Ardennen 📷🇧🇪🚙🚶🏼‍♂️🚶🏼‍♀️👨‍👨‍👧

12.10.

Auf dem Weg in die belgischen Ardennen unterbrechen wir die Fahrt in Köln und besuchen in der Lanxess-Arena den ‚Bergischen Handballgipfel‘. Das Bundesligaspiel zwischen dem Bergischen HC (Wuppertal) und dem Vfl Gummersbach wurde wegen seines Derbycharakters aus der Wuppertaler Unissporthalle in die Riesenarena verlegt. 7000 Leuten folgen. Sie füllen die Halle zur Hälfte und machen ordentlich Rabatz. Etwas überraschend gewinnt der Bergische HC sein ‚Heimspiel‘.

Um ca. 19:00 kommen wir dann in der Ferienanlage „Azur en Ardenne“ in Barveaux (BEL) an, wo wir für eine Woche ein modernes kleines Reihenhaus gemietet haben.

Uns wurde gesagt, dass man in Belgien sehr gut essen kann. Eine erste Bestätigung bekommen wir einer gemütlichen Kneipe bei lecker Pasta und einem Trapistenbier aus Orval.

In unserem Häuschen müssten wie zunächst Bestandsaufnahme machen: es gilt ein umfangreiche Inventarliste zu überprüfen. Jeder Teelöffel ist festgehalten, alles auf Französisch und Flämisch. Das Internet hilft bei der Übersetzung.

13.Oktober

Zunächst orientieren wir uns in Barveaux, erkunden Geschäfte und das Tourismusbüro.

Dann radeln wir über den Berg nach Durbuy . Das ist ein kleiner, zwischen hohen Felsen an der Ourthe gelegener Ort, mit vielen Restaurants und kleinen Geschäften. Man sagt hier, es sei die kleinste Stadt der Welt. Doch auch Arnis an der Schlei und Hum in Kroatien reklamieren diese zweifelhafte Ehre für sich. Komisch, dass Orte damit werben, das kaum einer dort leben will.

Im Café gibt es auf einem sonnigen Platz Bier und Sandwich. Einige Restaurants fallen mit aufwändiger Halloween-Deko auf, Plakate kündigen zum 31. Oktober etwas Besonderes an.

Wir fahren zurück und nehmen einen alten gepflasterten Treidelpfad, der uns der Ourthe folgend, zurück nach Barveaux bringt. Dort decken wir uns mit mehreren Biersorten und passenden Gläsern ein und planen die nächsten Tage.

14.10

Wir machen eine Wanderung um den Ort Weire, wo es einige Menhire gibt. Der Weg ist hübsch aber ohne Höhepunkte. Die Menhire sehen wir nur aus der Ferne.

Anschließen fahren wir zur Schokoladenmanufaktur Defroidement. Der Weg lohnt sich nicht, denn weder der Laden noch die Gegend haben viel zu bieten. Die leckere Schokolade kann man auch anderswo kaufen.

LaRoche-en-Ardenne ist eine nette Stadt an der Ourthe, mit recht viel Betrieb. Am Place du Bronce gönnen wir uns ein Orval und einen Kaffee. Bei vermutlich zweitbesten Schlachter (‚Josse‘) kaufen wir lecker Ardenner Schinken.Der (angeblich) beste Schlachter (‚Boulion et Fils‚) war geschlossen.

Abends, zu Hause dann eine böse Überraschung: die frischen Pasta, die wir zuvor gekauft haben, sind verschimmelt. Nun hat der Laden bereits geschlossen und uns bleibt nur ein Restaurantbesuch im Dorf.
Es gibt Kroketten als Vorspeise (mit Käse gefüllt, eine Spezialität der Belgier) und eine Riesenportion Vol-au-Vent als Hauptgericht. Zu Trinken gibt es ‚Chouffe‘ und mit jedem Glas ein Puzzlespiel als Geschenk der Brauerei.

15.10.

Am nächsten Tag fahren wir wieder nach La Roche-en-Ardenne, wir wollen eine Wanderung machen, die auf den Höhen um den Ort herumführt und schöne Ausblicke auf Stadt und Ourthe bietet. Doch nach dem steilen Aufstieg ist am Waldrand bereits Schluss: heute wird hier wird gejagt! Zunächst gehen wir weiter, doch als wir direkt am Weg tatsächlich einen Jäger im Anschlag sehen, kehren wir um.

Wir besorgen uns beim angeblich besten  Schlachter ‚Bouillon et Fils‘ Schinken und Quiche und suchen uns an der Infotafel im Ort einen Rundweg aus. Mit Mühe finden wir den Einstieg. Die Beschilderung ist mal üppig, mal miserabel. Oft fehlt an den entscheidenden Stellen das Schild. Letzlich stiefeln wir ca. 10 km durch den Wald, ohne das wir etwas anderes sehen als Bäume. Das spektakulärste ist ein Friedhof, vor dem ein Arbeiter mit einem Laubbläser die staubige Straße säubert.

Im Tourismusbüro von La Roche ist man weder bemüht noch kompetent. Unwillig und in schlechtem Englisch wird uns bestätigt, das der Weg gesperrt sei. Auskünfte über die Begehbarkeit von Wegen im benachbarten Achouffe (‚Feenweg‘) erhalten wir nicht.

16.10.

Wir fahren nach Lüttich und holen unser Kind am hochmodernen Bahnhof Guillemins ab. Am bevorstehenden Wochenende wollen wir gemeinsam in den Ardennnen wandern.

Mit dem Bahnhof hat sich die erwas heruntergekommene ehemalige Stahlmetrolpole eine wirklich sehenswerte Attraktion gegönnt.

17.10.

Wir besuchen erneut Durbuy. Dieses Mal gehen wir zu Fuß an der Ourthe entlang in das kleine Städtchen.

Auf dem Rückweg bekommen wir die Gelegenheit den hohen Felsen, dessen Verwerfungen wir bereits von Durbuy aus bestaunten, zu besteigen und aus der Vogelperpektive auf den Ort zu blicken.

18.10.

Die ‚Wilde Ourthe‘ ist nicht etwa eine enthemmte Belgierin, sondern der Name einer Rundwanderung, die von Nardin aus am Fluss ‚Ourthe‘ entlag führt und uns Einiges abverlangte.

Es geht ständig auf und ab. Zwischendurch tolle Blicke auf die tief in den Fels gegrabene Ourthe. Wir rutschen über nasse Felsen und Baumwurzeln. Zwischendurch ebene Passagen am Fluss, der sich in unglaublichen Windungen durch die Berge schlängelt.

Es geht ständig auf und ab. Zwischendurch tolle Blicke auf die tief in den Fels gegrabene Ourthe. Wir rutschen über nasse Felsen und Baumwurzeln. Zwischendurch ebene Passagen am Fluss, der sich in unglaublichen Windungen durch die Berge schlängelt.

Viele Tiere sehen wir nicht. Eine gelbe Raupe, die an eine Flaschenbürste erinnert, sieht so fremdartig aus, daß man sie eher in einem exotischen Gegend verorten würde. Vielleicht ist sie ja die wilde Ourthe.

Am Ende der tollen Wanderung sind wir rechtschaffend müde, sodass wir zum geplanten Besuch der Brauerei in Achouffe keine große Lust mehr verspüren. Da zudem alle Plätze in der Brasserie belegt sind, belassen wir es bei einem Besuch des Brauereilandens.

Wir erstehen ein Original Achouffe-Glas und eine große Flasche dieses tollen Bieres und machten und auf den Weg nach Hause.

19.10.

Die Fahrt nach Maastricht unterbrechen wir für eine Wanderung im Hochmoor bei Spa. Es ist Sonntag und es sind unglaublich viele Leute unterwegs. Sie wandern und sammeln Pilze. Viele lärmen leider auch mit Motorrädern durch die Gegend. Es ist wunderbar sonning und sehr warm. Obwohl es wenig geregnet hat, sind die Wege matschig und rutschig.

20.10.

Das schöne Wetter der vergangenen Tage ändert sich schlagartig, aber es war angekündigt, somit waren wir vorbereitet.

Es wird kalt, stürmisch und regnerisch. Da die Aussichten so schlecht sind, verkürzen wir unseren geplanten Reise in den Norden Hollands drastisch. Wir fahren ans Ijsselmeer und landen nach einigen Fehlversuchen auf einem Campingplatz in Workum. Der Ort hat einige hübsche frisische Häuser, viele liegen an Kanälen und sind somit direkt mit dem Ijsselmeer verbunden. Wir nutzten die Zeit vor dem angekündigten Regenwetter mit einem Rundgang.

Vor dem Supermarkt treffen wir DAS Klischee schlechthin: Ein Holländer, der mit Holzpantoffeln Fahrrad fährt. Wer so etwas kann, sollte doch eigentlich auch Fußball spielen können…

Ansonsten: hyggelig in Friesland.

21.10.

Beim dem Wetter, welches wir hier vorfinden macht das Reisen nur noch wenig Freude. Wir brechen unseren Aufenthalt ab und nutzen die gewonnene Zeit für einen Besuch in Bremerhaven.