13.09.18
Concarneau –> Loctudy

• camping sehr einfach aber schön gelegen

• internet kostenlos und ok

12.09.18
Auf dem GR34 bei Concarneau

• Wandertag

• Anses tief eingeschnitten ins Land

• Schweißausbruch

• Leerer Camping mit Traumhafter, Blick über die. Bucht

• Peche a pied

• Trübes Wetter, später leichter Regen

• Danach Einkäufe im Supermarkt, per Rad bergauf ging’s e

11.09.18
Mit dem Rad nach Pont Aven

• 50 km Rad

• Wenig Verkehr gut zu fahren

• Voie Verte

• Wetter sonnig, nicht zu warm

• PontAven voll mit Touristen, MoMoPlage

• Schiffe trocken

• Galerien

• MUSEUM schön, Schule von PontAven, Paul Serusier, keine eigenen

• Tassen mit Ikone gekauft

• Abends Pizza im schönen Platzreseaurent

• Lustige Engländer

10.09.18
In Concarneau

• Wetter sonnig, nicht zu warm

• Ville Close, Föhre kaputt

• Markt

• Strand Ebbe schön

• Stadt reizlos

• Touristen aber nicht übervol

• l‘Amiral

• Alles nicht so doll

09.09.18
Amboise –> Concarneau

• In den Ort geradelt um Tee für F zu. Es ist Sonntag

• Am Loireufer Markt

• Ballone landen

• Schafgarbentee und Roisbos

• Friedel gehts besser

• Einkaufen Tanken es dauert bis 12:00 das wir loskommen

• langweilige Fahrt, aber entspannt. Es zieht sich enorm

• Autobahngebühr super teuer Metz-Amboise 80€, Amboise Nantes 40€

• Ab Nantes Autobahn kostenlos aber voll und 110 km/h, nervig. Ab Lorient gehts dann.

• Letzten Platz auf Camping Sables Blanc in Concarneau. WoMo ohne Ende.

• internet kostenlos aber schwankend

• Unser Platz ist lustig: etwas erhöht, komplett mit Hecken umschlossen, schmaler Zugang für WoMos unerreichbar. Unterhalb ein Weg von wo aus die anderen Camper gaffen und staunen, wie man dort hinkommt.

• gang in den Ort, der erste Eindruck ist enttäuschend

08.09.18
Amboise

  • Wetter sonnig, nicht zu warm
  • Le Clos Lucé
  • le Viaduc de Garabit
  • Vebjørn Sand The Leonardo Bridge Projekt
  • danach Abhängen am Bus
  • Mountainbike Nachttour (la-nuit-des-roys) startet mit Feuerwerk
  • Nachts kotzt Friedel
  • Clos Lucé
  • Abhängen am Bus
  • Abends städtchen mit Auftieg und hinterm Schloss herum

07.09.18
Metz –>Amboise

• Autobahnen wunderbar leer

• Camping wir immer

• viel platz, internet kostenlos und ok

23.07.18
Bad Karlshafen und Johann Bessler

Foto von Gabor R. – Own work, CC BY-SA 3.0, Link

Am 21.07.2018 erschien in der Online Ausgabe der FAZ der Artikel ‚Die Zeit der Schwäne ist vorbei‘. Es geht dabei um die Rekonstruktion des Weserhafens von Bad Karlshafen. Mit dem Bau einer Brücke und einer Schleuse soll die Verbindung des stillgelegten historischen Hafens mit der Weser wieder herstellt werden. Ein umstrittenes Bauprojekt, welches ein wenig an das Kieler Projekt ‚Holstenfleet‘ erinnert.  

Besonders interessierte mich der Hinweis, dass Johann Bessler, der sich auch Orffyreus nannte, in Karlshafen lebte und in der Nähe verstarb. Bessler behauptete, ewig drehende Räder, also Perpetuum Mobiles konstruiert zu haben. Aus diesem Grund hatte ihn der technikbegeisterte Landgraf Carl nach Kassel geholt.Obwohl ich in Kassel aufgewachsen bin, hatte ich bis zum Anfang dieses Jahres nie von Bessler gehört. Als sich das vor einigen Monaten änderte hatte einen kurzen Text dazu in diesem Blog verfasst. Nun lernte ich, dass Bessler nach seiner Kassler Zeit nach Karlshafen zog und den Rest seines Lebens in einem Haus verbrachte, welches ihm Landgraf Carl ihm zur Verfügung stellte. Die Stadt wiederum nutzt Bessler nun originell für ihr Stadtmarketing.

Im März 2018 berichtete das Mitteilungsblatt Bad Karlshafen, dass bei den Bauarbeiten im Hafenbecken eine  Kiste zutage gefördert wurde, die Papierrollen mit einer Bauanleitung für das Perpetuum mobile des Johannes Bessler enthielt. Gleichzeitig taucht im Internet ein Video auf (https://youtu.be/f2zZ7WOnA0o), welches im Stile eines ARD-Brennpunkts von dem Fund berichtet. Auch Bürgermeister Marcus Dittrich kommt zu Wort und spricht von einer „Wende bei der Energieversorgung“. Sollten die Zeichnungen einen funktionsfähigen Nachbau des „ewigen Rades“ erlauben, könne dieser „eine unendliche Energieerzeugung sicherstellen“.

Das Ganze ist natürlich ein Schwindel. Die Medienkampagne sollte auf das Theaterstückes „Perpetuum mobile – Eine Stadt im Rausch“ des Berliner Theaters Anu hinweisen, welches von der Stadt in Auftrag gegeben wurde und am 24. Mai Premiere feierte. Begleitend gibt es im Rathaus eine Ausstellung „Perpetuum mobile – Und es dreht sich doch“, in der auch ein hölzernes Modell des Besselerrades gezeigt wird.

Das Theaterstück gehört mit anderen Veranstaltungen zu den ‚Baustellenevents‘, mit denen die Stadtväter von Bad Karlshafen die bis 2019 andauernden Baumaßnahmen zur Hafenöffnung erträglicher gestalten wollen.  Da passen die Geschichten um Johann Bessler gut ins Konzept.

Johann Bessler lebte von 1721 bis 1745 in einem Haus am Hafen. Dieser Hafen (Carls Hafen) war der Beginn einer künstlichen Wasserstraße, die Carl über Kassel nach Marburg bauen wollte, um eine Verbindung von der Weser über die Lahn bis zum Rhein zu schaffen. Auf diese Weise sollt Hann. Münden umgangen werden, das durch Steuern den Gütertransport über Weser und Fulda nach Kassel verzögerte und verteuerte. Als Startpunkt für den Kanal nutzte man den unteren Flusslauf der Diemel, die bei Karlshafen in die Weser mündet. Doch das 1710 begonnene Projekt blieb unvollendet, man kam lediglich bis ins 20 Kilometer entfernte Hümme. Mit dem Tod des Landgrafen starb 1730 auch das Projekt. Ungefähr 200 Jahre später wurde die Verbindung des Hafens mit der Weser im Zuge des Ausbaus der Bundesstraße zugeschüttet. 2016 fiel in einem Bürgerentscheid der endgültige Beschluss, den Hafen wieder zu öffnen und dadurch die Attraktivität Karlshafen für den Tourismus zu erhöhen. Das mit den Baumaßnahmen verbundene Hickhack erinnert ein wenig an das Kieler Projekt „Holstenfleet“.

Ein Bezug zwischen Johann Bessler und Bad Karlshafen besteht auch über die holländische Partnergemeinde ’sGravesande, deren Namensgeber, der niederländische Physikprofessor Willem Jacob ’sGravesande, das Besselerrad im Auftrag englischer Interessenten untersuchen sollte. Bessler starb 1747 bei einem Unfall in der Nähe von Karlshafen. Er hatte geplant, die Aufwinde am nahegelegenen Fürstenberg durch ein sich horizontal drehendes Flügelrad zu nutzen. Das Mühlrad setzte sich unkontrolliert in Bewegung und Besseler stürzte von der Mühle.  

Weitere Details über Johann Besseres Aufenthalt in Bad Karlshafen findet man auf der offiziellen Webseite der Stadt. Weiterhin möchte ich auf die umfangreiche Internetseite ‚besslerrad.de‘  hinweise, wo enorm viele Details über Johann Bessler und sein Umfeld zusammengetragen wurden. Wem das immer noch nicht reicht, der findet dort weitere Links. Das hochinteressante Impressum enthält u.A. den Hinweis, das die Seite  zum Ende des Jahres 2018 geschlossen werden soll.

14.07.18
Zum Wohnungstausch nach Bremerhaven

Mittwoch, 27.6.: Nach Bremerhaven

Direkt aus Friesland fahren wir nach Bremerhaven. Mit unseren Freunden haben wir vereinbart, für ein paar Tage die Häuser zu tauschen. Gegen Mittag kommen wir an, tauschen die Schlüssel und richten uns häuslich in der fremden Umgebung ein. Zu großen Unternehmungen fehlt uns die Lust. Wir erledigen Einkäufe, nehmen in dem technisch anspruchsvollen Haushalt erfolgreich den Fernseher in Betrieb und widmen uns der Fußball WM.

Donnerstag, 28.6.: Wedderwarden, Wremen

Seit meiner Kindheit, in der ich mehrmals meine Tante in Bremerhaven besuchte, höre ich von Weddewarden, ein kleiner Ort nördlich von Bremerhaven direkt an der Weser gelegen. Allerdings war ich niemals dort. Das soll sich ändern. Mit dem Rad geht es durch Speckenbüttel und über die Felder nach Norden.

Das Ausflugslokal früherer Tage ‚Schloß Morgenstern‘ ist Geschichte, auch der Ausblick vom Weserdeich hat sich seit damals massiv verändert, denn das Containerterminal mit seiner über 4 Kilometer langen Stromkaje hat sich bis nach Weddewarden ausgedehnt.

Am Deich geht es weiter in Richtung Wremen. Dort hoffen wir, frische Krabben kaufen zu können. Doch der Weg über den Deich ist ab dem Ochsenturm gesperrt und wir müssen die weniger attraktive Strecke ‚über die Dörfer‘ nehmen.

In Wremen gibt es zunächst erst einmal Fischbrötchen im kleinen Hafen. Ein Fischhändler der Krabben verkauft, ist aber nicht auszumachen. Dafür ein Campingplatz direkt am Deich, dessen einziger Vorteil seine Lage ist, der Rest wirkt wenig einladend. Schön, daß wir ja grade keine Camper sind.

Ein Fisch-LKW fährt auf die Hafenmole und wird am Kai platziert. Schiffe sind nicht auszumachen. Doch dann entdecken wir einen Krabbenkutter, der sich seinen Weg entlang der  vielen Äste und Jungbäume bahnt, die das schmale Fahrwasser markieren. Der Kutter macht im Hafen fest und sofort beginnt der Verkauf: 10€ auf die Hand, der Fischer verschwindet unter Deck und taucht mit einer Plastiktüte voll Krabben wieder auf.

Mit unserem Fang machen wir uns auf den Rückweg. Nach stundenlangem Krabbenpuhlen gibt es Krabben mit Rührei und Schwarzbrot, wie es sich gehört. Anschließend Fußball im TV.

Freitag, 29.6: Containerhafen, Columbuskaje, Hochschule

Beim Brötchenholen ruft mich ein wichtig-tuender Mensch zur Ordnung, weil ich den Radweg für 20m in falscher Richtung befahren haben. Der Mensch, der sich als Mitarbeiter des Ordnungsamts verkleidet hat, notiert meine Personalien. Da sage mal einer, im Land Bremen herrsche keine Ordnung.

Wir wollen mit den Rädern der Hafen erkunden. Doch der Versuch von Norden kommend ohne große Schleife zur Columbuskaje zu gelangen scheitert nach mehreren Anläufen an zugeschütteten Wegen, Zäunen und der Großbaustelle „Hafenanbindung A27“.

Irgendwann sind wir dann mittendrin und stehen auf dem Containerturm, der extra für Touristen wie uns errichtet wurde. Mit dabei auch ein mächtig beeindruckter Wohnmobilist aus Schwaben, der ebenfalls mit dem Fahrrad hier heraus gefahrern ist.

Die Columbuskaje ist gerade leer, aber im Autohafen (dem größten in Europa) herrscht reger Betrieb. Wir haben Glück und können das Ausschleusen eines gigantischen Autofrachters aus nächster Nähe beobachten. Über 8000 Autos passen auf die größten dieser Schiffe und jedes einzelne muß zum Be- und Entladen bewegt werden. Über das Ausschleusen habe ich eine Scrollgeschichte gemacht:

Ein Klick auf unten stehendes Bild öffnet eine Scrollgeschichte über den Autohafen bei Adobe Spark

In der Innenstadt nehmen wir einen Imbiss im ‚Caspar David und Co‘ und sehen den Absolventen der Hochschule Bremerhaven zu, die mit feinen Roben ihren Abschluss zelebrieren.

Abends gibt es die zweite Hälfte unserer Krabben: Pasta mit Krabben, Fenchel und Zitronen.

Samstag, 30.6.: Fischereihafen

Bei strahlendem Wetter geht es mit den Rädern zur Blexenfähre und dann in den Fischereihafen. Leider ist auch hier ein großes Stück des Deichs wegen Bauarbeiten gesperrt, daher fahren wir zunächst auf der Binnenseite und bestaunen die gigantischen Versorgungsschiffe, die beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen eingesetzt werden. Erst später können wir auf dem Deich fahren und gelangen bis zur Lüner Platte. Wir werden mit einem tollen Blick über die Weser auf den Containerhafen belohnt.

Bei einem Kanuclub sprechen uns zwei Damen an, die offenbar damit überfordert sind, ihr fertig montiertes Klepper-Faltboot auf ihr Auto zu laden. Mit unserer Hilfe gelingt es und die Damen machen sich auf den Weg.

Vorbei an Betrieben für Offshore Windanlagen gelangen wir dann in den Fischereihafen. Das ‚Schaufenster Fischhafen‘ ist ein für Touristen aufbereitetes Areal mit Kulturbetrieben, Cafes und Restaurants. Bei Fiedler bekommen wir lecker Limandes mit Orangensauce.

Abends Fußball.

Sonntag, 1.7.: Bremerhaven

Nach zwei aktiven Tagen haben wir am Sonntag wenig Lust zu weiteren Unternehmungen. Bei prächtigem Wetter lungern wir im Garten herum. Irgendwann raffen wir uns auf, zu ‚Thiels Garten‘ zu gehen, einem Künstlergarten mit Skulpturen im Mecklenburger Weg 100. Doch leider ist der sonst frei zugängliche Park wegen einer Musikveranstaltung geschlossen.

Montag, 2.7.: Rückfahrt

Bei unserer Rückfahrt nach Kiel begegnen wir zahlreichen Radfahrern mit gelben Trikots. Wir finden heraus, dass sie zum Team Rinkeby gehören, einer Wohltätigkleitstour von Skandinavien nach Paris. Bei Itzehoe entdecken wir auf der Gegenfahrbahn unserer Freunde, die ebenfalls auf der Heimreise sind.

18.06.18
Friesland

Mo 18.6. Reise nach Sneek

Nach ruhiger Anreise (Ausnahme Bremen) kommen wir in Sneek an. Unser Campingplatz liegt direkt im Yachthafen. Alle Einrichtungen wie Sanitäranlagen, Restaurant, WIFI etc. stehen für Segler und Camper gleichermaßen zur Verfügung. Wir wundern uns, wie gut der Platz besucht ist, dennoch bekommen wir einen Platz direkt am Steg.Der Ort ist leicht per Rad zu erreichen, im Restaurant bekommen wir hervorragendes Essen.

Nur der Ort Sneek selbst enttäuscht uns etwas. Da haben wir schon hübschere friesische Städtchen gesehen.

Di 19.6.: Sneek

Mit dem Rad geht es in die frischen Örtchen Ijlst und Heeg. Es ist herrlich, überall Wasser, Kanäle, Boote. In Ijlst Essen wir direkt an der Schleuse und beobachten das Treiben

Mi 20.6.: Delft

Wir haben uns mit Linda in Delft verabredet und fahren 200 km nach Süden. Direkt neben Ikea finden wir einen Campingplatz der nur 5 Fahrradminuten von der Innenstadt entfernt ist. Obwohl noch keine Ferien sind und obwohl der Platz nicht sonderlich attraktiv ist, ist es proppenvoll. Wir bekommen den angeblich letzten freien Platz. Wir machen einen Stadtbummel. Auf dem großen Marktplatz wird für die Erstsemester der TU Delft eine Konstruktionswettbewerb durchgeführt. Es muss das funktionierende Model eines Containerkrans gebaut werden. Die Zeit wird gestoppt. Dazu Musik Moderation, Videoleinwand.

Abends dann gemütliches Familientreffen. Beim Bier schauen wir dem Treiben auf dem Markt zu: die Studenten haben längst abgebaut, nun werden in Windeseile die Stände für den morgigen Wochenmarkt errichtet.

Do, 21.6.:  Edam

Spontan entscheiden wir nicht sofort nach Friesland zurückzufahren, sondern machen einen Stopp in Edam. Über Amsterdam erreichen wir Edam, in entspannter Autofahrt. Dort gehen wir auf den Strandcamping im Yachthafen. Der Platz ist wunderbar gelegen, an drei Seiten ist er von Wasser umgeben. Mit Glück finden wir windgeschützten Platz. Es ist stürmisch und ungemütlich. Zu Fuß gehen wir nach Edam und in Edam herum.

Fr 22.6.: Volendam und Monnikendam

Am nächsten Tag immer noch Sturm und Regenschauer. Erst nach Mittag trauen wir uns raus und radeln nach Volendamm. Unterwegs sehen wir viele Reiher. In Volendamm trifft uns der Tourismus mit voller Breiseite: massenhaft Busse haben Touristen der übelsten Sorte ausgekippt, die sich auf der Promenade breitmachen. Deutsche, Asiaten, Spanier. Handy vorm Gesicht, Fastfood in der Hand. „Du guckma, dahinten sind noch mehr Buden… „ So krass haben wir das noch nie erlebt!

Hinter der Partyzone ist es wieder ruhig. Wir radeln nach Monnikendam. Dort gönnen wir uns  im Coffee & Cacao Lunchkaffé einen leckeren Ziegenkäsesandwich mit Schinken, Rucola, Nüssen und Honig. Zum Nachtisch Erdbeeren mit Poffertjes und Schlagsahne. Super.

Dann geht es mit dem Rad gegen den Wind zurück. Wir haben Glück: es bleibt trocken.

Sa 23.6.: Nach Franeker und Leeuwarden

Nun wollen wir in die Kulturhauptstadt Europas Leeuwarden. Dazu fahren wir wieder nach Franeker, wo es uns vor zwei Jahren schon gut gefallen hat. Nach den vollen Plätzen in Delft und Edam sind wir nun wieder über die Leere erstaunt. Irgendwas haben wir noch nicht verstanden.

Einer der elf Brunnen:
Die Oort‘sche Wolke (Jean-Michel Otinhoniel) in Franeker

Mit dem Zug fahren wir nach Leeuwarden und treffen gleich am Bahnhof auf einen der 11 Brunnen, die internationale Künstler in den 11 friesischen Städten erbaut haben. Dahinter gleich das Besucherzentrum mit dem Wattpanorama einer Holzplattform mit einer Soundinstallation. Witzig finden wir die Escher-Streetart die mit Pflastermalereien auf die M.C.Escher Ausstellung hinweist. Enttäuschung dann beim Friesenmuseum, wo wir besagte Ausstellung ansehen wollen: trotz Museumkaart kommt man nur mit Warteliste hinein. Wir bummeln durch die Stadt, gehen zur Holzltribüne am schiefen Turm ‚Oldehove‘. Nicht zur Kulturhauptstadt gehört die stylistische Albert Hein Filial in der alten Kornbörse, die ist immer hier. Unseren Imbiss nehmen wir in einem netten Straßenkaffee und können dabei die Boote der Grachtenfahrten beobachten.

So richtig begeistert sind wir nicht von Leeuwarden als Kulturhauptstadt, wir fanden nicht so den rechten Zugang. Man konnte das schon befürchten, denn auch die Webseite der Kulturhauptstadt vermittelte mehr Verwirrung statt Klarheit. Besonders ärgerlich fanden wir, dass vieles nur in niederländischer Sprache beschrieben ist und ohne Erklärung ist vieles nicht zu verstehen. Eigenartig, bei einem europäischen Ereignis..

So 24.6: Franeker und Mo 25.6 Nach Lauwersoog

Nach einem Tag Nixtun in Franeker fahren wir nach Dokkum, um wir eine weitere der „11 fountains“ zu sehen, den Eisbrunnen. Doch statt eines Brunnens finden wir nur eine Baustelle. Auf der Webseite 11fountains.nl finden wir dann – mal wieder nur auf niederländisch – den Hinweis, dass es Probleme mit der Technik gibt und der Brunnen hoffentlich erst im vierten Quartal des Jahres fertig wird. Das Foto der Baustelle zeigt, das die „technischen Probleme“ wahrhaft gewaltig sein müssen.

Später finden wir im Internet eine Pressemeldung ( https://www.lc.nl/friesland/IJsfontein-Dokkum-haalt-deadline-niet-22941617.html), die erwähnt, daß der Brunnens pure Energieverschwendung sei. Der Energieverbrauch entspräche dem von 100 Haushalten. Die Energie wird benötigt, weil der Brunnen während des Betriebes ständig frisches Eis produzieren soll. Nun wird an einer günstigeren Lösung gearbeitet, bei der Solarenergie genutzt wird, die auf dem Dach des Rathauses gewonnen werden soll.Weiter gehts  nach Lauwersoog. Dort gibt es einen großer Campingplatz mit viel Wasser, aber weniger maritimen Flair als wir gehofft hatten. Wir radeln hinterm deich weil es anders nicht geht, am schluß bekommen wir doch noch einen schönen Blick auf Terschelling und einen fischenden Kutter. Die Radtour um den großen Binnensee und das Vorgelschutzgebiet sparen wir uns. Im Hafen gibt es keine Läden oder netten Restaurants. In einem schmucklosen Imbiss gibt es frittierte Seezunge. Sie ist trocken. 

Dienstag, 26.6.: Groningen

Wir fahren nach nach Groningen zum Campingplatz Stadpark. Der Navi dirigiert uns sicher bis 50 m vor den Platz, wo eine für Autos gesperrte Straße eine Weiterfahrt unmöglich macht. Nach einer 360 Grad Umrundung kommen wir endlich rein. Der Platz liegt im Stadtpark, der wiederum ist ein großer, schöner Park mit großen Bäumen. Leider sind die Stellmöglichkeiten für Bullies und größere Autos rar, denn der Wiesengrund ist zu weich, um ihn mit Autos befahren zu können. In den hohen Baumen nisten Fischreiher, man kann sehen und hören (!!) wenn gefüttert wird.

Per Rad fahren wir ins Groninger Museum. Hier ist das Gebäude selbst schon ein Kunstwerk. Vom Alessi Designer entworfen, soll es einem Kaffeeservice nachempfunden sein. In der aktuellen Ausstellung „De Ploeg“ geht es um eine Groninger Künstlervereinigung, die stark durch Van Gogh und die Deutschen Expressionisten beeinflusst wurde. Die Ausstellung gefällt uns sehr gut, nicht nur die Bilder (z.B. von Jan Wiegers) sondern auch die Räume, die erläuternden Texte etc.

Zu Fuß wandern wir durch die Stadt. Sie ist zwar autofrei, dafür sind es rasende Radfahrer, die einem den Bummeln etwas verleiden. Wir essen in der alten Waage, ich überfresse mich an einem Uitsmijter

15.05.18
Ein Nachtrag: Olympische  Stilblüten

Beim Verfolgen der Olympischen Winterspiele…. ja, ja, es ist etwas her…. hatte ich einige Stilblüten der stets eifrigen TV-Kommentatoren gesammelt. Diese Sammlung hatte ich aus den Augen verloren und nun wieder gefunden. Da diese Perlen nur wenig mit Winter zu tun haben, kann ich sie auch im Mai präsentieren:

„Volatil, wie eine Risiko-Aktie“ Skispringen, ZDF 10.2. 14:20

„Jetzt haben sie ihm einen Bettvorleger oder sowas umgehängt“ , Skispringen, ZDF 10.2., 14:30.

„Shawn White hat inzwischen eine Frisur wie ein BWLer“, Snowboard ARD 13.2., 9:10.

„Wenn ich nicht hingucken müsste, würde ich weggucken“, Rodeln Frauen ARD 13.2., 13:50.

„Da läuft einem die Gänsehaut den Rücken runter…“, Biathlon Frauen, ARD, 15.2., 10:20

„Ganz flüssig der Auslauf…“ Eiskunstlauf, ARD 9.2. 9:45

Mein Favorit ist die laufende Gänsehaut!

10.05.18
Mal schnell nach Föhr…

Das anhaltend gute Wetter animiert uns, einen lange geplante Ausflug zu unternehmen: der Besuch des Museums ‚Kunst der Westküste‘ in Alkersum auf Föhr.

Wir brechen am Montag morgen auf, und fahren nach Husum, genauer: nach Schobüll auf den Campingplatz Seeblick. Der Platz liegt toll und bietet ohne sichtversperrenden Deich einen schönen Blick über das Wattenmeer zur Insel Nordstand. Nachdem wir uns mit den Gegebenheiten vertraut gemacht haben, fahren wir mit den Rädern am Meer entlang nach Husum. Viele Schafe bevölkern mit ihren Lämmern den Deich. Der Himmel ist wolkenlos und blau. Die Temperaturen liegen bei 24 Grad.

Vorbei an der Ruine des Strandhotels Husum geht es zum Binnenhafen, wo wir die Räder abstellen. Husum ist eine prima Einkaufsstadt mit vielen und auch kleinen künstlerisch angehauchten Läden. Der alles dominierende Herrscher der Husumer Geschäftswelt scheint C.J.Schmidt zu sein. Diesen Schriftzug sieht man an zahllosen Geschäften.

Nach erfolgreichem Shopping, kehren wir in der Neustadt (Achtung Straßenname) im ‚Husumer Künstlercafé‘ ein. Es gibt bombastischen Torten mit leckerem Kaffee  zu gehobenen Preisen. Zurück in Schobüll inspizieren wir zunächst das Restaurantangebot (alles geschlossen oder ungeeignet) und nehmen uns vor, später zum Abendessen erneut nach Husum zurückzufahren. Im Fischlokal ‚La Mer’ direkt an der Kaikante genehmigen wir uns leckere Krabbengerichte.

Abends gibt es Sonnenuntergang in der zweiten Reihe. Wenn nur der blöde Wohnwagen nicht wäre.

Wohnwagen vor Sonnenuntergang

Dienstag, 8. Mai

Am nächsten Morgen packen unsere Sachen und fahren nach Dagebüll. Die Straßen sind so schlecht, daß man sich in einem anderen Teil Europas wähnt. Die Enegiergewinnung hingegen ist topmodern: Windräder, so weit das Auge reicht. Wir parken auf dem Inselparkplatz und schippern bei erneut prächtigem Wetter nach Föhr.

Das Wasser steht relativ hoch, trotzdem sind einige Sandbänke schon trocken und mit dem Fernglas und dem Teleobjektiv lassen sich einige Seehunde ausfindig machen. In Wyk angekommen, machen wir uns direkt auf den Weg nach Alkersum.

Das Museum ‚Kunst der Westküste‘ besteht aus einem modernen Neubau, der mit dem ehemaligen Dorfkrug und dem Garten zur einem schönen Arrangement zusammengefügt wurde. Das Museum zeigt – ähnlich wie das Noldemuseum in Seebüll – keine ständige Ausstellung, sondern wählt immer zu einem bestimmten Thema einen Teil aus seiner umfangreichen Sammlung aus. Das aktuelle Thema ist ‚Norwegen‘. Neben der Hauptaustellung ‚Faszination Norwegen – Landschaftmalerei von der Romantik zur Moderne‘, gibt es Bilder des norwegischen Fotografen Kare Kivijärvi sowie zeitgenössische Kunst unter dem Titel ‚Norway Contemporay‘ zu sehen.

Neben den dramatischen Bildern norwegischer Berglandschaften gefallen uns besonders die Fotos des Zeitgenossen Rune Guneriussen. Der Künstler sucht sich spezielle Orte in der Natur, in die er dann Alltagsgegenstände wie Lampen, Stühle oder Telefone arrangiert. Von dem Ergebnis fertig er großformatige Fotos an. Anschließend versetzt er den Ort wieder in den ursprünglichen Zustand. Einige Beispiele kann man auf der Webseite von Rune Guneriussen sehen.

Nach der Kunst soll es Kuchen geben: der Apfelgarten in Oldsum wird oft empfohlen. Vom kräftigen Südost-Wind geschoben, bewältigen wir die 5 Kilometer im Fluge, leise ahnend, was dies für die Rückfahrt bedeutet. Leider ist der Apfelgarten überfüllt und auch das nächste Café scheint vom Besucheransturm überfordert zu sein. Also radeln wir über Nieblum zurück nach Wyk, wobei nicht nur der kräftige Wind, sondern auch der Zustand der Radwege, sowie das Verhalten anderer Radfahrer das Vergnügen trüben.

Als wir endlich in Wyk sind, reicht uns Kuchen nicht mehr, es soll herzhafter sein. Nachmittags ist das hier gerade nicht so einfach. In einer Nebenstraße werden wir fündig und bekommen lecker Back- und Panfisch. Auf der Promenade herrscht bei strahlender Sonne und kräftigem auflandigem Wind eine herrlich maritime, sommerliches Atmosphäre.

01.05.18
Frühjahrsfahrt nach Holland

Die erste Reise 2018 führt uns nach Holland. Wir haben einige Museen auf dem Zettel, darunter endlich auch das Van Gogh Museum in Amsterdam und natürlich soll es auch nach Den Haag zur Tochter gehen.

Montag, 23.4.

Über Nordhessen geht es zum Nationalpark Hoge Veluwe. Obwohl die Fahrt mitten durchs Ruhrgebiet führt, geht es gut voran, kaum Verkehr, keine Staus, ganz im Gegensatz zum Norden.

Der Nationalpark Hoge Veluwe  ist ein großes Areal mit Wäldern, Heidelandschaften und Sandflächen. Mittendrin das Kröller-Müller Museum mit der größten Privatsammlung von Van Gogh Gemälden und einem großen Skulpturengarten. Ebenfalls im Park gelegen: der Naturcamping  Hoge Veluwe bei Hoenderloo. ‚Naturcamping‘ klingt zuerst abschreckend, ist es aber nicht: kein Donnerbalken, dafür tadellose Sanitäranlagen und superschneller WLAN.

Im nahegelegenen Ort finden wir einen Supermarkt und nehmen einen Kaffee beim Bäcker. Dann erkunden wir den Park. Dafür nutzen wir die ‚Witte Fietsen‘: kostenlose nutzbare Fahrräder, die an allen Punkten des Parks stehen. Kein Licht, keine Schaltung, Rücktrittbremse, Kindersitz. Man kann die Räder einfach nehmen, nutzen und danach überall stehen lassen.#

Erfreulicherweise eigenen sich ‚Witte Fietsen‘ auch gut für frisch operierte Karpaltunnelsyndromhände. Die dem holländischen Omafiets nachempfundene Rahmengeometrie sorgt für einen aufrechten, leicht nach hinten gelehnten Sitz mit minimaler Last auf den Händen.

So steht dem Genußradeln auf den asphaltierten Wegen durch Wald und Heide nichts im Wege. Durch frisches Buchengrün geht es zunächst zum Jagdschloß Hubertus, welches sich die Eheleute Kröller-Müller vom Großmeister Hendrik Petrus Berlage errichten liessen. Wie alle Berlagebauten wirkt es etwas streng, fast wie eine Festung. Der unproportional hohe Turm wurde gegen den Willen des Architekten auf Wunsch der Bauherren realisiert. Die Aussicht sei toll, kann man lesen. Ausprobieren können wir es  nicht: montags geschlossen.

Weiter geht es durch eine steppenartiges Gebiet. Sogar der hier mit einem Denkmal geehrte Südafrikageneral de Wet fühlt sich bei einem Besuch an Afrika erinnert. Dann werfen wir einen ersten Blick aufs Kröller-Müller Museum: auch dieser Bau sieht eher aus, wie eine Kaserne. Entworfen wurde er aber nicht von Berlage, sondern vom nicht weniger renommierten Belgier Henry van der Velde.

Im Auto gibt es Fertignudeln aus dem Supermarkt. Die Nacht ist kalt , es regnet.

Dienstag, 24.4.

Am zweiten Tag in Hoge Veluwe widmen wir uns der Kunst. Das Wetter ist kalt, aber trocken. Mit dem ‚Witte Fiets‘ radeln wir zum Museum. Das Kröller-Müller Museum ist eine bedeutende private Kunstsammlung und die zweitgrößte van Gogh-Sammlung der Welt. Angegliedert ist ein großer Skulpturengarten – einer der größten Europas. Mit derartigen Superlativen muss man in den Niederlanden allerdings vorsichtig sein: die Niederlande sind die vermutlich größte Superlativsammlung der Welt.

Der Kunstgenuss wird etwas getrübt durch die zahlreichen Schulklassen, die mit mehr oder weniger Interesse und umso größerer Lautstärke durch die Säle schwirren. Nachdem wir die schöne Sammlung gesehen haben, wollen wir eine Mittagspause machen, doch das Restaurant ist überfüllt. Scharen asiatischer Besucher stehen in der Schlange an der Essensausgabe. Nun bewährt sich schon wieder unsere Museumkaart, die und freien und beliebig häufigen Eintritt ermöglicht: wir verlassen das Museum und kehren im Restaurant des nahegelegenen Besucherzentrums von Hoge Veluwe ein.

Gestärkt gehen wir den zweiten Teil an und wandern durch den Skulpturengarten. Der Garten ist wirklich groß, manche Exponate muß man regelrecht suchen. ‚Kiek Uit Attention‘ hingegen ist kaum zu übersehen: es ist eine Treppe, die schnurgerade auf einen kleinen Berg hinaufführt und eine schöne Aussicht verspricht. Leider ist der Zugang aus Sicherheitsgründen gesperrt: der Künstler hat keine Geländer vorgesehen.

Auf dem Weg zum Campingplatz kommen wir an einem Wildbeobachtungspunkt vorbei, wo wir tatsächlich eine grössere Rotte Wildschweine zu Gesicht bekommen. Am Abend nach der Dämmerung kehren wir noch einmal zurück und fangen uns sofort den Anschiss eines Rangers ein: nach acht Uhr sei der Park geschlossen. Das bedeutet für uns, die wir ja im Park übernachten, daß wir den Campingplatz nicht verlassen dürfen.

Nach Anschissen wegen Rucksacktragens und Kunstanfassens ist dies der dritte Verweis, den wir uns an diesem Tag einfangen.

Mittwoch, 25.4.

Heute geht es an die Nordsee: wir wollen Tulpenfelder sehen. Es ist jetzt genau die richtige Zeit dafür. Wir parken in Nordwijkerhout direkt hinter den Dünen und nehmen unsere Fahrräder. Es dauert nicht lange bis wir die ersten Felder sehen. Auf Radwegen geht es in Richtung Lisse, überall Tulpenfelder: rote, gelbe, rosafarbige, rot-gelbe. Wir können uns nicht sattsehen. Im Golfclub gibt es Kaffee und Apfelkuchen. In Lisse schauen wir uns den Trubel am Eingang zum Keukenhof an und machen uns auf den Rückweg.

Mit dem Auto geht es weiter nach Haarlem, nicht ohne weitere Stopps, um Tulpenfelder zu fotografieren. Wir landen auf dem Campingplatz de Liede am Stadtrand. Das stellt sich als gute Wahl heraus, denn in der Nähe gibt es einen Bahnhof, von dem aus man mit dem Zug nach Amsterdam fahren kann.

Es ist kalt und windig.

Donnerstag, 26.4.

Von unserem Übernachtungsplatz in Haarlem gehen wir zum Bahnhof und fahren mit der Bahn nach Amsterdam. Die Fahrt dauert 15 Minuten, der Zug ist proppenvoll und wir sind froh, einen Stehplatz zu bekommen.

Beim Aussteigen herrscht schon auf dem Bahnsteig ein tierisches Gedränge, welches sich auf dem Bahnhofsvorplatz und in der Innenstadt fortsetzt. Touristen, Geschäftsleute, Schulklassen, Radfahrer: ein riesiges Gewühl. Zu Fuß gehen wir zum Museumsplein. Wir hatten gehofft, durch diesen Gang etwas von der Stadt zu sehen, aber durch die Fülle und den heftige Gegenwind bleibt das Vergnügen aus. Als wir am Museumsplein ankommen, ist schon ein erheblicher Teil unsere Energie verbraucht. Der Platz präsentiert sich dann aber als Oase der Ruhe. Die riesige Rasenfläche und die drei großen Museen bilden ein großartiges Arrangement.

Wir haben uns ausschließlich das Van Gogh Museum vorgenommen, auch hier ist es sehr voll. Viele Reisegruppen, allesamt mit Audioguides ausgestattet, bevölkern die Säle. Man muss sich regelrecht anstellen, um die Bilder zu betrachten, aber es ist ok. Wenigstens herrscht hier nicht so ein Geschnatter, wie bei unserem Besuch im Kr öller-Müller Museum. Einige der prominenten Gemälde suchen wir zunächst vergeblich. Später finden wir sie dann in der Ausstellung ‚Van Gogh und Japan‘, in der dem Einfluß japanischer Kunst auf van Gogh nachgegangen wird.

Ursprünglich wollten wir zumindest auch einen Blick in die Bibliothek und die Ehrengalerie des Rijksmuseums werfen, aber nun fehlt uns die Energie und wir belassen es bei einem kurzen Blick ins Foyer. Der Rückweg zum Bahnhof gestaltet sich ähnlich, wie der Hinweg, lediglich der störende Gegenwind fehlt. Aber die Straßen sind immer noch proppenvoll. Immerhin ergattern wie für die Rückfahrt einen Sitzplatz im Zug.

Nachdem wir uns auf dem Campingplatz etwas von den Strapazen der Großstadt erholt haben, fahren wir mit den Rädern in die Innenstadt von Haarlem. Vom vermutlich hübschen Marktplatz ist wenig zu sehen, weil Jahrmarktsbuden und ein Riesenrad den Blick versperren. Ganz Holland rüstet sich für den morgigen Koningsdag (Königsgeburtstag) und den in der kommenden Woche folgenden Freiheitstag.

Nach etwas Shopping finden wir in einer Pizzabar einen Platz an der Theke und lassen den Tag ausklingen.

Freitag, 27.4.

Von Haarlem geht es nach Den Haag. In Hillegom sorgen erneut Tulpenfelder für einen Stop, wir können einfach nicht genug bekommen.

In Den Haag wollen wir auf dem Weg zum  Campingplatz de Roompot in Kijkduin unsere Ortkenntnis nutzen und das Stadtzentrum meiden, doch eine kleine Baustelle und die deswegen eingerichtet, gigantische Umleitung führt uns in großem Bogen mitten durch die Innenstadt.

Es ist kalt und sonnig. Nachdem wir unseren Platz eingerichtet haben, gehen wir an den Strand. Wir besuchen ‚Hemels Gewelf‘, ein Landschaftskunstwerk von James Terrell und gehen dann in eine Strandbar. Danach radeln wir in die Stadt und probieren den Italiener La Famiglia aus.

Samstag, 28.4.

Mit dem Auto fahren wir von Kijkduin zu unserer Tochter. Dort laden wir diverse Überlebensgüter aus – u.A. 25 kg Malz?. Dann geht es zu Fuß zum Gemeentemuseum, wo wir die Max Lieberman Ausstellung „Een Zomers Impressionist“ besuchen. Der Deutsche Maler hat viel Zeit an der holländischen Nordseeküste verbracht.

Nach dem Ausstellungsbesuch gehen wir nach Scheveningen in den Fischhafen und kaufen unser Abendbrot ein. Danach geht es mit der Tram nach Hause. Wir haben kaltes Schauerwetter.

Sonntag, 29.4.

Wir fahren direkt vom Campingplatz aus zur Autobahn. In der Provinz Flevoland nördlich von Amsterdam reichen riesige Tulpenfelder bis an die Straße. Die Fahrt verläuft problemlos. Rechtzeitig zum Campionsleague-Viertelfinale zwischen dem THW Kiel und V. adar Skopje sind wir zu Hause.

14.04.18
Klaus Fussmann

Gerade diese späten Bilder gefielen uns in der Ausstellung besonders gut: Sehr viel Farbe, auch von der Menge her, denn der Meister trägt besonders dick auf.

Man kann Fussmann auch gut zuhören und sich am bisweilen trockenen Humor des 80-jährigen freuen. So zum Beispiel in der schönen NDR Filmdokumentation „Es ist Zeit“. Mein Lielingszitat: „Der Nicht-Maler denkt über ein Bild nach und malt es dann nicht“. Mehr und auch tiefgründigeres hört man in diesem Interview bei NDR Info

In der Ausstellung war das fotografieren erlaubt. Ich hoffe mal, dass ich die selbst gemachten Fotos hier auch zeigen darf:

11.04.18
Klee in Stickenhörn

Von Holtenau aus machten wir einen Spaziergang auf dem ehemaligen Gelände des Marinefligergeschwaders 5. Es wird wohl noch lange dauern, bis über die zukünftige Nutzung entschieden ist und entsprechende Baumaßnahmen abgeschlossen sind. Hier die Ideen…

Möglicherweise ist der derzeitige Zustand der beste für die nächsten Jahre: immerhin kann das Gelände von der Öffentlichkeit genutzt werden, man kann am Wasser entlang spazieren und die Aussicht auf die Förde genießen. Die Jugend hat eine überdachte Skateboardanlage und das Kieler Schauspielhaus plant für den Sommer eine Freiluftaufführung. Ein asphaltierter Radweg verbindet die Stadtteile Holtenau und Friedrichsort. Weitere Möglichkeiten für eine Zwischennutzung fallen einem sofort ein…

Schon oft fragten wir uns, ob die lange Mole auf der gegenüberliegenden Seite des Beckens am nördlichen Ende des Geländes öffentlich zugänglich ist. Dieses Mal entdeckten wir den Zugang und ja, die Mole ist zugänglich.

Für viele ist es natürlich kein Geheimnis, denn die Mole gehört zum Sportboothafen Stickenhörn. Aber wir waren in der Tat noch nie dort. Das Ende der Mole bildet eine kleine Grünanlage mit Spielplatz, von hier aus beobachteten wir das Treiben auf dem Wasser. Wunderschön, wenn’s jetzt noch einem Imbiss gäbe……

Das Gerüst des Spielplatzes erinnert mich etwas an die Linien in einigen Bildern von Paul Klee. Ich nahm die App ‚ConstructKlee‘ und machte aus einem Foto das Bild ‚Klee in Stickenhörn‘.

05.03.18
Spielereien mit Paul Klee

01.03.18
Winterwetter

Im Januar tobte mal wieder ein kräftiger Sturm für Kleinholz. Dieses Mal allerdings bleib der Norden verschont. Schlimmer war es im Westen und wie hier am Westberg bei Hofgeismar.

27.01.18
Besslerrad

Der deutsche Erfinder Johann Ernst Elias Bessler (1680-1745) machte unter dem Pseudonym Orffyreus Karriere und stellte im Jahr 1715 der Öffentlichkeit ein anscheinend gut funktionierendes Perpetuum Mobile vor.

Landgraf Karl von Hessen-Kassel bot Bessler an, ihn in seinem Schloss aufzunehmen und für sämtliche Lebenshaltungskosten aufzukommen. Im Gegenzug sollte der Erfinder den technikinteressierten Landgrafen in die Geheimnisses seines „Besslerrades“ einweihen.

In einem Zimmer des Jagdschlosses Weißenstein (jetzt Schloß Wilhelmshöhe) wurde ein mit Leinenstoff bespanntes Rad aufgebaut und in Gang gesetzt. Das Zimmer wurde versiegelt und nach 40 Tagen wieder geöffnet: das Rad drehte sich unvermindert mit 25 Umdrehungen pro Minute.

Das erregte Aufsehen: Zar Peter der Große und auch die Londoner Royal Academy wollten das Besslerrad zu kaufen. Warum der Verkauf scheiterte,  wie der Schwindel aufflog und weitere Details findet man in den Quellen:

RegioWiki 

Wikipedia

Funfact: Der holländische Mathematiker, Physiker und Astronom Willem Jacob ’s Gravesande, der das Besslerrad wissenschaftlich begutachte, war Zeit seines Lebens Professor in Leiden.

20.12.17
Adventsbesuch in Den Haag

Donnerstag, 30.11.2017

Seit Sommer habe wir die ‚museumkaart‘. Damit kommt man ein Jahr lang ohne weitere Kosten in die meisten holländischen (friesischen, limburgischen, gelderländischen….) Museen, so oft man will.  Bei der Zahl und Qualität an Museen, die es dort unter dem Meeresspiegel gibt, lohnt sich die Karte – selbst, wenn man in Kiel wohnt.

Nachdem wir nun schon ein paar Mal in Den Haag waren, wollen wir nun endlich mal ins Mauritshaus. Linda besorgte uns eine AirBnB-Wohnung in ihrer Nähe und wir juckelten für ein langes Wochenende nach Den Haag.

Nach wie immer zu langer Anreise, kommen wir in Den Haag an. Unsere Vermieter sind in der Karibik, die Schlüssel können wir in einer Sushi-Bar abholen. Wir finden eine ganz tolle, kleine Wohnung vor. Schön eingerichtet, Fernsehen, WLAN, Parkplatz vor der Tür, alles pikobello. Ein Merkzettel begrüßt uns und weist auf eine regionale Spezialität hin, die als Begrüßungsgeschenk im Kühlschrank sei. Der Kühlschrank ist nicht etwa leer, sondern gut gefüllt: Milch, Obst, Säfte,… eine lange Reise haben unsere Gastgeber wohl nicht geplant. Und die regionale Spezialität? Wir entscheiden, dass die einsame Flasche Bier der Den Haager Compaan Brauerei gemeint ist.

Leider klappt es wieder mal nicht mit dem Entrichten der Parkgebühr: es geht nur per Kreditkarte, aber  die Kreditkarte funktioniert nicht. Die zweite auch nicht, keine Chance. Gut wenn man eine Tochter hat, die Anwohnerin ist: Anwohner können über das Internet die Autonummer eingegeben und damit ist alles erledigt. Schlecht, wenn man keinen Anwohner kennt.

Freitag, 1.12.2017

Die Fahrräder haben wir in Kiel gelassen, bei den kurzen Wegen hier kann man auch mal aufs Rad verzichten: Lindas Wohnung, diverse Kneipen und auch die Innenstadt sind gut zu Fuß zu erreichen.

Gemäß unserer Absicht gehen wir schnurstracks zum Mauritshaus. Das Museum ist in einem prächtigen Stadtpalais untergebracht und wurde erst 2014 nach einer Renovierung neu eröffnet. Für besonderen Zulauf sorgt der Hype um ‚Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge‘ von Jan Vermeer. Viele kommen wohl nur, um vor diesem Bild ein Selfie zu machen.

Wie schon beim Museum ‚Escher in het Paleis‚ ist allein das Gebäude einen Besuch wert. Das Mauritshuis liegt am Hofvijver, dem Wasserbecken an den auch der Binnenhof angrenzt. Direkt neben dem Museum befindet sich – gut einsehbar – ‚Het Torentje‚ (Das Türmchen), das sechseckige Büro des niederländischen Premierministers.

Wir sind nicht die großen Kunstkenner, aber lernwillig. Dabei ist die Audioführung, die man im Mauritshuis per WLAN aufs Handy bekommt, eine gute Hilfe. Fast jedes Bild hat eine Geschichte und eine Besonderheit. Beeindruckend ist zum Beispiel die Detailtreue, mit winzige Insekten in gigantische Blumensträuße gemalt wurden.

Gar nicht winzig ist einer unserer Favoriten: Der Stier von Paulus Potter. Das Bild ist sagenhafte 3,40 Meter breit und 2,20 Meter hoch und zeigt eine Weide. Im Vordergrund steht ein junger Stier – lebensgroß! Wenn man dicht an das Bild tritt, sieht man jedes einzelne Haar und jede Fliege die auf dem Fell sitzt. Hier sind unsere Favoriten:

Auf einem Bild entdecke ich den Physiker Christiaan Huygens – jedenfalls glaube ich das. Irgendwo hatte ich das Gesicht schon einmal gesehen. Doch wie sich herausstellt, ist es nicht Christiaan Huygens, sondern sein Vater Constantijn. Um ihn herum sind Porträts seiner fünf Kinder angeordnet, darunter auch besagter Christiaan. Ich informiere mich weiter und finde eine Menge interessanter Details über die Familie Huygens, die ich zu folgender Bildergeschichte zusammengefügt habe. 

Ein Klick öffnet ein neues Tab mit der Bildergeschichte bei Adobe Spark.

Das Mauritshuis ist kein großes Museum, dennoch haben wir es unterschätzt. Unsere Energie reicht nicht für alle Exponate. Gut, dass wir die Museumkaart haben 😉

Wir bummeln noch ein wenig durchs weihnachtliche Den Haag, aber so weihnachtlich ist es gar nicht. Grundsätzlich gibt es in den Niederlanden wohl weniger Weihnachtsrummel als bei uns. Es ist sehr unterschiedlich: die einen zelebrieren es wie bei uns, andere wiederum ignorieren das Thema komplett. Und richtig los geht es auch erst, wenn Sinterklaas wieder nach Spanien abgereist ist, also am 6.Dezember.

Auf dem Weg nach Hause, kommen wir am Mesdag Panorama vorbei. Museumkaart? Ja! Das Mesdag Panorama ist ein riesiges Panoramagemälde, es zeigt den Strand von Scheveningen. Auf effektvolle Weise wird man in das Bild geführt: zunächst durch einen dunklen Gang, dann eine Wendeltreppe nach oben und plötzlich steht man mitten im Zentrum des Rundgemäldes. Der Vordergrund besteht aus echtem Sand und der Übergang in das Gemälde ist zur schwer zu erkennen. Eine perfeke Illusion.

Panorama Mesdag

Samstag, 2.12.2017

Als wir nach dem Frühstück Lindas Wohnung verlassen, laufen wir sofort Sinterklaas und seinem Zwarte Piet in die Hände. Ich hatte die beiden beim Schlachter gegenüber entdeckt und versucht Fotos zu machen. Das hatte Sinterklaas entdeckt. Er kam über die Straße zu uns herüber. Auha, kommt jetzt die Rute? Zum Glück nicht. Ganz Profi stellte sich der gute Mann hin und posierte für ein Bild.

Zwarte Pieten auch im Fred, der Frederik Hendriklaan. Die schöne Einkaufsstraße ist wie an jedem Wochenende gut besucht. Etwas Weihnachtsschmuck, die ersten Tannenbaumverkäufer, Olijebollen.

Eine Kombo geschwärzter Blasmusiker zieht durch die Straße. Zwarte Pieten verteilten Pepernoten und machten Quatsch. Einer versuchte einer älteren Dame DAB-Dance beizubringen. Viele Passanten singen die Lieder mit. Alle textsicher.

Seit einiger Zeit sehen sich die Zwarten Pieten Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Es kam sogar zu gewalttätige Übergriffen auf Sinterklaas-Umzüge. Die in Deutschland lebende Holländerin Alexandra Kleijn hat auf ihrem buurtalblog einen guten Text dazu geschrieben.

Wir gehen weiter zum Hafen und kehren im Rootz ein, eine Kneipe mit einer beeindruckenden Bierkarte. Leider funktioniert der Service nicht optimal. So müssen wir lange auf unsere Borrelhapjes  warten, speziell ich auf meinen ersten Bitterballen. War ok.

Simonis hat den Fischhandel in Den Haag fest im Griff, überall gibt es Simonis Fischbuden. Simonis im Hafen von Scheveningen ist sogar das Ziel von Touristenbussen. Und er ist auch wirklich sehenswert. Wir kaufen Fisch für das Abendessen. Als zusätzliche Leckerei gibt es hauchdünne Tunfischscheiben.

Sonntag, 3.12.2017

Der holländische Dichter und Politiker Jacob Cats begann um 1640 herum, einen Bauernhof zu seinem Wohnhaus umzubauen und die umgebende Dünenlandschaft in einen englischen Park zu verwandeln. Haus und Park gibt es heute noch: der Park ‚Sorghvliet‘ ist von einer hohen Mauer umgeben und das ‚Catshuis‘ ist eine Residenz des niederländischen Ministerpräsidenten. Auch für Empfänge und Konferenzen wird das Catshuis genutzt. Mächtige Staatsoberhäupter wie Obama, Merkel, Hollande, Cameron und Mandela waren hier zu Gast. Besonders unangenehme Gäste gab es während des Zweiten Weltkriegs: deutsche Besatzer nutzten das Gelände für den Abschuss von V2-Raketen mit dem Ziel London.

Unser sonntäglicher Spaziergang führt uns in den Park. Es ist ein ruhiges Stück Natur mitten in der Stadt, welches sicher im Frühjahr noch schöner wirkt, aber auch an einem trüben Wintersonntag seinen Reiz hat.

Nach einer ausgiebigen Runde durch den Park gehen wir weiter zum Gemeentemuseum. Zunächst stärken wir uns im museumseigenen Café Gember, dann besuchen wir die aktuelle Austellung über die Stilrichtung ‚Art Deco‘. Es geht hauptsächlich um den französischen Modedesigner Paul Poiret der auf diesen Designstil starken Einfluß gehabt hat.


Odde, eine hauptsächlich in unserer Familie geläufige Form des Ausdruckstanzes.

Eine Parallelausstellung handelt von Picasso und seinem Freund Julió Gonzales. Dieser half Picasso, einige seiner zweidimensionalen Werke in Metallskulpturen zu übertragen. Wir entdecken sogar eine ‚Odde‘, eine Skulptur mit der diese bisher nur in unserer Familie praktizierten Form des Ausdruckstanzes dargestellt wird.

Im Anschluß schauen wir uns noch ein paar Bilder von Piet Mondrian an, die bei unserem letzten Besuch zu kurz gekommen waren. Das Mondrianjahr neigt sich dem Ende zu, aber die meisten Bilder gehören ohnehin zum Bestand des Museums.

Unabhängig von dem was dargeboten wird, ist immer wieder auch das Gebäude selbst eine Attraktion. Das Museum wurde von H.P. Berlage ebenfalls im Art Deco Stil entworfen und zählt zu den schönsten Museumsbauten Europas.

Montag, 4.12.2017

Unseren Plan nach Amsterdam zu fahren um in der touristenarmen Zeit das Rijksmuseum und das Von Gogh Musum zu besuchen haben wir schon am Vorabend fallen gelassen. Uns reichen die zwei Museumstage erst einmal.

Mit der Straßenbahn fahren wir ans Meer, nach Scheveningen. Wo gibt es das schon? Mit der Straßenbahn zum Strand! Über die häßliche Bebauung der Promenade habe wir uns schon mehrfach echauffiert, gewöhnen werden wir uns nie daran. Am Besten man macht es wie die ‚Spookjesbelden‘ : Man dreht den Bauten den Rücken zu und blickt aufs Meer.

Spokjesbelden Scheveningen

Winter in Scheveningen

Das ist an diesem Tag aber auch besonders sehenswert. Ein käftiger Wind hat eine beachtliche Welle aufgebaut, wir machen bei herrlichem Sonnenwetter einen schönen Strandspaziergang.

Anschließend bummeln wir die Kaizerstraat hinunter. Einige Geschäfte sind weihnachtlich hergerichtet. Die Schaufenster eines sonst schmucklosen Heizungsgeschäfts wurden mit allem dekoriert, was ich aus Kindheitstagen kenne: Eisenbahn, Eisläufer, die mit Magneten über einen See aus Glas bewegt werden, Puppen und Figuren, alles in Bewegung.

Weil wir noch eine Postkarte vom ‚Puttertje‘ (‚Der Distelfink‘ von Carel Fabritius) kaufen möchten, fahren wir mit der Straßenbahn ins Stadtzentrum und gehen erneut ins Mauritshaus.

Pepernoten

Kruidnoten der Geschmacksrichtung Trüffel und Karamell.

Beim anschließenden Stadtbummel entdecken wir einen Laden der ausschließlich ‚Pepernoten‘ bzw. ‚Kruidnoten‘ verkauft. Mit Peffernüssen wie wir sie kennen haben diese kleinen Leckereien wenig gemeinsam. Sie sind etwas größer als ein Cent-Stück und bestehen aus einem knusprigen, leckeren Teig mit typisch weihnachtlichem Geschmack. Neben den einfachen Pepernoten gibt es noch Kruidnoten, das sind Pepernoten mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen: Trüffel, Karamel/Meersalz, Weiße Schokolade…

Am Plein, dem großen Platz im Regierungsviertel besuchen wir ein Kaffe, wo es Koffie Verkeerd mit Appeltaart gibt. Auf dem Weg zurück zu unserer Wohnung läuft uns Staatschef Mark Rutte über den Weg: zu Fuß, keine Bodyguards, Handy am Ohr. Wir können es kaum glauben, aber wenn er es nicht war, war es ein 100% Doppelgänger.

Der Plein mit den wenigen aber auffälligen Wolkenkratzern Den Haags

Dienstag, 5.12.207

Heute ist Reisetag und ‚pakjesavond (=Päckchenabend)! In Holland spielt dieser Tag vor Nikolaus ungefährt die Rolle, wie bei uns Heilig Abend – zumindest bezüglich der Geschenke, zumindest für die Kinder. Ein Feiertag ist es nicht: die Geschäfte haben geöffnet, die Kinder gehen zur Schule.

Früh geht es zum nahe gelegene Supermarkt, um Brötchen fürs Frühstück zu besorgen. Gestern gab es für den Laden eine Lieferung Tannenbäume, heute sind sie ausverkauft. Auch die Berge von Pepernoten, die ich gestern noch bestaunte sind deutlich geschrumpft.

An einem Platz stehen vier große Reisebusse, dazu lautes Kindergeschnatter. Der Platz ist voll mit Kindern. Ein Moderator animiert sie zu Weihnachtsliedern. „Sinterklaas, Sinterklaaas, Sinterklaas“ tönt es wie im Fußballstadion. Und dann kommt ER: Begeisterung!

Nach dem Frühstück ziehen wir weisungsgemäß die Tür unserer Wohnung zu, schließen ab und werfen den Schlüssel durch den Briefkastenschlitz. Leider zu früh, wie sich zeigt, denn mein Rucksack, steht noch in der Wohnung.  Im Rucksack sind Computer, Kamera, Ausweise, Kreditkarten, Geld,  etc.

Schnell wird uns klar, dass es keine Chance gibt, wieder in die Wohnung zu kommen: der Schlüssel liegt unerreichbar im Flur, die Besitzer sind in der Karibik. Wir verabreden mit Linda, dass sie den Rucksack abholt, wenn die Wohnungsbesitzer zurück sind und ihn beim Weihnachtsbesuch mitbringt.

Die Heimfahrt verläuft ohne Zwischenfälle.

19.10.17
Herbst am Gardasee

Montag 2.10.2017

Bei regnerischem Wetter fahren wir durch Deutschland und landen auf dem Miemiger Plateau. Wir finden ein Privatzimmer mit Frühstück bei einer älteren Dame. Alles ist so wie früher. Zugestelltes Zimmer, uralter Fernseher und eine sehr nette Wirtin. Ein Spaziergang überzeugt uns, dass das Mieminger Plateau durchaus für einen längeren Aufenthalt taugt. Wir essen in der Moosalm und erfahren, das „Der Stiegl“ in Untermieming der Gasthof ist, ‚wo alle hingehen‘. Nagut.

Bei Obermieming

Dienstag, 3.10.2017

Das Wetter bleibt trübe und diesig, wir überqueren den Brenner, verlassen die Autobahn bei Rovereto und sehen den Gardasee.  Nicht ahnend wie voll es hier ist, haben wir die Straße am Seeufer gewählt. Das erhoffte Vergnügen war arg getrübt, denn es ist sehr voll.

Langsam machen wir uns Gedanken ob es evtl. schwer werden könnte, einen Platz auf dem Camping du Parc in Lazise zu bekommen. Wir waren schon ein paarmal hier und hatten zu dieser Zeit nicht mit so vielen Urlaubern gerechnet.

In Lazise angekommen scheinen sich unsere Sorgen zu bewahrheiten: unzählige Wohnmobile und Wohnanhänger verstopfen den Parkplatz für Neuankömmlinge. Doch wir haben Glück: zwar war der Platz wirklich sehr voll, aber wir können ein schönes Plätzchen ergattern wo wir nicht von hässlichen, monströsen Wohnmobilen („Wurstbuden“) eingekeilt sind und sogar ein Stück vom See sehen.

Mittwoch, 4.20.2017

Uns gefällt es in Lazise. Zwar ist es wie alle anderen Orte am Gardasee ein reiner Touristenort, aber es ist ein hübsches Städtchen mit großen und kleinen Plätzen, vielen Geschäften und Restaurants. Und das gute am Camping du Parc ist, dass man direkt am See ist (keineswegs selbstverständlich) und wenige Minuten Fußweg uns in den Ort bringen.

Nach einigem Suchen finden wir auch den Bäcker wieder, der uns wegen seiner guten Brötchen in Erinnerung geblieben ist. Unser Favorit: Brötchen aus Hartweizengrieß (Grano Duro).

Auch wenn das Bild oben einen anderen Eindruck vermittelt: es ist sehr voll in Lazise, zu voll! Viele Urlauber verstopfen die Gassen, der wöchentliche Markt hat den Ort komplett in Beschlag genommen. Auf dem Promenadenweg, der am Seeufer nach Bardolino führt, fahren unzählige Fahrräder: das Elektrobike ist auch am Gardasee angekommen. Die Managerin auf dem Campingplatz erklärt uns, dass seit einigen Jahren der Andrang bis Ende Oktober anhält.

Aber irgendwie macht uns der Rummel nicht allzuviel aus und wir genießen das warme Wetter. Bei unserem Lieblingsbäcker (äh der einzige in Lazise) erstehen wir frische Gnocchi. Zusammen mit Asiago-Käse ergibt das unser Abendessen. Eine Reminiszenz an die Sommerreise nach Asiago früher im Jahr.

Donnerstag, 5.10.2017

Beim Durchblättern des Reiseführers entdecken wir einen Botanischen Garten der am gegenüberliegenden Seeufer im Ort Gardone liegen soll. André Heller hat diesen Garten erworben und einige Stücke aus seiner Skulpturensammlung dort platziert.

Das klingt nach einem spannenden Ausflugsziel, zumal man von Lazise aus mit dem Boot nach Gardone fahren kann. Die Fahrt geht zunächst nach Bardolino und auf diesem ersten Abschnitt ist das Boot sehr voll. Das bessert sich auf dem zweiten Abschnitt von Bardolino nach Gardone. Überhaupt scheint es – zumindest zu dieser Zeit – am Westufer des Sees wesentlich ruhiger zuzugehen als am Ostufer.

Gardone Riviera ist ein alter Badeort mit Vergangenheit. Er war Sitz der ‚Regierung‘ der von Hitler eingesetzten ‚Sozial Republik Italien‘. Man residierte im immer noch prachtvollen Grandhotel. Im günstigen Mikroklima  hat der tschechische  Naturwissenschaftler Arthur Hruska einen Botanische Garten mit über 2000 Pflanzen aus der ganzen Welt angelegt. André Heller hat diesen Garten gekauft und zu einem seiner Wohnsitze gemacht. Heller hat Skulpturen aus seiner Sammlung aufgestellt und den Garten zu „Einer Florasammlung von Weltgegenden“ gemacht. Auf verschlungenen Pfaden geht es den Hang hinauf, ständig gibt es neue Eindrücke. Teiche, Felsen, Skulpturen, spuckende Monster, Seerosenteiche à la Monet, Buddastatuen, Bambus….großartig! Ich habe dazu folgende Bildergeschichte gemacht.

Ein Klick auf unterstehendes Bild öffnet die Bildergeschichte bei Adobe Spark.

Wochenende und Rückreise

Der Besuch im Botanischen Garten von Gardone war zweifelsohne der Höhepunkt unserer Reise. Die nächsten Tage verbringen wir mit Nichtstun, Eisessen, kleinen Bummeln und Einkäufen. Im Platzrestaurant tobt zur Touristenbespaßung ein ‚Tiroler Abend‘: wer es nicht gesehen hat, glaubt es nicht.

Die Rückreise macht wenig Spaß. Viel Verkehr am Brenner, dann Stau mit Stillstand am Fernpass. Wir übernachten mal wieder auf dem Campingplatz Brunnen bei Füssen. Dort gibt es leckeren Himbeer- und Blaubeer-Cheesekake, später endlich wieder ein Essen im Gasthof am See in Waltenhofen ( https://www.hotel-schwangau.de/ ),  sensationeller Rostbraten! Am nächsten Tag

19.08.17
German Classics

Freunde und Eigner alter Segelyachten treffen sich jährlich in Laboe. ‚German Classics‘ heißt die Veranstaltung, ‚Deutsche Klassiker‘ wollte man das Treffen wohl nicht nennen, aus Sorge unkundige Landratten würden Schiller und Goethe erwarten, statt Mahagoni und Segeltuch.

Für den Freitag waren Kurzwettfahrten und kräftiger Nachmittagsregen angekündigt, also entschieden wir früh nach Laboe zu fahren, in der Hoffnung die Schönheiten nach der Kurzwettfahrt und vor dem Regen im Hafen bewundern zu können. Daraus wurde nichts, denn die Wettfahrten waren zwar kurz, aber es waren derer viele und die Yachten tummelten sich bis zum späten Nachmittag weit entfernt am der gegenüberliegenden Ufer in der Strander Bucht. Der Regen fiel auch aus. So blieb uns ein Essen in der Fischküche und ein schöner Strandspaziergang mit Fernblick auf das Regattageschehen.

Für den Samstag stand eine Langstreckenregatta zum Stollergrund auf dem Programm. Der Start sollte in der Strander Bucht erfolgen. Dieses Mal fällten wir die richtigen Entscheidungen: eine Stunde vor dem Start standen wir in Schilksee auf der Steilküste und beobachteten, wie die Boote aus Laboe herüberkamen. Bei kräftigem, ablandigen Wind aus Südwest verlief die Startkreuz direkt auf uns zu. In Ufernähe war das Wasser spiegelglatt, die Leetonne wurde in respektvollem Abstand zur Steilküste gelegt, um die Segler nicht in die Flaute zu zwingen. Dadurch kamen die Yachten uns zwar nicht so nah, wie wir es uns gewünscht hätten, aber dennoch konnten wir das Geschehen sehr gut beobachten.

01.08.17
Leiden, Scheveningen, Den Haag

Wir fahren nach Wassenaar. Obwohl es mitten durch das Ballungsgebiet geht, haben es eine angenehme Fahrt. Auf dem voll belegten Campingplatz Duinhorst bekommen wir mit Glück einen Platz. Zwar hatten wir reserviert, sind aber einen Tag zu früh. Hier merkt man doch, daß wir in der Hauptsaison unterwegs sind.

Es ist noch früh, wir nehmen uns eine Radtour vor. Zunächst geht es durch das Villenviertel von Wassenaar mit einem kurzen Abstecher zum Freizeitpark Duinrell, dann auf einem toller Radweg durch ein Gebiet mit Pferdezucht zum Valkenburger Meer und weiter in die Universitätsstadt Leiden (Knotenpunkte 34-46-47-48-49-79-53-02-86).

Wir bummeln durch Leiden. Es sind viele Urlauber unterwegs, die Straßenkaffees sind gut gefüllt. Bei VIP auf dem Schwimmdock gibt es Pizza, lecker und preiswert. Das Schwimmdock erweist sich als tückisch: einer Frau rutscht die Tüte mit Einkäufen ins Wasser, beim Rettungsversuch schmeisst der Kellner fast einen Stuhl hinterher: gute Unterhaltung in Leiden.

Die Weiterfahrt ans Meer ist durch Baustellen und Umleitungen kompliziert und nicht angenehm. Schließlich erreichen wir Katwijk an Zee. Von hier aus geht es durch die Dünen nach Süden. Der Dünencamping von Katwijk ist vom Radweg aus einsehbar: enorm voll, dicht belegt und keinerlei Sichtschutz. 

Auf dem schönen Dünenradweg geht es in Richtung Duindell. Es herrscht mächtig viel Betreib, vor allem Radsportler mit Rennrädern bevölkern die Strecke. Das letzte Stück von Duo kennen wir bereits. Als wir am Campingplatz ankommen haben wir 45 km auf dem Tacho.

Beelden aan Zee

Mit dem Rad fahren wir nach Scheveningen. Zur Hochsaison ist es im Bereich des Piers noch häßlicher als sonst. Alles ist zugestellt und voll. Von der Promenade aus ist das Meer nicht zu sehen.

Das Museum ‚Beelden aan Zee‘ (=Skulpturen am Meer) ist fast nicht zu sehen. Einzig die witzigen Figuren (‚Sprookjes‘) auf der Promenade weisen auf das Kunstmuseum hin, welches komplett in den Dünen versteckt ist. Wenn man im Museum ist, wundert man sich dann wie geräumig es ist. Wir kaufen Museumskaarts, die uns für ein Jahr kostenlosen Eintritt in viele niederländische Museen ermöglichen werden.

Neben der interessanten Architektur gefallen uns vor allem die Skulpturen der ständigen Ausstellung. Dazu  gibt es Ausstellungen eines chinesischen und eines italienischen Künstlers. Für die Picasso-Ausstellung, von der wir gehört hatten, kommen wir leider zu spät.

Wir fahren auf der Promenade weiter nach Süden bis in den Bereich des Hafens. Im Surfclub nehmen wir einem Imbiss und beobachten das Strandleben. Anschließend kaufen wir Fisch bei Simons, fahren nach Den Haag zu unserer Tochter und kochen zusammen ein leckeres Abendessen.

Geburtstag im Gemeentemuseum

Am nächsten Tag hat Linda Geburtstag. Wir treffen uns im Gemeentemuseum und huldigen Piet Mondrian, der in diesem Jahr das Thema in Den Haag ist. Vor 100 Jahren wurde die Kunstrichtung „De Stijl“ begründet, wobei Mondrian maßgeblichen Anteil hatte. Als spezielles Thema wurde das Thema ‚Mode‘ behandelt: das Museum zeigte den Einfluss Mondirans auf Modekollektionen.Neben den Exponaten ist das aber auch das Museum selbst ein Hingucker.

Zum Geburtstagsessen gingen wir ins Restaurant Nomad. Ein brasilianisch-österreichischen Paar bereitet ausgesprochen leckeres Fleisch aus Südbrasilien zu, zum Nachtisch gab es Kaiserschmarren. 

31.07.17
Kinderdijk und Rotterdam

Schon lange schon haben wir vor, einen der touristischen Höhepunkte Hollands aufzusuchen: die historischen Mühlen von Kinderdijk. Unsere Idee war, in die nette Stadt Dordrecht zu fahren, dort zu übernachten und von dort aus mit dem ‚Waterbus‘ nach Kinderdijk und auch nach Rotterdam zu fahren.

Leider war der kleine Campingplatz ‚Het Loze Vissertje‘ voll und so mussten wir umdisponieren. Wir fahren zum Campingplatz Landhoeve am Lek. Der Lek ist ein Mündungsarm des Rheins, mit Frachtverkehr und hohen Deichen. Das Land südlich des Lek ist Polderland: tischeben, nass und grün. Überall stehen Windmühlen. 

Der Campingplatz liegt direkt hinter dem Deich. Es ist ein einfacher Baurenhofcamping. Eine Wiese, hervorragende Sanitäranlagen und ein lustiger Vogel als Chef. Da alle Geschäfte in der Umgebung geschlossen haben (Sonntag) fahren wir zunächst zurück nach Dordrecht und füllen unseren Kühlschrank.

Zu den großen Vorzüge vom Campingplatz Landhoeve zählt seine Lage: Zu den Mühlen von Kinderdijk sind es nur sechs Kilometer, die man mit dem Fahrrad auf dem Deich zurücklegen kann. Wir nutzen das aus und machen uns in der Abenddämmerung auf den Weg.

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang tauchen die ersten Mühlen auf. Vom Deich reicht der Blick über das Polderland bis nach Dordrecht. Nur noch wenige Touristen sind zu dieser Zeit unterwegs. Es gibt getrennte Wege für Radler und Fußgänger. Man ahnt, was hier zur Spitzenzeiten los ist.
Einige Mühlen drehen sich, durch die untergehende Sonne und den Abendhimmel eine besonders schöne Szenerie. Etliche Fotografen sind mit Stativen unterwegs und lauern auf den Schuß des Lebens.

Das Gebiet von Kinderdijk ist kein umschlossene Gebiet, der Radweg gehören zum normalen Wegenetz und so beschließen wir, auf dem Mühlendamm weiterzuradeln und im weiten Bogen durch das Polderland zum Campingplatz zurückzukehren. Das Vergnügen wird getrübt, weil Millionen von Insekten in der Luft sind.Zum Glück stechen sie nicht aber das Radeln macht nicht wirklich Spaß. Eine weitere Herausforderung ist das Wassergeflügel, welches um diese Zeit besonders aktiv ist. Man muß im schwachen Licht höllisch aufpassen um keine Enten oder andere Vögel zu überfahren, die unvermittelt aus dem Gebüsch geschossen kommen. 

Im Wasserbus nach Rotterdam

Am nächsten Tag wollen wir Rotterdam erkunden. Zunächst radeln wir über Niew-Lekkerland nach nach Kinderdijk. Der Name Lekkerland hat nichts mit Süßigkeiten zu tun, sondern leitet sich vom Flußnamen ‚Lek‘ ab. Der Radweg führt hinter netten Grundstücken entlang und gewährt Einblick in hübsche Gärten.In Kinderdijk ist jetzt richtig was los. Am Lekufer liegt ein Hotelschiff aus der Schweiz, die überwiegend japanischen Gäste erobern die Mühlen. Unser Interesse gilt dem bereits erwähnten Wassebus. Ähnlich den Kieler Fördedampfern fahren die blau-weißen Boote planmäßig in Rotterdam und in angrenzenden Gebieten. Wie schliessen die Räder an und fahren nach Rotterdam.

Vom Wasser aus kann man sehr schön einige der spektakulären Bauten sehen. Rotterdam wurde von der deutschen Luftwaffe komplett zerstört, daher gibt es wenig alte Bausubstanz. Die typischen beim Wiederaufbau gemachten Bausünden versucht man zur Zeit wieder gut zu machen. Unsere Fahrt endet an der Erasmusbrücke. Etwas orientierungslos gehen wir durch Straßenschluchten. Mitten zwischen den Hochhäusern gibt es einen großen Museumshafen mit vielen zur Besichtigung freigegeben Schiffen und Geräten. Es sieht etwas chaotisch aus.

Auch die berühmte, erst kürzlich eröffnete Markthalle und das umgebende Gelände begeistert uns nicht. Natürlich ist die Markthalle ein spektakulärer sehenswerter Bau, aber im Inneren gibt es keinen Markt, sondern hauptsächlich Freßstände.Vieles, was wir sehen wirkt eigenartig kühl, breite Wege, wenig Grün, viele heruntergekommene Läden. Wir durchqueren das Museumsviertel, es wird dominiert von einer gigantischen Baustelle, die uns den Weg zur Kunsthalle versperrt. Danach steht uns das riesige Medisch Centrum im Weg. Zunächst wundern wir uns, dass ein Medienzentrum über so viele große Gebäuden verfügt. Dann erst erkennen wir, dass die Bedeutung von ‚Medischcentrum‘ nicht ‚Medienzentrum‘ ist ‚Medizinisches Zentrum‘.

Schöner wird es dann, als wir das Maasufer erreichen. Von der Promenade aus hat man einen tollen Blick auf die Wilhelminapier und das Hotel NewYork. Für eine Erkundung dieses Gebiets sind wir aber zu schlapp. Mit dem Wasserbus fahren wir zurück über Ritterkerk nach Kinderdijk.
Wir sollten Rotterdam eine zweite Chance geben und dann etwas besser vorbereitet sein. 

28.07.17
Auch leer in Franeker

Gegen Mittag kommen wir nach entspannter Fahrt durch Friesland in Franeker an. Es ist Ferienzeit – auch in Nordrhein Westfalen. Wir haben uns für den kleinen Ort abseits der Küste entschieden, weil wir befürchteten, direkt am Meer würde es überfüllt sein (ein Irrtum, wie sich zeigen sollte).

Der Vakantiepark Bloemketerp ist eine ruhige, kleine Anlage mit Hallenbad, Restaurant und Kinderspielparadies. Aber von diesen Attraktionen bekommt man nur wenig mit, wenn man auf einem der geräumigen Plätzen mit Golfrasen steht. Von Hochsaison keine Spur, nur wenige Plätze sind belegt. Das WLAN ist mäßig, die Versorgungslage super: zwei Supermärkte liegen direkt neben dem Platz.

Mit dem Rad fahren wir in den Ort, ein hübsches friesisches Städtchen mit einem imposanten Rathaus. Wikiwissen: Die Schokladenfabrik Van Routen fertigte 1893 für die Weltausstellung in Chicago eine Kopie dieses Hauses an, sie steht jetzt als ‚Dutch House‘ in Brookline/Massachussets.

Am Ende der Hauptstraße werden Tribünen um eine Grasfläche errichtet. Wir erfahren dass hier in wenigen Tagen der jährliche Abschluss der Kaats Saison stattfinden wird. Wir kernen, dass Katzen eine friesische Ballsportart mit großer Tradition ist: seit 1853 wird hier jährlich das beste Team ermittelt. Das ganze ist nicht etwa Folklore, sondern ein ernsthafter Sport. Das Spiel sieht für mich aus, wie mit bloßer Hand gespieltes Tennis. Die englische Bezeichnung „friesian handball“ ist irreführend. Mehr Auskunft gibt die Webseite der Veranstaltung und Wikipedia. Bewegte Bilder findet man auch bei Youtube.

Wir umrunden den Ort auf der vom Tourismusbüro vorgeschlagenen Route und landen im niedlichen Gartencafe des Planetariums, wo wir uns lekker Appeltaart, lekker Pankoken und lokales Planetenbier gönnen.

Eise Eisinga Planetarium

Am folgenden Tag wollen wir nun doch mal wissen, wo sich die Tourismusmassen verstecken und nehmen uns vor nach Harlingen ans Meer zu radeln. Vorher jedoch statten wir dem Planetarium einen Besuch ab, der Cafébesuch am Vortag hatte unsere Neugier geweckt.

Das Eise Eisinga Planetarium ist das älteste funktionierende Planetarium der Welt. Eise Eisinga war ein Wollkämmer und ein Hobbyastronom, der im 18. Jh seine unwissenden Mitfriesen davon überzeugen wollte, dass ihnen der Himmel nicht auf den Kopf fallen würde. Dazu baute er zwischen 1744 und 1781 unter die Decke seines Wohnzimmers ein durch ein Uhrwerk angetriebenes Abbild des Planetensystems – ein Planetarium. Der König war begeistert und kaufte Eisinga das Planetarium für viel Geld ab. Als Gegenleistung musste der Autodidakt den Bürgern das Planetensystem erklären und brauchte keine Schafe mehr zu kämmen.

Funfact: damit das für den Antrieb benötigte Pendel genau 60 Schläge pro Minute vollführt musste es so lang sein, daß es durch die Zimmerdecke über dem Ehebett schwingen würde. Dies mißfiel Frau Eisinga, der Gatte musste das Pende kürzen und die komplette Antriebsmechanik neu berechnen.

Das Planetarium funktioniert noch heute. Von der Webseite des Planetariums funktioniert leider nur die niederländischen Variante. Einen guten (englischen) Text gut es bei Nature.

Harlingen

Nach dem Museumsbesuch fahren wir nach Harlingen. Der Weg ist nich so toll, es geht weite Strecken an der Hauptstraße entlang und dem strammen Wind entgegen. Harlingen ist ein lebhafter Ort mit einer schönen baumbestandenen Hauptstraße. Am Hafen dann endlich Touristenmassen: großer Trubel am Fähranleger der Urlauber von und zu den Inseln Vlieland und Terschelling bringt.

Auf dem Deich fahren wir nach Süden und inspizieren den Campingplatz de Zeehove, er liegt direkt hinter dem Deich und ist gut besucht aber auch nicht überfüllt.

Wir verlassen den Deich und fahren durch das Land zurück nach Franeker. Unterwegs haben wir in Arum. Es ist Dorffest, für uns gibt es Frietjes.

27.07.17
Leer in Leer

Zum Auftakt unserer Reise nach Friesland und Holland haben wir uns den Campingplatz & Yachthafen Ems Marina Bingum als Ziel gewählt. Er liegt in Ostfriesland an der Ems, gegenüber von Leer.

Als wir ankommen ist die Rezeption nicht besetzt, aber das Tor ist geöffnet. Das weitläufige Gelände wirkt verlassen, aber gepflegt. Eigenartig: es ist Hochsommer, trotzdem ist kein Mensch, kein Wohnwagen, kein Zelt zu sehen. Auch der angeschlossene Yachthafen ist verwaist. Erst am hinteren Ende der Anlage sehen wir ein paar Dauercamper.

Als die Rezeption öffnet, finden sich tatsächlich noch zwei, drei weitere Gäste ein. Nach dem Check-In fahren wir mit dem Rad über die Emsbrücke nach Leer.

Es ist voll in Leer. Viele Menschen tummeln sich in der langgezogenen Einkaufsstraße. Die Stadt ist gerade Gastgeber eines Motorboottreffens. Zahlreiche Motorboote, sind in mehreren Konvois aus ganz Niedersachsen gekommen, um das Jubiläum ihres Verbandes zu feiern.

Ausgerechnet im schöneren, „Altstadt“ genannten Teil der Stadt ist deutlich weniger Betrieb. Mit Mühe finden wir ein Restaurant, welches zu dieser Zeit warmes Essen serviert. Es gibt Fisch satt.

Der Verdauungsspaziergang führt uns über die Halbinsel Nessum, auf der luxuriöse Wohn und Geschäftshäuser gebaut wurden, von denen aus Dachterassen und verglasten Fronten schöne Blicke auf den Hafen und die Stadt bieten. Die Stadt hatte die brache Halbinsel vor einiger Zeit gekauft und durch diese Ansiedlung sicher an Attraktivität gewonnen.

Am nächsten Morgen hat die Platzcheffin Interessantes zu berichten: als sie den Platz vor 15 Jahren übernahm war er voll mit Dauercampern. Diese übertrieben ihr Dauercampertum indem sie immer mehr Zeug abschleppten, aufbauten usw. Sie hielten sich nicht an die Regeln, stellten dafür eigene auf, zahlen nicht für Müll und Abwasser.

Der Cheffin und auch etlichen „Normalocampern“ mißfiel das. Weil das nicht die Art von Campingplatz war, die sie wollte, ging sie dagegen vor. Sie vor kündigte Verträge und zog sich den Unmut der Dauercamper zu. Auch heute wird noch anonym gegen sie m Netz polemisiert. Aber sie ist mit der Situation zufrieden, die Besucherzahlen seien OK, der Platz sei riesig groß daher würden Teile eben so vereinsamt aussehen.

Wegen aufkommendem Regen und Wind verschieben wir eine Radtour nach Papenburg oder zum Dollart auf ein anderes Mal und fahren weiter nach Holland.

18.06.17
Asiago und mehr

8.6. Donnerstag, Tannheim

Unser primäres Reiseziel heißt Asiago. Die Hochebene (ca. 1000m)  in den italienischen Alpen wird gerühmt für ihre Wandermöglichkeiten, das angenehme Klima und den gleichnamigen Käse. Genaugenommen handelt es sich um sieben Gemeinden die sich auf dieser Hochebene befinden. Zu Zeiten des Gebirgskrieges zwischen Italien und Österreich (1916-1917) war dies ein schwer umkämpftes Gebiet. Ein gigatisches Monument erinnert an diese Zeit.

Kurz vor Reisebeginn erfahren wir, daß am Wochenende unserer Anreise ausgerechnet in Asiago die italienischen Meisterschaften im Straßenradrennen stattfinden sollen. Wir befürchten Fülle (wie sich herausstellt: zu Recht) und wollen die Zeit an einem anderen Ort überbrücken. Uns kommt uns das Tannheimer Tal und der Campingplatz ‚Alpenwelt‘ in Kienzerle in den Sinn. Nicht zuletzt wegen des guten Essens erinnern wir uns gerne an unseren letzten Aufenthalt dort im Sommer 2014.

Doch leider wurde der Café- und Restaurantbetrieb eingestellt. Das Betreiberpaar hat eine kleine Tochter bekommen und möchte genügend Zeit für das Kind zur Verfügung haben. So müssen wir zum Essen nach Mannheim radeln.

Kuhgeläut mischt sich mit dem Blubbern endloser Motorradkolonnen, die zum Vergnügen durchs Tal fahren. Dieses Vergnügen ist einseitig ?, dennoch genießen wir das Ambiente und den seit Langem den ersten Abend in den Bergen.

9.6. Freitag – Tannheim

Mit den Rädern fahren wir nach Tannheim und dann zum Vilsalpsee. Der beliebte Rundweg um den See ist seit Jahren wegen eines Feldsturzes gesperrt. Trotzdem setzen sich viele Leute (eigentlich alle) über das Verbot hinweg. Es herrscht ganz schön viel Betrieb: die Schulen in Bayern und Baden-Würtemberg haben Pfingstferien. Trotzdem gefällt es uns (mal wieder) sehr im Tannheimer Tal.

Hinter der bewirteten ‚Vilsalpe‘ treffen wir nur noch wenige Leute, wir gehen den Weg bis zum Wasserfall. Es wird eine ziemliche Kraxelei, teilw. geht es durch Bachläufe. Früher waren die Berg irgendwie einfacher zu besteigen… Zur Belohnung finden wir auf der Wiese blühenden Enzian und in der Vilsalpe leckere Leberknödelsuppe und Apfelstrudel.

10.6. Samstag – Tannheim

Am zweiten Tag wollen wir auf der unserem Platz gegenüber liegenden Seite des Tals zur Älple-Alm aufsteigen. Doch an der entscheidenden Stelle verkündet ein Schild, der Weg sei wegen eines Felssturzes gesperrt und die Almhütte geschlossen. Notgedrungen suchen wir eine Alternative und finden einen Weg, der am Hang bis nach Zöblen führt und neben reichlich Kühen schöne Ausblicke ins Tal bietet.

11.6. Sonntag – Tannheim

Heute wollen wir es wissen und eine der schönsten Wandertouren Tirols(?), Österreichs(?), der Welt(?) machen: die 3-Seen-Tour.

Wir fahren mit der Bahn aufs Neunerköpfle und genießen der Blick bis ins Flachland. Wir sind nicht allein, es ist Sonntag und das Wetter ist prima. Beim Fotografieren verliere ich meine Brille (Spoiler: ich bekomme sie am nächsten Tag wieder).

Der Weg bietet fantastische Ausblicke in alle Himmelsrichtungen und über die Wanderung verbreitete Lob ist berechtigt. Einige Passagen sind etwas schwierig (Schnee, eng, steil, andere Leute), aber unsere alten Gelenke halten es aus. Besonders spektakulär ist die Aussicht auf die Landsberger Hütte und zwei der drei beiden Seen hat, die der Wanderung ihren Namen geben.

Nach üblem Gekraxel (nass, schmal, steil, steinig) rasten wir in der Oberen Traualpe (Hütte) und steigen dann zum Vilsalpsee ab, von wo uns ein Touristenzug (Model ‚Toppi‘) zurück zur Liftstation bringt. Zur Belohnung gibt es lecker Essen in der Dorfstube in Tannheim (so wie vor ca. 30 Jahren schon).

12.6. Montag – Reisetag

Wir wollen weiter nach Asiago. Zunächst fragen wir an der Liftstation nach meiner verlorenen Brille und siehe da: jemand hatte sie gefunden und abgegeben. Manchmal ist es von Vorteil, wenn ein paar mehr Leute in der Natur rumlaufen.

Da wir genügend Zeit haben, entscheiden wir uns gegen die Brennerstrecke und fahren durch das Ötztal über das Timmelsjoch (2509 m) nach Südtirol. Das Passeiertal empfängt uns mit Parolen („Freiheit für Südtirol“, „Südtirol ist nicht Italien“). Egal ob italienisch oder südtirolerisch: wir kaufen in Sankt Martin mal wieder Schinken und Knödel ein.

Timmelsjoch

Bei Trentino geraten wir in den Feierabendverkehr und entsprechende Staus. Wir wählen eine kurivge Alternative, die uns auf die Hochebenen führt. Wir fahren durch menscheleere Landschaften, die teilweise skandinavisch anmuten. Nur selten begenet uns ein anderes Auto, es gibt viel Wald.
Spät kommen wir in Asiago an. Am Campingplatz  „Ekar“ ist man sehr freundlich, aber es gibt kaum Infomationen über das touristische Angebot. Dafür offenbar viele Dauerkamper. Sie haben ihre Wohnwagen mit massiven Holzverschlägen winterfest gemacht. Aber zur Zeit ist der Platz total verwaist, das Restaurant ist geschlossen.

13.6. Dienstag – Asiago

Mit dem Rad fahren wir hinab nach Asiago. Es ist ein netter Ort mit leicht kitschig wirkendem Rathaus und vielen Geschäften. Leider kommen wir wieder mal zur Mittagszeit und alles schließt. Das Touristenbüro ist sogar für drei Tage geschlossen, also bleibt die geliehen Karte vom Campingplatz neben dem Handy unsere einzige Navigationhilfe.

Auch ohne Hilfe finden wir einen alten Bahnhof. Die Bahnstrecke wurde still gelegt und dient nun als Fahrradweg. Ursprünglich hatte diese Bahn große Bedeutung. Sie führte von Rochetto nach Asiago und ermöglichte so den Zugang aus der Ebene in das hochgelegene und unzugängliche Plateau.


Auch das Mahnmal für den Gebirgskrieg ist nicht zu übersehen. Wir besteigen den Hügel mit dem weit sichtbaren Monument. Es sollen die Gebeine von über 50 000 gefallenen Soldaten und diesem Mahnmal liegen.

An der Piazetta degli Alpini finden wir ein nettes kleines Lokal gleichen Names und lassen uns Gnocchi mit Asiagokäse servieren: ein Köstlichkeit!

14.6. Mittwoch – Asiago

Wir wollen mit dem Rad die Hochhebene umrunden und scheitern an der Navigation: wir haben immer noch keine Karte und es gibt zu viele verschiedene Wege, um sich nur mit dem Handy zurechtzufinden.

In der Käserei Pennar kaufen wir ein  Pfund jungen Asiago, der Käse schmeckt cremig lecker, am Besten ohne Brot.

Käserei Pennar. Hier wird Asiago gemacht.

Am späten Nachmittag beginnt es zu regnen. Zum Glück ist das Restaurant am Campingplatz geöffnet.  Die Preise für Essen und Trinken sind ungewöhnlich niedrig. Keine Pizza kostet mehr als mehr als 8€ , 1/2 l prickelnder Faßwein aus dem Krug. kostet 3. Das Brötchen kostet gar nur 20 Cent (Es könnte gerne das dreifache sein, wenn es denn nach irgendetwas schmecken würde).

15.6. Donnerstag – Asiago

Nachdem wir den Tag faul auf dem Campingplatz verbracht haben, machen wir am Nachmittag eine kleine Wanderung zum Cima Ekar, dem Berg hinter unserem Haus. Es geht ziemlich gerade bergauf und auch wieder hinunter. Oben gibt es ein Observatorium ? der Universität Padua. Die Sternengucker schätzen die geringe Lichtverschmutzung auf der Hochebene: es wird wirklich dunkel.

16.6. Freitag – Asiago

Das Wetter im Alpenraum, Norditalien und Slowenien ist etwas problematisch: Wetter Online berichtet über häufige Gewitter, Regentage oder Temperaturen über 30 Grad. Hier in Asiago ist es hingegen trocken, sonnig und nicht zu heiß; wir können uns nicht durchringen an einen anderen Ort zu fahren.

Leider muß man für Unternehmungen immer eine Anfahrt mit dem Rad oder dem Auto an Kauf nehmen, wobei diese Anfahrt durchaus anstrengend sein kann.

Für unsere Wanderung zum Monte Cengio fahren wir mit dem Auto ans andere Ende der Hochebene. Bei der Anfahrt merken wir, wie weitläufig es hier ist und wie wenig wir bislang von der Hochebene gesehen haben.

In der Wanderkarte ist ein Wanderweg von Treche Conca zum Monte Cengio beschrieben.  Am Einstieg müssen wir feststellen, daß es viele Wanderwege gibt, aber ausgerechnet der aus unserer Karte fehlt. Die Siete Commmuni, wie sich die Gemeinden hier nennen, könnten im Bereich des Tourismus ihre Gemeinsamkeit gerne etwas vertiefen. Wir versuchen wir es mit Handynavigation, was reichlich gut klappt.

Auf dem Weg sehen wir viele leer stehende Ferienhäuser. Keine protzigen Villen sondern solide schöne Häuser und Grundstücke, oft weit ab von der nächsten Straße. Ein großer Teil unseres Weges führt über die Autostraße zum Monte Cengio, aber das ist kein Problem: nur ein einziges Auto passiert uns während des Aufstiegs.

Findet Friedel!

Der Monte Cengio war im Gebirgskrieg eine schwer umkämpfte italienische Stellung. Es gibt in den überhängenden Fels gehauene Maultierpfade und Tunnel, die nun von Wanderern genutzt werden können. Ein spektakuläres Erlebnis. Leider verhindert diesiges Wetter den Blick ins Tal, dennoch ist es sehr beeindruckend. Obwohl es sehr gefährlich aussieht sind die Wege breit, fest, gesichert und problemlos zu begehen.

Bei YouTube gibt es ein 3 Minuten Video, welches den Weg bei besseren Sichtverhältnissen zeigt: Link zu Youtube.

17.6. Samstag – Asiago

Das Wochenende verbringen wir mit Faulenzen. Einfach nur sitzen und wenig bewegen. Bis Mittag treffen noch weitere Wohnmobile ein, auch die Dauercamper öffnen ihre Verschläge. Es ist deutlich mehr los auf dem Platz.

Ich sehe ich einen Dackel mit Hinterachse.  Mit den Vorderbeinen läuft er, die Hinterbeine hängen in der Luft und das Hinterteil war eine Konstruktion befestigt, die zwei Räder hatte (Google „Hunderollstuhl“). Morgen verlassen wir Asiago, hier noch ein paar Bilder:

19.6. Montag – Mal kurz zum zum Mittelmeer

Trotz der angekündigten Hitze (es werden 34 Grad erwartet)  wollen wir mal ‚kurz ans Mittelmeer‘. Wir verlassen die ‚Altipiano de Asiago‘ und schrauben uns auf 15 Kehren ins Tal. Sofort wird es warm und südländisch: Wein, Oliven, Oleander…

Die Fahrt ist wenig reizvoll. Einkäufe erledigen wir bei Famila (!). Ziel ist Sistiana in der Bucht von Triest. Sistiana war zu Kaiserszeiten unter dem Namen ‚Seestein‘ Stützpunkt der österreichischen(!) und zu Führers Zeiten Stützpunkt der deutschen Marine.

Zwischen Autobahn und Meer gelegen finden wir mit dem Campingplatz  Camping Village Marepineta eine schöne Anlage vor. Das Meer liegt  allerdings ca. 100 m unter uns. Wir bekommen einen schattigen Platz mit Meerblick. In der Ferne sieht man das Schloß Miramare und die Stadt Triest. Vor dem Platz verläuft der Rilkeweg. Der deutsche Poet, der mit diesem Weg geehrt werden soll, verfaßte einen Teil seiner berühmten Duineser Ellegien (vgl. Loriot/Heinz Meyer: ‚Ich muß die Nase meiner Ollen an jeder Grenze neu verzollen‘) auf dem nahegelegenen Schloß Duino.

Der Weg des Poeten ist uns aber zu steinig und die Hitze lähmt uns. In der Nacht wird es nicht ruhig: Autobahn von rechts, Poolbespaßung von links und später noch Beachbespaßung von unten. Wie geplant, reisen wir  am nächsten Tag weiter.

20.6. Dienstag – Von Triest nach Kranjska Gora

Wenn wir schon einmal so weit östlich sind, wollten wir Slowenien einen Besuch abstatten. Das letzte Mal, als ich dort war, hieß es noch Jugoslawien.

Der Fluß Isonzo, der auf Slowenisch Soĉa heißt, verläuft ungefähr in Nord-Süd-Richtung und bildete im hier allgegenwärtigen Gebirgskrieg den östlichen Teil der Front, die sich im Westen bis zum Stilftser Joch ersteckte. 12 Isonzo-Schlachten verleihen der Gegend finsteren Ruhm. Der Fluss markiert heute ungefähr die Grenze zwischen Italien und Slowenien und und bestimmt auch Verlauf der slowenischen Landstraßen 103 und 102 denen wir auf unserem Weg in die Julischen Alpen folgten. Die Straßen sind leer es gibt kaum Autos, gelegentlich ein paar Wanderer oder Kanusportler. Es gibt viel Wald, die Berghänge sind ungewöhnlich steil. Das Wasser des Flusses wird durch das helle Gestein des Flußbetts besonders klar, tiefere Passagen leuchten grün. Mittendrin der Triglav (2864 m), das Zentrum des gleichnamigen Nationalparks.

Bei Kobarid verlassen wir die Straße 102 und setzten uns über die beharrlichen Proteste unseres Navigationsgerätes hinweg (später erfahren wird, daß die Straße bis vor wenigen Tagen gesperrt war). Wir befinden und auf lediglich 232 m Meereshöhe, auch deswegen wirken die über 2000 m hohen Berge mit ihren steilen Felswänden besonders beeindruckend. In zahlreichen, teilweise sehr steilen Kehren geht es nun von 232 m auf den 1611 m hoch gelegene Pass Prelaz Vrŝiĉ. Zum Glück hält sich der Verkehr nach wie vor in Grenzen. Hin und wieder nervende Motorradschwärme. Bussen, Wohnwagen etc. ist die Befahrung der Strecke verboten.

Hinter dem Pass geht es dann auf über 20 Kehren hinab auf 800 m nach Kranjska Gora. Kranjska Gora ist liegt in einer Sportregion. Regelmäßig werden hier internationale Skirennen ausgetragen, in der Nachbarschaft liegen das Skiflugmekka Planica und die Biathlonstrecken von Pokljuka. Jetzt im Sommer bestimmen Wanderer und Radfahrer das Bild. An der Sporthalle bekundet ein Logo, daß der nordhessische Handballclub MT Melsungen hier ein Trainingslager durchführte.

Etwa 5 km östlich liegt im Savetal das Dorf Gozd Martuljek. Hier finden wir den nagelneuen Campingplatz Špik. Es gibt ein tolles Bergpanorama und viele schattige Plätze mit schönen Wiesenuntergrund.

21.6. Mittwoch – Kranjska Gora: Sommeranfang im Wintersportort

Wir nehmen uns nicht viel vor, denn für Mittag wurden Gewitter angekündigt. Mit dem Rad wollen wir von unserem Platz in Gozd Martulhak nach Kranjska Gora und weiter zu den Skisprungschanzen von Planica fahren. Wir nutzen den tollen nagelneuen Radweg, der auf einer alten Bahntrasse verläuft. In Kranjska Gora gibt es viele Restaurants und Geschäfte. Man ist auf einiges eingerichtet. Wir schreiben Postkarten am Tourismusbüro, erstehen einen Rucksack und kaufen Lebensmittel.

Es ist sehr warm und wir sind recht schlapp, sodaß wir auf die Weiterfahrt nach Planica verzichten und zurück zu unserem Platz fahren. Das Gewitter wird zunächst auf den frühen Abend verschoben und dann in Regenwetter gewandelt. Um halbsechs kommt es dann doch.

22.6. Donnerstag – Kranjska Gora / Planica

Mit dem Rad fahren wir wieder auf der alten Bahntrasse nach Kranjska Gora und weiter nach Planica. Der Radweg ist super zu fahren, man tut hier eine Menge für die Touristen. Es geht ständig leicht bergsauf, die letzen Kilometer nach Planica folgen wir der Straße. Es ist sehr warm und als wir im Talkessel der Sprungschanzen angekommen, suchen wir zunächst den Schatten um uns etwas zu erholen. Nicht die Steigung stellt das Problem dar sondern die hohen Temperaturen.

Am Ende des Tals beginnt ein Weg zum Talschluss, der sehr gelobt wird. Aber wegen der Hitzen lassen wir uns nicht darauf ein. Das Nordic-Center, wie die Anlage genannt wird ist ein beeindruckender Sportkomplex. Dabei bekommt man vieles gar nicht zu Gesicht, weil es unterirdisch angelegt ist. So befindet sich unter der Erde zum Beispiel eine Skihalle, in der man auch in Somner auf einer 800 m langen Loipe trainieren kann, die über drei Etagen führt. Ebenso gibt es dort einen Windkanal zum Testen der Aerodynamik von Skispringern. Oberirdisch gibt es sieben Schanzen unterschiedlicher Größe, alle für das Sommertraining ausgestattet. Nur die berühmte Skiflugschanze kann im Sommer nicht zum Skispringen genutzt werden. Dafür gibt es aber eine Seilbahn, mit der wagemutige Touristen für 25€ einen Skiflug simulieren können. Leider was die Anlage geschlossen. Wie das aussieht, kann man aber bei Youtube bewundern:

24.6. – Kranjska Gora: Zwei Wasserfälle und Ingos Hütte

Gegenüber unseres Campingplatzes beginnt ein Wanderweg, der zu zwei schönen Wasserfällen und einer bewirteten Hütte führt. Der Weg ist als ‚leicht‘ eingestuft, genau das was wir heute gerne machen würden. Unsere Platznachbarn waren gestern dort und bitten uns, auf der Hütte zu fragen, ob man dort einen Babystrampler gefunden hat, den sie vermissen.

Der Weg verläuft angenehm schattig durch den Wald, es gibt viele wilde Alpenveilchen. Noch vor dem ersten Wasserfall wird es schmal und wir gehen durch eine enge, tiefe Schlucht. Plötzlich lösen sie mehrere große Steine aus der Felswand und knallen wenige Meter vor uns in den Fluß. Was für ein Schreck!

Wir überwinden die kritische Stelle möglichst schnell und kommen zum ersten Wasserfall. Da wir auf jeden Fall zur Hütte wollen, um nach dem Strampler zu fragen, gehen wir weiter. Mit dem ‚leichten‘ Weg ist es jetzt vorbei. Es wird sehr steil und anstengend.

Die Hütte ‚Pri Ingotu‘ liegt wunderbar auf einer Bergwiese und ist umringt von steilen Felswänden. Gekocht wird im Freien, bzw. unter einem zusammengezimmerten Holzdach. Es gibt Gemüsesuppen, Kräutertees, Sauerkraut mit Wurst und – was man in dieser ursprünglichen Umgebung nicht vermutet: mehrere Sorten Bier. Die Hütte hast sogar eine moderne Webseite. Nur vom Babystrampler keine Spur. Die Almleute verdächtigen die Kühe.

Nach einer Pause nehmen wir uns vor, nun auch noch bis zum zweiten Wasserfall weiterzugehen. Es wird sehr steil und anstrengend, am Ende ist der Weg durch Seile und Eisen gesichert. Er endet direkt vor der Felswand, die mehrere hundert Meter senkrecht nach oben ragt.

Der Rückweg stellt sich als einfacher heraus als befürchtet. Bei der erneuten Einkehr in Ingos Hütte erholen wir uns für den finalen Abstieg.

Der ‚einfache Spaziergang‘ hat uns an die Grenzen unserer Möglichkeiten gebracht. Als wir wieder am Campingplatz sind fängt das Gewitter an. Im Restaurant gibt es Rostbraten. Auch der Strampler unserer Nachbarn ist wieder da: er hatte sich im Wohnmobil versteckt.

24.6. Kranjska Gora

Unsere netten schwäbischen Nachbarn fahren weiter Ihren Platz nehmen zwei riesige Wohnmobile mit lärmenden Insassen ein, die als erstes eine große Musikbox in Betrieb nehmen. Wir fürchten um unsere Entspannung und flüchten auf einen schattigen Platz in der anderen Ecke des Campingareals.

Dort verbringen wir faulenzend den Tag. Mit Hilfe des hervorragenden und kostenlosen WLANs verfolgen wir die Leichtathletikwettbewerbe in Lille und Ratingen per Livestream.

25.6. Von Kranjska Gora ins Cadore

Die Wetteraussichten werden immer schlechter: überall Gewitter oder Hitze oder beides. Wir versuchen, Reiseziele zu finden an denen das Wetter nicht so schlecht ist, aber das fällt schwer, weil die Prognosen sich ständig ändern.

Bei unserer Abreise aus Kranjska Gora gießt es wie aus Kübeln. Die Wasserfälle, die vom Dach des Supermarkts herabstürzen, stehen denen die wir auf unsere Wanderung gesehen haben kaum nach.

Wir fahren durch schöne Landschaften ins Cadore, einer Tallandschaft am Südrand der Dolomiten. Bei Calalzo di Cadore mieten wir uns für eine Nacht auf dem Camping Cologna ein –  eine schlechte Entscheidung, wie sich zeigte.

Zur Begrüßung werden wir von den ansässigen Dauercampern bestaunt wie Außerirdische, das Restaurant ist geschlossen, einen Laden gibt es nicht auch keinen Brötchenservice. Der Ort mit den Geschäften liegt ein Stück entfernt auf einem Berg. Obwohl der Campingplatz am See liegt, kann man den See nicht sehen. Plätze mit besserer Aussicht befinden sich auf einem geschlossenen Platzteil. Die Sanitäranlagen sind ‚rustikal‘, Internet gibt es nicht.

Wir fahren ins Dorf. Da Sonntag ist, haben alle Geschäfte geschlossen. In einer Bar kaufen wir für viel Geld Lebensmittel.

Montag 26.6. Alta Badia

Wir fahren weiter ins Zentrum der Dolomiten, für heute ist noch einmal gutes Wetter angesagt, letzte Gelegenheit für eine Wanderung. Zunächst besuchen wir aber in Auronzo den Camping Europa. Auronzo ist ein großer langgezogener Ferienort. Hier wären wird besser aufgehoben gewesen als auf dem Camping Cologna: der Platz ist  besser,  die Versorgungslage ist besser und direkt neben dem Platz verläuft ein Rad/Wanderweg, der in den Ort führt.

In toller Fahrt geht es auf zunächst leeren Straßen über den Passo Tre Croce nach Cortina d’Ampezzo und dann über den Falzarego Paß nach Arabba. Hinter Cortina nimmt der Verkehr zu. Schon auf der Abfahrt nach Cortina waren uns die zahlreichen Radfahrer aufgefallen, jetzt werden es immer mehr. Hinzu kommen Kolonnen von Motorradfahrern und Reisebusse. Was ist hier wohl während der Saison los?

Das Wetter ist prima, die Sicht ist super. Wir fahren von Arraba in Richtung Alta Badia und parken an der Talstation des Sessellifts auf den Pralongià. Der Mann an der Liftstation gibt uns Informationen über Wandermöglichkeiten und wir schweben in riesigen 6er-Sesseln nach oben, wobei sich der Blick auf das Dolomitenpanorama immer besser wird.

Auf dem Plateau gibt es breite Wege auf denen sich auch etliche Radler mit und ohne Elektromotor tummeln. Der Blick ist grandios: im Süden die Marmolata? im Westen die Sellagruppe⛰, im Norden die Zillertaler Alpen ⛰, im Nordwesten die Fanesgruppe ⛰: man möchte sich ständig im Kreis drehen.

Wir gehen zur Bioch-Hütte und genehmigen uns eine Stärkung. Anschließend geht es über den Piz Arlala begab zur Talstation.

In Colfosco übernachten wir in grandioser Szenerie auf dem Campingplatz. In der Nacht beginnt es zu regnen.  Am nächsten Morgen stellen wir fest, daß uns zwei Eier und die Butterdose geklaut wurden, die wir vor unserem Bus platziert hatten.

Dienstag 27.6. Reise-Innsbruck-Füssen

Über Alta Badia und Bruneck fahren wir zur Brennerautobahn. Der angekündigte Regen bleibt aus. In Innsbruck legen wir einen kurzen Stopp ein. Wir gehen zum Goldenen Dachl und machen ein paar Besorgungen. Dann geht es weiter über den Fernpaß nach Füssen. In Schwangau steuern wir den Campingplatz Brunnen am Forgensee an.  Der Platz ist erstaunlich voll. Zwei der Resturants vor Ort haben Ruhetag. Für unser Abschlussessen müssen wir mit dem mäßigen Restaurant am Campingplatz Vorlieb nehmen. Es regnet.

15.06.17
Campingkultur: Italien

So groß die Unterschiede zwischen den Menschen Europas auch sind: Zwischen Dauercampern von Schweden bis Italien gibt es eine Vielzahl geschmacklicher Übereinstimmungen bezüglich Ausstattung und Dekoration ihres Freizeitdomizils.

24.10.16
Mal nach Schilksee

Heute machten wir voll auf  ‚rüstige Rentner‘: wir fuhren mit dem Auto nach Schilksee – machten einen 10 km Fußmarsch zum Bülker Leuchtturm und zurück. In der Strander Bucht sahen wir vier Jollen beim Training zu. Zurück in Schilksee gab es die Belohnung: beim ‚Hafenkiosk Goldfisch‘ bekamen wir das beste Fischbrötchen aller Zeiten. Es hieß ‚Backfisch‘ hatte aber nichts mit dem zu tun, was z.B. zur Kieler Woche riesige Bratpfannen runterrutscht.

22.10.16
Gartenbilder 2016

Die Gartensaison geht zu Enden. Hier die besten Bilder des Jahres:

17.10.16
Strandsegeln II

Heute hat es endlich geklappt: Wir haben unseren Strandsegelkurs absolviert! Nachdem der erste Versuch im Juni mangels Wind abgebrochen wurde und der zweite Versuch im September mangels Wind gar nicht erst statt fand, hatte wir heute gute Bedingungen. Stetige vier Windstärken aus Süd-Ost, kein Regen, nicht kalt, leider keine Sonne.

Wir mussten früh los in Kiel, da der Kurs um 10:00 begann und ca. eineinhalb Stunden Autofahrt zwischen uns und Sankt Peter-Ording liegen. Das bescherte uns eine Rentner-unfreundliche Uhrzeit, um das Bett zu verlassen! In Sankt Peter staunten wir nicht schlecht über die große Teilnehmerzahl: es waren ca. doppelt so viele wie im Juni. Auch der Strand war deutlich stärker bevölkert als im Sommer.

Der erste Teil des Kurses war uns ja bekannt, nur liefen die Übungen heute deutlich flotter ab. In den folgenden Solofahrten ging es recht zügig um den Trainingsparcours, ein kleiner Crash, ein umgekippter Segelwagen: alles war dabei. „Is des nur was für Laischdgewischdische oder auch für jemand wie Sie“ babbelt mich jemand auf (süd!)-hessisch an.

Eine besondere Note bekam der Kurs dieses Mal durch ein Fernsehteam des WDR. Sie machten Aufnahmen für die Reisesendung ‚Wunderschön‘.

Mit der Zeit merkten wir die Anstrengung und so hatten wir nach ca 4 Stunden dann auch des Gefühl genug erlebt zu haben.

Nachtrag

Die Fernsehsendung heißt „Sankt Peter-Ording fasten am Meer“. Sie wurde am 5. März 2017 gesendet und ist in der WDR Mediathek zu sehen.  Um unseren Strandsegelkurs geht es in dem 90 minütigen Film aber nur fünf Minuten. Es beginnt bei Minute 45:30.

Es war nicht zum ersten Mal, daß der WDR Aufnahmen in der Strandsegelschule machte. Auch „Die Sendung mit der Maus“ war schon hier. Der WDR zeigte im Juli 2016 eine Miniserie „Sommerreise Nordsee“. Die Szenen mit dem Strandsegeln beginnen in Folge 2, ab Minute 3:50. Übrigens: Armin bekam vom Instruktor einen ähnlichen Anschiss wie ich ?. Da pflegt offenbar jemand sein Image…

Quelle Mausbild und Videos: WDR

03.08.16
Über Seeland nach Den Haag

Wir fahren nach Holland! Auf dem Weg nach Den Haag wollen wir noch eine Zwischenstation in Seeland machen. Alle Campings, die wir uns im Vorfeld ausgesucht haben, erweisen sich als sog. Minicampings: kleine, einfache Bauerhofplätze. Weil wir dazu keine Lust haben,  landen wir schließlich am Veersemer bei de Schootsmann. Das ist nun das genaue Gegenteil von einem Minicamping: riesig groß und teuer (z.B. eine Stunde WLAN : 3,50€ ). Aber die Lage ist traumhaft, speziell für Wassersportler wie Windsurfer: direkt am Platz die Wiese und dann das geschützte Segelrevier mit kräftigem Wind.
Wir fahren zum Nordseedeich und dann zum Örtchen Veere. Die Fähre zurück nach Kamperland verpassen wir, also müssen wir den Weg mit dem Rad wieder zurückfahren.

Am nächsten Tag geht es weiter, mitten durch den Rotterdamer Hafen nach Kijkduin zum Roompott Vakantie Park. Über die Anlage ist wenig Gutes zu berichten. Doch wir hatten keine Wahl, unser bevorzugter Platz ‚Duinhorst‚ war ausgebucht. Ferienzeit halt. Mit dem Rad fahren wir in die Innenstadt.

Anderntags radeln wir auf dem Dünenradweg nach Monster. Dort gibt es im Bondi Beach Club Kaffee, Apfelkuchen und Aussicht aufs Meer. Zurück in Kijkduin Frietjeswettessen mit den Möven, dann zum Fischhafen in Scheveningen. Bei Simonis kaufen wir Rotzungen und Garnelen und kochen uns Rotzungenröllchen mit Krabben und Sauce Mornay. Ok: das ging jetzt nur über Essen. 

Auf dem tollen Radwegenetz am Stadtrand von Den Haag entlang radeln wir nach Delft. Wir sehen tolle Neubaugebiete mit viel Wasser. Delft ist sehr hübsch aber auch ein Touristenmagnet. Wir bummeln durch das Städtchen. Bei herrlichem Sonnenschein können wir bei ‚Jans‚ draußen sitzen und Quiche essen.

Das Wetter an Lindas Geburtstag besser als befürchtet. Wir besuchen das Gemeendemuseum mit der Mondriansammlung.

Abschließend gehen wir an den Strand von Scheveningen. Dort wird uns bei starkem Wind und Wellen ein wahres Spektakel geboten: Windsurfer, Wellenreiten und Kitesurfen zeigen ihr Können. Und das ist erheblich

Ebenfalls am Strand: Quadsk8, eine Rollschuhtanzgruppe (auf deutsch: Funky Rythm Rollerskating)  die zu mitgebrachter Musik ihre Kunststücke zeigte.

27.07.16
Über Saint Malo in die Normandie

Von Binic nach Saint Malo.

Eigentlich wollten wir nach Dinan. Die Engländer in Binic hatten uns von der Stadt vorgeschwärmt. Doch der Zeitpunkt war denkbar schlecht gewählt,denn das alle zwei Jahre stattfindende Ritterfest Fête des Remparts de Dinan stand an. Keine Chance einen Platz zu bekommen. Nichts wie weg! Dummerweise müssen wir mitten durch die Stadt. Aus allen Ecken strömen mittelalterlich kostümierte Menschen ins Zentrum, aber irgenwie kommen wir durch.

Unser Plan B heisst St.Malo. Wir peilen den Campingplatz ‚de la Cité d’Alet‘ an, den wir schon bei unserem letzten Aufenhalt in der Korsarenstadt aufgefallen war. Er liegt auf einer Halbinsel in der Rancemündung bei der Cité d’Aleth, einer deutschen Festung aus dem Zweiten Weltkrieg und bietet tolle Auslicke nach Dinard und nach St Malo.

Die Ruhe wird gestört, als sich zwei große Wohnmobile mit lärmenden Menschen neben uns stellen. Ein Köter springt aus dem Wagen und pisst unter den Augen seines ‚Herrchens‘  auf unseren Platz. Meine Reaktion war so beeindruckend, dass die neuen Nachbarn umgehend packen und sich samt Fiffi einen anderen Stellplatz suchen.

Wir fahren mit den Rädern nach St. Malo. Es ist sehr voll und nicht sehr angenehmen. Menschenmassen in den engen Gassen, Souvenirläden, Gedränge. Ausserhalb der Altstadt werden im Hafen Yachten einer Transatlantikregatta für Mehrrumpfboote empfangen.

Über Cancale und die Bucht von Mont-Saint-Michel nach Jullouville

Von St.Malo geht es an der Bucht von Mont-Saint Michel entlag in die Normandie. Aber zuvor machen wir noch Stop in Cancale, weil Heiner dort Urlaub machen will. Am Pointe du Grouin gibt es einen tollen Ausblick der vom Cap Ferret im Westen bis zum Mont-Saint-Michel im Osten reicht.

Panoramablick vom Pointe Drouin bei Cancale.

An der Bucht ist dann schlagartig Schluß mit Felsenküste. Ebenes Land, jede Menge Austernbänke mit entsprechenden Verkaufsstellen und Restaurants. In Le Vivier-Sur-Mer dann Standsegler. Im Gegensatz zu unseren Versuchen vor wenigen Wochen, haben die Schüler hier guten Wind und kurven mit Blick auf den Mont-Saint-Michel über den Strand.

Jullouville

Unser Etappenziel heißt Jullouville und liegt bereits in der Normandie. Der Camping municipal Lemonnier bietet alles, was man braucht: unmittelbar im Ort gelegen, findet man Geschäfte und Restaurants, zum Strand ist es ein Katzensprung und von der nahen Hauptstraße ist nichts zu hören.

Die Attraktion von Jullouville ist der Strand und die zugehörige Promenade. Endlos, soweit das Auge reicht, erstreckt sich der Sand. Es wird gesegelt, gestrandsegelt, sonnengebadet und im Sulki gefahren. Ungewöhnlich: es gibt keinerlei Kommerz. Keine Geschäfte, keine Restaurants. Nur eine Segelschule. Abends pilgert man zum Freiluftkino an den Strand.

An der Promenade stehen Villen und einfache Häuser unterschiedlichen Baustils und in unterschiedlichem Zustand. Die wenigsten sind so chick und stylish, wie man es bei einer derartigen Lage erwartet. Im Gegenteil: die meisten sind etwas vernachlässigt: ungepflegte Gärten, abblätternde Farbe, verwitterte Fassaden.

Markt in Jullouville

Direkt vor dem Campingplatz is zweimal die Woche Markt. Er ist sehr gut besucht und bietet alles was man sich vorstellen kann. Besonders lange Schlangen bilden sich bei einem Stand, wo es Quark und Yoghurt aus steinernen Bottichen gibt. Wir erstehen Paella fürs Abendessen und einer Tasche als Mitbringsel.

Radtour nach Granville

Von Jullouville aus machen wir ein Radausflug nach Granville. Die Stadt liegt etwas weite nördlich, teilweise auf Felsen. Sie ist grau und vollständig mit Möven bevölkert. Am Leuchtturm toller Meerblick. Aber so weite wir uns auch herauslehenen: ist Mont St. Michel nicht zu sehen.

Vor wenigen Wochen war Granville Startort einer Tour de France Etappe. Die entsprechenden Plakate und Dekorationen sind noch zu sehen. In der Altstadt essen wir ‚Galete Complete‘. Einen Ausflug ins Dior Museum sparen wir uns.

In Granville: Graue Mauern – Optis – Galette complete.Von Jullouville fahren wir zurück in den Norden. Die Reise führt erneut zu den Scht’is. Der uns schon von der Anreise bekannte Campingplatz La Paille Haute  in Boiry Notre-Dame ist nun gut gefüllt. Nahezu ausschließlich mit durchreisenden Holländern.

20.07.16
In Binic

Wir ändern die Fahrtrichtung unserer Reise und fahren nach Osten. Unser Ziel ist die Stadt Binic.

Wir sind jetzt mitten in der Hauptsaison. Doch wir bekommen für drei Tage einen Platz auf dem Camping Municipal Les Fauvettes. Die terrassierte Anlage bietet kaum Sichtschutz und ist ziemlich voll. Diese Nachteile werden aufgewogen durch die tolle Lage und die Nähe zu Ort und Meer.

Der Platz liegt hoch über Binic und bietet fantastische Ausblicke auf die weite Bucht, die bei Ebbe komplett trocken fällt. Ein Fußweg führt steil in den Ort hinab.

Bei unserer Ankunft ist es unerhört heiß, dennoch erkunden wir Binic und den Hafen. Der Hafen wird durch eine lange sieben Meter hohe Hafenmauer geschützt, an deren Ende ein kleines Leuchtfeuer steht. Bei Ebbe kann man die Mauer trockenen Fußes umrunden, den Badestrand erreicht man über einen Felstunnel.

Anderntags bestimmt der Wochenmarkt das Bild von Binic. Es gibt enorm viele Klamotten aber auch fantastische ‚Gallettes complet‘.

Auf dem Campingplatz gibt es recht interessantes Publikum: direkt neben uns ein extrem luxuriöses Wohnmobil mit zwei hochnäsigen Franzosen, daneben Großzelte mit einer betreuten Feriengruppe von ca. 30 Kindern. Gegenüber von uns zwei ältere Briten mit Zelt und Petroleumkocher.

Am dritten Tag schaffen wir es endlich, das Watt zu erkunden. Die weit trockenfallende Bucht ist jeden Tag ein Hingucker. Der Weg von der Küste ist ewig weit, im Wasser jeder Menge Leben.

Am Abend ist ‚Saturday Night Fever‘ in Binic. Wir treffen die Briten und gehen mit ihnen dorthin. Sie erzählen, dass sie in England ein Stück Wald haben, wo sie oft in einer Holzhütte leben. Ohne fließendes Wasser mit einer selbst gebauten Biotoilette.

11.07.16
Côte Granit Rose

Wir wollen die Île de Bréhat besuchen, die für ihre Schönheit und den Blumenreichtum ihrer Gärten gerühmt wird. Insbesondere Rhododendren sollen dort üppig vorkommen.  Wir fahren nach Ploubezlanec und finden den Campingplatz Panorama de Rohou. Damit der schönen Blick auf das Inselarchipel nicht versperrt wird, dirigiert die Cheffin große Wohnmobile an den Rand, damit sie die Aussicht nicht versperren, die erste Reihe bleibt Zelten vorbehalten.

Unser berühmter „erster kleiner Gang“ führt uns zunächst zum einem Aussichtspunkt, von dem man die ganze Inselwelt überblicken kann. Es sind unzählige Eilande und Felsen, dazwischen Sand und Wasser in allen Schattierungen zwischen grün und blau. Wir steigen ab zum Fähranleger und erkundigen uns über die Abfahrtzeiten. Dann wandern wir etwas am Ufer entlang. Immense Abstellmöglichkeiten für Wohnmobile und PKWs deuten an, was hier in der Hochsaison für ein Betrieb ist.

Am nächsten Tag brechen wir früh auf, um die Fähre zu erreichen. Der Anleger ist eine lange Mauer die im Zickzack ins Wasser führt. So findet das Boot bei jedem Wasserstand einen Anlegeplatz. Zahlreiche Fahrgäste mit Urlaubsgepäck besteigen das Schiff. Darunter auch ein Gruppe von Gendarmen, die offenbar die lokale Polizeistation in der bevorstehenden Hauptsaison verstärken soll.

Es gibt eine Südinsel und eine Nordinsel. Sie sind mit einer Brücke verbunden, die aber nur bei Hochwasser  wirklich über Wasser führt. Es gibt keine Autos, wer will kann ein Fahrrad leihen oder auf dem Schiff sein eigenes Rad mitnehmen. Wir es nicht gemacht, eine gute Entscheidung wie sich zeigen sollte: die Inselwege sind schmal und nur wenige können überhaupt befahren werden.

Schnell verteilen sich die Neuankömmlinge im Ort, wir wählen einen Weg  am Westrand der Südinsel. Es gibt tolle Buchten und Ausblicke, auch reichlich Gärten und Blumen. Aber wir haben nicht den Eindruck, dass sich das wesentlich vom Festland unterscheidet. Insbesondere die angepriesenen Rhododendronhecken, haben wir am Festland üppiger erlebt. Hier hat das Tourismusmarketing wohl etwas übertrieben. Dennoch ist Bréhat auf jeden Fall ein lohnenswertes Ausflugsziel.

Wir kommen zur Nordinsel gehen an der westlichen Küste in Richtung Leuchtturm. Der Weg ist nicht immer einfach: mal führt er direkt am Stand über große Steine, mal über Flächen, die dicht mit mannshohem Farn bewachsen sind. Wir feiern erneut, dass wir die Räder nicht mitgenommen haben.

Am Leuchtturm treffen dann alle Wegen zusammen und es ist entsprechend voll. Hier sehen wir nun auch erstmalig den rosa Granit, der der ganzen Region hier den Namen gibt: Cote Granit Rose.

Wir picknicken bei toller Aussicht auf die Inselwelt etwas abseits des Leuchtturms, beäugt von hungrigen Möwen, die auf eine Gelegenheit warten, uns etwas Nahrung zu stibizen.

Auf dem Weg zur Südinsel sehen wir das Cafe ‚Le paradis rose‘. Da es direkt am bevölkerten Hauptweg liegt, machen wir uns keine große Hoffnung, werden aber positiv überrascht: das ‚Paradis Rose‘ ist ein idyllischer Garten mit üppiger Vegetation. In einer Gartenlaube holt man sich zu fairen Preisen Getränke, Kuchen oder Galettes und sucht sich einen Platz auf einer der überall verstreuten  kleinen Sitzgruppen.  Keine Spur von Massenbetrieb, Nepp oder Hektik.

Wir fahren weiter nach Plougrescant. Der Camping ‚Le Varlen‘ ist schattig, unruhig, bietet keine Aussicht und hat rustikale Sanitäranlagen. Kein Höhepunkt also aber alternativlos und zweckmäßig, da er unmittelbar in der Nähe der spektakulären Felsküste liegt.

Wir besuchen die beeindruckenden Küstenabschnitte bei ‚La Point Château‘ und ‚Le Gouffre‘. Strammer Wind sorgt für wildes Meer, die Sonne scheint.  Das ‚Maison-Entre-Roches‘ ist ein zwischen zwei Felsen eingeklemmtes Haus. Es soll eines der am häufigsten fotografierten Motive der Bretagne sein, da wollen wir nicht nachstehen und reihen uns in die zahlreichen Besucher und Fotografen ein.

Am nächsten Tag ist Nationalfeiertag. In der Morgensonne geht es noch einmal mit dem Rad zu den Felsen, um weitere Fotos zu machen. Anschließend ist faulenzen angesagt. Jedenfalls für uns: die Tour de France fährt auf den Mt. Ventoux.

Dann fahren wir weiter nach Trélevern. Der Camping ECM Port l_Epine ist unter holländischer Regie, also alles pikobello: schön gelegen, Blick aufs Meer, große Stellplätze, teuer, WLAN kostenpflichtig. Wir haben  Croquilles St.Jaques gekauft doch für das Rezept fehlen Champignons. Die bekommen wir in  Louannec, aber die Radtour dorthin ist schweißtreibend: immer am Meer entlang, Klippe rauf, Klippe runter…. Das Wetter ist wie immer: prächtige Sonne, Wind eher kühl. Am nächsten Tag wandern wir durchs Watt und gucken den Fischen beim schwimmen zu.

Unser nächstes Ziel ist Perros-Guirec, ein Hauptort der Cote Granit Rose. Der Campingplatz Domaine de Trestraou ist erstaunlich leer und liegt in unmittelbarer Nähe zum Hauptstrand. Dort ist es recht lebhaft, zum EInkaufen müssen wir wieder steile Berge hinauf fahren.

Auf dem Zöllnerpfad wandern nach Ploumanac’h und zurück. Hier häufen sich nun die bizarren Felsformationen. Der Weg ist stark frequentiert, kein Wunder, wir die Wanderung doch als Highlight herausgestellt. Der Weg ist anstrengend, denn es ist sehr heiß. In Ploumanac’h picknicken wir mit Blick auf das Schloss Costaérès, welches Dieter Hallervorden gehören soll. Abends fahre ich noch einmal mit dem Rad nach  Ploumanac’h um Bilder im Abendlicht zu machen.

Am nächsten wandern wir über die 
Presqu’île Renote bei Trégastel. Auch hier spektakuläre Felsformationen sowie tolle Ausblicke aufs Archipel des Sept-Isles und Diddis Schloß (Palüm, Palüm). Uns gefällt es hier noch besser als bei tagszuvor bei Plougrescant.

Wir suchen einen Platz und werden in Trébeurden beim Camping Armor Loisir fündig. Es ist sehr heiß, der Platz nicht besonders toll, aber irgendwo muss man ja bleiben.

10.07.16
Zum Fernsehen in die Bretagne?

Am 4. Juli starten wir nach Frankreich. Frisch verrentet nutzen wir die neue Freiheit und reisen vor der großen Urlaubswelle in die Bretagne. Nach Familienfeierlichkeiten in Nordhessen geht es bei dichtem Verkehr durchs belgisch-französische Industriegebiet Richtung Westen.

Die erste Etappe endet in Boiry-Notre-Dame, einem Dorf in der französischen Region Nord-Pas-de-Calais-Picardie, die diesen Namen erst seit 2016 trägt. Ruhm erntete diese Region durch den Film Bienvenue chez les Ch’tis , der mit  20 Millionen Kinobesuchern der erfolgreichste französische Film in Frankreich ist und der versucht, negativen Vorurteilen gegenüber dem Norden Frankreichs entgegenzuwirken, möglicherweise aber das Gegenteil bewirkt.

Damit ist auch schon das Wichtigste gesagt. Für uns ist entscheidend: der Campingplatz La Paille Haute ist für die Durchreise prima geeignet und bietet sogar ein Restaurant.

In die Bretagne

Bei Nieselregen geht es weiter in Richtung Bretagne. Entspanntes Fahren bei wenig Verkehr, aber die Strecke zieht sich. Als Ziel haben wir uns die Côte Granit Rosé vorgenommen, ein Küstenabschnitt mit gewaltigen Felsen (rosa!) im Norden der Bretagne.

Nach langer Fahrt erreichen wir Saint-Quay-Portrieux und richten uns auf dem Campingplatz Belle Vue ein. Der Platz liegt auf der Felsküste über dem Meer, die Sonne scheint und es geht ein kühler Wind. Es ist wenig los hier und so ist ein windgeschützer Platz mit Blick aufs Meer bald gefunden. Ein überall empfangbares, kostenloses WLAN komplettiert das Glück.

Campingplatz Belle Vue

Saint Quay Portrieux

Eigentlich wollten wir zu dieser Zeit in Amsterdam sein und die Europameisterschaften der Leichtathleten besuchen. Aber die unsichere Wetterlage, ein Stadion mit wenig Überdachung und hohe Eintrittspreise hielten uns davon ab.

Um dennoch nicht auf unseren Sport zu verzichten, hatten wir eine Satellitenantenne und einen Fernsehempfänger für den Laptop eingepackt. Unser Plan war, einen schönen Platz zu finden und dort in aller Ruhe 5 Tage lang Leichtathletik zu gucken, bevor dann die Erkundung der Côte Granit Rosé starten sollte.

Den Platz hatten wir jetzt, nur mit dem Fernsehempfang wollte es nicht so richtig klappen. Nach ein paar Stunden Fluchen, Justieren und Einstellen war es endlich soweit. WIr machten es uns bequem und schauten abwechselnd auf den Bildschirm und auf das Meer vor unserer Nase.

So verbringen wir die ersten fünf Tage. Wenn die Leichtathletik Pause hat, wandern wir auf dem Zöllnerpfad in nach Saint-Quay-Portrieux, gehen spazieren oder machen Besorgungen. Es herscht tolles Sonnenwetter, aber immer geht auch ein kühler Wind.

Den etwas weiteren Weg zum Hafen von Saint-Quay-Portrieux brechen wir ab. Es ist sehr heiß, der Weg geht auf und ab und zwischen den hohen Hecken regt sich kein Lüftchen. Wir verzichten auf den Hafen und kehren zu unserem schattigen Plätzchen zurück.

Ein anderes Mal gehen wir den Zöllnerpfad in nördlicher Richtung und kommen in eine kleine Bucht. Dort, direkt am Wasser liegt Les Viviers de Saint Marc ein Handels und Zuchtbetrieb für Fische und Meeresfrüchte mit angeschlossenem urigen Restaurant.

Eine Besonderheit lernen wir auf dem Platz Belle Vue noch kennen: Essenversogung per Lieferwagen (man könnte auch ‚Foodtruck‘ sagen). Abends kommt ein Wagen auf den Platz und bietet etwas zu Essen an. Jeden Tag ein anderer: einmal Pizza, einmal Crêpes und Gallettes, ein anders Mal Dinge, die wir nicht kannten (und auch nicht trauten zu probieren) . Es sind die selben Wagen die sonst auch auf den Märkten stehen. Wir finden, das ist eine feine Alternative, wenn der Platz nicht ein eigenes Restaurant betreiben will.

Aber wir kochen ja auch selber sehr gerne und auf dem Markt von Saint-Quay-Portrieux  finden wir leckeres Gemüse, Fisch, Fleisch und bretonischen Kuchen

Direkt vor unserer Nase liegt die  Îsle Harbour, deren Anblick sich durch Licht, Schatten, Sonnenstand, Ebbe, Flut ständig ändert. Fünf Tage lang konnten wir das beobachten. Einige der Fotos hier:

Am Abend unseres letzten Tages verliert Frankreich das EM Finale im Fußball gegen Portugal. Die überwiegend französischen Campinggäste nehmen das gelassen zur Kenntnis. Vieleicht weil es Bretonen sind und keine Franzosen.

28.06.16
Strandsegeln

Meine Kollegen haben sich gefreut, dass ich in den Ruhestand gehe, da haben sie mir einen Schnupperkurs im Strandsegeln geschenkt ?. Ein Klick auf untenstehende Bild startet eine Scrollgeschichte bei Adobe Spark.


11.04.16
Frühling in Den Haag

Im Aril machten wir uns auf in Tochters Wahlheimat, um die Tulpen blühen zu sehen. Neben dem obligatorischen Besuch am Scheveninger Strand besuchten wir zunächst M.C. Escher Museum (Escher in het Palais), welches im ehemaligen Winterpalast der Königin Emma unterbracht ist.

Um die Tulpen zu sehen fuhren wir nach Voorhout und von dort mit dem Fahrrad zunächst nach Nordwijk ans Meer und dann über Nordwijkerhout und Lisse zurück nach Voorhout.

Die Tulpen waren leider noch nicht so weit, dafür blühten Osterglocken und Hyazinthen . Je nach Windrichtung fuhren wir durch betörenden Duft.

Ein anderer Ausflug führte uns mit der Bahn in die Universitätsstadt Leiden. Ein geschichtsträchtiges Pflaster: der in Leiden Verlag Elsevier veröffentlichte die Thesen von Galileo Gallilei, im Botanischen Garten der Universität züchtete Carolus Clusius die ersten Tulpen und die Leidender Flasche ist manchem Schüler im Physikuntericht begegnet. Etwas jünger sind die Eindrücke die der amtierende Holländische König Willem-Alexander als Student in Leiden hinterließ: als ‚Prinz Pilsje‘ landete er mit seinem Auto in einer Leidener Gracht.

Regentessekvartier in Den Haag

Ich bin viel im Den Haager Stadtviertel Regentesse herumgelaufen. Dort gibt es eine enorme Vielfalt von Geschäften und Restaurants sowie tollen Häuser deren Stil Neorenaissance genannt wird.Viele Straßen sind nach Forschern und Wissenschaftlern benannt.

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28.10.15
Schiffe und Schiffe

In Kiel wird viel gebaut, da bietet der Abriß einiger Gebäude ungewohnte Ausblicke. Aber nicht nur Häuser sondern auch Schiffe werden in Kiel gebaut, z.B. „A“ die größte Segelyacht der Welt.

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23.10.15
Herbstmarkt

Der Herbstmarkt lockt jedes Jahr viele Besucher  ins Freilichtmuseum Kiel Molfsee.

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16.10.15
Karwendel im Herbst

Im Karwendelgebirge gibt es ein Hochtal in dem ein großer Bestand an Bergahorn wächst. Laubbäume kommen solch großen Höhen eher selten vor. Im Herbst, wenn sich das Laub färbt ist das Tal ein sehenswertes Ausflugsziel.

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31.08.15
Erste Schritte in Den Haag

Unser Kind ist nach Den Haag gezogen. Naja, so richtig eingezogen ist sie noch nicht: sie hat eine Wohnung, dort stehen auch schon ihre Möbel und Umzugskartons. Aber das ist es auch. Also fahren wir zusammen nach Holland, um den Umzug zu vollziehen und natürlich auch, um die neue Umgebung kennen zu lernen.

Die Bezeichnung ‚Holland‘ ist in diesem Fall sogar korrekt, denn Den Haag liegt in der Provinz ‚Zuid Holland‘ die zusammen mit ‚Nord-Holland‘ in den Augen vieler unserer Nachbarn den wichtigsten Teil der Niederlande bilden, weshalb sie beim Fußball auch immer ‚Holland, Holland‘ rufen (Parallelen zu ‚Bayern‘ halte ich aus mehreren Gründen für unangemessen).

Die ersten Nächte verbringen wir auf dem Campingplatz „Duin Horst“. Er ist nördlich von Den Haag gelegen und mit dem Fahrrad zu erreichen. Das  Abendessen gibt es in Form einer Pizza in der Innenstadt. Unserer Räder parken in einem kostenlosen bewachten Fahrradparkhaus. Guter Auftakt!

Am nächsten Tag erkunden wir mit den Rädern das Umland und sind erstaunt, wie schnell wir an der Nordsee sind. Nur fünf Kilometer sind es vom Stadtzentrum bis nach Scheveningen, dem Strand von Den Haag.

Die Bebauung in Scheveningen gehört zum hässlichsten, was ich bisher an Strandpromenade gesehen habe. Der Strand selbst ist gigantisch breit. Es bläst ein kräftiger Sturm.

Beim Besteigen des Bungee-Turms habe ich Mühe, mich festzuhalten. Meine Mütze sucht das Weite, sie segelt von dannen. Da wo die Promenade endet, beginnt ein Dünengebiet. Toll, man muss nur der Promenade den Rücken zukehren.

Am dritten Tag radelt wir durch einen der vielen Parks der Stadt ins nördliche Dünengebiet. Nordsee pur! Man denkt, man sei auf Sylt! In der Ferne die Hochhäuser von Den Haag. Mittendrin in den Dünen ein Pfannkuchenhaus mit reichlich Wespen.

In Wassenaar zu wohnen, muß man sich leisten können. Eine Prachtvilla reiht sich an die nächste. Oft sieht man nur ein Eingangstor und einen großen Park. Dem Vernehmen nach wohnte hier auch der Holländische König, als er noch Prinz war. Am Abend gibt es einen gewaltigen Regenschauer, der weite Teile der Campingwiese unter Wasser setzt.

Am nächsten Tag stehen Großeinkäufe an: ein original Hollandrad für den Personentransport und eine Schlafcouch für die Gäste. DIe Couch lassen wir klugerweise liefern: um 21:00 Uhr abends werden fünf gewaltige Pakete über das enge, steile Treppenhaus in die Wohnung gebracht.  Zum Schlafen müssen wir aber noch ein letztes Mal zum ‚Dünenhorst‘ radeln.

Am Folgetag bauen wir die Couch auf, kaufen eine Waschmaschine und freuen uns darüber, daß diese nicht nur durch das enge Treppenhaus sondern auch millimetergenau in die vorgesehene Abstellkammer passt. Es folgt die erste Nacht auf der Schlafcouch. Leider wird die Nachruhe durch einen Wassereinbruch im Dach gestört. Es tropft! Holland und Wasser, das geht zusammen.

Bemerkenswert sind die Parkregeln: alle Parkplätze sind kostenpflichtig. Manche immer, manche nur von 18:00 bis 24:00 Uhr. Die Kosten sind mit 1,70 € pro Stunde heftig, da kommen für einen Abend schon mal 10 € zusammen. Bezahlen ist unbedingt zu empfehlen, sonst droht der Abschleppwagen oder die Parkkralle. Die angenehme Seite: es gibt immer reichlich freie Parkplätze und als Fußgänger ärgert man sich nicht über zugeparkte Wege. Und: Anwohner können eine Gästekarte erwerben, die ein ganzes Jahr gilt. Na also!

Am Wochenende bewegen wir uns wieder wie Touristen. Am Geburtstag eine lange Radtour durch das südliche Dünengebiet bis nach Kijkduin und zurück durch einige Parks.

Am Sonntag dann ein Stadtbummel. Ab Mittag sind alle Geschäfte geöffnet, die Stadt ist voll mit Menschen, überall gut gefüllte Straßencafés. Wir belegen zwei Tische, die Wirtin meint, einer reiche doch. Als wir dann Pfannkuchen bestellen ändert sie ihre Meinung.

Abends dann radelt das Kind „kurz zum Meer“, baden. Wohl dem, der an so einem Ort wohnen und arbeiten darf. Unsere ersten Schritte in Den Haag machen Lust auf mehr. Zum Glück gibt es ja die Schlafcouch.

15.08.15
Reise nach Schweden

Urlaub zur Ferienzeit: In fast allen Ländern in Europa sind im August Schulferien, im Süden wechseln sich zudem Hitze und Unwetter ab. Wo soll man nur Urlaub machen? In letzter Minute die Idee: Schweden! Es liegt vor der Tür, wir waren lange nicht dort und im Gegensatz zu Resteuropa verheisst der Wetterbericht 14 Tage Sonne bei 20-25 Grad.

Wir kramen unser altes Kanu heraus und wir wählen den Weg über die Brücken – Kleiner Belt, Großer Belt, Öresund. Das Ziel ist Karlskrona, die alte Marinestadt auf den Schären mit Weltkulturerbe.

Der Dragsö Camping liegt auf einer eigenen Schäre, das Stadtzentrum ist gut mit dem Rad zu erreichen. Zunächst mutet der Platz überfüllt an, aber je weiter man vordringt, desto ruhiger wird es. Im hintersten Winkel finden wir unseren Stellplatz

: Blick aufs Wasser mit Sonnenuntergang und abendlicher Karnickelshow. Nur zwei andere Camper in Sichtweite. Der Start ist geglückt.

Ich will noch mehr schreiben, z.B. über

  • Fotoshooting für Merian
  • Wanderung
  • Bootsfahrt in die Schären
  • Langsjönäs
  • Südschwedische Landhäuser
  • Sandstrand mit Blick auf Bornholm

23.06.15
Kieler Woche Tag

Wir hatten Glück mit dem Wetter bei unserem Kieler Woche Tag in Schilksee. Obwohl schlechtes Wetter vorhergesagt war, schien fast durchgehend die Sonne. Die Segler fanden das Wetter nicht so gut, denn der Wind fehlte. Erst am Nachmittag frischte es auf und alle Bootklassen wurden gleichzeitig losgeschickt. Das Gewimmel war entsprechend groß.

09.04.15
Frühjahrsreise nach Südtirol

Frühjahrsurlaub machen? Nachts fast überall Minusgrade, Neuschnee im Allgäu… ‚Überetsch‘ heißt die Lösung, ein kleines Gebiet in Südtirol, südlich von Meran gelegen und durch einen Höhenrücken von der Etsch und der Brennerautobahn getrennt. Am Mittwoch nach Ostern geht’s über die traumhaft leere A7 nach Süden. Das Allgäu ist frisch gezuckert. Strahlender Sonne.

Also weiter über den Fernpass aufs Mieminger Plateau: Hotel Stern in Obststeig hat immer etwas zu Essen für Durchreisende. Nur kleine Karte aber leckere Schlutzkrapfen, dann weiter zum Brenner. Immer noch kein Verkehr.

Um 19:00 Uhr landen wir in unserer Herberge. In Oberplanitzing haben wir ein Zimmer im Strengherrenhof gemietet: ein 400 jahrer alter, befestigeter Gutshof mitten im Weinberg. Es ist jetzt 00:17 Uhr und draußen sind 17 Grad!  Geht doch!

Am nächsten Tag setzen wir uns aufs Rad, um bei herrlichem Wetter die Gegend zu erkunden. Sorgenvoll registrieren wir, das es auf dem Weg nach Kaltern ständig bergab geht.  Das Städtchen liegt übrigens nicht an dem bekannten See, der dem Wein hier den Namen gibt. Zum See geht es noch ein paar Kilometer weiter bergabwärts.

Die Wege sind alphaltiert und schmal und führen ständig durch Wein- oder Apfelplantagen. Es ist nicht viel los: Nebensaison. Dennoch tummelt sich einige Urlauber auf den Wegen. Der Campingplatz am See sagt uns nicht zu: dicht nebeneinander stehen die großen Wohnmobile ohne trennende Hecken oder dergleichen. Keine Alternative zu unserem Ansitz!

Der Rückweg führt auf der anderen Seite der Ebene wieder über Wein und Apfelwege, nur dass es jetzt ständig bergauf geht, bzw. bergauf/bergab, denn es gilt einige Höhenrücken zu überwinden, die wir ungeschickt allesamt in unsere Route eingebaut haben.

Irgendwann sind wir dann wieder auf unserem Ansitz: unsere als gemütliche Kennenlernrunde geplanter Ausflug geriet mal wieder zu einer ausgiebigen Radtour.

Zum Abendessen kehren wir im ‚Speckkeller‘ ein, eine Weinstube im Gewölbe mit redseligem Wirt. Der Wein kommt gleich als Flasche auf den Tisch, gezahlt wird was getrunken wird. Zum Essen gibt es Knödel-Tris.

Montiggler Seen

Am zweiten Tag unseres Aufenthalts im Überetsch lassen wir die Räder stehen und wandern quer durch die Ebene zu den Montiggler Seen. Natürlich geht es zunächst wieder bergab und dann auf der gegenüberliegenden Seiten durch den Wald zu den Seen. Die Wege sind gut und trocken. Schnee hat es hier den ganzen Winter nicht gegeben. Das Wetter ist schön, aber dies ist noch nicht lange so. Noch an Ostern soll es hier sehr ungemütlich gewesen sein.

Auf dem Rückweg kommen wir wieder durch Kaltern, wo wir auf dem Markt eine Pause machen und die anderen Leute beobachten.

Höhenweg

Schloß ?? in Kaltern

Am dritten Tag unserer Frühjahrsreise wollen wir es etwas ruhiger angeghen lassen und gehen den Höhenweg in Richtung Kaltern. Die steile Bergbahn zum Mendelpass macht grade Mittagspause, wir nehmen den Citybus nach Kaltern und gehen später über den Weinweg nach Oberplanitzing zurück.

Zum Abendessen gehen wir wieder in den Tannhof, der besondere Gäste hat: zwei rivalisierende American Football Teams aus Mailand und aus Meran die am morgigen Sonntag ein Spiel austragen werden. In unserem Ansitz bekommen wir davon nichts mit.

Über den Mendelpass zu ‚Christel im Loch‘

Kaltern vom Mendelpass

Am heutigen Sonntag treffen sich Motorradfahrer im beschaulichen Oberplanitzing. Es soll eine Segnung geben und Rockmusik. Kurzerhand hat man die einzige Durchgangstraße durch den Ort gesperrt. Harley-Davidsons, Oldtimer und Oldtimerinnen. Auf einem Parkplatz direkt vor unserem Ansitz halten die Footballer der Mailand Seamen ihre Taktikschulung ab.

Wir nehmen das Auto und kurven zum Mendelpass hinauf, eine teilweise spektakkuläre Straße mit tollen Blick. Insgesamt ist hier nur wenig Betrieb. Etliche Radfahrer haben sich bei der Bergpassage ausgetobt. Etwas abgelegen finden wir das Skigebiet Roman. Auf der Piste liegt noch Schnee, aber der Liftbetrieb ist eingestellt.

Gleitschirm am Mendelpass

Wir fahren auf der anderen Seite talwärts. Hier sind wir jetzt im ‚richtigen‘ Italien. Wir fahren durch eine schöne hügelige Gegend, die ans Allgäu erinnert. In der Ferne sieht man das Ortlermassiv. Wir möchten mit dem Roen einen weiteren Berg (per Auto) erklimmen, aber die Straße ist leider gesperrt.

Apfelblüte bei Tramin

Über Mezzolombardo geht es zurück ins Überetsch. In Tramin blüht es bereits in den Apfelplantagen.In Am Kalterer See und in Kaltern herrscht nur Ausflugsbetrieb. Der erste Frühlingssonntag hat viele angelockt.

Wir fahren zur Jausenstation „Christel im Loch“, die wir auf unserer Radtour entdeckt haben. Es gibt eine monströse Jause, am Nachbartisch feiern Italiener „Premiera Communione“.

In Oberplanitzing sind immer noch die Motorrad-Oldies zugange. Warmes Essen fällt heute aus: wir machen Vesper im Zimmer und gucken Handball Championsleague im Internet. Der THW Kiel verliert mit zwei Toren bei Pick Szeged.

Nach Algund

Im zweiten Teil unserer Frühjahrsreise wollen wir dann doch wieder Camper sein, wir fahren in die Gegend um Meran. Unser Ziel ist Lana, doch das gefällt uns überhaupt nicht.  Es ist uns viel zu städtisch, der Campingplatz liegt mitten im Industriegebiet. In Algund gefällt es uns dann besser. Den Campingplatz ‚Via Claudio Augusta‘ kennen wir bereits . Hier standen wir schon mal zwei Stunden vor dem verschlossenen Tor, um dann nach der  Mittagspause zu erfahren, dass kein Platz frei ist.

Dieses Mal habe wir mehr Glück. Wir bekommen eine Platz am Ententeich zwischen anderen Bussen aus Norddeutschland und freiem Blick auf ein tolles Bergpanorama. Weniger Glück haben wir beim Abendessen. Wir finden eine Art Pizzeria.  Es ist nicht sehr gemütlich, aber das Essen ist OK.

Algunder Waalweg

Direkt hinter dem Campingplatz Via Claudia Augusta führt der Radweg an der Etsch entlang. Zum Frühstück radle ich in sieben Kehren eine Rampe in den Vintschgau hinauf.  Oben wird es flach, im ersten Dorf kehre ich um.

Heute steht die Bewanderung auf dem Algunder Waalweg auf dem Programm. Nach dem Frühstück geht es auf der gleiche Strecke wie zuvor bis zum Ende der Steigung, dann auf den Waalweg. Waale sind Bewässerungskanäle auf denen frisches Bergwasser durch die Apfelplantagen geleitet wird. Die Waalwege führen an diesen Kanälen entlang.

Das Wetter ist herrlich, 25 Grad sind vorhergesagt, die Apfelplantagen sind in voller Blüte. Der Weg ist eben und bietet tolle Ausblicke ins Meraner Land. Unterhalb von Dorf Tirol geht es nach einer kurzen Passage auf der Straße zur Tappeiner Passage, ein gepflegter Weg der als botanischer Garten ausgebaut ist und der bis in die Meraner Innenstadt führt.

Hitze! Die Sonne brennt!  Im Café Schlehdorf machen wir Pause bei Marillenknödeln und Hirtenmakaroni, dann geht es weiter nach Meran. Dort kaufen wir – wie immer – getrocknete Tomaten, finden keinen Bus nach Algund und machen uns zu Fuß auf den Rückweg.
Das Abendessen im Römerhof ist kein schönes Erlebnis. Das Essen ist ok, der Service miserabel. Egal!

22.12.14
Venedig? Kiel!

Zwei Tage vor Weihnachten: Land unter in Kiel. Sieht schlecht aus mit „Weissen Weihnachten“.

12.10.14
Ardennen

12.10.

Auf dem Weg in die belgischen Ardennen unterbrechen wir die Fahrt in Köln und besuchen in der Lanxess-Arena den ‚Bergischen Handballgipfel‘. Das Bundesligaspiel zwischen dem Bergischen HC (Wuppertal) und dem Vfl Gummersbach wurde wegen seines Derbycharakters aus der Wuppertaler Unissporthalle in die Riesenarena verlegt. 7000 Leuten folgen. Sie füllen die Halle zur Hälfte und machen ordentlich Rabatz. Etwas überraschend gewinnt der Bergische HC sein ‚Heimspiel‘.

Um ca. 19:00 kommen wir dann in der Ferienanlage „Azur en Ardenne“ in Barveaux (BEL) an, wo wir für eine Woche ein modernes kleines Reihenhaus gemietet haben.

Uns wurde gesagt, dass man in Belgien sehr gut essen kann. Eine erste Bestätigung bekommen wir einer gemütlichen Kneipe bei lecker Pasta und einem Trapistenbier aus Orval.

In unserem Häuschen müssten wie zunächst Bestandsaufnahme machen: es gilt ein umfangreiche Inventarliste zu überprüfen. Jeder Teelöffel ist festgehalten, alles auf Französisch und Flämisch. Das Internet hilft bei der Übersetzung.

13.Oktober

Zunächst orientieren wir uns in Barveaux, erkunden Geschäfte und das Tourismusbüro.

Dann radeln wir über den Berg nach Durbuy . Das ist ein kleiner, zwischen hohen Felsen an der Ourthe gelegener Ort, mit vielen Restaurants und kleinen Geschäften. Man sagt hier, es sei die kleinste Stadt der Welt. Doch auch Arnis an der Schlei und Hum in Kroatien reklamieren diese zweifelhafte Ehre für sich. Komisch, dass Orte damit werben, das kaum einer dort leben will.

Im Café gibt es auf einem sonnigen Platz Bier und Sandwich. Einige Restaurants fallen mit aufwändiger Halloween-Deko auf, Plakate kündigen zum 31. Oktober etwas Besonderes an.

Wir fahren zurück und nehmen einen alten gepflasterten Treidelpfad, der uns der Ourthe folgend, zurück nach Barveaux bringt. Dort decken wir uns mit mehreren Biersorten und passenden Gläsern ein und planen die nächsten Tage.

14.10

Wir machen eine Wanderung um den Ort Weire, wo es einige Menhire gibt. Der Weg ist hübsch aber ohne Höhepunkte. Die Menhire sehen wir nur aus der Ferne.

Anschließen fahren wir zur Schokoladenmanufaktur Defroidement. Der Weg lohnt sich nicht, denn weder der Laden noch die Gegend haben viel zu bieten. Die leckere Schokolade kann man auch anderswo kaufen.

LaRoche-en-Ardenne ist eine nette Stadt an der Ourthe, mit recht viel Betrieb. Am Place du Bronce gönnen wir uns ein Orval und einen Kaffee. Bei vermutlich zweitbesten Schlachter (‚Josse‘) kaufen wir lecker Ardenner Schinken.Der (angeblich) beste Schlachter (‚Boulion et Fils‚) war geschlossen.

Abends, zu Hause dann eine böse Überraschung: die frischen Pasta, die wir zuvor gekauft haben, sind verschimmelt. Nun hat der Laden bereits geschlossen und uns bleibt nur ein Restaurantbesuch im Dorf.
Es gibt Kroketten als Vorspeise (mit Käse gefüllt, eine Spezialität der Belgier) und eine Riesenportion Vol-au-Vent als Hauptgericht. Zu Trinken gibt es ‚Chouffe‘ und mit jedem Glas ein Puzzlespiel als Geschenk der Brauerei.

15.10.

Am nächsten Tag fahren wir wieder nach La Roche-en-Ardenne, wir wollen eine Wanderung machen, die auf den Höhen um den Ort herumführt und schöne Ausblicke auf Stadt und Ourthe bietet. Doch nach dem steilen Aufstieg ist am Waldrand bereits Schluss: heute wird hier wird gejagt! Zunächst gehen wir weiter, doch als wir direkt am Weg tatsächlich einen Jäger im Anschlag sehen, kehren wir um.

Wir besorgen uns beim angeblich besten  Schlachter ‚Bouillon et Fils‘ Schinken und Quiche und suchen uns an der Infotafel im Ort einen Rundweg aus. Mit Mühe finden wir den Einstieg. Die Beschilderung ist mal üppig, mal miserabel. Oft fehlt an den entscheidenden Stellen das Schild. Letzlich stiefeln wir ca. 10 km durch den Wald, ohne das wir etwas anderes sehen als Bäume. Das spektakulärste ist ein Friedhof, vor dem ein Arbeiter mit einem Laubbläser die staubige Straße säubert.

Im Tourismusbüro von La Roche ist man weder bemüht noch kompetent. Unwillig und in schlechtem Englisch wird uns bestätigt, das der Weg gesperrt sei. Auskünfte über die Begehbarkeit von Wegen im benachbarten Achouffe (‚Feenweg‘) erhalten wir nicht.

16.10.

Wir fahren nach Lüttich und holen unser Kind am hochmodernen Bahnhof Guillemins ab. Am bevorstehenden Wochenende wollen wir gemeinsam in den Ardennnen wandern.

Mit dem Bahnhof hat sich die erwas heruntergekommene ehemalige Stahlmetrolpole eine wirklich sehenswerte Attraktion gegönnt.

17.10.

Wir besuchen erneut Durbuy. Dieses Mal gehen wir zu Fuß an der Ourthe entlang in das kleine Städtchen.

Auf dem Rückweg bekommen wir die Gelegenheit den hohen Felsen, dessen Verwerfungen wir bereits von Durbuy aus bestaunten, zu besteigen und aus der Vogelperpektive auf den Ort zu blicken.

18.10.

Die ‚Wilde Ourthe‘ ist nicht etwa eine enthemmte Belgierin, sondern der Name einer Rundwanderung, die von Nardin aus am Fluss ‚Ourthe‘ entlag führt und uns Einiges abverlangte.

Es geht ständig auf und ab. Zwischendurch tolle Blicke auf die tief in den Fels gegrabene Ourthe. Wir rutschen über nasse Felsen und Baumwurzeln. Zwischendurch ebene Passagen am Fluss, der sich in unglaublichen Windungen durch die Berge schlängelt.

Es geht ständig auf und ab. Zwischendurch tolle Blicke auf die tief in den Fels gegrabene Ourthe. Wir rutschen über nasse Felsen und Baumwurzeln. Zwischendurch ebene Passagen am Fluss, der sich in unglaublichen Windungen durch die Berge schlängelt.

Viele Tiere sehen wir nicht. Eine gelbe Raupe, die an eine Flaschenbürste erinnert, sieht so fremdartig aus, daß man sie eher in einem exotischen Gegend verorten würde. Vielleicht ist sie ja die wilde Ourthe.

Am Ende der tollen Wanderung sind wir rechtschaffend müde, sodass wir zum geplanten Besuch der Brauerei in Achouffe keine große Lust mehr verspüren. Da zudem alle Plätze in der Brasserie belegt sind, belassen wir es bei einem Besuch des Brauereilandens.

Wir erstehen ein Original Achouffe-Glas und eine große Flasche dieses tollen Bieres und machten und auf den Weg nach Hause.

19.10.

Die Fahrt nach Maastricht unterbrechen wir für eine Wanderung im Hochmoor bei Spa. Es ist Sonntag und es sind unglaublich viele Leute unterwegs. Sie wandern und sammeln Pilze. Viele lärmen leider auch mit Motorrädern durch die Gegend. Es ist wunderbar sonning und sehr warm. Obwohl es wenig geregnet hat, sind die Wege matschig und rutschig.

20.10.

Das schöne Wetter der vergangenen Tage ändert sich schlagartig, aber es war angekündigt, somit waren wir vorbereitet.

Es wird kalt, stürmisch und regnerisch. Da die Aussichten so schlecht sind, verkürzen wir unseren geplanten Reise in den Norden Hollands drastisch. Wir fahren ans Ijsselmeer und landen nach einigen Fehlversuchen auf einem Campingplatz in Workum. Der Ort hat einige hübsche frisische Häuser, viele liegen an Kanälen und sind somit direkt mit dem Ijsselmeer verbunden. Wir nutzten die Zeit vor dem angekündigten Regenwetter mit einem Rundgang.

Vor dem Supermarkt treffen wir DAS Klischee schlechthin: Ein Holländer, der mit Holzpantoffeln Fahrrad fährt. Wer so etwas kann, sollte doch eigentlich auch Fußball spielen können…

Ansonsten: hyggelig in Friesland.

21.10.

Beim dem Wetter, welches wir hier vorfinden macht das Reisen nur noch wenig Freude. Wir brechen unseren Aufenthalt ab und nutzen die gewonnene Zeit für einen Besuch in Bremerhaven.

29.08.14
Maastricht und Kanne

Nach unserer Ankunft in Maastricht probieren wir bei lauen Abendtemperaturen einige der zahlreichen belgischen Biersorten in t’Pothuiske.

Wir übernachten im belgischen Örtchen Kanne. Hier leben mehr Holländer als Belgier. Am nächsten Tag beginnen wir nach den Geburtstagsritualen eine ausgiebige Wanderung auf dem Gebiet des Pietersberg. Aber zunächst erklimmen wir in Kanne einen kleinen Hügel und blicken auf den Albrechtkanal auf dem zahlreiche Frachtschiffe unterwegs sind. Dieser Kanal ist für Belgien wichtig, denn er ermöglicht Schiffsverkehr mit Antwerpen ohne Nutzung von niederländischem Staatsgebiet.

Die Wanderung führt uns weiter auf den ‚Observanten‘, der mit 170 m höchste Erhebung hier. Der Berg ist künstlich erschaffen, er besteht aus der Deckschicht, die beiseite geräumt werden musste, bevor im ENCI-Zementwerk Kalk und Mergel abgebaut werden konnte.  2018 soll der Betrieb des Werkes eingestellt werden und aus der Kalkgrube ein Naherholungsgebiet entstehen. Wir stärken uns im Landhaus Slavante und steigen dann zur Ruine Lichtenberg auf.

Wir umrunden die riesige Kalkgrube des ENCI Zementswerks und kehren auf einem Höhenrücken oberhalb des Jekertals zurück nach Kanne.

 

18.08.14
Mal wieder im Tannheimer Tal

Drei Tagen sind wir nun früh aufgestanden, mit Bus und Straßenbahn in Stadion gefahren, Sportler angefeuert, lange Mittagspausen überbrückt und spät zurückgekehrt: jetzt reichte es. Wir machten uns auf den Weg nach Tirol, ins Tannheimer Tal.

Wir waren schon oft hier, aber immer nur im Winter. Als Unterkunft dient der Campingplatz ‚Alpenwelt‘ in Kienzerle. Drei junge Leute aus dem Vintschgau (Südtirol) betreiben den Platz samt Restaurant, welches an den folgenden Tagen unser „Wohnzimmer“ ist.

Am nächsten Tag spazieren wir auf einem der vielen ebenen Wege durchs Tal bis nach Grän. Wir haben wieder Glück mit dem Wetter!

Nachmittags schauen wir uns der Rest der Leichtathletik-EM im Fernsehen an.

Am zweiten Tag fahren wir mir den Rädern nach Schattwald zur Wannenjochbahn. Die bringt aus aufs Wannenjoch, von dem aus wir die Kühgrundspitze erklimmen.

Die Gratwanderung  über den Schmugglerstieg trauen wir uns nicht zu und nehmen den Weg zurück, den wir auch gekommen sind. Im  Jochstadl belohnen wir unsere Vernunft mit einem Topfenstrudel.

Abends erzählt uns die redselige Platzcheffin von den Eigenarten des Tourismus im Tannheimer Tal (Ausflugstourismus) und dem Leben als südtiroler Gastronomin in Österreich.

 

15.08.14
Zürich 2014

Auf dem Weg nach Zürich begrüßt uns Im Rheintal die Schweiz mit einem sinnflutartigen Regenguss. Etwas höher, in Wildhaus, sieht es freundlicher aus. In Wattwill macht die Schweizer Polizei ein Foto von uns und in Zürich hat man uns auf dem überfüllten Campingplatz tatsächlich einen Stellplatz frei gehalten.

Züricher Säcke

Am nächsten Morgen überzeugt mich ein Spaziergang, daß für Zürich-Säcke in jeder Hinsicht gut gesorgt ist: exklusive Müllentsorgung und exklusiver Seeblick aus dem Pool sind gewährleistet.

Die ohnehin hohen Preise in der Schweiz werden im Lädchen auf dem Campingplatz noch getoppt: 20 € für eine Flasche einfachen Weins oder 1,10 € für ein winziges Brötchen sind einfach frech. Das es auch für die Hälfte geht, zeigt ein kleiner Laden in ca. 1 km Entfernung. Für uns bedeutet es, angesichts der Preise kleinere Brötchen zu backen. Nur: kleiner als die Brötchen auf dem Campingplatz geht es kaum und teurer als die verlangten 1,10 € auch nicht.

Das berühmte Züricher Letzigrundstadion, in dem man bis zur EM 25 Weltrekorde feierte, war Austragungsort der Leichtathletik-Europameisterschaften 2014. Das Stadion wurde komplett neu gebaut, voll überdacht und tief in den Boden eingelassen. Dabei ging wohl Einiges verloren. So sagte die Europameisterin im Speerwurf Barbora Spotakowa nach ihrem Sieg, dass die die Stimmung vermisse und den Ort nicht wiedererkennnen würde, an dem sie schon so oft war.

Gleich zu Beginn läuft uns David Storl über den Weg, später noch weitere Weltklasseathelten wie Colin Jackson oder Heide Rosendal. Aber leider war das Stadion nie ausverkauft, die hohen Preise hatten viele Besucher von einem Besuch abgehalten. Auch im Stadion hatten die Preise Nachtclubniveau: 7€ für die Stadionwurst, 6€ für Pommes.

Das Schweizer Publikum interessierte sich vorrangig für die Schweizer Athleten. So fand das 110m Hürdenfinale vor nahezu leeren Rängen statt. Vorteil der vielen freien Plätze: wir mussten nicht auf unseren gebuchtetn Sitzen bleiben sondern konnten jeweils dorhin gehen, wo es gerade interessant war. Die überaus netten Ordner und Helfer  unterstützten sogar dabei.

Ärgerlich waren die vielen Pannen in der Organisation und bei den Kampfrichtern. Regen, Wind und Kälte sorgte zusätzlich dafür, das die Stimmung bei dieser EM weit hinter den Erwartungen zurückblieb.

09.08.14
AU!

Es geht ins Große Walsertal. Weil der gleichnamige Campingplatz in Ragall voll ist (80% Holländer), fahren wir weiter durch das sehr schöne Tal in den Bregenzer Wald. In Au finden wir einen Platz und richten uns für ein paar Tage ein.

Der Ort heisst zwar „Au“, aber so schlimm ist es nicht. Im Gegenteil, es gibt hier schöne Holzhäuser und Ziegenböcke, aber auch Restaurants mit langweiligen Speisekarten. Brötchen Sonntags von 7:30 bis 9:00 Uhr!

Der Nachbarort von Au heisst Schoppenau und ist Ausgangspunkt für eine Seilbahnfahrt auf den Diedamskopf. Es ist Sonntag, etliche Menschen haben die gleiche Idee, aber es ist nicht überfüllt, obwohl in vielen Ländern gerade Sommerferien sind.

Wir haben Glück mit dem Wetter und sind beeindruckt vom gigantischen 360 Grad Panorama. Wir sehen die Berge um Oberstdorf und das Kleine Walsertal, die Gipfel des Lech/Zürser Schigebiets, die Schesaplana und den Bodensee.

Den Rückweg machen wir zu Fuß. Aber das ist im unteren Teil kein Vergnügen, da es endlos auf einer Waldstraße entlanggeht. Besser währe es gewesen, zur Mittelstation abzusteigen und den Rest mit der Bahn zu fahren.

08.08.14
Lühnersee/Brandtnertal

Seit langem, endlich mal wieder Bergluft!

Wetter, Motordefekte usw. hatten uns in letzter Zeit häufig daran gehindert, die Alpen zu besuchen, nun klappt es.

Auf dem Weg zu den Europameisterschaften der Leichtathleten besuchen wir das Brandtnertal in Vorarlberg. Heidis Camping in Büsenberg ist klein und voll wie Holland. Kein Wunder: das Management und 80% der Besucher stammen aus dem Land unter dem Meer.

Zum warm werden spazieren wir in die Büserschlucht. Es geht tief runter zum Fluß und tief runter ins Tal. Und dann wieder rauf.

Am nächsten Tag fahren mit dem Auto ans Ende des Brandtnertals und dort mit der Gondel hoch zum Lühnersee (ca. 2000m).

Von der Bergsation der Gondebahn steigen wir zunächst zur Lühnerkrinne auf und umrunden dann den See, nicht ohne eine Pause an der Lühnerseealpe einzulegen.

Trotz der Aufstiegshilfe und den regen Betriebs ist die Bewirtung ursprünglich, es gibt Käsebrot und Speckbrot und (Bananen-) Milch … wo wachsen hier bloß die Bananen?

27.04.14
Gartenreich Wörlitz und Elbauen

Mal wieder durchkreuzt das Wetter unsere Urlaubspläne: für den ganzen Süden – beginnend mit dem Allgäu und nicht endend mit der Mittelmeerküste – hat der Wetterbericht Regen, Schnee und andere ungemütliche Dinge im Angebot. Das beste Frühlingswetter wird für den Nord-Osten angesagt. Aus dem Norden kommen wir grade, also ab in den Osten!

Gartenreich Wörlitz

Das Gartenreich Wörlitz sollte es sein. Es steht schon länger auf unserer Liste, ein weitläufiges Gebiet in der Nähe der Elbe. Parks, Gärten, Schlösser, alles als UNECO Weltkulturerbe geadelt. Am besten erfahrbar mit dem Rad.

Da wir keine geeigneten Campingplätze inmitten dieses Gebiets kennen, wählen wir eine Ferienwohnung in Wörlitz, mitten im Zentrum des Geschehens. In drei Stunden erreichen wir sie von Hofgeismar aus. Madam ist nicht zu Hause, das Wetter ist bestens, also erkunden wir den Wörlitzer Park.

Der Wörlitzer Park ist eine tolle Mischung aus freier Natur (Elbauen), Parklandschaft, Schlössern, Tempeln und Fantasiebauten, ähnlich wie der Park Wilhelmshöhe in Kassel nur ganz anders. Keine Berge, dafür fünf Inseln, die mit handbetriebenen Fähren erreichbar sind.

Im Küchenhaus finden wir einen schönen Platz wo wir im Freien deftige Landesküche (Krautwickel) angereichert mit ausländischen Spezialitäten (Marillenknödel) genießen.

Die Ferienwohnung entpuppt sich als aufgemotzte Datsche im Garten eines Einfamilienhauses. Überkomplett ausgestattet, nicht ganz unser Geschmack aber OK. Der größte Teil des Gartens wird durch den Stolz der Hausherrin beherrscht: ein überdachter Pool in Gewächshausoptik. Für die Geräuschkulisse sorgen Hühner bzw. Hähne zur hahnentypischen Uhrzeit. Am Ende des zweiten Rundgangs durch den Park der uns auch zum künstlichen Vulkan auf der Insel Stein führt, versuchen wir in einer der zahlreichen Gasthäuser ein Abendbrot zu bekommen. Das ist zu dieser Zeit schwierig: ab 18:00 Uhr ist Feierabend. Im ‚Wörlitzer Hof’ klappt es dann, wenn auch mit unangemessen steifer Bedienung.

Kraftwerk und Biber

Wir nehmen die Räder und fahren auf guten Wegen nach Vockerode. Dort steht ein stillgelegtes Kraftwerk, ein riesiges Backsteingebäude. Von Vockerode geht es durch den Wald in Richtung Oranienbaum vorbei an Deutschlands einziger Biberfreianlage.

Also die Biber sind nicht frei sondern großräumig eingezäunt, aber es ist eben ein Freigehege und die Nager leben in ihrer natürlichen Umgebung. Leider war die Anlage geschlossen (Vorsaison), aber auch vom frei zugänglichen Beobachtungspunkt aus konnte man keine Biber sehen. Dafür allerdings reichlich Spurern ihrer Artgenossen, die wirklich frei sind: Biberdämme, kegelförmig abgenagte Baumstämme. Auch ohne Biber, war dies eine tolle Radstrecke.

Oranienbaum

Die Stadt Oranienbaum wird wegen ihrer barocken, rechtwickligen Stadtanlage gerühmt. Im Zentrum ein riesiger Marktplatz mit Orangenbaumbrunnen (die Gründer stammen tatsächlich von den Oranjern ab, denen auch der holländische Fußballer ihre orangenen Trikots verdanken). Der Sanierungsbedarf ist noch sehr hoch, das Schloss erhält gerade die dringend notwendige Generalüberholung und auch andere in den Werbeunterlagen hervorgehobenen historischen Bauten sind teilweise mit Brettern vernagelt und warten auf den neuen Anstrich.

Auffällig viele Projekte (auch der Europaradweg R1, den wir teilweise nutzen) werden von der EU gefördert. Merkwürdig, dass auchgerechnet in dieser Gegend, die seit Jahrzehnten vom Geld anderer Leute lebt, Parolen wie ‚Wir sind nicht das Sozialamt Euopas‘ oder ‚Geld für Oma, nicht für Sinti und Roma‘ als Parolen auf Plakaten zur Europawahl prangen.

Also Oranienbaum braucht noch etwas Zeit, wir fahren noch 7 Kilometer weiter auf dem bereits erwähnten R1 nach Ferropolis.

Ferropolis

Ferropolis (Stadt aus Eisen) ist ein Industriemuseum und eine Veranstaltungsarena für 25 000 Leute. In einer stillgelegten Braunkohlenzeche bei Gräfen-Hainichen hat man einige Großgeräte vor dem Schrottplatz bewahrt und zur Besichtigung freigegeben. Gigantische Schaufelradbagger und Absetzer sind um ein Y_förmiges Areal herum platziert. Sie bilden bei Konzerten und anderen Großveranstaltungen eine gigantische Kulisse und können in den übrigen Zeiten von Besuchern bewundert und teilweise sogar bestiegen werden.

Nach dem Rundgang durch Ferropolis fahren wir zurück nach Oranienbaum und dann nach Wörlitz. Dort werden wir von den Hühnern begrüßt, die nicht nur morgens rumlärmen. Wenn man es positiv sehen will/muss: ein gutes Zeichen, denn „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist…..“. Naja und das tolle Wetter soll ja auf jeden Fall bleiben.

Wittenberg

Die Lutherstadt Wittenberg verbirgt bei unserem Besuch sich bzw. ihre Sehenwürdigkeiten hinter Baugerüsten und Abdeckplanen. Alles wird hübsch gemacht für das 500-jährige Jubiläum der Reformation im Jahr 2017.

Wir kamen mit dem Rad von Wörltitz nach Wittenberg. Es ging durch weite Elbauen, riesige Wiesenflächen ohne Haus, Strommast oder ähnlichem. Nur der Radweg, kein Autoverkehr, einfach herrlich.

In der Stadt finden wir viele alte Häuser und auch alte Geschäfte. Bei einigen scheint die Zeit seit 50 Jahren stehen geblieben zu sein. Endlich finde ich Filzpantoffeln mit Filzsohle.
Wir verlassen Wittenberg und folgen dem Elberadweg nach Coswig, teilweise geht es an der befahrenen Strasse entlang, teilweise wieder durch weite Elbwiesen.

Coswig

In Coswig, wo das prächtige Schloss so langsam verfällt, gibt es eine Gierfähre: nur durch die Strömung angetrieben, bringt sie uns auf das andere Elbufer, wo das Hotel ‚Elbterassen Wörtlitze Winkel‚ Zimmer mit prächtigem Blick auf Coswig, den Fluss und das Geschehn an der Fähre bietet. Leider ist kein Zimmer frei, andernfalls wären wir dort gerne am nächsten Tag eingezogen.

Auf der Coswiger Alle geht es durch die Elbwiesen zurück nach Wörlitz. Über sechs Kilomenter sind es vom Elbufer bis zu dem Deich, der Wörtlitz und die Parkanlagen vor Hochwasser schützen soll. Unvorstellbar, dass diese riesige Fläche komplett unter Wasser stehen kann.

Waren/Müritz

Zum Schluss unserer Frühjahrsreise sollte es nach Wismar an die Ostsee gehen, doch wir ändern unsere Pläne kurzfristig, da es zu viele Staus in Richtung Norden gibt. So landen wir dann man wieder in Waren an der Müritz. Der Campingplatz Ecktannen ist eine gute Ausgangspunkt für Touren in den Müritz-Nationalpark.

Mit dem Wetter haben wir immer noch Glück: während große Teile von Europa kalt und regnerisch ist, haben wir strahlendes Sonnenwetter, allerdings bei deutlich kühleren Temperaturen, als bisher.

Mit dem Rad fahren wir den ganzen Tag durch den Nationalpark, sehen Kraniche, keine Adler und sehr viel schöne Landschaft. Zum Schluss bummeln wir noch in Waren/Müritz, das nach unserem letzten Besuch vor ca. 20 Jahren nicht wieder erkennen.

09.03.14
Ein Tag in Kolding

Besuch bei Leif in seinem Studienort Holding (DK). Zu Komisch: beim Italiener in Kolding gibt es etweder keinen Platz oder keine Pizza. Dafür aber Hamburger.

03.11.13
Sturmschäden

Glück gehabt! Ganz in der Nähe flogen die Ziegel vom Dach und stürzten Bäume um.

20.10.13
Maastricht

Zum Abschluss der Herbstreise genossen wir mit unserer Studentin für drei Tage Studentenleben, Landleben und Shoppingrummel in Maastricht, sowie zwei Tüten PommesFrites.

Maastrichts Türme vom Sint Pietersberg
Maastrichts Türme vom Sint Pietersberg

Die Stützen der Gesellschaft
Die Stützen der Gesellschaft

Skyline
Fußgängerbrücke über die Maas

08.10.13
San Remo, Côtes d’Azur und Provence

Wir hatten vor, von Florenz an den Gardasee zu fahren und anschliessend in Südtirol etwas zu wandern. Doch die Wetterprognosen für den Alpenraum verheissen kühle und regnerische Verhältnisse. Auch für den Norden Italiens sieht es nicht besser aus, selbst für Rom ist mit Regen zu rechnen.

San Remo

Das einzige für uns infrage kommende Gebiet scheint die französische Riviera zu sein, also machen wir uns auf den Weg und fahren immer an der Mittelmeerküste entlang nach Westen. Wer glaubt, dies sei eine reizvolle Strecke wird getäuscht: Die meiste Zeit fährt man durch Tunnels – sicherlich mehr als 100 Stück – oder hinter meterhohem Leitplanken und Windschutzzäunen.

In San Remo landen wir auf einem Campingplatz (Villagio dei Fiori), der gut gelegen und relativ ruhig ist. Es gibt sogar einen Radweg auf einer ehemaligen Bahntrasse.

Der Platz liegt unmittelbar am Mittelmeer, allerdings gibt es keinen Strand, sondern nur Felsen und einen Zaun. So muss der Blick von einer Gefängnissinsel sein. Es stört uns nicht.

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Wir fahre auf dem gut genutzten Radweg nach San Remo. Auffällig viele ältere Herren mit Rennrad sind unterwegs.

Radweg auf alter Bahntrasse

Im Zentrum von San Remo stellen wir die Räder ab und gehen durch die Stadt. Es herrscht reger Betrieb. Viele schicke Geschäfte und enorm viele Vespas.

Vespamania

Wir betreten die Altstadt und sind plötzlich allein: enge Gassen, es geht steil bergauf. Tunnel  und dunkle Gänge, die Beleuchtung am hellen Tage erfordern. Hinweistafeln informieren, dass diese Häuser schon seit dem Mittelalter stehen.

La Pigna, die Alstadt von San Remo

La Pigna, die Alstadt von San Remo

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Wir haben schon viele Altstädte gesehen, aber diese ist besonders: keine Touristen, keine Souvenirläden, kein Dreck.

Das Kontrastprogramm, zur Altstadt finden wir weiter unten: luxuriöse Gärten wie an der Villa Ormond, wo über internationale Meschenrechte konferiert wird. Protzjachten und – nicht zu übersehen – das Casino.

Casino San Remo

Kalt in Digne

Nach ein paar faulen Tagen in San Remo, wollten wir mal wieder was Anderes sehen. Aufgrund des guten Wetterberichts entschieden wir uns, in die Berge zu fahren, nach Digne-les-Bains in Frankreich. Auf dem Weg machten wir eine Stadtrundfahrt in Monte Carlo (kein Parkplatz gefunden) eine Einkaufstour in Nizza (Fahrradspiegel bei Decathlon).

In Digne-les-Bains suggerierte der Name des Campingplatzes (Eau Chaude) Wärme. Aber der Ort hielt nicht, was dieser Name versprach: es war dunkel, feucht, windig und saukalt. Am nächsten Morgen war unser vor dem Auto platziertes Geschirr mit einer dünnen Eisschicht überzogen. Das Nutella hatte seine Streichfähigkeit eingebüßt. Das Ganze auf nur 500 m Meereshöhe, in Südfrankreich im Oktober.

Gut: Digne-les-Bains war ein Fehler. Wir fahren zurück ans Meer und hoffentlich ins Warme.

Sanary-sur-Mer

In Sanary-sur-Mer haben wir recht schönes Wetter. Deutlich besser, als um uns herum zu ND anderswo.
Also genießen wir die letzten schönen Tage im Süden, bevor wir uns dann auf den Weg nach Maastricht machen.

Wir folgen der Empfehlung der Campingbüros und fahren den Radweg von Sanary nach Le Brusc. Es geht die Küste entlang, durch einige Ferienorte. Immer noch sind etliche Urlauber unterwegs. Vor Le Brusc liegen zwei Inseln, Le Gaou und Isle des Embiez. Letztere ist in Privatbesitz und kann nur mit dem Boot erreicht werden. Le Gaou ist über eine Brücke zu betreten. Es gibt tolle Felsformationen und viel kleine Buchten.

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Mt. Ventoux

Wir verlassen Sanary und das Mittelmeer und machen uns auf den Weg nach Norden. Obwohl der Himmel bedeckt ist, möchten wir endlich mal den Mont Ventoux aus der Nähe sehen. Wir schrauben uns über die Südroute innerhalb von 13 Kilometern auf fast 2000 m Höhe und haben Glück, denn wir können an einigen Stellen durch die Wolkendecke sehen.

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Aber trotzdem: das Wetter ist schlecht. Es regnet, es ist windig und es ist saukalt. Erstaunt stellen wir fest, dass es hier oben sogar Skilifte gibt.

Zurück im Tal fahren wir durch Weingärten nach Avignon. Wir checken auf dem Campingplatz „Pont de Avignon“ ein und machen einen Spaziergang zum Papstpalast (großzügiger Umgang mit dem Geld zeichnetet die Kirche schon im Mittelalter aus) und durch den Parc du Rocher des Doms.

Auf dem Rückweg erstehen wir einen kleinen Olivenbaum: „Petit Olivier“.

06.10.13
Florenz

<h2″>Florenz bei Nacht

Nachmittag kommen wir in Florenz an, und es beginnt zu regnen. Heftig! Der Campinglatz ‚Michelangelo‘ liegt am Hang über der Stadt. Direkt neben dem Platz ‚Piazzale de Michelangelo‘ an dem täglich Tausende von Touristen ihre Fotos schießen (wir auch).

Leider haben alle Einrichtungen auf dem Platz (Geschäft, Bar, Restaurant) geschlossen, und das obwohl der Platz gut besucht ist.

Nachtpanorama vom Piazzale de Michelangelo

Der Platz bietet nicht nur eine tolle Aussicht, sondern ist auch so dicht an der Altstadt gelegen, dass man sie bequem zu Fuß erreichen kann. Am Abend, als der Regen aufhört, machen wir uns auf den Weg und genehmigen uns in der Altstadt ein leckeres Abendessen.

Eiskunst

Bei einem kurzen Bummel gehen wir schon mal über die Ponte Vecchio und auf die Piazza della Signoria, auf der die weltberühmte Davidskulptur von Michelangelo steht.
Weitere Bilder aus Florenz rechts unter ‚Aktuelle Fotos‘ (oder hier)

David vor dem Palazzo Vechio

Florenz am Tag

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Florenz von der Piazzale de Michelangelo

Wir gehen zu Fuß vom Campingplatz „Michelangelo“ über den Piazzale de Michelangelo zum Arno herab und erkunden Florenz. Wie erwartet, ist die Stadt voll von Touristen, aber die großartigen Bauwerke werden in ihrer Wirkung dadurch kaum beeinträchtigt. Auch nicht der antike Neptun angesichts dieser nicht ganz so antiken Bewunderin (unten).

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Wir hatten uns vorgenommen, keine Museen zu besuchen und uns auf einige Bauwerke und Parkanlagen zu konzentrieren.

Eine Ausnahme machen wir bei der Basilica di Santa Croce, wo wir die Gräber von Galilei, Dante und Michelangelo besuchen. Sehr beeindrucken ist die riesige Cattedrale di S. Maria del Fiore.

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Cattedrale di S. Maria dei Fiore

Wir gehen erneut über die Piazza della Signoria zu den Uffizien. Lange Menschenschlangen begehren Einlass zu den weltberühmten Kunstsammlungen.

Wir überqueren den Arno auf der Ponte Vecchio und gehen zum Palazzo Pitti, der wohl nichts mit dem Kieler Handballidol zu tun hat. Weil in der Cafeteria nur im Erdgeschoss bedient wird und dort alle Plätze belegt sind, erstehen wir Speis und Trank am Tresen und setzen uns zum Verzehr ins Obergeschoss. Kurz darauf erscheint der Kellner und weist darauf hin, dass wir einen höheren Preis zahlen müssen, weil wir im Obergeschoss essen. Wir verstehen nicht warum, denn Service gab es ja nicht. Als wir uns beim Gehen anschicken, die Differenz zu zahlen, hat der Kellner den Vorfall längst vergessen.

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Anschließend spazieren wir durch den Giardino Boboli und den Giadino Bardini, wo es zahlreiche Skulpturen zu entdecken gibt, die teils Jagd auf echte Fischreiher machen (oben), teils mit den Touristen um die Wette kaspern (unten).

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Als wir am späten Abend zu unserem Auto zurück kehren sind wir rechtschaffend müde, denn was so verniedlichend „Giardino“ heißt, erwies sich jeweils als stattlicher Park mit erheblichen Höhenunterschieden.

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29.09.13
Vom sonnigen Norden in den grauen Süden

Leider verheisst der Wetterbericht für die Alpen wenig Gutes, doch es kam dann nicht so schlimm. Immerhin Sicht und etwas Sonne veranlassten uns, die Anreise nach Italien in Tirol zu unterbrechen. In Nassereith gab es Tiroler Rostbraten.

Folgenden Schnappschuss werde ich Bastian Sick senden.

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Levanto

Nebel auf dem Brenner … Regen in der Poebene … Nebel auf dem Apennin.
Nach 6 Stunden Fahrt dann endlich Sonne. In Levanto ist der einzige geöffnete Campingplatz (Aquadolce) fest in deutscher Hand. Wir finden einen schönen Platz oberhalb des Trubels.
Im Ort tobt das Leben: viele Urlauber – auch italienische – noch mehr Kinder, Schwimmer, Wellenreiter. Corso!

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Torre

Der Uhrenturm von Levanto tut was er soll: er zeigt die Zeit an und viertelstündlich tut er dies auch akustisch durch Stunden- und Viertelstundenschläge seiner Glocke20131001-204931.jpg

Dummerweise tut es das auch nachts: 2:00 Uhr, 2:15 Uhr, q2:30 Uhr usw… Dummerweise steht der Torre d’Orologio neben dem Campingplatz.

Übertroffen wird das Gebimmel durch das Geläut aller Kirchen Levantos mit dem sie um 7:00 Uhr morgens die Gläubigen zum Gebet rufen. Zeit genug, ihre Sünden zu überdenken werden sie bei dieser nächtlichen Ruhestörung haben.

Der übernächtigte Urlauber dreht sich indes auf die andere Seite und denkt tapfer, dass man anderer Länder Sitten respektieren muss. Auch als Wirtschaftsfaktor.

Tunnelfahrt

Zum nervigen Glockenturm gesellt sich verschlechternde Gesundheit. Es kann nur besser werden.

Gut ist hingegen das Wetter und der Ort Levanto. Überhaupt kein reiner Urlaubsort, sondern ganz normales Leben. Abends ist die Promenade voll mit Einheimischen. Auf den zentralen Kinderspielplatz herrscht Hochbetrieb.

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Wir machten heute einen eigenartigen Radausflug: auf dem Radweg von Levanto in die nördlich gelegenen Küstenorte Bonnasola und Framura. Die Strecke führte total flach an der Küste entlang, allerdings zu 90% im Tunnel!

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Bonnasola liegt sehr hübsch und hat einen schönen Strand. Von Fermura sieht man nur den Bahnhof. Der Ort selbst liegt hoch über der Küste und ist nur mühsam zu erreichen. wir haben es unterlassen den Ort zu erkunden und sind im Tunnel zurück geradelt. Fazit: überflüssig.

Non Solo Pane

Morgens irren Männer mit Rucksäcken durch Levanto. Unverkennbar Deutsche oder Schweizer auf der Suche nach Brötchen.

Ich kaufe bei „Non solo Pane“. Die Chiabattas schmecken besser, als die meisten Brötchen bei uns zu Hause, da daneben gibt es weitere Leckereien wie Focaccia, Gemüsekuchen, Pizza oder Mandorlinis.

Um uns deutschsprachigen Kunden Einkauf zu erleichtern, informiert eine zweisprachige Tafel am Eingang. Und siehe da, es gibt auch „Torta della nonna“ und „Torta del nonno“: Omakuchen und Opakuchen.
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Wandern

Deshalb sind wir hier: weil es fünf unzugängliche Dörfer gibt, die am Felsen über dem Meer kleben, weil man von Dorf zu Dorf wandern oder auch mit der Bahn fahren kann oder auch Bahn und Wanderung kombinieren kann.
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Genau das habe wir heute gemacht: wir sind drei Stationen mit der Bahn nach Corniglia gefahren und dann auf dem Wanderweg nach Vernaza gelaufen. Dann mit der Bahn zurück von Vernaza nach Levanto.

Es war ein schöner Weg, das Wetter war prima, die Dörfer pittoresk, wie es sich gehört. Leider wollten ein paar andere Urlauber auch daran teilhaben, leider waren es ein paar (Hundert) zu viel.
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Auf den Bahnstationen ging es zu, wie in der Londoner U-Bahn. Auf den Wanderwegen gab es Staus, so auch in den Gassen der pittoresken Dörfer.

Kurzum: wir waren da, wir haben es gesehen, damit ist es aber auch gut. Das schönste hier ist der Ort Levanto, hier bleiben wir auch noch den morgigen Tag. Dann geht es weiter nach Florenz.

Keine Sorge: auch wenn das alles etwas negativ klingt. Uns geht es gut, das Wetter ist toll, und wir fühlen uns recht wohl. Selbst der Torre d’Orologio konnte unserer Nachtruhe heute nur wenig anhaben.

29.07.13
Oh Qualiätsjournalismus….

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Jeder schreibt vom andren ab, Hauptsache schnell.

27.07.13
Die Legende lebt…

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Die legendäre Kommode des Christian Löwe auf dem Weg nach Maastricht.

11.07.13
Doch wieder Maastricht

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Auf der Rückfahrt zeigt sich die Pont de Normandie bei Le Havre in wesentlich freundlicherem Licht als vor drei Wochen.

Leider trübt eine schier endlose Baustelle mit nervigem Stau bei Lüttich die bis dorthin angenehme Rückfahrt. Wir kommen nicht so weit, wie geplant und sind froh, dass wir noch rechtzeitig in Maastricht sind und auf dem uns bekannten Campingplatz unterkommen. Im nahegelegenen Valkenburg sorgt ein Italiener für unser leibliches Wohl.

10.07.13
St.Malo

Einen Tag nach der Tour de France kommen wir nach St.Malo. Wie es sich für eine alte Seeräuberhauptstadt gehört, kommen wir mit dem Schiff: in 10 Minuten schaukelt uns das Bötchen über die kappeligen Wellen von Dinard nach St.Malo.
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Von der Tour de France ist nichts mehr zu sehen, dafür aber jede Menge
Touristen, mit denen wir im Gänsemarsch die Altstadt auf der Stadtmauer umrunden. Auf der einen Seite das Meer und die Strände, auf der anderen die grauen Häuser und teilweise recht düsteren Gassen.
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Das Wetter ist mittlerweile recht sommerlich, doch trauen sich nur wenige in das recht kalte Wasser.

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Obwohl dieser Herr nach links weist wehen die Fahnen nach rechts.

Morgen machen wir uns auf den Heimweg. 1300 Kilometer liegen vor uns. Wir werden uns Zeit lassen und noch einmal in der Nähe von Maastricht übernachten.

09.07.13
Dinard

Wir fahren weiter in Richtung St.Malo und finden einen Platz in an Rande der Stadt Dinard. Wir nehmen die Räder und fahren in die Stadt. Es gibt tolle Aussichtspunkte von denen aus wir das rege Treiben im smaragdgrünen Wasser vor der Stadt beobachten. Segler, Segelschulen, Surfer, Kitesurfer und jede Menge Leute am breiten Sandstrand.

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Gegenüber liegt St.Malo. Hubschrauber kreisen über der Altstadt und filmen die Ankunft der Tour de France.

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Cap Frehel

Wir fahren zum Cap Frehel – einem der ‚Tourismusmagneten‘ der Bretagne. Unser Platz liegt an einem tollen Strand mit dem Rad geht es die letzen Kilometer zum Cap.

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Wie es sich für einen Tourismusmagneten gehört, treffen wir deutlich mehr Leute an, als in den vergangenen Tagen. Das Cap selbst finden wir garnicht so aufregend, da haben uns andere Orte in den vergangenen Tagen mehr beeindruckt. Interessant ist aber der vollgekackte Vogelfelsen auf der Nordseite, wo wir junge Möven bei ihren ersten Flugvesuchen beobacheten.

07.07.13
Sommersonntag am Meer

Heute war Sonntag und Sommerwetter. Der Campingplatz füllt sich merklich. Aber auch viele Tagesgäste aus der Umgebung kommen ans Meer, gehen Baden liegen am Stand oder machen Picknick.

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Gute Gelegenheit, die seit Tagen kalt gestellte Flasche Cidre (= Äppelwoi) zu leeren.

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Wir umrunden die Halbinsel Marguerite auf dem Wanderweg. Es gibt wieder tolle Aussichten mit Seglern, Felsen und Leuchttürmen.

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Morgen fahren wir in Richtung St.Malo weiter. Wie der Zufall es will, macht am Dienstag die Tour de France dort Station. Da wir keine Lust auf dem Rummel haben, werden wir unseren St.Malo-Besuch auf Mittwoch verschieben und vorher noch einen Tag an der Küste westlich von St.Malo verbringen.

06.07.13
Strandtag

Heute sind wir fast den ganzen Tag auf dem Campingplatz geblieben. Nur für eine kurze Einkaufstour ins Dorf und einen längeren Strandspaziergang haben wir den Platz verlassen. Obwohl wir schon mitten im Juli sind, ist es immer noch recht leer hier. Nächste Woche zum französischen Nationalfeiertag wird sich das ändern. Wir bleiben hier bis Montag und fahren dann in Richtung St.Malo.

Die guten Internetverbindungen hier habe ich genutzt und einige Bilder auf Flickr veröffentlicht: Hier geht es zu den Bildern

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05.07.13
Entlang der Küste

 

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Die Wettervorhersagen behielten Recht: statt Wind, Wolken und Nieselregen gibt es nun auch im äußersten Westen Frankreichs Sommerwetter. Wir tingeln auf der Küstenstraße und halten häufig an.

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Wir beobachten Wellenreiter, sehen den Anker der ‚Amoco Cadiz‘ der an die verheerende Ölpest im Jahre 1978 erinnert und landen schließlich auf dem tollen ‚Camping des Arbers‘ in Landéda, wo wir über das Wochenende bleiben werden.

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04.07.13
Westend

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Wir sind noch weiter nach Westen gefahren und weiter geht es auch kaum. Nördlich von Brest übernachten wir in Lanildut. Der Ort rühmt sich, Europas größter Hafen für Algenumschlag zu sein (Wieviele Häfen für Algenumschlag gibt es wohl in Europa?). Groß ist hier eigentlich garnichts.

Es ist feucht und warm, man sieht es auch an der Vergetation: Palmen, Calla, Farne: Gewächse, die bei uns höchstens als Zimmerpflanze überleben, gedeien hier an jeder Ecke. Horthensien überall! Die Leute geben sich hier viel Mühe mit ihren Gärten.

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Der Campingplatz in Lanildut ist wie leergefegt, ausser uns gibt es hier höchstens fünf weitere Gäste. Lekker Scampispieße zum Abendbrot.

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Morgen fahren wir östlich (westlicher geht es nicht mehr). Das Wetter soll besser werden.

03.07.13
Rauhe Bretagne

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Hier im äußersten Westen Frankreichs, gibt es im Juli angeblich nur vier Sonnentage. Der heutige gehörte nicht dazu. Dennoch hatten wir auf unserer Wanderung vom Campingplatz am Plage de Trezrouz auf dem Küstenweg (GR 34) nach Camaret-sur-Mer gute Bedingungen und es gab sogar sonnige Abschnitte.

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Trotzdem: welch ein Unterschied zu unserem Bootsausflug auf dem Golfe du Mobihan vor zwei Tagen. Die Bretagne präsentiert sie hier deutlich rauher als im Süden. Aber es ist sehr schön!

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02.07.13
Das Ende der Welt

Finisterre (ungerfähr „Am Arsch der Welt“) heißt das Departement am äussersten Ende der Bretagne. Wir erklimmen Menez Hom, den mit 330 m höchsten Punkt. Doch gerade als wir ankommen, zieht es völlig zu.

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In Camaret sur Mer finden wir den urigen Campingplatz ‚du Plage de Trezrouze‘ mit einer sehr freundlichen, deutsch sprechenden Chefin und freilaufenden Hühnern. Die Tochter serviert ungelenk eine ‚Galette Paysenne‘. Das Wetter ist trübe und regnerisch, aber morgen soll es besser werden.

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01.07.13
Nochmal: Golfe du Morbihan

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Als wir um 14:30 aufs Bötchen stiegen, brach die Sonne durch und wir hatten Sommer. Kaum zu glauben, denn der Vormittag war eher trübe.
Ob der Golfe du Morbihan wirklich einer der schönsten der Welt ist, vermag ich nicht zu beurteilen – ich kenne ja die anderen nicht- aber schön war es auf jeden Fall und auch die französischsprachigen Kommentare des Kapitains (welchem Promi gehört welche Insel?) störten nicht wirklich.

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Wir übernachten in Locmariaquer mit Blick auf den Eingang vom Atlantik zum Golfe du Morbihan.

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30.06.13
Golfe du Morbihan

Heute sind wir bei Nebel in Richtung Locmariaquer geradelt. Mittags riss es auf und wir bekamen tolles Sommerwetter.

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Tolle Ausblicke gab es nicht nur vom Dolmen aus, sondern auch bei den zahlreichen Stränden.

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Der Golfe du Morbihan soll zu den schönsten Buchten der Welt gehören.

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Morgen ziehen wir nach Locmariaquer um und machen eine Bootsfahrt durch den Golf.

29.06.13
Verfahren

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Heute waren wir zunächst faul, dann haben wir mit dem Rad kontrolliert, ob keiner die Hinkelsteine wieder umgeworfen hat. Dabei habe wir uns ganz schön verfahren.

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In Carnac beobachteten wir eine Hochzeitsgesellschaft, die sich vor der alten Kirche bereit machte. Bis zum Schluss haben wie nicht raus bekommen, wer der Bräutigam war.