leer

Zum Auftakt unserer Reise nach Friesland und Holland haben wir uns den Campingplatz & Yachthafen Ems Marina Bingum als Ziel gewählt. Er liegt in Ostfriesland an der Ems, gegenüber von Leer.

Als wir ankommen ist die Rezeption nicht besetzt, aber das Tor ist geöffnet. Das weitläufige Gelände wirkt verlassen, aber gepflegt. Eigenartig: es ist Hochsommer, trotzdem ist kein Mensch, kein Wohnwagen, kein Zelt zu sehen. Auch der angeschlossene Yachthafen ist verwaist. Erst am hinteren Ende der Anlage sehen wir ein paar Dauercamper.

Als die Rezeption öffnet, finden sich tatsächlich noch zwei, drei weitere Gäste ein. Nach dem Check-In fahren wir mit dem Rad über die Emsbrücke nach Leer.

Es ist voll in Leer. Viele Menschen tummeln sich in der langgezogenen Einkaufsstraße. Die Stadt ist gerade Gastgeber eines Motorboottreffens. Zahlreiche Motorboote, sind in mehreren Konvois aus ganz Niedersachsen gekommen, um das Jubiläum ihres Verbandes zu feiern.

Ausgerechnet im schöneren, „Altstadt“ genannten Teil der Stadt ist deutlich weniger Betrieb. Mit Mühe finden wir ein Restaurant, welches zu dieser Zeit warmes Essen serviert. Es gibt Fisch satt.

Der Verdauungsspaziergang führt uns über die Halbinsel Nessum, auf der luxuriöse Wohn und Geschäftshäuser gebaut wurden, von denen aus Dachterassen und verglasten Fronten schöne Blicke auf den Hafen und die Stadt bieten. Die Stadt hatte die brache Halbinsel vor einiger Zeit gekauft und durch diese Ansiedlung sicher an Attraktivität gewonnen.

Am nächsten Morgen hat die Platzcheffin Interessantes zu berichten: als sie den Platz vor 15 Jahren übernahm war er voll mit Dauercampern. Diese übertrieben ihr Dauercampertum indem sie immer mehr Zeug abschleppten, aufbauten usw. Sie hielten sich nicht an die Regeln, stellten dafür eigene auf, zahlen nicht für Müll und Abwasser.

Der Cheffin und auch etlichen „Normalocampern“ mißfiel das. Weil das nicht die Art von Campingplatz war, die sie wollte, ging sie dagegen vor. Sie vor kündigte Verträge und zog sich den Unmut der Dauercamper zu. Auch heute wird noch anonym gegen sie m Netz polemisiert. Aber sie ist mit der Situation zufrieden, die Besucherzahlen seien OK, der Platz sei riesig groß daher würden Teile eben so vereinsamt aussehen.

Wegen aufkommendem Regen und Wind verschieben wir eine Radtour nach Papenburg oder zum Dollart auf ein anderes Mal und fahren weiter nach Holland.

18.06.17
Asiago und mehr

8.6. Donnerstag, Tannheim

Unser primäres Reiseziel heißt Asiago. Die Hochebene (ca. 1000m)  in den italienischen Alpen wird gerühmt für ihre Wandermöglichkeiten, das angenehme Klima und den gleichnamigen Käse. Genaugenommen handelt es sich um sieben Gemeinden die sich auf dieser Hochebene befinden. Zu Zeiten des Gebirgskrieges zwischen Italien und Österreich (1916-1917) war dies ein schwer umkämpftes Gebiet. Ein gigatisches Monument erinnert an diese Zeit.

Kurz vor Reisebeginn erfahren wir, daß am Wochenende unserer Anreise ausgerechnet in Asiago die italienischen Meisterschaften im Straßenradrennen stattfinden sollen. Wir befürchten Fülle (wie sich herausstellt: zu Recht) und wollen die Zeit an einem anderen Ort überbrücken. Uns kommt uns das Tannheimer Tal und der Campingplatz ‚Alpenwelt‘ in Kienzerle in den Sinn. Nicht zuletzt wegen des guten Essens erinnern wir uns gerne an unseren letzten Aufenthalt dort im Sommer 2014.

Doch leider wurde der Café- und Restaurantbetrieb eingestellt. Das Betreiberpaar hat eine kleine Tochter bekommen und möchte genügend Zeit für das Kind zur Verfügung haben. So müssen wir zum Essen nach Mannheim radeln.

Kuhgeläut mischt sich mit dem Blubbern endloser Motorradkolonnen, die zum Vergnügen durchs Tal fahren. Dieses Vergnügen ist einseitig ?, dennoch genießen wir das Ambiente und den seit Langem den ersten Abend in den Bergen.

9.6. Freitag – Tannheim

Mit den Rädern fahren wir nach Tannheim und dann zum Vilsalpsee. Der beliebte Rundweg um den See ist seit Jahren wegen eines Feldsturzes gesperrt. Trotzdem setzen sich viele Leute (eigentlich alle) über das Verbot hinweg. Es herrscht ganz schön viel Betrieb: die Schulen in Bayern und Baden-Würtemberg haben Pfingstferien. Trotzdem gefällt es uns (mal wieder) sehr im Tannheimer Tal.

Hinter der bewirteten ‚Vilsalpe‘ treffen wir nur noch wenige Leute, wir gehen den Weg bis zum Wasserfall. Es wird eine ziemliche Kraxelei, teilw. geht es durch Bachläufe. Früher waren die Berg irgendwie einfacher zu besteigen… Zur Belohnung finden wir auf der Wiese blühenden Enzian und in der Vilsalpe leckere Leberknödelsuppe und Apfelstrudel.

10.6. Samstag – Tannheim

Am zweiten Tag wollen wir auf der unserem Platz gegenüber liegenden Seite des Tals zur Älple-Alm aufsteigen. Doch an der entscheidenden Stelle verkündet ein Schild, der Weg sei wegen eines Felssturzes gesperrt und die Almhütte geschlossen. Notgedrungen suchen wir eine Alternative und finden einen Weg, der am Hang bis nach Zöblen führt und neben reichlich Kühen schöne Ausblicke ins Tal bietet.

11.6. Sonntag – Tannheim

Heute wollen wir es wissen und eine der schönsten Wandertouren Tirols(?), Österreichs(?), der Welt(?) machen: die 3-Seen-Tour.

Wir fahren mit der Bahn aufs Neunerköpfle und genießen der Blick bis ins Flachland. Wir sind nicht allein, es ist Sonntag und das Wetter ist prima. Beim Fotografieren verliere ich meine Brille (Spoiler: ich bekomme sie am nächsten Tag wieder).

Der Weg bietet fantastische Ausblicke in alle Himmelsrichtungen und über die Wanderung verbreitete Lob ist berechtigt. Einige Passagen sind etwas schwierig (Schnee, eng, steil, andere Leute), aber unsere alten Gelenke halten es aus. Besonders spektakulär ist die Aussicht auf die Landsberger Hütte und zwei der drei beiden Seen hat, die der Wanderung ihren Namen geben.

Nach üblem Gekraxel (nass, schmal, steil, steinig) rasten wir in der Oberen Traualpe (Hütte) und steigen dann zum Vilsalpsee ab, von wo uns ein Touristenzug (Model ‚Toppi‘) zurück zur Liftstation bringt. Zur Belohnung gibt es lecker Essen in der Dorfstube in Tannheim (so wie vor ca. 30 Jahren schon).

12.6. Montag – Reisetag

Wir wollen weiter nach Asiago. Zunächst fragen wir an der Liftstation nach meiner verlorenen Brille und siehe da: jemand hatte sie gefunden und abgegeben. Manchmal ist es von Vorteil, wenn ein paar mehr Leute in der Natur rumlaufen.

Da wir genügend Zeit haben, entscheiden wir uns gegen die Brennerstrecke und fahren durch das Ötztal über das Timmelsjoch (2509 m) nach Südtirol. Das Passeiertal empfängt uns mit Parolen („Freiheit für Südtirol“, „Südtirol ist nicht Italien“). Egal ob italienisch oder südtirolerisch: wir kaufen in Sankt Martin mal wieder Schinken und Knödel ein.

Timmelsjoch

Bei Trentino geraten wir in den Feierabendverkehr und entsprechende Staus. Wir wählen eine kurivge Alternative, die uns auf die Hochebenen führt. Wir fahren durch menscheleere Landschaften, die teilweise skandinavisch anmuten. Nur selten begenet uns ein anderes Auto, es gibt viel Wald.
Spät kommen wir in Asiago an. Am Campingplatz  „Ekar“ ist man sehr freundlich, aber es gibt kaum Infomationen über das touristische Angebot. Dafür offenbar viele Dauerkamper. Sie haben ihre Wohnwagen mit massiven Holzverschlägen winterfest gemacht. Aber zur Zeit ist der Platz total verwaist, das Restaurant ist geschlossen.

13.6. Dienstag – Asiago

Mit dem Rad fahren wir hinab nach Asiago. Es ist ein netter Ort mit leicht kitschig wirkendem Rathaus und vielen Geschäften. Leider kommen wir wieder mal zur Mittagszeit und alles schließt. Das Touristenbüro ist sogar für drei Tage geschlossen, also bleibt die geliehen Karte vom Campingplatz neben dem Handy unsere einzige Navigationhilfe.

Auch ohne Hilfe finden wir einen alten Bahnhof. Die Bahnstrecke wurde still gelegt und dient nun als Fahrradweg. Ursprünglich hatte diese Bahn große Bedeutung. Sie führte von Rochetto nach Asiago und ermöglichte so den Zugang aus der Ebene in das hochgelegene und unzugängliche Plateau.


Auch das Mahnmal für den Gebirgskrieg ist nicht zu übersehen. Wir besteigen den Hügel mit dem weit sichtbaren Monument. Es sollen die Gebeine von über 50 000 gefallenen Soldaten und diesem Mahnmal liegen.

An der Piazetta degli Alpini finden wir ein nettes kleines Lokal gleichen Names und lassen uns Gnocchi mit Asiagokäse servieren: ein Köstlichkeit!

14.6. Mittwoch – Asiago

Wir wollen mit dem Rad die Hochhebene umrunden und scheitern an der Navigation: wir haben immer noch keine Karte und es gibt zu viele verschiedene Wege, um sich nur mit dem Handy zurechtzufinden.

In der Käserei Pennar kaufen wir ein  Pfund jungen Asiago, der Käse schmeckt cremig lecker, am Besten ohne Brot.

Käserei Pennar. Hier wird Asiago gemacht.

Am späten Nachmittag beginnt es zu regnen. Zum Glück ist das Restaurant am Campingplatz geöffnet.  Die Preise für Essen und Trinken sind ungewöhnlich niedrig. Keine Pizza kostet mehr als mehr als 8€ , 1/2 l prickelnder Faßwein aus dem Krug. kostet 3. Das Brötchen kostet gar nur 20 Cent (Es könnte gerne das dreifache sein, wenn es denn nach irgendetwas schmecken würde).

15.6. Donnerstag – Asiago

Nachdem wir den Tag faul auf dem Campingplatz verbracht haben, machen wir am Nachmittag eine kleine Wanderung zum Cima Ekar, dem Berg hinter unserem Haus. Es geht ziemlich gerade bergauf und auch wieder hinunter. Oben gibt es ein Observatorium ? der Universität Padua. Die Sternengucker schätzen die geringe Lichtverschmutzung auf der Hochebene: es wird wirklich dunkel.

16.6. Freitag – Asiago

Das Wetter im Alpenraum, Norditalien und Slowenien ist etwas problematisch: Wetter Online berichtet über häufige Gewitter, Regentage oder Temperaturen über 30 Grad. Hier in Asiago ist es hingegen trocken, sonnig und nicht zu heiß; wir können uns nicht durchringen an einen anderen Ort zu fahren.

Leider muß man für Unternehmungen immer eine Anfahrt mit dem Rad oder dem Auto an Kauf nehmen, wobei diese Anfahrt durchaus anstrengend sein kann.

Für unsere Wanderung zum Monte Cengio fahren wir mit dem Auto ans andere Ende der Hochebene. Bei der Anfahrt merken wir, wie weitläufig es hier ist und wie wenig wir bislang von der Hochebene gesehen haben.

In der Wanderkarte ist ein Wanderweg von Treche Conca zum Monte Cengio beschrieben.  Am Einstieg müssen wir feststellen, daß es viele Wanderwege gibt, aber ausgerechnet der aus unserer Karte fehlt. Die Siete Commmuni, wie sich die Gemeinden hier nennen, könnten im Bereich des Tourismus ihre Gemeinsamkeit gerne etwas vertiefen. Wir versuchen wir es mit Handynavigation, was reichlich gut klappt.

Auf dem Weg sehen wir viele leer stehende Ferienhäuser. Keine protzigen Villen sondern solide schöne Häuser und Grundstücke, oft weit ab von der nächsten Straße. Ein großer Teil unseres Weges führt über die Autostraße zum Monte Cengio, aber das ist kein Problem: nur ein einziges Auto passiert uns während des Aufstiegs.

Findet Friedel!

Der Monte Cengio war im Gebirgskrieg eine schwer umkämpfte italienische Stellung. Es gibt in den überhängenden Fels gehauene Maultierpfade und Tunnel, die nun von Wanderern genutzt werden können. Ein spektakuläres Erlebnis. Leider verhindert diesiges Wetter den Blick ins Tal, dennoch ist es sehr beeindruckend. Obwohl es sehr gefährlich aussieht sind die Wege breit, fest, gesichert und problemlos zu begehen.

Bei YouTube gibt es ein 3 Minuten Video, welches den Weg bei besseren Sichtverhältnissen zeigt: Link zu Youtube.

17.6. Samstag – Asiago

Das Wochenende verbringen wir mit Faulenzen. Einfach nur sitzen und wenig bewegen. Bis Mittag treffen noch weitere Wohnmobile ein, auch die Dauercamper öffnen ihre Verschläge. Es ist deutlich mehr los auf dem Platz.

Ich sehe ich einen Dackel mit Hinterachse.  Mit den Vorderbeinen läuft er, die Hinterbeine hängen in der Luft und das Hinterteil war eine Konstruktion befestigt, die zwei Räder hatte (Google „Hunderollstuhl“). Morgen verlassen wir Asiago, hier noch ein paar Bilder:

19.6. Montag – Mal kurz zum zum Mittelmeer

Trotz der angekündigten Hitze (es werden 34 Grad erwartet)  wollen wir mal ‚kurz ans Mittelmeer‘. Wir verlassen die ‚Altipiano de Asiago‘ und schrauben uns auf 15 Kehren ins Tal. Sofort wird es warm und südländisch: Wein, Oliven, Oleander…

Die Fahrt ist wenig reizvoll. Einkäufe erledigen wir bei Famila (!). Ziel ist Sistiana in der Bucht von Triest. Sistiana war zu Kaiserszeiten unter dem Namen ‚Seestein‘ Stützpunkt der österreichischen(!) und zu Führers Zeiten Stützpunkt der deutschen Marine.

Zwischen Autobahn und Meer gelegen finden wir mit dem Campingplatz  Camping Village Marepineta eine schöne Anlage vor. Das Meer liegt  allerdings ca. 100 m unter uns. Wir bekommen einen schattigen Platz mit Meerblick. In der Ferne sieht man das Schloß Miramare und die Stadt Triest. Vor dem Platz verläuft der Rilkeweg. Der deutsche Poet, der mit diesem Weg geehrt werden soll, verfaßte einen Teil seiner berühmten Duineser Ellegien (vgl. Loriot/Heinz Meyer: ‚Ich muß die Nase meiner Ollen an jeder Grenze neu verzollen‘) auf dem nahegelegenen Schloß Duino.

Der Weg des Poeten ist uns aber zu steinig und die Hitze lähmt uns. In der Nacht wird es nicht ruhig: Autobahn von rechts, Poolbespaßung von links und später noch Beachbespaßung von unten. Wie geplant, reisen wir  am nächsten Tag weiter.

20.6. Dienstag – Von Triest nach Kranjska Gora

Wenn wir schon einmal so weit östlich sind, wollten wir Slowenien einen Besuch abstatten. Das letzte Mal, als ich dort war, hieß es noch Jugoslawien.

Der Fluß Isonzo, der auf Slowenisch Soĉa heißt, verläuft ungefähr in Nord-Süd-Richtung und bildete im hier allgegenwärtigen Gebirgskrieg den östlichen Teil der Front, die sich im Westen bis zum Stilftser Joch ersteckte. 12 Isonzo-Schlachten verleihen der Gegend finsteren Ruhm. Der Fluss markiert heute ungefähr die Grenze zwischen Italien und Slowenien und und bestimmt auch Verlauf der slowenischen Landstraßen 103 und 102 denen wir auf unserem Weg in die Julischen Alpen folgten. Die Straßen sind leer es gibt kaum Autos, gelegentlich ein paar Wanderer oder Kanusportler. Es gibt viel Wald, die Berghänge sind ungewöhnlich steil. Das Wasser des Flusses wird durch das helle Gestein des Flußbetts besonders klar, tiefere Passagen leuchten grün. Mittendrin der Triglav (2864 m), das Zentrum des gleichnamigen Nationalparks.

Bei Kobarid verlassen wir die Straße 102 und setzten uns über die beharrlichen Proteste unseres Navigationsgerätes hinweg (später erfahren wird, daß die Straße bis vor wenigen Tagen gesperrt war). Wir befinden und auf lediglich 232 m Meereshöhe, auch deswegen wirken die über 2000 m hohen Berge mit ihren steilen Felswänden besonders beeindruckend. In zahlreichen, teilweise sehr steilen Kehren geht es nun von 232 m auf den 1611 m hoch gelegene Pass Prelaz Vrŝiĉ. Zum Glück hält sich der Verkehr nach wie vor in Grenzen. Hin und wieder nervende Motorradschwärme. Bussen, Wohnwagen etc. ist die Befahrung der Strecke verboten.

Hinter dem Pass geht es dann auf über 20 Kehren hinab auf 800 m nach Kranjska Gora. Kranjska Gora ist liegt in einer Sportregion. Regelmäßig werden hier internationale Skirennen ausgetragen, in der Nachbarschaft liegen das Skiflugmekka Planica und die Biathlonstrecken von Pokljuka. Jetzt im Sommer bestimmen Wanderer und Radfahrer das Bild. An der Sporthalle bekundet ein Logo, daß der nordhessische Handballclub MT Melsungen hier ein Trainingslager durchführte.

Etwa 5 km östlich liegt im Savetal das Dorf Gozd Martuljek. Hier finden wir den nagelneuen Campingplatz Špik. Es gibt ein tolles Bergpanorama und viele schattige Plätze mit schönen Wiesenuntergrund.

21.6. Mittwoch – Kranjska Gora: Sommeranfang im Wintersportort

Wir nehmen uns nicht viel vor, denn für Mittag wurden Gewitter angekündigt. Mit dem Rad wollen wir von unserem Platz in Gozd Martulhak nach Kranjska Gora und weiter zu den Skisprungschanzen von Planica fahren. Wir nutzen den tollen nagelneuen Radweg, der auf einer alten Bahntrasse verläuft. In Kranjska Gora gibt es viele Restaurants und Geschäfte. Man ist auf einiges eingerichtet. Wir schreiben Postkarten am Tourismusbüro, erstehen einen Rucksack und kaufen Lebensmittel.

Es ist sehr warm und wir sind recht schlapp, sodaß wir auf die Weiterfahrt nach Planica verzichten und zurück zu unserem Platz fahren. Das Gewitter wird zunächst auf den frühen Abend verschoben und dann in Regenwetter gewandelt. Um halbsechs kommt es dann doch.

22.6. Donnerstag – Kranjska Gora / Planica

Mit dem Rad fahren wir wieder auf der alten Bahntrasse nach Kranjska Gora und weiter nach Planica. Der Radweg ist super zu fahren, man tut hier eine Menge für die Touristen. Es geht ständig leicht bergsauf, die letzen Kilometer nach Planica folgen wir der Straße. Es ist sehr warm und als wir im Talkessel der Sprungschanzen angekommen, suchen wir zunächst den Schatten um uns etwas zu erholen. Nicht die Steigung stellt das Problem dar sondern die hohen Temperaturen.

Am Ende des Tals beginnt ein Weg zum Talschluss, der sehr gelobt wird. Aber wegen der Hitzen lassen wir uns nicht darauf ein. Das Nordic-Center, wie die Anlage genannt wird ist ein beeindruckender Sportkomplex. Dabei bekommt man vieles gar nicht zu Gesicht, weil es unterirdisch angelegt ist. So befindet sich unter der Erde zum Beispiel eine Skihalle, in der man auch in Somner auf einer 800 m langen Loipe trainieren kann, die über drei Etagen führt. Ebenso gibt es dort einen Windkanal zum Testen der Aerodynamik von Skispringern. Oberirdisch gibt es sieben Schanzen unterschiedlicher Größe, alle für das Sommertraining ausgestattet. Nur die berühmte Skiflugschanze kann im Sommer nicht zum Skispringen genutzt werden. Dafür gibt es aber eine Seilbahn, mit der wagemutige Touristen für 25€ einen Skiflug simulieren können. Leider was die Anlage geschlossen. Wie das aussieht, kann man aber bei Youtube bewundern:

24.6. – Kranjska Gora: Zwei Wasserfälle und Ingos Hütte

Gegenüber unseres Campingplatzes beginnt ein Wanderweg, der zu zwei schönen Wasserfällen und einer bewirteten Hütte führt. Der Weg ist als ‚leicht‘ eingestuft, genau das was wir heute gerne machen würden. Unsere Platznachbarn waren gestern dort und bitten uns, auf der Hütte zu fragen, ob man dort einen Babystrampler gefunden hat, den sie vermissen.

Der Weg verläuft angenehm schattig durch den Wald, es gibt viele wilde Alpenveilchen. Noch vor dem ersten Wasserfall wird es schmal und wir gehen durch eine enge, tiefe Schlucht. Plötzlich lösen sie mehrere große Steine aus der Felswand und knallen wenige Meter vor uns in den Fluß. Was für ein Schreck!

Wir überwinden die kritische Stelle möglichst schnell und kommen zum ersten Wasserfall. Da wir auf jeden Fall zur Hütte wollen, um nach dem Strampler zu fragen, gehen wir weiter. Mit dem ‚leichten‘ Weg ist es jetzt vorbei. Es wird sehr steil und anstengend.

Die Hütte ‚Pri Ingotu‘ liegt wunderbar auf einer Bergwiese und ist umringt von steilen Felswänden. Gekocht wird im Freien, bzw. unter einem zusammengezimmerten Holzdach. Es gibt Gemüsesuppen, Kräutertees, Sauerkraut mit Wurst und – was man in dieser ursprünglichen Umgebung nicht vermutet: mehrere Sorten Bier. Die Hütte hast sogar eine moderne Webseite. Nur vom Babystrampler keine Spur. Die Almleute verdächtigen die Kühe.

Nach einer Pause nehmen wir uns vor, nun auch noch bis zum zweiten Wasserfall weiterzugehen. Es wird sehr steil und anstrengend, am Ende ist der Weg durch Seile und Eisen gesichert. Er endet direkt vor der Felswand, die mehrere hundert Meter senkrecht nach oben ragt.

Der Rückweg stellt sich als einfacher heraus als befürchtet. Bei der erneuten Einkehr in Ingos Hütte erholen wir uns für den finalen Abstieg.

Der ‚einfache Spaziergang‘ hat uns an die Grenzen unserer Möglichkeiten gebracht. Als wir wieder am Campingplatz sind fängt das Gewitter an. Im Restaurant gibt es Rostbraten. Auch der Strampler unserer Nachbarn ist wieder da: er hatte sich im Wohnmobil versteckt.

24.6. Kranjska Gora

Unsere netten schwäbischen Nachbarn fahren weiter Ihren Platz nehmen zwei riesige Wohnmobile mit lärmenden Insassen ein, die als erstes eine große Musikbox in Betrieb nehmen. Wir fürchten um unsere Entspannung und flüchten auf einen schattigen Platz in der anderen Ecke des Campingareals.

Dort verbringen wir faulenzend den Tag. Mit Hilfe des hervorragenden und kostenlosen WLANs verfolgen wir die Leichtathletikwettbewerbe in Lille und Ratingen per Livestream.

25.6. Von Kranjska Gora ins Cadore

Die Wetteraussichten werden immer schlechter: überall Gewitter oder Hitze oder beides. Wir versuchen, Reiseziele zu finden an denen das Wetter nicht so schlecht ist, aber das fällt schwer, weil die Prognosen sich ständig ändern.

Bei unserer Abreise aus Kranjska Gora gießt es wie aus Kübeln. Die Wasserfälle, die vom Dach des Supermarkts herabstürzen, stehen denen die wir auf unsere Wanderung gesehen haben kaum nach.

Wir fahren durch schöne Landschaften ins Cadore, einer Tallandschaft am Südrand der Dolomiten. Bei Calalzo di Cadore mieten wir uns für eine Nacht auf dem Camping Cologna ein –  eine schlechte Entscheidung, wie sich zeigte.

Zur Begrüßung werden wir von den ansässigen Dauercampern bestaunt wie Außerirdische, das Restaurant ist geschlossen, einen Laden gibt es nicht auch keinen Brötchenservice. Der Ort mit den Geschäften liegt ein Stück entfernt auf einem Berg. Obwohl der Campingplatz am See liegt, kann man den See nicht sehen. Plätze mit besserer Aussicht befinden sich auf einem geschlossenen Platzteil. Die Sanitäranlagen sind ‚rustikal‘, Internet gibt es nicht.

Wir fahren ins Dorf. Da Sonntag ist, haben alle Geschäfte geschlossen. In einer Bar kaufen wir für viel Geld Lebensmittel.

Montag 26.6. Alta Badia

Wir fahren weiter ins Zentrum der Dolomiten, für heute ist noch einmal gutes Wetter angesagt, letzte Gelegenheit für eine Wanderung. Zunächst besuchen wir aber in Auronzo den Camping Europa. Auronzo ist ein großer langgezogener Ferienort. Hier wären wird besser aufgehoben gewesen als auf dem Camping Cologna: der Platz ist  besser,  die Versorgungslage ist besser und direkt neben dem Platz verläuft ein Rad/Wanderweg, der in den Ort führt.

In toller Fahrt geht es auf zunächst leeren Straßen über den Passo Tre Croce nach Cortina d’Ampezzo und dann über den Falzarego Paß nach Arabba. Hinter Cortina nimmt der Verkehr zu. Schon auf der Abfahrt nach Cortina waren uns die zahlreichen Radfahrer aufgefallen, jetzt werden es immer mehr. Hinzu kommen Kolonnen von Motorradfahrern und Reisebusse. Was ist hier wohl während der Saison los?

Das Wetter ist prima, die Sicht ist super. Wir fahren von Arraba in Richtung Alta Badia und parken an der Talstation des Sessellifts auf den Pralongià. Der Mann an der Liftstation gibt uns Informationen über Wandermöglichkeiten und wir schweben in riesigen 6er-Sesseln nach oben, wobei sich der Blick auf das Dolomitenpanorama immer besser wird.

Auf dem Plateau gibt es breite Wege auf denen sich auch etliche Radler mit und ohne Elektromotor tummeln. Der Blick ist grandios: im Süden die Marmolata? im Westen die Sellagruppe⛰, im Norden die Zillertaler Alpen ⛰, im Nordwesten die Fanesgruppe ⛰: man möchte sich ständig im Kreis drehen.

Wir gehen zur Bioch-Hütte und genehmigen uns eine Stärkung. Anschließend geht es über den Piz Arlala begab zur Talstation.

In Colfosco übernachten wir in grandioser Szenerie auf dem Campingplatz. In der Nacht beginnt es zu regnen.  Am nächsten Morgen stellen wir fest, daß uns zwei Eier und die Butterdose geklaut wurden, die wir vor unserem Bus platziert hatten.

Dienstag 27.6. Reise-Innsbruck-Füssen

Über Alta Badia und Bruneck fahren wir zur Brennerautobahn. Der angekündigte Regen bleibt aus. In Innsbruck legen wir einen kurzen Stopp ein. Wir gehen zum Goldenen Dachl und machen ein paar Besorgungen. Dann geht es weiter über den Fernpaß nach Füssen. In Schwangau steuern wir den Campingplatz Brunnen am Forgensee an.  Der Platz ist erstaunlich voll. Zwei der Resturants vor Ort haben Ruhetag. Für unser Abschlussessen müssen wir mit dem mäßigen Restaurant am Campingplatz Vorlieb nehmen. Es regnet.

15.06.17
Campingkultur: Italien

So groß die Unterschiede zwischen den Menschen Europas auch sind: Zwischen Dauercampern von Schweden bis Italien gibt es eine Vielzahl geschmacklicher Übereinstimmungen bezüglich Ausstattung und Dekoration ihres Freizeitdomizils.