05.04.20
Corona Sonntag🦠

So nun habe ich auch mein System zum Taggen von Fotos renoviert. Es war viel Arbeit, die 30000 Fotos umzustellen. Dabei stellte sich heraus, dass die auch ‚Kategorien‘ in XnView proprietär sind, genauso wie hierarchische Tags. Am besten eignet sich DigiKam. mit dieser Software kann man  IPTC Tags korrekt behandeln. Pixave ist auch gut, ich habe es aber noch nicht so richtig erforscht. Aber es zeigt die IPTC Tags richtig an. Mal sehen wie es ich in der Praxis bewährt. Ich möchte in der Lage sein Bilder auf den Mobilgeräten offline zu sortieren und zu taggen und sie dann später in meinen heimischen Bildervorrat integrieren, das ist das Fernziel.

Es deutet sich ein schönes Wetter an, heute ist es noch etwas frisch aber morgen geht der Frühling richtig los. Corona wir langsam zum Normalfall. Momentan gibt es wenig Perspektiven, alles stagniert. Lediglich der Wetterbericht und die Börsenkurse bringen noch Abwechslung, dazu der täglich Blick auf die Corona Kurve. Ich befürchte ich muss mich nun wirklich langsam um die Steuererklärung kümmern. Und wenn ich das hinter mir habe droht: der unaufgräumte Keller. Wenn nicht jetzt, wann dann?

29.03.20
Sommerzeit 🦠

Heute beginnt die Sommerzeit, die ganze Nacht hat es gestürmt und als ich aus dem Fenster schaue, ist trotz der Dunkelheit zu erkennen, dass es geschneit hat. Damit ist das schöne Wetter, welches bislang die Coronakrise begleitete wohl erst einmal vorbei.

Ich gehe wieder sehr früh zum Bäcker, denn bei diesem Wetter möchte ich nun überhaupt nicht in der Corona-Schlange vor der Tür warten müssen. Es klappt, ich bin der Erste, aber als ich den Laden verlasse stehen schon fünf Leute im Schneesturm und warten.

Der Oststurm lässt die Wellen an der Kiellinie auf die Straße schwappen, in Strande sind sogar Wellenreiter unterwegs. Wir sehen das ganze nur auf Fotos im Internet und im Fernsehen. In Stande machen Wohnmobilisten Ärger, die alles zuparken und es unmöglich machen, Abstand zu halten, in Schwedeneck wiederum beschimpfen Anwohner die zahlreich angereisten Besucher. Die vielbeschworen Solidarität ist nicht überall anzutreffen, wie schon bei Politikern und Managern deckt Corona auch beim Mitbürger Defizite auf. ‚In de Krise zeigt sich der Charakter‘ soll Helmut Schmidt gesagt haben.

28.03.20
Marktheld🦠

Um ungefährdet die Markteinkäufe zu erledigen, stehe ich wieder früh auf. Um 6:00 Uhr morgens gibt es schon einen kleine Schlange beim Bäcker. Grund ist eine ältere Dame, die sich vorschriftsgemäß als einzige Person im Laden aufhält. In aller Seelenruhe plaudert sie mit der Bedienung und dann packt dann in aller gebotenen Sorgfalt ihre Täschchen ein. Sie ignoriert dabei die wachsende Schlange schnupfengefährdeter Männer, die sich draußen an der zugigen Ecke aufbaut.

Auch auf dem Markt bin ich trotz der frühen Stunde nicht alleine, doch es gibt zunächst nichts zu kaufen, denn die Händler sind noch am aufbauen. Etliche Kunden lungern ebenfalls herum. Als es losgeht, streikt das Kartenlesegerät beim Kartoffelbauern. Hat er nun? Hat er nicht? Irgendwann klappt es. Die Digitalisierung des Alltags schreitet voran. Öko Jochen nimmt nur Bargeld.

Uns kommen Zweifel, ob es wirklich eine gute Idee ist, jetzt nach Süddeutschland zu fahren, um unser Auto abzuholen. Abgesehen von der Frage ob es (noch) erlaubt wäre, gehören ja mit uns beiden und dem designierten Käufer unsers Altfahrzeugs fast alle Beteiligten der Aktion der Risikogruppe an, ganz zu schweigen von den Schwiegereltern, bei denen wir ja Übernachtungsstopps geplant haben, um die 1600 km lange Reise in Teilstecken zu zerlegen. Unabhängig davon ist das Problem mit der Zulassung bzw. dem Überführungskennzeichen weiterhin ungeklärt, unser Händler wollte sich vor zwei Tagen melden, das hat er aber nicht getan. Ein unzumutbares Einschränkung währe eine Verschiebung ohnehin nicht, da wir den Wagen vorerst kaum nutzen würden: Reisen sind nicht möglich und für den Nahverkehr bevorzugen wir das Fahrrad.

Bei meiner steten Suche nach einer vernünftigen Software zur Verwaltung von Fotos auf Mac und iPad ist mir nur Pixave unter die Finger gekommen. (Die Nennung dieses Produktnamens stellt Werbung dar. Ich haben dafür keine Gegenleistung erhalten). Es sieht erstmal ganz gut aus, allerdings entspricht die Synchronisation zwischen Desktop und Mobile noch nicht meinen Wünschen, da sie iCloud voraussetzt und keine alternativen Cloud Services wie NextCloud unterstützt. Ich schreibe es dem Entwickler, vielleicht hilft es ja.

Wir kochen ein leckeres Gulasch. Es wird drei Tage reichen.

27.03.20
Unterhosen statt Schutzmasken. 🦠

Mir kommt die Krise manchmal vor, wie ein großes, mehrtägiges Sportveranstaltung. Natürlich ist das verharmlosend, aber ich habe nichts, außer Fußballweltmeisterschaften oder Olympische Spiele erlebt, was unsere Gesellschaft für eine längere Zeit in einen derartigen Ausnahmezustand versetzt hat. Die komplette Aufmerksamkeit wird absorbiert, der Tagesablauf der meisten Menschen wird von dem Ereignis bestimmt.

Die Nachrichtenkanäle sind voll mit persönlichen Schicksalen und kreativen Versuchen, die Krise in den Griff zu bekommen. Solidaritätsaufrufe, Bierspenden, Gutscheinaktionen, Lieferservice oder Produktionsumstellungen. Das Bibelzitat „Schwerter zu Flugscharen“ war eine Parole der Friedensbewegung, heute heisst es „Schutzmasken statt Unterhosen“, „Beatmungsgeräte statt Autos“ oder „Desinfektionsmittel statt Kräuterlikör“.

Das Adjektiv „systemrelevant“ wird zum Reizwort: Warum sind so viele schlecht bezahlte Frauen systemrelevant? Ist Journalismus systemrelevant? Ist es unmoralisch, wichtige Informationen und Einschätzungen hinter einer Paywall zu verbergen?

Die Sorgen vor den wirtschaftlichen Folgen des „Lockdowns“ nehmen zu und erste Stimmen fordern, nicht zu lange damit zu warten, die Einschänkungen wieder zu lockern. Die beste Strategie scheint es zu sein, möglichst viel zu testen und die infizierten Menschen dann zu isolieren. Doch das scheitert derzeit an der Verfügbarkeit von Tests. Südkorea hat es vorgemacht.

Wir kochen ein Gratin franc-comptois nach einem Rezept von Lamiacucina. Die dort verwendete „Saucisse de Morteau“ oder auch die als Alternative empfohlene „Schweizerwurst“ können wir in Kiel nicht besorgen, wir versuchen es mit einer Kochwurst vom Russeer Schlachter. Das Ergebnis ist hervorragend und der Kochwurst blüht neben ihrer Rolle als ständige Begleitung des Grünkohls eine Zweitkarriere.

America First 🦠

Mr. Trump hat es geschafft: America is first. Als erstes Land überflügeln die USA China bei der Zahl der mit Sars-Cov-2 infizierten Personen. Dabei ist ein Ländervergleich auf Basis der Zahlen der Johns Hopkins Universität mit Vorsicht zu geniessen, denn die Zahl der infizierten Personen ist ja in Wirklichkeit die Zahl der positiv getesteten Personen und die Testabdeckung ist in den Ländern viel zu unterschiedlich um aussagekräftige Vergleiche zu erlauben. Dennoch war dieser traurige Rekord angesichts der Verharmlosung durch die US-Regierung zu erwarten und es fällt schwer, Häme zu unterdrücken angesichts der Äusserungen des Großmauls im Weißen Haus.

Ich frage mich, warum Trump, Bolsonaro und Konsorten die Krise eigentlich so verharmlosen. Ich hätte eher erwartet, sie würden die Angst der Leute nutzten um sich dann als Krisenmanager zu inszenieren.

Credits: Bild Bolsonaro: Palácio do Planalto  CC BY 2.0. – Bild Trump: Shealah Craighead – White House Gemeinfrei – Bild Rutte : https://www.rijksoverheid.nl/copyright   CC0 

Ähnlich peinlich verlief der Versuch unserer Bildungsministerin, ihren nicht abgestimmten Vorstoß bezüglich der Abiturprüfungen damit zur rechtfertigen, dass sie die KMK damit endlich zu einem einheitlichen Beschluss gezwungen habe: die Unruhe, die ihr Hin und Her bei Schülern, Lehrern und Eltern auslöste, wurde heute auf breiter Front gerügt. Es zeigt sich immer wieder: diese Krise offenbart, wer sein Handwerk versteht und wer nicht. Karin Prien gehört zu ihren Opfern.

Ich merke, wie dieser Blog, der ursprünglich nur zur Aufzeichnung von privaten Reiseerinnerungen diente, sich zunehmend mit öffentlichen Themen befasst. Auch das ist sicher ein Zeichen für die ungewöhnliche Situation.

Unser Wohnmobilbauer hatte vor, bis heute herauszufinden, ob es einen Weg gibt unser neues Auto mit einer Sondernummer zuzulassen, er hat sich aber nicht gemeldet. Nach meinen Informationen könnte das mit einer „Kurzzeitnummer“ klappen. Warten wir es mal ab.

Neben dem Hausputz stand heute Fitness auf dem Programm. Ich habe es tatsächlich geschafft, zu rudern und den Waterrower dafür sogar auf die Terrasse verfrachtet. Motivierend waren die vielen Beiträge im Internet, in denen Spitzensportler zeigen, mit welchen Mitteln sie sich zu Hause fit halten.

Friedel ergattert eine Großpackung Klopapier. Das Gymnastikvideo wurde 46 mal geklickt.

25.03.20
Quarantäneträume 🦠

Da hat sich unsere Bildungsministerin wohl gedacht, sie nutzt nach ihrer Quarantäne auch noch mal eben die Krise, um sich auch als entscheidungsfrohe Führungsperson zu profilieren. Hatte doch der Ministerpräsident schon viel Lob fürs Land eingeheimst, als Schleswig-Holstein als erstens Bundesland drastische Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beschloss. 

Die Ministerin beschloss in Schleswig-Holstein die Abiturprüfungen ausfallen zu lassen und statt dessen die Abiturnoten in einem Bewertungsverfahren zu ermitteln. Und damit das bundeseinheitlich wird, mögen sich möglichst viele Bundesländer diesem Vorstoß anschliessen. Mit diesem Vorstoß überrascht  Prien nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch ihre Kabinettskollegen und den Ministerpräsidenten.

Die Amtskollegen der anderen Bundesländer, in denen teilweise schon Prüfungen stattfinden, erteilten dem Vorstoß prompt eine Watschen. Kleinlaut zog Priem den Vorschlag heute zurück.

24.03.20
Fit mit Friedel 🦠

Friedel dreht mit dem iPad einen Film, in dem sie Gymnastikübungen für ihre Seniorengruppe vorführt. Der KTB sammelt solche Beiträge auf seiner Seite, um seinen Mitgliedern Anregungen für das Training zu Hause zu geben. Der Ton des Filmchens ist nicht so doll, aber mit Bordmitteln gelingt es, das Hintergrundrauschen etwas zu unterdrücken. 

Zwar bin ich mit technischen Dingen vertraut, aber es erstaunt mich immer wieder, wie einfach es für jedermann geworden ist Dinge umzusetzen dir früher unvorstellbar waren. Zum Beispiel also, einen kleinen Film produzieren und ihn für andere zur Verfügung zustellen.

Abends erreicht mich eine Nachricht unseres Wohnmobilbauers: er wolle prüfen, ob wir nicht noch das Auto mit einer Kurzzeitnummer abholen können.

23.03.20
So kann man sich irren 🦠

Wenn mir Anfang dieses Jahres jemand prophezeit hätte, Google und Facebook würden radikal und umgehend Fakenews löschen, weder der FC Bayern noch der THW Kiel würden Deutscher Meister werden, Daniel Günther würde Markus Söder loben und  Menschen würden sich in Geschäften um die letzte Packung Klopapier prügeln, dann hätte ich diesen Menschen schlicht für verrückt erklärt.
So kann man sich irren.

David Hockney schickt der Welt aus der Quarantäne in der Normandie einen Blumengruß und nennt ihn: Don’t forget: they can’t cancel the spring. Beim mittlerweile täglichen Spaziergang im herrlichen Frühlingswette mache ich ein paar Fotos zum Thema.

22.03.20
Früher Vogel II🦠

Ostwind. Es ist sonnig, kalt und windig. Ich will früh beim Bäcker sein, Corona wird die übliche Warteschlange  in die Länge ziehen und ich will nicht lange an der zugigen Ecke stehen müssen. Der Plan geht einigermaßen auf, aber den Gedanken habe ich nicht als einziger. 

Ich mache ein Foto, um das hier dokumentieren zu können. Beim Betrachten des Bildes fällt mir zum ersten Mal auf, wie häßlich diese Ecke mit ihren Stälen und Stangen eigentlich ist.

Die Länderchefs beschliessen kein Ausgehverbot, aber ein Kontaktverbot. Alles was nicht als „Kernfamilie“ einen gemeinsamen Haushalt teilt und mehr als vier Ohren hat, ist eine verbotene Versammlung und wird belangt. 

Bei wunderschönem, sonnigen Frühlingswetter machen wir als Kernfamilie einen langen Gang an der Eider entlang. Es sind viele Leute unterwegs, die meisten bemühen sich, Abstand zu halten. 

21.03.20
Früher Vogel 🦠

‚Püppi‘ war der wenig schmeichelhafte Spitzname einer ehemaligen Kieler Oberbürgermeisterin, der der Ruf anhaftete, nicht sehr viel zu bewegen. Ihre auffälligste Maßnahme erfreut die Kieler bis heute: die Bepflanzung öffentlicher Räume mit Blumen, speziell mit Tulpen und Narzissen.

Die Wochenmärkte verzeichnen seit Beginn der Epidemie 30-40% mehr Umsatz. Der frischen Luft vertrauen die Leute mehr, als der Enge der Supermärkte. Da ich einen Ansturm befürchte, fahre ich sehr früh zum Exerzierplatz. Die Sonne scheint, aber eisiger Ostwind  macht die Sache ungemütlich, zumal er die ganze Zeit von vorne kommt. Gestern war Frühlingsanfang.

Ich bin schon vor der offiziellen Öffnungszeit auf dem Wochenmarkt, aber es lohnt sich: es sind nur sehr wenige Leute da. Mit Absperrungen, Flatterbändern und Barrieren versuchen die Marktbetreiber dafür zu sorgen, dass die geforderten Sicherheitsabstände eingehalten werden. „Öko Jochen“ ist noch am Aufbauen, als ich an den Stand komme. Er bittet mich, mit sechs Eiern Vorlieb zu nehmen, „damit für alle etwas da ist“.  Schnell habe ich Gemüse, Lachsforelle und Tulpen gekauft und mache mich auf den Heimweg, dieses Mal mit Rückenwind. Im Supermarkt kaufe ich noch Wein. Notdürftig schützt sich die Kassiererin mit Plastikfolie in einem Holzrahmen vor infektiösen Kunden.

Die schlimmsten Corona Nachrichten kommen aus Italien: die Zahl der Toten ist drastisch in die Höhe gegangen: über 600 in 24 Stunden.

Am Nachmittag bittet mich Hans-Heinrich ihm zu helfen, seinen Fernsehsessel aus dem Keller hochzuholen. Das Erdgeschoss ist seit Tagen leer geräumt, weil der Fußboden neu gemacht wurde. Die Zeiten sind ungünstig in Situationen, in denen man ein paar helfende Hände gebrauchen kann.

20.03.20
Leider kein Notfall🦠

Unser neuer Camper ist fertig! Mit der Post kommen die Papiere und ein Schreiben von Herrn Werz. Wir sollen uns mit den Papieren das Auto zulassen, und Schilder besorgen und dann können wir es abholen.

Schön wär’s. Die Zulassungsstelle fertigt nur ‚unaufschiebbare Notfälle‘ ab. Da sehe ich kaum Chancen, in der nächsten Zeit eine Zulassung zu bekommen. Das Online Verfahren zur Zulassung ist in Vorbereitung, aber es erfordert einen elektronischen Personalausweis mit eID. Den Ausweis habe ich, aber die eID ist nicht aktiviert. Um die eID zu aktivieren, muss ich aufs Amt. Aber das Amt bearbeitet derzeit nur Notfälle…

Ich telefoniere mit unserem Ausbauer, der hat aber auch keine Idee, wie ich das Auto zulassen könnte. Zur nicht vorhandenen Zulassung kommt noch die Frage, ob ich überhaupt nach Süddeutschland fahren darf. Die Einschränkungen im öffentliche Leben nehmen zu. Bayern erlässt bereits ein Ausgehverbot.

Ich telefoniere mit dem Käufer unseres alten Autos. Er hatte ja auf einem Liefertermin bestanden. Da er jetzt ohnehin nicht verreisen kann, sieht er die Sache entspannt.

Einen winzigen Erfolg erziele ich doch. Ich reserviere die Nummer KI F 5257 für uns. Gerne hätte ich KI DM 2020 gehabt, aber die ist schon vergeben,                                                                          

19.03.20
Alles Corona🦠

Alles dreht sich nur noch um Corona. Wir erleben etwas noch nie dagewesenes. Die Politik ist sauer, weil die angeordnete ‚Social Distance‘ zu wenig beachtet wird und droht zunehmend mit Ausgangssperren. Corona zeigt Möglichkeiten für Kreativität und Solidarität, enttarnt aber auch Egoismus und Gier. Statt den gebotenen Abstand zu halten, feiern Menschen „Coronaparties“, statt die Gesundheit anderer zu schützen werden Gefahren ignoriert und Risiken verharmlost.

So im tiroler Ischgl, wo ein infizierter Barkeeper den Skiort zur Virenschleuder Europas macht. Obwohl seine Infektion bekannt ist, macht er weiter und die zuständige Politik verharmlost. „Eine Übertragung des Coronavirus auf Gäste der Bar ist aus medizinischer Sicht eher unwahrscheinlich“, erklärte eine Mitarbeiterin der Landessanitätsdirektion Tirol. Als Grund für vergleichsweise viele Infektionen in Hamburg wird nun ausgemacht, dass Hamburg zur besagten Zeit Ferien hatte. Die meisten Infizierten sind Rückkehrer aus dem Skiurlaub. Für Kiel sieht es ähnlich aus: die meisten Infizierten brachten das Virus aus Ischgl mit. Ich schätze, da noch einige Strafanzeigen auf die Verantwortlichen zukommen werden.

Offenbar gibt es eng begrenzte ‚Spread Points‘, von denen aus sich das Virus besonders stark ausbreitet: so die Bar „Kitzloch“ in Ischgl, ein Starkbierfest in Mitterteich an der tschechischen Grenze und ein Karnevallsball in Heinsberg (NRW). Sich dort zu infizieren kann man als unvermeidbares Pech ansehen, mindestes im Fall Ischgl ist es aber auch verschuldet. Durch Gier und Verantwortungslosigkeit.

Zu den schon bekannten Unsicherheiten im Zusammenhang mit unserem neuen Auto müssen wir uns auf Schwierigkeiten mit der erforderlichen Behördengängen für Anmeldung, Abmeldung und Ummeldung einstellen. Die Zulassungsstellen sind geschlossen und es baut sich eine Halde unerledigter Vorgänge auf.

Wir kamen dem Virus vermutlich vor knapp zwei Wochen nahe. Beim Spiel gegen die Rhein-Neckar-Löwen in der Ostseehalle. Die Mannheimer Mads-Mensch Larsen, Yannick Kohlbacher und Trainer Martin Schwalb sind infiziert und die Mannschaft ist in Quarantäne. Vom THW sind eigenartigerweise nur diejenigen Spieler betroffen, die nach der Begegnung beim Nationalmannschaftslehrgang waren und dort erneut mit dem infizierten Jannik Kohlbacher zusammentrafen.

Unter den Zuschauern des Spiels gab es übrigens eine Infizierte Frau: sie nahm sechzig weitere mit in die Quarantäne.

Wir bekämpfen die Viren in unserem Haus und machen Frühjahrsputz. Schließlich wollen wir nicht eines Tages als „Spread Point“ des Wollmausvirus bekannt werden😉. Unsere hervorragende Hausküche produziert Nussecken und eine Grünkohl-Feta-Quiche, bei der Friedel den Grünkohl mangels Verfügbarkeit durch Spinat ersetzt.

17.03.20
Bevor das Ausgangsverbot kommt…🦠

…schnell noch mal ans Meer. Die Einschränkungen wegen der Coronakrise werden täglich verschärft. Da die Appelle nicht fruchten, Abstand voneinander zu halten und vorsichtig zu sein, geht es nicht anders. Gestern waren die Spielplätze überfüllt, weil Schulen und Kitas geschlossen waren. Konsequenz: ab heute sind die Spielplätze gesperrt. Am Wochenende erlebte Sylt einen Ansturm wie Ostern: Konsequenz: erst die Inseln, dann ganz Schleswig-Holstein wird für Touristen gesperrt. Geschäfte sollen bis auf Ausnahmen geschlossen bleiben. Für Restaurants, werden die Öffnungszeiten eingeschränkt und strenge Hygienevorschriften erlassen. Die nächste Steigerung wäre: Ausgehverbot.

Wir fahren noch einmal schnell ans Meer, wer weiß, wie lange das nicht geht. Zwar haben wir keinen Sonnenschein, aber es ist trotz kräftigem Wind recht milde. Auf den Straßen fahren ungewöhnlich viele Autos. Klopapierhamster sichern ihre Beute.

In Strande ist die Promenade gut besucht, aber nicht so voll wie an Wochenenden. Viele sind mit Kindern unterwegs. Wie man Gesprächsfetzen entnehmen kann, legen einige Passanten den Begriff „Home Office“ recht großzügig aus. Erste Segler sind dabei, ihre Schiffe für das Slippen vorzubereiten.

Wir gehen bis zum Bülker Leuchtturm und zurück. Im österreichischen Strandcafé gibt es leckeren Germknödel. Wir müssen unsere Kontaktdaten hinterlassen, Tische und Stühle werden nach dem Besuch desinfiziert. Die Bedienung hat gerade einen Kurzarbeitsvertrag unterschrieben.

Die für dieses Jahr geplante Fußball EM wurde auf das nächste Jahr verschoben. Das IOS hingegen, sieht weiterhin keinen Grund, gleiches für die Olympischen Spiele in Tokio zu tun. Dabei werden nicht nur die Gesundheitsgefahren ignoriert, sondern auch der Umstand, dass viele Sportler derzeit weder trainieren, noch sich qualifizieren können, da Sportstätten geschlossen und Wettbewerbe abgesagt sind.

😬 – Gehässiger Vorschlag von der Seitenlinie: eSports wären die Alternative: kein Gegnerkontakt, keine Zuschauer, virenfrei und viel Geld – 😬

Corona deckt Schwachstellen in Verfahren, Abläufen, Organisationen und in Charakteren auf. Das macht es so spannend.

16.03.20
An der Hamsterfront🦠

Zu den Schwierigkeiten beim Brotbacken gehört, wie ich schon schrieb, das Timing. Wie bekommt man den durch das Rezept vorgegeben Zeitplan mit dem persönliche Tagesablauf in Deckung? Mit gelingt es dieses Mal weniger gut: ich muss viel zu früh hoch, um ein Pane Pugliese zu backen. 

Den Vorteig hatte ich gestern angesetzt und dabei festgestellt, dass mir das passende Mehl fehlt (WM 550). Also bin ich der frühe Vogel und fahre um 7:00 Uhr zum Supermarkt. Die leeren Regale, die der Ansturm vom Wochenende hinterlassen hat, sind nicht zu übersehen. Ich behalte die Handschuhe an: Einkaufswagen gehören zu den Gefahrenquellen dieser Tage. 

Das Mehlregal ist geplündert und ich erbeute das letzte Paket Weizenmehl 550. BIO Produkte sind komplett ausverkauft und gemäß Zettel auch nicht lieferbar. Nur Billigmehl ist noch vorrätig. Boshaft, wie ich bin, erlaube ich mir Rückschlüsse auf das Sozialverhalten der Käuferschaft teurer Bioprodukte.

15.03.20
Shutdown🦠

Das öffentliche Leben wird heruntergefahren, die Grenzen zu den Nachbarländern geschlossen. Die Bevölkerung bleibt anscheinend gelassen, zumindest ist das mein Eindruck, wenn ich die Reaktionen in den Medien inklusive Internet betrachte. Allerdings kommt es zu Hamsterkäufen, die schwer nachvollziehbar sind: neben Mehl und Nudeln scheint vor allem Klopapier besonders gesucht zu sein.

Uns trifft es erstmal noch nicht so hart, lediglich Livesport in der Halle und im TV fehlen. Linda macht Homeoffice und wird wohl den Besuch einer geplanten Hochzeit verschieben müssen. Natürlich könnte auch die geplante Übergabe unseres neuen Autos betroffen sein und der Besuch der Monetausstellung in Berlin. Wenn das alles ist… Eckard und Familie sind heil und auf Umwegen aus Norwegen zurückgekommen. Statt mit der Colorline aus Oslo kamen sie mit der Stenaline aus Göteborg.

Interessant ist weiterhin die Beobachtung der Machtmenschen: Trump hat die 180-Grad Wende vollzogen und nach anfänglicher Ignoranz den nationalen Notstand verhängt. Und obwohl „America“ ja „the Greatest“ ist, will Trump ein kleines deutsches Pharma Unternehmen kaufen, welches einen Corona Impfstoff entwickelt. Das Mittel soll dann exklusiv in den USA zu haben sein. Das wiederum weiss der im Fadenkreuz der „Fußballfreunde“ stehende Dietmar Hopp zu verhindern: er ist der Hauptanteilseigner dieser Firma und meint, das Mittel soll „… Menschen nicht nur regional sondern solidarisch auf der ganzen Welt erreichen, schützen und helfen…“. Zweitgrößter Aktionär ist die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, auch keine ausgewiesenen Freunde des Irren im Weissen Haus.

Ein Fels in der Brandung ist weiterhin Thomas Bach : „An eine Absage oder Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio werde nicht einmal gedacht“, so der „Herr der Ringe“. Wieso auch, das wäre ja viel zu teuer, möchte ich anfügen, denn wie in allen anderen Fällen werden auch hier als allererstes die Kosten genannt, um die Schwere der Konsequenzen Corona-bedingter Absagen und Schließungen zu illustrieren. Alles andere ist nachrangig.

Morgen muss ich mich an die Front der Hamsterkäufer begeben: mir fehlt das passende Mehl für die Brote, die zu backen sind. Klopapier haben wir zum Glück genug…

14.03.20
Durchblick verloren🦠

So musste es kommen: einen Tag nachdem wir die Sommerbereifung an unserem Bus montiert haben: Eis, kein Durchblick.

Corona ist bei unserem Bäcker angekommen. Als ich – umweltbewußt – meinen Stoffbeutel zum Befüllen über den Tresen reichen will, werde ich abgewiesen. Statt dessen werden die Brötchen – coronabewußt – mit plastikbewehrter Hand über den Tresen in den Beutel gesteckt. Mein Versuch, das Ganze als heiteres Zielwerfen zu durchzuführen, wird abgelehnt.

Abgesehen vom Eis auf der Scheibe haben wir heute schönes Frühlingswetter. Im Supermarkt tobt der Hamsterkauf.

13.03.20
Reifenwechsel, sonst noch was…?🦠

Nun ist unser Auto endgültig fertig für den Verkauf: wir haben die Sommerbereifung montieren lassen. Ob der Verkauf wie tatsächlich geplant statt finden kann, wird sich noch zeigen, denn die Corona Epedemie veranlasst die Behörden zu immer drastischeren Maßnahmen.

Glänzend, wie Karl-Heinz Rummenigge sich für notleidende Fußballclubs einsetzt.

Veranstaltungsverbote, Schließung von Schulen, Kitas und anderen öffentlichen Einrichtungen. und siehe da: nach langem Zögern sogar die Unterbrechung des Fußball Bundesliga. Kurz zuvor hatte „Rolex“ Rummenigge noch in einem glänzendem Auftritt (siehe Foto) die Durchführung des aktuellen Spielstags wegen finanzieller Interessen der Clubs verteidigt.

Ein besonderer Reiz dieser Epedemie liegt in der Demaskierung von Blendern, deren Fehleinschätzungen kurz nach ihrer Äusserung bereits widerlegt werden. Auf den anderen Seite rücken bislang weniger bekannte Menschen in den Vordergrund. Zum Beispiel der Virologe Christian Drosten, der mit seinem Podcast über die Epidemie zum heimlichen Star wird.

Keiner weiß, wohin, mir nach!

Beim amerikanischen Präsidenten ist eine Demaskierung nicht erforderlich. Nachdem er Corona zunächst verharmloste, macht er nun Europa (außer Großbritannien) dafür verantwortlich, schließt die Grenzen (auch für Gütertransport – ahh nee doch nicht) und ruft den Notstand aus.

An den Börsen beginnt jetzt das Spiel: wann ist die Talsohle erreicht, wann kann billig eingekauft werden?

Glück im Unglück hat Eckard, der mit seiner Familie bei der Rückkehr aus Norwegen von der Einstellung des Fährbetriebs zwischen Oslo und Kiel überrascht wird. Es ist eine organisierte Reise und der Organisator organisiert die Rückreise über Göteborg.

12.03.20
Corona hilft Rechts🦠

Die Hoffnung, Trump würde durch Corona Schaden nehmen könnte trügerisch gewesen sein: Er sperrt ohne Vorwarnung Einreisen aus Europa und stellt sich als Retter dar. In den USA ist die Zahl der Infizierten gering, die Zahl der Messungen auch. Verunsicherte Menschen suchen starke Führer, ein Heimspiel für Autokraten. Aber was wird passieren, wenn er 1000 Tote hat?

So könnte man auch einmal eine Verschwörungstheorie starten: „Corona ist ein globaler Terrorakt der Rechten“. Sie verseuchen die Welt, prangern das Versagen der „Altregierungen“ an und platzieren ihre Heilsbringer als Lösung.

Das klingt gruselig, aber auch das kann Trump besser: Journalisten würden sich absichtlich infizieren, um ihn anzustecken, vermutet er. Dabei er ist doch bestimmt immun, wie Chuck Norris. Der wurde gerade 80 und „Coronaviren lassen sich gegen Chuck Norris impfen“.

Verbindungsgang mit farbigen Fensterlaibungen bei Lubinus

Wir gönnen und ein Mittagessen in Holtenau. Es stürmt immer noch aber man kann weit über die Förde blicken. Es sind kaum Schiffe unterwegs.

11.03.20
Corona und die Machtmenschen🦠

Das anhaltend schlechte Wetter verhindert Aktivitäten im Freien. Ich nenne es ‚Quarantäne“ und will die Zeit nutzen um die Steuererklärung machen, außerdem will ich meine Gymnastikübungen wieder aufnehmen.

Dazu treffen ich zunächst Vorbereitungen: die Steuerunterlagen packe ich in eine Kiste und trage sie zum Schreibtisch im Dachzimmer, für die Gymnastik fehlt ein Deuserband, wir machen einen Spaziergang zum Einkaufszentrum und werden fündig. Damit ist aber auch genug vorbereitet für heute, morgen geht’s weiter. 😜

Heute ist das Wetter schön. Endlich mal kein Regen, dafür Sonne und Wind. Die Natur ist schon sehr weit, ich schätze mal drei bis vier Wochen früher als üblich. Vieles blüht, erste Blätter sind zu sehen.

Die Corona Epedemie bestimmt die Nachrichten und bewirkt erste Konsequenzen: Absagen von Messen, Tagungen und vor allem Sportveranstaltungen. Auch der THW ist betroffen. Zwei Heimspiele ohne Zuschauer und möglicherweise die Verschiebung der beiden Final 4 Turniere und den DHB Pokal und um die Championsleague. Nur Herr Bach kann sich nicht vorstellen, dass die Olympiade von Corona beeinflusst wird. Er versucht es wie Trump und andere mit Verharmlosung und Ignoranz.

Es besteht Hoffnung, dass die Epedemie (seit heute: ‘Pandemie‘) diesen Machtmenschen schadet. Mit Ignoranz kommt man nicht durch, Corona lässt sich nicht durch Lügen, Zölle, Mauern oder Grenzen stoppen.

Es geht den Verantwortlichen darum, die Verbreitung der Seuche zu verlangsamen, und das Gesundheitssystem vor einem Kollaps zu bewahren. Es geht um Verzögerung der Ausbreitung der Seuche, nicht um deren Verhinderung. Aber einige Schwachköpfe verstehen das nicht und sprechen von Panikmache. Wenn sie es begreifen ist es zu spät.

Meine schönen Börsengewinne sind dahin, von weiteren Zinssenkungen ist die Rede. Das Fragezeichen wird größer: wo soll man sein Geld hinlegen?

Morgen mache ich Gymnastik und die Steuererklärung (und Hausputz). Bestimmt!

10.03.20
Panik🦠

LEERE REGALE ! Dieses Foto hätte das Zeug zum Panikauslöser: Corona? AFD Machtergreifung? Die Börse? Der Dauerregen?

Nervt alles, aber nichts von alledem sorgt für die leeren Regale. Der Supermarkt sortiert mal wieder seine Waren um. Der Kunde will ja gefordert werden…

Ich erhalte Auskunft vom Hersteller des Fahrradträgers. Wegen unterschiedlicher Bauformen der Anhängerkupplungen kann er nicht sagen, welche Lenkerbreite möglich ist, ohne dass die Räder an der Heckscheibe anstossen. Er empfiehlt, es beim Fachhändler auszuprobieren. Das werde ich tun.

Friedel telefoniert mit ihrer Freundin Angela. Als diese erfährt, dass wir unseren Bus verkaufen, will sie ihn sofort haben. Das ist natürlich Pech, aber wir sind im Wort. Da werden wir jetzt auch nichts mehr dran ändern. Aber es  gibt uns Sicherheit: sollte mit dem geplanten Verkauf doch noch etwas schief gehen, haben wir einen Plan B.

Es regnet wieder den ganzen Tag!

09.03.20
Crash🦠

Ups, jetzt schlägt Corona aber voll bei der Börse zu! -7% zur Eröffnung im Dax. Alle nicht realisierten Gewinne der letzten Jahre sind hin und nicht realisierte Verluste stellen sich ein. Da hilft nur warten. Irgendwann wird Vernunft greifen, denn das viele Geld will ja irgendwo hin.

Das Wetter ist trübe wie die Börse,  vom Hersteller meines Wunschfahradträgers bekommen ich ein paar Händleradressen genannt, unser lokaler Höker ist auch dabei.  Ich gebe dem Hersteller dafür ein paar Hinweise zur nicht funktionierenden Händlersuche seiner Webseite. 

Ich suche den Fahrradhändler auf: der Wunschträger ist sogar vorrätig: superleicht, sehr klein zusammenzufalten und abklappbar, damit man an die Heckklappe kommt. Der wird es werden!

Im Internet finde ich einige Vorbehalte gegen den Träger. Wenn der Lenker des ersten Rades zu breit ist, würde er die Heckscheibe berühren und wenn der Lenker des zweiten Rades zu breit ist, liesse sich der Träger nicht weit genug zurückklappen um die Heckklappe öffnen zu können… Ich frage per Mail beim Hersteller an, wie breit ein Lenker sein darf.

Die deutschen Handballer trainieren erstmals unter Bundestrainer Gieslason. Ihr erstes Spiel werden sie ohne Zuschauer bestreiten müssen.

Bei dem trüben Wetter und den bevorstehenden Aufregungen (Auto, Reisen, Linda) wäre es klug, jetzt schon einmal die Steuererklärung zu machen. Meine Begeisterung ist allerdings noch gedämpft.

08.03.20
Eine Schwalbe schockt noch keine Zebras

Höhepunkt dieses ereignisarmen Sonntags war das Heimspiel gegen die Rhein-Neckar-Löwen. Die zuletzt erfolglosen Mannheimer hatten ihren Trainer gefeuert und kamen nun von ihrem neuen Coach Martin Schwalb frisch motiviert im Bus seines Ex-Clubs HSV Handball nach Kiel. Sie begannen stark, aber in der zweiten Hälfte legten die Zebras zu und gewannen schließlich verdient und klar mit 6 Toren Vorsprung. Die schwachen Schiedsrichter verteilten ihre Fehler gleichmäßig, sodaß niemand benachteiligt wurde.

Wenn unser neues Auto zugelassen wird, werde ich mich um die Nummer KI-DM 2020 bemühen. Leider ist die Wahrscheinlichkeit, diese Nummer zu bekommen deutlich geringer als die des Titelgewinns.

05.03.20
So grün….

Im Internet finde ich Abbildungen von VW Transportern in Bayleave Green Metallic, also der Farbe, die unser neues Auto haben wird. Ich bin etwas überrascht, daß die Farbe deutlich heller (=grüner) ist, als wir es uns vorgestellt haben.

Bayleaf Green auf der VW Webseite
März 2020

Daran muss ich mich erst einmal gewöhnen. Auf Bildern, die auf Messen gemacht wurden, wirkt es sogar noch knalliger als auf den Fotos der VW Webseite. Ich glaube nicht, daß wir den Wagen in dieser Farbe bestellt hätten, wenn wir diese Bilder vorher gesehen hätten.

Bayleaf Green auf der Messe in Stuttgart 

Nach dem ersten Schock finde ich es schon nicht mehr so schlimm, vor allem die Farbe auf dem Messefoto finde ich ganz pfiffig.

Nun will ich aber doch wissen, was wir gekauft haben. Ich telefoniere mit unseren Wohnmobilbauer und bitte um ein paar aktuelle Fotos. Das Ergebnis beruhigt und verwirrt mich zugleich: unser Auto hat zum Glück die ursprünglich gewünschte Farbe. Warum unter derselben Bezeichnung auf der VW Webseite und an anderen Stellen im Internet ein völlig anderer Farbton herumgeistert, verstehe ich nicht. Muss ich auch nicht mehr: hier die ersten Fotos unseres neuen Autos:

Bayleaf Green, wie wir es bekommen. Das Hochdach und die Fenster sind schon montiert, die Markise fehlt noch.
Bodenplatte, Gas- und Stromanschluss sind montiert. Das Bett fehlt noch.

22.02.20
Hunde und Katzen.

„Bei diesem Wetter schickt man keinen Hund vor die Tür!“
Woher kommt eigentlich dieser Spruch? Auf meiner kurzen Einkaufstour durchs Viertel begegne ich jedenfalls ausschließlich Menschen mit Hund und es nicht nicht wenige.

Das war’s dann auch schon für heute. Den Rest des Tages: Couch, TV Sport und warme Gedanken an Leif, der anläßlich eines Junggesellenabschieds in Kiel weilt und unter anderem ein Fußballspiel besuchen muss.

18.02.20
Krokus und Krabben

Der vorzügliche Käse, dessen Namen wir nicht kennen, überlebt das Frühstück nicht. Wir packen und beladen Wiebkes Auto.

Es geht nach Tönning. Das Eidersperrwerk war in letzter Zeit ständig in den Medien. Vier aufeinanderfolgende Sturmfluten hatte das Sturmtief ‚Sabine‘ mitgebracht und das Sperrwerk war ständig geschlossen. Folglich staute sich das Wasser auf der Binnenseite, sodaß die großen Regenmengen nicht abfließen konnten. Zu diesem Zweck gibt es Überflutungsflächen, die auch genutzt wurden. Angenehm ist, wie ruhig und sachlich dies von den Verantwortlichen kommuniziert wird, die allgegenwärtigen Panikmacher haben Sendepause. Wir laufen auf dem Sperrwerk herum und haben Mühe, uns zu halten: auch das aktuelle Tief ‚Veronika‘ lässt es kräftig blasen.

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Neben dem Sperrwerk liegt das Katinger Watt. Hier hat Wiebke als Kind noch gebadet, nach der Eindeichung haben sich Wiesen, Wäldchen und Brutgebiete entwickelt. Hier weiden im Sommer auch Wasserbüffel, aus deren Mich schleswig-holsteinischer Büffelmozarella hergestellt wird. In Tönning halten wir im Hafen und freuen uns, dass der Fischladen geöffnet hat: endlich kommen wir zu unserem Krabbenbrötchen. Rund um den Hafen gibt es einige Restaurants, Krokusse blühen. In der Nähe liegt auch ein Campingplatz. Ich denke, wir werden mal einen Ausflug mit dem Camper hierher machen.

17.02.20
Sankt-Peter Ording

Ich wache in der Morgendämmerung auf und beobachte aus meinem Zimmer den Sonnenaufgang. Verstärkt wird die Idylle durch ein paar Schafe. Ich rapple mich auf und gehe kurz nach draußen, um ein paar Bilder zu machen.

Von Wiebke ist nichts zu hören, aber irgendwann riecht es nach Kaffee. Das ist das Zeichen, aufzustehen. In den Vorräten finden wir einen Käse, der uns wahnsinnig gut schmeckt. Es sieht aus wie Tilsiter, schmeckt aber ganz anders. Rahmig, nussig, oberlecker. Wiebke nimmt Kontakt mir ihrem Bruder auf, um herauszufinden, was es für ein Käse ist, doch leider ohne Erfolg. Er stamme von der größten Käsetheke Schleswig-Holsteins und heisst: „Der da!“

Nach dem Frühstück fahren wir nach Sankt-Peter Ording. Wir fangen beim Yachtclub an, wo wir vor vier Jahren unseren Strandsegelkurs absolviert haben. Wind und Wellen der vergangene Tage haben heftig an den Dünen gezehrt. Es ist erstaunlich, wie viele Leute hier an einem Montag im Februar unterwegs sind. Wiebke meint, dass es viele Kurgäste seien. Es stürmt ohne Pause, es ist ganz schön anstrengend, sich am Strand zu bewegen.

Noch voller ist es an der bekannten Seebrücke. Wir gehen bis zum Wasser und beobachten, wie Leute von ihrem Lenkdrachen über den Strand gezerrt werden.

Am schönsten ist es in Sankt-Peter Dorf. Hier ist es ruhiger und auch die Bebauung ist weniger hässlich. In einem kleinen Restaurant essen wir eine Kleinigkeit und fahren nach Westerhever. Vom berühmten Leuchtturm sind im Gegenlicht nur Umrisse zu sehen. Dafür sieht man in der anderen Richtung den Leuchtturm von Pellworm im Dunst. Wir gehen bis zur Wasserkante, einige Leute sind bis auf die Sandbank gegangen, kehren nun aber zurück, weil das Wasser aufläuft.

Die letzte Station ist der kleine Hafen Tümmlauer Koog. Wir schauen kurz, ob das Wasser noch da ist und der Leuchtturm noch steht und machen uns auf den Weg nach Hause. 

16.02.20
Eiderstedt

Wiebke kommt zum Frühstück, anschließend fahren wir nach Eiderstedt. Bis Dienstag wollen wir das Haus ihres Bruders hüten, es ist das Haus in dem auch sie aufgewachsen ist. Wiebke möchte nicht alleine in dem Haus sein, daher hat sie uns gefragt.  Friedel kann leider nicht mitkommen, weil sie einen Zahnarzttermin hat.

Es regnet viel. Auf den Feldern sind man große Pfützen. Wir kommen an einer großen Gruppe Schwäne vorbei, die kreisförmig eine ebenso große Gruppe von grauen (jungen) Schwänen behütet.

Zu meiner Unizeit war ich schon einmal in Wiebkes Elternhaus. Aber ich habe kaum noch eine Erinnerung daran. Nachdem wir ‚eingezogen‘ sind,  besuchen wir Wiebkes Cousin, der mit seiner holländischen Frau und einem verrückten Hund in einem toll eingerichteten Haus lebt. Die Frau hat auch in Leiden studiert und ich erzähle von unseren Erlebnissen in Holland. 

Auf den Wiesen sieht man schon Lämmer. Wiebke schimpft auf den Bauern. Lämmer gehören bei derartigen Wetter in den Stall. Bei derzeitigen Dauerregen sind ihre Überlebenschancen gering. „Kälte können sie ab, aber Nässe nicht“, hat sie von ihrem Vater gelernt. 

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Direkt vom friesisch-holländischen Kaffeebesuch fahren wir nach Garding in die berühmte Tapasbar. Der Laden ist ständig ausgebucht, Wiebke hat bereits vor ein paar Tagen angerufen und konnte trotzdem nur einen Platz zu einem sehr frühen Termin bekommen. Das ist wirklich erstaunlich, vor allem wenn man bedenkt, daß der Februar nicht gerade zur Hochsaison in Nordfriesland zählt. Nach dem leckeren Essen verbringen wir den Rest des Abends von der Glotze.

Es regnet immer noch.

13.02.20
Freude vom Amt

Seit langem habe ich mal wieder den Wecker gestellt. Wir haben heute strahlenden Sonnenschein und Kälte, der Radweg ist abgestreut.

Ich radle zur Zulassungsstelle, um mich zu informieren, was ich tun muss, um fünf Sitzplätze eingetragen zu bekommen.

Kurz vor acht bin ich da und komme sofort dran. Ich schildere mein Anliegen und habe kurze Zeit später einen nagelneuen Kraftfahrzeugschein der heute „Zulassungsbescheinigung I“ heißt. So machen Behördengänge Freude.

Noch mehr Freude dann am Nachmittag. Wiebke meldet sich und fragt, ob wir sie Sonntag/Montag nach Eiderstedt begleiten möchten. Sie soll das Haus ihres Bruders hüten und mag dort nicht alleine sein. Wir haben große Lust dazu mit Wiebke ihre Heimat zu besuchen. Leider hat Friedel hat am Montag einen Zahnarzttermin, aber ich werde die Chance nutzen das angekündigte Sturmwochenende mit einer Einheimischen an der Nordsee zu erleben.

11.02.20
Fehler vom Amt

Bei Studium der Unterlagen des Busses entdecke ich eine blöde Sache: Unser Bus war uns als 5-Sitzer verkauft worden und wir haben ihn auch so genutzt. Aber in den Papieren sind nur drei Sitze eingetragen. Auch das Gutachten spricht von fünf Sitzen… Da hat wohl die Zulassungsstelle einen Fehler gemacht…. und wir haben es nicht gemerkt.

08.02.20
Expressionistische Zicken

Ich lese endlich mal wieder in der Münter/Kandinski Biographie. Beim Blauen Reiter gab es Zickenkrieg: Insbesonders Maria Marc und August Macke aber auch Franz Marc stichelten gegen Münter. Else Lasker-Schüler beschimpfte Münter öffentlich. Man hielt sich für etwas Besseres, Münter hingegen für eine Null. Kandinsky aber hielt bedingungslos zu seiner „Ella“.

06.02.20
Teurer Tag, auch für den DHB

An diesem trüben Tag bastele ich wieder viel am Raspberry Pi. Endlich klappt es: ich habe auf dem Raspi einen Streamingserver, über den ich per WLAN bewegte Bilder einer Kamera abrufen kann. Wozu ich das brauche? Äh, naja….

Teuer wird es für den Deutschen Handballbund: Christian Prokop wird entlassen und Alfred Gislasson wird neuer Bundestrainer. Uwehatsbezahlt Schwenker steckt dahinter. Heiner Brand wird zufrieden sein, denn er hat doch immer gefordert, dass der THW Kiel mehr für die Nationalmannschaft tut.

05.02.20
Sonne!

Zum ersten Mal seit einer Ewigkeit haben wir schönes Wetter: die Sonne scheint, es gibt kaum Wind und es ist recht kalt, wie es sich für Winter gehört.

Ich erfahre, dass unser Fahrradträger am neuen Bus nicht passen wird. Also können wir den Träger mit dem alten Bus verkaufen und müssen uns einen neuen besorgen. Das wird dann wohl ein rentnertauglicher Träger für die Anhängerkupplung werden.

Ich kaufe ein und umrunde den Russee, Friedel geht auf den Wochenmarkt. Anschließend backen wir zwei Brote und gehen am Abend zum Handball. Der THW schlägt den Titelverteidiger Vadar Skopje in der Championsleague mit 32:22. Nicola Bylek wirft nicht, wie einst Kim Anderson.

Ein FDP Mann lässt sich in Thüringen von Nazis zum Ministerpräsidenten wählen und Trump wird vom Senat von der Anklage des Amtsmissbrauchs freigesprochen: Der Zerfall der westlichen Welt schreitet fort.🤦‍♂️

04.02.20
Was man will und was man tut…

Mich ärgert, dass ich ständig Texte, Bücher und Videos sammle und speichere, diese Dinge aber gar nicht nutze. Vor lauter Sammeln und Sortieren komme ich nicht dazu, die Texte und Bücher zu lesen oder die Filme anzusehen. Ich nehme mir vor, das zu ändern. Ausserdem will ich endlich mal wieder rudern.

Doch es kommt wieder anders: zum einen möchte unser Autobauer ein paar Maße aus unserem Bus wissen, dann muss ich ein Brot ansetzen, zum schließlich musste ich noch Königsberger Klopse kochen. Und schon war der Tag vorbei. Naja, ich bin allerdings auch erst recht spät aufgestanden. Die Klopse werden Klasse, aber die Sauce misslingt: ich hätte nicht den Saft der ganzen Zitrone nehmen dürfen.

Friedel fragt bei unserem VW Händler, was wir für unser Auto auf dem Gebrauchtmarkt erlösen können. Zwar wird der uns keinen guten Preis machen können, aber er kennt das Auto und den Markt. Die Antwort steht aus.

03.02.20
Campingbus zu verkaufen

Unser neuer Campingbus wird im April geliefert, da können wir schon einmal anfangen den alten zum Verkauf vorzubereiten. Ich sammele Information über unseren Bus, gestalte einen Zettel für den Aushang und mache Fotos.

01.02.20
Heisse Luft

Die Briten sind raus aus der EU und hinterlassen heiße Luft: am heutigen 1. Februar hatten wir in Kiel ein Nachttemperatur von 10 Grad Celsius 🥵.

31.01.20
Lady Marmelade

Friedel hat sich daran gemacht, einen Teil unserer Orangenlieferung zu Marmelade zu verarbeiten. Dabei zeigte sich, daß die ganz dicken Dinger problematisch sind. Sie sind schwanger mit einer Miniorange und die wiederum schmeckt bitter.

30.01.20
Macke

Das Wetter ist fürchterlich, ich habe das Haus nicht verlassen. Friedel war abends im Theater (‚Die Vögel‘).

Heute ist das Buch ‚Erinnerungen aus August Macke‘ gekommen, Ich habe es im Internet gebraucht erstanden. Es wurde von Mackes Frau Elisabeth Erdmann-Macke geschrieben und ich bin beim Lesen der Kandinsky/Münter Biographie auf das Buch aufmerksam geworden. August Macke war mit Franz Marc befreundet und ist wie dieser im ersten Weltkrieg gefallen. Im Gegensatz zu Marc, Kandinsky und Werferin scheint mir Macke – ähnlich wie Gabriele Münter – nicht so  verkopft zu sein.  Da ich gerade auf Expressionisten-Schmonzetten stehe, ist das ja vielleicht etwas für mich.

Ich habe den Umbau dieses Blogs jetzt abgeschlossen. Ich habe ein neues ‚Theme‘ ausgewählt und dann aber noch kräftig daran herumgebastelt, bis alles so war , wie ich es haben möchte. Der gesamte Blog lässt sich jetzt gut in PDF wandeln, z.B. zu Archivzwecken. Weiterhin haben ich  neue Möglichkeit geschaffen,  Beiträge zu suchen, das geht jetzt über den Menüpunkt  ‚Alle Beiträge‘.

29.01.20
Blogwerker

Im Kochblog cookin’ finde ich in einem Text über ‚Microgreens’ folgende Bemerkung, die mir aber aus dem Herzen gesprochen ist:

Ein zentraler Pfeiler des kapitalistischen Systems unserer Zeit ist der tief sitzende Zwang, in immer kürzeren Abständen eine immer fettere Sau durchs Dorf treiben zu müssen. Dieses Diktat basiert auf der tief sitzenden und – vermutlich begründeten – Angst, dass der Verbraucher seine völlig überforderte Aufmerksamkeit nur dann einem Thema zuwendet, wenn man es ihm mindestens als mittlere Revolution verkauft.

Ansonsten beschäftige ich mich an diesem trüben Tag mit meinem Blog. Ich bin immer noch dabei, das Design umzustellen und möchte, daß die Überschriften der nicht öffentlichen Beiträge so gestaltet sind, dass man sie leicht erkennt. Die Standardmethode von WordPress, einfach das Wort ‚Privat‘ voranzustellen gefällt mir aber nicht. Schlußendlich gelingt es mir durch Modifikation des PHP Codes des Themes und Beigabe von einem Hauch CSS.

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Am Nachmittag kommt eine Lieferung Orangen 🍊 aus Portugal, darunter ein Riesenexemplar, welches fast ein Kilo auf die Waage bringt.

Abends macht der THW in Hamburg ein Testspiel gegen HSV Handball. So etwas hätte man sich auf dem Höhepunkt der ‚Uwe hat’s bezahlt‘-Affäre auch nicht vorstellen können. Dule, der mit einen Kroaten noch in Zagreb seine EM-Silbermedaille gefeiert hatte, kam vom Flughafen direkt zum Spiel in die Alsterdorfer Sporthalle.

18.01.20
Große und Kleine

Bei der Handball EM kassiert das deutsche Team ein knappe Niederlage gegen Kroatien. Dule macht ein ganz großes Spiel. Die deutsche Mannschaft führt fast die ganze Spieldauer unterliegt aber am Ende mit einem Tor. Damit ist ein Weiterkommen im Turnier ausgeschlossen.

Bob Hennig nervt die Handballwelt mit geschmackloser Kleidung, idiotischen Zielvorgaben und ständigem Infragestellen des Trainers. Dabei gäbe es mit dem Kampf gegen die unverantwortliche Belastung der Spieler doch ein Thema an dem er als Verbandsvize für seine Sportler positives bewirken und gleichzeitig seinen Geltungsdrang befriedigen könnte.

10.01.20
Berlin? Nö!

Da Barney sich bis Mittag nicht meldet, entscheiden wir nicht zum Volleyball Finale nach Berlin zu fahren. Kurz darauf ruft er dann doch an und meint, es könnte klappen und er könnte Karten besorgen. Aber jetzt ist uns das zu knapp und wir wollen nicht mehr. Ich hätte ja auch gleich anrufen können, aber ich gebe zu, ich habe es auch ein wenig als Lotterie gesehen.

Die deutschen Volleyballer verlieren das Finals sang- und klanglos und fahren nicht zur Olympiade. Wir sehen das Spiel im Fernsehen und denken, dass es vielleicht ganz gut war, nicht nach Berlin zu fahren.

09.01.20
Volleyball

Der Termin dauert kaum länger als die Parkplatzsuche: der Arzt meint: „abwarten“ (nach mittlerweile mehr als drei Monaten! ) und verpasst Friedel ein Pflaster. Den Rest des Tages erholen wird uns vom frühem Aufstehen und guckten TV Sport.

Der Einzug der Volleyballer ins Finale des Qualifikationsturniers für Olympia begeistert uns und motiviert mich zu einer Anfrage bei Barney, ob wie ihn in Berlin besuchen können und gemeinsam zum Volleyball gehen wollen. Die Antwort steht aus. Das Finale ist morgen.

Der Mann im Fernsehen sagt, die Weltwirtschaft würde unter dem Handelskrieg zwischen USA und China leiden. Die Schwellenländer hingegen würden sich gut entwickeln , da sie nicht so abhängig wären. Das gefällt mir und ich verdreifache mein Engagement in Emerging Markets ETFs. Allerdings vergesse ich zu prüfen, ob mein ETF China mit zu den ‚Emerging Markets‘ zählt.

01.01.20
Frohes Neues Jahr!

Mein Vorsatz für 2020: ich übe Selfies, denn eigentlich wollte ich mit diesem Bild vorgaukeln, ich sei in Berlin. Na ja.

Wir spulen das übliche Neujahrsprogramm ab. Faul rumliegen, Skispringen gucken und  trotz schönem Wetter nicht rausgehen. Zwischendurch vertilgen wir die Reste vom Sylvesteressen.

31.12.19
Sylvester

Ich plündere den Tannenbaum. Wie schon der vorjährige nadelt auch der diesjährige Baum enorm. Wie viele Nadeln mag so ein Baum haben? Nachdem alles abgenommen ist, ziehen wir ihn auf die übliche Weise zum Sammelplatz. 

Im Fernseher läuft erst die Skisprungquali von Garmisch und dann Elvis auf Hawai (großartig!)

Das übliche, gemütliche Sylvesteressen findet dieses Mal bei Beckers statt. Wir bereiten unseren Beitrag vor: einen Salat mit warmer Entenbrust, eine Blätterteigtarte mit Ziegenfrischkäse, Kräutern und Tomaten, sowie eine vegane Crèm Brûlé Tarte, wie Weihnachten.

Beckers haben ein tolles, neues Sofa. Nun denken wir, ob wir uns nicht doch mal von unserem uralten Benz trennen sollten. Die Kanzlerin hat ja in der Neujahrsansprache gesagt, wir sollen mehr Mut zur Veränderung haben.

21.12.19
Spaß mit GIF

Friedel fährt mit Linda zum Markt und spiesst sich eine gewaltige Schraube in ihren Fahrradreifen.

Ich beschäftige ich mich mit dem Video, welches von Lindas Promotionszeremonie gemacht wurde. Mit zwei Kameras wurde die Veranstaltung in Bild und Ton festgehalten. Im Anschluss bekam Linda einen schicken USB Strick mit dem Film.

Ich schaue mir das Video an und prüfe, ob es interessante Bilder gibt, die man als Standbild herausziehen kann. Dabei komme ich auf die Idee, einige Sequenzen herauszulösen und als animierte GIFs zu speichern. Ein Riesenspaß!

Dann fangen wir an, das vegane Weihnachsmenü für Sonntag vorzubereiten. Besonders spannend ist der Seitanrollbraten, den wir im Dampfbad garen. Morgen wird er dann mit einer veganen ‚Baconkruste‘ im Backofen fertig gegart.

15.12.19
Klimastreik

Heute streike ich! Nicht nur wegen des Klimas, sondern auch wegen des Wetters. Es gibt keinen Grund, heute das Bett Haus zu verlassen. Wenn ich Barni ( nicht meinen Kumpel, sondern den Nachbarn) erwische, werde ich ihn bitten, mit Brötchen mitzubringen. Ich gucke den Biathletinnen und den Skispringern beim Verlieren zu und verfolge, wie wenigstens der THW gewinnt. Einmal muss ich raus: der Sturm wirft den Tannenbaum um und lässt eine Kerze über die Terrasse fliegen.

Abends verbreitet der Tatort wieder düstere Bilder von Kiel. Wie kann man da nur leben…

14.12.19
Feucht.

Es ist feucht, es ewig, es ist kalt. Wir haben das ekeligste Schmuddelwetter welches man sich vorstellen kann.

Ich fahre Friedel zum Bahnhof, sie will ihre Eltern besuchen. Danach bringe ihr Rad zu Reparatur: die Hydraulikbremse leckt. Mit dabei ist unsere Plattensammlung, ca. 100 Schallplatten. Wir wollen sie loswerden und André, unser Servicemann will sie nehmen. Ich sortiere zwei, drei legendäre Scheiben aus (z.B. Abbey Road). Der Rest geht zu André.

Man mag das frevelhaft finden. Es hängen viele Erinnerungen an einer Plattensammlung und es ist ja auch etwas ganz persönliches. Ich finde es gut, dass es Leute gibt welche alte Dinge schätzen, bewahren und pflegen. Ich selber habe aber wenig Sinn für überholte Technik. Das gilt für Autos, Fotoapparate, Computer und auch für Tonträger.

Mit diesem Statement im Kopf muss ich mal in unseren Keller gehen…

13.12.19
Märchen und Wunder

👻Dieser Beitrag enthält Werbung (unbezahlt) wegen Namensnennung👻

…obwohl es eigentlich keine Werbung ist.

Ich bekomme eine neue Brille. Beim Optiker treffe ich mich mit Friedel und wir gehen zum Essen in ein nahegelegenes Restaurant, ein „Garten-Paradies mitten in Kiel“, welches eine „Welt der Märchen und Wunder“ sowie „Erlebnisgastronomie“ verspricht. Was das bedeutet, sollten wir erfahren.

Wir wollen gar nichts besonders und nur schnell etwas essen. Wir bestellen Gulaschsuppe und Rotwein bzw. Apfelschorle. Diese Bestellung sollte auch bei gut gefülltem Lokal keine Herausforderung sein. Als 15 Minuten ohne Getränk oder Suppe verstrichen sind, fragt Friedel mal nach. Nein, man habe uns nicht vergessen. Kurz darauf bringt ein Jüngling die Getränke: der Rotwein ist eiskalt, süß und schmeckt nach Gewürzen. Ich sage zur Serviererin: „Das ist kein Rotwein“. Sie erwidert: „Er lernt noch“ und meint nicht den Wein, sondern den Kollegen. Kurze Zeit später kommt ‚Er‘ und sagt es sei Rotwein, das stünde jedenfalls auf der Flasche. Er sei besonders fruchtig, aus frischen Trauben.  Oke, da das Lokal ‚Fresco‘ heisst, sind frische Trauben nur konsequent. Und warum soll ein winterliches Gartenlokal in Kiel nicht im Dezember frische Trauben ernten und Rotwein daraus fabrizieren der nach Gewürzen schmeckt und eiskalt serviert wird. Märchen und Wunder halt und Erlebnisgastronomie. Aber es bleiben Zweifel.

Endlich kommt die Suppe, aber ohne Löffel. Als nach 2-3 Minuten der Löffel immer noch fehlt, geht Friedel erneut zum Tresen. Mittlerweile hat man sich drauf verständigt, dass mir anstatt Rotwein Punsch serviert wurde. ‚Er‘ bringt die Löffel und bekennt: „Ich bin auch Weintrinker und fand auch, dass er eigenartig schmeckt“. Er verspricht mir richtigen Wein, der dann auch kommt.

Die Suppe ist ok, heiss und schmeckt nach Gulaschsuppe. Ein Wunder?

11.12.19
Baum liegt (Naturgesetz)

Auch so ein Naturgesetz: Immer dann, wenn wir einen Tannenbaum kaufen und auf der Terrasse aufstellen, fängt es an, zu stürmen.

Im Stream gibt es Handball. Die deutschen Handballerinnen, drohen sich um den Verdienst ihres guten Auftritts bei der WM zu bringen. Nachdem sie die wesentlich stärker eingeschätzten Teams aus Dänemark und den Niederlanden geschlagen haben, verlieren sie unglücklich gegen Serbien und müssen sie gegen Norwegen gewinnen um das Halbfinale zu erreichen.

10.12.19
Baum steht

Etwas später, als in den vergangenen Jahren, aber immer noch früh: unser Tannenbaum steht. Wir haben ihn auf dem Supermarktparkplatz für wenig Geld erstanden. Nicht ökologisch, vermutlich auch nicht vegan, aber günstig. Das Verkaufspersonal, … äh … ’schillernd‘.

Zur meiner Ehrenrettung sei gesagt, dass ich mir sehr viel Mühe gegeben haben das fiese Plastiknetz, mit dem der Baum zum Transport in die Form gezapft wird, rückstandslos und politisch korrekt zu entsorgen.

07.12.19
Wasserstand

An morgen stelle ich fest, dass die Gartenbeleuchtung nicht mehr vom HomeKit gefunden wird. War meine Bastelei nicht gut genug? Es hat die ganze Nacht stark geregnet.

Ich stelle fest, dass die Sicherung für die Außenstromversorgung rausgeflogen ist. Ich baue alles ab und überprüfe meine Basteleien. Es ist keinerlei Besonderheit zu bemerken. Ich denke, dass ein Outdoor-Kabel mit drei Steckdosen der Übertäter ist: in einer Steckdosen steht Wasser, obwohl sie einen Deckel mit Gummidichtung hat und das ganze laut Aufdruck IP 44 zertifiziert ist. Meine nicht zertifizierte Indoor Steckdose in meinem ebenfalls nicht zertifizierten Outdoor Gehäuse funktioniert hingegen tadellos.

05.12.19
Abgehängt

Aus Den Haag habe ich drei Funksteckdosen mitgebracht. Sie sind HomeKit-kompatibel und kosten ganze 10€. Sie sind prima geeignet, herkömmliche Lampen per Zeitplan oder per App ein- und auszuschalten. In Deutschland gibt es diese Steckdosen (noch) nicht. Zuerst waren sie für April 2019 angekündigt, dann wurde der Termin auf Herbst 2019 verschoben, nun auf „spätestens Herbst 2020“.

Dass wir in Deutschland abgehängt sind liegt – wie zu hören ist – am komplizierten deutschen Zertifizierungsprozess. In den Niederlanden, Dänemark, Österreich, Frankreich und anderen Nachbarländern kann kann man die Steckdose bereits kaufen. Es gibt viel zu tun in Europa…

Heute hab ich die Teile in Betrieb genommen, sie funktionieren prima, auch im HomeKit. Mit Hilfe einer wasser- und aromadicht verschließbaren Tiefkühldose habe ich ein Gehäuse gebastelt und nutze eine der Steckdosen für die Gartenbeleuchtung – eine Zertifizierung werde ich nicht beantragen.

03.12.19
Mehr geht kaum…

Der THW spielt sein neuntes Spiel in vier Wochen und qualifiziert sich damit für das Final4 im Pokal. Daneben sind die Zebras Tabellenführer in der Championsleague und nach Minuspunkten Tabellenführer der Bundesliga.

Trainerneuling Phillip Jicha macht vieles richtig. Entschieden wird das Ganze aber erst nach der EM im Januar, wenn sich typischerweise die Verletzungen einstellen, die als Folge dieser Dauerbelastung zu erwarten sind.

Sportverbände sehen heutzutage ihre Hauptaufgabe darin, Erträge zu steigern. Dazu wird die Anzahl der Pflichtspiele bzw, Wettkämpfe stetig erhöht. Das „Sportlerwohl“ spielt eine untergeordnete Rolle (Das Wort gibt es ja nicht einmal😉).

02.12.19
Schussel

Morgens finden wir an unserer Haustür einen Zettel, auf dem jemand uns mitteilt, dass er die Schiebetür unseres Autos geschlossen hätte. Das ganze sei um 5:30 erfolgt, es sei viel Feuchtigkeit im Wagen und evtl. gäbe es Probleme mit dem der Batterie, weil auch das Licht brannte. Unterzeichnet ist der Zettel mit „Nachbar“.

Offenbar bin ich am Abend zuvor beim eiligen Entladen unseres Autos abgelenkt worden und habe in Folge vergessen, die Schiebetür zu schließen. Mit der Feuchtigkeit ist es nicht so schlimm, obwohl es in der Nacht heftig geregnet hat. Wer allerdings „Nachbar“ ist, bleibt im Dunklen.

Später klingelt Dieter und weist darauf hin, dass das Licht in unserem Bus brennen würde. Muss ich mir Sorgen machen…?

01.12.19
Nach Kiel

Wie Neuseeland, Irland und wahrscheinlich noch mehr Orte, wirbt auch Texel damit, mehr Schafe als Einwohner zu haben. Ich bezweifle allerdings, dass dies auch in der Hochsaison zutrifft. 

Wir nutzen den Sonntag zur Rückreise. Gemeinsam geht es mit der Fähre nach Den Helder, dann verabschieden wir uns von Linda & Leif. Die beiden fahren mit dem Zug zurück nach Den Haag, wir über angenehm leere Autobahnen nach Kiel. Ausser dem obligatorischen Shop-Stop in Winschoten, einem kleinen Stau in Hamburg und einer leuchtenden Öllampe bei Neumünster, gibt es von dieser Fahrt wenig zu berichten.

Stephan empfängt uns samt Freundin in unserem eigenen Haus und nachdem alle Neuigkeiten und Erlebnisse ausgetauscht sind, machen sich die beiden auf den Weg nach Hause. Allerdings nicht bevor ich die glutenfreien Kekse übergeben habe, deren Beschaffung ja ein kleiner Teil unserer holländischen Erlebnisse war.

30.11.19
Texel

Nach einem prächtigen Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Strand. Zunächst gilt es einen breiten Dünengürtel zu überqueren. Von oben sieht man das Meer und große Schiffe am Horizont, sie sind auf dem Weg in den englischen Kanal. Wir haben herrlichen Sonnenschein; es ist kalt aber windstill. Es herrscht eine ordentliche Brandung, auf den auslaufenden Wellen bilden sich große Schaumberge, die dann über den Strand gleiten.

Wir gehen am Strand entlang und zum Dorf. In einem Wollladen erstehe ich ein paar Hausschuhe aus Texelwolle. Zurück im Hotel schauen wir uns über das Internet das Championsleague-Spiel  THW Kiel – Montpellier HB an. Unsere Karten für dieses Spiel haben wir ja aus gegebenem Anlass meinem Neffen und seiner Freundin verschenkt. Die beiden nutzen unser verwaistes Haus für seinen kurzen Kielaufenthalt. Die beiden haben Glück, denn sie sehen ein tolles Spiel, welches der THW knapp mit einem Tor gewinnt.

29.11.19
Nach Texel

Am ‚Morgen danach‘ inspizieren wir zunächst mal die Urkunde. Sie ist in einer Rolle verpackt um das dicke Siegel zu schützen. Ich mache ein Foto und werden in den folgenden Tagen mit Hilfe meines kleinen Latinums des Internets versuchen, den lateinischen Text zu übersetzen.

Dann geht es nach Texel, Frau Doktor hat uns fürs Wochenende eingeladen. Sie war schon zweimal dort und mag die Insel. Der Ausflug ist sicher eine gute Idee, um nach den aufregenden Tagen etwas herunterzukommen.

Gegen Mittag kommen wir los und fahren bei recht lebhaftem Verkehr westlich um Amsterdam herum. In dieser Ecke waren wir bislang noch nicht gewesen. Die Fähre nach Texel fährt vom Marinestandort Den Helder aus. Bei der Fahrt durch den Ort sehen wir einige interessante Gebäude und Schiffe, sicherlich das Marinemuseum. Wir nehmen uns vor, Den Helder auf einer unserer nächsten Reisen einen Besuch abzustatten.

Nach kurzer Fahrt auf der geräumigen Fähre sind wir auf Texel und fahren zu unserem Hotel in De Koog. Wir sind erstaunt, wie voll die Fähre und wie voll das Hotel ist.

Wir machen uns in den sehr schönen Zimmern breit. Friedel will nach dem Meer sehen, ich bevorzuge die Badewanne. Sie nimmt die Schlüsselkarte mit, damit sie nach ihrem Spaziergang ins Zimmer kommt ohne mich aus der Wanne zu scheuchen. Fluch der Technik: kaum lieg ich in der Wanne geht das Licht aus. Das Entfernen der Schlüsselkarte unterbricht mit Verzögerung die komplette Stromversorgung. Gut, daß nicht auch noch ‚Digital-Detox‘ auf dem Programm steht, so komme ich zu einer neuen Erfahrung: baden bei iPad-Licht.

Abends treffen wir uns im Hotelrestaurant zum Dinner. Der Koch hat sich offenbar vorgenommen, etwas gegen den mäßigen Ruf der niederländischen Küche zu unternehmen. Das Dinner ist klasse.

28.11.19
Festtag

Heute hat Linda in Leiden ihre Dissertation verteidigt. Das war ein aufregender Tag. Nach dem gemeinsamen Frühstück sind wir mit dem Zug nach Leiden gefahren. Die Verteidigung von Doktorarbeiten ist ein Leiden eine sehr traditionelle, formale und beeindruckende Zeremonie. Die Befragung, durch das elfköpfige Komitee, meisterte Linda sehr gut und bekam die Promotionsurkunde. Danach gab es einen Empfang in Leiden und ein Abendessen in Den Haag.

27.11.19
Museumstag

Der morgendliche Besuch bei einem etwas kleineren AH bringt Erfolg bei der Suche nach ‚Oaties’, so heißen die glutenfreien Kekse, die wir Stephan mitbringen sollen. Größe ist eben nicht alles.

Es ist scheußliches Wetter angekündigt, aber so schlimm sieht es gar nicht aus. Wir wollen ins Museum ‚Belden an Zee‘ in Scheveningen, dort gibt es eine Ausstellung mit Nanas von Niki de Saint Phalle. Dann wollen wir noch ins Gemeentemuseum, welches jetzt ‚Kunstmuseum Den Haag‘ heisst. Hier gibt es die große Monet Ausstellung ‚Gartenbilder‘.

Aber zuerst müssen wir unsere ‚Museumkart‘ erneuern, sie ermöglicht uns für eine Jahresgebühr von knapp 70€ (fast) kostenlosen Eintritt in viele holländische Museen. Die Investition lohnt sich, wenn man bedenkt, dass ein Museumsbesuch in Holland schnell mal mit 15€ bis 19€ zu Buche schlägt.

Bei diesen Preisen ist es umso erstaunlicher, wie gut die Museen hier besucht sind. Wir haben einen Mittwoch Ende November und beide Ausstellungen, die wir heute besuchen sind richtig gut gefüllt.

‘Belden an Zee’ (=Skulpturen am Meer) ist ein kleines Skulpturenmuseum direkt am Strand von Scheveningen. Es ist so geschickt in die Dünen hineingebaut, daß man es von Außen garnicht sieht. Vom Dach des Museums, das auch Skulpturen beherbergt, kann man auf die Nordsee blicken.

Viele Nanas sind in einem Raum versammelt, der fast zu klein ist für die vielen Figuren. Einige hat man auf drehenden Platformen installiert. Besonders interessant fanden wir ein Plakat der Lysistrata-Aufführung 1966 am Staatstheater Kassel. Niki de Saint Phalle hatte das Bühnenbild für diese Inszenierung gebaut: eine riesige begebare Nana. Ich ging damals in Kassel zur Schule und habe die Aufführung gesehen.

Die Räume des Museums sind nicht sonderlich schön. Grauer, in die Jahre gekommener Beton und eigenartige Vorhänge als Raumteiler sorgen für ein tristes Bild. Auch die bunten prallen Nanas von Niki können das Gesamtbild nur schwer retten, Am schönsten ist die Dachterrasse, sie beherbergt Skulpturen der ständigen Sammlung.

Das Wetter hält sich erstaunlich gut und wir kommen trocken mit dem Fahrrad zum Kunstmuseum Den Haag. Bis vor wenigen Wochen hieß das Museum noch ‚Gemeentemuseum‘, dann ist den Verantwortlichen wohl klar geworden, daß dieser Name etwas zu provinziell ist, zumal es sich um ein Museum von internationaler Bedeutung handelt.

In der aktuellen Monet-Ausstellung, lernen wir, dass es das Gemeentemuseum war, welches gemeinsam mit der Kunsthalle Zürich 1952 erstmals die Seerosenbilder von Monet als große Kunst herausstellte. Bis dahin war das Alterswerk des Meisters nur geringschätzig beurteilt worden.

In der Ausstellung werden ausschließlich großformatige Bilder gezeigt, die Monet in seinen späten Jahren in seinem Garten in Giverny gemalt hat.

26.11.19
Nach Den Haag

Wir fahren nach Den Haag, am Donnerstag muß Linda in Leiden ihre Doktorarbeit verteidigen und dazu sind wir eingeladen. Erstmals seit langer Zeit kommen wir ohne Behinderung von Kiel nach Hamburg. Die Arbeit am Tunnelbau der A7 in Hamburg ist weit fortgeschritten. Leider zwingt uns ein brennender LKW bei Stuckenborstel doch zu einem Umweg und so kommen wir spät nach Amsterdam und landen im Berufsverkehr mit den zugehörigen Stau. Zwischen Schipol und Wassenaar schleppt es sich dahin. Die letzten Meter in Den Haag sind fürchterlich, dunkel, Regen, Einbahnstraßen und jede Menge unbeleuchteter Radfahrer. Doch wie immer in Den Haag, findet wir für unser großes Auto einen nahegelegenen Parkplatz.

Wir wohnen in der selben AirBnB Wohnung wie beim letzten Besuch. Sie ist schön, groß und dicht bei Lindas Wohnung gelegen. Der Besitzer hat sie extra für uns geräumt.

Wir essen gemeinsam beim Italiener, anschließend mache ich einen Besuch im Supermarkt um Bier, Pepernoten und glutenfreie Spezialkekse für Stephan zu kaufen.

25.11.19
Innerstädtischer Individualverkehr gehört abgeschafft.

Ich fahre in der Autowerkstatt, um die Radmuttern nachziehen zu lassen und dann weiter in die Stadt. Ich mit dem Auto in der Stadt, welch Seltenheit! Ich möchte mir einen ‚Konverter‘ für meinen Füller kaufen, das ist ein kleiner Kolben, denn man an Stelle der Patrone in den Füller einsetzt und mit dem man Tinte aus einem Tintenfass verwenden kann. Ich komme auf die kühne Idee, am Bahnhof zu parken und flugs in den Sophienhof zu gehen. Es klappt prima und ich bekommen meinen Konverter und Tinte dazu, doch kurz vor dem Bezahlen geht ein Alarm los und alle sollen das Gebäude verlassen.

Eine Verkäuferin entwendet mir noch rechtzeitig das Tintenfass und ich finde mich auf der Straße wieder. Es währe ja auch zu schön gewesen…

Mein Parkticket läuft ab und ich fahre nach Hause. Hinter dem Gebäude stehen eine Menge Krankenwagen. Zu Hause nehme ich des Rad und fahre erneut in die Stadt. Der Probealarm ist vorbei, Konverter und Tintenfass stehen noch an der Kasse.

Ich sehen mich in der Auffassung bestätigt, dass Individualverkehr in der Innenstadt abgeschafft werden soll.

Zu Hause probiere den Füller als Zeichengerät aus, das Ergebnis sieht aus, wie Delfter Porzelan👩🏻‍🎨🤗

24.11.19
Zahnfleischgänger

Außer Handball passiert wenig in dieser trüben Zeit. Der THW hetzt von Spiel zu Spiel. Der mühsame Sieg des THW in Porto, daß Unentschieden gegen Zaporosje und der knappe Sieg heute gegen Leipzig zeigen, daß die Mannschaft ganz schön unter der hohen Belastung leidet. Mit der Verletzung von fünf Spielern ist die Leichtigkeit und der Spielwitz verloren gegangen. Bleibt zu hoffen, dass das Team sich bis zum Jahreswechsel durchgewurschtelt und die EM heil übersteht, dann könnte es klappen mit dem Titel.

Das nächste Spiel schaut sich Stephan an. Er kommt aus Kassel und nutzt unsere Karte. Wir werden anlässlich der Verteidigung von Lindas Doktorarbeit in Holland sein.

20.11.19
Trübe Aussichten

Nach einem trüben und ereignislosen Novembertag gab es noch ein trübes Handballspiel. Ohne fünf verletzte Spieler (Dule, Niko, Raffi, Gisli, Ekki) musste der THW gegen die bis dato sieglosen Ukrainer von Motor Saporosje ran. Zum Schluss mußte der THW froh sein, nicht zu verlieren, Es ging 32:32 aus.

18.11.19
Spitzenspiel

Mit neun Toren besiegt der THW den Tabellenführer und der kommt dabei noch gut weg. Aktuell ist der THW wohl die beste Handballmannschaft in Deutschland und eine der besten in Europa (=Welt).

Das es manchmal an der Konstanz fehlt, mag an der Belastung liegen. Seit August wird gespielt und Kiel hat zum Beispiel schon elf Spiele mehr auf dem Buckel, als der gestrige Gegner, Da lässt man es halt mal schleifen wenn man glaubt, den Gegner im Griff zu haben.

Weil die Fußballer Pause haben, ist das Spiel im Fernsehen frei empfangbar. Und wir dabei groß im Bild 🙋🙋🏽‍♂️. Gute Unterhaltung!

12.11.19
Falaffelballen

Heute habe ich Falaffelballen erfunden: sie sehen aus wie Bitterballen, es sind aber Falaffel. 😱Die Islamisierung der Borrelhapjes!🇳🇱

11.11.19
Shopping

Ich gehe schon wieder in die Stadt. Ich glaube, ich brauche eine neue Brille. Das glauben heute offenbar viele, denn es ist derart voll, daß ich unverrichteter Dingen von dannen ziehe. Die Kieler Innenstadt ist immer noch im Rohbau: überall Baustellen, Absperrungen, leere Geschäfte. Auf den Bilder sieht es ja noch wild aus. In sechs Wochen soll es fertig sein. Dann wird es wieder schön. Bestimmt!

10.11.19
Oh Porto

Nach der knappen Niederlage in der Bundesliga, nun das Gleiche in der Championsleague: in letzter Sekunde verliert der THW gegen Aussenseiter FC Porto. Dabei hatten die Kieler – wie auch gegen die Krösties – schon klar geführt. Aber Porto ließ sich nicht abschütteln, war flink auf den Beinen und siegte nicht unverdient. Ich glaube, das THW-Team ist etwas müde im Kopf. Am Mittwochs geht es zum Rückspiel nach Portugal.

07.11.19
Siegserie gerissen

Heute war es eher ereignislos. Ich habe am Blog gebastelt, private Blöcke werden jetzt mit grauer Schrift dargestellt.

Der THW verliert bei den Rhein-Neckar-Löwen, nachdem sie schon mit sieben Toren führten.

Ich schlafe mal im Gästezimmer und will herausfinden, ob mir die Matratze im Gästebett besser gefällt. Die andere finde ich zu weich.

31.10.19
Gruseliges von Künstlerwitwen

Ich lese weiter in der Münter-Kandinsky Biographie, schweife immer ab zu Querverweisen und komme von Hütchen auf Stöckchen. Die seitenlangen Briefpassagen, in denen beiden ihre Beziehung justieren, nerven etwas. Aber die Geschichten um die Künstler der Münchener Szene – zu der auch Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky und Franz Marc zählen, sind schon filmreif und reichen bis in die Mitte des Jahrhunderts. Auf so etwas, wie die Auseinandersetzung von Nina Kandinsky (2. Ehefrau und Witwe von Kandinsky) mit Lothar-Günter Buchheim („Das Boot“) muss man erst einmal kommen:

Buchheim gibt 1958 ein Buch „Der Blaue Reiter“ heraus, in welchem er über 60 Abbildungen von Kandinskys Werken verwendet. Die Erlaubnis der Stadt München als Eigentümer der Bilder hatte er (Kandinsky hatte die Bilder Gabriele Münter vermacht und diese hatte sie der Stadt München geschenkt). Auch Kandinskys Witwe Nina Kandinsky war zunächst einverstanden, doch als sie die Passagen liest, in denen beschrieben wird, wie Kandinsky Münter die Ehe verspricht, klagt sie gegen die Veröffentlichung des Buches (wegen Urheberrechtsverletzung) und gewinnt 1973 nach mehreren Instanzen (und 13 Jahren) vor dem Bundesgerichtshof. Sieben Jahre später wird Nina Kandinsky bei einem Raubüberfall in Gstaad (CH) getötet. Der Fall bleibt unaufgeklärt.

Gruselig, das ist doch was für einen Krimi! Heute ist Reformationstag, neuerdings ein Feiertag. Manche sagen auch Halloween dazu. Wir finden diese Bettelei doof und unterstützen sie nicht.

🤾🏻‍♂️Abends spielt der THW 🦓 und lehrt der MT Melsungen das Gruseln: mit 38:26 fällt die Abreibung allerdings um fünf Tore knapper aus als in der letzten Saison. 🤾🏻‍♂️

30.10.19
Schwedenhappen

Nach der Physiotherapie gehen wir in die Manufactur, dieses originelle Restaurant, welches an einem Platz errichtet wurde, von dem kaum einer geglaubt hätte, daß man dort ein Restaurant eröffnen und mit Erfolg betreiben kann. Mit uns kommt ein prominenten Gast: THW Rückraummann Lukas Nielsson und seine Frau.

28.10.19
Zeichnen wie Ella

Ich habe versucht, nach einem Foto von Gabriele Münter zu zeichnen. Die Augen sind ganz gut gelungen aber an dem Mund habe ich ewig herumgewerkelt und bekomme den Gesichtsausdruck nicht hin. Leute wie Münter schaffen es, in einem Rutsch und mit wenigen Strichen das Wesentliche zu erfassen. Das will ich auch können.

Mit der Post kommt das Zeichenbuch von Linné Chapman. Mal sehen , ob ich damit weiter komme…

25.10.19
Hosen-Challenge

Wenn man als Shopping Muffel nach gefühlt 10 Jahren erstmals wieder mit Kaufabsicht ein Bekleidungsgeschäft betritt, merkt man, dass man zu den Abgehängten gehört.  Hoseneigenschaften wie ‚Straigth Fit‘, ‚Normal Waist‘ und ‚Modern Leg‘ müssen erst einmal verdaut werden. Richtig erleichtert entdecke ich eine totgeglaubte Ikone meiner Jugend: die Cordjeans. ‚Maschinenwaschbar‘ sei sie und  ‚Made for Urban&Outdoor Challenge‘ entnehme ich dem Beipackzettel. Erleichtert stelle ich zudem fest, dass man immer noch oben in die Hose reinsteigt und sie vorne zumacht.

23.10.19
Schaden behoben

Die Versicherung hat unseren Spiegelschaden bezahlt. Das ist schön, damit ist dieses doofe Kapitel beendet.

Wir essen wir in der Manufactur. Am Nachmittag wintern die Gartenmöbel ein.

22.10.19
Im Netz nichts Neues

Anderen – z.B. durch das Posten von Fotos – mitteilen, was man gerade verspeist ist keineswegs eine neuzeitliche Marotte. Von der Malerin Gabriele Münter wird berichtet, dass sie während ihrer Kunstausbildung 1887 in Düsseldorf einen regen Briefwechsel mit ihrer Mutter pflegte, in dem sich die beiden ausführlich schilderten, was es jeweils zu essen gab.

aus Gisela Kleine: Gabriele Münter und Wassily Kandinsky – Biographie eines Paares, Insel, pp59

21.10.19
Kiel Tapes

Nach über vierzig Jahren ist es dank moderner Digitaltechnik gelungen, mein filmisches Erbe zu rekonstruieren: Die Kiel Tapes.

Szenen eines Studiums (6:23 Min.)

Zeigt unter anderem die archaische Urbanität Suchsdorfs und die Schneeberge Nord-Niedersachsens. ▶️

Der Radiomörder vom Felmer Moor (2:59 Min.)

Ein Vorgriff auf das aktuell boomende Genre ‚Regionalkrimi‘: Dunkle Gestalten und ein Toter vor den Toren Kiels.▶️

Reisen mit Barney (4:14 Min.)

Reisedokumentation. Von den Grenzgewässern zur DDR über den verschneiten Harz zum musizierenden Landvolk Südniedersachsens und in den Bergpark Wilhelmshöhe. ▶️

20.10.19
Biografien 4.0

Gestern ist das Buch „Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, Biografie eines Paares“ gekommen. Ich habe es für kleines Geld gebraucht gekauft. Heute habe ich angefangen, darin zu lesen. Es lässt sich ganz gut an. Das Buch ist über 20 Jahre alt, aber basiert im Gegensatz zu noch älteren Biografien auf dem privaten Schriftwechsel der Beiden. Da dieser Schriftwechsel sehr umfangreich ist, ist der Biographie sehtür detailliert.

Ich stelle mir vor, wie es sein wird, Biografien von Menschen der heutigen Zeit zu erstellen. Wer unterhält noch „privaten Schriftwechsel“, werten zukünftige Biographen Mailverkehr und Chatprotokolle aus?

Auf der anderen Seite steht die heute verbreitetet Selbstdarstellung im Internet. Und dann die Bilderflut. Sind das überhaupt zuverlässige Quellen?

Abends kopiere ich alte Super 8 Filme mit der Digitalkamera. Ich habe nämlich doch noch zwei Filmrollen gefunden, aber darüber schreibe ich morgen

18.10.19
Super 8

Das Wetter ist einigermaßen freundlich aber ich bleibe trotzdem im Haus. Ich sichte 5 Spulen alte Super-8 Filme, aber der gesuchte Film von der Reise mit Barney ist nicht dabei. Aber es gibt/gab ihn. Im Fotoalbum habe ich extra darauf hingewiesen….

Die anderen Filme zeigen bewegte Bäume in schwarz-weiß🤔, meine Wohnung im Knooper Weg, einen Hundespaziergang mit Gerald und Ela, Irgendwas aus England oder Irland sowie Aufnahmen von einem Donovankonzert im CCH. Das muß 1976 oder so ähnlich gewesen sein.

16.10.19
Mal wieder Kino

Am späten Nachmittag treffen wir uns mit Wiebke und essen etwas. Danach sehen wir uns in der Pumpe den Film „M.C. Escher auf der Suche nach der Unendlichkeit“ an. Eine toll gemachte Dokumentation. Auch das Kino ist Klasse.

Im Kino treffen wir Stefan und Barbara. Stefan begrüßt mich mit „Hätte ich mit denken können, dass du hier auch bist.“ Komisch, ich selber hatte bis gestern keine Ahnung davon, dass ich in den Film gehe.

Zum wiederholten Male unterstellt man mir eine besondere Vorliebe für M.C.Escher, so auch Dimiter Toshkov, Lindas Betreuer and der Uni.

15.10.19
Eine Lederhose in Strande

Nach dem Schmuddelwetter und der Kälte wurde uns für heute ein schöner Tag mit bis zu 20 Grad versprochen. Wir nutzen das für eine Ausflug nach Schilksee und Strande. Ich zeige bei diese Gelegenheit meiner neuen Lederhose die Ostsee. Es ist nicht viel los, einige Leute mache ihre Boote klar fürs Winterlager. Auf dem Wasser trainieren einige Jollengruppen

Es ist wirklich schön warm. Wir gehen zum Bülker Leuchtturm und zurück. Die meisten Leute sind viel zu warm angezogen. Zum Glück haben wir die Sommerklamotten herausgeholt. Leider ist die Schlange an der Fischbrötchenbude zu lang.

Wieder zu Hause, backe ich ein Roggenbrot mit Dinkeltanteil und Quark. Es gelingt, aber der Teig ist extrem klebrig und das macht Mühe.

Ich probiere den Super 8 Projektor aus, den ich aus Hofgeismar mitgebracht habe. Ich bin ja auf der Suche nach dem Film von der Autoreise, die ich mit Barney machte. Nach einigem Herumprobieren bei Filmeinfädeln funktioniert es. Der erste Film ist eine Enttäuschung: nur Bäume und Himmel sind zu sehen. Die anderen Rollen spare ich für später auf.

14.10.19
Blaue Bagger

Ich lese über Gabriele Münters Bilder vom Bau der Olympiastraße. Es wird diskutiert, wie ihrer Haltung zum NS Regime war. Zwei ihrer Bilder wurden in der Ausstellung ‚Hitlers Straßen in der Kunst‘ gezeigt. Münter malte zu der Zeit eine ganze Reihe von Bildern von Baggern und Baustellen. Ihr Interesse für das Sujet Technik und Arbeit, welches auch die NS-Kulturpolitik favorisierte, belegt aber wohl nicht ihre Bewunderung des Regimes, sondern entspricht einer damals bei Avantgarde Künstlern üblichen Haltung, die diesen Themen viel Aufmerksamkeit schenkten.

11.10.19
Kantersieg

Ich kämpfe weiterhin mit der Synchronisierung von Apple Notes.

Der THW deklassiert Championsleaguesieger HC Vadar vor eigenem Publikum mit 11 Toren Unterschied.

10.10.19
Herbstmarkt und Handball

Die Versicherung des Unfallgegner ruft an und möchte Details zum Unfall und zum Schaden wissen. Ausserdem soll ich ein Foto des beschädigten Spiegels schicken. Es ist garnicht einfach, einen Spiegel so zu fotografieren, daß man die Sprünge auf dem Spiegel sieht und nicht den Himmel oder andere Dinge.

Friedel ist endlich erfolgreich mit ihrem Provider. Ein einfaches Rücksetzen des Passworts reicht plötzlich. Die Anforderung eines schriftlichen Antrag auf Stammdatenänderung war natürlich Blödsinn. Was auch immer das gelaufen ist: es lag mit Sicherheit nicht daran, dass Friedel es mit einem falschen Passwort versucht hat.

Wir gehen auf den Herbstmarkt nach Molfsee. Es gibt einige Neuerungen. Besonders schön finden wir, dass die Kieler Streetfoodszene eingeladen wurde. So können sich lille, moby, John’s Burgers, Törtchenmobil usw. einem neue Publikum präsentieren und der Herbstmarkt ist um ein paar Attraktionen reicher.

Abends gehe ich mit Herrmann zum Handball. Friedel hat einen Theatertermin. Der THW versucht im Spiel gegen Aufsteiger Nordhorn Kräfte zu sparen, denn schon zwei Tage später müssen sie in Skopje beim aktuellen Championsleaguesieger HC Vadar antreten. 

09.10.19
Bürotag

Heut ist ein reiner Bürotag. Alle Bürokraten scheinen aus der Sommerträgheit erwacht zu sein und fordern nur Aufmerksamkeit:

Unsere SolarAnlage muß in das neu geschaffenen „Marktstammdatenregister“ registriert werden. Da hilft es nichts, dass die Anlage schon bei der Bundesnetzagentur registriert ist, auch die Daten können nicht übernommen werden (obwohl man die Registierungsnummern der Netzagentur) beim neuen Vorgang angeben muss. Der Vorgang dauert 20 Minuten, wird angedroht und das ist nicht übertrieben.

Dann verlangt die Krankenkasse zum wiederholten Male die Angaben zur Ehefrau und ihrer geringfügigen Tätigkeit wegen der Familienversicherung

Friedel kämpft mit dem Provider der ihrer Webseiten, sie kann sich plötzlich nicht mehr einloggen. Es gipfelt darin, dass sie einen schriftlichen Antrag auf Stammdaten Änderung (aka Passwort) unterschreiben und einsenden muss. Dabei ist das Passwort sicher nicht das Problem, denn falsche Zugangsdaten erzeugen andere Fehlermeldungen als sie Friedel sie bekommet. Bis zum Abend gibt es keine neuen Nachrichten vom Provider. Morgen geht’s weiter…

Dann kontaktiere meine KFZ Versicherung, weil dies angeblich bei Unfallflucht erforderlich ist. Davon weiß meine Versicherung aber nichts und gibt mir den Tipp, die Zentralstelle des Versicherungswesen zu kontaktieren, um die Versicherungsdaten des Unfallgegner herauszufinden. Das tue ich per OnlineFormular. Morgen geht’s weiter…

Beim Versuch Unterlagen zu drucken, streikt der Drucker. Der Toner ist endgültig alle, ich bestelle neuen im Internet. Übermorgen geht’s weiter

Unsere Internetbank informiert uns, dass es neue Informationen im Posteingang gibt. Das Login scheitert aber, da mittlerweile auf Secure-ID umgestellt wurde. Friedels Loginversuch mit dem alten TAN Generator scheitert, die neue App kann man angeblich nur mit einer TAN freischalten. Da dreht sich was im Kreis. Wir hätten die App schon längst installiert, aber vor dem Urlaub war sie noch nicht verfügbar…. Letztlich geling es mir mich einzuloggen und die App zu aktivieren und die Post zum lesen.

Am Nachmittag backe ich dann noch ein Pane Pugliese mit 50% Zugabe für die große Kastenform. Es gelingt super. Immerhin!

07.10.19
Rückfahrt nach Kiel

Die A7 ist in letzter Zeit ein Greul. Immer wieder kilometerlange Staus in Niedersachsen. Daher fahren wir gleich auf der Landstraße nach Hannover. Wieder überqueren wir den Ith.

Ab Laatzen läuft es super. Wir kommen auf die Idee, bei dem schönen Wette an der Elbe zu spazieren und fahren in Hamburg ab. Wir fahren nach Blankenese. Es ist herrliches Wetter, durch den tollen Hirschpark gehen wir zum Ponton, essen Fischbrötchen und gucken den Schiffen auf den Elbe zu. Dann gehen durch das Treppenviertel und über den Markt zurück. Es war tatsächlich das erste Mal, daß wir in Blankenese rumgelaufen sind.

Das Fahren auf der Autobahn macht immer weniger Spaß. Mit Landstraßenpassagen und Unterbrechungen, wie wir es heute gemacht haben kann man die Reise deutlich angenehmer gestalten.

05.10.19
Von Murnau nach Hofgeismar

Wir fahren nach Hofgeismar. Es herrscht recht viel Verkehr auf dem Weg nach München und auch dahinter. Erst, als wir auf die A7 kommen wird es deutlich besser, weniger Verkehr und auch weniger LKWs.

Nach 6:30 Stunden sind wir in Hofgeismar. Die Reise war unproblematisch, aber dennoch war es uns zu lang. In Hofgeismar decken wir uns mit Bier ein, bringen die Eltern auf den neusten (Foto) Stand und sehen etwas von der Leichtathletik WM.

04.10.19
Oberammergau

Obwohl die Wettervorhersagen mies sind und wir überlegen abzureisen, entscheiden wir uns noch einen Tag zu bleiben und fahren mit der Bahn nach Oberammergau.

Es ist eine richtige Bimmelbahn, wie aus einer Modelanlage. Kleine Haltepunkte, an jedem Überweg ‚Läuten&Pfeifen‘ und im Hintergrund die Berge. Nur ein Tunnel fehlt. Teilweise fährt die Bahn an unserer gestrigen Strecke am Murnauer Moos vorbei.

Wir verwerfen den Gedanken, mit dem Bus noch weiter zum Schloß Linderhof zu fahren und machen uns auf dem Weg zum Gasthof ‚Romanshöhe‘. Das Wetter ist gar nicht so schlecht, wie angedroht.

Vor 58 Jahren habe ich hier mit meinen Eltern meinen erstern Urlaub in den Bergen verbracht. Wir sind mit Touropa oder Scharnow im Liegewagen gereist. Um Mitternacht ging es in Kassel los, mittags waren wir da. An einige Dinge erinnere ich mich sofort: an den Hausberg ‚Kofel‘, an die Norkarspitze, an das Alpenbad und an die Romanshöhe.

Oberammergau ist gut besucht, viele Touristen kommen aus Asien und Übersee, aber es ist nicht so voll, dass es uns stört.

Die Innenstadt ist neu hergerichtet. Toll die vielen bemalten Häuser. Ich entdecke einen Laden mit Trachten und erwäge, meinen Wunsch nach einer Lederhose zu erfüllen.

Wir gehen hinauf zum Alpenbad, in dem ich bei meinem ersten Besuch in Oberammergau oft gewesen bin. Es heißt heute ‚Wellenberg‘ und hat ausser dem Standort nichts mit der damaligen Badeanstalt gemeinsam.

Der ‚Altherrensteig‘ hat einen Vertrauen erweckenden Namen und er enttäuscht uns nicht. Als Hangweg führt er mit schönen Blicken auf Oberammergau zum Berggasthof ‚Romanshöhe‘.

Oberammergau mit Notkarspitze und Kofel

Die Terrasse der Romanshöhe ist gut gefüllt und wir setzten uns in die Gaststube. Es gibt unglaublich gute Bratkartoffeln mit Leberkäse und Spiegelei, sowie eine Maultaschensuppe und Festbier.

Dann beginnt es doch zu regnen, dennoch war es gut, noch einen Tag auszuharren. Allein schon wegen der Bratkartoffeln. Und wegen der Lederhose. Die Auswahl ist zwar klein, die Verkäuferin doof und die Hose teuer, aber ich bin nicht mehr zu stoppen: ich bekomme meine Krachlederne.

03.10.19
Murnauer Moos

Unser Campingplatz ist wirklich schön. Er liegt toll und vor allem ruhig auf der Halbinsel, hat eine gute Ausstattung, Kiesuntergrund, der nach Regen schnell trocknet, einen lange geöffneten Einkaufsladen und ein (allerdings mäßiges) Restaurant.

Heute wollen wir ins Murnauer Moos, die Moorlandschaft, die die Maler der Münter WG so inspirierte. Es gibt eine „Moosrunde“, die wir mit dem Rad absolvieren können. Gleich der erste Blick, den wir bekommen ist toll: von einer erhöhten Position aus sieht man über das gelbe Gras der Moorfläche bis zu den Zweitausendern des Wettersteingebirges.

Zunächst verfahren wir uns ein paarmal und das wird hier immer mit zusätzlichen Bergeinheiten bestraft. So kommen wieder einige Höhenmeter zusammen, obwohl wir uns doch eine flache Tour gewünscht hatten.

Der Weg ins Moor führt zunächst über einen recht schmalen Holzsteg und ist für Radfahrer gesperrt. Das ist verständlich, denn der Weg ist schmal und rutschig. Es gibt einen alternativen Radweg, aber wir entscheiden uns für den Steg und schieben unsere Räder.

Weil der Steg schmal ist und unsere Fahrräder ein Hindernis darstellen, halten wir bei jeder Begegnung an und stellen unser Rad neben den Steg um die entgegenkommenden Wanderer passieren zu lassen. Die Reaktionen könnten nicht unterschiedlicher sein. Die meisten bedanken sich, teilweise sogar überschwänglich, wenige gucken stumm ins Leere, eine Frau wiederum regt sich auf und lamentiert herum, Fahrräder seien verboten usw. Unser Hinweis, wir würden doch nicht radeln sondern schieben lässt sie nicht gelten. Je weiter wir weg sind, desto größer das Lamento. Der arme Mann.

Das Murnauer Moos ist ein beliebtes Ausflugsziel und heute am Feiertag ist es besonders gut besucht, es bietet aber auch wirklich schöne Anblicke. Gegen Mittag erreichen wir Murnau und machen zunächst einen Abstecher zum Münterhaus.

Im Russenhaus, wie es auch genannt wurde, lebte die Malerin Gabriele Münter zusammen mit Wassily Kandinsky, auch Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky waren zeitweilig zu Gast. Das Haus ist wegen des Feiertags geschlossen. Es gibt keine Bilder zu sehen und wir hatten auch garnicht vor, es zu besichtigen. Ärgerlicher war schon, daß die Murnauer Kaffeerösterei ebenfalls nicht geöffnet war. So gingen wir dann ins Stadtzentrum und fanden in der Konditorei Krönner hervorragenden Ersatz.

Des Rest des Tages faulenzen wir auf dem Campingplatz. Es wird empfindlich kalt und so verkriechen wir uns bald in den Bus.

02.10.19
Murnau

Die ganze Nacht regnet es stark und ununterbrochen. Wir hatten vorsorglich den Bus umgestellt, weil es direkt am See nach starkem Regen problematisch werden könnte. Am Morgen brechen wir nach Murnau auf. Es ist eine kurze Fahrt und siehe da: der Regen hört auf. Bei der Anfahrt nach Murnau über die Olympiastraße haben wir eine tolle Aussicht auf das Wettersteingebirge.

Unser Campingplatz ist auf einer Halbinsel des Staffelsees gelegen. Wir finden einen tollen Platz direkt am Wasser. Der Campingplatz ist noch gut besucht, wir rechnen mit weiterem Andrang, da morgen ja der Tag der Deutschen Einheit ist und ein verlängertes Wochenende lockt.

Nachdem wir uns eingerichtet haben, fahren wir nach Murnau. Wir suchen eine Werkstatt auf, um endlich unseren defekten Außenspiegel zu ersetzen. Das klappt wunderbar: nach nur 30 Minuten haben wir einen neue Spiegel. Dann erledigen wir Einkäufe im Supermarkt und machen einen Stadtbummel. Murnau ist viel hübscher als erwartet. Es gibt eine Fußgängerzone mit vielen netten Geschäften. Das Wetter wird immer besser, von Regen keine Spur

Wir steigen zum Schloss hinauf und besichtigen das Schlossmuseum. Uns interessieren insbesondere die Bilder von Gabriele Münter und anderer Maler des Blauen Reiters. Die Museumsräume sind etwas verwirrend und brauchen eine Weile, bis wir die Bilder finden, die uns interessieren. Es ist fürchterlich warm in den Räumen, aber die Sammlung gefällt uns sehr gut.

Anschließend fahren wir zum Campingplatz und trinken gemütlich Kaffee mit Blick auf den See. Sowie die Sonne weg ist, wird es plötzlich sehr kalt. In der Nacht wird es in den Bergen schneien. Wir essen im Platzrestaurant. Leider ist das Essen höchstens durchschnittlich, da sind wir von den letzte Tagen etwas verwöhnt.

Der THW Kiel gewinnt mit Ach und Krach in letzter Sekunde gegen Pokalspiel gegen Wetzlar.

01.10.19
Kochel am See und Franz Marc enttäuschen

Heute wollen wir unsere angeschlagenen Beine schonen und machen einen Spaziergang, den man uns am Campingplatz empfiehlt: am See entlang nach Schlehdorf, dort evtl. einkehren, dann mit dem Boot nach Kochel, dort ins Franz Marc Museum und dann zu Fuß am See entlang zum Campingplatz zurück.

Wir wandeln den Vorschlag um, indem wir uns vornehmen in Kochel dringend notwendige Einkäufe zu erledigen und evtl. in Kochel oder gar wieder im geliebten Grauen Bären zu essen.

Der Weg ist bietet bald eine steinige Kraxelei, da die Felswand am Südwestufer der Kochelsee direkt ins Wasser stürzt und eigentlich kein Platz für einen Weg ist. Als wir diese Passage hinter uns haben sind wir in einer komplett anderen Landschaft. Flaches Farmland. Die Seegrundstücke hier gehören wohl mit zum Feinsten. Die Häuser lassen den Schluß zu, dass es am Geld nicht mangelt.

Wir gehen durch sonnige Felder nach Schlehdorf und es ist richtig, richtig warm. Der Ort Schlehdorf bietet wenig, die Klosterkirche wird renoviert, die Restaurants liegen an der Hauptstraße.

Wir gehen zum Bootsanleger, bzw. zu der Stelle, die als solche markiert ist, denn einen Steg gibt es nicht. Wir rätseln, wie das Anlanden wohl funktionieren wird und staunen nicht schlecht, als das Schiff bis zwei Meter an den Strand heranfährt und sich dann am Bug eine Klappe absenkt über die wir an Bord gehen können.

In netter Fahrt geht es quer über den See nach Kochel, die Ausblicke zum Südufer erinnern ehe an Schweden oder Kanada als an die Alpen.

In Kochel wartet wieder ein Berg auf uns, denn der Ort liegt deutlich höher als der See. Unsere Beine erinnern und schmerzvoll an den gestrigen Abstieg. Das Ortszentrum enttäuscht uns völlig. Man nimmt es kaum als solches wahr, zwar gibt es zwei gewaltige, bunt bemalte Gasthäuser, aber keine Geschäft, keine netten Sträßchen oder dergleichen. Mit Mühe finden wir einen Bioladen und einen Schlachter und machen uns auf den Weg zum Franz Marc Museum.

Natürlich wartet erneut ein Aufstieg auf uns. Das Franz Marc Museum ist in einem tollen Gebäude untergebracht umgeben von einem Skupturengarten. Für den Garten fehlt uns aber die Energie, wir sind genug gelatscht.

Vielleicht fällt auch daher unser Urteil über das Museum eher zurückhaltend aus. Wir sind jedenfalls etwas enttäuscht von der gezeigten Auswahl der Gemälde. Wir haben uns mehr versprochen.

Vom Museum geht es zum Campingplatz, dann folgt der schon bekannte Ablauf: Dusche, Grauer Bär, Leichtathletik WM

30.09.19
Zum Herzogstand

Aus Gisela Kleine „Gabriele Münter und Wassily Kandindsky – Biographie eines Paares“, Insel 1994:  „Johannes Eichner berichtet, es sei zu der entscheidenden Annäherung nach einem Phalanx-Ausflug zum Walchensee gekommen. Als Kandinsky Ella Münter beim Abstieg vom Kesselberg zum Kochelsee selbstvergessen tanzen und singen gesehen habe, sei in seiner Stimme und in seinen Worten ein neuer Klang hörbar geworden.“ Johanes Eichner „Kandinsky und Gabriele Münter – Von den Ursprüngen moderner Kunst“, Müchen 1957, S. 39

Der Herzogstand ist einer der ersten Aussichtsberge denn man erklimmen kann, wenn man von München aus nach Süden fährt. Vom unserem Campingplatz am Kochelsee wandern wir die alte Kesselbachstraße zum Kesselbachpass hinauf. Man kann nicht glauben, das dieser Weg wirklich mal eine Straße war. Hier solle es erstmals zwischen Wassily Kandinsky und Gabriele Münter gefunkt haben zumindest in einer Richtung. Oben am Pass gibt es eine Bushaltestelle und wie gerufen, kommt der Regiobus vorgefahren und nimmt uns (kostenlos wg. Gästekarte) mit zur Talstation der Herzogstandbahn. Das haben wir zwar nicht so geplant, aber es kommt uns sehr zupass, da der Weg hinunter zum Walchensee an der Strasse entlang führt und wenig attraktiv ist.

Da wir nun mal an der Seilbahn sind und die Sonne lacht, nutzen wir die Gelegenheit und lassen uns auf ca. 1500m hieven. Oben offenbart sich ein sagenhafter Blick hinunter zum Walchensee und dann über Walgau, Krün und Mittelwald bis zum Karwendel. Das allein hat sich schon gelohnt. Wir gehen weiter zum Berggasthof und stärken uns. Es weht ein heftiger Wind, sodaß wir nicht traurig sind, dass alle Terassenplätze belegt sind und wir mit einem Platz in der Gaststube vorlieb nehmen müssen.

Nach der Stärkung machen wir uns auf den Abstieg. Wir haben einen Weg entdeckt, der direkt zu unserem Ausgangspunkt zurück führt. Es ist ein breiter Fahrweg, den früher der Kini genutzt hat, um sich auf seinen Lieblingsberg kutschieren zu lassen (mir fällt dazu die winterliche Schlittenszene aus Kir Royal ein).

Abstieg auf dem Reitweg des König Maximilians

Nach der Hälfte der Strecke öffnet sich der Blick ins Flachland und auf den Kochelsee. Das ist nicht weniger spektakulär wie der Blick und Karwendelgebirge.

Blick über den Kochelsee ins Blaue Land

So breit der Weg auch ist, er ist auch anstrengend, weil er teilweise steil bergab führt. Unsere untrainierten Muskeln melden sich schon jetzt und deuten an, was uns in den kommenden Tagen erwartet.

Letzter Blick auf den Waschensee

Irgendwann sind wir dann auch unten. Mit weichen Knien geht es unter die Dusche und mit der letzten Kraft – zum Glück ebenerdig – in den Grauen Bären.

29.09.19
Ins Blaue Land

Heute geht es also in Blaue Land. Wir wollen in Kochel und Murnau Museen besuchen, radeln, wandern und gut essen. Obwohl recht viel Verkehr herrscht und es fürchterlich viele Baustellen gibt, kommen wir ganz gut voran. Es ist gut, dass die Laster fehlen. Je weiter wir nach Süden kommen, desto besser wird das Wetter. Im Norden regnet es.

Wir überlegen lange hin und her, ob wir durch München oder um München herum fahren sollen und entscheiden und für den Weg durch die Stadt. Das wäre auch gut gewesen, wenn es nicht in einem Tunnel einen Unfall gegeben hätte. Irgendwann geht es weiter und gegen 17:00 kommen wir in Kochel auf dem Camping Renken an. 

Durch Kochel hindurch staut sich der Rückreiseverkehr aus den Alpen. Wir haben Sonntag Abend und das Wetter hat viele Leute in die Berge gelockt.

Auf dem Campingplatz werden wir sehr nett begrüßt und es wird uns ein Platz dicht am See zugewiesen. Wir sind überrascht, wie viele Leute noch auf dem Platz sind, der in vier Tagen schliessen wird. Leider ist die Straße sehr nah, aber in der Nacht schläft zum Glück der Verkehr komplett ein.

Wir befolgen den Restauranttip des Campingchefs und gehen in den nahegelegene „Grauen Bären“. Die Terrasse ist wunderschön am See gelegen aber randvoll. Vor der Tür viel teures Blech. Wir essen im Gastraum und sind begeistert (Spoiler: wir werden jeden Abend wieder kommen).

Zurück auf dem Platz versuchen wir etwas von der Leichtathletik WM zu erhaschen, direkt an der Rezeption empfangen wir sogar einen Liverstream. Gina Lückenkämper und Tatjana Pinto scheiden im Halbfinale über 100m genauso aus, wie Liza Ryzikh im Vorkampf des Stabhochsprungs. So richtig begeistert und die WM in der Wüste ohnehin nicht.

Auf der Bundesstraße steht immer noch die Autoschlange.

28.09.19
Kein Ersatzspiegel

Ich fahre um 9:00 zum VW Händler, den es mittlerweile in HOG gibt und versuche einen Spiegel zu bekommen, aber man weist ab. Der Spiegel muß bestellt werden ist dann Montag nachmittag da.

Also fahren wir mit kaputtem Spiegel weiter. Wegen des Ferienbeginns in Hessen, verschieben wir aber die Weiterfahrt auf den morgigen Sonntag.

Wir räumen etwas im Garten auf, spazieren zum Westberg und schauen Bilder an.

27.09.19
Fahrerflucht

Wir machen ein paar Einkäufe in Hofgeismar und fahren nachmittags nach Kassel zu Karin zu Vorabgeburtstagskaffe und Kuchen. Am eigentlichen Geburtstag werden wir unterwegs sein. Es ist das erste Mal überhaupt dass wir ihre neue Wohnung sehen. Es ist wirklich sehr schön.

Als wir wieder los wollen, stellen wir fest, das bei unserem Auto der Spiegel abgefahren ist. Vom Täter keine Spur, an der Windschutzscheibe ein kleiner Zettel mit einer Telefonnummer eines Zeugen.

Wir können die Spiegelscheibe wieder in das Gehäuse setzen, der Spiegel Mist zwar gesprungen, aber er hält. Wir suchen eine Polizeidienststelle, was in Kassel am Samstagnachmittag nicht einfach ist. Die einzige Wache, die wir finden hat geschlossen.

Wir fahren nach Hofgeismar, auf der B283 ereignet sich knapp vor uns ein schwerer Unfall, der Vorher steht. Wir können wenden und die Sperrung umfahren.

In Hofgeismar fahren wir auf die Polizeiwache und erstatten Anzeige wegen Fahrerflucht, es dauert ewig, auch wegen des genannten Unfalls. Danach essen wir was im alten Casino. Als Vorgriff auf den Urlaub gibt es Schnitzel und bayrisches Festbier.

26.09.19
Über den Ith

Wir fahren nach Hofgeismar. Ab Soltau ist die A7 mal wieder kaum passierbar, also nehmen wir gleich die uns schon bekannte Landstraßenpassage über Bergen-Belsen. In der Gegenrichtung ist es noch schlimmer, sodaß sich in den Ortschaften kilometerlange Staus bilden. Zurück auf der Autobahn kündigt sich der nächste Stau an.

Wir verlassen die A7 wieder bei Laatzen und fahren über Land nach Hofgeismar. Plötzlich eine Bergstrecke. Auf dem ‚Gipfel‘ lesen wir überrascht ‚Ith‘. Das kennen wir doch als ‚Höhenzug in Norddeutschland mit drei Buchstaben‘. Nun sind wir plötzlich da. Es ist tatsächlich ein Berg und er zwingt es die Straßenbauer sogar zu einigen Serpentinen.

19.09.19
Korinthenkacker

Das stürmische Wetter ist vorbei, wir machen einen großen Spaziergang an der Eider, an der wir ja bereits gestern waren, jedoch an der anderen Küste.

😡Ein blauer asiatischer Kleinwagen kommt schwungvoll aus dem Buckowweg und nimmt mir (Radfahrer) vorsätzlich die Vorfahrt: Obwohl die Straße wegen eines parkenden Autos eng ist, fährt er auf mich zu, anstatt zu warten. Von mir zur Rede gestellt, sagt der Fahrer, mein Hinweis auf mein Vorfahrtsrecht sei angesichts der Tatsache das Kindersterbens in der Welt Korinthenkackerei🤮. Bei soviel bornierter Selbstherrlichkeit tippt mein Vorurteilsteufelchen mal auf Lehrer.

Renaissance Yoga

In einem Kunstbuch finde ich das Fresco ‚Die Beweinung Christi‘ des Renaissancemalers Giotto. Die Posen der trauernden Engel erinnern mich mehr an Yogaposen der Neuzeit, als an das 14. Jahrhundert.

Wir verlassen Rømø und fahren auf der schmalen Küstenstraße nach Süden. Bei der winzigen Grenzstation Rosenkranz mit Gasthofauf beiden Seiten geht es über die Grenze. Keine Kontrolle und kein Schweinezaun hier.

Wir kommen an Seebüll vorbei, verzichten aber auf einen Besuch der Noldestiftung und fahren weiter durch die Köge zum Amsinckhaus, wo der Damm zur Hamburger Hallig beginnt. Man kann die 4 km zu Fuß, mit dem Rad oder (gegen Gebühr) mit dem Auto zurücklegen. Auf der Hallig gibt es einen Krug mit guter Küche. Für uns käme nur die Radpassage in Frage, aber wir verkneifen sie uns da es immer noch heftig stürmt. Wir nehmen uns fest vor die Hamburger Hallig zu einem späteren Zeitpunkt zu besuchen.

Wir fahren weiter durch Nordfriesland bis nach Friedrichstadt. Auf dem Weg dahin bewundern wir die Landschaft in der Treeneniederung. Im Holländerstädtchen Friedrichstadt wird die Treene durch die ‚Treeneabdämmung“ zu einer 90 Grad Kurve gezwungen und mündet in die Eider. Über diese Abdämmung kann man einiges lesen, aber warum es sie überhaupt gibt, hat sich mir nicht erschlossen. Auf jeden Fall gibt es hier ein komplexes Geflecht aus Sielen, Dämmen, Deichen, Grachten und Flüssen. Der Einfluss der Holländer in Friedrichstadt ist unübersehbar und auch echt (im 17.Jh. wurden niederländische Bürger mit dem Ziel eine Handelsmetropole zu errichten nach Friedrichstadt gelockt), aber heutzutage erinnert alles etwas zu sehr an ein Freilichtmuseum. Wenig überrascht ist man dann auch, wenn man erfährt, dass der Tourismus, die einzige verbliebene „Industrie“ in Friedrichsstadt ist.

Beim Bäcker am Markt trinken wir Kaffee, dann fahren wir weiter nach Kiel. Auf der Fahrt rätseln wir, ob denn der Kanaltunnel gerade frei oder gesperrt ist. Bei dem Baustellenchaos im Lande haben wir Gelegenheitsautofahrer mittlerweile den Überblick verloren.

17.09.19
Rømø rundt

Es waren Sturm und Regenschauer angesagt und es gibt Sturm und Regenschauer. Mit bis zu 9 Bft. fegen die Böen schon in der Nacht über die Insel. Wir beschliessen, noch einen Tag zu bleiben und wollen trotz des Wetters einen Spaziergang am Watt in Richtung Havneby und zur Südspitze machen, denn es gibt auch immer wieder sonnige Abschnitte.

Der schönste Platz auf dem Campingareal ist ein Strandkorb mit Windschutz und Blick auf das Wattenmeer.

Die Inselponnies sind wetterfest. In stoischer Ruhe kehren sie dem Wind ihr Hinterteil entgegen und lassen die Regenböen über sich ergehen.

Kaum zu glauben, dass hier ein Sturm tobt. Aber in den Pausen ist es auch hin und wieder völlig ruhig.

Am Watt führt nur eine schmaler Pfad entlang. Machmal weiß man nicht oben es wirklich weitergeht. In Havneby angekommen, schaffen wir es gerade noch Unterschlupf in einer Wellblechhalle zu finden, bevor ein gewaltiger Regenschauer niedergeht. Zum Glück sieht man diese Schauer kommen und kann sich rechtzeitig einen Unterschlupf suchen.

Havneby ist der reizlose Hauptort der Insel. Am interessantesten ist der Hafen, dort gibt es ein paar Lokale. Darunter zwei interessante Fischrestaurants, die allerdings abends geschlossen haben. Ansonsten sieht man viele Fereienwohnungen, einige extravagant wie auf dem Bild zu sehen, die meisten eintönig und nicht sehr attraktiv.

Wir umrunden die Südspitze und bekommen die volle Wucht des Sturms zu spüren. Manchmal fällt es schwer, vorwärts zu kommen. Der Weg ist sehr schön und abwechslungsreich. Am Deich finde ich einige rosa Wiesenchampignons. Wir lesen, dass wegen Schießübungen der dänischen Armee der komplette Strand gesperrt ist. Zum Glück behindert das unser Vorhaben nicht. Wir verlassen die Küste und gehen auf dem Rimmevej bis zur Vraby Plantage und dort in Richtung Inselzentrum. Der 19m (!) hohe Stagebjerg Berg soll eine schöne Aussicht bieten, aber wir lassen ihn weg. Wir sind nun schon 12 km unterwegs, die meiste Zeit mit Wind von vorn.

Im Café der Inselbäckerei gönnen wir und Kaffee und ‚Gulerød Torte‘. Wir kaufen uns beim Købmand Tortellini. In der Küche des Campingplatzes bereiten wir unser Abendessen. Die Champignons brate ich zusammen mit einer ebenfalls gefundenen Birne. Es ist saukalt.

16.09.19
Rømø

Nach gemeinsamen Besuch beim Physiotherapeuten machen wir uns auf den Weg nach Rømø. Es gibt wenig Verkehr und je weiter wir nach Westen kommen, desto weniger wird es. Wir rechnen schon damit mehr oder weniger alleine auf Rømø zu sein, denn obwohl wir erst September haben, ist das Wetter recht ungemütlich. Dann sind wir aber doch überrascht, in Lakolk, einem der Hotspots des Insel soviel Leute vorzufinden. Auch der Campingplatz dort ist gut gefüllt. Mit dem Auto am Strand fahren zu können ist die Hauptattraktion von Lakolk.  Für viele ist das wohl das Grösste.

Wir machen eine lange Wanderung am Strand. Es ist schon toll, wie weitläufig es hier ist. Die Zahl der Autofahrer hält sich zum Glück in Grenzen.

Der Unterschied zwischen Wasser und Land ist schwer auszumachen. Am Horizont sieht man die Syltfähre, aber wo Rømø endet und wo Sylt beginnt ist nicht zu erkennen. 

Vom Meer selbst ist auch nichts zu sehen, kein Wasser, keine Wellen. Auch sonst ist der Strand leer: keine Muscheln, keine Algen, keine Vögel.

Weiter südlich fahren wir zum Campingplatz Kommandœrsgârd. Zuerst glauben wir, der Platz sei geschlossen, weil wir nur einige wenige Wohnmobile ausmachen. Aber der Eindruck täuscht. Wir beschliessen zu bleiben, denn für die nächsten Tage sind heftige Stürme angekündigt. Da müssen wir nicht unbedingt direkt an der Küste stehen. Wir finden einen Platz, von dem aus wir das Wattenmeer sehen können.

Wir radeln nach Havneby, der Ort von auf dem aus die Syltfähre nach List fährt. Beim Italiener essen wir Pizza und Dorsch.

07.08.19
Otto und die Expressionisten

Wir fahren nach Emden. In der dortigen Kunsthalle gibt es etwas Besonderes zu sehen: eine Ausstellung der Sammlung Ziegler. Diese normalerweise in Mülheim/Ruhr ansässige bedeutende Sammlung deutscher Expressionisten ist auf Reisen, denn das Mühlheimer Museum wird renoviert, Da ist die Emder Kunsthalle eine gute Adresse, denn sie beherbergt mit der Sammlung Henry Nannens ebenfalls eine bedeutende Privatsammlung.

Außer den Expressionisten zeigt die Kunsthalle eine Ausstellung von Otto Waalkes, dem „anderen großen Ostfriesen neben Henry Nannen“ [Zitat Otto]. Wegen dieser Ausstellung wären wir wohl nicht nach Emden gefahren, aber so nehmen wir sie natürlich gerne mit.

Wieder haben wir eine angenehme Autofahrt, es ist sehr wenig los auf den Straßen. Allerdings hat sich das Wetter geändert. Kräftige Regenschauer bremsen uns hin und wieder.

Holländische Spezialität: eine Klappbrücke auf der mehrspurigen Schnellsteaße

Der Versuch auf einem Campingplatz am Großen Meer unterzukommen scheitert am miesen Service dieser Einrichtung: trotz Hochsaison erlaubt man sich, die Rezeption mittags für zwei Stunden zu schließen. Unverrichteter Dinge fahren wir direkt nach Emden und parken in der Stadt.

„Bei Otto müssen Sie lesen, für die Expressionisten gibt es einen kostenlosen Audioguide“, werden wir begrüßt. Wir beginnen mit Otto und dieser widerum  mit einem Aktionsraum für Kinder: „Ottos Zeichenschule“ bringt uns auf sieben gezeichneten Postern schon Mal zum Lachen. Auch was dann kommt, gefällt uns deutlich besser, als befürchtet. Der künstlerisch gebildete Komiker hat  Gemälde bekannter Künstler, von da Vinci und Vermeer bis Keith Haring und Banksy nachgemalt und mit Otto-typischen Details modifiziert. Oft originell und lustig und gar nicht so klamaukig, wie man befürchten könnte.

Die Expressionistenaustellung „Marc, Macke, Nokde“ gefällt uns sehr gut. Die ohnehin schon stattliche Ziegler-Sammlung mit Werken von Emil Nolde, Ernst Heckel, Franz Marc, August Macke, Lyonel Feininger u.a.., wurde mit entsprechenden Werken aus der Sammlung Henry Nannens sogar noch ergänzt. Auch der aus Niendorf bei Bad Segeberg stammende Christian Rohlfs ist mit etlichen Bildern in der illustren Reihe vertreten,

Die aktuelle Diskussion um Emil Nolde, der die Nähe der Nazis suchte und nach dem dem Krieg aber als Naziopfer inszenierte, hat auch Emden erreicht, Kein Wunder, bei der großen Anzahl prächtiger Noldescher Blumenbilder über die das Museum verfügt. Man bietet dem Publikum Zeitungsartikel zum Thema und fordert es zur Stellungnahme auf, zu einer eigenen Stellungnahme hat man sich aber nicht durchringen können.

Nach dem Museumsbesuch beschliessen wir beim Kaffee auf dem Marktplatz, schon heute nach Kiel zu fahren. Das Wetter und die Unterkunftsmöglichkeiten überzeugen uns nicht und die Chance, vor dem großen Rückreisewochenende entspannt nach Hause zu kommen, ist verlockend. Da muß der Pilsumer Leuchtturm, der auf fast allen Bildern von Otto vorkommt, halt auf unseren Besuch warten.

06.08.19
Übers Wasser fahren

War fahren von Amsterdam nach Almere. Am geringen Verkehr merkt man deutlich, daß Urlaubszeit ist. Die Leute sind in den Ferien. Von Almere, der Schlafstadt fahren wir direkt am Markermeer entlang nach Lelystadt. Es wirkt wie eine Einöde, nur halt feucht: links das Wasser, rechts auch Wasser oder sumpfige Wiesen. Keine Häuser, keine Leute. Auf der Straße kaum Autos. In Lelystadt beginnt dann der Markerwarddijk: eine Straße mitten durch das Ijselmeer. Genauer: zwischen Ijselmeer und Markermeer. Wir fahren über den Damm und kommen nach Enkhuisen und dann nach Medemblik, unserem heutigen Ziel.

Medemblik liegt am Ijselmeer und ist bekannt als Austragungsort von Segelregatten. Zur Zeit finden die H-Boat Worlds statt. Wir checken auf einem Bauernhofcamping ein und genießen eine Weile das ländliche Idyll mit prächtigem Wolkenhimmel. Später radeln wir in das hübsche Örtchen, schauen uns am Hafen um, kehren auf Bitterballen und Appeltart im Regattahafen ein und schauen den H-Booten zu, die von einer Wettfahrt zurückkehren.