Museumstag🇳🇱☁️

Der morgendliche Besuch bei einem etwas kleineren AH bringt Erfolg bei der Suche nach ‚Oaties’, so heißen die glutenfreien Kekse, die wir Stephan mitbringen sollen. Größe ist eben nicht alles.

Es ist scheußliches Wetter angekündigt, aber so schlimm sieht es gar nicht aus. Wir wollen ins Museum ‚Belden an Zee‘ in Scheveningen, dort gibt es eine Ausstellung mit Nanas von Niki de Saint Phalle. Dann wollen wir noch ins Gemeentemuseum, welches jetzt ‚Kunstmuseum Den Haag‘ heisst. Hier gibt es die große Monet Ausstellung ‚Gartenbilder‘.

Aber zuerst müssen wir unsere ‚Museumkart‘ erneuern, sie ermöglicht uns für eine Jahresgebühr von knapp 70€ (fast) kostenlosen Eintritt in viele holländische Museen. Die Investition lohnt sich, wenn man bedenkt, dass ein Museumsbesuch in Holland schnell mal mit 15€ bis 19€ zu Buche schlägt.

Bei diesen Preisen ist es umso erstaunlicher, wie gut die Museen hier besucht sind. Wir haben einen Mittwoch Ende November und beide Ausstellungen, die wir heute besuchen sind richtig gut gefüllt.

‘Belden an Zee’ (=Skulpturen am Meer) ist ein kleines Skulpturenmuseum direkt am Strand von Scheveningen. Es ist so geschickt in die Dünen hineingebaut, daß man es von Außen garnicht sieht. Vom Dach des Museums, das auch Skulpturen beherbergt, kann man auf die Nordsee blicken.

Viele Nanas sind in einem Raum versammelt, der fast zu klein ist für die vielen Figuren. Einige hat man auf drehenden Platformen installiert. Besonders interessant fanden wir ein Plakat der Lysistrata-Aufführung 1966 am Staatstheater Kassel. Niki de Saint Phalle hatte das Bühnenbild für diese Inszenierung gebaut: eine riesige begebare Nana. Ich ging damals in Kassel zur Schule und habe die Aufführung gesehen.

Die Räume des Museums sind nicht sonderlich schön. Grauer, in die Jahre gekommener Beton und eigenartige Vorhänge als Raumteiler sorgen für ein tristes Bild. Auch die bunten prallen Nanas von Niki können das Gesamtbild nur schwer retten, Am schönsten ist die Dachterrasse, sie beherbergt Skulpturen der ständigen Sammlung.

Das Wetter hält sich erstaunlich gut und wir kommen trocken mit dem Fahrrad zum Kunstmuseum Den Haag. Bis vor wenigen Wochen hieß das Museum noch ‚Gemeentemuseum‘, dann ist den Verantwortlichen wohl klar geworden, daß dieser Name etwas zu provinziell ist, zumal es sich um ein Museum von internationaler Bedeutung handelt.

In der aktuellen Monet-Ausstellung, lernen wir, dass es das Gemeentemuseum war, welches gemeinsam mit der Kunsthalle Zürich 1952 erstmals die Seerosenbilder von Monet als große Kunst herausstellte. Bis dahin war das Alterswerk des Meisters nur geringschätzig beurteilt worden.

In der Ausstellung werden ausschließlich großformatige Bilder gezeigt, die Monet in seinen späten Jahren in seinem Garten in Giverny gemalt hat.