Kinderdijk und Rotterdam đŸš™đŸ‡łđŸ‡±đŸ“·

Schon lange schon haben wir vor, einen der touristischen Höhepunkte Hollands aufzusuchen: die historischen MĂŒhlen von Kinderdijk. Unsere Idee war, in die nette Stadt Dordrecht zu fahren, dort zu ĂŒbernachten und von dort aus mit dem ‚Waterbus‘ nach Kinderdijk und auch nach Rotterdam zu fahren.

Leider war der kleine Campingplatz ‚Het Loze Vissertje‘ voll und so mussten wir umdisponieren. Wir fahren zum Campingplatz Landhoeve am Lek. Der Lek ist ein MĂŒndungsarm des Rheins, mit Frachtverkehr und hohen Deichen. Das Land sĂŒdlich des Lek ist Polderland: tischeben, nass und grĂŒn. Überall stehen WindmĂŒhlen. 

Der Campingplatz liegt direkt hinter dem Deich. Es ist ein einfacher Baurenhofcamping. Eine Wiese, hervorragende SanitĂ€ranlagen und ein lustiger Vogel als Chef. Da alle GeschĂ€fte in der Umgebung geschlossen haben (Sonntag) fahren wir zunĂ€chst zurĂŒck nach Dordrecht und fĂŒllen unseren KĂŒhlschrank.

Zu den großen VorzĂŒge vom Campingplatz Landhoeve zĂ€hlt seine Lage: Zu den MĂŒhlen von Kinderdijk sind es nur sechs Kilometer, die man mit dem Fahrrad auf dem Deich zurĂŒcklegen kann. Wir nutzen das aus und machen uns in der AbenddĂ€mmerung auf den Weg.

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang tauchen die ersten MĂŒhlen auf. Vom Deich reicht der Blick ĂŒber das Polderland bis nach Dordrecht. Nur noch wenige Touristen sind zu dieser Zeit unterwegs. Es gibt getrennte Wege fĂŒr Radler und FußgĂ€nger. Man ahnt, was hier zur Spitzenzeiten los ist.
Einige MĂŒhlen drehen sich, durch die untergehende Sonne und den Abendhimmel eine besonders schöne Szenerie. Etliche Fotografen sind mit Stativen unterwegs und lauern auf den Schuß des Lebens.

Das Gebiet von Kinderdijk ist kein umschlossene Gebiet, der Radweg gehören zum normalen Wegenetz und so beschließen wir, auf dem MĂŒhlendamm weiterzuradeln und im weiten Bogen durch das Polderland zum Campingplatz zurĂŒckzukehren. Das VergnĂŒgen wird getrĂŒbt, weil Millionen von Insekten in der Luft sind.Zum GlĂŒck stechen sie nicht aber das Radeln macht nicht wirklich Spaß. Eine weitere Herausforderung ist das WassergeflĂŒgel, welches um diese Zeit besonders aktiv ist. Man muß im schwachen Licht höllisch aufpassen um keine Enten oder andere Vögel zu ĂŒberfahren, die unvermittelt aus dem GebĂŒsch geschossen kommen. 

Im Wasserbus nach Rotterdam

Am nĂ€chsten Tag wollen wir Rotterdam erkunden. ZunĂ€chst radeln wir ĂŒber Niew-Lekkerland nach nach Kinderdijk. Der Name Lekkerland hat nichts mit SĂŒĂŸigkeiten zu tun, sondern leitet sich vom Flußnamen ‚Lek‘ ab. Der Radweg fĂŒhrt hinter netten GrundstĂŒcken entlang und gewĂ€hrt Einblick in hĂŒbsche GĂ€rten.In Kinderdijk ist jetzt richtig was los. Am Lekufer liegt ein Hotelschiff aus der Schweiz, die ĂŒberwiegend japanischen GĂ€ste erobern die MĂŒhlen. Unser Interesse gilt dem bereits erwĂ€hnten Wassebus. Ähnlich den Kieler Fördedampfern fahren die blau-weißen Boote planmĂ€ĂŸig in Rotterdam und in angrenzenden Gebieten. Wie schliessen die RĂ€der an und fahren nach Rotterdam.

Vom Wasser aus kann man sehr schön einige der spektakulĂ€ren Bauten sehen. Rotterdam wurde von der deutschen Luftwaffe komplett zerstört, daher gibt es wenig alte Bausubstanz. Die typischen beim Wiederaufbau gemachten BausĂŒnden versucht man zur Zeit wieder gut zu machen. Unsere Fahrt endet an der ErasmusbrĂŒcke. Etwas orientierungslos gehen wir durch Straßenschluchten. Mitten zwischen den HochhĂ€usern gibt es einen großen Museumshafen mit vielen zur Besichtigung freigegeben Schiffen und GerĂ€ten. Es sieht etwas chaotisch aus.

Auch die berĂŒhmte, erst kĂŒrzlich eröffnete Markthalle und das umgebende GelĂ€nde begeistert uns nicht. NatĂŒrlich ist die Markthalle ein spektakulĂ€rer sehenswerter Bau, aber im Inneren gibt es keinen Markt, sondern hauptsĂ€chlich FreßstĂ€nde.Vieles, was wir sehen wirkt eigenartig kĂŒhl, breite Wege, wenig GrĂŒn, viele heruntergekommene LĂ€den. Wir durchqueren das Museumsviertel, es wird dominiert von einer gigantischen Baustelle, die uns den Weg zur Kunsthalle versperrt. Danach steht uns das riesige Medisch Centrum im Weg. ZunĂ€chst wundern wir uns, dass ein Medienzentrum ĂŒber so viele große GebĂ€uden verfĂŒgt. Dann erst erkennen wir, dass die Bedeutung von ‚Medischcentrum‘ nicht ‚Medienzentrum‘ ist ‚Medizinisches Zentrum‘.

Schöner wird es dann, als wir das Maasufer erreichen. Von der Promenade aus hat man einen tollen Blick auf die Wilhelminapier und das Hotel NewYork. FĂŒr eine Erkundung dieses Gebiets sind wir aber zu schlapp. Mit dem Wasserbus fahren wir zurĂŒck ĂŒber Ritterkerk nach Kinderdijk.
Wir sollten Rotterdam eine zweite Chance geben und dann etwas besser vorbereitet sein.