Murnauer MoosūüƧ

Unser Campingplatz ist wirklich schön. Er liegt toll und vor allem ruhig auf der Halbinsel, hat eine gute Ausstattung, Kiesuntergrund, der nach Regen schnell trocknet, einen lange geöffneten Einkaufsladen und ein (allerdings mäßiges) Restaurant.

Heute wollen wir ins Murnauer Moos, die Moorlandschaft, die die Maler der M√ľnter WG so inspirierte. Es gibt eine „Moosrunde“, die wir mit dem Rad absolvieren k√∂nnen. Gleich der erste Blick, den wir bekommen ist toll: von einer erh√∂hten Position aus sieht man √ľber das gelbe Gras der Moorfl√§che bis zu den Zweitausendern des Wettersteingebirges.

Zun√§chst verfahren wir uns ein paarmal und das wird hier immer mit zus√§tzlichen Bergeinheiten bestraft. So kommen wieder einige H√∂henmeter zusammen, obwohl wir uns doch eine flache Tour gew√ľnscht hatten.

Der Weg ins Moor f√ľhrt zun√§chst √ľber einen recht schmalen Holzsteg und ist f√ľr Radfahrer gesperrt. Das ist verst√§ndlich, denn der Weg ist schmal und rutschig. Es gibt einen alternativen Radweg, aber wir entscheiden uns f√ľr den Steg und schieben unsere R√§der.

Weil der Steg schmal ist und unsere Fahrr√§der ein Hindernis darstellen, halten wir bei jeder Begegnung an und stellen unser Rad neben den Steg um die entgegenkommenden Wanderer passieren zu lassen. Die Reaktionen k√∂nnten nicht unterschiedlicher sein. Die meisten bedanken sich, teilweise sogar √ľberschw√§nglich, wenige gucken stumm ins Leere, eine Frau wiederum regt sich auf und lamentiert herum, Fahrr√§der seien verboten usw. Unser Hinweis, wir w√ľrden doch nicht radeln sondern schieben l√§sst sie nicht gelten. Je weiter wir weg sind, desto gr√∂√üer das Lamento. Der arme Mann.

Das Murnauer Moos ist ein beliebtes Ausflugsziel und heute am Feiertag ist es besonders gut besucht, es bietet aber auch wirklich sch√∂ne Anblicke. Gegen Mittag erreichen wir Murnau und machen zun√§chst einen Abstecher zum M√ľnterhaus.

Im Russenhaus, wie es auch genannt wurde, lebte die Malerin Gabriele M√ľnter zusammen mit Wassily Kandinsky, auch Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky waren zeitweilig zu Gast. Das Haus ist wegen des Feiertags geschlossen. Es gibt keine Bilder zu sehen und wir hatten auch garnicht vor, es zu besichtigen. √Ąrgerlicher war schon, da√ü die Murnauer Kaffeer√∂sterei ebenfalls nicht ge√∂ffnet war. So gingen wir dann ins Stadtzentrum und fanden in der Konditorei Kr√∂nner hervorragenden Ersatz.

Des Rest des Tages faulenzen wir auf dem Campingplatz. Es wird empfindlich kalt und so verkriechen wir uns bald in den Bus.