(Kein) Donnerwetter đŸŒ€

Heute nacht hat es wohl gewittert, Ich habe nichts davon gehört, mein Schnarchen wird den LĂ€rm ĂŒbertönt haben. Es war wohl nicht das Grollen der fernen Karin wegen der zerbrochenen Figur, denn den Schaden, den ich gestern anrichtete, trĂ€gt sie mit Fassung. Sie vertraut auf das Bastelgeschick ihres Gatten. Auch ist der Schaden möglicherweise auch geringer als befĂŒrchtet, es sieht so aus, als sei die Figur sogar heil geblieben. Erleichtert wende ich mich dem Brötchenerwerb zu.

Wenn das Problem des BĂ€ckers im letzten Jahr noch sein automatisches Wechselgeldsystem war (er wieder abgeschafft), ist es nun sein Kaffeetisch. Diese Einrichtung ist offenbar so beliebt, dass morgens kaum ein Tisch frei bleibt. Um die GĂ€ste kĂŒmmert sich dieselbe Person, die auch fĂŒr den Verkauf zustĂ€ndig ist. Mehr Personal scheint trotz des Erfolgs der Kaffeetafel nicht drin zu sein. Doch wĂ€hrend die Dame mit der angemessenen Engelsgeduld Wurst und KĂ€se drapiert, wĂ€chst die Brötchenschlange zu TĂŒr hinaus…

Nicht zuletzt aus Sorge, von der Bremerhavener BĂŒrgerwehr wegen Behinderung des Fußverkehrs belangt zu werden, gehen ich in den Supermarkt. Vielleicht wartet der BĂ€cker im nĂ€chsten Jahr ja wieder mit einer Neuerung auf: ein Brötchenautomat.

Das Wetter ist belastend und so verspĂŒren wir wenig Lust auf Unternehmungen. Am Nachmittag gehen wir dann zu Thieles Garten.

Wir hatten das schon bei unserem letzten Besuch vor, damals war der Park aber wegen einer Veranstaltung gesperrt. Thieles Garten ist etwas Besonderes. Es ist ein KĂŒnstlergarten, der mitten in einem langweiligen Wohngebiet liegt. Georg und Gustav Thiel waren autodidaktische KĂŒnstler, die einer Schifferfamilie entstammen und die in den 1920er Jahren zusammen mit Georgs Frau Grete damit begonnen  einen Kartoffelacker in einen verwunschenen Garten zu verwandeln. Sie legten Teiche und Wege an, stellten Plastiken auf und bauten ein Haus im maurischen Stil. Sie errichteten den Garten nun fĂŒr sich privat. Heute kĂŒmmert sich ein Förderverein um die 19000 m2 große Anlage, die fĂŒr jedermann frei zugĂ€nglich ist. „Ob Kunst oder Kitsch – das  mag jeder fĂŒr sich selbst entscheiden“, sagt der Förderverein. Ein besonderer Ort ist es auf jeden Fall.

In Bremerhaven muss lange Zeit kein Regen gefallen sein, es ist viel trockener als in Kiel. Die Straßen sind voll mit vorzeitig abgeworfenem Laub und FrĂŒchten von Linden und Eichen. Auch Thieles Garten bekommt die DĂŒrre zu spĂŒren. er weist viele WasserflĂ€chen auf, doch die meisten von ihnen sin komplett ausgetrocknet.

Das Abendprogramm ĂŒbernimmt die Nachbarschaft, die den BĂŒrgersteig vom wegen DĂŒrre frĂŒhzeitig gefallenen Laub befreit… mit dem LaubblĂ€ser! Vorbei sind die Zeiten in denen man dererlei klimaneutral und gerĂ€uscharm mit dem Besen erledigen musste.