Auch leer in Franeker ­čÜÖ­čç│­čç▒

Gegen Mittag kommen wir nach entspannter Fahrt durch Friesland in Franeker an. Es ist Ferienzeit – auch in Nordrhein Westfalen. Wir haben uns f├╝r den kleinen Ort abseits der K├╝ste entschieden, weil wir bef├╝rchteten, direkt am Meer w├╝rde es ├╝berf├╝llt sein (ein Irrtum, wie sich zeigen sollte).

Der Vakantiepark Bloemketerp ist eine ruhige, kleine Anlage mit Hallenbad, Restaurant und Kinderspielparadies. Aber von diesen Attraktionen bekommt man nur wenig mit, wenn man auf einem der ger├Ąumigen Pl├Ątzen mit Golfrasen steht. Von Hochsaison keine Spur, nur wenige Pl├Ątze sind belegt. Das WLAN ist m├Ą├čig, die Versorgungslage super: zwei Superm├Ąrkte liegen direkt neben dem Platz.

Mit dem Rad fahren wir in den Ort, ein h├╝bsches friesisches St├Ądtchen mit einem imposanten Rathaus. Wikiwissen: Die Schokladenfabrik Van Routen fertigte 1893 f├╝r die Weltausstellung in Chicago eine Kopie dieses Hauses an, sie steht jetzt als ‚Dutch House‘ in Brookline/Massachussets.

Am Ende der Hauptstra├če werden Trib├╝nen um eine Grasfl├Ąche errichtet. Wir erfahren dass hier in wenigen Tagen der j├Ąhrliche Abschluss der Kaats Saison stattfinden wird. Wir kernen, dass Katzen eine friesische Ballsportart mit gro├čer Tradition ist: seit 1853 wird hier j├Ąhrlich das beste Team ermittelt. Das ganze ist nicht etwa Folklore, sondern ein ernsthafter Sport. Das Spiel sieht f├╝r mich aus, wie mit blo├čer Hand gespieltes Tennis. Die englische Bezeichnung „friesian handball“ ist irref├╝hrend. Mehr Auskunft gibt die Webseite der Veranstaltung und Wikipedia. Bewegte Bilder findet man auch bei Youtube.

Wir umrunden den Ort auf der vom Tourismusb├╝ro vorgeschlagenen Route und landen im niedlichen Gartencafe des Planetariums, wo wir uns lekker Appeltaart, lekker Pankoken und lokales Planetenbier g├Ânnen.

Eise Eisinga Planetarium

Am folgenden Tag wollen wir nun doch mal wissen, wo sich die Tourismusmassen verstecken und nehmen uns vor nach Harlingen ans Meer zu radeln. Vorher jedoch statten wir dem Planetarium einen Besuch ab, der Caf├ębesuch am Vortag hatte unsere Neugier geweckt.

Das Eise Eisinga Planetarium ist das ├Ąlteste funktionierende Planetarium der Welt. Eise Eisinga war ein Wollk├Ąmmer und ein Hobbyastronom, der im 18. Jh seine unwissenden Mitfriesen davon ├╝berzeugen wollte, dass ihnen der Himmel nicht auf den Kopf fallen w├╝rde. Dazu baute er zwischen 1744 und 1781 unter die Decke seines Wohnzimmers ein durch ein Uhrwerk angetriebenes Abbild des Planetensystems – ein Planetarium. Der K├Ânig war begeistert und kaufte Eisinga das Planetarium f├╝r viel Geld ab. Als Gegenleistung musste der Autodidakt den B├╝rgern das Planetensystem erkl├Ąren und brauchte keine Schafe mehr zu k├Ąmmen.

Funfact: damit das f├╝r den Antrieb ben├Âtigte Pendel genau 60 Schl├Ąge pro Minute vollf├╝hrt musste es so lang sein, da├č es durch die Zimmerdecke ├╝ber dem Ehebett schwingen w├╝rde. Dies mi├čfiel Frau Eisinga, der Gatte musste das Pende k├╝rzen und die komplette Antriebsmechanik neu berechnen.

Das Planetarium funktioniert noch heute. Von der Webseite des Planetariums funktioniert leider nur die niederl├Ąndischen Variante. Einen guten (englischen) Text gut es bei Nature.

Harlingen

Nach dem Museumsbesuch fahren wir nach Harlingen. Der Weg ist nich so toll, es geht weite Strecken an der Hauptstra├če entlang und dem strammen Wind entgegen. Harlingen ist ein lebhafter Ort mit einer sch├Ânen baumbestandenen Hauptstra├če. Am Hafen dann endlich Touristenmassen: gro├čer Trubel am F├Ąhranleger der Urlauber von und zu den Inseln Vlieland und Terschelling bringt.

Auf dem Deich fahren wir nach S├╝den und inspizieren den Campingplatz de Zeehove, er liegt direkt hinter dem Deich und ist gut besucht aber auch nicht ├╝berf├╝llt.

Wir verlassen den Deich und fahren durch das Land zur├╝ck nach Franeker. Unterwegs haben wir in Arum. Es ist Dorffest, f├╝r uns gibt es Frietjes.