Mit dem Rad nach Amsterdam 🇳🇱🚙🚲

Wir wollen in Amsterdam das Stedelijkmuseum besuchen und endlich auch einmal einen Blick ins Rijksmuseum werfen. Mitten in der Hochsaison ist mit großem Andrang zu rechnen, aber mit unserer Museumskaart können wir ja ohne Kosten und Warteschlangen in die Museen, wenn es zu schlimm ist kommen wir halt ein anderes Mal wieder.

Zwecks Unterkunft hatte ich per Mail bei einem Campingplatz in Süden Amsterdams angefragt, bekam folgende Antwort:

Yes, we have place for you but please come late afternoon, we have had a
festival and we have to clean a lot..

Das schreckt uns nicht ab, wir wollen ja ohnehin nur das Auto abstellen und dann per Rad in die Stadt fahren. Ohne Probleme kommen wir durch Amsterdam, die Urlaubszeit hat auch Vorteile.

Das ‚Dekmantel Festival‘ war offenbar eine größere Veranstsltung. Überall sehen wir Gruppen von Leuten, die mit Campingutesilien bepackt sind. Der Platz ist noch gesperrt. Kurz vor dem Ziel stoppt uns ein Wächter. „Hello, how are you“ begrüßt er uns, „Fine, and you?“ -„Not fine, I have to work“… Er erklärt, dass der Platz noch bis 15:00 geschlossen ist, wir das Auto aber auf einen Parkplatz abstellen können

Der Abmarsch der Festivalgäste zieht sich den ganzen Tag hin.

Wir tun das und fahren mit den Rädern durch den Amsterdamse Bosch, ein großes Waldgebiet. Später dann geht es dann entspannt auf Radwegen am Olympiastadion vorbei bis direkt zum Museumsplein.

Das Stedelijk Museum in Amsterdam ist das bedeutendste Museum für moderne und zeitgenössische Kunst und Design in den Niederlanden. Die ständige Ausstellung ‚Stedlijk Base‘ ist eine chronologisch sortierte Auswahl von Gemälden, Photos und Designobjekten von 1800 bis heute. Wir konzentrieren uns auf diesen Teil des Museums und haben anschliessend noch genug Energie für einen kurzen Abstecher ins Rijksmuseum.

Im Rijksmuseum ist es deutlich voller. Die Bilder in der Ehrengalerie sind praktisch nicht zu sehen, überall drängen sich Menschen. Rembrandts berühmte Nachwache wird derzeit mit hochmodernen Verfahren analysiert. Dazu wurde sie in einen Glascontainer befördert und die Kunstfreunde staunen, wie ein Scanner das Bild automatisch abtastet,

Andrang in der Ehrenhalle des Rijksmuseums
Lieblingsbild in drei Metern Höhe

Nach der Ehrengalerie gehe ich noch kurz in die Galerie der holländischen Impressionisten. Dort finde ich auch das Bild, „Kinder am Strand“ von Isaac Israëls, mein aktueller Bildschirmschoner. Leider hängen die Werke in zwei Reihen übereinander, zudem blenden Scheinwerfer. Das ist keine gute Präsentation, auf meinem Bildschirm kann das Bild deutlich besser betrachten…

Durch die Digitalisierung von Kunstsammlungen und durch das Internet ist es heute vielen Menschen möglich, Kunstwerke aus allen Teilen der Welt in Topqualität auf dem heimischen Computer zu betrachten. Das erscheint mir in einigen Fällen der bessere Weg zu sein als ein Ausstellungsbesuch, denn die Wirkung der Bilder, der Hängung und des Ausstellungsraums verfliegt, wenn man als Teil einer mit Handy und Audioguides bewaffneten Masse durch die Räume drängt.

Warteschlange am Van Gogh Museum

Neben dem Stedelijkmuseeum und dem Rijksmuseum gibt es am Museumsplein auch noch das Van Gogh Museum. Hier ist ist der Andrang am größten, die Warteschlange reicht um das gesamte Eingangsgebäude herum. Aber das Museum steht heute zum Glück nicht auf unserer Liste.

Wir radeln zurück. Auf dem Campingplatz sind die Aufräumarbeiten immer noch im Gange, aber wir können jetzt auf den Platz und stellen uns mitten auf die Wiese. Abends essen wir im nahegelegenen Dorfgasthaus. Der Campingplatz ist nicht super, das Restaurant auch nicht, aber die Möglichkeit, mitten in der Hauptsaison entspannt mit dem Rad bis ins Zentrum zu fahren, ist natürlich toll. Das gleicht einiges aus, auch den Fluglärm vom nahegelegenen Flughafen Schipol.