Als David Kahn fehlte und Tante Paula Tomaten aß…

Zum Musikfest auf dem Lande ging es nach Pronsdorf. Picknicker über Picknicker, mittendrin Renate Kühnast. Schönes Ambiente tolles Wetter, Sommer auf dem Land.

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Im Kuhstall Multi-Kulti der besonderen Art: Ming-Cheng, ein 28-jähriger Chinese sang mit japanischer Klavierbegleitung Gassenhauer der früheren deutschen Schlagergeschichte: Tante Paula liegt im Bett und ißt Tomaten, Der kleine grüne Kaktus oder Für mich soll’s rote Rosen regnen. Hilde Knef, Zarah Leander, Heinz Rühmann alles kein Problem für den sangesfrohen Asiaten, der in Leipzig Informatik, Metallbau und … Sinologie (?!) studierte

Streß pur gab es für die Klezmer-Gruppe ‚The Painted Bird‘, denn ihr Chef Daniel Kahn hatte seine Mannen überraschend alleine aufs Land geschickt und ihnen zu Verstärkung eine russische Sängerin mitgegeben, die sie offenbar auch noch nicht lange kannten. Besonders hart traf es den Klarinettisten, dem die Rolle des Moderators zukam und der mit Sätzen wie „Ich weiß gar nicht, ob wir ‚Painted Bird‘ sind“, oder „Was erzähle ich hier eigentlich?“ die komische Note zum Abend bei steuerte. Gefühlte 30 Mal erwähnte er dass Daniel Kahn nicht da sei und referierte über Jiddisch, um dann zu zuzugeben, dass es heute keine jiddischen Texte gäbe … weil Daniel Kahn nicht da sei. Instrumentalstücke zu Dritt, die Russin a capella, dann doch ein paar vorsichtige Versuche gemeinsamen Musizierens….Irgendwie überstanden die Vier die vorgegebenen 60 Minuten und empfingen zumindest wegen ihres redlichen Bemühens warmen Applaus.

Das Publikum war gnädig, das Ambiente und das Wetter waren zu schön um dieses Fest nicht zu genießen. Bei Mondaufgang zum Ende des Abends dann ein Spaziergang auf dem Gottesacker der alten Bauernkirche. Schiller, lässt grüßen.