Zum Wohnungstausch nach BremerhavenđŸ“·

Mittwoch, 27.6.: Nach Bremerhaven

Direkt aus Friesland fahren wir nach Bremerhaven. Mit unseren Freunden haben wir vereinbart, fĂŒr ein paar Tage die HĂ€user zu tauschen. Gegen Mittag kommen wir an, tauschen die SchlĂŒssel und richten uns hĂ€uslich in der fremden Umgebung ein. Zu großen Unternehmungen fehlt uns die Lust. Wir erledigen EinkĂ€ufe, nehmen in dem technisch anspruchsvollen Haushalt erfolgreich den Fernseher in Betrieb und widmen uns der Fußball WM.

Donnerstag, 28.6.: Wedderwarden, Wremen

Seit meiner Kindheit, in der ich mehrmals meine Tante in Bremerhaven besuchte, höre ich von Weddewarden, ein kleiner Ort nördlich von Bremerhaven direkt an der Weser gelegen. Allerdings war ich niemals dort. Das soll sich Ă€ndern. Mit dem Rad geht es durch SpeckenbĂŒttel und ĂŒber die Felder nach Norden.

Das Ausflugslokal frĂŒherer Tage ‚Schloß Morgenstern‘ ist Geschichte, auch der Ausblick vom Weserdeich hat sich seit damals massiv verĂ€ndert, denn das Containerterminal mit seiner ĂŒber 4 Kilometer langen Stromkaje hat sich bis nach Weddewarden ausgedehnt.

Am Deich geht es weiter in Richtung Wremen. Dort hoffen wir, frische Krabben kaufen zu können. Doch der Weg ĂŒber den Deich ist ab dem Ochsenturm gesperrt und wir mĂŒssen die weniger attraktive Strecke ‚ĂŒber die Dörfer‘ nehmen.

In Wremen gibt es zunĂ€chst erst einmal Fischbrötchen im kleinen Hafen. Ein FischhĂ€ndler der Krabben verkauft, ist aber nicht auszumachen. DafĂŒr ein Campingplatz direkt am Deich, dessen einziger Vorteil seine Lage ist, der Rest wirkt wenig einladend. Schön, daß wir ja grade keine Camper sind.

Ein Fisch-LKW fĂ€hrt auf die Hafenmole und wird am Kai platziert. Schiffe sind nicht auszumachen. Doch dann entdecken wir einen Krabbenkutter, der sich seinen Weg entlang der  vielen Äste und JungbĂ€ume bahnt, die das schmale Fahrwasser markieren. Der Kutter macht im Hafen fest und sofort beginnt der Verkauf: 10€ auf die Hand, der Fischer verschwindet unter Deck und taucht mit einer PlastiktĂŒte voll Krabben wieder auf.

Mit unserem Fang machen wir uns auf den RĂŒckweg. Nach stundenlangem Krabbenpuhlen gibt es Krabben mit RĂŒhrei und Schwarzbrot, wie es sich gehört. Anschließend Fußball im TV.

Freitag, 29.6: Containerhafen, Columbuskaje, Hochschule

Beim Brötchenholen ruft mich ein wichtig-tuender Mensch zur Ordnung, weil ich den Radweg fĂŒr 20m in falscher Richtung befahren haben. Der Mensch, der sich als Mitarbeiter des Ordnungsamts verkleidet hat, notiert meine Personalien. Da sage mal einer, im Land Bremen herrsche keine Ordnung.

Wir wollen mit den RĂ€dern der Hafen erkunden. Doch der Versuch von Norden kommend ohne große Schleife zur Columbuskaje zu gelangen scheitert nach mehreren AnlĂ€ufen an zugeschĂŒtteten Wegen, ZĂ€unen und der Großbaustelle „Hafenanbindung A27“.

Irgendwann sind wir dann mittendrin und stehen auf dem Containerturm, der extra fĂŒr Touristen wie uns errichtet wurde. Mit dabei auch ein mĂ€chtig beeindruckter Wohnmobilist aus Schwaben, der ebenfalls mit dem Fahrrad hier heraus gefahrern ist.

Die Columbuskaje ist gerade leer, aber im Autohafen (dem grĂ¶ĂŸten in Europa) herrscht reger Betrieb. Wir haben GlĂŒck und können das Ausschleusen eines gigantischen Autofrachters aus nĂ€chster NĂ€he beobachten. Über 8000 Autos passen auf die grĂ¶ĂŸten dieser Schiffe und jedes einzelne muß zum Be- und Entladen bewegt werden. Über das Ausschleusen habe ich eine Scrollgeschichte gemacht:

Ein Klick auf unten stehendes Bild öffnet eine Scrollgeschichte ĂŒber den Autohafen bei Adobe Spark

In der Innenstadt nehmen wir einen Imbiss im ‚Caspar David und Co‘ und sehen den Absolventen der Hochschule Bremerhaven zu, die mit feinen Roben ihren Abschluss zelebrieren.

Abends gibt es die zweite HĂ€lfte unserer Krabben: Pasta mit Krabben, Fenchel und Zitronen.

Samstag, 30.6.: Fischereihafen

Bei strahlendem Wetter geht es mit den RĂ€dern zur BlexenfĂ€hre und dann in den Fischereihafen. Leider ist auch hier ein großes StĂŒck des Deichs wegen Bauarbeiten gesperrt, daher fahren wir zunĂ€chst auf der Binnenseite und bestaunen die gigantischen Versorgungsschiffe, die beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen eingesetzt werden. Erst spĂ€ter können wir auf dem Deich fahren und gelangen bis zur LĂŒner Platte. Wir werden mit einem tollen Blick ĂŒber die Weser auf den Containerhafen belohnt.

Bei einem Kanuclub sprechen uns zwei Damen an, die offenbar damit ĂŒberfordert sind, ihr fertig montiertes Klepper-Faltboot auf ihr Auto zu laden. Mit unserer Hilfe gelingt es und die Damen machen sich auf den Weg.

Vorbei an Betrieben fĂŒr Offshore Windanlagen gelangen wir dann in den Fischereihafen. Das ‚Schaufenster Fischhafen‘ ist ein fĂŒr Touristen aufbereitetes Areal mit Kulturbetrieben, Cafes und Restaurants. Bei Fiedler bekommen wir lecker Limandes mit Orangensauce.

Abends Fußball.

Sonntag, 1.7.: Bremerhaven

Nach zwei aktiven Tagen haben wir am Sonntag wenig Lust zu weiteren Unternehmungen. Bei prĂ€chtigem Wetter lungern wir im Garten herum. Irgendwann raffen wir uns auf, zu ‚Thiels Garten‘ zu gehen, einem KĂŒnstlergarten mit Skulpturen im Mecklenburger Weg 100. Doch leider ist der sonst frei zugĂ€ngliche Park wegen einer Musikveranstaltung geschlossen.

Montag, 2.7.: RĂŒckfahrt

Bei unserer RĂŒckfahrt nach Kiel begegnen wir zahlreichen Radfahrern mit gelben Trikots. Wir finden heraus, dass sie zum Team Rinkeby gehören, einer WohltĂ€tigkleitstour von Skandinavien nach Paris. Bei Itzehoe entdecken wir auf der Gegenfahrbahn unserer Freunde, die ebenfalls auf der Heimreise sind.