Levico – Radfahren

 DSC00348-1 Eine Entdeckung war für uns La ciclabile della Valsugana: ein 80 km langer Radweg vom Caldonazzosee bis nach Bassano del Grappa. Eben, asphaltiert und meistens als separate Trasse angelegt. Dazu Rastplätze, Imbisstationen (Bici-Grill) und Bed&Breakfast. Mit so etwas rechnet man nicht unbedingt in den Bergen. Genutzt wird die Piste von jedermann: Rennräder, Mountainbikes, Familien, Rentner. Leider verboten für Skater (und damit wohl auch für Skikes).

Die sportliche Variante heißt Monterovere (Kaiserjägerweg), DSC00342-1eine im ersten Weltkrieg angelegte Straße, die in 10 km von Caldonazzo (440m) auf 1255m führt, wo man auf die Straße 349 trifft, auf der man 4km weiter bis zum Passo di Vezzena (1402m) klettern kann.  Beim Erkunden bewältigte ich die ersten 2 km im kleinsten Gang: das Tempo war langsam genug, um die Alpenveilchen am Wegesrand zu bewundern.

Tags drauf startete ich meinen Angriff auf den Kaiserjägerweg. Im kleinsten Gang ging es an die erste Steigung, mein Tempo reichte um nicht umzukippen – ich gewann Höhe! Anfänglich war es recht beschaulich, ich fand meinen Rhythmus, es ging vorwärts, wenn auch langsam. Mit zunehmender Höhe wurde die Straße schmaler und Horden von Motorradfahren nervten. Dann der erste Tunnel 2,50m x 2,50m Querschnitt. 20100904_italien10_042a Ich ohne Licht dafür mit gehörig mit Schiß, dass ein Auto käme und es kam ein Auto. Und es hielt prompt auf mich zu,  ich hielt mich an der Tunnelwand fest. Der Fahrer merkte auf und korrigierte seine Fahrtrichtung: überlebt! So ging es weiter: rechts der Abgrund, die Straße 2,5 m breit, dann die die Felswand. Und immer, wenn es besonders kompliziert wurde (Kurve, Tunnel…) kam ein Auto. 20100904_italien10_038 Von hinten, von vorne oder von beiden Richtungen. Hinzu kam, dass meine Kräfte schwanden bei dieser zweiten Bergetappe meines Lebens. Nach dem zweiten Tunnel war Schluß! Abgrund, Straßenbreite und Verkehr raubten mit den Mut, weiter zu fahren.  Wie weit meine Kondition gereicht hätte, weiß ich nicht, vermutlich nicht bis zum Gipfel. Also: die letzten Fotos geschossen (allein das empfand ich angesichts der äußeren Umstände als Heldentat) und dann abwärts. Ich bremste, dass die Felgen glühten und erreichte trotzdem binnen kurzer Zeit das Tal. 20100904_italien10_039
Fazit: Monterovere ist für mich eine Nummer zu groß, für bessere Radfahrer als mich ist es sicher eine interessante Strecke.