Über Saint Malo in die Normandie đŸš™đŸ‡«đŸ‡·đŸ“·

Von Binic nach Saint Malo.

Eigentlich wollten wir nach Dinan. Die EnglĂ€nder in Binic hatten uns von der Stadt vorgeschwĂ€rmt. Doch der Zeitpunkt war denkbar schlecht gewĂ€hlt,denn das alle zwei Jahre stattfindende Ritterfest FĂȘte des Remparts de Dinan stand an. Keine Chance einen Platz zu bekommen. Nichts wie weg! Dummerweise mĂŒssen wir mitten durch die Stadt. Aus allen Ecken strömen mittelalterlich kostĂŒmierte Menschen ins Zentrum, aber irgenwie kommen wir durch.

Unser Plan B heisst St.Malo. Wir peilen den Campingplatz ‚de la CitĂ© d’Alet‘ an, den wir schon bei unserem letzten Aufenhalt in der Korsarenstadt aufgefallen war. Er liegt auf einer Halbinsel in der RancemĂŒndung bei der CitĂ© d’Aleth, einer deutschen Festung aus dem Zweiten Weltkrieg und bietet tolle Auslicke nach Dinard und nach St Malo.

Die Ruhe wird gestört, als sich zwei große Wohnmobile mit lĂ€rmenden Menschen neben uns stellen. Ein Köter springt aus dem Wagen und pisst unter den Augen seines ‚Herrchens‘  auf unseren Platz. Meine Reaktion war so beeindruckend, dass die neuen Nachbarn umgehend packen und sich samt Fiffi einen anderen Stellplatz suchen.

Wir fahren mit den RĂ€dern nach St. Malo. Es ist sehr voll und nicht sehr angenehmen. Menschenmassen in den engen Gassen, SouvenirlĂ€den, GedrĂ€nge. Ausserhalb der Altstadt werden im Hafen Yachten einer Transatlantikregatta fĂŒr Mehrrumpfboote empfangen.

Über Cancale und die Bucht von Mont-Saint-Michel nach Jullouville

Von St.Malo geht es an der Bucht von Mont-Saint Michel entlag in die Normandie. Aber zuvor machen wir noch Stop in Cancale, weil Heiner dort Urlaub machen will. Am Pointe du Grouin gibt es einen tollen Ausblick der vom Cap Ferret im Westen bis zum Mont-Saint-Michel im Osten reicht.

Panoramablick vom Pointe Drouin bei Cancale.

An der Bucht ist dann schlagartig Schluß mit FelsenkĂŒste. Ebenes Land, jede Menge AusternbĂ€nke mit entsprechenden Verkaufsstellen und Restaurants. In Le Vivier-Sur-Mer dann Standsegler. Im Gegensatz zu unseren Versuchen vor wenigen Wochen, haben die SchĂŒler hier guten Wind und kurven mit Blick auf den Mont-Saint-Michel ĂŒber den Strand.

Jullouville

Unser Etappenziel heißt Jullouville und liegt bereits in der Normandie. Der Camping municipal Lemonnier bietet alles, was man braucht: unmittelbar im Ort gelegen, findet man GeschĂ€fte und Restaurants, zum Strand ist es ein Katzensprung und von der nahen Hauptstraße ist nichts zu hören.

Die Attraktion von Jullouville ist der Strand und die zugehörige Promenade. Endlos, soweit das Auge reicht, erstreckt sich der Sand. Es wird gesegelt, gestrandsegelt, sonnengebadet und im Sulki gefahren. Ungewöhnlich: es gibt keinerlei Kommerz. Keine GeschÀfte, keine Restaurants. Nur eine Segelschule. Abends pilgert man zum Freiluftkino an den Strand.

An der Promenade stehen Villen und einfache HÀuser unterschiedlichen Baustils und in unterschiedlichem Zustand. Die wenigsten sind so chick und stylish, wie man es bei einer derartigen Lage erwartet. Im Gegenteil: die meisten sind etwas vernachlÀssigt: ungepflegte GÀrten, abblÀtternde Farbe, verwitterte Fassaden.

Markt in Jullouville

Direkt vor dem Campingplatz is zweimal die Woche Markt. Er ist sehr gut besucht und bietet alles was man sich vorstellen kann. Besonders lange Schlangen bilden sich bei einem Stand, wo es Quark und Yoghurt aus steinernen Bottichen gibt. Wir erstehen Paella fĂŒrs Abendessen und einer Tasche als Mitbringsel.

Radtour nach Granville

Von Jullouville aus machen wir ein Radausflug nach Granville. Die Stadt liegt etwas weite nördlich, teilweise auf Felsen. Sie ist grau und vollstÀndig mit Möven bevölkert. Am Leuchtturm toller Meerblick. Aber so weite wir uns auch herauslehenen: ist Mont St. Michel nicht zu sehen.

Vor wenigen Wochen war Granville Startort einer Tour de France Etappe. Die entsprechenden Plakate und Dekorationen sind noch zu sehen. In der Altstadt essen wir ‚Galete Complete‘. Einen Ausflug ins Dior Museum sparen wir uns.

In Granville: Graue Mauern – Optis – Galette complete.Von Jullouville fahren wir zurĂŒck in den Norden. Die Reise fĂŒhrt erneut zu den Scht’is. Der uns schon von der Anreise bekannte Campingplatz La Paille Haute  in Boiry Notre-Dame ist nun gut gefĂŒllt. Nahezu ausschließlich mit durchreisenden HollĂ€ndern.