Herbst am Gardasee 🚙🇼đŸ‡Ș

Montag 2.10.2017

Bei regnerischem Wetter fahren wir durch Deutschland und landen auf dem Miemiger Plateau. Wir finden ein Privatzimmer mit FrĂŒhstĂŒck bei einer Ă€lteren Dame. Alles ist so wie frĂŒher. Zugestelltes Zimmer, uralter Fernseher und eine sehr nette Wirtin. Ein Spaziergang ĂŒberzeugt uns, dass das Mieminger Plateau durchaus fĂŒr einen lĂ€ngeren Aufenthalt taugt. Wir essen in der Moosalm und erfahren, das „Der Stiegl“ in Untermieming der Gasthof ist, ‚wo alle hingehen‘. Nagut.

Bei Obermieming

Dienstag, 3.10.2017

Das Wetter bleibt trĂŒbe und diesig, wir ĂŒberqueren den Brenner, verlassen die Autobahn bei Rovereto und sehen den Gardasee.  Nicht ahnend wie voll es hier ist, haben wir die Straße am Seeufer gewĂ€hlt. Das erhoffte VergnĂŒgen war arg getrĂŒbt, denn es ist sehr voll.

Langsam machen wir uns Gedanken ob es evtl. schwer werden könnte, einen Platz auf dem Camping du Parc in Lazise zu bekommen. Wir waren schon ein paarmal hier und hatten zu dieser Zeit nicht mit so vielen Urlaubern gerechnet.

In Lazise angekommen scheinen sich unsere Sorgen zu bewahrheiten: unzĂ€hlige Wohnmobile und WohnanhĂ€nger verstopfen den Parkplatz fĂŒr Neuankömmlinge. Doch wir haben GlĂŒck: zwar war der Platz wirklich sehr voll, aber wir können ein schönes PlĂ€tzchen ergattern wo wir nicht von hĂ€sslichen, monströsen Wohnmobilen („Wurstbuden“) eingekeilt sind und sogar ein StĂŒck vom See sehen.

Mittwoch, 4.20.2017

Uns gefĂ€llt es in Lazise. Zwar ist es wie alle anderen Orte am Gardasee ein reiner Touristenort, aber es ist ein hĂŒbsches StĂ€dtchen mit großen und kleinen PlĂ€tzen, vielen GeschĂ€ften und Restaurants. Und das gute am Camping du Parc ist, dass man direkt am See ist (keineswegs selbstverstĂ€ndlich) und wenige Minuten Fußweg uns in den Ort bringen.

Nach einigem Suchen finden wir auch den BĂ€cker wieder, der uns wegen seiner guten Brötchen in Erinnerung geblieben ist. Unser Favorit: Brötchen aus Hartweizengrieß (Grano Duro).

Auch wenn das Bild oben einen anderen Eindruck vermittelt: es ist sehr voll in Lazise, zu voll! Viele Urlauber verstopfen die Gassen, der wöchentliche Markt hat den Ort komplett in Beschlag genommen. Auf dem Promenadenweg, der am Seeufer nach Bardolino fĂŒhrt, fahren unzĂ€hlige FahrrĂ€der: das Elektrobike ist auch am Gardasee angekommen. Die Managerin auf dem Campingplatz erklĂ€rt uns, dass seit einigen Jahren der Andrang bis Ende Oktober anhĂ€lt.

Aber irgendwie macht uns der Rummel nicht allzuviel aus und wir genießen das warme Wetter. Bei unserem LieblingsbĂ€cker (Ă€h der einzige in Lazise) erstehen wir frische Gnocchi. Zusammen mit Asiago-KĂ€se ergibt das unser Abendessen. Eine Reminiszenz an die Sommerreise nach Asiago frĂŒher im Jahr.

Donnerstag, 5.10.2017

Beim DurchblĂ€ttern des ReisefĂŒhrers entdecken wir einen Botanischen Garten der am gegenĂŒberliegenden Seeufer im Ort Gardone liegen soll. AndrĂ© Heller hat diesen Garten erworben und einige StĂŒcke aus seiner Skulpturensammlung dort platziert.

Das klingt nach einem spannenden Ausflugsziel, zumal man von Lazise aus mit dem Boot nach Gardone fahren kann. Die Fahrt geht zunĂ€chst nach Bardolino und auf diesem ersten Abschnitt ist das Boot sehr voll. Das bessert sich auf dem zweiten Abschnitt von Bardolino nach Gardone. Überhaupt scheint es – zumindest zu dieser Zeit – am Westufer des Sees wesentlich ruhiger zuzugehen als am Ostufer.

Gardone Riviera ist ein alter Badeort mit Vergangenheit. Er war Sitz der ‚Regierung‘ der von Hitler eingesetzten ‚Sozial Republik Italien‘. Man residierte im immer noch prachtvollen Grandhotel. Im gĂŒnstigen Mikroklima  hat der tschechische  Naturwissenschaftler Arthur Hruska einen Botanische Garten mit ĂŒber 2000 Pflanzen aus der ganzen Welt angelegt. AndrĂ© Heller hat diesen Garten gekauft und zu einem seiner Wohnsitze gemacht. Heller hat Skulpturen aus seiner Sammlung aufgestellt und den Garten zu „Einer Florasammlung von Weltgegenden“ gemacht. Auf verschlungenen Pfaden geht es den Hang hinauf, stĂ€ndig gibt es neue EindrĂŒcke. Teiche, Felsen, Skulpturen, spuckende Monster, Seerosenteiche Ă  la Monet, Buddastatuen, Bambus….großartig! Ich habe dazu folgende Bildergeschichte gemacht.

Ein Klick auf unterstehendes Bild öffnet die Bildergeschichte bei Adobe Spark.

Wochenende und RĂŒckreise

Der Besuch im Botanischen Garten von Gardone war zweifelsohne der Höhepunkt unserer Reise. Die nĂ€chsten Tage verbringen wir mit Nichtstun, Eisessen, kleinen Bummeln und EinkĂ€ufen. Im Platzrestaurant tobt zur Touristenbespaßung ein ‚Tiroler Abend‘: wer es nicht gesehen hat, glaubt es nicht.

Die RĂŒckreise macht wenig Spaß. Viel Verkehr am Brenner, dann Stau mit Stillstand am Fernpass. Wir ĂŒbernachten mal wieder auf dem Campingplatz Brunnen bei FĂŒssen. Dort gibt es leckeren Himbeer- und Blaubeer-Cheesekake, spĂ€ter endlich wieder ein Essen im Gasthof am See in Waltenhofen ( http://www.hotel-schwangau.de/ ),  sensationeller Rostbraten! Am nĂ€chsten Tag