Asiago und mehr ­čôĚ­č玭čç╣­čç«­č笭č窭čç«

8.6. Donnerstag, Tannheim

Unser prim├Ąres Reiseziel hei├čt Asiago. Die Hochebene (ca. 1000m)  in den italienischen Alpen wird ger├╝hmt f├╝r ihre Wanderm├Âglichkeiten, das angenehme Klima und den gleichnamigen K├Ąse. Genaugenommen handelt es sich um sieben Gemeinden die sich auf dieser Hochebene befinden. Zu Zeiten des Gebirgskrieges zwischen Italien und ├ľsterreich (1916-1917) war dies ein schwer umk├Ąmpftes Gebiet. Ein gigatisches Monument erinnert an diese Zeit.

Kurz vor Reisebeginn erfahren wir, da├č am Wochenende unserer Anreise ausgerechnet in Asiago die italienischen Meisterschaften im Stra├čenradrennen stattfinden sollen. Wir bef├╝rchten F├╝lle (wie sich herausstellt: zu Recht) und wollen die Zeit an einem anderen Ort ├╝berbr├╝cken. Uns kommt uns das Tannheimer Tal und der Campingplatz ‚Alpenwelt‘ in Kienzerle in den Sinn. Nicht zuletzt wegen des guten Essens erinnern wir uns gerne an unseren letzten Aufenthalt dort im Sommer 2014.

Doch leider wurde der Caf├ę- und Restaurantbetrieb eingestellt. Das Betreiberpaar hat eine kleine Tochter bekommen und m├Âchte gen├╝gend Zeit f├╝r das Kind zur Verf├╝gung haben. So m├╝ssen wir zum Essen nach Mannheim radeln.

Kuhgel├Ąut mischt sich mit dem Blubbern endloser Motorradkolonnen, die zum Vergn├╝gen durchs Tal fahren. Dieses Vergn├╝gen ist einseitig ?, dennoch genie├čen wir das Ambiente und den seit Langem den ersten Abend in den Bergen.

9.6. Freitag – Tannheim

Mit den R├Ądern fahren wir nach Tannheim und dann zum Vilsalpsee. Der beliebte Rundweg um den See ist seit Jahren wegen eines Feldsturzes gesperrt. Trotzdem setzen sich viele Leute (eigentlich alle) ├╝ber das Verbot hinweg. Es herrscht ganz sch├Ân viel Betrieb: die Schulen in Bayern und Baden-W├╝rtemberg haben Pfingstferien. Trotzdem gef├Ąllt es uns (mal wieder) sehr im Tannheimer Tal.

Hinter der bewirteten ‚Vilsalpe‘ treffen wir nur noch wenige Leute, wir gehen den Weg bis zum Wasserfall. Es wird eine ziemliche Kraxelei, teilw. geht es durch Bachl├Ąufe. Fr├╝her waren die Berg irgendwie einfacher zu besteigen… Zur Belohnung finden wir auf der Wiese bl├╝henden Enzian und in der Vilsalpe leckere Leberkn├Âdelsuppe und Apfelstrudel.

10.6. Samstag – Tannheim

Am zweiten Tag wollen wir auf der unserem Platz gegen├╝ber liegenden Seite des Tals zur ├älple-Alm aufsteigen. Doch an der entscheidenden Stelle verk├╝ndet ein Schild, der Weg sei wegen eines Felssturzes gesperrt und die Almh├╝tte geschlossen. Notgedrungen suchen wir eine Alternative und finden einen Weg, der am Hang bis nach Z├Âblen f├╝hrt und neben reichlich K├╝hen sch├Âne Ausblicke ins Tal bietet.

11.6. Sonntag – Tannheim

Heute wollen wir es wissen und eine der sch├Ânsten Wandertouren Tirols(?), ├ľsterreichs(?), der Welt(?) machen: die 3-Seen-Tour.

Wir fahren mit der Bahn aufs Neunerk├Âpfle und genie├čen der Blick bis ins Flachland. Wir sind nicht allein, es ist Sonntag und das Wetter ist prima. Beim Fotografieren verliere ich meine Brille (Spoiler: ich bekomme sie am n├Ąchsten Tag wieder).

Der Weg bietet fantastische Ausblicke in alle Himmelsrichtungen und ├╝ber die Wanderung verbreitete Lob ist berechtigt. Einige Passagen sind etwas schwierig (Schnee, eng, steil, andere Leute), aber unsere alten Gelenke halten es aus. Besonders spektakul├Ąr ist die Aussicht auf die Landsberger H├╝tte und zwei der drei beiden Seen hat, die der Wanderung ihren Namen geben.

Nach ├╝blem Gekraxel (nass, schmal, steil, steinig) rasten wir in der Oberen Traualpe (H├╝tte) und steigen dann zum Vilsalpsee ab, von wo uns ein Touristenzug (Model ‚Toppi‘) zur├╝ck zur Liftstation bringt. Zur Belohnung gibt es lecker Essen in der Dorfstube in Tannheim (so wie vor ca. 30 Jahren schon).

12.6. Montag – Reisetag

Wir wollen weiter nach Asiago. Zun├Ąchst fragen wir an der Liftstation nach meiner verlorenen Brille und siehe da: jemand hatte sie gefunden und abgegeben. Manchmal ist es von Vorteil, wenn ein paar mehr Leute in der Natur rumlaufen.

Da wir gen├╝gend Zeit haben, entscheiden wir uns gegen die Brennerstrecke und fahren durch das ├ľtztal ├╝ber das Timmelsjoch (2509 m) nach S├╝dtirol. Das Passeiertal empf├Ąngt uns mit Parolen („Freiheit f├╝r S├╝dtirol“, „S├╝dtirol ist nicht Italien“). Egal ob italienisch oder s├╝dtirolerisch: wir kaufen in Sankt Martin mal wieder Schinken und Kn├Âdel ein.

Timmelsjoch

Bei Trentino geraten wir in den Feierabendverkehr und entsprechende Staus. Wir w├Ąhlen eine kurivge Alternative, die uns auf die Hochebenen f├╝hrt. Wir fahren durch menscheleere Landschaften, die teilweise skandinavisch anmuten. Nur selten begenet uns ein anderes Auto, es gibt viel Wald.
Sp├Ąt kommen wir in Asiago an. Am Campingplatz  „Ekar“ ist man sehr freundlich, aber es gibt kaum Infomationen ├╝ber das touristische Angebot. Daf├╝r offenbar viele Dauerkamper. Sie haben ihre Wohnwagen mit massiven Holzverschl├Ągen winterfest gemacht. Aber zur Zeit ist der Platz total verwaist, das Restaurant ist geschlossen.

13.6. Dienstag – Asiago

Mit dem Rad fahren wir hinab nach Asiago. Es ist ein netter Ort mit leicht kitschig wirkendem Rathaus und vielen Gesch├Ąften. Leider kommen wir wieder mal zur Mittagszeit und alles schlie├čt. Das Touristenb├╝ro ist sogar f├╝r drei Tage geschlossen, also bleibt die geliehen Karte vom Campingplatz neben dem Handy unsere einzige Navigationhilfe.

Auch ohne Hilfe finden wir einen alten Bahnhof. Die Bahnstrecke wurde still gelegt und dient nun als Fahrradweg. Urspr├╝nglich hatte diese Bahn gro├če Bedeutung. Sie f├╝hrte von Rochetto nach Asiago und erm├Âglichte so den Zugang aus der Ebene in das hochgelegene und unzug├Ąngliche Plateau.


Auch das Mahnmal f├╝r den Gebirgskrieg ist nicht zu ├╝bersehen. Wir besteigen den H├╝gel mit dem weit sichtbaren Monument. Es sollen die Gebeine von ├╝ber 50 000 gefallenen Soldaten und diesem Mahnmal liegen.

An der Piazetta degli Alpini finden wir ein nettes kleines Lokal gleichen Names und lassen uns Gnocchi mit Asiagok├Ąse servieren: ein K├Âstlichkeit!

14.6. Mittwoch – Asiago

Wir wollen mit dem Rad die Hochhebene umrunden und scheitern an der Navigation: wir haben immer noch keine Karte und es gibt zu viele verschiedene Wege, um sich nur mit dem Handy zurechtzufinden.

In der K├Ąserei Pennar kaufen wir ein  Pfund jungen Asiago, der K├Ąse schmeckt cremig lecker, am Besten ohne Brot.

K├Ąserei Pennar. Hier wird Asiago gemacht.

Am sp├Ąten Nachmittag beginnt es zu regnen. Zum Gl├╝ck ist das Restaurant am Campingplatz ge├Âffnet.  Die Preise f├╝r Essen und Trinken sind ungew├Âhnlich niedrig. Keine Pizza kostet mehr als mehr als 8ÔéČ , 1/2 l prickelnder Fa├čwein aus dem Krug. kostet 3. Das Br├Âtchen kostet gar nur 20 Cent (Es k├Ânnte gerne das dreifache sein, wenn es denn nach irgendetwas schmecken w├╝rde).

15.6. Donnerstag – Asiago

Nachdem wir den Tag faul auf dem Campingplatz verbracht haben, machen wir am Nachmittag eine kleine Wanderung zum Cima Ekar, dem Berg hinter unserem Haus. Es geht ziemlich gerade bergauf und auch wieder hinunter. Oben gibt es ein Observatorium ? der Universit├Ąt Padua. Die Sternengucker sch├Ątzen die geringe Lichtverschmutzung auf der Hochebene: es wird wirklich dunkel.

16.6. Freitag – Asiago

Das Wetter im Alpenraum, Norditalien und Slowenien ist etwas problematisch: Wetter Online berichtet ├╝ber h├Ąufige Gewitter, Regentage oder Temperaturen ├╝ber 30 Grad. Hier in Asiago ist es hingegen trocken, sonnig und nicht zu hei├č; wir k├Ânnen uns nicht durchringen an einen anderen Ort zu fahren.

Leider mu├č man f├╝r Unternehmungen immer eine Anfahrt mit dem Rad oder dem Auto an Kauf nehmen, wobei diese Anfahrt durchaus anstrengend sein kann.

F├╝r unsere Wanderung zum Monte Cengio fahren wir mit dem Auto ans andere Ende der Hochebene. Bei der Anfahrt merken wir, wie weitl├Ąufig es hier ist und wie wenig wir bislang von der Hochebene gesehen haben.

In der Wanderkarte ist ein Wanderweg von Treche Conca zum Monte Cengio beschrieben.  Am Einstieg m├╝ssen wir feststellen, da├č es viele Wanderwege gibt, aber ausgerechnet der aus unserer Karte fehlt. Die Siete Commmuni, wie sich die Gemeinden hier nennen, k├Ânnten im Bereich des Tourismus ihre Gemeinsamkeit gerne etwas vertiefen. Wir versuchen wir es mit Handynavigation, was reichlich gut klappt.

Auf dem Weg sehen wir viele leer stehende Ferienh├Ąuser. Keine protzigen Villen sondern solide sch├Âne H├Ąuser und Grundst├╝cke, oft weit ab von der n├Ąchsten Stra├če. Ein gro├čer Teil unseres Weges f├╝hrt ├╝ber die Autostra├če zum Monte Cengio, aber das ist kein Problem: nur ein einziges Auto passiert uns w├Ąhrend des Aufstiegs.

Findet Friedel!

Der Monte Cengio war im Gebirgskrieg eine schwer umk├Ąmpfte italienische Stellung. Es gibt in den ├╝berh├Ąngenden Fels gehauene Maultierpfade und Tunnel, die nun von Wanderern genutzt werden k├Ânnen. Ein spektakul├Ąres Erlebnis. Leider verhindert diesiges Wetter den Blick ins Tal, dennoch ist es sehr beeindruckend. Obwohl es sehr gef├Ąhrlich aussieht sind die Wege breit, fest, gesichert und problemlos zu begehen.

Bei YouTube gibt es ein 3 Minuten Video, welches den Weg bei besseren Sichtverh├Ąltnissen zeigt: Link zu Youtube.

17.6. Samstag – Asiago

Das Wochenende verbringen wir mit Faulenzen. Einfach nur sitzen und wenig bewegen. Bis Mittag treffen noch weitere Wohnmobile ein, auch die Dauercamper ├Âffnen ihre Verschl├Ąge. Es ist deutlich mehr los auf dem Platz.

Ich sehe ich einen Dackel mit Hinterachse.  Mit den Vorderbeinen l├Ąuft er, die Hinterbeine h├Ąngen in der Luft und das Hinterteil war eine Konstruktion befestigt, die zwei R├Ąder hatte (Google „Hunderollstuhl“). Morgen verlassen wir Asiago, hier noch ein paar Bilder:

19.6. Montag – Mal kurz zum zum Mittelmeer

Trotz der angek├╝ndigten Hitze (es werden 34 Grad erwartet)  wollen wir mal ‚kurz ans Mittelmeer‘. Wir verlassen die ‚Altipiano de Asiago‘ und schrauben uns auf 15 Kehren ins Tal. Sofort wird es warm und s├╝dl├Ąndisch: Wein, Oliven, Oleander…

Die Fahrt ist wenig reizvoll. Eink├Ąufe erledigen wir bei Famila (!). Ziel ist Sistiana in der Bucht von Triest. Sistiana war zu Kaiserszeiten unter dem Namen ‚Seestein‘ St├╝tzpunkt der ├Âsterreichischen(!) und zu F├╝hrers Zeiten St├╝tzpunkt der deutschen Marine.

Zwischen Autobahn und Meer gelegen finden wir mit dem Campingplatz  Camping Village Marepineta eine sch├Âne Anlage vor. Das Meer liegt  allerdings ca. 100 m unter uns. Wir bekommen einen schattigen Platz mit Meerblick. In der Ferne sieht man das Schlo├č Miramare und die Stadt Triest. Vor dem Platz verl├Ąuft der Rilkeweg. Der deutsche Poet, der mit diesem Weg geehrt werden soll, verfa├čte einen Teil seiner ber├╝hmten Duineser Ellegien (vgl. Loriot/Heinz Meyer: ‚Ich mu├č die Nase meiner Ollen an jeder Grenze neu verzollen‘) auf dem nahegelegenen Schlo├č Duino.

Der Weg des Poeten ist uns aber zu steinig und die Hitze l├Ąhmt uns. In der Nacht wird es nicht ruhig: Autobahn von rechts, Poolbespa├čung von links und sp├Ąter noch Beachbespa├čung von unten. Wie geplant, reisen wir  am n├Ąchsten Tag weiter.

20.6. Dienstag – Von Triest nach Kranjska Gora

Wenn wir schon einmal so weit ├Âstlich sind, wollten wir Slowenien einen Besuch abstatten. Das letzte Mal, als ich dort war, hie├č es noch Jugoslawien.

Der Flu├č Isonzo, der auf Slowenisch So─ëa hei├čt, verl├Ąuft ungef├Ąhr in Nord-S├╝d-Richtung und bildete im hier allgegenw├Ąrtigen Gebirgskrieg den ├Âstlichen Teil der Front, die sich im Westen bis zum Stilftser Joch ersteckte. 12 Isonzo-Schlachten verleihen der Gegend finsteren Ruhm. Der Fluss markiert heute ungef├Ąhr die Grenze zwischen Italien und Slowenien und und bestimmt auch Verlauf der slowenischen Landstra├čen 103 und 102 denen wir auf unserem Weg in die Julischen Alpen folgten. Die Stra├čen sind leer es gibt kaum Autos, gelegentlich ein paar Wanderer oder Kanusportler. Es gibt viel Wald, die Bergh├Ąnge sind ungew├Âhnlich steil. Das Wasser des Flusses wird durch das helle Gestein des Flu├čbetts besonders klar, tiefere Passagen leuchten gr├╝n. Mittendrin der Triglav (2864 m), das Zentrum des gleichnamigen Nationalparks.

Bei Kobarid verlassen wir die Stra├če 102 und setzten uns ├╝ber die beharrlichen Proteste unseres Navigationsger├Ątes hinweg (sp├Ąter erfahren wird, da├č die Stra├če bis vor wenigen Tagen gesperrt war). Wir befinden und auf lediglich 232 m Meeresh├Âhe, auch deswegen wirken die ├╝ber 2000 m hohen Berge mit ihren steilen Felsw├Ąnden besonders beeindruckend. In zahlreichen, teilweise sehr steilen Kehren geht es nun von 232 m auf den 1611 m hoch gelegene Pass Prelaz Vr┼Łi─ë. Zum Gl├╝ck h├Ąlt sich der Verkehr nach wie vor in Grenzen. Hin und wieder nervende Motorradschw├Ąrme. Bussen, Wohnwagen etc. ist die Befahrung der Strecke verboten.

Hinter dem Pass geht es dann auf ├╝ber 20 Kehren hinab auf 800 m nach Kranjska Gora. Kranjska Gora ist liegt in einer Sportregion. Regelm├Ą├čig werden hier internationale Skirennen ausgetragen, in der Nachbarschaft liegen das Skiflugmekka Planica und die Biathlonstrecken von Pokljuka. Jetzt im Sommer bestimmen Wanderer und Radfahrer das Bild. An der Sporthalle bekundet ein Logo, da├č der nordhessische Handballclub MT Melsungen hier ein Trainingslager durchf├╝hrte.

Etwa 5 km ├Âstlich liegt im Savetal das Dorf Gozd Martuljek. Hier finden wir den nagelneuen Campingplatz ┼ápik. Es gibt ein tolles Bergpanorama und viele schattige Pl├Ątze mit sch├Ânen Wiesenuntergrund.

21.6. Mittwoch – Kranjska Gora: Sommeranfang im Wintersportort

Wir nehmen uns nicht viel vor, denn f├╝r Mittag wurden Gewitter angek├╝ndigt. Mit dem Rad wollen wir von unserem Platz in Gozd Martulhak nach Kranjska Gora und weiter zu den Skisprungschanzen von Planica fahren. Wir nutzen den tollen nagelneuen Radweg, der auf einer alten Bahntrasse verl├Ąuft. In Kranjska Gora gibt es viele Restaurants und Gesch├Ąfte. Man ist auf einiges eingerichtet. Wir schreiben Postkarten am Tourismusb├╝ro, erstehen einen Rucksack und kaufen Lebensmittel.

Es ist sehr warm und wir sind recht schlapp, soda├č wir auf die Weiterfahrt nach Planica verzichten und zur├╝ck zu unserem Platz fahren. Das Gewitter wird zun├Ąchst auf den fr├╝hen Abend verschoben und dann in Regenwetter gewandelt. Um halbsechs kommt es dann doch.

22.6. Donnerstag – Kranjska Gora / Planica

Mit dem Rad fahren wir wieder auf der alten Bahntrasse nach Kranjska Gora und weiter nach Planica. Der Radweg ist super zu fahren, man tut hier eine Menge f├╝r die Touristen. Es geht st├Ąndig leicht bergsauf, die letzen Kilometer nach Planica folgen wir der Stra├če. Es ist sehr warm und als wir im Talkessel der Sprungschanzen angekommen, suchen wir zun├Ąchst den Schatten um uns etwas zu erholen. Nicht die Steigung stellt das Problem dar sondern die hohen Temperaturen.

Am Ende des Tals beginnt ein Weg zum Talschluss, der sehr gelobt wird. Aber wegen der Hitzen lassen wir uns nicht darauf ein. Das Nordic-Center, wie die Anlage genannt wird ist ein beeindruckender Sportkomplex. Dabei bekommt man vieles gar nicht zu Gesicht, weil es unterirdisch angelegt ist. So befindet sich unter der Erde zum Beispiel eine Skihalle, in der man auch in Somner auf einer 800 m langen Loipe trainieren kann, die ├╝ber drei Etagen f├╝hrt. Ebenso gibt es dort einen Windkanal zum Testen der Aerodynamik von Skispringern. Oberirdisch gibt es sieben Schanzen unterschiedlicher Gr├Â├če, alle f├╝r das Sommertraining ausgestattet. Nur die ber├╝hmte Skiflugschanze kann im Sommer nicht zum Skispringen genutzt werden. Daf├╝r gibt es aber eine Seilbahn, mit der wagemutige Touristen f├╝r 25ÔéČ einen Skiflug simulieren k├Ânnen. Leider was die Anlage geschlossen. Wie das aussieht, kann man aber bei Youtube bewundern:

24.6. – Kranjska Gora: Zwei Wasserf├Ąlle und Ingos H├╝tte

Gegen├╝ber unseres Campingplatzes beginnt ein Wanderweg, der zu zwei sch├Ânen Wasserf├Ąllen und einer bewirteten H├╝tte f├╝hrt. Der Weg ist als ‚leicht‘ eingestuft, genau das was wir heute gerne machen w├╝rden. Unsere Platznachbarn waren gestern dort und bitten uns, auf der H├╝tte zu fragen, ob man dort einen Babystrampler gefunden hat, den sie vermissen.

Der Weg verl├Ąuft angenehm schattig durch den Wald, es gibt viele wilde Alpenveilchen. Noch vor dem ersten Wasserfall wird es schmal und wir gehen durch eine enge, tiefe Schlucht. Pl├Âtzlich l├Âsen sie mehrere gro├če Steine aus der Felswand und knallen wenige Meter vor uns in den Flu├č. Was f├╝r ein Schreck!

Wir ├╝berwinden die kritische Stelle m├Âglichst schnell und kommen zum ersten Wasserfall. Da wir auf jeden Fall zur H├╝tte wollen, um nach dem Strampler zu fragen, gehen wir weiter. Mit dem ‚leichten‘ Weg ist es jetzt vorbei. Es wird sehr steil und anstengend.

Die H├╝tte ‚Pri Ingotu‘ liegt wunderbar auf einer Bergwiese und ist umringt von steilen Felsw├Ąnden. Gekocht wird im Freien, bzw. unter einem zusammengezimmerten Holzdach. Es gibt Gem├╝sesuppen, Kr├Ąutertees, Sauerkraut mit Wurst und – was man in dieser urspr├╝nglichen Umgebung nicht vermutet: mehrere Sorten Bier. Die H├╝tte hast sogar eine moderne Webseite. Nur vom Babystrampler keine Spur. Die Almleute verd├Ąchtigen die K├╝he.

Nach einer Pause nehmen wir uns vor, nun auch noch bis zum zweiten Wasserfall weiterzugehen. Es wird sehr steil und anstrengend, am Ende ist der Weg durch Seile und Eisen gesichert. Er endet direkt vor der Felswand, die mehrere hundert Meter senkrecht nach oben ragt.

Der R├╝ckweg stellt sich als einfacher heraus als bef├╝rchtet. Bei der erneuten Einkehr in Ingos H├╝tte erholen wir uns f├╝r den finalen Abstieg.

Der ‚einfache Spaziergang‘ hat uns an die Grenzen unserer M├Âglichkeiten gebracht. Als wir wieder am Campingplatz sind f├Ąngt das Gewitter an. Im Restaurant gibt es Rostbraten. Auch der Strampler unserer Nachbarn ist wieder da: er hatte sich im Wohnmobil versteckt.

24.6. Kranjska Gora

Unsere netten schw├Ąbischen Nachbarn fahren weiter Ihren Platz nehmen zwei riesige Wohnmobile mit l├Ąrmenden Insassen ein, die als erstes eine gro├če Musikbox in Betrieb nehmen. Wir f├╝rchten um unsere Entspannung und fl├╝chten auf einen schattigen Platz in der anderen Ecke des Campingareals.

Dort verbringen wir faulenzend den Tag. Mit Hilfe des hervorragenden und kostenlosen WLANs verfolgen wir die Leichtathletikwettbewerbe in Lille und Ratingen per Livestream.

25.6. Von Kranjska Gora ins Cadore

Die Wetteraussichten werden immer schlechter: ├╝berall Gewitter oder Hitze oder beides. Wir versuchen, Reiseziele zu finden an denen das Wetter nicht so schlecht ist, aber das f├Ąllt schwer, weil die Prognosen sich st├Ąndig ├Ąndern.

Bei unserer Abreise aus Kranjska Gora gie├čt es wie aus K├╝beln. Die Wasserf├Ąlle, die vom Dach des Supermarkts herabst├╝rzen, stehen denen die wir auf unsere Wanderung gesehen haben kaum nach.

Wir fahren durch sch├Âne Landschaften ins Cadore, einer Tallandschaft am S├╝drand der Dolomiten. Bei Calalzo di Cadore mieten wir uns f├╝r eine Nacht auf dem Camping Cologna ein –  eine schlechte Entscheidung, wie sich zeigte.

Zur Begr├╝├čung werden wir von den ans├Ąssigen Dauercampern bestaunt wie Au├čerirdische, das Restaurant ist geschlossen, einen Laden gibt es nicht auch keinen Br├Âtchenservice. Der Ort mit den Gesch├Ąften liegt ein St├╝ck entfernt auf einem Berg. Obwohl der Campingplatz am See liegt, kann man den See nicht sehen. Pl├Ątze mit besserer Aussicht befinden sich auf einem geschlossenen Platzteil. Die Sanit├Ąranlagen sind ‚rustikal‘, Internet gibt es nicht.

Wir fahren ins Dorf. Da Sonntag ist, haben alle Gesch├Ąfte geschlossen. In einer Bar kaufen wir f├╝r viel Geld Lebensmittel.

Montag 26.6. Alta Badia

Wir fahren weiter ins Zentrum der Dolomiten, f├╝r heute ist noch einmal gutes Wetter angesagt, letzte Gelegenheit f├╝r eine Wanderung. Zun├Ąchst besuchen wir aber in Auronzo den Camping Europa. Auronzo ist ein gro├čer langgezogener Ferienort. Hier w├Ąren wird besser aufgehoben gewesen als auf dem Camping Cologna: der Platz ist  besser,  die Versorgungslage ist besser und direkt neben dem Platz verl├Ąuft ein Rad/Wanderweg, der in den Ort f├╝hrt.

In toller Fahrt geht es auf zun├Ąchst leeren Stra├čen ├╝ber den Passo Tre Croce nach Cortina d’Ampezzo und dann ├╝ber den Falzarego Pa├č nach Arabba. Hinter Cortina nimmt der Verkehr zu. Schon auf der Abfahrt nach Cortina waren uns die zahlreichen Radfahrer aufgefallen, jetzt werden es immer mehr. Hinzu kommen Kolonnen von Motorradfahrern und Reisebusse. Was ist hier wohl w├Ąhrend der Saison los?

Das Wetter ist prima, die Sicht ist super. Wir fahren von Arraba in Richtung Alta Badia und parken an der Talstation des Sessellifts auf den Pralongi├á. Der Mann an der Liftstation gibt uns Informationen ├╝ber Wanderm├Âglichkeiten und wir schweben in riesigen 6er-Sesseln nach oben, wobei sich der Blick auf das Dolomitenpanorama immer besser wird.

Auf dem Plateau gibt es breite Wege auf denen sich auch etliche Radler mit und ohne Elektromotor tummeln. Der Blick ist grandios: im S├╝den die Marmolata? im Westen die SellagruppeÔŤ░, im Norden die Zillertaler Alpen ÔŤ░, im Nordwesten die Fanesgruppe ÔŤ░: man m├Âchte sich st├Ąndig im Kreis drehen.

Wir gehen zur Bioch-H├╝tte und genehmigen uns eine St├Ąrkung. Anschlie├čend geht es ├╝ber den Piz Arlala begab zur Talstation.

In Colfosco ├╝bernachten wir in grandioser Szenerie auf dem Campingplatz. In der Nacht beginnt es zu regnen.  Am n├Ąchsten Morgen stellen wir fest, da├č uns zwei Eier und die Butterdose geklaut wurden, die wir vor unserem Bus platziert hatten.

Dienstag 27.6. Reise-Innsbruck-F├╝ssen

├ťber Alta Badia und Bruneck fahren wir zur Brennerautobahn. Der angek├╝ndigte Regen bleibt aus. In Innsbruck legen wir einen kurzen Stopp ein. Wir gehen zum Goldenen Dachl und machen ein paar Besorgungen. Dann geht es weiter ├╝ber den Fernpa├č nach F├╝ssen. In Schwangau steuern wir den Campingplatz Brunnen am Forgensee an.  Der Platz ist erstaunlich voll. Zwei der Resturants vor Ort haben Ruhetag. F├╝r unser Abschlussessen m├╝ssen wir mit dem m├Ą├čigen Restaurant am Campingplatz Vorlieb nehmen. Es regnet.